WM 2006/2010/Nationalelf

07.10.2006 um 11:46 Uhr

Donadoni droht mit Rücktritt

Quo vadis, Donadoni? Die WM-Euphorie in Italien ist vollends verflogen
Quo vadis, Donadoni? Die WM-Euphorie in Italien ist vollends verflogen (Foto: getty)

München - Vor den EM-Qualifikationsspielen am Samstag (ab 16 Uhr ) und Mittwoch stehen einige Trainer bereits mit dem Rücken zur Wand.

Obwohl Italien, Griechenland, Spanien und die Niederlande jeweils erst zwei Quali-Spiele absolviert haben, sind deren Trainer bereits heftig in die Kritik geraten und stehen unter Erfolgsdruck.

Allen voran der Coach des Weltmeisters, Roberto Donadoni. Nach nur einem Punkt aus zwei Partien spürt der 43-Jährige den Gegenwind und drohte bereits mit Rücktritt.

"Ich bin auch bereit, mein Amt sofort niederzulegen", reagierte Donadoni auf die jüngsten Seitenhiebe der italienischen Presse angesäuert.

Rehhagel poltert gegen Medien

Auch beim Europameister Griechenland hängt der Haussegen schief. Auf einer Pressekonferenz gab zuerst Kapitän Theodoros Zagorakis seinen Rücktritt bekannt, anschließend fuhr Trainer Otto Rehhagel die versammelte Journalie an.

"Wollt ihr die Nominierungen machen, oder darf ich das weiter tun?", entfuhr es dem einstigen "König Otto", nachdem die Medien die Berufung eines Spielers gefordert hatten.

Tipps von außen nähme er sowieso nur von einer Person an, sagte Rehhagel: "Nur meine Frau kann mich beeinflussen."

Sport1.de gibt einen Überblick über die "Brennpunkte" vor der EM-Quali.

Italien

"Donadoni hat unsere Unterstützung, aber natürlich müssen jetzt auch wieder die Ergebnisse stimmen", sagt Italiens kommissarischer Verbandspräsident Luca Pancalli vor den Spielen gegen die Ukraine und in Georgien.

Das taten sie zuletzt nicht, Lippi-Nachfolger Donadoni ist in drei Spielen noch ohne Sieg. Bislang hatte er dafür eine Ausrede: "In diesen Spielen waren wir noch nicht soweit. Die Spieler waren noch nicht fit, da wir durch den Manipulationsskandal erst verspätet in die Meisterschaft gestartet sind."

Doch nun müssen Taten folgen. Verliert der Weltmeister die Neuauflage des WM-Viertelfinale gegen die Ukraine am Samstag, sind Donadonis Tage wohl gezählt.

Griechenland

Auch beim Europameister Griechenland ist man längst wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Der EM-Triumph war gestern, nun wird es schwer genug, sich überhaupt für die nächste Endrunde zu qualifizieren.

Wie das zu geschehen habe, da vertritt jede griechische Zeitung so seine eigene Meinung. Einige Blätter hatten die Nominierung von Mittelfeldspieler Ieroklis Stoltidis gefordert; Rehhagel kam der Aufforderung nicht nach.

Damit konfrontiert, platzte dem 68-Jährigen auf einer Pressekonferenz der Kragen. "Es war bis 2001 vielleicht so, dass die Presse Spieler aufgezwungen hat, aber in meiner Zeit wird so etwas nie passieren", so der erboste Trainer: "Ich kann mein Team ja wohl immer noch nach sportlichen Kriterien zusammenstellen."

Niederlande

Bondscoach Marco van Basten hat da ganz andere Probleme. Er nominiert zwar die von der Öffentlichkeit geforderten Spieler, diese lehnen aber dankend ab. So geschehen in den Fällen Mark van Bommel und Ruud van Nistelrooy.

Nachdem beide zuletzt nicht berücksichtigt wurden, erklärten sie in der letzten Woche, wegen "unüberbrückbarer Differenzen" nie mehr unter van Basten auflaufen zu wollen.

In der Gunst der Öffentlichkeit ist der Coach dadurch vor dem Spiel in Bulgarien am Samstag gefährlich ins Minus gerutscht.

Spanien

Einen Schritt weiter als bei den anderen Nationen ist man in Spanien. Nach der peinlichen 2:3-Schlappe in Nordirland hatte Trainer Luis Aragones seinen Job bereits zur Verfügung gestellt, der Verband lehnte seinen Rücktritt jedoch ab.

Nun macht der 68-Jährige weiter und traf als erstes gleich mal die unpopuläre Entscheidung, den kriselnden Kapitän Raul abzusägen. Der Schuss ging nach hinten los: Raul trifft seitdem wie er will und die Öffentlichkeit zweifelt nun mehr denn je am alternden Trainer.

Der ebenfalls nicht nominierte Joaquin bringt es auf den Punkt: "Raul hätte vielleicht viele andere Male nicht dabei sein sollen, aber in der letzten Woche hat er bewiesen, dass er es verdient hat, ein Teil der Mannschaft zu sein."

Dem Duell mit den wiedererstarkten Schweden am Samstag blickt man in Spanien angstvoll entgegen - gut möglich dass danach auch Aragones' Tage als Übungsleiter der "Seleccion" gezählt sind.

Florian Bogner

07.10.2006 um 11:45 Uhr

Geständnis in der Vieri-Affäre

Ex-Nationalspieler Christian Vieri will die Telecom Italia und Inter Mailand anzeigen
Ex-Nationalspieler Christian Vieri will die Telecom Italia und Inter Mailand anzeigen (Foto: getty)

Mailand - Klubchef Massimo Moratti vom italienischen Meister Inter Mailand hat zugegeben, seinen Ex-Star Christian Vieri bespitzelt zu haben.

Die Telefongespräche des ehemaligen Nationalspielers seien abgehört worden, um dessen Leben außerhalb des Spielfelds auszuspionieren, sagte Moratti dem Staatsanwalt des italienischen Fußballverbands, Francesco Saverio Borrelli.

Vieri wurde mit Hilfe einer Privatdetektei mit Verbindungen zur Telecom Italia bespitzelt. Im Gespräch mit Borrelli erklärte Moratti, er wolle sich bei Vieri entschuldigen.

Der Starspieler will jedoch die Telecom Italia und den Klub anzeigen und Schadenersatz fordern. Wegen des Lauschangriffs gegen Vieri droht Moratti eine dreimonatige Berufssperre.

Vierjähriges Berufsverbot

Der Erdölmagnat Moratti, der seit 1995 Inter-Präsident ist, bestritt dagegen, dass Inter 2002 einen Detektiv beauftragt habe, um den Schiedsrichter Massimo De Santis zu belauschen.

Gegen den Referee wurde im Juli wegen Absprachen mit italienischen Klubs ein vierjähriges Berufsverbot verhängt.

Der Klub hatte Verdacht gegen De Santis geschöpft, nachdem Schiedsrichter Danilo Nucini auf seltsame Kontakte zwischen dem damaligen Manager von Juventus Turin, Luciano Moggi, und De Santis hingewiesen hatte.

Belauschung gegen Bezahlung

De Santis Telefon soll mit Hilfe der Beziehungen zwischen dem Klub und dem vor zwei Wochen zurückgetretenen Chef der Telecom Italia, Marco Tronchetti Provera, einem Miteigentümer von Inter Mailand, illegal abgehört worden sein.

Staatsanwalt Borrelli will in Zusammenhang mit der Affäre weitere Inter-Verantwortliche vernehmen, darunter Vizepräsident Carlo Buora, der auch ein hochrangiger Verantwortlicher der Telecom Italia ist, sowie den zweiten Vizepräsidentwn von Inter, Riccardo Ghelfi. Er soll die Lauschangriffe auf Vieri bezahlt haben.

"Bin stolz, ein Inter-Fan zu sein"

Der Skandal ist ein harter Schlag für Inter Mailand. Morattis Klub erhielt nach dem schlimmsten Skandal des italienischen Fußballs den Meistertitel 2006, der Juventus aberkannt worden war.

Inter galt bisher als einziger sauberer Großklub nach dem Skandalsommer. "Ich bin stolz, ein Inter-Fan zu sein", lautete die Werbekampagne des Vereins, die auf die Ehrlichkeit des Klubs setzte. Nach dem Skandal um die Lauschangriffe ist dieses Image schwer angekratzt.

Quelle:AOL

07.10.2006 um 11:42 Uhr

Die können´s einfach nicht lassen! PFUI!

Wurde belauscht: Fifa-Schiedsrichter Massimo de Santis
Wurde belauscht: Fifa-Schiedsrichter Massimo de Santis (Foto: getty)

Inter in Lauschangriff-Affäre schwer belastet

Mailand - Italiens Meister Inter Mailand ist in der Lauschangriff-Affäre schwer belastet worden.

Der Anwalt des hauptverdächtigen Giuliano Tavaroli beschuldigte am Montag den Klub als Auftraggeber des früheren Sicherheits-Managers der Telecom Italia für die illegale Abhörung von Ex-Schiedsrichter Massimo de Santis.

"Der Lauschangriff ist vom Inter-Management in Auftrag gegeben worden", sagte Tavaroli-Anwalt Massimo Di Noia mit Bezug zu den Aussagen seines Mandanten gegenüber den Behörden.

Inter hätte 2002 die finanzielle Lage des Referees in Erfahrung bringen wollen. Der vor zwei Wochen verhaftete Tavaroli soll auch den damaligen Verbandschef Franco Carraro und andere Top-Manager belauscht haben.

Di Noias Aussagen mit großer Brisanz

Di Noias Aussagen verleihen der Vernehmung von Inter-Besitzer Massimo Moratti am Dienstag durch die Staatsanwaltschaft zusätzliche Brisanz.

Moratti selbst hatte in der vergangenen Woche seine Anhörung bei den Ermittlern beantragt, um die Rolle des Vereins in dem Skandal darlegen zu können.

Schiri Nucini gab Hinweise

Allem Anschein waren vor vier Jahren Hinweise des Schiedsrichters Danilo Nucini gegenüber dem damaligen und im vergangenen September verstorbenen Inter-Präsidenten Giacinto Facchetti auf Kontakte zwischen Di Santis und Manager Luciano Moggi von Rekordmeister Juventus Turin Auslöser für die Bespitzelung des Referees gewesen.

Moggi musste als Schlüsselfigur der Manipulations-Affäre im italienischen Fußball im Sommer zurücktreten.

Quelle:AOL

07.10.2006 um 11:41 Uhr

Kein Länderspiel wie jedes andere

Die "Ostdeutschen" Schneider (M.) und Ballack sind die Routiniers im Kader
Die "Ostdeutschen" Schneider (M.) und Ballack sind die Routiniers im Kader (Foto: getty)

Rostock - Es hat sicherlich schon spannendere Länderspiele als das heutige gegen Georgien gegeben.

Und dennoch ist es aus vielen Gründen eine ganz besondere Begegnung.

Leider spielen bei dem Aufeinandertreffen mit Georgiens deutschem Coach Klaus Topmöller aber nicht die sportlichen Aspekte die Hauptrolle.

Im Blickpunkt steht beim erst fünften Auftritt einer DFB-Auswahl in den neuen Bundesländern vielmehr das Rostocker Publikum, nachdem einige fehlgeleitete Anhänger Gerald Asamoah beim Pokalspiel von Schalke gegen Hansa II massiv mit rassistischen Ausfällen beleidigt hatten.

"Rechtsradikalismus keine Chance geben"

Asamoah fehlt zwar aufgrund seines Schien- und Wadenbeinbruchs, dennoch nutzte der 28-Jährige die Chance und sprach sich vor dem Spiel nochmals deutlich gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit aus.

"Die jüngsten Vorfälle in deutschen Stadien sind Grund zu großer Wachsamkeit. Wir dürfen dem Rechtsradikalismus keine Chance geben", sagte der gebürtige Ghanaer.

Allerdings haben die empfindliche Strafe gegen Hansa von 20.000 Euro und einem Spiel des Oberligateams unter Ausschluss der Öffentlichkeit sowie das bundesweite Stadionverbot gegen zwei Täter offenbar bereits Wirkung gezeigt.

"Flagge zeigen gegen Rassismus"

"Der Asamoah-Skandal hat bei uns in Rostock dazu geführt, dass der Großteil unsere Fans Flagge zeigt gegen Gewalt, Rassismus und Intoleranz", berichtet Hansas Fanbeauftragter Axel Klingbein.

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der entschieden gegen Rassismus in den Stadien eintritt, hofft daher auch beim Länderspiel auf eine Reaktion des Publikums. "Ich wünsche mir das zumindest, da die Mehrheit der Zuschauer mit diesen Vorfällen nichts zu tun hat", sagte er im Gespräch mit Sport1.de.

"Der Osten ist Fußball-Landschaft"

Dennoch gab der 61-Jährige zu, dass er nach den Vorfällen "zwei Sekunden" über eine Absage des Spiels in Rostock nachgedacht habe. "Aber wir hätten viele getroffen, die mit Rechtsradikalismus nun gar nichts am Hut haben."

Zumal der DFB die Partie bewusst in die neuen Bundesländer vergeben hat, nachdem erst vor gut einem Jahr beim Krisen-Gipfel in Leipzig Maßnahmen für einen Aufschwung des Fußballs in den neuen Ländern beschlossen worden waren.

"Der Osten ist Fußball-Landschaft, das war vor der DDR so, während der DDR und danach. Wer auf diese Landschaft verzichtet, beschädigt den deutschen Fußball insgesamt", sagte Zwanziger der "Leipziger Volkszeitung".

Paradebeispiel Rostock

"Hier ist die Faszination, Fußball zu leben, stärker ausgeprägt als in anderen Gegenden Deutschlands und etwa vergleichbar mit dem Ruhrgebiet. Nach der Wende sind Grundlagen verloren gegangen, deshalb bin ich über die sportbetonten Schulen, die erste Eliteschule des Fußballs in Cottbus, und die vielen Förderzentren froh. Hinzu kommt die Entwicklung bei der Infrastruktur, bei den Stadien."

Paradebeispiele dafür sind Rostock, wo das Ostseestadion bis 2001 für rund 30 Millionen Euro umgebaut wurde und natürlich die WM-Arena in Leipzig.

Dort fanden auch die letzten drei Länderspiele im Osten statt: Im März 2002 das 4:2 gegen die USA in Rostock, danach das 3:0 gegen Kamerun im November 2004 sowie das 4:3 beim Confed Cup gegen Mexiko im Juni 2005 in Leipzig.

Aufwärtsentwicklung zu erkennen

Davor allerdings gab es nach der Wiedervereinigung nur eine einzige Partie der DFB-Elf in der ehemaligen DDR: Das 1:1 gegen Mexiko im Herbst 1992 im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Grund dafür waren die maroden Arenen, die keine Spiele auf höchstem Niveau erlaubten.

Der Verfall dieser Traditionsstätten stand sinnbildlich für den Abschwung des Ost-Fußballs. Ebenso stehen die jetzigen neuen Stadien und die geplanten Neubauten in Städten wie Dresden und Magdeburg für die Aufwärtsentwicklung, die auch sportlich zu erkennen ist.

"Der Fußball ist wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt", sagt Zwanziger.

Cottbus als sportliches Aushängeschild

"Es gibt eine erkennbare Entscheidungsfreudigkeit, in die Infrastruktur des Ostens zu investieren und eine neue Euphorie."

Aushängeschild dafür ist Energie Cottbus, durch dessen Aufstieg wieder ein ehemaliger DDR-Klub in der Bundesliga vertreten ist. Dahinter folgt Hansa Rostock, derzeit punktgleich mit Tabellenführer Karlsruhe Zweiter in der Zweiten Liga.

Hinzu kommen im Unterhaus Erzgebirge Aue und Aufsteiger Carl-Zeiss Jena. Und in der Regionalliga Nord stehen Union Berlin und Dynamo Dresden auf den Rängen eins und zwei.

Schneider vor 75. Länderspiel

Bis ganz nach oben schaffen es aber nach wie vor verhältnismäßig wenig Fußballer aus den neuen Ländern. Im DFB-Aufgebot gegen Georgien sind es gerade mal vier von 21 Spielern.

Allerdings handelt es sich neben Robert Enke und Clemens Fritz auch um die beiden dienstältesten Akteure: Kapitän Michael Ballack (72 Länderspiele) und Bernd Schneider.

Der Thüringer könnte am Samstag seine 75. Partie für die DFB-Auswahl bestreiten, so viel wie kein "Ostdeutscher" vor ihm. So würde dieses Länderspiel dann doch mit einem sportlichen Highlight in Erinnerung bleiben.

Aus Rostock berichtet Martin Volkmar

07.10.2006 um 11:35 Uhr

Fünf Kandidaten für dei Nummer zwei

Timo Hildebrandt (l.) und Robert Enke wurden gegen Georgien nominiert.
Timo Hildebrandt (l.) und Robert Enke wurden gegen Georgien nominiert. (Foto: Getty)

Ersatztorhüter: Löw kündigt harten Konkurrenzkampf an

Berlin - Als Robert Enke am Donnerstag das Wort ergriff, da wurde der sportliche Konkurrenzkampf im Tor der deutschen Nationalmannschaft für einen Moment völlig unwichtig. Denn der 29-Jährige bedankte sich bei der Pressekonferenz öffentlich für die riesengroße Anteilnahme von Fußball-Fans in ganz Deutschland am Tod seiner zweijährigen Tochter Laura.

"Dieses Mitgefühl hat meine Frau und mich sehr gefreut und uns auch ein Stück geholfen", sagte der Keeper von Hannover 96 und bat um Verständnis, dass er bis zur Winterpause keine Interviews mehr geben werde: "Ich möchte im Moment einfach meine Ruhe haben." Dieser Wunsch wird vermutlich respektiert werden. Zumal man auch bei rein sportlicher Betrachtung erkennen kann, dass der neue Wettkampf im DFB-Gehäuse nicht annähernd die Bedeutung hat wie der "Torwart-Krieg" zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn vor der WM.

Lehmann unumstrittene Nummer eins

Schließlich steht die Nummer eins seit Kahns Rücktritt eindeutig fest. "Jens Lehmann ist gesetzt. Das hat er sich verdient, nicht nur durch die WM", sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. Spannend wird es aber dahinter. Denn Joachim Löw hat einen harten Konkurrenzkampf um die zwei verbleibenden Plätze im EM-Aufgebot 2008 angekündigt.

"In Ruhe auswählen"

"Wir haben die Chance, die Kandidaten bis zur EM lange Zeit zu beobachten und in Ruhe auszuwählen", erklärte Köpke die neue Marschroute, nachdem die drei Posten in den vergangenen Jahren zementiert waren.

Neben Hildebrand, der am Samstag gegen Georgien zu seinem vierten Länderspiel kommen wird, und Enke gehören Roman Weidenfeller und Tim Wiese zum engeren Kreis, der sich laut Köpke aber ständig erweitern kann. So ist der Name des fünften Kandidaten etwas überraschend. "Auch Raphael Schäfer, der sehr, sehr gut hält, gehört dazu", sagte der 59-malige Ex-Nationaltorwart.

Timo Hildebrand (VfB Stuttgart / 13 Liga-Gegentore / 53,6 Prozent abgewehrte Schüsse)

"Timo ist nachgerückt als Nummer zwei, aber dem Wettbewerb muss sich jeder stellen", meinte Köpke. "Er hat die Nase im Moment vorn. Das ist der Grund, warum kritisch auf ihn geschaut wird." Denn der gebürtige Wormser stand zuletzt massiv in der Kritik, obwohl er in dieser Saison bisher nur beim 1:1 gegen Frankfurt richtig schlecht spielte.

"Mit so einem Ding wird versucht, mich fertig zu machen. Aber da mache ich nicht mehr mit", sagte Hildebrand danach, in dessen Umfeld von einer Medienkampagne gesprochen wird. Am Donnerstag präsentierte er sich wesentlich aufgeräumter: "Dem Wettbewerb werde ich mich stellen, damit habe ich kein Problem. Ich freue mich auf meinen Einsatz gegen Georgien."

Dort allerdings "muss er seine Chance nutzen", wie Löw forderte. Köpke hat keine Bedenken. "Ich gehe davon aus, dass Timo ein sehr gutes Spiel machen wird", sagte er. "Viele Torhüter würden gerne mit ihm tauschen. Er hat es selber in der Hand."


Robert Enke (Hannover 96 / 15 Gegentore / 58,3 Prozent abgewehrte Schüsse)

Der frühere U-21-Nationalspieler galt schon länger als Kandidat für die DFB-Auswahl, zumal er in den vergangenen zwei Jahren von den Bundesligaspielern zum besten Torwart gewählt wurde. Trotzdem kam seine zweite Nominierung nach dem Confed Cup 1999 nach dem schwachen Saisonstart von Hannover ein wenig überraschend. Zuletzt zeigte Enkes Tendenz aber deutlich nach oben, zur Belohnung wird er gegen Georgien auf der Bank sitzen und möglicherweise zu seinem ersten Länderspiel kommen.

"Robert macht im Moment eine schwere Phase in Hannover durch. Aber er hat in den vergangenen zwei, drei Jahren super Leistungen gebracht", sagte Köpke. Daher glaubt Enke: "Die EM ist ein realistisches Ziel. Darauf werde ich hinarbeiten."


Raphael Schäfer (1. FC Nürnberg / 3 Gegentore / 89,3 Prozent abgewehrte Schüsse)

Der gebürtige Lübecker war in den bisherigen sechs Bundesligaspielen eindeutig der beste Torwart. Die Zahlen sprechen für sich, zudem ist er als einziger der Kandidaten noch ungeschlagen. "Ich wäre ja blöd, wenn ich nicht alles versuchen würde, um zur EM zu kommen", sagte Schäfer der "Sport-Bild" über seine unerwartete Perspektive.

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund / 7 Gegentore / 68,2 Prozent abgewehrte Schüsse)

Ganz knapp sei die Entscheidung für Enke und gegen Weidenfeller ausgefallen, erklärte Köpke. Entsprechend enttäuscht reagierte der BVB-Keeper auf die Absage. Doch der Bundestorwarttrainer macht ihm Mut: "Jeder hat die Chance reinzurutschen. Wir haben registriert, wie Roman in den vergangenen Monaten gehalten hat."

Tim Wiese (Werder Bremen / 9 Gegentore / 65,4 Prozent abgewehrte Schüsse)

Der Ex-Lauterer hat eigentlich die besten Voraussetzungen der Kandidaten, da er beim stärksten Verein spielt. Aber seine unnötigen Fehler wie beim Champions-League-K.o. gegen Juventus Turin und sein übergroßes Selbstbewusstsein scheinen ihn bei Löw und Köpke nicht eben beliebter zu machen.

Gleichwohl ist Wiese nach wie vor von seinem Können überzeugt. "Ich war auch ein wenig überrascht, dass Robert Enke nominiert wurde", sagte er. "Aber ich muss die Entscheidung akzeptieren, obwohl ich mit Werder in der Champions League spiele und Enke nicht."

Quelle:AOL

22.07.2006 um 21:18 Uhr

"Zu wenig um Klinsmann gekämpft"

Ex-Bundestrainer unter sich: Jürgen Klinsmann (l.) und Berti Vogts
Ex-Bundestrainer unter sich: Jürgen Klinsmann (l.) und Berti Vogts (Foto: Getty)
Vogts kritisiert DFB - Häßler will Technik-Trainer werden
Hamburg - Der ehmalige Bundestrainer Berti Vogts wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor, nicht genügend um Jürgen Klinsmann gekämpft zu haben.

"Im Frühjahr, Monate vor der WM, hätten die Weichen rechtzeitig gestellt werden müssen. Vor dem USA-Länderspiel hätte man sich klarer positionieren müssen. Doch Theo Zwanziger war aus dem Präsidium der einzige, der das gemacht hat", sagte Vogts der Sport-Bild.

Nach Aussage von Vogts, der als enger Vertrauter des ehemaligen Bundestrainers gilt und maßgeblich an dessen Ernennung vor zwei Jahren beteiligt war, sei Klinsmann keineswegs ausgebrannt gewesen.

Kritik an Mayer-Vorfelder

"Man ist drei, vier Tage down und enttäuscht. Das ist nicht der Grund, warum er nicht weitergemacht hat", behauptet Vogts. Vielmehr hätte der DFB "zu wenig um Jürgen Klinsmann gekämpft". Vor allem in der Wohnortdebatte hätte die DFB-Führung Fehler begangen.

Kritik übte Vogts in diesem Zusammenhang auch an DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Der habe sich zwar immer als Freund von Klinsmann hingestellt, "aber gleichzeitig neue Namen als Bundestrainer in den Raum geworfen".

Hoffnung auf "Kontinuität und Unterstützung für Löw"

Vogts ist deshalb froh, dass Mayer-Vorfelder im September aus der Doppelspitze ausscheidet und Theo Zwanziger das alleinige Sagen als DFB-Präsident hat. Er hofft, dass dann beim DFB wieder "Kontinuität einkehrt und Joachim Löw von Seiten des Präsidiums die volle Unterstützung erhält".

Klinsmann kehrte am Dienstag von Frankfurt/Main aus nach Kalifornien in seinen Wohnort Huntington Beach zurück.

Zuvor hatte er in einem Bild-Interview noch einmal betont, dass er seine Entscheidung nicht bereuen und Zeit brauchen würde, um die Ereignisse zu verarbeiten: "Ich werde im nächsten halben Jahr sicher kein Amt annehmen."

DFB sucht speziellen Trainer für Standardsituationen

Unterdessen bringt sich ein ehemaliger Weltmeister für einen Posten beim DFB ins Gespräch. Thomas Häßler äußerte in der "Sport-Bild" sein Interesse, unter Löw als Technik-Trainer zu fungieren.

"Das wäre eine tolle Sache, ich würde es mir zutrauen. Wenn heute der Olli Bierhoff anruft und sagt: 'Icke, wie wär's - ich würde sofort mit dem Fahrrad zu ihm fahren. Ich bin fit und seit Dezember Fußball-Lehrer", so Häßler. Im DFB wurde wegen der auffällig schwachen Standardsituationen während der WM schon öfters über einen Spezialisten auf diesem Gebiet diskutiert.

Quelle:AOL

 

Also man kann ja nun wirklich nicht sagen, dass zu wenig um Klinsi gekämpft wurde.

Es gab z.b:

Mails an den DFB, Unterschriftenaktionen, Massengebettel auf der Fanmeile und in den Stadien...

Hat halt nicht geklappt.Wir ham jetzt Löw und der macht seinen Job bestimmt weiterhin toll.

 

22.07.2006 um 21:11 Uhr

Juventus Turin

Sportrichter Cesare Ruperto (r.) sprach im Manipulationsskandal die Urteile
Sportrichter Cesare Ruperto (r.) sprach im Manipulationsskandal die Urteile (Foto: getty)
"Juve"-Anwalt glaubt an geringeres Strafmaß
Rom - Am Samstag hat der Berufungsprozess im italienischen Fußball-Skandal mit Unschuldsbeteuerungen der Angeklagten und Forderungen nach geringeren Strafen begonnen.

Der Rechtsanwalt von Rekordmeister Juventus Turin, der in erster Instanz zu einem Zwangsabstieg in die zweite Liga und einem Abzug von 30 Punkten verurteilt worden war, gab sich optimistisch.

"Ich denke, es gibt reichlich Ansätze, dass zumindest der Punktabzug gemindert werden könnte", sagte Cesare Zacchone, der allerdings für einen Verbleib des Klubs in der Serie A offenbar wenig Chancen sieht: "Lasst uns abwarten. Zuviel Hoffnung ist nicht angebracht."

"Unbestreitbar, dass Juventus manipuliert hat"

Vor dem Nobelhotel Parco dei Principi in Rom, das von mehr als hundert Journalisten und Dutzenden Kamerateams belagert wurde, äußerte sich auch Diego Della Valle zu den bevorstehenden Verhandlungen. Der Präsident des AC Florenz kündigte an "die Dinge gerade rücken" zu wollen.

"Wir hoffen nur, dass die Richter es schaffen, die Dinge klar zu sehen, denn wir haben nichts Falsches getan", sagte Della Valle, dessen Klub ebenfalls den Gang in die Serie B befürchten muss.

Staatsanwalt Stefano Palazzi forderte dagegen erneut die strengen Strafen, die er beantragt hatte und die die erste Instanz dann leicht abgeschwächt hatte. "Es ist unbestreitbar, dass Juventus mit Sportbetrug die Meisterschaft manipuliert hat", sagte Palazzi, der ebenfalls offiziell Berufung eingelegt hatte.

Moggis Rechtsanwälte fordern Freispruch

Die Rechtsanwälte des zurückgetretenen Turiner Sportdirektors Luciano Moggi drängten auf den Freispruch ihres Mandaten, der zu einer fünfjährigen Berufssperre im italienischen Fußball verurteilt worden war.

Moggi sei von den Medien verteufelt worden, es stimme nicht, dass er der Drahtzieher des Manipulationsskandals sei.

Acht Tage nach dem ersten Urteilsspruch in der beispiellosen Manipulations-Affäre ist damit der Kampf der vier betroffenen Klubs gegen die drakonischen Strafen voll entbrannt.

Auch Milan legt Einspruch ein

Juventus, Lazio Rom und der AC Florenz würden den ersten Urteilen zufolge in die zweite Liga zwangsversetzt und müssten außerdem mit Minuspunkten in die kommende Saison starten.

Der AC Mailand dürfte zwar weiter in der Serie A, aber nicht in der Champions League spielen und muss ebenfalls vor Beginn der neuen Spielzeit einen Punktabzug hinnehmen. Auch Milan legte gegen das Urteil Einspruch ein.

Schon am Dienstag sollen die Urteile endgültig feststehen, da am 25. Juli die Frist der Europäischen Fußball-Union (Uefa) für die Einreichung der Starterliste für die internationalen Wettbewerbe abläuft.

Verwaltungsgericht letzte Instanz

Diese Zeitvorgabe bestätigte Richter Piero Sandulli am Samstag erneut. Sollte bis Dienstag kein Urteil gefallen sein, wird die Liste für die Uefa nach den Ergebnissen der erstinstanzlichen Entscheidung zusammengestellt.

Wenn das Sportgericht sein Urteil aus erster Instanz bestätigt, bleibt den Klubs als letzte Möglichkeit noch der Gang vor das Verwaltungsgericht. Für diesen Fall gilt eine Verschiebung des für den 27. August geplanten Saisonstarts um mehrere Wochen als sicher.



22.07.2006, 15:24 Uhr

Quelle:AOL

20.07.2006 um 01:05 Uhr

Klinsi

Die deutsche Nationalmannschaft bestritt unter Jürgen Klinsmann 34 Länderspiele
Die deutsche Nationalmannschaft bestritt unter Jürgen Klinsmann 34 Länderspiele (Foto: getty)
"Wenn man mich anruft, helfe ich"
München - Eine Woche liegt der Rücktritt von Jürgen Klinsmann mittlerweile zurück.

Seither wurde reichlich über den "Reformator" des deutschen Fußballs diskutiert, vor allem ein mögliches Engagement in den USA als Nachfolger von Coach Bruce Arena war Gegenstand der Spekulationen.

Fernab dessen besuchte Klinsmann unmittelbar nach der WM Freunde in Italien und verbrachte Zeit mit seinen beiden Kindern.

Zeit, in der ihm scheinbar klar wurde, mit seinem Abgang die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

"Spüre, wie mich meine Kinder brauchen"

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung erklärte der Schwabe: "Ich bereue nichts. Gerade jetzt spüre ich, wie mich meine Kleinen brauchen."

Den Gerüchten um seine Ambitionen für das US-Traineramt nächstes Jahr tritt der Weltmeister von 1990 verhalten energisch entgegen. Klinsmann betonte lediglich "im nächsten halben Jahr kein Amt anzunehmen."

Vielmehr wolle er während seiner Pause Gespräche mit anderen Trainern führen und sich weiter fortbilden.

Tipps für die Bundesliga

Bereits jetzt fällt auf: Ganz zurückziehen aus dem Geschehen in Deutschland kann sich "Klinsi" nicht.

Zu frisch sind die Erinnerungen an die Weltmeisterschaft. Zwar könne man die riesige Euphorie zwar nicht ewig halten, das Wissen des Trainerstabes aber könne sich die Liga zunutze machen.

"US-Fitmacher Mark Verstegen könnte einen Workshop für die Bundesliga veranstalten. Oder man kann die visuellen Möglichkeiten stärker einsetzen. In der Basketball-Liga NBA erhält jeder Profi eine Stunde nach dem Spiel eine DVD mit seinen Szenen zur persönlichen Auswertung", empfahl er den Vereinen der höchsten deutschen Spielklasse.

Bundesverdienstkreuz per Post?

Gleichzeitig müht sich Klinsmann aber, den Scheinwerfer von sich auf Neu-Bundestrainer Joachim Löw zu richten.

"Wenn mich jemand anruft, helfe ich gerne. Aber für den Kontakt zwischen Liga und Nationalelf ist allein Jogi Löw zuständig", kommentierte der 41-Jährige seine zukünftige Rolle im deutschen Fußball.

Sein Bundesverdienstkreuz, das er am 14. August erhalten soll, will Klinsmann nicht vor Ort entgegen nehmen.

"Ich fühle mich geehrt. Aber ich werde es nicht persönlich entgegennehmen. Ich brauche noch etwas Abstand. Und dieser Termin liegt zwei Tage vor dem ersten Länderspiel nach der WM - da sollen andere im Mittelpunkt stehen."

Jan Wilke

20.07.2006 um 01:03 Uhr

Verdienstkreuz: Klinsi kommt nicht

Rücktritt: Jürgen Klinsmann steht voll hinter seiner Entscheidung.
Rücktritt: Jürgen Klinsmann steht voll hinter seiner Entscheidung. (Foto: dpa)
Erstes Interview nach Rücktritt als Bundestrainer

Hamburg - Bundespräsident Horst Köhler muss am 14. August beim Empfang der deutsche Fußball-Nationalmannschaft in seinem Amtssitz Schloss Bellevue auf die vermeintliche Hauptperson verzichten. Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann will nicht nach Berlin kommen, um sich vom deutschen Staatsoberhaupt mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen zu lassen.

 

In seinem ersten Interview nach der Fußball-WM sagte Klinsmann der "Bild"-Zeitung: "Ich fühle mich geehrt. Aber ich werde es nicht persönlich entgegen nehmen. Ich brauche noch etwas Abstand." Zwei Tage vor dem ersten Länderspiel nach der Weltmeisterschaft "sollen andere im Mittelpunkt stehen", betonte Klinsmann.

"Meine Kleinen brauchen mich"

Der ehemalige Nationalstürmer steht weiter voll hinter seiner Entscheidung, den Job als Bundestrainer an den Nagel zu hängen. "Ich bereue nichts. Gerade jetzt spüre ich, wie mich meine Kleinen brauchen", sagte Klinsi in der "Bild". Klinsmann, Ehefrau Debbie und seine beiden Kinder Jonathan (9) und Leila (4) hatten nach der WM fünf Tage bei Freunden in Mailand entspannt. "Ich habe viel Zeit mit ihnen verbracht". Mit seinem Sohn habe er Fußball gespielt, mit seinem Töchterchen Bilder gemalt "wie ein normaler Vater".

Mindestens ein halbes Jahr Pause

Klinsmann machte erneut deutlich, dass er mindestens ein halbes Jahr aussetzen wolle. Zeitlich würde dies gut zu den aktuellen Spekulationen passen, denn der Nationaltrainer der USA, Bruce Arena, will am Ende des Jahres zurücktreten. Im "Kicker" ließ Verbandschef Gulati verlauten, der Verband habe bereits bei Klinsmann angefragt. Doch der Weltmeister von 1990 sagte dazu: "Ich brauche Zeit". Er benötige "mindestens" ein halbes Jahr, um die WM zu verarbeiten und auszuwerten.

Schwung in die Liga mitnehmen

Mit Blick auf die neue Bundesliga-Saison wünschte sich Klinsmann, "dass die Spieler den Schwung der WM mitnehmen. Natürlich ist nicht alles auf die Liga übertragbar. Die WM war eine psychologische Ausnahmesituation. Wir haben den Jungs besonders vor den K.o.-Spielen gesagt: Das ist euer Moment, greift ihn euch. Das kann ein Bundesliga-Trainer nicht jede Woche seiner Mannschaft erzählen." Der 41-Jährige hält aber einen Bundesliga-Workshop mit Fitnesstrainer Mark Verstegen für durchaus sinnvoll.

Beobachter aus der Entfernung

Dass Klinsmann auch in seiner Wahlheimat Kalifornien das Fußballgeschehen in Deutschland verfolgt ist sicher. Zwei Spiel pro Woche kann er dort im Fernsehen anschauen. Am 16. August bestreitet die Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw ein Länderspiel gegen Schweden in Gelsenkirchen. Das Unternehmen EM-Qualifikation startet am 2. September in Stuttgart gegen Irland.

Quelle:AOL

20.07.2006 um 01:00 Uhr

Brasilien

Parreira (l.) und sein Superstar Ronaldinho enttäuschten mit Brasilien bei der WM
Parreira (l.) und sein Superstar Ronaldinho enttäuschten mit Brasilien bei der WM (Foto: getty)
Brasiliens Coach Parreira tritt zurück
München - Der brasilianische Fußball-Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat nach dem Viertelfinal-Aus seines Teams bei der Weltmeisterschaft wie erwartet seinen Rücktritt erklärt.

"Nach einem Treffen mit Verbandspräsident Ricardo Teixeira am Mittwoch wird Parreira das Team nicht weiter betreuen", heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite des brasilianischen Fußball-Verbandes CBF.

Die Entscheidung sei gemeinsam getroffen worden, teilte der Verband weiter mit.

Aus im Viertelfinale gegen Frankreich

Parreira hatte den fünfmaligen Weltmeister 1994 in den USA zu seinem vierten Titel geführt und die Selecao zu Beginn des Jahres erneut 2003 übernommen.

Im WM-Viertelfinale 2006 unterlag Brasilien dem späteren Vize-Weltmeister Frankreich mit 0:1.

Quelle:AOL

17.07.2006 um 21:52 Uhr

Lehmann bis zur EM die Nummer eins

Steht im DFB-Team weiter zwischen den Pfosten: Jens Lehmann.
Steht im DFB-Team weiter zwischen den Pfosten: Jens Lehmann. (Foto: Getty)
Nationaltorhüter freut sich auf die Ära Löw

Frankfurt/London - Torwart Jens Lehmann bleibt bis zur Europameisterschaft 2008 die uneingeschränkte Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Joachim Löw hat dem 36 Jahre alten Keeper von Arsenal London bis zur EM in Österreich und der Schweiz seine volle Unterstützung zugesagt und gleichzeitig die vor der WM zwei Jahre lang praktizierte Torwart-Rotation abgeschafft.

"Jens Lehmann wird weiterhin unsere Nummer eins sein. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich künftig in den Länderspielen keine Torwart-Rotation mehr plane", sagte Löw nach einem längeren Telefonat mit Lehmann am Wochenende.

Großes Lob an Löw

"Jens wird in den bevorstehenden EM-Qualifikationsspielen dank seiner Erfahrung und Klasse mit Sicherheit ein wertvoller Rückhalt für unsere Mannschaft sein", so der Badener weiter.

Der frühere Schalker und Dortmunder Bundesliga-Torhüter will "das Vertrauen, das mir Joachim Löw entgegen bringt, mit guten Leistungen rechtfertigen. Er hatte durch seine exzellente Arbeit und sein taktisches Fachwissen großen Anteil an unserem WM-Erfolg. Jetzt freue ich mich natürlich auf die neue Etappe in der Nationalmannschaft mit ihm als Bundestrainer."

"EM-Qualifikation wird kein Selbstläufer"

Nach der Euphorie um die DFB-Auswahl während der WM sei allen Spielern bewusst, "dass die EM-Qualifikation kein Selbstläufer wird", so Lehmann: "Deshalb ist es unser großes Ziel, in der neuen Länderspiel-Saison von Anfang an genauso konzentriert und stark zu spielen wie bei der WM."

Der 38-malige Nationalspieler hatte kurz vor der WM Oliver Kahn, der nach dem Turnier seinen Rücktritt erklärt hatte, als Nummer eins abgelöst. Bei der Weltmeisterschaft hatte der 36-Jährige durch starke Leistungen, insbesondere als Elfmeter-Held im Viertelfinale gegen Argentinien, die Entscheidung von Jürgen Klinsmann gerechtfertigt.

Konkurrenz: Arsenal an Buffon interessiert

Bei Arsenal London besitzt der deutsche Torwart noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2007. Lehmann wollte danach auch eine Rückkehr in die Bundesliga nicht ausschließen. Möglicherweise droht ihm aber in dieser Saison bei den "Gunners" ein harter Konkurrenzkampf. Nach Informationen italienischer Medien soll Arsenal Interesse an Italiens Weltmeister Gianluigi Buffon von Juventus Turin bekunden.

Quelle:AOL

16.07.2006 um 19:58 Uhr

Super Spiel ! ! !

http://paginas.terra.com.br/arte/mariomoreno/zidane/

16.07.2006 um 16:37 Uhr

Zidane y va marquer / La danse du coup de Boule

http://www.youtube.com/watch?v=pdMyTDkC55w&mode=related&search=la%20danse%20du%20coup%20de%20boule

Zidane y va marquer (Zidane wird treffen)

 

http://www.youtube.com/watch?v=cOAUX0hP6Ck&mode=related&search=la%20danse%20du%20coup%20de%20boule

Coup de Boule (Kopfstoß)

zidane il a frappé, Zidane il a tapé
Coup de boule...
lalala mein neues Lieblingslied:-)

16.07.2006 um 16:17 Uhr

Ein paar nette Links für euch :-)

http://youtube.com/watch?v=lyp5we2ySDo&search=cranberries%20zombie

Cranberries-Zombie (ich liebe den Song)

 

Was wirklich gesagt wurde (Fall Zizou):

http://www.youtube.com/watch?v=csaUUtpoC_E&mode=related&search

 

Matrix Materazzi (da sieht man mal, wie "fair" er spielt):-)

http://www.youtube.com/watch?v=rKGcUr0S-FU

haha

PS:Und noch ein Materaciste-Umhauspiel:

http://www.zappa.cc/zidane/

16.07.2006 um 15:42 Uhr

Betrug bei der 2. WM !!!

Die 2. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 27. Mai bis zum 10. Juni 1934 in Italien ausgetragen.

Es war die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die auf europäischem Boden ausgetragen wurde. Das Turnier erhielt jedoch durch den fußballbegeisterten italienischen Diktator Benito Mussolini einen faden Beigeschmack, da er zum einen die WM zu propagandistischen Zwecken missbrauchte und zum anderen direkt auf die Spiele Einfluss nahm, indem er Schiedsrichter (z. B. René Mercet, Ivan Eklind) bestach beziehungsweise unter Druck setzte. Raimundo Orsi schrieb 1978: „... Wir hatten panische Angst, bei einer Niederlage auf Befehl Mussolinis hingerichtet zu werden. Nicht auszudenken, wenn Eklind nicht auf unserer Seite gewesen wäre.“

Italien gewann seinen ersten Weltmeistertitel. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wurde Dritter, Österreich Vierter. Die Schweiz erreichte das Viertelfinale.

Quelle:Wikipedia

15.07.2006 um 13:26 Uhr

Wehe Klinsi

Bruce Arena führte die US-Auswahl in acht Jahren zu 71 Siegen.
Bruce Arena führte die US-Auswahl in acht Jahren zu 71 Siegen. (Foto: Getty Images)
US-Verband schafft Platz für Klinsi
"Sehr interessanter Trainer" - Trennung von Coach Arena
München - Jürgen Klinsmann ist Topkandidat auf den Posten des Nationaltrainers in seiner Wahlheimat USA. US-Verbandschef Sunil Gulati nahm den Schwaben, der vor zwei Tagen seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärte, als Nachfolger des nach achtjähriger Zusammenarbeit entlassenen Bruce Arena ins Visier.
"Ich werde sicher mit Jürgen sprechen. Er ist ein sehr interessanter Trainer, er lebt in Amerika und hat seinen Wunsch geäußert hier auch zu bleiben. Eine Menge Menschen glauben, dass er genau der richtige Kandidat wäre", erklärte Verbands-Präsident Sunil Gulati.

E-Mail-Kontakt während der WM

Nur wenige Stunden zuvor hatte Gulati die Trennung von Coach Arena verkündet. Der Verbandschef und Klinsmann, der die deutsche Mannschaft bei der WM im eigenen Land auf Rang drei geführt hatte, hatten während der WM E-Mail-Kontakt, dabei habe man laut Gulati aber nie über ein mögliches Engagement als US-Coach gesprochen.

"Jürgen erfüllt all unsere Kriterien"

"Ich denke Jürgen erfüllt all unsere Kriterien. Er kennt sich in der amerikanischen Fußball-Szene besser aus, als jemand, der hier nicht so viel Zeit verbracht hat. Und er ist jemand, der lernwillig ist", sagte Gulati. Die Suche nach einem neuen Trainer werde auf jeden Fall weltweit laufen. Klinsmann hatte während der WM ein angebliches Interesse des US-Verbandes strikt zurückgewiesen und erklärt, das interessiere ihn in "keinster Weise".

Spekulationen um neues Engagement "normal"

Enstprechende Spekulationen hatte er als "normal, bei einer Mannschaft, die aus dem Turnier ausgeschieden ist" bezeichnet. Bei seiner letzten Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch, als er das Zepter des Bundestrainers an seinen bisherigen Assistenten Joachim Löw übergab, hatte Klinsmann betont, dass er erstmal ein halbes Jahr Pause machen und die vergangenen zwei Jahre als DFB-Chefcoach analysieren wolle. Er sei nach dieser Zeit "ausgebrannt", sagte der Weltmeister von 1990.

Die Trennung von Arena hatte Verbandschef Gulati nach einem vierstündigen Gespräch mit Arena auf dem Flughafen La Guardia in New York, das bereits am Donnerstag stattfand, bekanntgegeben. "Ich bin zu der Entscheidung gekommen, den Vertrag mit Bruce Arena nicht zu verlängern. Ich möchte Bruce für sein Engagement danken, er hat dem US-Fußball mit seinen Erfolgen großes Ansehen verliehen", erklärte Gulati.

Arena bei Red Bull Metro Stars im Gespräch

Der 54-jährige Arena gilt als ein Kandidat für den Trainer-Posten des US-Profiklubs Red Bull Metro Stars New York des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz. "Ich bin stolz darauf, wie weit der US-Fußball in den vergangenen Jahren gekommen ist, und ich bin optimistisch für die Zukunft. Ich werde mir jetzt eine Auszeit nehmen und über meine Zukunft nachdenken", hieß es in einem Statement von Arena.

Bei der WM in Deutschland scheiterte das US-Team in Vorrunde, 2002 hatte man unter Arena noch das Viertelfinale in Japan und Südkorea erreicht.

Quelle:AOL

15.07.2006 um 13:22 Uhr

Jogi Löw

Joachim Löw kennt die Nationalspieler durch seine Tätigkeit als Klinsmanns Co-Trainer sehr gut.
Joachim Löw kennt die Nationalspieler durch seine Tätigkeit als Klinsmanns Co-Trainer sehr gut. (Foto: imago)
Zwischen Argwohn und Unterstützung
Wie geht es weiter mit dem neuen Bundestrainer Löw?
München - Nach seiner Beförderung zum Bundestrainer hat sich Joachim Löw erst einmal eine Auszeit genommen. Der 46-Jährige will im Urlaub ein paar Tage ausspannen, ehe er ab August mit voller Energie die neue Aufgabe als Nachfolger von Jürgen Klinsmann angehen wird. Was wird der Neue für Schwerpunkte setzen? beantwortet die wichtigsten Fragen.
Welches Standing hat Löw in der Liga?

"Jogi Löw wird mit Sicherheit den Rückhalt der Liga haben", hat DFL-Boss Werner Hackmann im Gespräch mit Sport1.de erklärt. Ähnlich äußerten sich die meisten Verantwortlichen. "Ich drücke Jogi die Daumen, habe ein gutes Verhältnis zu ihm", sagte etwa Bayern Münchens Meistercoach Felix Magath.

Abzuwarten bleibt aber, ob das so bleibt. So werden die meisten Klubs auch weiter allergisch gegen Kritik an ihrer teilweise antiquierten Arbeitsweise sein, mag sie sich bei der WM als noch so richtig erwiesen haben. "Wir werden ganz genau beobachten, wie es weiterläuft", deutete Werder-Trainer Thomas Schaaf ein gewisses Misstrauen gegenüber dem in Stuttgart und Karlsruhe entlassenen Löw an. Und einige werden sicherlich auch die Ansicht von Ex-Nationalspieler Mario Basler teilen: "Löw fehlt die Ausstrahlung. Er ist der optimale zweite Mann, hat als Cheftrainer selbst noch nichts erreicht."


Welches Standing hat Löw bei den Nationalspielern?

Von den Spielern gab es bisher nur Zustimmung. "Die Spieler stehen zu 100 Prozent hinter ihm", sagte Jens Nowotny der "Welt". "Das einzig Positive ist, dass Löw jetzt Bundestrainer ist. Er vertritt die Ideen von Klinsmann", erklärte auch Per Mertesacker. "Eine sehr gute Lösung", meinte Arne Friedrich. Und Philipp Lahm ergänzte: "Es ist gut, dass der neue Bundestrainer den bisherigen Weg fortsetzt."

Allerdings muss man abwarten, wie sich Löws neue Rolle als Nummer eins auf die gegenseitige Wertschätzung auswirkt. Besonders dann, wenn er die ersten unangenehmen Entscheidungen treffen muss.


Wird sich die Mannschaft verändern?

Ein großer Umbruch ist aufgrund der erfolgreichen WM und den zumeist jungen Spielern auch unter Löws Führung unwahrscheinlich. Vermutlich werden auch Jens Lehmann und Bernd Schneider weitermachen, die ihre Zukunft im DFB-Team von der Trainerfrage abhängig gemacht haben.

Da Löw alle von Klinsmanns Maßnahmen mitgetragen hat, wird es zudem kaum ein Comeback von Christian Wörns oder Dietmar Hamann geben. Vielmehr wird der Generationswechsel weiter voran getrieben. So hat Löw bereits erklärt, dass Spieler wie Kießling, Trochowski oder Polanski gute Chancen auf eine Berufung haben.


Wer wird Co-Trainer?

Die Lösung der einzig offene Personalie im Betreuerstab, der ansonsten komplett zusammen bleiben soll, wird wohl noch auf sich warten lassen. Löw hatte bei seinen früheren Trainerstationen nie einen festen Assistenten. Gut möglich scheint die Variante mit einem erfolgreichen Ex-Nationalspieler, der dann auch für mehr Rückhalt in der Liga sorgen könnte.

Dafür kämen etwa Guido Buchwald, der allerdings noch in Japan unter Vertrag steht, Jürgen Kohler oder auch Fredi Bobic in Frage. Der Europameister von 1996, mit dem Löw in Stuttgart erfolgreich zusammenarbeitete, hat aber keinen Trainerschein.


Wie geht es weiter?

Sein Debüt als Bundestrainer feiert Löw bereits am 16. August in Gelsenkirchen gegen Schweden. Rund drei Wochen später, am 6. September, steht dann das erste Qualifikationsspiel zur EM 2008 in Stuttgart gegen Irland auf dem Programm. Spätestens dann wird Löw im harten Alltag angekommen sein, in dem er die bei der WM geweckten hohen Erwartungen an die Nationalelf nur schwer wird erfüllen können.

"Die kommenden Spiele werden mit den WM-Spielen verglichen. Aber es wird auch schwächere Spiele und dann wieder Kritik geben", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß dem "Tagesspiegel". "Klinsmanns Nachfolger tritt ein schweres Amt an."

Doch bange machen gilt nicht, im Gegenteil. Löw hat sich eine hohe Messlatte gesetzt, an der man ihn spätestens in zwei Jahren messen kann: "Wir wollen Europameister werden."

Martin Volkmar

15.07.2006 um 13:21 Uhr

Na endlich!

Urteil im italienischen Fußball-Skandal: Juventus Turin geht mit 30 Minuspunkten in die Zweitliga-Saison.
Urteil im italienischen Fußball-Skandal: Juventus Turin geht mit 30 Minuspunkten in die Zweitliga-Saison. (Foto: imago)
Zwangsabstieg für Juventus Turin
Fußball-Skandal: Auch Florenz und Lazio in die Serie B

Rom - Drakonische Strafen für Juventus Turin, AC Florenz und Lazio Rom, Gnade und Titel für den AC Mailand: Fünf Tage nach dem WM-Triumph der Squadra Azzurra folgte zumindest für drei der vier in den italienischen Manipulationsskandal verwickelten Klubs das böse Erwachen.

Meistertitel der Jahre 2005 und 2006 futsch

Rekordtitelträger Juventus Turin, Lazio Rom und der AC Florenz wurden zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt. Juve wurden zudem die Meistertitel der Jahre 2005 und 2006 aberkannt.

Inter Mailand neuer italienischer Meister


Der ebenfalls maßgeblich in die Affäre verstrickte Ex-Meister AC Mailand bleibt hingegen von einem Zwangsabstieg verschont. Dem ursprünglich zweitplatzierten Klub von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wurden für die vergangene Saison aber rückwirkend 44 Punkte abgezogen, sodass die Mailänder nicht in der Champions League spielen dürfen.

Zudem geht Milan mit 15 Minuspunkten in die bevorstehende Serie-A-Spielzeit. Ironie: Dem Klub wird nachträglich allerdings der Titel 2005 (damals Vizemeister hinter Juve) zugesprochen, Meister 2006 ist Pokalsieger Inter Mailand, der die vergangene Saison als Dritter hinter Juventus und Milan abgeschlossen hatte.

30 Minuspunkte für Juve

Rekordtitelträger Juventus muss die kommende Saison mit einem Abzug von 30 Punkten absolvieren, Ex-Meister Lazio bekam sieben Minuspunkte aufgebrummt, und Florenz startet mit einer Belastung von zwölf Minuspunkten. Die von Sportrichter Cesare Ruperto ausgesprochenen Urteile wegen Manipulationen von Meisterschaftsspielen fielen damit aber immer noch milder aus als von Staatsanwalt Stefano Palazzi gefordert. Der hatte unter anderem für Juventus einen Zwangsabstieg in die Serie C sowie für den AC Mailand den Gang in die Serie B vorgesehen.

Freispruch für fünf Schiedsrichter

Darüberhinaus wurden zahlreiche Funktionäre von Juventus, Lazio und Florenz mit Berufsverboten zwischen einem und viereinhalb Jahren belegt. Der zurückgetretene Verbandspräsident Franco Carraro erhielt eine Sperre von vier Jahren und sechs Monaten. Von den acht Schiedsrichtern, gegen die im Zuge der Affäre Ermittlungen liefen, wurden fünf freigesprochen.

Juve-Präsident kündigt Einspruch an


Der für die WM urspünglich vorgesehene Massimo De Santis wurde hingegen mit einer Sperre von vier Jahren und fünf Monaten belegt. Juve-Präsident Giovanni Cobolli kündigte noch am Freitagabend an, gegen das Urteil Einspruch einlegen zu wollen.

Auch die anderen Klubs haben in der kommenden Woche noch die Möglichkeit zur Berufung. Dieser Prozess sollte schnell abgewickelt werden, denn bis zum 25. Juli muss der Europäischen Fußball-Union (Uefa) die endgültige Liste aller Starter in den internationalen Wettbewerben vorliegen. Nach derzeitigem Stand würden damit Inter Mailand, AS Rom, Chievo Verona und US Palermo für Italien in der Champions League starten.

"Übertriebene Härte"

"Ich hatte mir ein ausgewogenes Urteil erhofft, doch ich bin enttäuscht worden", sagte Juve-Aufsichtsratschef Jean-Claude Blanc. "Das Urteil zeigt eindeutig, dass die Richter den Verein mit übertriebener Härte treffen. Wir verstehen nicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Urteilen. Die Manipulationsfälle der bestraften Klubs sind absolut vergleichbar." Lazio-Präsident Claudio Lotito sagte: "Dieses Strafmaß haben wir nicht erwartet. Wir werden das Urteil auf allen Ebenen anfechten, auch am Europäischen Gerichtshof."

13 Weltmeister sind betroffen

Schon vor der offiziellen Urteilsverkündung waren am Freitagmorgen Details über das Strafmaß bekannt geworden, als die Tageszeitung "Gazzetta dello Sport" bereits über die später verhängten Strafen berichtet hatte. Für die vier Klubs, die allesamt an Manipulationen von Meisterschaftsspielen in den vergangenen beiden Spielzeiten beteiligt gewesen sein sollen, hat zumindest das lange Warten ein Ende. Nun können die Planungen vorangetrieben werden. 13 von 23 Fußball-Weltmeistern stehen bei den vier Skandalklubs unter Vertrag.

Die Liste der betroffenen Profis liest sich wie ein Who's Who des europäischen Spitzenfußballs: Die Franzosen Lilian Thuram, Patrick Vieira, David Trezeguet sowie unter anderem die Weltmeister Fabio Cannavaro, Gianluigi Buffon, Gianluca Zambrotta, Mauro Camoranesi und Luca Toni werden sich nun wohl neue Klubs suchen. Wohl nur der alternde Mittelfeldstar Alessandro Del Piero wird Juve in die Niederungen des italienischen Fußballs begleiten.

Erfolg für Berlusconi

Dass der AC Mailand von einem Zwangsabstieg verschont blieb, soll mit der wenig wasserdichten Beweislage zusammenhängen. Der Medienfeldzug von Milan-Boss Silvio Berlusconi, der in den vergangenen Wochen fast täglich die Unschuld seines Klubs beteuert und im Falle eines Zwangsabstiegs über sein Medienunternehmen Mediaset sogar eine Schadensersatzklage angedroht hatte, soll bei der Urteilsverkündung keine Rolle gespielt haben.

Neben Ex-Ministerpräsident Berlusconi hatten sich vor allem nach dem WM-Triumph zahlreiche Politiker, unter anderem Justizminister Clemente Mastella, für eine Amnestie beziehungsweise relativ harmlose Strafen eingesetzt. Der kommissarische Präsident des italienischen Fußball-Verbandes (FIGC), Guido Rossi, verlangte dagegen vehement eine konsequente Bestrafung. Gegen die Amnestie sprachen sich auch der italienische Regierungschef Romano Prodi und Sportministerin Giovanna Melandri aus.

Quelle:AOL

12.07.2006 um 22:31 Uhr

All you need is Löw...

Der alte und der neue Bundestrainer: Jürgen Klinsmann (l.) und Joachim Löw.
Der alte und der neue Bundestrainer: Jürgen Klinsmann (l.) und Joachim Löw. (Foto: AP)
Löw wird neuer Bundestrainer
Klinsmann "ausgebrannt" - Kein anderes Engagement
Frankfurt - Die Ära von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist nach nur zwei Jahren beendet - nun soll der bisherige Assistent Joachim Löw die Nationalmannschaft zum EM-Titel 2008 führen. In einer bewegenden Pressekonferenz begründete Klinsmann am Mittwoch in Frankfurt seinen Rückzug mit dem großen Wunsch, "wieder in die Normalität mit der Familie zurückzukehren". Löw versprach, den eingeschlagenen Weg mit jungen Spielern und attraktivem Fußball fortzusetzen. Dies sei die einzige Möglichkeit, sich dauerhaft an der Weltspitze zu etablieren.
Quer durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens löste der Rückzug des zuletzt umjubelten Trainers großes Bedauern aus. Die Führung des Deutschen Fußball-Bundes würdigte ebenso wie Spieler und Politiker Klinsmanns "im Grunde unvorstellbare" Leistung, wie es DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder formulierte. Der 41-Jährige habe dem Team Glaube und Zuversicht gegeben und Bewegung ins ganze Volk gebracht. Teammanager Oliver Bierhoff gab sich zuversichtlich, dass der Erfolg fortgesetzt werden kann: "Wir haben ein Gerüst aufgebaut, das auch ohne Klinsmann funktioniert und funktionieren muss."

Klinsmann kämpfte mit den Tränen

Der scheidende Bundestrainer, der immer wieder mit den Tränen kämpfen musste, sagte: "Ich habe das Gefühl, innen einfach ausgebrannt zu sein." Er habe sehr viel Kraft gelassen während der letzten zwei Jahre und fühle sich absolut nicht im Stande, diese Arbeit mit der gleichen Energie weiter zu führen. Seine Zukunft ließ der 41-Jährige offen: "Ich habe vor, mir absolut erst einmal ein halbes Jahr Urlaub zu gönnen. Ich werde in keinster Weise irgendetwas anderes annehmen."

"Für mich war Löw nie ein Assistenztrainer"

Klinsmann warb darum, seine Spielphilosophie und Spielkultur mit noch mehr Leben zu erfüllen. Der frühere Nationalspieler und Weltmeister zeigte sich überzeugt davon, dass Löw die beste Wahl für seine Nachfolge ist: "Für mich war Löw nie ein Assistenztrainer." Vielmehr habe dieser die eigentliche Arbeit vom Training bis hin zu Videoanalysen selbstständig verrichtet. Er selbst habe als Supervisor darauf geachtet, dass ein Rad ins andere greife.

Löw bekommt Vertrag bis zur EM

Löw, der einen Zweijahresvertrag bis zur Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich erhielt, gab den Gewinn der EM als klares Ziel aus und betonte: "Wir haben eine junge Mannschaft, die immer noch in der Entwicklung steckt, die bei der WM Großartiges geleistet, den attraktivsten und schönsten Fußball gespielt und viele Herzen gewonnen hat." Deutschland habe ein Ensemble hoch qualifizierter Spieler - darunter auch viele Talente, die noch an das Nationalteam herangeführt werden sollten.

Noch keine Entscheidung über neuen Assistenten

Keine Entscheidung ist nach Angaben des neuen Bundestrainers bislang über den künftigen Assistenzcoach gefällt: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch keine Lösung präsentieren", sagte Löw. Dieter Eilts werde auf jeden Fall weiterhin die U-21-Mannschaft betreuen. Auch den Trainer vom FSV Mainz, Jürgen Klopp, schloss er als Kandidaten aus.

Spieler bedauern Klinsmanns Rückzug

Mayer-Vorfelder wünschte Löw neben Erfolg im Fußball auch Standfestigkeit: "Es werden wieder Angriffe kommen", sagte der DFB-Präsident mit Blick auf die frühere Kritik etwa an neuen Trainingsmethoden. Auch die Führungsspieler Michael Ballack und Jens Lehmann äußerten sich zufrieden mit der Wahl des neuen Bundestrainers und bedauerten zugleich tief den Rückzug Klinsmanns. Dieser dankte Spielern, Funktionären und Fans mit Tränen in den Augen für "zwei fantastische Jahre". Die Weltmeisterschaft sei die schönste aller Zeiten gewesen und habe das Bild Deutschlands in der ganzen Welt verändert. (pf/AP)

12.07.2006 um 22:23 Uhr

Zinédine Zidane

Zinedine Zidane im französischen Fernsehen: "Ich kann meine Geste nicht bedauern."
Zinedine Zidane im französischen Fernsehen: "Ich kann meine Geste nicht bedauern." (Foto: Reuters)
Entschuldigung, aber kein Bedauern
Zidane äußert sich zu Ausraster im WM-Finale
London/Rom - Zinédine Zidane hat sich am Mittwoch für seinen Kopfstoß gegen den italienischen Verteidiger Marco Materazzi im WM-Finale entschuldigt. Allerdings könne er die brutale Geste "nicht bedauern", sagte der französische Spielmacher dem Sender Canal plus. Denn Materazzi habe seine Mutter und seine Schwester beleidigt. "Er sagte sehr persönliche Dinge über sie. Er wiederholte sie mehrmals mit harten Worten, das hat mich tief getroffen", erklärte Zidane.
Er hätte lieber einen Schlag ins Gesicht bekommen als das zu hören, sagte Zidane. Dennoch sei sein Kopfstoß nicht zu rechtfertigen, "und ich entschuldige mich bei allen Kindern, die das gesehen haben", sagte Zidane in dem Interview. Er bedauere jedoch nicht, was er getan habe. "Denn das würde bedeuten, Materazzi hätte das Recht gehabt, all das zu sagen." Es war die erste öffentliche Stellungnahme des ehemaligen Mannschaftskapitäns seit dem Finale am Sonntag.

Der Kopfstoß auf die Brust Materazzis brachte Zidane in der 110. Minute den Platzverweis ein, Italien gewann das Spiel schließlich im Elfmeterschießen. Die Tätlichkeit war das unrühmliche Ende von Zidanes beeindruckender Länderspielkarriere, die ihn zum WM-Titel 1998 und zur Europameisterschaft 2000 führte.

Materazzi: "Habe Mutter nicht erwähnt"

Etwa zur selben Zeit, zu der sich Zidane im Fernsehen äußerte, veröffentlichte die Zeitung "Gazzetta dello Sport" Auszüge eines Interviews mit Materazzi im Internet. "Ich habe zu ihm nichts über Rassismus, Religion oder Politik gesagt", zitierte ihn die Zeitung. "Und ich habe auch nicht über seine Mutter gesprochen. Ich habe meine Mutter mit 15 Jahren verloren und es bewegt mich immer noch, wenn ich über sie spreche." Er habe nicht gewusst, dass Zidanes Mutter während des Endspiels im Krankenhaus gelegen habe. "Ich wünsche ihr alles Gute", sagte er weiter. Zidane sei für ihn immer ein Held gewesen, den er bewundere.

Zidane macht endgültig Schluss

Zidane selbst bekräftigte in seinem Interview seinen Entschluss, die Fußballschuhe nach der WM an den Nagel zu hängen. Es gebe viele Personen, die ihn zum Weitermachen bewegen wollten, sagte der 34-Jährige. "Aber das war definitiv." (fw/AP)
 
 
Also ich finde Materazzi ist einfach nur ein mieser Lügner, der ohne Schummeleien etc. nichts zustande bringt!
Aber das Gute daran ist, dass Italien wegen etwaigen rassistischen Äußerungen disqualifiziert werden kann.
 
Abwarten.Vielleicht gibts ja noch Gerechtigkeit auf dieser Welt...
CU