WM 2006 Spielerspecial

20.07.2006 um 00:59 Uhr

Brasilien

Parreira (l.) und sein Superstar Ronaldinho enttäuschten mit Brasilien bei der WM
Parreira (l.) und sein Superstar Ronaldinho enttäuschten mit Brasilien bei der WM (Foto: getty)
Brasiliens Coach Parreira tritt zurück
München - Der brasilianische Fußball-Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira hat nach dem Viertelfinal-Aus seines Teams bei der Weltmeisterschaft wie erwartet seinen Rücktritt erklärt.

"Nach einem Treffen mit Verbandspräsident Ricardo Teixeira am Mittwoch wird Parreira das Team nicht weiter betreuen", heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite des brasilianischen Fußball-Verbandes CBF.

Die Entscheidung sei gemeinsam getroffen worden, teilte der Verband weiter mit.

Aus im Viertelfinale gegen Frankreich

Parreira hatte den fünfmaligen Weltmeister 1994 in den USA zu seinem vierten Titel geführt und die Selecao zu Beginn des Jahres erneut 2003 übernommen.

Im WM-Viertelfinale 2006 unterlag Brasilien dem späteren Vize-Weltmeister Frankreich mit 0:1.

Quelle:AOL

20.07.2006 um 00:58 Uhr

Buffon

Abstieg statt Jubel: Weltmeister Buffon will mit Juve in die zweite Liga gehen
Abstieg statt Jubel: Weltmeister Buffon will mit Juve in die zweite Liga gehen (Foto: getty)
Buffon will mit Juve in die Serie B gehen
München - Weltmeister-Torwart Gianluigi Buffon und der tschechische Fußball-Nationalspieler Pavel Nedved wollen dem italienischen Rekordmeister Juventus Turin trotz des Zwangsabstieges die Treue halten.

"Gigi bleibt bei Juventus. Er ist bereit, in der Serie B zu spielen. Der AS Rom wollte ihn ausleihen, doch Juventus hat das Angebot ausgeschlagen", erklärte Buffons Berater Silvano Martina.

Der italienische Nationalspieler Alessandro Del Piero hatte bereits zuvor versichert, weiter für Juve auflaufen zu wollen. "Del Piero hat mir erklärt, dass er und Nedved weiterhin bei uns spielen werden", sagte der Turiner Sportdirektor Alessio Secco.

Cannavaro und Emerson gehen zu Real

Fabio Cannavaro und der brasilianische Nationalspieler Emerson werden Juventus Turin jedoch in Richtung des spanischen Rekordmeisters Real Madrid verlassen.

Das teilte Real am Mittwochabend auf seiner Internetseite mit. Demnach soll Sportdirektor Pedja Mijatovic in Turin gewesen sein, um die Transfers perfekt zu machen.

20 Millionen für beide Spieler

Beide Spieler unterzeichneten einen Zweijahres-Vertrag mit Option auf eine weitere Saison und folgten damit ihrem Trainer Fabio Capello von Juve zu den Königlichen.

Laut dem spanischen Radiosender "Cadena Ser" soll Real für beide Spieler 20 Millionen Euro bezahlt haben. Wegen der Verwicklung in den Skandal um Spielmanipulationen war Turin in der vergangenen Woche zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden.

Außerdem werden dem Traditionsverein, dem auch die Meistertitel der beiden vergangenen Spielzeiten aberkannt wurden, am Ende der kommenden Saison in der zweiten Liga 30 Punkte abgezogen.

Quelle:AOL

17.07.2006 um 21:54 Uhr

Lehmann bis zur EM die Nummer eins

Steht im DFB-Team weiter zwischen den Pfosten: Jens Lehmann.
Steht im DFB-Team weiter zwischen den Pfosten: Jens Lehmann. (Foto: Getty)
Nationaltorhüter freut sich auf die Ära Löw

Frankfurt/London - Torwart Jens Lehmann bleibt bis zur Europameisterschaft 2008 die uneingeschränkte Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft. Der neue Bundestrainer Joachim Löw hat dem 36 Jahre alten Keeper von Arsenal London bis zur EM in Österreich und der Schweiz seine volle Unterstützung zugesagt und gleichzeitig die vor der WM zwei Jahre lang praktizierte Torwart-Rotation abgeschafft.

"Jens Lehmann wird weiterhin unsere Nummer eins sein. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich künftig in den Länderspielen keine Torwart-Rotation mehr plane", sagte Löw nach einem längeren Telefonat mit Lehmann am Wochenende.

Großes Lob an Löw

"Jens wird in den bevorstehenden EM-Qualifikationsspielen dank seiner Erfahrung und Klasse mit Sicherheit ein wertvoller Rückhalt für unsere Mannschaft sein", so der Badener weiter.

Der frühere Schalker und Dortmunder Bundesliga-Torhüter will "das Vertrauen, das mir Joachim Löw entgegen bringt, mit guten Leistungen rechtfertigen. Er hatte durch seine exzellente Arbeit und sein taktisches Fachwissen großen Anteil an unserem WM-Erfolg. Jetzt freue ich mich natürlich auf die neue Etappe in der Nationalmannschaft mit ihm als Bundestrainer."

"EM-Qualifikation wird kein Selbstläufer"

Nach der Euphorie um die DFB-Auswahl während der WM sei allen Spielern bewusst, "dass die EM-Qualifikation kein Selbstläufer wird", so Lehmann: "Deshalb ist es unser großes Ziel, in der neuen Länderspiel-Saison von Anfang an genauso konzentriert und stark zu spielen wie bei der WM."

Der 38-malige Nationalspieler hatte kurz vor der WM Oliver Kahn, der nach dem Turnier seinen Rücktritt erklärt hatte, als Nummer eins abgelöst. Bei der Weltmeisterschaft hatte der 36-Jährige durch starke Leistungen, insbesondere als Elfmeter-Held im Viertelfinale gegen Argentinien, die Entscheidung von Jürgen Klinsmann gerechtfertigt.

Konkurrenz: Arsenal an Buffon interessiert

Bei Arsenal London besitzt der deutsche Torwart noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2007. Lehmann wollte danach auch eine Rückkehr in die Bundesliga nicht ausschließen. Möglicherweise droht ihm aber in dieser Saison bei den "Gunners" ein harter Konkurrenzkampf. Nach Informationen italienischer Medien soll Arsenal Interesse an Italiens Weltmeister Gianluigi Buffon von Juventus Turin bekunden.

Quelle:AOL

 

Also ich finde Buffon wäre nicht so gut für Arsenal...

Aber dann ham wir ihn wenigstens nicht;-)

12.07.2006 um 22:24 Uhr

Zinédine Zidane

Zinedine Zidane im französischen Fernsehen: "Ich kann meine Geste nicht bedauern."
Zinedine Zidane im französischen Fernsehen: "Ich kann meine Geste nicht bedauern." (Foto: Reuters)
Entschuldigung, aber kein Bedauern
Zidane äußert sich zu Ausraster im WM-Finale
London/Rom - Zinédine Zidane hat sich am Mittwoch für seinen Kopfstoß gegen den italienischen Verteidiger Marco Materazzi im WM-Finale entschuldigt. Allerdings könne er die brutale Geste "nicht bedauern", sagte der französische Spielmacher dem Sender Canal plus. Denn Materazzi habe seine Mutter und seine Schwester beleidigt. "Er sagte sehr persönliche Dinge über sie. Er wiederholte sie mehrmals mit harten Worten, das hat mich tief getroffen", erklärte Zidane.
Er hätte lieber einen Schlag ins Gesicht bekommen als das zu hören, sagte Zidane. Dennoch sei sein Kopfstoß nicht zu rechtfertigen, "und ich entschuldige mich bei allen Kindern, die das gesehen haben", sagte Zidane in dem Interview. Er bedauere jedoch nicht, was er getan habe. "Denn das würde bedeuten, Materazzi hätte das Recht gehabt, all das zu sagen." Es war die erste öffentliche Stellungnahme des ehemaligen Mannschaftskapitäns seit dem Finale am Sonntag.

Der Kopfstoß auf die Brust Materazzis brachte Zidane in der 110. Minute den Platzverweis ein, Italien gewann das Spiel schließlich im Elfmeterschießen. Die Tätlichkeit war das unrühmliche Ende von Zidanes beeindruckender Länderspielkarriere, die ihn zum WM-Titel 1998 und zur Europameisterschaft 2000 führte.

Materazzi: "Habe Mutter nicht erwähnt"

Etwa zur selben Zeit, zu der sich Zidane im Fernsehen äußerte, veröffentlichte die Zeitung "Gazzetta dello Sport" Auszüge eines Interviews mit Materazzi im Internet. "Ich habe zu ihm nichts über Rassismus, Religion oder Politik gesagt", zitierte ihn die Zeitung. "Und ich habe auch nicht über seine Mutter gesprochen. Ich habe meine Mutter mit 15 Jahren verloren und es bewegt mich immer noch, wenn ich über sie spreche." Er habe nicht gewusst, dass Zidanes Mutter während des Endspiels im Krankenhaus gelegen habe. "Ich wünsche ihr alles Gute", sagte er weiter. Zidane sei für ihn immer ein Held gewesen, den er bewundere.

Zidane macht endgültig Schluss

Zidane selbst bekräftigte in seinem Interview seinen Entschluss, die Fußballschuhe nach der WM an den Nagel zu hängen. Es gebe viele Personen, die ihn zum Weitermachen bewegen wollten, sagte der 34-Jährige. "Aber das war definitiv." (fw/AP)

12.07.2006 um 11:51 Uhr

EM 2008

Wird Joachim Löw die Nachfolge von Jürgen Klinsmann antreten?
Wird Joachim Löw die Nachfolge von Jürgen Klinsmann antreten? (Foto: Imago)
Team 2008 steht - nur Trainer offen
Überblick: Wer drängt sich noch für Nationalelf auf?
Berlin - Kontinuität statt Umbruch. Im Gegensatz zu den meisten großen Turnieren der Vergangenheit wird es nach der erfolgreichen Heim-WM in Deutschland keinen personellen Umbruch bei der deutschen Nationalmannschaft geben.

Offen ist vorerst nur die Frage, wer die DFB-Auswahl ab September in die Qualifikation zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz führen wird, nachdem Jürgen Klinsmann übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag seinen Rücktritt erklärte.

Klinsmann: "Ungeheures Potenzial"

"Es wachsen Spieler heran, die ungeheures Potenzial haben, um im Weltfußball auf sich aufmerksam zu machen", glaubt der 41-Jährige. In der Tat hat das Turnier gezeigt, dass der Generationswechsel nach dem blamablen EM-Aus 2004 voll gelungen ist. Die Tatsache, dass sieben Spieler im Aufgebot noch für die U 21 hätten spielen können, macht große Hoffnungen.

Nur Kahn hat seinen Rücktritt erklärt

Dagegen ist der Kreis der "Oldies" klein. Als einziger hat bisher Oliver Kahn (37 Jahre) seinen Rücktritt erklärt. Jens Lehmann und Bernd Schneider brauchen noch Bedenkzeit. Beide wollten ihre Entscheidung von der Klinsmanns abhängig machen.

Neuville: "Fühle mich topfit"

Auch Jens Nowotny (32) und Oliver Neuville (33) fühlen sich noch gut genug für die Nationalelf. "Ich bin topfit. Warum sollte ich zurücktreten?", erklärte Neuville. Und Nowotny sagte mit Blick auf das erste Länderspiel am 16. August gegen Schweden: "Ich werde vorerst nicht zurücktreten, werde mich allerdings auch nicht aufdrängen." Aufdrängen müssen sich dagegen die potenziellen Nachrücker, denn die WM-Fahrer haben zunächst einmal einen Bonus. Ein Überblick über mögliche Veränderungen:


Tor:

Selbst Oliver Kahn hält Lehmann auch zukünftig für Deutschlands Nummer eins. "Er ist in gutem Zustand, das hat er bei der WM gezeigt. Daher sollte er weitermachen", sagte der bisherige Rivale. "Es hängt sicher auch davon ab, welcher Trainer jetzt kommt und was der Trainer plant", erklärte der Arsenal-Keeper dazu. Ansonsten wäre Timo Hildebrand in der Pole Position. Allerdings scharren die Verfolger Robert Enke, Roman Weidenfeller und Tim Wiese bereits hörbar mit den Hufen.

Abwehr:

Die Viererkette mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder und Philipp Lahm ist erstmal gesetzt. Dagegen müssen sich Marcell Jansen und vor allem Robert Huth in ihren Klubs beweisen. Hoffnungen machen dürfen sich darüber hinaus Patrick Owomoyela, Andreas Hinkel und Manuel Friedrich, die bereits zum vorläufigen WM-Kader gehörten, sowie der Bremer Christian Schulz und aus der jüngeren Garde Herthas Malik Fatih.

Mittelfeld:

Laut Co-Trainer Joachim Löw besitzen die Youngster Piotr Trochowski und Eugen Polanski gute Karten auf eine baldige Nominierung. Außerdem steht Sebastian Deisler vor einem erneuten Comeback, Fabian Ernst wird noch mal angreifen und Leverkusens Simon Rolfes ist ebenfalls im Blickpunkt. Aus dem WM-Aufgebot müssen hingegen Gerald Asamoah und Thomas Hitzlsperger ihre Nominierung bestätigen. Unantastbar sind Kapitän Michael Ballack, Torsten Frings, Bastian Schweinsteiger, Tim Borowski und im Moment auch Sebastian Kehl.

Sturm:

Miroslav Klose und Lukas Podolski, der sich jetzt beim FC Bayern durchsetzen muss, sind derzeit klar die erste Wahl. Dahinter aber müssen Mike Hanke und David Odonkor nun in ihren Vereinen ihre Form nachweisen. Allerdings hält sich die Konkurrenz im Angriff in Grenzen. Erste Kandidaten sind der Neu-Leverkusener Stefan Kießling sowie Kevin Kuranyi und Benjamin Lauth. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Klinsmann blickt in jedem Fall zuversichtlich nach vorne: "Es muss uns nicht bange sein in Deutschland. Der Entwicklungsprozess hat erst angefangen, er geht noch viel weiter."

Quelle:AOL

12.07.2006 um 11:49 Uhr

Super Klose!

Salto-Klose holt sich die Torjägerkrone.
Salto-Klose holt sich die Torjägerkrone. (Foto: AP)
Klose WM-Torschützenkönig
Zweiter Deutscher nach Gerd Müller
Berlin - Der deutsche Nationalspieler Miroslav Klose ist mit fünf Treffern Torschützenkönig der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Die Torjäger der beiden Finalisten Italien und Frankreich konnten ihn am Sonntag nicht mehr einholen.
Klose wird mit dem "Goldenen Schuh" ausgezeichnet, der seit 1982 verliehen wird und noch nie an einen Deutschen ging. Einziger deutscher Torschützenkönig in der WM-Geschichte war Gerd Müller 1970 mit zehn Treffern.

Zweiter Preisträger der DFB-Elf

Der 28-jährige Klose ist der zweite Preisträger der Mannschaft von Jürgen Klinsmann. Stürmerkollege Lukas Podolski war bereits am Freitag als bester Nachwuchsspieler ausgezeichnet worden.

Die Trefferzahl Kloses ist die niedrigste eines Torschützenkönigs seit 1962. Damals mussten sich vier Spieler, die alle vier Treffer erzielt hatten, den Titel teilen. Mit fünf Treffern wurde der Tschechoslowake Oldrich Nejedly 1934 Torschützenkönig. Bei allen anderen Weltmeisterschaften hat der erfolgreichste Stürmer öfter getroffen. (lh/AP)

12.07.2006 um 11:38 Uhr

WM 2010

Thabo Mbeki (l.) und Sepp Blatter bei der Bekanntgabe des WM-Austragungsortes 2010.
Thabo Mbeki (l.) und Sepp Blatter bei der Bekanntgabe des WM-Austragungsortes 2010. (Foto: Getty)
"WM 2010 wird in Südafrika stattfinden"
FIFA-Boss Blatter ist überzeugt von der Kap-Republik

Zürich - FIFA-Boss Joseph S. Blatter ist trotz der jüngsten Berichte über die Probleme Südafrikas bei der Vorbereitung der WM 2010 überzeugt von der Kap-Republik. "Medienberichte, wonach die WM 2010 an ein anderes Land vergeben werden könnte, entbehren jeglicher Grundlage", ließ der Präsident des Weltverbandes via Presse-Erklärung mitteilen und betonte nochmals: "Die WM 2010 wird in Südafrika stattfinden."

Vor dem WM-Endspiel in Berlin hatte es jedoch verstärkte Kritik am WM-Gastgeber 2010 gegeben. Dabei war intern bereits über die USA und Deutschland als mögliche Ersatzausrichter diskutiert worden.

Lange Mängel-Liste

Vor allem die Mängel in der Infrastrkutur, fehlende Hotels und die Sicherheit waren als Manko in Südafrika angeführt worden. Nach Abschluss der WM 2006 werde die FIFA nun ihr Hauptaugenmerk auf die Vorbereitungen für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden richten und diese gemäß ihrer Planung vorantreiben, hieß es jedoch von Seiten der FIFA.

Quelle:AOL

12.07.2006 um 11:34 Uhr

William Gallas

Das Lachen ist ihm vergangen: William Gallas ist mächtig sauer auf Materazzi
Das Lachen ist ihm vergangen: William Gallas ist mächtig sauer auf Materazzi (Foto: getty)
"Ich möchte Materazzi auf die Schnauze hauen"
München - Bezeichnete Marco Materazzi Zinedine Zidane als Terroristen, oder beleidigte er die Schwester des gebürtigen Algeriers ?

Seit Sonntag spekulieren Lippenleser wie Journalisten über die Worte, die Materazzi an "Zizou" richtete.

Klar ist nur eins: mit seinem Kopfstoß gegen den Italiener ramponierte Zidane sein eigenes Denkmal.

Nun meldet sich William Gallas zu Wort. Der französische Abwehrspieler vom FC Chelsea tritt mit überraschender Härte gegen "Provokateur" Materazzi nach.

"Wissen doch alle, wie die Italiener drauf sind"

"Ich möchte ihm auf die Schnauze hauen", poltert Gallas im englischen Boulevardblatt "Sun".

"Es gibt Spieler, die sind extrem clever. Sie sagen Sachen zu dir, die dich so wütend machen, dass du sie umbringen könntest."

Materazzis Verhalten sei bezeichnend für das Betragen italienischen Spieler: "Wir wissen doch alle, wie die Italiener drauf sind. Immer wenn sie ins Hintertreffen geraten, fangen sie an zu provozieren. Sie sind Schummler."

"Solchen Leuten am liebsten in den Hintern treten"

Der 28-Jährige wolle nicht als schlechter Verlierer auftreten, aber Italien habe nicht "mit Ehre gewonnen". Obwohl eine Tätlichkeit, wie die der französischen Fußball-Ikone nicht in Ordnung sei, äußert Gallas Verständnis für Zidane.

"Ich habe keine Ahnung, was Materazzi zu "Zizou" gesagt hat, aber es muss wirklich schlimm gewesen sein. Und wenn du gegen solche Leute spielst, möchtest du ihnen einfach nur in den Hintern treten", so Gallas weiter.

Er stellt jedoch nicht nur Materazzi an den Pranger. "Die Leute von der Fifa und die Schiedsrichter schauen immer nur auf die zweite Aktion, aber nie darauf, warum sie passiert ist."

Zidane wanderte in Deutschland auf einem schmalen Grad, und scheiterte am Ende grandios an den eigenen Nerven. Doch trotz seines Ausrasters solidarisiert sich nicht nur Gallas mit dem 34-Jährigen.

Auch Trezeguet hält zu Zidane

Auch David Trezeguet stellt sich auf Zidanes Seite. "Er kann erhobenen Hauptes abtreten. Materazzi kann das nicht. Denn auch wenn er Weltmeister geworden ist: im Leben gibt es mehr als nur Fußball."

Der Stürmer von Juventus Turin lobt den ehemaligen Denker und Lenker der Franzosen in den höchsten Tönen: "Zidane war ein außergewöhnlicher Spieler, der eine unglaubliche WM gespielt hat. Ich bin stolz und dankbar, dass er für unser Land gespielt hat und kann ihn nur beglückwünschen."

Trotz aller warmen Worte seiner Kollegen wird Zinedine Zidane sich selbst erklären müssen, warum er sich den großen Abgang selbst zerstört hat, den er sich so sehnlich gewünscht hatte.

Jan Wilke

09.07.2006 um 01:21 Uhr

Schweini the winner!

Die Klinsmänner feiern den dritten Platz als wäre es der WM-Titel.
Die Klinsmänner feiern den dritten Platz als wäre es der WM-Titel.
(Foto: AP)

3:1 - DFB-Elf krönt WM mit Platz drei
Schweinsteiger-Gala im kleinen Finale gegen Portugal
Stuttgart - Feuerwerk im Stuttgarter Stadion und ausgelassene Feiern in ganz Deutschland: Die deutsche Nationalelf hat die WM mit einem 3:1 Sieg gegen Portugal in einem packenden Spiel um den dritten Platz würdig beendet. Der überragende Bastian Schweinsteiger sorgte vor rund 52.000 Zuschauern mit zwei Toren fast im Alleingang für die Entscheidung. Oliver Kahn, der für Jens Lehmann im deutschen Tor stand und auch die Kapitänsbinde trug, erklärte nach Spielende seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft.
Das begeisterte Publikum in Stuttgart feierte Klinsmann und die Spieler, die sich nach dem Spiel mit einer stimmungsvollen Feier von der WM und ihren Fans verabschiedeten. Deutschland beendete zum dritten Mal nach 1934 und 1970 ein WM-Turnier auf dem dritten Platz. Für die Portugiesen ist Platz vier der größte Erfolg bei einer WM seit 1966.

Klinsmann fühlt sich Spielern verpflichtet

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler zeichneten die deutschen Spieler für den Gewinn des dritten Platzes aus, die Zuschauer feierten besonders Klinsmann. Dem Feuerwerk auf dem Rasen folgte ein Feuerwerk im Stuttgarter Abendhimmel.

Freude pur: Macht das Duo Klinsmann/Löw weiter?
Freude pur: Macht das Duo Klinsmann/Löw weiter?
(Foto: AP)

Klinsmann wollte sich nach Spielende nicht konkret zu seiner Zukunft als Bundestrainer äußern: "Ich fühle mich gegenüber den Spielern verpflichtet. Die Bindung ist sehr eng. Es zählt die Zukunft der Mannschaft und des deutschen Fußballs. Wir müssen deutschen, jungen Spieler Vertrauen geben und die Chancen zu spielen. Man muss sie auch pushen. Das haben wir alles gemacht. Da ist ein Grundstein gelegt worden. Es geht immer nach vorn."

Franz: "Jürgen, Du musst weitermachen!"

Kapitän Michael Ballack, der verletzungsbedingt auf der Bank saß, erklärte: "Das Spiel um den dritten Platz war ganz wichtig, der letzte Eindruck zählt. Klinsmann hat die Mannschaft super motiviert. Jetzt fällt einiges ab, wir können feiern. Die WM-Bilanz ist absolut begeisternd, weil der Erfolg der Mannschaft zählt."

OK-Chef Franz Beckenbauer erklärte, er habe Klinsmann nach dem Spiel gesagt: "Jürgen, Du musst weitermachen! Die Mannschaft wartet auf Dich. Sein Blick hat mir eine gewisse Bejahung bedeutet."

DFB-Startelf mit fünf Änderungen

Die deutsche Elf begann vor 52.000 Zuschauern auf gleich fünf Positionen gegenüber dem Italien-Spiel verändert: Für den verletzten Per Mertesacker sollte Robert Huth in die Innenverteidigung rücken, doch der England-Legionär verletzte sich beim Aufwärmen am Sprunggelenk. So kam der Noch-Leverkusener Jens Nowotny überraschend zum ersten und aller Voraussicht nach auch letzten WM-Spiel seiner Karriere.

Lahm rückte für Arne Friedrich auf die rechte Abwehrseite, auf links verteidigte Marcell Jansen. Im Mittelfeld spielte Sebastian Kehl für den angeschlagenen Michael Ballack. Edelreservist Kahn durfte sein erstes Spiel dieser WM bestreiten.

Schweinsteiger mit Doppelpack

Entblößte Freude: Bastian Schweinsteiger nach seinem zweiten Treffer.
Entblößte Freude: Bastian Schweinsteiger nach seinem zweiten Treffer. (Foto: Reuters)

In der 56. Minute legte Schweinsteiger die Grundlage für den Erfolg: Der Bayer zog von links in die Mitte, nahm aus knapp 20 Meter Maß und bezwang Ricardo mit einem satten Schuss - es war der erste WM-Treffer des 21-Jährigen. Kurz danach verzog Lahm einen herrliche Volleyabnahme nur knapp. In der 62. Minute die Vorentscheidung: Schweinsteiger zog einen Freistoß scharf nach innen, Petit lenkte ihn unerreichbar ins eigene Netz.

Als kurz danach Kahn grandios gegen Deco rettete, feierte das Stuttgarter Publikum den Keeper mit Sprechchören. In der 78. Minute schaffte Schweinsteiger fast eine Kopie seines Führungstreffers und überwand Ricardo diesmal aus mehr als 20 Metern. Kurz danach reagierte Kahn nach einem abgefälschten Freistoß noch einmal glänzend. Luis Figo, der möglicherweise sein letztes Länderspiel für die Portugiesen absolvierte, bereitete kurz vor Schluss den Ehrentreffer durch Nuno Gomes vor.

In der beifallumwogten Schlussphase verhalf Klinsmann den WM-Reservisten Mike Hanke und Thomas Hitzlsperger zu Kurzeinsätzen. Zuvor war bereits Oliver Neuville für den fleißigen Miroslav Klose gekommen, dem die Torjägerkrone dieser WM kaum noch zu nehmen sein dürfte. (joe/AP)

 

09.07.2006 um 01:18 Uhr

König Klinsi, bleib bitte!

Bierhoff (l. mit Klinsmann) ist offenbar an einer raschen Entscheidung gelegen
Bierhoff (l. mit Klinsmann) ist offenbar an einer raschen Entscheidung gelegen (Foto: getty)
Erste Gespräche nächste Woche
Berlin - Geht er oder bleibt er? Eine Entscheidung über die Zukunft Jürgen Klinsmanns könnte schon sehr bald fallen.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff will jedenfalls schon kurz nach der WM mit Klinsmann sprechen.

"Wir werden uns nächste Woche auf jeden Fall treffen und das Ganze nochmals diskutieren, wenn er eine Entscheidung getroffen hat", sagte Bierhoff am Samstagnachmittag in der "ARD-Sportschau".

Klinsmanns Vertrag endet nach der WM, über eine Fortsetzung seiner Arbeit will der 41-Jährige nach eigener Aussage in den kommenden Wochen entscheiden.

"Ich vermute, dass er weitermacht"

Franz Beckenbauer nutzte die Gelegenheit bei der Medaillen-Vergabe nach dem 3:1-Sieg über Portugal noch auf dem Rasen des Stuttgarter Stadions, Klinsmann zum Bleiben zu bewegen.

"Mach' ja weiter, hat er zu mir gesagt", so Klinsmann zu der Szene.

"Er hat nicht direkt darauf geantwortet. Aber seinem Blick war es anzumerken. Ich vermute, dass er weitermacht", sagte Beckenbauer.

Keine Interimslösung

ADSollte Klinsmann sich trotz des öffentlichen Stimmungswandels gegenüber seiner Person aus der Nationalmannschaft zurückziehen, wird der Nachfolger keine Interimslösung sein.

"Wenn Klinsmann sich gegen uns entscheidet, strebe ich an, sofort eine Lösung zu präsentieren, die dann auch bis 2008 trägt", sagte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" und dem "Hamburger Abendblatt". In diesem Jahr findet die EM in Österreich und der Schweiz statt.

Die Spieler sind entscheidend

Zwanziger betonte zudem, dass es im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes niemanden gebe, der sich gegen eine Vertragsverlängerung mit Klinsmann stellen würde.

Für Zwanziger könnte der Zuspruch der deutschen Spieler für Jürgen Klinsmann ausschlaggebend für einen Verbleib des Bundestrainers sein.

"Er hat gespürt, dass die Spieler ihn wollen, dass er sie weitergebracht hat, dass sie nicht am Ende des Weges sind. Wenn er weitermacht, wird dies das ausschlaggebende Argument sein", so Zwanziger.

"Sehr, sehr gute Chance"

Der 61-Jährige betonte im Interview mit Sport1.de, wie sehr ihm selbst an einer Verlängerung von Klinsmanns Engagement gelegen sei.

Es sei ihm ein persönliches Anliegen und er sei sehr zuversichtlich, dass Klinsmann sein O.K. gebe.

"Ich denke schon, dass wir eine sehr, sehr gute Chance haben, ihn weiterzuverpflichten. Ich werde jedenfalls alles tun, was in meiner Macht steht. Er soll und muss Bundestrainer bleiben."

Quelle:AOL

09.07.2006 um 01:16 Uhr

Ballack

Gute Bilanz:  Michael Ballack erzielte bislang 31 Tore in 70 Länderspielen
Gute Bilanz: Michael Ballack erzielte bislang 31 Tore in 70 Länderspielen (Foto: Getty)
Ballack wehrt sich gegen Kritiker
"Spielmacher oder Torjäger - beides geht nicht"
München - Michael Ballack hat lange geschwiegen. Nun gibt er Einblick in seine Gefühle nach dem bitteren Last-Minute-Aus gegen Italien. "Ich wurde aus einem Traum herausgerissen, der mich über Jahre hinweg begleitet hat", bekannte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in einem Interview mit der Münchner Zeitung "tz".

Beim "kleinen Finale" am Samstagabend gegen Portugal wird er wegen einer Sehnenentzündung im linken Knie fehlen. Die WM ist für ihn schon jetzt beendet.

"Könnte meine letzte Chance gewesen sein"

Ballack schwant, dass es seine letzte WM gewesen sein könnte. Nach dem Ausscheiden habe er auch daran gedacht, "dass das vielleicht meine letzte Chance gewesen sein könnte, Weltmeister zu werden. Beim nächsten Turnier bin ich 34. In so einem Alter hast du nie die Garantie, ob du noch dabei bist. Da muss schon alles passen."

An seiner Leistung bei dieser WM scheiden sich die Geister. Die einen wie Jürgen Klinsmann oder Jürgen Klopp loben seinen Fleiß in der Defensivarbeit, die anderen wie Günter Netzer oder Otto Rehhagel hatten mehr offensive Impulse erwartet.

"In der defensiven Rolle wertvoller"

Ballack stellt klar, "dass ich in der defensiveren Rolle als Spielgestalter einfach wertvoller und als Torschütze nicht unbedingt so notwendig war". Sein ehemaliger Trainer bei Bayern München, Felix Magath, habe ihm einmal gesagt: "Ich müsste mich entscheiden. Spielmacher oder Torjäger - beides geht nicht."

Unter den wertvollsten Spielern der WM

Es gibt Fakten, die für den ehemaligen Bayern-Profi sprechen. Er zählt zu den Akteuren, die für die Wahl zum wertvollsten Spieler des Turniers nominiert wurden. Darüber hinaus wurde er in den All-Star-Kader der Weltmeisterschaft gewählt.

Sauer auf Rehhagel

Dass seine Rolle "auch öffentlich honoriert wird, freut mich besonders. Das zeigt, dass sich der Fußball weiterentwickelt. Es steht nicht mehr länger nur der im Blickpunkt, der die Tore macht". Die Kritik von Rehhagel an seiner defensiven Rolle stößt Ballack sauer auf.

"Das ist doch wirklich die isolierte Meinung von einem Trainer, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Er hat meine Rolle im Team nicht verstanden und erst nicht unser Spielsystem durchschaut", wettert er.

Ballacks Forderung

Für den Fall, dass Jürgen Klinsmann nicht weitermachen sollte, fordert Ballack, dass "dieser Weg, den wir eingeschlagen haben, konsequent weitergegangen werden" muss. Ein eventueller Nachfolger müsse die angriffslustige Philosophie fortführen. Insofern kommen für Ballack zwei Coaches als nächste Bundestrainer nicht in Frage: "Max Merkel oder Otto Rehhagel können es nicht werden."

Michael Gerhäußer

09.07.2006 um 01:14 Uhr

Prinz Poldi

Lukas Podolski konnte bei der WM bisher drei Treffer erzielen
Lukas Podolski konnte bei der WM bisher drei Treffer erzielen (Foto: getty)
"Ich hätte lieber den anderen Pokal"
Berlin - Lukas Podolski tat das, was er am Besten kann: Kurz auftreten, glänzen und wieder verschwinden.

"Ich nehm den Ball, hau ihn rein und Ende", lautet einer seiner legendärsten Sprüche.

Am Freitag nahm Podolski stattdessen den Pokal, sagte Danke und ging.

Bester Nachwuchsspieler

Quasi im Vorbeigehen, denn der Stürmer kam gerade vom Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft für das Spiel um Platz drei am Samstag (ab 20.30 Uhr ) gegen Portugal.

Der Kurzauftritt stand im krassen Widerspruch zur Bedeutung des silbernen Balls, den der 21-Jährige mit nach Hause nehmen darf.

Denn Podolski wurde zum besten Nachwuchsspieler der WM ("Best Young Player") gewählt, vor Supertalenten wie Cristiano Ronaldo, Lionel Messi oder Wayne Rooney.

"Eine große Ehre"

"Ich freue mich riesig, das ist eine große Ehre", sagte "Poldi". "Es ist eine schöne Motivation, mich weiter zu steigern und in vier Jahren vielleicht eine noch erfolgreichere WM zu spielen. Denn lieber hätte ich den anderen Pokal mitgenommen."

Bei der erstmals vergebenen Auszeichnung für Spieler des Jahrgangs 1985 und jünger hatten rund eine Million User auf der offiziellen Fifa-Webside die meisten Stimmen für Cristiano Ronaldo, Messi und Luis Valencia (Ecuador) abgegeben.

Hinzu kamen die drei Favoriten der Technical Study Group (TSG): Podolski, Cesc Fabregas und Tranquilo Barnetta von Bayer 04 Leverkusen. Die vom früheren Beckenbauer-Assistenten Holger Osieck geleitete TSG wählte daraus den Sieger.

Auszeichnung für den besten Spieler

"Die Auszeichnung geht nicht an den besten oder talentiertesten Spieler, sondern an den, der die beste WM gespielt hat", erklärte Osieck.

Im deutschen Lager stieß die Ehrung erwartungsgemäß auf große Zustimmung. "Wir freuen uns enorm über diese Auszeichnung", sagte Jürgen Klinsmann.

"Das bestätigt seinen Weg in den letzten zwei Jahren. Was der Kerl durchgemacht hat, ist enorm. Er hat eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich", ergänzte der Bundestrainer. "Der Junge ist so etwas von vorbildlich und lernfähig. Er wird uns noch viel Freude machen."

Lob von Matthäus und Beckenbauer

Auch Lothar Matthäus, der als Patron für die Auszeichnung fungierte und den Pokal überreichte, lobte den Neu-Münchner: "Lukas ist ein außergewöhnlicher Spieler. Er hat die nötige Klasse und gehörte bei der WM zu den besten Schützen."

Franz Beckenbauer freute sich ebenfalls über die erste WM-Trophäe für einen Deutschen. "Die Wahl ist berechtigt. Messi hat zu wenig gespielt", sagte der WM-OK-Chef.

In der Tat sprachen die geringen Einsatzzeiten gegen den argentinischen Shootingstar vom FC Barcelona, auch ManU-Torjäger Rooney verpasste aufgrund seines Fußbruchs die ersten Spiele und blieb zudem torlos. So blieb als einzig ernsthafter Rivale Christiano Ronaldo, der Rang zwei belegte.

01 Kontroverse Meinung über Wahl

Bei den anwesenden Journalisten gingen die Meinungen zu dieser Entscheidung weit auseinander. Vor allem südeuropäische Pressevertreter verwiesen auf die größere fußballerische Klasse von Ronaldo im Vergleich zu Podolski.

Dagegen meinten die englischsprachigen Journalisten, der Portugiese habe wegen einiger umstrittener Aktionen gar nicht erst zur Wahl stehen dürfen. So hatte der ManU-Angreifer den Platzverweis gegen Rooney gefordert und war nach dem Halbfinale von den Franzosen als Schauspieler und Provokateur beschimpft worden.

Osieck verwies derweil auf die Maßstäbe der TSG: Technische Fähigkeiten, jugendlicher Spielstil, Kreativität und Inspiration. "Wir waren bemüht, in erster Linie sachliche Kriterien zu Grunde zu legen."

"Die Fakten sprechen eindeutig für Podolski"

So spielte Podolski 565 von 600 möglichen Minuten (Ronaldo 394 von 570 Minuten) und erzielte bei seiner ersten WM drei Tore (Ronaldo eins), zudem trafen beide Spieler jeweils im Elfmeterschießen. "Natürlich ist vieles subjektiv, zum Beispiel ob ein Dribbling nur schön oder auch effektiv ist", meinte Osieck. "Aber die Fakten sprechen eindeutig für Podolski."

Darüber hinaus habe aber auch das Verhalten auf dem Platz eine Rolle gespielt. "Die Spieler sollen auch eine Vorbildfunktion für die Jugend haben. Nicht nur als Fußballer, sondern auch als Menschen", erklärte der ehemalige Bundesliga-Trainer.

Bei aller Kritik solle man aber nicht den Stab über Ronaldo brechen, meinten Osieck und auch Matthäus. "Er hat dadurch Minuspunkte gesammelt, aber man sollte jungen Fußballern auch Fehler verzeihen", sagte der deutsche Rekord-Nationalspieler. "Diego Maradona hat ja 1986 auch die Hand Gottes zur Hilfe genommen."

Quelle:AOL

09.07.2006 um 01:12 Uhr

Was hab ich gesagt?!

Torsten Frings (l.) und Jürgen Klinsmann war die Enttäuschung nach dem Aus anzusehen.
Torsten Frings (l.) und Jürgen Klinsmann war die Enttäuschung nach dem Aus anzusehen. (Foto: Getty)
Frings klagt die FIFA an
"Wollten zeigen, dass Deutschland nicht bevorzugt wird"
München - Die Enttäuschung über die Halbfinal-Niederlage gegen Italien ist bei der deutschen Nationalmannschaft noch groß. Bei Torsten Frings ist jedoch der Ärger über seine Bestrafung durch die FIFA drei Tage nach dem Viertelfinale gegen Argentinien noch größer.

In der "Bild"-Zeitung äußerte sich der Bremer erstmals öffentlich über den Ausschluss vom Halbfinale. "Die Sperre ist und bleibt ein Witz. Ich fühle mich um meinen Lohn gebracht. Die FIFA hat meinen Traum zerstört", kommentierte Frings die Strafe.

Wofür er vom Semifinale ausgeschlossen wurde, weiß der 29-Jährige immer noch nicht. Aus seiner Sicht "wurde ich dafür gesperrt, dass ich mich gewehrt habe". Zwei Schläge und einen Tritt musste er nach eigenen Angaben vorher einstecken, ehe er den Argentinier Julio Cruz im Gesicht traf.

"Das ist Politik"

Sowohl das "Opfer" als auch Schiedsrichter Lubos Michel (Slowakei) sahen die Aktion als nicht so schlimm an. Der Argentinier gab sogar zu Protokoll, dass er nicht geschlagen wurde.

"Nur die Fifa sperrt mich plötzlich. Das ist alles Politik", so Frings' Meinung. Er erklärt: "Die FIFA wollte mit einer Sperre nur zeigen, dass Deutschland bei der WM im eigenen Land nicht bevorzugt behandelt wird. Aber dann müssen sie den Argentinier Cufre zwei Jahre sperren. Der hat Per in den Unterleib getreten. In den Unterleib!"

Um so härter traf ihn das späte Urteil: "Ich war wirklich fertig. Als ich von der Sperre erfahren habe, hatte ich sogar Tränen in den Augen."

Blatter-Entschuldigung wertlos

Auf die Entschuldigung von FIFA-Boss Sepp Blatter gibt Frings nicht viel. "Toll, dass er sich entschuldigt. Aber das hilft mir auch nicht weiter. Dann hätte er mich noch vor dem Spiel freisprechen sollen."

Blatter hatte sich selbstkritisch über die Vorgehensweise im Fall Frings geäußert. Erst drei Tage nach dem Eklat beim Spiel in Berlin entschied sich die FIFA aufgrund von Fernsehbildern zu einer Sperre.

Keine Einsicht beim Sünder

Von später Einsicht ist bei Frings trotz der weiter bestehenden Sperre auf Bewährung, die auf sechs Monate ausgesprochen wurde, nichts zu spüren.

"Das würde ich sofort wieder machen", so der 57-malige Nationalspieler, der bisher in keinem Länderspiel eine Rote Karte gesehen hat.

Auch in der Bundesliga gehört Frings zu den fairen Spielern. In 266 Einsätzen für Werder Bremen, Borussia Dortmund und den FC Bayern bekam er erst drei Gelb-Rote Karten.

Dortmunder Bank die "Hölle"

Als die "Hölle" bezeichnete Frings die 120 Halbfinal-Minuten auf der Bank des Dortmunder Stadions. "Du bist topfit, hast sechs Wochen trainiert, gepowert und wirst dann so ausgebremst - das tut weh", gab er Einblick in seine Gefühlswelt.

Dennoch zieht der Werder-Spieler ein positives Fazit der WM: "Es war ein Traum. Leider ohne Happy-End. Diese Elf war und ist perfekt. Von vorne bis hinten. Alle haben optimal gearbeitet. Vom Stürmer bis zum Zeugwart. Dieses Team muss genau so erhalten bleiben."

Titel als neue Ziele

Neue Ziele hat Frings schon vor Augen. "Jetzt werden wir halt Europameister! Wir sind mit unserem Traum noch nicht am Ende. Er hat sich jetzt nur verändert. Wer uns als Mannschaft wirklich kennt, der weiß: Wir sind nicht kleinzukriegen. Wir kommen wieder. Jetzt bieten wir den Fans erst mal einen tollen Abschluss mit Platz 3."

Den Fußball-Fans im ganzen Land spricht Frings Mut zu. "Deutschland lebt wieder Fußball, Deutschland liebt wieder Fußball. Werder wird Meister - dann ist die Fußball-Welt wieder in Ordnung."

Gerrit Nolte

05.07.2006 um 20:22 Uhr

Portugal gegen Frankreich

Luis Figo (l.) und Zinédine Zidane glänzen kurz vor dem Karriereende mit einer Leistungsexplosion bei der WM.
Luis Figo (l.) und Zinédine Zidane glänzen kurz vor dem Karriereende mit einer Leistungsexplosion bei der WM.
(Fotos: imago)

Das Duell der großen alten Männer
Zidane und Figo treffen im Halbfinale aufeinander
München - Wenn ein Kicker viel erreicht hat, jenseits der 30 ist und mit dem Karriereende liebäugelt, wird aus ihm ein "großer alter Mann des Fußballs". Das Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich in München ist auch das Duell zweier solcher großer alter Männer: Zinédine Zidane und Luis Figo. Beide wollen ihre Karriere mit dem Weltmeistertitel krönen, und bei beiden scheint der große Traum auf den letzten Metern ihrer Laufbahn wie eine Verjüngungskur zu wirken.
Beim sensationellen 1:0-Erfolg über den Topfavoriten und fünfmaligen Weltmeister Brasilien stellte Zidane Superstars wie Ronaldo, Ronaldinho und Kaka in den Schatten. Der 34-Jährige wurde selbst in den Augen Peles zum "Zauberer": Ob er einen hohen Ball mit dem Fuß herunterpflückte, als fange er mal eben einen Tennisball mit der Hand, oder mit klugen Pässen die brasilianische Verteidigung in Schwierigkeiten stürzte - der geniale Techniker schien in seinem 106. Länderspiel die Uhr zurückgedreht zu haben. Als er den Ball über Ronaldo hinweglupfte, erhielt der Altmeister Szenenapplaus von den Rängen, auch von den brasilianischen Fans.

Nie geahnte Leistungsexplosion bei WM

Nur wenige hatten "Zizou", der seine Karriere nach dem Turnier beenden will, noch einmal eine solche Leistungsexplosion zugetraut. In der vergangenen Saison schwächelte er - wie viele seiner Mitspieler - bei Real Madrid, allerdings hatten ihn auch immer wieder Verletzungen zurückgeworfen. Nach den ersten beiden enttäuschenden WM-Vorrundenspielen - dem 0:0 gegen die Schweiz und dem 1:1 gegen Südkorea - drohte Zidanes Karriere sogar mit einem neuerlichen vorzeitigen Aus der einst so ruhmreichen "Equipe Tricolore" zu enden.

"Zidane ist Zidane"

Als öffentliche Demütigung empfand Zidane seine Auswechslung kurz vor Ende des Südkorea-Spiels. Beim entscheidenden dritten Gruppenspiel - dem 2:0 über Togo - musste er wegen seiner zweiten gelben Karte pausieren, um dann beim 3:1-Achtelfinaltriumph über Spanien in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Und spätestens nach dem Gala-Auftritt gegen Brasilien lag ganz Frankreich dem 34-Jährigen zu Füßen: "Zidane ist Zidane", stellte der französische Trainer Raymond Domenech trocken fest: "Wir wissen, zu was er in der Lage ist. Er weiß, dass er aufhören wird, und er will noch einmal alles geben."

"Wie bei gutem französischen Wein"

Das ist ohne Zweifel auch bei Zidanes früherem Madrider Teamkollegen Luis Figo der Fall. Im Gegensatz zu "Zizou" hat der portugiesische Superstar noch keinen Termin für sein Karriereende benannt, allerdings bereits seinen Abschied aus dem Nationalteam angekündigt. Sein Vertrag bei Inter Mailand läuft noch ein Jahr, aber niemand zweifelt daran, dass die WM der letzte ganz große Auftritt des 33-Jährigen ist, der vor allem mit FC Barcelona und Real Madrid nahezu alles gewonnen hat, was Vereinsmannschaften gewinnen können.

Figo noch ohne Titel

Mit Portugal dagegen hat Figo in 125 Länderspielen zwar viel Lob, aber noch immer keinen Titel eingeheimst. Das will er mit aller Macht ändern - nicht nur spielerisch wie beim 1:0-Auftaktsieg gegen Angola, bei dem er das Pauleta-Tor glänzend vorbereitete und eine Halbzeit lang wie in besten Zeiten dribbelte und wirbelte -, sondern auch mit ganzem Körpereinsatz, wie er beim Skandalspiel im Achtelfinale gegen die Niederlande bewies: Zum großen Glück für den fünfmaligen Fußballer des Jahres in Portugal wurde sein Kopfstoß gegen Mark van Bommel nur mit Gelb geahndet.

"Er hat mich verblüfft"

Solche Szenen sind aber auch nicht typisch für den aus dem Arbeiterviertel Almada in Lissabon stammenden Grandseigneur des portugiesischen Fußballs, der seine große Karriere vor allem auf technischer Brillanz aufgebaut hat. Der portugiesische Nationalverteidiger Miguel nennt Figo die Offenbarung dieser Weltmeisterschaft: "Es ist wunderbar, dass er mit 33 noch immer so viel rennen und so fantastisch spielen kann. Er hat mich verblüfft."

Die ganze Fußball-Welt ist auf dieses Duell der beiden Altstars gespannt. Und selbst FIFA-Präsident Sepp Blatter fällt in den Chor der Bewunderer ein: "Ich rede nicht von Veteranen, sondern von Spielern, die noch immer besser werden - wie das auch bei gutem französischen Wein der Fall ist." (joe/AP)

04.07.2006 um 18:35 Uhr

Jetzt erst recht!!!

Jürgen Klinsmann stimmt sein Team beim Abschlusstraining in Dortmund auf das Halbfinale gegen Italien ein.
Jürgen Klinsmann stimmt sein Team beim Abschlusstraining in Dortmund auf das Halbfinale gegen Italien ein. (Foto: AP)
DFB-Elf will auch ohne Frings ins Finale
Klinsmann hält gegen Italien an Offensivtaktik fest
Dortmund - Auch ohne den gesperrten Torsten Frings will die deutsche Elf im WM-Halbfinale den dreimaligen Weltmeister Italien aus dem Weg räumen und ins Finale einziehen. "Wir sind gut drauf, wir haben Selbstvertrauen und mit den Fans eine Wand im Rücken, die uns bis zur letzten Minute unterstützen wird - egal wie es steht", sagte Kapitän Michael Ballack vor dem Klassiker. Sein Team sei heiß und wolle unbedingt ins Endspiel.
Alle 23 Kicker des WM-Kaders von Bundestrainer Jürgen Klinsmann absolvierten am Montagabend das Abschlusstraining in Dortmund, wo die deutsche Elf noch nie ein Spiel verloren hat. Das erste WM-Halbfinale wird heute um 21 Uhr in der Dortmunder WM-Arena angepfiffen, den zweiten Finalgegner spielen morgen Frankreich und Portugal aus.

Wohl Borowski für Frings

Der 29-jährige Frings bekam vom Weltfußballverband eine Sperre für ein Spiel. Die Disziplinarkommission sah es als erwiesen an, dass der Bremer Profi nach dem deutschen Viertelfinal-Sieg über Argentinien mit einem Faustschlag gegen den Spieler Julio Cruz eine Tätlichkeit begangen hat. Teammanager Oliver Bierhoff bedauerte die Entscheidung, gegen die keine Revision zulässig ist.

Frings (l.) muss pausieren, Kehl steht als Ersatz bereit.
Frings (l.) muss pausieren, Kehl steht als Ersatz bereit.
(Foto: Reuters)

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte vor dem FIFA-Urteil gesagt, er rechne nicht mit einer Sperre für Frings, sei aber vorbereitet. "Unser Plan ist immer so, dass andere sofort Gewehr bei Fuß stehen." Wahrscheinlich wird der Bremer Mittelfeldspieler Tim Borowski für Frings auflaufen. Klinsmann hatte den 26-Jährigen bislang bei allen fünf WM-Siegen Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt. Als Alternative stünde aber auch der Dortmunder Sebastian Kehl bereit.

Klinsmann: "Werden den nächsten draufsetzen"

Klinsmann sagte, er freue sich auf ein "Klasse-Derby". Der dreimalige Weltmeister Italien stelle eins der besten Teams der Welt und blicke auf eine große Tradition und Geschichte zurück. Doch sei auch seine Mannschaft gut aufgestellt und habe viel Kraft und Selbstvertrauen aus den bislang fünf WM-Siegen in Folge gezogen. Die DFB-Elf werde "den nächsten draufsetzen", versprach der 41-Jährige.

Auch gegen das eher defensiv eingestellte und kontergefährliche Team von Nationaltrainer Marcello Lippi will Klinsmann an seinem offensiv geprägten "Power-Fußball" festhalten. "Wir glauben an unsere Spielweise und versuchen, das dem Gegner aufzudrücken." Doch dürften sich keine Fehler einschleichen, warnte er.

Ballack scherzt: "Eigentlich keine Chance"

Ballack sagte, nach dem harten Viertelfinalsieg am Freitag gegen Argentinien über 120 Minuten habe der Kader wieder aufgetankt, um nun erneut "Vollgas zu geben". "Alle sind gesund, alle sind an Bord - ich auch", sagte der 29-Jährige. Er lobte, seine Elf habe bislang konstant und auf hohem Niveau gespielt.

Ballack sagte im Scherz, gegen Italien werde es viel schwerer als gegen Argentinien. Denn gegen die Italiener habe die Nationalmannschaft im Frühjahr 1:4 verloren, und die Bayern gegen AC Mailand mit demselben Ergebnis: "Wir haben also eigentlich keine Chance", sagte der Bayern-Profi, der kommende Saison bei Chelsea London spielt, mit einem Augenzwinkern.

Negative Bilanz gegen "Squadra Azzurra"

Höchstwahrscheinlich wird Borowski (l.) Frings ersetzen.
Höchstwahrscheinlich wird Borowski (l.) Frings ersetzen. (Foto: AP)
Tatsächlich ist die "Squadra Azzurra" eins von nur sechs Teams, gegen die Deutschland eine negative Bilanz aufweist. In insgesamt 28 Spielen gelangen lediglich sieben Siege. Acht Mal trennten sich die Teams Unentschieden; 13 Mal unterlag Deutschland. Auch bei großen internationalen Turnieren ist das DFB-Team gegen Italien noch sieglos. Weder in den vier bisherigen WM-Duellen noch in den zwei späteren EM-Vergleichen gelang der deutschen Elf ein Erfolg.

"Sonntagabend richtig Spaß haben"

Nationalspieler Philipp Lahm will in dem Duell gegen Italien auch das internationale Ansehen des deutschen Fußballs verbessern. Im Rückblick auf die 1:4-Niederlage seines Klubs Bayern München gegen den AC Mailand in der Champions League sagte der 22-Jährige: "Wir wollen beweisen, dass wir zu Unrecht ausgeschieden sind. Wir wollen beweisen, dass wir in der Weltspitze mitmischen können."

Klinsmann hofft, dass Stürmer Miroslav Klose ihn noch während der WM in der "ewigen" Liste der besten deutschen WM-Schützen überholt. Der 108-fache Nationalspieler Klinsmann hat elf Tore auf dem Konto, Klose liegt momentan bei zehn Treffern. "Er muss vorbeiziehen, dann haben wir gute Chancen, am Sonntagabend richtig Spaß zu haben", sagte er in Anspielung auf das Endspiel in Berlin.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Jens Lehmann (FC Arsenal London) - Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Christoph Metzelder (Borussia Dortmund), Per Mertesacker (Hannover 96), Philipp Lahm (FC Bayern München) - Bernd Schneider (Bayer 04 Leverkusen), Tim Borowski (Werder Bremen), Michael Ballack (FC Bayern München), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München) - Miroslav Klose (Werder Bremen), Lukas Podolski (1. FC Köln)

Italien: Gianluigi Buffon (Juventus Turin) - Gianluca Zambrotta (Juventus Turin), Fabio Cannavaro (Juventus Turin), Marco Materazzi (Inter Mailand), Fabio Grosso (US Palermo) - Mauro Camoranesi (Juventus Turin), Andrea Pirlo (AC Mailand), Gennaro Gattuso (AC Mailand), Simone Perrotta (AS Rom) - Franceso Totti (AS Rom), Luca Toni (AC Florenz)

Schiedsrichter: Jorge Larrionda (Uruguay)

(joe/AP)

02.07.2006 um 00:09 Uhr

Pressekonferenz

Torsten Frings rackerte gegen Argentinien unermüdlich im Mittelfeld und war einer der besten Spieler.
Torsten Frings rackerte gegen Argentinien unermüdlich im Mittelfeld und war einer der besten Spieler. (Foto: getty)
"Jetzt ist alles möglich"
Torsten Frings strotzt vor Selbstbewusstsein

Berlin - Nach seiner überragenden Vorstellung blieb Torsten Frings die absolute Krönung vorenthalten. Weil Matchwinner Jens Lehmann im Elfmeterschießen gegen Argentinien zweimal hielt und die vier ersten deutschen Schützen sicher verwandelten, musste der für den letzten Strafstoß vorgesehene Frings gar nicht mehr antreten.

"Aber ich hätte den Ball auch reingemacht", meinte der 29-Jährige nach dem 5:3-Triumph nach Elfmeterschießen selbstbewusst. Dieses Vertrauen ins eigene Können hatte er im WM-Viertelfinale auch vorher auf dem Platz demonstriert.

Bester deutscher Spieler

Über 120 Minuten war der defensive Mittelfeldspieler der beste deutsche Akteur und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Argentiniens hoch gelobte Offensive trotz Feldüberlegenheit kaum zu Torchancen kam.

Nach dem Einzug ins Halbfinale sprach Sport1.de mit dem 57-maligen Nationalspieler über die Gründe des Erfolgs und die weiteren Aussichten der DFB-Auswahl.

Sport1:
Was empfinden Sie nach diesem Sieg?

Torsten Frings:
Wir sind wirklich überglücklich, dass wir es geschafft haben, den Topfavoriten aus dem Turnier zu hauen. Es war auch verdient. Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert und diesmal wieder eine sehr gute Leistung gebracht.

Sport1:
Was war der Hauptgrund?

Frings:
Der wichtigste Grund war, dass wir 0:1 in Rückstand geraten sind. Dadurch haben wir erst zu unserem richtig guten Spiel gefunden und waren danach auch nicht mehr zu stoppen.

Sport1:
Woran lag es, dass die Abwehr auch gegen Argentiniens starke Offensive so sicher stand?

Frings:
Wir stehen unheimlich kompakt und haben wie schon im ganzen Turnier auch diesmal keine Torchancen zugelassen. Ich würde sagen, aus der angeblich schlechtesten Abwehr der WM ist die beste geworden. So wie wir im Moment spielen kann es weitergehen.

Sport1:
Wie waren Sie mit Ihrer eigenen Leistung zufrieden?

Frings:
Das sollen andere beurteilen. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Wie einzelne Spieler dabei aussehen, ist für mich persönlich völlig unwichtig.

Sport1:
Ist jetzt alles möglich?

Frings:
Ja. Wir haben ja von vornherein gesagt, dass wir Weltmeister werden wollen. Wir sind zusammengewachsen, ein eingeschworener Haufen und auch die Zuschauer peitschen uns immer nach vorne.

Sport1:
Was erwarten Sie im Halbfinale?

Frings:
Wir haben Heimvorteil und hier muss uns erstmal jemand schlagen. Jetzt spielen wir in Dortmund, da haben wir noch nie ein Länderspiel verloren und das wird auch so bleiben.

Sport1:
War das das Größte, das Sie als Fußballer bisher erlebt haben?

Frings:
Ich stand ja schon vor vier Jahren im WM-Finale. Das war das Größte und das möchte ich noch mal erleben. Und ich bin auch absolut überzeugt davon, dass wir es schaffen.

Sport1:
Haben Sie auch ein Stück weit für Jürgen Klinsmann gespielt, weil er ja vorher ein Ausscheiden im Viertelfinale als Katastrophe bezeichnet hatte?

Frings:
Nein. Wir spielen nicht für den Bundestrainer, sondern wir spielen für Deutschland. Jürgen Klinsmann hat dafür gesorgt, dass wir alle fit sind und gute Leistungen bringen. Wir stehen im Halbfinale, was uns keiner zugetraut hat. Das spricht für ihn.

Sport1:
War es die beste Leistung unter Jürgen Klinsmann?

Frings:
Wenn man Argentinien bei der WM im Viertelfinale rauswirft, muss man schon eine Topleistung bringen. Das ist uns gelungen und darüber freuen wir uns.

Sport1:
Wie ist es zu den Tumulten nach dem Spielende gekommen?

Frings:
Irgendein Spieler der Argentinier hat Per Mertesacker getreten. Wir haben versucht, das Ganze ein bisschen zu beruhigen. Denn die Argentinier haben uns eigentlich gar nicht mehr interessiert, wir wollten feiern. Die sind aber durchgedreht und haben wie wild um sich geschlagen. Ein Zeichen dafür, dass sie schlechte Verlierer waren und kein Benehmen haben. Nach den Vorfällen muss ich sagen: Es war schon verdient, dass sie rausgeflogen sind.

Quelle:AOL

02.07.2006 um 00:08 Uhr

Portugal!

Wayne Rooney flog in der 62. Minute wegen dieser Tätlichkeit gegen Ricardo Carvalho vom Platz.
Wayne Rooney flog in der 62. Minute wegen dieser Tätlichkeit gegen Ricardo Carvalho vom Platz. (Foto: AP)
England scheitert im Elfmeterschießen
Towart Ricardo Portugals Matchwinner - Rot für Rooney
Gelsenkirchen - Das war nichts für schwache Nerven! Portugal hat nach einem Elfmeter-Krimi das WM-Halbfinale erreicht. Die Mannschaft von Trainer Luiz Felipe Scolari besiegte England in Gelsenkirchen vor 52.000 Zuschauern mit 3:1 im Elfmeterschießen und brachte ihrem Coach (12 WM-Siege in Folge) einen neuen Rekord ein. Die Briten hatten schon bei der EM 2004 mit 5:6 im Elfmeterschießen gegen den späteren Vize-Europameister verloren. Nun trifft Portugal am Mittwoch auf Frankreich. Die Equipe Tricolore besiegte Brasilien 1:0 und warf den Titelverteidiger aus dem Turnier.

"Wir haben ein spannendes und gutes Spiel gesehen", sagte Scolari, der 2002 mit Brasilien Weltmeister geworden war und Portugal vor zwei Jahren ins EM-Finale geführt hatte. "Ich muss England gratulieren, das Team hat fantastisch gespielt mit zehn Mann."

Für Gegenüber Sven-Göran Eriksson ist nach sechs Jahren als englischer Coach Schluss. "Wir haben ein großartige Vorstellung geboten, aber unter dem Strich sind wir wieder ausgeschieden", sagte der Schwede. "Das ist sehr schmerzhaft für uns."

Rot für Rooney

In torlosen 120 Minuten hatten es die Portugiesen nicht verstanden, eine fast 60-minütige Überzahl nach einer Roten Karte für Wayne Rooney (62.) auszunutzen. Eine lange Serie hielt jedoch: Seit dem 1:2 im WM-Halbfinale 1966 ist Portugal bei großen Turnieren gegen die Briten ungeschlagen.

Ricardo hält drei Elfmeter

Der Elfer-Krimi im Einzelnen: Simao brachte die Portugiesen in Führung. Lampard scheiterte an Ricardo. Viana traf nur den Pfosten. Hargreaves glich zum 1:1 aus. Dann scheiterte Petit an Robinson. England hatte die Chance zur Führung, doch auch Gerrard verschoss. Die Nerven! Helder Postiga brachte die Iberer 2:1 in Führung. Dann scheiterte auch noch Jamie Carragher an Ricardo. Cristiano Ronaldo machte für Portugal den Sack zu. Was für ein Drama nach einer spannenden, aber keinesfalls hochklassigen Partie.

Mit seinen drei Paraden stellte Ricardo einen neuen Rekord auf: noch nie hatte zuvor ein Keeper in einem WM-Spiel drei Strafstöße pariert. Die bisherige Bestmarke hielten die Deutschen "Toni" Schuhmacher und Jens Lehmann, sowie der Ukrainer Alexander Shovkovskiy mit zwei.

Die letzte Chance

Die Augen waren auf David Beckham und Luis Figo gerichtet, die um ihre wahrscheinlich letzte Chance auf den WM-Titel kämpften. Figo war dabei mehr gefordert. Da neben Costinha auch Deco nach dem Skandalspiel gegen die Niederlande (1:0) gesperrt war, sollte es der 33-Jährige von Inter Mailand richten. Beide Stars hatten jedoch nicht ihren besten Tag erwischt und wurden in der regulären Spielzeit ausgewechselt.

Portugal hatte nach einem Freistoß von Figo die erste Chance. Gary Neville sprang der Ball unglücklich an den Körper, von dort landete er vor den Füßen von Tiago, der allerdings zu überrascht war (13.). Die Partie bei geschlossenem Dach war trotz drückender Luft durchaus temperamentvoll. Beide bemühten sich um Linie in ihrem Angriffsspiel, mit zunehmender Spieldauer wurde das jedoch schwieriger, weil die Abwehrreihen sich besser eingestellt hatten.

Beckham muss angeschlagen runter

Figo versuchte es in der 39. Minute mit einem Schuss vom linken Strafraumeck, verfehlte das englische Tor aber knapp. Englands Trainer Sven-Göran Eriksson reagierte als Erster. Für den angeschlagenen Beckham brachte er Aaron Lennon (52.).

Sein Team hatte die erste Chance im zweiten Durchgang. Nach einer Ecke von Neville kam Lampard freistehend zum Schuss, der Ball landete aber weit oben auf der Tribüne (52.).

Lennon dreht auf

In der 59. Minute hatte Lennon seinen ersten Auftritt. Von rechts verlud der Mittelfeldmann von den Tottenham Hotspurs drei Gegenspieler und drang in den Strafraum ein, verlor aber die Kontrolle über den Ball.

Rooney stand komplett neben sich. Vor zwei Jahren im EM-Viertelfinale, als sich die Portugiesen mit 6:5 im Elfmeterschießen durchsetzten, hatte sich der Jungstar während der regulären Spielzeit einen Mittelfußbruch zugezogen.

Rooneys Tritt in den Unterleib

Diesmal war es wieder ein schwarzer Tag: Nach einem Zweikampf mit Ricardo Carvalho trat der Stürmer dem Portugiesen in den Unterleib.

Schiedsrichter Horacio Elizondo aus Argentinien zückte Rot (62.). Den mehr als 25.000 englischen Fans stockte der Atem.

England bleibt gefährlich

Portugal ergriff die Initiative, rannte teilweise aber kopflos an. Die Briten setzten auf Härte und blieben mit Kontern gefährlich. Die Partie wurde hitziger.

Figo versuchte es mit einem Schlenzer (79.), scheiterte aber ebenso wie Hugo Viana an Robinson (82.). Auf der anderen Seite hatte Ricardo bei einem Freistoß von Lampard Probleme, den Nachschuss von Lennon hielt der Keeper jedoch sicher (83.).

Verlängerung ohne Tore

Auch in der Verlängerung fehlten den Iberern trotz minutenlangen Powerplays die zündenden Ideen. Simao scheiterte aus 15 Metern an Robinson (102.), Ronaldo verfehlte aus 20 Metern das Tor (105.).

England hielt mit Kampfgeist und hoher Laufbereitschaft dagegen und rettete sich ins Elfmeterschießen. Dann nahm das Drama seinen Lauf.

England: Robinson - Neville, A. Cole, Ferdinand, Terry - Beckham (52. Lennon, 119. Carragher), Lampard, Gerrard, Hargreaves, J. Cole (65. Crouch) - Rooney. Trainer: Sven-Göran Eriksson
Portugal: Ricardo - Miguel, Nuno Valente, Ricardo Carvalho, Fernando Meira - Maniche, Petit, Tiago (74. Hugo Viana), Luis Figo (86. Helder Postiga) - Cristiano Ronaldo, Pauleta (63. Simao Sabrosa). Trainer: Felipe Scolari
Tore im Elfmeterschießen: 0:1 Simao Sambrosa; Ricardo hält Schuss von Lampard; Hugo Viana verschießt; 1:1 Hargreaves; Petit verchießt; Ricardo hält Schuss von Gerrard; 1:2 Helder Postiga; Ricardo hält Schuss von Carragher; 1:3 Cristiano Ronaldo
Gelbe Karten: Hargreaves, Terry - Petit, Ricardo Carvalho
Rote Karte: Rooney (62., Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Horacio Elizondo (Argentinien)
Zuschauer: 52.000

Quelle:AOL

01.07.2006 um 01:03 Uhr

King Klose!

Miroslav Klose feiert seinen dritten Treffer bei der WM mit einem Salto. Jetzt hat er vier Tore auf dem Konto.
Miroslav Klose feiert seinen dritten Treffer bei der WM mit einem Salto. Jetzt hat er fünf Tore auf dem Konto. (Foto: AP)
Torschützenliste

 

Die besten WM-Torschützen Name  Land  Tore 

 

Miroslav Klose 

Deutschland 

 

Hernan Crespo 

Argentinien 

 

Lukas Podolski 

Deutschland 

 

Maximiliano Rodriguez 

Argentinien 

 

Ronaldo 

Brasilien 

 

Fernando Torres 

Spanien 

 

Adriano 

Brasilien 

 

Bartosz Bosaki 

Polen 

 

Omar Bravo 

Mexiko 

 

Tim Cahill 

Australien 

 

Agustin Delgado 

Ecuador 

 

Aruna Dindane 

Elfenbeinküste 

 

Alexander Frei 

Schweiz 

 

Steven Gerrard 

England 

 

Thierry Henry 

Frankreich 

 

Maniche 

Portugal 

 

Tomas Rosicky 

Tschechien 

 

Andriy Shevchenko 

Ukraine 

 

Carlos Tenorio 

Ecuador 

 

Patrick Vieira 

Frankreich 

 

David Villa 

Spanien 

 

Paulo Wanchope 

Costa Rica 

 

Quelle:AOL

01.07.2006 um 00:21 Uhr

Schock!

Yeah!Deutschland hat gewonnen!

Haaach ich war soooo aufgeregt!

Nach dem Tor von Argentinien dachte ich schon, wir würden verlieren...puuuuh!

Nach dem Spiel hab ich mich fast übergeben weil ich so aufgeregt war.;-)

Achja...ich kanns immernoch kaum glauben.Der Schreck sitzt noch so tief.Aber ich bin jetzt total happy!:-)

Ich hoffe, wir packen Italien auch noch und dann treten wir wahrscheinlich gegen Brasilien an.

Also:Immer schön anfeuern!

Victory for Germany!

01.07.2006 um 00:17 Uhr

Lehmann packt zweimal zu

Jens Lehmann macht sich ganz lang und hält den entscheidenden Elfmeter.
Jens Lehmann macht sich ganz lang und hält den entscheidenden Elfmeter. (Foto: Reuters)
Halbfinale! Deutsches Fußball-Märchen geht weiter

Berlin - Adios Argentina - Deutschland steht nach einem Viertelfinale, das in die WM-Geschichte eingehen wird, im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Zum Held des an Spannung nicht zu überbietenden Freitagabends in Berlin wurde Jens Lehmann.

Der Torwart von Arsenal London parierte in seinem 37. Länderspiel gleich zwei Strafstöße beim 5:3 (1:1, 1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen gegen Argentinien. "Als deutscher Torwart wird von einem erwartet, dass man im Elfmeterschießen Elfmeter hält. Die anderen vier haben aber auch toll geschossen. Das war das Viertelfinale, aber jetzt kommt die nächste große Herausforderung", sagte Held Lehmann nach der Partie.

Pekerman tritt zurück

Unmittelbar nach dem Aus trat José Pekerman zurück. "Es ist aus. Das Kapitel ist geschlossen. Ich werde bestimmt nicht weitermachen", erklärte der Coach des zweimaligen Weltmeisters. Dagegen steht Vertragsverlängerung Jürgen Klinsmanns nun wohl nichts mehr im Weg.

Im Halbfinale trifft die glückliche DFB-Auswahl, die mit dem fünften Erfolg in Folge eine neue Endrunden-Bestmarke setzte, dagegen am Dienstag in Dortmund auf den Sieger der Partie Italien gegen Ukraine. Die 72.000 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion wurden auf eine harte Probe gestellt. Auch Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler. Zu gut hatten sich beide Protagonisten aufeinander eingestellt.

Die Erlösung: Cambiasso scheitert an Lehmann.  Die DFB-Elf  ist im Halbfinale.
Die Erlösung: Cambiasso scheitert an Lehmann. Die DFB-Elf ist im Halbfinale. (Foto: Reuters)
Geduldsspiel in Berlin

Der zweimalige Weltmeister Argentinien hatte seine Formation auf zwei Positionen verändert. Trainer Jose Pekerman stellte den 1,83-m großen Fabricio Coloccini für Nicolas Burdisso (1,74 m) in seine Vierer-Abwehrkette. Ein Mittel gegen die Kopfballstärke der DFB-Elf. Zudem stürmte Carlos Tevez für Javier Saviola.

Die spannungsgeladene Neuauflage zweier WM-Finals (1986 und 1990) entwickelte sich zum ungeheuren Geduldsspiel, bei dem das Lauern auf den Fehler des anderen dominierte.

Beste Chance in Halbzeit eins

Die "Albiceleste" hielt den Ball im ersten Spielabschnitt sicher in ihren Reihen, ohne dabei wirklich Gefahr aus dem Spiel heraus zu verbreiten (54:46 Prozent Ballbesitz). Die im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Schweden unveränderte DFB-Auswahl leistete sich über den gesamten Spielverlauf viele unnötige Ballverluste und Fehlpässe. Die Anspielstationen fehlten, das Spiel ohne Ball stockte.

Dennoch hatten Klinsmanns Schützlinge in einer an Chancen armen Partie die besseren Tormöglichkeiten. Die beste vergab Kapitän Michael Ballack (16.) per Kopf nach toller Vorarbeit von Bernd Schneider.

Viele taktische Fouls

Schneider wurde ansonsten viel in der Defensive gebunden, weil die Argentinier die rechte deutsche Seite als Ziel ihrer Angriffe ausgemacht hatten, angetrieben von ihrem besten Akteur, Kapitän Juan Sorin. Viele Chancen der Südamerikaner ließ der Gastgeber aber nicht zu. Auf beiden Seiten wurde der Spielaufbau auch lange mit taktischen Fouls unterbunden. Dabei ging Gefahr von den zahlreichen Standardsituationen aus, die die "Gauchos" in der deutschen Hälfte erzwangen.

Ayala mit dem Führungstreffer

Der dritte Eckball der Argentinier führte dann beinahe folgerichtig zum Rückstand für die DFB-Elf. Juan Riquelme, der ansonsten bei Torsten Frings abgemeldet war, zirkelte den Ball hinein und fand in Roberto Ayala einen Abnehmer. Gegenspieler Miroslav Klose war im Kopfball-Duell unterlegen.

Riquelme ausgewechselt

Ein Tor, das dem Spiel gut tat. Angetrieben vom unermüdlichen Berliner Publikum, forcierte die DFB-Elf ihre Angriffsbemühungen und hätte durch Ballack (64.) zum Ausgleich kommen können. Aber er traf den Ball nach einem Schweinsteiger-Eckball nicht richtig.

Argentiniens Torwart Roberto Abbondanzieri musste nach einem Zusammenprall mit Klose verletzt vom Feld (70.). Er wurde durch Leonardo Franco ersetzt. Zwei Minuten später ging Riquelme für Esteban Cambiasso. Mit der Vorarbeit zum Tor hatte der schwache Regisseur seinen Beitrag geleistet. Ohnehin zog Javier Mascherano die Fäden beim Sieger der Gruppe C.

Klose zum Ausgleich

Deutschland drängte, Argentinien verteidigte und lauerte auf Konter. Ein Fehler von Lahm ließ Maxi Rodriguez, Kunstschütze zum 2:1 gegen Mexiko, aus (73.) zu einer guten Chance kommen. Zehn Minuten vor dem Abpfiff wurden die Angriffe der DFB-Elf belohnt, bei der David Odonkor den glücklosen Schneider (62.) und Tim Borowski Schweinsteiger ersetzte (75).

Eine Kopfball-Stafette über Borowski versenkte Klose zu seinem fünften Turnier-Treffer (80.). Ballack hatte geflankt. Torschütze Klose hatte sich aufgerieben, war zudem angeschlagen. Für den Bremer kam Oliver Neuville (85.).

Ayala und Cambiasso verschießen

Die Verlängerung hatte sich der dreimalige Weltmeister redlich verdient. Die DFB-Elf bemühte sich in den 30 Extra-Minuten spielerisch um die Entscheidung, die Argentinier übten sich mit Distanzschüssen. Eine verunglückte Flanke von Coloccini fiel auf die Torlatte (115.). Den entscheidenden Impuls konnte der Partie aber keines der Teams mehr geben. Kapitän Ballack war sichtlich k.o., das Auswechselkontingent aber bereits erschöpft.

Schlechte Verlierer: Nach dem Spiel rasten einige Argentinier aus.
Schlechte Verlierer: Nach dem Spiel rasten einige Argentinier aus. (Foto: Reuters)

Dafür war Ballack nach dem Spiel umso erleichterter: "Das war sensationell. Von den Torchancen her war es für die Zuschauer nicht so interessant, aber das Spiel stand auf einem hohen taktischen Niveau. Wir haben bis zum Schluss gefightet und nicht viel zugelassen."

Im Elfmeterschießen trafen Neuville, Ballack, Podolski und Borowski zum dritten WM-Erfolg einer deutschen Mannschaft gegen Argentinien. Torschütze Ayala und Cambiasso scheiterten an Lehmann. Unmittelbar danach überschatteten tumultartige Szenen die deutsche Jubelarien. Einige Argentinier gingen auf Per Mertesacker und Teammanager Oliver Bierhoff los.

Unschlagbar im Elfmeterschießen

An diesem denkwürdigen Abend in Berlin erhielt ein ungeschriebenes Fußball-Gesetz neue Gültigkeit: Deutschland verliert kein Elfmeterschießen bei einer WM. Es war das vierte erfolgreiche nach 1982, 1986 und 1990. Das Ganze am zehnten Jahrestag nach dem EM-Erfolg 1996. In ganz Deutschland hat der Traum vom vierten WM-Titel nach dem ersten Erfolg gegen eine große Fußball-Nation seit dem 7. Oktober 2000 (1:0 gegen England) neue Nahrung erhalten.

Quelle:AOL