grenzwandel

11.02.2012 um 08:55 Uhr

frust allenorten

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich war schon lange nicht mehr so frustriert wie momentan. semesterendstudienfrust. nach wochenlangem lernen, einer anstrengenden klausurenwoche, einer woche blockpraktikum krieche ich auf dem zahnfleisch und es ist kein ende in sicht. es folgen eine weitere woche blockpraktikum mit abschlußklausur am freitag, und dann noch zwei weitere tage block nach fasching, mit praktischer- und schriftlicher abschlußprüfung.

ich lerne und lerne und lerne und habe nicht das gefühl, mein wissen würde mehr. ganz im gegenteil. auf einen punkt hin, die klausuren, habe ich alles parat, bestehe auch alles, aber danach bröselt alles im eiltempo wieder aus meinem überladenen hirn heraus. und das soll sinn der sache sein? kann ich mir nicht vorstellen. mir macht dieses studium so viel spaß, und gleichzeitig hab ich noch nie etwas frustrierenderes gemacht. die diss dagegen war ein strandspaziergang. ich konnte frei wählen, wann, was und wie, und ich habe definitiv etwas dabei gelernt. wissen, das bis heute vorhanden ist. und hier? ich pauke und pauke und pauke, nur um zwei wochen nach der klausur feststellen zu müssen, dass ein großteil schon wieder weg ist. und daran wird sich nichts ändern, ganz im gegenteil. die großen fächer haben ja gerade erst angefangen. chirurgie, innere, pathologie, pharma. das ganze system geht mir auf die nerven. immer nur noch mehr, und hier noch eine klausur, da noch ein blockpraktikum, und noch ein referat, eine abschlußarbeit mehr. das einzige, was helfen würde, wäre zeit, sich mit dem ganzen stoff zu befassen. in ruhe zu lernen, mit dem wissen arbeiten, es zu verinnerlichen. aber doch nicht so. nicht unter diesem permanenten druck, nicht diese massen in derart kurzer zeit. doch nicht so. das einzige, was ich will, ist eine gute ärztin werden. ich glaube, ich war von diesem ziel noch nie weiter entfernt als jetzt.

ich bin so unzufrieden mit mir. ich komme auf keinen grünen zweig. ich esse nur ungesunden mist, aus zeit- und lustmangel bzgl. des kochens. ich war seit wochen nicht mehr beim sport, aus zeitmangel, von den folgen gar nicht zu sprechen. ich habe so gut wie keine zeit mehr für mich, und wenn doch, dann bin ich so müde dass ich ins bett falle und stundenlang schlafe, zu jeder tages- und nachtzeit. einen nachmittag frei? erst mal hinlegen, und in der regel wache ich zweieinhalb stunden später wieder auf und der nachmittag ist rum. meine finanzen sind eine katastrophe, das kommt noch hinzu.

und am schlimmsten finde ich mein derzeit permanentes hadern damit, dass es nichts gibt, was ich extrem gut kann, sondern nur viele dinge, die ich gut kann. ich kenne kaum jemanden, der nicht irgendetwas richtig richtig gut kann, das immer weiter perfektioniert, dafür brennt, es zu seinem beruflichen oder privaten lebensinhalt gemacht hat und daran feilt und poliert, nur um immer noch perfekter zu werden. ich habe nichts dergleichen. ich kann eine ganze menge dinge passabel, manche gut. aber es gibt nichts in meinem leben, das ich extrem gut kann, nichts, wofür ich lebe weil ich immer nur noch besser werden will. ich weiß nicht, warum das so ist. wenn man etwas sehr sehr gut können will, muss man dran bleiben, kritik einstecken und fehler machen, aus denen man lernen kann. vielleicht habe ich das aus angst, eben jene fehler zu machen, an denen ich dann gemessen, bewertet werde, eben nicht getan, bin nicht dran geblieben, aus angst vor kritik. und vielleicht habe ich damit nie die grenze zum richtig gut werden überschritten, vielleicht liegt es daran. ich muss zugeben, das beschäftigt mich momentan sehr, und es belastet mich. ich habe noch keinen ansatz, keinen weg gefunden, es zu akzeptieren und gut zu finden. universaldilettantin statt fachidiot, so könnte man es wohl nennen. wenn es vorteile hat, dann sehe ich sie nicht. 

28.12.2011 um 22:24 Uhr

sagen sie mal,

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

denken sie eigentlich manchmal darüber nach, ob ich noch lebe?

 

14.12.2011 um 21:10 Uhr

frage

 

gibt es hier jemanden, der sich mit grafik-tablets und digital art/painting auskennt?

 

12.12.2011 um 13:24 Uhr

berührt

 

Sein wie ein Fluß,
der still die Nacht durchströmt.
Die dunkle Nacht nicht fürchten.
Die Sterne widerspiegeln, wenn welche am Himmel sind,
und wenn Wolken den Himmel bedecken,
Wolken, die Wasser sind wie der Fluß,
auch diese widerspiegeln, ohne Schmerz,
in den ruhigen Tiefen.

 

Manuel Bandeira

07.12.2011 um 10:37 Uhr

leidenschaft

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches

 
habe ich schon mal erwähnt, dass mich nichts mehr fasziniert und einnimmt als die anästhesie, notfall- und intensivmedizin? ich liebe dieses fach und kann nicht genug davon bekommen.
und - ganz ehrlich - wir passen auch saugut zusammen.
 

05.12.2011 um 21:41 Uhr

ego-tripper

 

manchmal nerven mich seine ego-trips einfach nur. heute macht mich der aktuelle irgendwie traurig. ich hätte etwas zu erzählen gehabt.

aber irgendwie kenne ich das ja. jeder erzählt mir vieles, bisweilen auch alles oder jeden scheiß, nur nach mir wird nie wirklich gefragt.

 

 

03.12.2011 um 14:13 Uhr

sie ist weg.

 madame c. ist nach australien ausgewandert.

ohne ein wort zu sagen, ohne sich von mir zu verabschieden, einfach weg.

einfach so.

ich bin geschockt, den tränen nahe. irgendwie traurig. irgendwie fühle ich mich von ihr alleine gelassen, unwissend hinterlassen.

scheiße.

dass mich das so hart trifft, hätte ich nicht erwartet.

alle hoffnungen, dass sie sich doch noch irgendwann mal wieder meldet.

zerplatzt. 

ich verstehe es nicht, ... das auswandern schon, ... aber nicht das nicht-verabschieden.

alle brücken hinter sich abgebrochen.

was hab ich ihr eigentlich getan?

 

30.09.2011 um 14:40 Uhr

by the way

von: grenzgaenger   Kategorie: lacher des tages

Der Orgasmus eines Schweins dauert 30 Minuten. (Oh. Mein. Gott !!!) Eine Küchenschabe lebt ohne Kopf noch neun Tage bevor sie verhungert. (Gruselig. Ich habe das mit dem Schwein noch nicht ganz verarbeitet.) Eine männliche Gottesanbeterin kann sich nicht paaren, während sein Kopf noch mit seinem Körper verbunden ist. Das Weibchen leitet den Sex ein, indem Sie den Kopf des Männchens abreisst (Lieb......ling, ich bin zu hause. Was soll …..?). Ein Floh kann das 350-fache seiner Körperlänge springen. Das ist so als ob ein Mensch die Länge eines Fußballfeldes springen kann (30 Minuten. Glückliches Schwein! Kannst du dir das vorstellen?). Der Wels hat über 27.000 Geschmacksknospen. (Was könnte auf dem Grund eines Weihers so wohlschmeckend sein?) Manche Löwen paaren sich mehr als 50 Mal am Tag (Ich kann das mit dem Schwein immer noch nicht glauben...Qualität über Quantität). Schmetterlinge schmecken mit Ihren Füßen (Etwas was ich schon immer wissen wollte). Elefanten sind die einzigen Tiere, die nicht springen können (Okay, das ist auch gut so). Der Urin einer Katze leuchtet unter Schwarzlicht (Ich frage mich, wie viel die Regierung ausgegeben hat, um das heraus zu finden). Das Auge eines Vogel Strauß ist größer als sein Hirn (Ich kenne einige solche Leute). Seesterne haben kein Hirn (solche Leute kenne ich auch). Eisbären sind Linkshänder. Menschen und Delfine sind die einzigen Gattungen, die Sex zum Vergnügen haben (Was ist mit dem Schwein? Wissen die Delfine von dem Schwein?)...

30.09.2011 um 09:40 Uhr

sortierungen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

seit gestern tobt ein sturm der entrüstung/des entsetzens in meinem postfach. nicht die blümchenwiese betreffend, sondern die tatsache, dass ich überlegt habe, zu gehen. ich habe ganz offensichtlich noch einige leser, auch wenn ich schon lange nicht mehr wirklich regelmäßig geschrieben habe. 

der blog hat mich lange begleitet. in meiner endphase der promotion, als es mir nicht gut ging, zu beginn meines medizinstudiums. irgendwann fehlte mir die zeit, schließlich die lust, zu schreiben. zwischen all den büchern, dem lernen, zum ende meiner therapie hin, verschwand mehr und mehr meine verbale kreativität. und die lust dazu, ihr nachzuspüren. ende 2009 therapieende - eine schwierige zeit - dann 2010 dieser furchbare unfall, seit dem nichts mehr ist, wie es war, immer nur lernen und nebenbei gucken, dass ich auf den beinen bleibe und nicht einknicke. kein leichtes unterfangen, aber es ist mir, bis auf eine ausnahme weitgehend gelungen. und ich bin stolz drauf. ich habe mehr kraft, als ich mir selber zutraue. 

jetzt habe ich das erste staatsexamen in der tasche, es geht in den klinischen abschnitt. die vorklinik - mein studium der allgemeinen naturwissenschaften - ist endlich zu ende, ab jetzt studiere ich medizin. die letzten wochen und monate waren anstrengend, ich habe fast fünf monate gelernt. für zwei tage schriftliche prüfung mit je vier stunden und eine vierstündige mündliche prüfung. ich hätte mir mehr erhofft, notentechnisch - nein, mehr von mir erwartet, wenn ich ganz ehrlich sein soll, und ich bin enttäuscht über das endergebnis, auch wenn das nie wieder jemanden interessieren wird. aber es fühlt sich an wie eine niederlage, wie ein versagen. ich bin meinen erwartungen nicht gerecht geworden. ich hasse es, in prüfungen gehen zu müssen wenn ich nicht das gefühl habe, perfekt vorbereitet zu sein. ich hasse es, es stresst mich und macht mir unglaubliche angst. fakt ist aber auch, dass medizin ein fach ist, bei dem das schlicht und einfach nicht geht, auf jede prüfung perfekt vorbereitet zu sein. die schiere masse des lernstoffs macht es unmöglich. mir zumindest. und auch einem meiner freunde, ein absoluter überflieger, der nebenher auch noch biologie studiert, selbst der muss mut zur lücke beweisen. ich könnte also beruhigt sein. zudem habe ich bereits ein abgeschlossenens studium inklusive promotion, könnte die sache also gelassen angehen. könnte. hätte. wollte. dürfte. aber meines ist das nicht. gar nicht. mut zur lücke. lücken machen mir angst, lücken bedeuten leere. nichtwissen. unzulänglichkeit. versagen. und versagen bedeutet wertlosigkeit. ich bin. leistung. und wenn die leistung unzureichend ist, kommt das einer entwertung meiner gleich. ich weiß. ich weiß. auch jenseits aller leistung bin ich ein mensch. ein liebenswerter. sagt mein kopf. mein gefühl sagt so oft was anderes. aber ich arbeite daran. und ich habe fortschritte gemacht. und werde weitere machen.

und jetzt sitze ich hier, habe seit zwei wochen semesterferien, am 10.10. geht es weiter, und irgendwie habe ich das gefühl, ein bisschen sortieren zu müssen. mein inneres und mein äußeres. ich fange mit außen an, die reihenfole sei nicht repräsentativ.

- ich habe alle, aber wirklich alle unterlagen und aufschriebe der vorklinik in die tonne gehauen, nachdem ich zuvor ein bild von ihnen gemacht hatte. das hat so gut getan. jetzt ist wieder platz im regal, platz für neues. endlich, für neues. ich will voran kommen, neuen stoff, neue herausforderungen für mein hirn. es stehen pharma, toxikologie, virologie, mikrobiologie, pathologie, chirurgie und notfallmedizin auf dem stundenplan für das kommende semester.

- auch den rest meiner bude habe ich - mal wieder - ausgemistet. eigentlich hatte ich erwartet, dass kaum was zum ausmisten da sei, nachdem ich letztes jahr im rahmen des umzugs so dermaßen rigoros alles weggeschmissen hatte. aber dem war nicht so. zwei wäschekörbe voller zeugs hab ich weggetragen, und mein kleiderschrank fehlt noch. und ich habe immer noch das bedürfnis, sachen wegzuschmeißen. was auch immer mir in die finger kommt, dessen kurz-, mittel- und langfristiger nutzen sich mir nicht unmittelbar erschließt, fliegt raus. ohne darüber nachzudenken. ich bin sowas wie das gegenteil eines messies, irgendwie. ich habe das bedürfnis, mein habe auf das notwendigste zu reduzieren. es gibt nur noch weniges, was mir wirklich wichtig ist. meine bücher, sowohl die zum lesen, als auch die zum lernen. meine malsachen, auch wenn ich kaum zeit habe, mich mit ihnen zu beschäftigen. meine steine. meine musik. und mein computer. 

- computer. ich mache jetzt schon seit monaten an einer alternative zur jetztigen situation rum. pc mit musik drauf weil zu viel zum einfach mal überspielen, laptop als arbeits- und internetgerät mit zu wenig speicher für all die musik und boxen, die zu meiner anlage gehören, von denen aber seit jahren nur noch eine funktioniert, respektive existiert. momentan habe ich zeit, mich um die lösung des problems zu kümmern, was mich reichlich nerven kostet. letztendlich bin ich bei der einzigen alternative angekommen, die all die funktionalität in einem gerät vereint, die ich brauche. das macbook pro. zumal ich schon lange auf apple umsteigen will. das windows-geknatsche nervt mich zu tode. wie dem auch sei. jetzt muss ich mich nur noch dazu überwinden, so dermaßen viel geld von meinem konto abzuheben. ich werde es wohl irgendwann in den nächsten tagen tun.

- sport. in den letzten wochen vor den prüfungen ging gar nichts. obwohl ich vorher so lange regelmäßigst, drei mal die woche im fit war. und ich habe es geliebt. es hat mir gutgetan, und mein körper wurde langsam wieder zu dem, den ich von früher kenne. fit, trainiert, schmerzfrei. ausgeglichen. dann war von heute auf morgen schluß (ich idiot, idiot, idiot) und wenn ich jetzt wieder anfange zu gehen, fange ich grad wieder bei null an. ich idiot. aber ich will. ich will so unbedingt, fühle mich so unwohl derzeit und kann mich kaum selber angucken. ich hasse spiegel. es gibt auch in unserer wohnung keinen einzigen ganzkörperspiegel. und momentan ist das noch schlimmer als sonst. nunja. leider ist mein körper momentan noch dermaßen angeschlagen, dass es harakiri wäre, zum sport zu gehen. und der innere schweinehund bellt für meinen geschmack auch noch ein bisschen zu laut. ich hasse dieses tier.

- menschen. ich will einfach regelmäßig (in maßen) unter menschen sein. also nicht im hörsaal, sondern unter meinen ausgewählten freunden (und deren freunden). seit ich hier mit meinem lieblings-zahnkommilitonen zusammenwohne, ist das allerdings schon deutlich besser geworden. der mensch ist einfach dermaßen gesellig, da hab ich mir ein kleines scheibchen abgeschnitten. nur ein kleines, aber immerhin. meine tendenz, mich zu verkriechen, vor allem wenn es mir nicht gut geht, wird weniger. und das tut gut. ich habe eine handvoll, oder naja, eigentlich eher drei finger voll, menschen hier in meinem direktesten umfeld, also freunde (bezeichnenderweie alles männer). und mister r. natürlich, aber der ist ja, also naja, mein freund, nicht ein freund. nundenn. aber zu den freunden: mit dem einen wohne ich zusammen, mit dem zweiten bin ich seit anbeginn unseres studiums befreundet und mit dem dritten wird das gerade zu einer schönen freundschaft. ein zahni, ein humani und ein moli. coole combo. was mir fehlt sind nicht-mediziner. ich hab zwar bekannte hier vor ort, die nicht-mediziner sind, aber da ist keine regelmäßigkeit drin. und die einzige frau (und nicht-medizinerin), ich ich als meine freundin bezeichne, sitzt 400 km weit weg. was wollte ich jetzt eigentlich sagen? jetzt bin ich vom roten faden abgekommen. ... freunde. zusammensein. gesellschaft. wie dem auch sei. mir scheint, dieses thema ist noch nicht durch. sonst wär ich jetzt nicht so verwirrt. ich werde es nochmal aufgreifen.

und jetzt geht mir die puste aus. mitten drin. demnach: es wird an dieser stelle weitergehen. vielleicht ein anzeichen dafür, dass ich diesen blog doch nicht einfach so werde aufgeben können. wollen. wie dem auch sei.

t.b.c.

29.09.2011 um 09:12 Uhr

überlegungen am morgen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

irgendwie habe ich keine lust mehr auf diesen blog. und blogigo kommt mir vor wie eine heile blümchenwiese. fernab jedweder (digitalen) realität. ich glaube, es ist an der zeit, sich etwas passenderes zu suchen.

26.06.2011 um 21:12 Uhr

weisheit des tages

 

siehst du wen im moore winken, wink zurück und lass ihn sinken.

 

14.06.2011 um 10:29 Uhr

so eine scheiße

 

ich hasse es, wenn der herr beleidigt spielt und sich nicht meldet, nur weil ich gesagt habe was ich will, bzw. nicht will. das ist kindergarten. ich bin so sauer. und so enttäuscht.

27.05.2011 um 16:00 Uhr

abschied

es ist vorbei. die trauerfeier ist vorbei, seit ziemlich genau 24 stunden. es war grauenhaft, einerseits, und auf der anderen seite für mich so unglaublich wichtig, dort gewesen zu sein. ich musste auf meine ganz eigene weise abschied nehmen. ich saß ganz alleine in einer der reihen; die reihen vor mir waren voll, ich hatte mich in die nächst freie gesetzt, nachdem ich eine kerze angezündet und neben der sarg gestellt hatte. die nach mir kommenden menschen setzten sich allesamt in die reihen hinter mir, kein einziger setzte sich in die reihe, in der ich saß. ich habe mich in meinem leben noch nie so einsam und alleine gefühlt, wie in dieser einen stunde. er saß links vorne, in der ersten reihe, neben ihm seine schwester. ich hatte ihn die ganze zeit im blick. er hatte seine sonnenbrille auf, war immer wieder damit beschäftigt, nach dem kleinen zu gucken, der durchs bild hüpfte. und er hat keine einzige träne vergossen. keine. zweimal hat er den kopf gesenkt und dann an die decke geschaut, aber er hat nicht geweint. der pfarrer hat erzählt, sie wäre der hafen gewesen, in dem er nach langer zeit angekommen ist, und dass sie glücklich war. und ich saß alleine in dieser reihe, ihn im blick und habe gelitten, wie noch nie in meinem leben. obwohl ich soviel wusste, was der pfarrer nicht wusste, trotz all diesem wissen, trotz all der treffen mit ihm - das letzte vor drei wochen - trotz all der nähe, vertrautheit und der zärtlichkeiten, die wir immer und immer wieder geteilt haben, habe ich unsagbar gelitten in dieser einen stunde. und mir wurde auf eine furchtbar schmerzende weise bewusst, wie sehr ich diesen mann liebe, immer noch, trotz allem.

aber es war so wichtig, dort gewesen zu sein. ich musste abschied nehmen, mir bewusst machen, dass die frau, die immer einen verdacht gehabt hatte, die immer angst hatte, er könnte sie mit mir betrügen - was er getan hat - bzw. ich werde ihr irgendwann ihren mann wegnehmen, dass diese frau tot ist. auf tragischste weise mitten aus dem leben gerissen. tot. einfach tot. weg, nicht mehr da.

und es war so wichtig für mich, ihn zu sehen. vorne in der ersten reihe saß er, ein mann, der zeitweise furchtbar mitgenommen und müde und auch verständnislos aussah, aber da saß kein gebrochener mann. es war so wichtig, das zu sehen und zu sehen und zu spüren, dass er es schaffen wird. er wird diesen schlag verkraften, schultern und nach vorne schauen und gehen. und zwar mit den beiden kindern. und das schon bald. er wird es schaffen, wird sein leben mit den kindern gestalten, und sich in die arbeit stürzen. und er wird meine nähe und meine schulter suchen.

und er wird sie bekommen. ich werde für ihn da sein. ich werde für ihn da sein, einfach da sein, mit all der kraft und sicherheit und stabilität, die ich durchaus habe und geben kann. und was am allerwichtigsten war bzw. ist, ist zu merken: ich kann und werde dabei bei mir bleiben, werde mich nicht aus den augen verlieren., werde versuchen, im hier und im jetzt zu bleiben. was wird, steht in den sternen, aber was wir beide definitv brauchen werden, ist zeit. keine erwartungen, kein druck, gar nichts. ich werde es auf mich zukommen lassen, trotz aller ängste, unsicherheiten, trotz aller überforderung und kraft, die mich diese situation kostet. 

13.05.2011 um 20:55 Uhr

nur so

 

mäh.

27.04.2011 um 10:56 Uhr

am rande bemerkt

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich bin gerade ganz zufrieden mit meinem leben. einigermaßen ruhig und ausgeglichen, das lernen klappt besser als erwartet und mit mister r. und den jungs läuft alles wie am schnürchen. wir haben eine schöne zeit, genießen das heute und das miteinander, zu zweit, zu dritt und zu viert und freuen uns an der aussicht auf morgen. ganz einfach, ohne schlenker und schnörkel, eingespielt und vertraut. jeder für sich und alle miteinander.

die therapie habe ich ausgesetzt. ich habe momentan keine lust, alles zu zerdenken, ich will leben, mit allen aufs und abs. wenn es abwärts geht, vertraue ich darauf, dass das auch wieder aufhört, dass es vielleicht schon am nächsten tag wieder nach oben geht. normale schwankungen, normale amplituden und frequenz. alles gut.

21.02.2011 um 23:27 Uhr

tag eins

da sitze ich nun und bin traurig. traurig darüber, dass es mal wieder so weit kommen musste, jetzt soweit ist und ich wieder anfangen kann, mich aufzurappeln. der heutige tag war - im vergleich zu den vorangegangenen - ein recht guter. angefangen hat er mit angst und enge in der brust, mit schlimmern gefühlen im inneren und mit der aussicht auf viel grau.

es begann mir besser zu gehen, nachdem ich meiner projektleiterin meine teilnahme am heutigen projekttreffen abgesagt und zudem anklingen lassen hatte, dass ich mich 10 tage ausklinken und nachdenken werde, was ich derzeit zu leisten imstande bin und was nicht. sie hat das als implizite drohung, die diss hinzuschmeißen, aufgefasst und darum gebeten, dass ich am mittwoch wie verabredet zu ihr komme, um darüber zu reden. das wird kein leichter gang, aber ich denke, ich kann damit umgehen und werde wohl hingehen. fest zugesagt habe ich allerdings nicht. es ist jedoch mein job, die verantwortung zu übernehmen, wie es weitergeht. für den fall, dass ich hinschmeiße - was ich wohl tun werde - oder für den anderen fall, dass ich es eben nicht tue. ich werde bis mittwoch darüber nachdenken, und dann eine entscheidung treffen. fakt ist: ich schaffe es nicht, neben der vorklinik noch zu promovieren. schon gar nicht über ein thema, das mir so nahe geht und kommt, wie dieses. ich habe mich überschätzt, das ist mir jetzt klar. vielleicht wollte ich mich überschätzen. eine zeitlang hat es ja gut funktioniert, alle fanden toll, was ich alles mache und stemme, und eine zeitlang fand ich es auch toll. bis das ganze in schieflage geriet und jetzt eingestützt ist. ich wollte zu viel. zu schnell, zu viel. ich fand mich toll und vor allem fand ich toll, dass mich die anderen toll fanden. ich habe mich mal wieder nur über meine leistung definiert und mich als mensch vergessen. das war nicht das erste mal, und nicht das erste mal bezahle ich dafür. es wird eine weil dauern, bis ich meine ruhe und gelassenheit auf ein fundament gestellt habe, das selbstbewusstsein und ich-sein heißt, und nicht leistungleistungleistung. das konnte nicht gutgehen. ich werde versuchen, daraus zu lernen. ich glaube, es geht nicht darum, keine fehler zu machen sondern darum, aus ihnen zu lernen. 

nach dieser mail habe ich r. eine sms geschrieben und angefragt, ob er im laufe des tages zeit und lust hätte, einen kaffee trinken zu gehen. hatte er. und ich hatte mir damit die perspektive geschaffen, nicht den ganzen tag in isolationshaft zu verbringen, sondern rauszukommen. um kurz vor 12 kam er und wir zogen los, in unser stammcafe. haben eine kleinigkeit gegessen (!), kaffee grtrunken und gequatscht. über alles mögliche, alltägliches, nichts großes und nichts kleines. ich habe mich auf jeden fall immer mehr entspannt und hatte zum ersten mal seit tagen das gefühl, dass es nicht mehr berg ab geht. danach war er dann noch eine stunde bei mir, super gemütlich, mit schneeflocken vor dem fenster. und gleich ausgemacht, dass ich morgen abend zum abendessen bei ihm und den jungs sein werde.

und ohne dass ich mich auf ihn gestützt hatte, bei ihm halt gesucht hätte, ging es mir nach diesem treffen besser und ich habe zum ersten mal seit tagen land gesehen. die innere anspannung, zerrissenheit war weniger geworden und da war irgendwie ein kleines bisschen ruhe und das gefühl, ok, die welt geht nicht gleich unter und ich werde auch nichts verlieren. kein freier fall keine gedankenspirale mehr, kein herzklopfen, keine leere mehr.

den nachmittag habe ich dann mit einer halben stunde kreuzen verbracht - lächerlich im vergleich zu dem, was ich drei wochen vor dem physikum tun müsste, um eine realstische chance zu haben, es zu bestehen. aber letztendlich habe ich bezüglich des physikums auch schon so halb eine entscheidung getroffen. ich will es noch nicht ganz verloren geben für dieses semester, aber meine chancen werden immer geringer, mit jedem tag, den ich nichts tue. was aber das schöne ist: ich habe nicht mehr das gefühl, dass das das ende aller tage ist. wenn dem so sein sollte, dann ist das eben so. dann dauert es eben ein semester länger. hauptsache, ich verliere mich nicht wieder so sehr, dass ich angst habe, verrückt zu werden und in der geschlossenen zu landen. ich konnte mich heute im laufe des tages sogar damit anfreunden, den ganzen stoff eben nochmal zu wiederholen. dann ist das eben so.

und um dann nicht den rest des nachmittags doch wieder im bett zu versinken, habe ich dann noch bei c., meinem kommilitonen und privat-osteopathen, meinen abendlichen behandlungsbesuch angemeldet. gesagt, getan. 19 uhr, flasche wein, ofen, gute musik und eine dringend notwendige behandlung meines kopfes, der arg aus dem gleichgewicht geraten war. jetzt sehe und fühle ich die dinge wieder etwas klarer. der werte herr wohnt übergangsweise fast 40 km vor den toren der stadt, und zum ersten mal habe ich die autofahrt hin und zurück genossen. sitzheizung, musik und dunkelheit. ich habe mich fast schon wohl gefühlt.

und so geht tag eins nach dem tiefen fall zu ende. mit einer großen portion traurigkeit und einem kleinen bisschen ruhe. endlich. 

21.02.2011 um 08:32 Uhr

gefallen

ich liege auf der nase. so schlimm war es schon lange nicht mehr. ich komme kaum aus dem bett, bin immer wieder kurz vor dem dekompensieren, habe angst vor allem. und das drei wochen vor meinem physikum, das ich unbedingt machen wollte. ich habe es schon ein semester nach hinten geschoben, um mich gut vorbereiten zu können, und jetzt das. angefanngen hat es letzte woche, am mittwoch, bzw. am donnerstag. es ging gar nichts mehr, mein kopf war völlig dicht und seitdem hat mein schreibtisch mich nicht wieder gesehen. am freitag war ich bei meinem notfallpsychodok, der hat mir dringend angeraten, die antidepressiva wieder zu nehmen, die ich ja vor acht wochen endlich mal abgesetzt hatte, und zudem hat er mir zum notfallmedikament geraten. habe ich genommen, nur geschlafen und lag eben das ganze wochenende im bett und konnte mich zu nichts aufraffen. mein mitbewohner war erst besorgt, dann hat er versucht, mir einen arschtritt nach dem anderen zu geben. er hat schon recht. es geht gerade nicht wirklich ums wieder voll lernen, es geht darum, überhaupt etwas zu machen, aus dem bett herauszukommen, anderen input zu bekommen, irgendwas.

ich glaube, ich bin gerade mit allem überfordert, kann und will nicht mehr stark sein. ich bin anderhalb jahre nur gerannt, gerannt, gerannt, habe mir nur noch immer mehr aufgeladen, undhier noch was und da noch ein projekt und dissertation oben drauf und habe dabei übersehen, dass ich schon lange über meiner grenze drüber bin. und vielleicht habe ich damit auch zu komensieren versucht, dass mir das medizinstudium nicht so leicht fällt, wie ich gehofft/gedacht hatte. klar bringe ich gute leistungen, aber ich muss auch unglaublich viel dafür tun, viel mehr als je zuvor. und anstatt das zu erkennen und mich eben darauf zu konzentrieren, was ich tun muss, habe ich immer nur noch mehr gewollt. die tolle frau dr., das schafft sie, und das auch noch, und hier natürlich erst recht. und ich bin dabei auf der stecke geblieben. ich habe alle meine grenzen überschritten, habe mich größer gemacht, als ich bin, weil ich mich nur wieder über das zu definieren versucht habe, was ich leiste. je mehr ich leiste, desto tolle bin ich, desto mehr mag man mich und wenn man mich mag, verlässt man mich nicht. ein teufelskreis. ich habe mich bisweilen mitreißen lassen von meiner projektleiterin, eine absolute powerfrau, war geschmeichelt, wenn sie mir komplimente gemacht und mich angetrieben hat. bisweilen habe ich mich an sie angelehnt, wenn es mir nicht so gut ging, und das ein oder andere mal hat sie mich auch wirklich aufgefangen. aber das geht jetzt nicht mehr. mein inneres fühl sich an wie ein klumpen, total erstarrt und ich habe angst, alles zu verlieren, was ichhabe, wasmir wirklich wichtig ist. mein studium, mein jetztiges leben, r.

ich weiß, ich bin diejenige, ich ganz alleine, die etwas ändern, die die sache in die hand nehmen kann und muss. ich bin diejenige, deren verantwortung es ist, mein leben in die hand zu nehmen, ich ich ich. es ist meine entscheidung, im bett liegen zu bleiben oder eben aufzustehenund wenigstens irgendwas zu machen. das selbe mit dem essen: ich habe seit tagen kaum gegessen, habe das gefühl, nicht essen zu können und esse dementsprechend auchnicht, nur das allernotwendigste. auch das ist meine entscheidung, hier eben zu essen oder mich gehen zu lassen und nicht zu essen.

ich werde jetzt erstmal meinen pdychodok anrufen und gucken, ob der heute nochmal zeit für mich hat.

11.02.2011 um 10:10 Uhr

upcoming events

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es gibt bis anfang april noch ein paar wichtige dinge zu erledigen, dann darf es von mir aus ruhiger werden:

11.1.: anatomieklausur bestanden und abgehakt

4.2.: biochemiklausur 22 von 25 gekreuzt: bestanden und abgehakt

10.2.: biochemie mündlich bestandeeeeeeeeeeeeeeen!!!!!!!!!!! (update s.u.)

15.3.: M1 schriftlich teil 1

16.3. M1 schriftlich teil 2

ca. eine woche später M1 mündlich.

und danach hoffentlich: 1. staatsexamen medizin bestanden...

 

die vorbereitungen für den anstehenden termin laufen auf hochtouren. aber nach einer gewissen priorisierung der inhalte klappt das ziemlich gut.

ansonsten: alles so weilt ok. außer, dass ich r. unsagbar vermisse, und die zwerge mal wieder krank sind. 

guten morgen welt.

 

update 5.3.

alles beim alten. dass die klausur gestern so gut geklappt hat, hat mich motiviert. mit dieser vorlage wird nun zumindest die ergänzende mündliche prüfung kein spießrutenlauf mehr.

r war gestern hier und schon wieder vermisse ich ihn. aber das ist gut so. gerade kam eine mail in der stand, dass es ihm - und den jungs - genauso geht.

der herr kollege ist über das wochenende entschwunden, was blöd ist, weil es in dieser wohnung ohne ihn eben doof ist. keiner da, den ich aufziehen kann.

 

update 10.2.

so, jetzt isses amtlich. ich bin scheinfrei, zum physikum zugelassen und alles wird gut. ich bin zwar völlig am ende, augelutscht und kopfleer, aber zumindest habe ich die hürden aus dem weg geräumt, mit eigener kraft. mit verdammt viel kraft, um genau zu sein. jetzt werde ich bis einschließlich sonntag nichts tun - höchstens meine erkältung auskurieren - und ab montag kanns dann wiederlosgehen. aber das ist noch lange hin...

 

 

02.02.2011 um 06:42 Uhr

abwechslung gesucht

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ein bisschen mehr abwechslung würde mir und meinem leben gut tun.

aufstehen, essen, lernen, vorlesung, essen, lernen, essen, duschen, schlafen und wieder von vorne. 

seit vier monaten.

noch zwei monate.

 

17.01.2011 um 17:30 Uhr

kwaudqkkndbvki

ich brauche ein eigenes

reality distortion field.

ganz dringend.