grenzwandel

07.01.2016 um 09:57 Uhr

back again

von: grenzgaenger   Kategorie: alltägliches

herrschaften, tag allerseits,


seit meinem letzten eintrag platzt mein postfach, und ich finde die immer wiederkehrende bitte, nicht ganz von der bildfläche zu verschwinden, sondern bitte wenigstens hin und wieder etwas selbst geschriebenes von mir lesen zu lassen. das ehrt mich, und freut mich, und daher komme ich dieser bitte gerne nach. zumal, kaum hatte ich den letzten eintrag online geschickt, regte sich irgendwo tief drinnnen die lust, doch wieder zu schreiben. bislang ließ sich diese lust, wieder zu bloggen, ganz gut ignorieren, hatte ich doch in den letzten wochen einen ar... voll zu tun.

nach dem examen stand zunächst mal urlaub auf dem programm, zweieinhalb wochen auf zwei wunderschönen kanarischen inseln, bergwandern mit der liebsten. ...die in einem ihrer früheren leben vermutlich eine bergziege war. unfassbar, wie ausdauernd man die berge hochrennen kann... und so war es meistens so, dass wir gemeinsam losliefen und ich nach kurzer zeit nur noch einen kleinen punkt am bergeshorizont erkennen konnte, der an der nächsten, strategisch wichtigen abzweigung grinsend auf mich wartete. nichts desto trotz, wir hatten spaß, waren tag täglich in den bergen, teils in schwindelerregenden und atemberaubenden höhen (im wahrsten sinne des wortes), hatten großartiges, sonniges wetter und ich wurde fit und braun. aber ich schweife ab. weiter im text.

eigentlich war mein umzug in die großstadt meiner träume für nach weihnachten geplant, zusammen mit meinem bruder, der mich aber nach dem urlaub kurzfristig wissen ließ, er könne nur an dem wochenende 19./20.12. er stellte das umzugsfahrzeug. nach dem urlaub, am 11.12., in der heimat zurück, blieb mir also genau eine woche, meinen standort, den ich fast 10 jahre bewohnt hatte, abzuwickeln. im sinne der verabschiedung von allen meinen freunden, sowie der auflösung meines haushalts. bei letzterem half ebay kleinanzeigen maßgeblich, und so war innerhalt einiger tage nahezu mein kompletter hausrat verkauft. also möbel und so. einzig ein regal habe ich behalten, das ich mitgenommen habe, ein bücherregal. das steht jetzt hier. das verabschieden hingegen war nicht so leicht, jeden tag habe ich mindestens 2 liebe menschen getroffen, meine engsten freunde, derer 2, in dieser woche mehrfach. ich hätte gerne mehr zeit dafür gehabt. vor allem meinen besten freund vermisse ich. 

der umzug zu s. war anstrengend. mein bruder kam samstags, um meine sachen zu holen, dann 200 km zu meinen eltern, zwischenstopp und einlagern dreier kisten. in der nacht um 2 uhr los, ich, 600 km, um am morgen mit s., meiner freundin, zu der ich zu ziehen im begriff war, noch zu frühstücken, die leider just an diesem meinem umzugswochenende eine nicht aufschiebbare verpflichtung in ihrem verein hatte und daher gegen 12 uhr wegmusste. bruder machte sich um sechs auf die strecke, in gesellschaft meiner sachen, und schlug um 11 uhr hier auf. was insofern schön war, als dass er und s. sich noch kennenlernen konnten. sie sahen und mochten sich. um 13 uhr kamen zudem noch zwei studentische umzugshelfer hinzu. alleine hätten bruder und ich das nicht geschafft, 4. og., ohne aufzug. die beiden aber waren großartig und hatten innerhalb von 50 minuten meinen kram hier oben. ich selbst habe dann noch bis nachts um 22 uhr geräumt. und jetzt wohne ich hier, mit meiner freundin, in der großstadt meiner träume, zentral, mit bester anbindung quasi überall hin. und ich genießes es so sehr. endlich hier.

weiterhin war der plan, diss nummer zwei bis ende februar, inklusive verteidigung fertig zu machen, da mein arbeitsbeginn eigentlich auf den 1.3. terminiert war. mit betonung auf WAR. am montag kam eine mail von wunscharbeitgeber, man wollte mich bereits am 1.2., ob das ginge. ja natürlich ging das, und so sitze ich jetzt hier und muss zumindest den text bis ende januar fertig aufs papier gezaubert haben. ca. 65% sind schon fertig, aber ich muss mich ranhalten. unbedingt. aber da alles andere, v.a. formale - inklusive anmelden eines wohnsitzes (was in dieser stadt normalerweise mit einer mindestens mehrwöchigen wartezeit verbunden ist) - weitgehend erldigt ist, habe ich tatsächlich - außer zu dissertieren - momentan nichts anderes zu tun. luxus. s. arbeitet und ist den ganzen tag nicht zu hause, was mir die nötige ruhe verschafft, das ding zum abschluß zu bringen.

so. das wärs fürs erste. da gibt es zwar noch etwas, das möglicherweise weitreichende auswirkungen haben wird, aber das ist eine andere geschichte. die ich euch - zu gegebenem zeitpunkt - erzählen werde. wenn es denn etwas zu erzählen geben wird.


18.11.2015 um 09:33 Uhr

endlich.

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches


ich bin seit gestern abend ärztin.

...und werde mich mit diesem allerletzten eintrag hier endgültig verabschieden. es war eine wunderschöne zeit mit euch allen, mit höhen, tiefen und einem mal mehr, mal weniger gelassenen gependel um eine selbst definierte mitte. es geht mir gut. sehr gut, schon lange. im dezember werde ich in die großstadt meiner träume ziehen und anfang nächsten jahres bei meinem wunscharbeitgeber in der anästhesie meine facharztausbildung beginnen. ich habe seit einiger zeit eine wundervolle frau an meiner seite, mit der ich mir ab dezember eine gemeinsame wohnung, ein gemeinsames leben teilen werde.

neuer, sehnlichst erwarteter lebensabschnitt. beginn: heute.

eure grenzgängerin.

ps: der blog wird bestehen bleiben, ich habe mich dazu entschlossen, ihn nicht zu löschen. dazu ist er mir mit allem drum und dran zu wichtig. ich werde auch immer mal wieder vorbei schauen und gucken, wie es euch so geht. nur eben nicht mehr schreiben.

06.08.2014 um 17:26 Uhr

info - aktueller eintrag. mal wieder.

liebe leut,

das waren zwei alte einträge, die ich letztes jahr zu dieser zeit geschrieben habe, sie dann aber nicht veröffentlicht, sondern sie vordatiert habe. dennoch war es nie geplant, dass sie online gehen. in all der zeit seit dem, habe ich sie einfach vergessen, denn diese ganze geschichte ist für mich abgehakt. ich habe das beste daraus gemacht, gelernt, und es ist ok. 

es geht mir gut. morgen schreibe ich meine allerletzte klausur und in zwei monaten dann staatsexamen. ich bin also beschäftigt. wobei, das ist untertrieben, ich bin permanent dauerbeschäftigt mit am schreibtisch sitzen und mir den stoff aus 3 jahren und 21 fächern ins hirn zu prügeln.  

bis zum 8.10. wird man hier also eher nichts von mir lesen, danach...mal sehen.

ich habe aber niemanden von euch vergessen, dessen könnt ihr euch sicher sein.

seid alle lieb gegrüßt von

eurer grenzi 

30.12.2013 um 07:39 Uhr

bilanz 2012

ich mag sie nicht, diese eine woche. nichts halbes und nichts ganzes, stetigkeit hinter sich lassend, ein aufbruch in eine neue zeit. gefühlte unsicherheit. zeit des abschieds. das heraufziehende jahr, wie eine kiste voller einzelner bauteile, die aufs neue mühsam zu einem weiteren vollständigen jahr zusammengesetzt werden müssen. das alte, diesmal gelungene und rundrum zufriedenstellende, verabschiedet sich unabwendbar und nichts würde ich derzeit lieber tun, als es festhalten.

09.09.2013 um 20:02 Uhr

unterwegs

Stimmung: urlaubig

liebe leut,

ich sitze im bosnischen niemandsland auf meinem motorrad, den laptop auf dem tankrucksack und freue mich über das erste wirklich funktionierende wlan auf dem balkan. kroatien war diesbezüglich ein flop, bosien-herzegowina ist top.

und weil es soooo schön ist:

 

 
in einer woche bin ich wieder zu hause, und dann gibts bilderupdates.

 

22.08.2013 um 13:37 Uhr

traurig

 

liebe leut,

die ganzen letzten tage schon wollte ich mich mal wieder aus der versenkung zurückmelden und berichten, was mich derzeit so umtreibt: meine aus absoluten erholungsgründen notwendigerweise abgebrochene famulatur, die motorrad-urlaubsvorbereitungen für kroatien und vor allem von dem mädel, das vor knapp vier wochen einfach so in mein leben platzte und mit dem ich seit zwei wochen alle zeit verbringe, die ich noch übrig habe (und falls sich jetzt jemand wundert: ja, in der realität ;-)). all das wollte ich erzählen, und dann stieß ich auf die nachricht, dass sternenschein gestorben ist.

batsch, diese zeilen saßen. und zwar so richtig.

sternenschein, sterni, war der erste, der hier vor nunmehr über fünf jahren meinen allerersten eintrag kommentierte und all die jahre hatten wir kontakt per pn, mal mehr, mal weniger, mal länger, dann wieder kürzer. er hat die aufs und abs in meinem blog, und somit die meiner letzten fünf lebensjahre verfolgt und nicht selten (oftmals gütig bis weise) kommentiert und sich per pn persönlich berichten lassen.

nach seiner ersten diagnose kam er auf mich zu und fragte um medizinischen rat, und so tauschten wir uns über sein (wohl-)ergehen, seine diagnosen und seine erfahrungen mit ärzten, pflegepersonal, untersuchungen, diagnosen, frust und hoffnungen aus. dass er keine 90 jahre alt werden würde, war mir von anfang an klar, aber ich habe immer gehofft, dass es nicht so schnell gehen würde, wie es das jetzt letztlich getan hat.

gott, wird sternenschein hier fehlen. aber in der hoffnung, dass er jetzt auf einer wolke sitzt, mit den beinen baumelt und lächelnd über unsere kleine aber feine blogigo-gemeinde wacht, vielleicht zusammen mit unserem musiker, winke ich lächelnd (und weinend) gen himmel und sage leise: danke sternenschein, dass du da warst. 

 

31.07.2013 um 14:30 Uhr

unsichtbar

von: grenzgaenger   Kategorie: alltägliches

 

ich bekomme ganz viele liebe anfragen, wie es mir gerade geht und warum ich schweige, bzw. abgetaucht bin.

---> ich schreibe nächste woche mittwoch pädiatrie...

- 18 große themen...

- 35 vorlesungen mit zwischen 50 und 130 folien...

- ein standardlehrbuch mit 900 seiten...

- eine der anspruchsvollsten klausuren im klinischen abschnitt, zumindest an dieser uniklinik...

- bestehen müssen, da sonst kein pädiatrie-block im nächsten semester...

- keine nachklausur...

- und dazu bereits 8 geschriebene klausuren in den letzten drei wochen, ergo einen nicht mehr ganz so schnellen kopf...

 

ich komme wieder. versprochen

 

24.07.2013 um 10:48 Uhr

gefühlschaos

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich sitze hier und mir laufen ununterbrochen die tränen übers gesicht. eigentlich sollte ich dringend radiologie lernen, alpha-strahlung, beta-strahlung, photonen, positronenemmissionstomographie, strahlentherapie bei mamma-ca., alles mit dem potential, mich abzulenken, weil ich es spannend finde. und doch sitze ich hier, weine bittere tränen der trauer und kann noch immer nich begreifen, dass martine nicht mehr existiert. es ist ein paradoxes und zwiespältiges gefühl. einerseits hat martine real nie existiert, nicht als die frau, in die ich so sehr verliebt war und trozdem fühlt es sich an, als hätte sie existiert und wäre gestorben. diese frau hatte ein gesicht, ein leben. ein leben, das ich gerne mit ihr geteilt hätte. und jetzt sitze ich hier und versuche verzweifelt, wieder ordnung in meinen gefühlshaushalt zu bringen, mich an meinen alltäglichen strukturen und freunden festzuhalten, um den kopf über wasser zu halten, um nicht unterzugehen.

 

23.07.2013 um 19:19 Uhr

noch ein ende

 

ich werde die geschichte mit martine hier nicht weiter aufarbeiten. es macht keinen sinn, da beißt sich die katze in den schwanz, um mal einen meiner lieblingssprüche zu bemühen. ich finde keine ruhe, aber genau das ist es, was ich momentan am aller notwendigsten brauche.

ich werde nicht aufhören hier zu bloggen, nein, sicher nicht, aber ich werde martine beerdigen. ich habe 13 monate lang eine frau geliebt, die es nie gab, und ich werde sie beerdigen müssen, um ruhe zu finden. ich weiß nicht, wann es mir das letzte mal so schlecht ging, wann ich das letzte mal so oft so verzweifelt und bitterlich geweint habe, wann ich zum letzten mal so unendlich erschüttert und verletzt war. ich weiß es nicht.

ich werde martine beerdigen, und dann anfangen, nach vorne zu schauen.

 

22.07.2013 um 16:45 Uhr

ich werde...

 

...mich nicht unterkriegen lassen. ich werde mich - verdammt nochmal - nicht unterkriegen lassen. es geht mir nicht gut, aber irgendwann wird es das wieder, und vor allem: ich habe die kontrolle darüber, ICH kann das lenken und steuern und aktiv sein, ich. ICH, und sonst niemand.