Musik: bittersweet symphony
...hamburg, hauseingänge, gemüsestand, bagels mit frischkäse und kresse, die reeperbahn, ingo und nico, regen der einen bis auf die knie durchweicht, regen, nässe die nicht zu verstehen aber doch da ist, anders als hier, nicht zu begreifen und doch da, regenschirme von budni, das schanzenviertel und karo...das alles will ich dir zeigen, will dir den weg zeigen den ich das letzte mal mit dir am ohr gegangen bin, mit all den gefühlen, freude und anspannung, gelassenheit und liebe...
...ich lieb dich grad sehr...und honey, bin zu hause...hat sie geschrieben, gesagt, gefühlt, wir haben telefoniert, nächtelang, geträumt, sie in hamburg und ich hier, im süden, sie im regen und ich bei sonnenschein, wir haben uns vermisst, gefühlt, hatten sehnsucht, haben uns geküsst, am telefon, mitten in der nacht, mussten beide früh raus, egal, es gab nur uns, und die erde hat sich gedreht...
...ich habe mir ein zugticket gekauft, voller vorfreude, und doch mit gemischten gefühlen, all die nähe, all die anrufe, tag für tag, all die gefühle, die vertrautheit, das fühlen und gefühlt werden, sehen und gesehen werden, lassen und gelassen werden, unsere treffen, unser miteinander unser wir, manchmal zu nah, zu viel, wo ist die grenze und ich weiß es nicht, uns, wir, sie und ich...
...wir saßen im zug nach hamburg, zusammen, auf ein neues, gemeinsam diesmal, haben gelacht, gelesen, musik gehört, sie hat auf der toilette geraucht, die frau auf dem sitz neben uns hat wissend gelächelt, sie kommt aus unserer welt, hat sie gesagt, wir haben gealbert, geredet, geschwiegen, uns mit gemischten gefühlen auf hh gefreut...so viel nähe hat sie gesagt, und ich muss mich erst an den gedanken gewöhnen, wieder mit jemandem für eine so lange zeit in einem bett zu schlafen, mal sehen und fühlen, meine welt, deine welt, gleichzeitig und doch getrennt...
...kamen wir in hh an, hand in hand in altona, mit all dem gepäck liefen wir lachend, müde und glücklich über den bahnsteig, zum taxi das uns zum hamburger berg bringen sollte, den vermieter thomas angerufen, erreicht, getroffen, gequatscht, gepäck die treppe hoch, umgesehen, glücklich, freudig und erwartungsvoll...erwartungsvoll...verhängnisvoll...geküsst vor dem einschlafen. selig. noch...
...aufgestanden, geraucht, geduscht, frühstücken gegangen beim portugiesen von dem ich so viel gehört hatte, schinken-käse brötchen, jeder eine hälfte, bei sonne in hamburg, deva, hier unterrichte ich, werde die nächsten tage mit schulungen verbringen und wir sehen uns heute abend, essen gegangen im jolie bei den mädels, wein, guter wein und kippen im lokal, eine süße bardame namens melanie und leichte, sanft-passende musik, hände gehalten, kurz, dann nach hause und ins bett, die nase hatte schon angefangen zu laufen, schlafen...
...und in dieser nacht kippte es, schwang das pendel zur anderen seite, pendelte entgegengesetzt, ein guten morgen, gemeinsam aufgestanden, geduscht, nach draußen begleitet, getrieben durch die stadt, stundenlang mitundohne ziel, mal mit, mal ohne, gedacht, an sie, mal mehr, mal weniger, mal mit gemischten, mal mit reinen gefühlen, gefreut, nähedistanzverhandelt, ich weiß nicht was ich gerade fühle und sollte ich es wissen, was gerade passiert, irgend etwas tut sich und ich weiß nicht was, kann es nicht fassen, nicht greifen, die schwarze katze ist gerade zum zweiten mal vorbeigelaufen, die realität hat sich verändert, meine, ihre, unsere und noch können wir es nur ahnen, nichts manifestes, nur gefühlt und doch präsent...
...kaum blickkontakt am abend, ich bin müde und muss mich erholen, muss morgen arbeiten und brauche ruhe, der fernseher läuft und ich kriege nichts mit, meine gedanken rotieren, es liegt nicht an mir, hat sie gesagt und ich glaube ihr, sehe gespenster, meine ich, projiziere, interpretiere und liege dabei völlig falsch, dachte ich, wie immer...
...kaum blickkontakt am morgen, am sonntag morgen und komm um halb zwölf zur schulungssitzung, wir brauchen dich, aufgestanden, nach ihr, geraucht, geduscht, geraucht, geraucht, ein bohren im magen und im herz, etwas läuft gnadenlos schief, was ist es ist es ist es ich kann es nicht fassen, intepretiere und drehe mich im kreis, projiziere und traue meiner wahrnehmung nicht mehr, bin verwirrst, die stränge verworren, undurchsichtig, klebrig, fahrig verlasse ich das haus, meine gefühle nicht mehr gemischt sondern negativ, belastend, lasten auf mir und ich weiß nicht, weiß nichts, sie, ich, wir, sie? ich?? wir??? was passiert, geschieht ich kann es nicht fassen, es entzieht sich und wird dabei intensiver und intensiver und intensiver, grenzen, wo sind sie, meine grenzen, was mache ich hier, was mache ich hier, mache ich hier mache ich hier, wo bin ich, verliere mich, sehe und fühle mich nicht, nicht mehr, und dabei war ich doch gerade noch da, vorhin und wann hab ich angefangen, mich zu verlieren, wann, wann, wann, verdammt nochmal wann...???
...und warum? warum. warum. WARUM? wo bin ich? wollte gefallen, geliebt werden, nähe, schutz und der grashalm im sturm, sie, anstatt ich, sie, verlor mich dabei und sah nur sie, habe mich aufgelöst, vergessen, ver-fühlt. verschwunden, ich, nicht mehr vorhanden, meine gedanken bei ihr, im kreis, es liegt nicht an mir, hat sie gesagt und ich sehe gespenster, mal wieder und alles ist gut...
...sie kommt heim am montag abend, vom arbeiten, angestrengt, müde, erkältet, ich liege im aufwachen im bett und sie verschwindet direkt ins nebenzimmer, ohne ein wort, ohne ein blick, nichts, nur leere, schweigen, distanz, ignorieren, sie mich und ich meine gefühle, die alarmglocken, ich kriege nichts mit, teile die realität, spalte sie ab, die bedrohung, wird nicht wahrgenommen, zu gefährlich, zu massiv, vernichtend, auslöschend, kaputt, kaputt, meine seele wo bist du, wo bin ich? bist du, bin ich sind wir, noch da, jemals da gewesen, da, wo...?
...stehe auf, ertrage es nicht, kann nicht mehr, raus raus raus, schreit es und ich ziehe mich an, die hose, pulli, tasche, geld und den schlüssel, am abend, höre sie im nebenzimmer freudig mit ingo telefonieren, sie hat ein treffen später und ich werde nicht da sein, wenn sie aus dem haus geht, zu dem treffen und weiß sie wird es genießen, genießen können, sich fallen- und loslassen können, vergessen die last, mich, meine anwesenheit, der störfaktor, hindernis des genießens, push-and-pull, nicht funktionierende nähe-distanz-regelung, scheiße scheiße scheiße und immer noch bin ich auf der suche nach mir selbst und kann mich nicht finden, bin weg, einfach weg, aufgelöst, wie nie da gewesen, leere, angst, nackte angst und weiß, glaube zu wissen dass das das problem ist, projiziere und intepretiere, meine und weiß, alles, nichts, oder doch...ich, ich ich ich ich und nochmal ich, da und doch weg, weg, weg, verloren, vergessen, ver-fühlt...
...sie kommt gegen mitternacht mit einer bekannten zurück, die sich über meinen rotwein ärgert und ihn doch trinkt, neckisch spaßig flachst und sie sitzt nur am tisch, reagiert kaum auf meine anwesenheit, nico geht und sie schaut mich an und sagt 'unsere zeit ist vorbei' und 'du bist wunderschön, aber nicht für mich' und ich denke, sage, das messer, das messer, der dolch, sag es nochmal und ramm ihn mir ins herz und sie sagt, 'es gibt kein messer' und ich sterbe ab, teilweise, innerlich, mache dicht, rolläden runter, schotten dicht, abwehr an, keine regung und doch ist es drama, in ihren augen und sie hat keine ahnung, keine ahnung keine ahnung keine ahnung wie es aussieht, in mir, drinnen tief drinnen brodelt es, hass, ich, mich, mir, versagt, verbockt, wieder nicht geschafft, verlassen, alleine, einsam, tot...
...ich erkläre, versuche zu erklären, sitze auf dem bett und sie hat die decke bis unters kinn gezogen, schaut mich an, kalt, letzte woche noch 'ich liebe dich gerade sehr, du berührst mein herz, ich liebe wie du fühlst und ich fühle mich zu hause', jetzt: kälte, distanz, kein rankommen, eine wand, gegen die ich krache, erkläre, rechtfertige, versuche, zu fühlen, nichts, wie soll es bei ihr ankommen, wenn es aus mir nicht herauskommt, was ist es, wo ist es, was, wo, verzweifelt, erstarrt, kalt, ich, sie, und du berührst mein herz nicht, was mache ich hier, schau in deiner erinnerung und es war deine entscheidung, aktion, jeder für sich, im einklang mit sich selbst, einklang, wie denn, wenn ich nicht weiß wo ich bin, wer ich bin was ich bin...
...am morgen danach, ich habe drei schnitte auf dem arm und weiß nicht wie und was und warum, kann mich nicht erinnern, sie hat sie gesehen und mich verächtlich angeschaut, kein handwerkszeug, nichts, nur leere, gefühle? fehlanzeige, wo sind sie, verbrannt, weg, nie dagewesen, zementiert, weggeschlossen und gegangen, wo wo wo wo wo...bin ich...?
...abgehauen, rucksack gepackt, ich, tschüss c. hat sie gesagt und war weg, zur arbeit in hamburg, blinder flucht-aktionismus, bei mir, ich, bahn, reisebüro, nur weg, züge gecheckt und taxi gerufen, zum bahnhof und eine stunde später im zug gesessen, sms geschrieben, keine antwort, bis jetzt nicht, wo ist sie, wo bin ich, sechs stunden und wieder zu hause, leer leer leer und nochmal: leer...
...folter, ich, mich, meine eigenen, gefühle, nicht da, weg, leer, wilkinson hilft immer und mein linker arm kennt das schon, er ist für mich da, rettet mich, meine narben, sie hat sie gemocht, gefühlt, mit ihnen kommuniziert, jetzt werden es ein paar mehr und mir geht es besser, nicht gut, aber besser, ich bin...
...seit ein paar minuten ist sie wieder hier, in der stadt und ich habe das gefühl, wir docken gerade aneinander an, zögernd, und doch...