grenzwandel

30.04.2008 um 22:11 Uhr

and in the end...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

so. jetzt habe ich mich so einigermaßen wieder aufgerappelt - das stop-schild hat sich ganz ganz langsam dann doch gezeigt - nachdem ich vorhin völlig zerstört durch meine wohnung getigert bin. ich hasse dieses pendeln, ich hasse es aus tiefstem herzen. warum, immer wieder diese frage: WARUM ICH? WARUM? warum muss ich einen großteil meiner kraft immer und immer wieder dafür aufbringen, mich aus eben solchen situationen zu befreien, warum ziehen mich autobahnbrücken und zugtrassen magisch an, warum, was mache ich auf dieser welt, ich gehöre hier nicht hin, bin fehl am platz.

stop. stop. stop. STOP. es ist vorbei, es ist gut, ich bin durch, es geht wieder. stop. und du, gute-momente-gerüst, halt gefälligst still, der orkan ist rum, das sind nur noch ein paar laue lüftchen, kein grund sich zu biegen. HALT STILL! die besserung meines zustandes ist vor allem geschuldet dem höllenritt auf dem rad, eine stunde in die pedale getreten, beine und lunge kurz vor dem explodieren, aber es hat geholfen. und so ganz nebenbei konnte ich sogar die ein oder andere entscheidung treffen.

ich werde also mal wieder aussortieren.

eine bestehende, private verbindung lösen. loslassen. sie tut mir nicht gut.

über die freundschaft mit madame m. muss ich definitiv auch noch einmal ausführlich nachdenken. was will ich mit jemandem, der mir immer und immer wieder brocken vor die füße wirft, ohne rücksicht auf verluste, über die ich erwiesenermaßen immer und immer wieder stolpere. ich habe keine lust mehr.

und auch auf die von c.'s seite aus neu zu belebende verbindung in form eines rennrad-trainings-teams, bestehend aus ihr und mir, habe ich keine lust. was ich brauche, momentan mehr denn je, sind menschen in meinem umfeld, die auch da sind, und vor allem dann, wenn es mir nicht gut geht. ich bin therapiebedingt dermaßen destabilisiert - was normal ist - ich brauche niemanden, der mir sagt, wortwörtlich, mir wird schlecht, wenn ich mir schon am vormittag die probleme anderer anhören muss. und das von einer ärztin. sorry, c. geht nicht.

nach all diesen überlegungen und entscheidungen ging es mir besser, die frische luft in meinen lungen tat ihr übriges, und im anschluss war ich dann auch noch einkaufen. spargel und neue kartoffeln für morgen. großartig. und jetzt?

weiches bett, demnächst. und ohne chemie heute.

30.04.2008 um 15:21 Uhr

pendelpsyche

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

es ist zu mäuse melken, zum haare raufen, ich könnte grad die wände hochgehen. gut hatte er angefangen, mein tag, ausgeschlafen, produktiv und zufrieden. ein anruf, ein einziger anruf einer nicht ganz unwichtigen person in meinem beschissenen leben, reichte, ein schlechtgelaunter tonfall, ein, zwei kritische, zweifelnde sätze, ein latent unverchämter, drängender tonfall, und ich liege am boden, mal wieder, bin völlig durch den wind, und jajajajajajaja, der kopf hilft nicht. er hilft einfach nicht.

packt eure ansprüche, eure erwartungen an mich einfach weg, verdammt noch mal, es sind nicht meine, nicht meine ansprüche, nicht meine erwartungen an mich, und auch nicht an dieses verrotzte scheißleben, das ich sowieso niemals haben wollte. wenn ich prioritäten habe, dann sind es andere, andere als deine, als deine und als deine erst recht, nichts hast du verstanden von mir, du siehst mich nicht, hast es noch nie getan. und dabei kennen wir uns schon so lange, so lange. verschwinde endlich aus meinem kopf, und das winzige bisschen gefühl, das sich vielleicht doch noch in meinem herzen gehalten hat, trotz all der enttäuschungen, trotz all des tretens und um dich schlagens, auch das werde ich los, irgendwann. weil ich es will. du tust mir nicht gut, nicht mir, und meiner psyche erst recht nicht. leider räume ich dir immer noch, und immer wieder viel zu viel spielraum ein, den du dann immer und immer wieder nutzt, um nach mir zu treten. und weil ich ach so stark bin, man mir ach so viel zutrauen, zumuten und verdammt noch mal ach so viel von mir erwarten kann tut man es, und weil ich keine kapazitäten habe, mich dagegen zu stellen mache ich eure beschissenen erwartungen an mich zu meinen eigenen, meist ohne es zu merken. und wenn dann mal wieder was nicht so läuft, wie es vielleicht sollte, dann tretet ihr um euch, du, ja, vor allem du, geht auf mich los und dummerweise mache ich mit, gehe auf mich selber los und würde mich, wie jetzt gerade, am liebsten vernichten, um den ganzen scheiß einfach nicht mehr ertragen zu müssen. ich kann nicht mehr. und ich will auch nicht mehr.

so. und an dieser stelle ist es zeit für das stop-schild. das gegen die selbst-bewertungen. raus mit dir, du blödes schild, komm endlich. und du, gute-momente-gerüst, warum hältst du nicht besonders gut, du biegst und windest dich wie ein verfluchter grashalm im orkan. dafür warst du nicht gedacht. wirklich nicht. ich glaube, ich muss noch ein wenig an dir arbeiten, nä?

 

30.04.2008 um 09:19 Uhr

querbeet

 

die sonne scheint. schön. die preisfrage ist: wie lange noch? leider ist heute nichts mit den ganzen tag sich den gedanken und dem rennrad hingeben, es ist mittwoch und es wird zeit, dass ich endlich endlich den abstract schreibe, an meinem antrag weiterbastel (der nächsten montag in der medizinischen fakultät liegen sollte) und noch so einiges anderes erledige. nunja. was sein muss muss sein.

mir ist aufgefallen, dass mein blog eins zu eins ein spiegel meiner psyche ist. er pendelt. also nein, nicht der blog an sich, sondern der inhalt. manchmal sind die einträge vor lauter emotionen kaum noch zu retten, dann wieder kratzen sie nur an der emotionalen oberfläche, wie momentan. außerdem wird gerade wohl sehr deutlich, dass ich keine lust habe, zu denken. aber gut, man möge es mir nach den letzten wochen und monaten verzeihen. immer noch merke ich jeden tag, wie sehr dieser endspurt an die substanz ging, mich nerven gekostet hat und wie groß die illusion war, innerhalb weniger tage hätte ich mich erholt. aber es wird besser, ich fange an, mich zu entspannen, mich nicht zu zerfleischen, wenn ich mal in den seilen hänge, ich schlafe unglaublich viel, zehn stunden pro nacht sind noch wenig. es wird also, es wird.

 

plan für heute:

abstract schreiben: 300 wörter sind vorgegeben; das lässt sich machen, 20 minuten und gut isses.

antrag: vorhandene literatur durchforsten/querlesen, bereits geschriebenes konkretisieren und ausführlicher darlegen, prioritäten setzen.

wetterabhängig: entweder rennrad oder zur abwechslung mal wieder fitnessstudio.

weiter am gute-momente-gerüst basteln.

 

ok, tag, jetzt kannst du kommen.

29.04.2008 um 19:03 Uhr

therapeutische irrungen und wirrungen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

mein therapeutisches spezialthema hat mich heute völlig aus dem konzept gebracht und mein selbst- und weltbild durcheinander gewirbelt. ich habe nur wirres zeug von mir gegeben - weil ich es schlicht noch lange nicht sortiert habe - und war hinterher dermaßen aufgewühlt, dass an müdigkeit, geschweige denn schlafen, nicht zu denken war. also hab ich den rennesel geschultert und bin los. allerdings nur eine gute stunde, die tour von gestern hatte ich dann doch noch in den beinen. aber immerhin. eine stunde, dreißig kilometer. die beine waren müde hinterher, der kopf immer noch am karussell fahren. so langsam, langsam legt sich das jedoch alles, je länger ich darüber nachdenke und versuche, mich mit dem gedanken anzufreunden. aber ganz ehrlich. unterbewusst und unausgesprochen war es mir irgendwie schon länger klar...meine therapeutin kommentierte es lapidar mit sie geben sich diesbezüglich gerade gerne ein anderes image, ich weiß...das trifft den nagel auf den kopf, hab ich auch sofort eingesehen und ihr pendelnderweise zugestimmt. hmpf.

29.04.2008 um 14:51 Uhr

most missed memories...

 

Rain forest, Vancouver Island, B.C., Canada

Rain forst, vancouver Island, BC

Coast of Vancouver Island, near Victoria, B.C. Canada

One of the most beautiful beaches on earth - Long Beach/Tofino, Vancouver Island, BC, Canada

...to be continued

29.04.2008 um 09:58 Uhr

kleinigkeiten

 

ich bin immer wieder glücklich, wenn ich feststelle, dass ich mich vor allem über dinge freuen und mich ihnen bzw. ihrer betrachtung ausführlich widmen kann, die ganz viele menschen einfach übersehen würden, kleinigkeiten, alltäglichkeiten, normalitäten.

eine blume am wegesrand, zwei spielende vögel am himmel, der sich kräuselnde rauch aus dem kamin des nachbarhauses, die katze, die durch den garten schleicht, den regenwurm, den ich ins gras verfrachtet und damit gerettet habe, eine altocumulus lenticularis über dem hausberg dieser stadt, die unterschiedlichen grüntöne der vegetation eben jenes berges, gestern beim radeln der storch, der langbeinig durch die uferwiese stakte (und vermutlich frösche suchte), die hummel, die auf dem geländer meines balkons sitzt und sonne tankt, die zwitschernden vögel am morgen, der duft des frühlings...

 

28.04.2008 um 19:14 Uhr

meine beste freundin...

 

...die person, die mir am vertrautesten ist, die mich ohne worte versteht und ich sie, der ich vertraue und bei der ich mich fallen lassen kann ohne angst zu haben, fallen gelassen zu werden, meine seelenverwandte, yin und yang, wie schwarz und weiß und zusammen sind wir der regenbogen...

28.04.2008 um 18:15 Uhr

unterbewusstsein vs. bewusstsein: runde 12

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

wie war das? bis zu nächsten bauchlandung? mhm. o.k. kopf einziehen und durch.

das war mal wieder einer dieser therapiesitzungen, nach denen ich es gerade noch schaffe, nach hause zu kommen, nur um dann ins bett zu fallen und stundenlang wie ein stein zu schlafen. ich hatte tatsächlich vergessen WIE anstrengend so eine psychoanalyse ist. das lässt sich niemandem ernsthaft nahebringen, der diese therapieerfahrungen nicht selbst gemacht hat. es ist unglaublich, und immer und immer wieder bin ich überwältigt - im wahrsten sinne des wortes - von der massivität psychodynamischer prozesses, der macht des unbewussten, des unterbewusstseins.

worum ging's? um schuld und eines meiner grundlegenden lebensgefühle, nämlich jenes, alleine oder bzw. alleine gelassen/verlassen zu sein. ausgehend wovon? tja. von einem eigentlich schönen wochenende bei meinen eltern. und jetzt sitze ich hier und bin völlig erledigt, kann nach mehreren stunden schlaf kaum geradeaus gucken und fühle mich, als hätte ich eine zentnerschwere last auf den schultern, bin völlig transparent, angreifbar, verwundbar. das neulich von mir endlich angesprochene spezialthema kam auch noch auf, wieder erst gegen ende der sitzung, und ihr blick, mit dem sie mich verabschiedet hat, verfolgt mich, bis jetzt, und vermutlich bis morgen, bis ich wieder dort bin. ein projektionsflächen-blick, in den ich zur abwechslung mal wieder abwertung, pure verachtung und geringschätzung projiziert habe. 

es ist doch immer wieder schön, vor augen geführt zu bekommen, was man von sich selbst hält. 

ich habe noch viel, viel arbeit vor mir.  

28.04.2008 um 09:26 Uhr

post-dissertative existenz

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

ja so stelle ich mir das vor, das leben nach der dissertation - naja, ganz ist es ja noch nicht vorbei, aber egal jetzt - früh aufgestanden, chef-sachen erledigt und dann mit dem rennrad auf der schulter aus dem haus gerannt und anderthalb stunden und mehr als vierzig kilometer später wieder reingerannt...ähh naja, zwischendurch saß ich auch mal drauf, ich pflege nicht mit meinem rad auf dem rücken marathondistanzen zu laufen, aber das hätte man sich an dieser stelle auch denken können.

und jetzt? hmmm. duschen? ja, auf jeden fall. und dann? antrag weiterschreiben? nochmal bett? hach, ich kann mich zwischen all den schönen alternativen kaum entscheiden. aber vielleicht so: erst bett, dann antrag, und nachher therapie-punk. ja, ich glaube das ist eine gute idee.

27.04.2008 um 23:41 Uhr

graue zellen? abhanden gekommen.

 

hach. *strahl*. alles gut. es gab zwar keine spinatpfannkuchen, der rest allerdings passte, anstrengend zwar, aber völlig ok. pflanzen-kölle leer gekauft (ich hatte das dringende bedürfnis, mich - jetzt wo ja ENDLICH wieder zeit ist - mal wieder ausfühlich der zimmer-botanik, die vor allem aus wundervollen sukkulenten und wüstenpflanzen besteht, zu widmen), viel an der frischen luft gewesen, weitgehend in ruhe gelassen worden, mich meinem nebenjob 'unternehmer-tochter' gewidmet...himmel...knapp zwei tage nicht geschrieben plus ein glas wein und ich kann kaum mehr geradeaus formulieren, geschweige denn tippen. außerdem hab ich gerade zweieinhalb stunden mit meiner besten freundin telefoniert - was jetzt allerdings nix mit der formulier- und schreibschwäche zu tun hat - die mir unglaublich fehlt - also meine beste freundin jetzt - ich sie aber in zwei wochen endlich endlich wieder sehe...man verzeihe mir hier bitte sämtliche formulatorische, syntaktische, semantische und grammatikalische fehler...mannmannmann, wie kann das leben doch schön sein - zumindest bis zur nächsten bauchlandung, ach nee, ich darf ja nicht ironisch oder gar zynisch sein, das unterbewusstsein, es versteht ja nicht...tschuldigung, kleines. aber das gute-momente gerüst, es wächst. jawoll.

ich fühle mich gerade so, als hätte ich noch nie im leben was intelligentes von mir gegeben und es auch niemals tun werde (das klingt jetzt auch falsch...interessiert es jemanden? nein, dann ist gut)...muss ich mir sorgen machen? sind am wochenende all meine grauen zellen abgestorben, oder zumindest ins koma gefallen, oder sind das post-dissertative nachwehen, oder vernebelt mir gar noch etwas anderes mein hirn, oder haben mir aliens einen chip eingebaut der meine hirnströme durcheinander bringt, oder...ja was denn nun? hallo? halloho? geht's noch?

vielleicht sollte ich das mit dem schreiben für heute lassen. kommt ja doch nichts dabei heraus. oder ist es das schon? hmmm. ich glaube ich beschließe jetzt einfach mal, dass nicht immer alles, was von mir kommt, zwingend hochintelligent oder tiefschürfend sein muss. dann kratzt es jetzt halt mal nur an der oberfläche. oder klingt kauderwelschig. das ist egal. 

so. ich werde mich jetzt ins weiche bett begeben, gedanken und seele noch ein wenig baumeln und mich meiner - ausgeprägten - phantasie überlassen...

26.04.2008 um 11:10 Uhr

gerade eben...

 

...stahl sich ein leises lächeln auf meine lippen ))

...beim unerwarteten gedanken an dich.


...welcome back within my fantasy...

 

25.04.2008 um 13:24 Uhr

endlich. raus.

 

ich habe es ihr erzählt. ich habe es ihr endlich erzählt, meiner therapeutin, und damit letztendlich mir selber. sie hat kurz die luft angehalten, dann geseufzt, mich angelächelt und gesagt 'ich bin froh, dass sie das endlich rausgelassen haben'.

ich auch, ich auch, ich auch ich auch ich auch ich auch. und es war völlig ok, es hat sich gut angefühlt, erleichternd und hat absolut in den kontext gepasst. ich bin ein stück weiter, ich fühle es, völlig ruhig und gelassen und bei mir.

25.04.2008 um 05:41 Uhr

gut gemacht

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich glaube der 180°-positiv-eintrag von gestern nacht war eine feine sache. ich habe tatsächlich gut und erholsam geschlafen, bin jetzt wach und fit und freue mich auf den tag. alles in allem habe ich das mal wieder gut hinbekommen, wenn ich mir anschaue, was hier am mittwoch noch los war. es stimmt schon, ich kann stolz auf mich sein...es ist zum haare raufen wie schwer es mir fällt, das nur zu schreiben...

nichts desto trotz. ich bin es. und ich werde es festhalten, und es mit ins gute-momente-gerüst einbauen. zumindest gestern hat eben jenes mir nämlich geholfen. es scheint zu funktionieren.

24.04.2008 um 22:59 Uhr

180°

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

eigentlich wollte ich mich hier gerade mal wieder darüber auslassen, dass sich mir der sinn meines daseins auf dieser erde, in diesem leben, nicht erschließt, ich nicht weiß, was ich hier soll, ich zerrissen und alleine bin...es stand schon eine ganze menge da...als mir einfiel, dass meine therapeutin sagte, ich solle doch bitte an den guten momenten festhalten, sie zurückholen und mir ein gerüst aus ihnen basteln, an dem ich mich in momenten wie jenem entlang hangeln kann.

also gut, einen versuch ist es wert:

 

ich habe letzte woche meine diss abgegeben!

mein chef hat mich mit anspruchsvoller und hochqualitativer arbeit zugepackt und es macht spaß, den berg anzugehen und abzuarbeiten, wie ich heute gemerkt habe.

ich komme mit meinem medizinantrag weiter und freue mich auf morgen vormittag, wenn ich ruhe habe und an keine übersetzung etc. denken muss und fein weiterbasteln kann, an meinen wissenschaftlichen gründen, auch das macht mir nämlich spaß.
 
ich kann gerade mehr oder weniger tun und lassen, was ich will.
 
nicht mal eine blöde anästhesistin bringt mich mehr aus dem konzept, auch nicht wenn sie kryptische sms à la "ich fahre morgen auf einen kongress, habe mein festnetz abgemeldet weil es zu teuer war und möchte ab dem 6. mai endlich radeln, kommst du mit?" schreibt.
 
nette redakteurinnen von netten sportmagazinen rufen bei mir an und wollen, dass ich ihnen artikel - die nebenbei verdammt gut bezahlt sind - schreibe.
 
ich fahre übers wochenende zu meinen eltern und es gibt spinatpfannkuchen am freitag abend, spargel mit schinken und kartoffeln mit salat am samstag und steak mit rosmarinkartoffeln am sonntag...was will man mehr...
 
die depression und die bps können mich mal...tschullldjens frau anal-ütikerin für die ausdrucksweise, ich weiß, ich weiß, der burschikose vierzehnjährige, aber so isses nun mal...zumindest bis ich wieder ins nächste loch falle.

so. genug gerüst aus guten momenten gebastelt, rescue-tropfen noch geschluckt und dem wohlverdienten schlaf dürfte nichts mehr im wege stehen.

gute nacht.

23.04.2008 um 20:16 Uhr

das lama hat leider doch einen kleinen einsamkeitsschaden davongetragen...

 

flatsch. krachte das lama durch den blätterwald und stand plötzlich grinsend vor mir. ich hatte es nicht einmal kommen hören, es ist wirklich geschickt im leiselaufen, mit seinen ballettschuhen, das tier.

ich stand schon eine weile im lindgrünen birkenwald, völlig ratlos, wo ich denn nun anfangen sollte, das lama zu suchen. ich hatte was gutzumachen, spätestens jetzt war mir das endgültig bewusst geworden. die klage wegen nächtlicher ruhestörung und spuckbelästigung, nunja. ist man die besitzerin eines kapriziösen, weißen ballett-lamas tut man gut daran, eine ordentliche rechtsschutzversicherung abgeschlossen zu haben. und ich muss gestehen, ich konnte mir das grinsen nicht verkneifen, der alte schäuble hatte es verdient. o.k., dass er nicht weglaufen konnte, über diese tatsache, so habe ich beschlossen, werde ich geflissentlich hinwegsehen und mich dem glauben hingeben, das lama hätte das nicht gewusst. wie auch. seit seiner letzten - wohlgemerkt misslungenen - bildungsreise interessiert es sich nicht mehr für politik.

wie dem auch sei, da stand es nun also vor mir und grinste mich frech an. ich nahm es erst mal in den arm, drückte es fest und zerrte es unter die nächste birke. ich wollte einfach mit ihm zusammen sein, ich hatte mich so lange nicht um das tier gekümmert. aber es wollte nicht so recht und sträubte sich zart aber bestimmt. o.k., wahrscheinlich ist es doch beleidigt, tief drinnen im lama-herzen, hoffentlich, so dachte ich, hat die zarte lama-seele keinen dauerhaften schaden genommen, ob der wochenlangen vernachlässigung, und die einseitige ernährung hat ihm bestimmt auch nicht gerade gut getan. wie konnte ich ihm das nur antun. wie höchst egoistisch von mir.

das lama tänzelte ein wenig um mich herum, drehte eine runde rechts um die junge birke, und eine runde links, hüpfte auf und hüpfte ab, und kam aus dem grinsen nicht mehr heraus. himmel, dachte ich, irgendwas hat das tier doch, irgendetwas stimmt nicht, soooo aufgekratzt hatte ich es schon lange nicht mehr gesehen. was denn nun los sei - ich setzte eine strenge miene auf, ich versuchte es zumindest - wollte ich wissen, und ob es denn schon wieder etwas ausgefressen hatte....aha.

kaum hatte ich letztetes gefragt, schon senkte das tier ein wenig verschämt den kopf und schielte mich mit seinen treuen augen von unten an. wie gesagt, aha. wie konnte es auch anders sein, ein kapriziöses, weißes ballett-lama KANN gar nicht anders als nur bödsinn im kopf haben. was, lama, bitte schön, ist also los, vielleicht rückst du einfach mal heraus mit der sprache, damit ich entscheiden kann ob ich ernsthaft sauer sein muss, oder ob ein mahnender blick genügt.

nunja, also, kicherte es, es habe ja in den letzten wochen genügend zeit gehabt, sich auf entdeckungsreisen zu begeben. ja, ok, das dachte ich mir schon, wie hätte ich es auch verhindern sollen, und nunja, da hätte es, stotterte das tier, die ein oder andere so irgendwie ganz interessante persönlichkeit kennengelernt. ok, soweit so gut, ich kann folgen, aber...naja, und eine, eine hätte es ihm irgendwie ganz besonders angetan, aber bisher hätte es sich noch nicht getraut, sie anzusprechen, und weil es doch lollis so liebt und die dame offensichtlich auch, und...und bei der dame heißt ein lolli nicht lolli sondern lollo, und...ich wurde immer ratloser ob dieses wirren gestammels...und, jaulte es auf und stampfte gleichzeitig mit dem fuß, und überhaupt würde es mit der lolli-lollo dame gerne mal einen spazierganz durch den lindgrünen birkenwald machen, weil die dame würde ja nicht nur lollos lieben, sie wär ja auch noch ganz berühmt, wär sie und wunderschön, jawoll kreischte das lama, wunderschön die frau lollo und es wolle - BITTE - ein, einen spazierganz haben...

...und so ganz langsam fing ich an zu begreifen, was das lama mir eigentlich sagen wollte, vom gleichzeitig sich breitmachenden entsetzen hier mal ganz zu schweigen...

...und weil ich ihm etwas schuldig bin, dem lama, werde ich mich jetzt - stöhnend und augenverdrehend - aufmachen und gina anrufen und sie fragen, ob sie mit dem lama spazieren gehen will.

womit habe ich das verdient?

23.04.2008 um 20:00 Uhr

neiiiiiiiiiiiiiiiiin...

 

um gottes willen...

hier

ich weiß nicht, wie ich das wieder gutmachen kann.

ich gehe es jetzt erst mal holen...

 

ach herrjeh, das wird ja immer, immer... herrgott, das tier ist nicht mehr ganz...naja, was will man von einem kapriziösen, weißen ballett lama auch anderes erwarten...

hier 

23.04.2008 um 19:02 Uhr

whatever

 

mein chef hat vorhin angerufen und mich mit arbeit zugepackt. und zwar nicht hier bissle kopieren und da bissle weißdergeierwaswenigqualitatives, nee, ich darf die module des neuen master-studiengangs ausarbeiten, struktur und inhalt. man höre und staune. das wäre wohl kaum der fall, hätte er in meine arbeit geschaut und auf den ersten blick festgestellt, dass sie grottenschlecht ist. von daher: *aufatme*.

fürs erste allerdings sitze ich über der übersetzunmg eines typisch deutschen textes ins englische, etwas, das ich zutiefst hasse. nicht, dass das englische ein problem wäre, gott bewahre, aber ich schreibe um so vieles lieber texte von vorne herein auf englisch als dass ich deutsche texte übersetze. ich bin keine übersetzerin, daher braucht das immer seine zeit bis die texte eben nicht mehr übersetzt klingen herrgottnochmal.

auf meinen recherchen in den weiten des zwischennetzes bezüglich vergleichbarer studiengänge - man muss sich ja informieren, was die konkurrenz so anbietet - stoße ich wieder und wieder auf hochinteressante institutionen, organisationen, etc. die in meinem bereich tätig sind, und irgendwie bekomme ich da doch tatsächlich lust, zu arbeiten. einen job in einem dieser bereiche und ich wäre glücklich. schnittstelle wissenschaft - gesellschaftspolitik oder so, großartig. und schon wieder sitze ich da und grüble, was ich denn nun machen soll. aber ich glaube, das einzige, das wirklich nichts bringt, ist, wenn ich jetzt alles überstürze. in zweieinviertel monaten erst ist verteidigung, bis dahin bin ich einigermaßen versorgt, alles gut also. es wird kommen, wie es kommen muss, soll, ich es will.

 

23.04.2008 um 09:41 Uhr

beschäftigt

 

so. irgendwie habe ich es geschafft, in die latschen zu kommen. gut. sehr gut. die bestätigung der abgabe der diss von dekanat ist bestellt, kann ich morgen abholen. zudem ist teil eins der darlegung der wissenschaftlichen gründe für die bewerbung um den medizinstudienplatz seit gerade eben fertig. sprich: die einleitung. ein sehr sehr wichtiger teil dieses antrags. großartig. jetzt werde ich d. anrufen und den inhalt und die formalitäten für den bis zum 5. mai zu schreibenden artikel abklären sowie die gestern fast fertig gestellte erwähnte bewerbung festklopfen, meine hochverehrte krankenkassen anrufen die mich unwahrscheinlich nervt, und dann mal sehen.

22.04.2008 um 22:07 Uhr

ventil gefunden

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich brauche ein ventil. sagt meine analytikerin. und zwar am besten eines, das auf mehreren ebenen arbeitet. sage ich. wir haben recht, ich werde mich sonst irgendwann selbst zerfleischen. so geht das nicht weiter. spätestens nach der heutigen sitzung ist das klar wie kloßbrühe. ich meine, klar war das auch schon vorher, nur konnte oder wollte ich mir das so genau nicht anschauen. jetzt ist mein blick unverstellt, vor allem nach der mail. das allerdings ist keine dauerhafte lösung. wirklich nicht.

sport. mache ich, muss ich jetzt nur langsam wieder in meinen alltag zu integrieren beginnen, rennrad fahren und fitness-studio. sagte ich. das reicht nicht, meinte sie. sie brauchen noch etwas kreativitätsbezogenes. malen hat sie vorgeschlagen, weil ich erwähnte, dass ich jackson pollock verehre. action painting und so. schreiben. sagte ich, schreiben hilft, ist auch ein ventil. sie weiß um dieses und findet es gut. reicht trotzdem nicht. ganz offensichtlich, sonst wären ja die selbst-aggressionen in den griff zu kriegen, und das sind sie derzeit nicht. wirklich nicht.

gerade vorhin hat es klick gemacht. ich muss es einfach angehen. die ventile liegen nicht auf der straße und warten, dass ich mich ihrer bediene. ich muss mir schon selber eines suchen bzw. schaffen. mit rumsitzen und im selbstmitleid aufweichen ist es nicht getan. ganz bestimmt nicht.

das mit dem malen ist irgendwie nichts für mich, da habe ich schon mehrfach drüber nachgedacht. ich brauche bewegung, zum aggressionen abbauen erst recht. dasitzen und pinselchen schwingen, nee, wirklich nicht. dann schon eher farbeimer in der gegend herumwerfen. aber nunja, auch das liegt wohl nicht im bereich des umsetzbaren.

was mich schon lange reizt und mich ungemein interessiert ist östliche kampfkunst. also machte ich mich auf in die weiten des zwischennetzes und begann zu recherchieren, was es hier diesbezüglich so alles gibt.und - glaubt man das - ich habe etwas gefunden, das perfekter nicht sein könnte, wie für mich gemacht, das mehrebenen-ventil schlechthin:

kenjutso/japanischer schwertkampf am hier ansässigen institut für integrative kampfkunst und psychologie,das unter den folgenden leitideen arbeitet:

1. klassische kampfkunst, östliche philosophie und westliche psychologie verbinden sich in einem zeitgemäßen ansatz. körperliches training, leibliches spüren, die arbeit mit atmung, emotion und achtsamkeit zielen nicht nur auf gesundheit, fitness und selbstverteidigung, sondern wesentlich auf die entwicklung des „ganzen” menschen.

2. integrative kampfkunst schult die wahrnehmung körperlicher, emotionaler und mentaler prozesse und die fähigkeit zu ihrer regulation. ängste, aggressionen und verhaltensmuster, die unsere möglichkeiten in problem- und konfliktsituationen einschränken, können überwunden und neue handlungsspielräume erschlossen werden.

3. in der ostasiatischen philosophie gilt der drache, chinesisch „long”, als symbol der gegensatzvereinigung - insbesondere von geist und natur. die kultivierung und transformation der oft unbewussten, verdrängten kräfte und impulse, die sich in unseren inneren und äußeren konflikten manifestieren, die integration des schattens, das ist longdo, der „drachenweg”.

das kenjutso ist eine variante des japanischen schwertkampfs, die auf grundlagen des „kempo“ basiert, einer kampfkunstrichtung mit chinesischen wurzeln. geübt wird dabei mit einem holzschwert, dem „bokken“, das traditionell als übungswaffe dient. eine schutzausrüstung ist nicht nötig, da alle partnertechniken ohne körperkontakt trainiert werden. neben der arbeit an einer korrekten körperhaltung, atmung und handhabung des schwertes wird insbesondere der geistige und philosophische hintergrund berücksichtigt. auf der basis der buddhistischen ethik und achtsamkeitsschulung zielt die übung mit dem schwert auf die entwicklung von präsenz, integrität und die fähigkeit zu einer friedfertigen selbstbehauptung. dabei stehen grundtechniken, einzel- und partnerübungen, bewegungslehre, atemschulung, achtsamkeitsübungen und meditation im mittelpunkt des trainings.

wie gemacht für mich, ich sags doch. ich werde morgen mal hinradeln und mich informieren, und am donnerstag eine kostenlose probetrainingseinheit absolvieren.

so einfach ist das also.

*strahl*

22.04.2008 um 18:42 Uhr

liebe frau doktor psychoanalytikerin

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

die selbstaggressionen verstellen mit bisweilen komplett den blick. aggressionen, gepaart mit schmerz, wut, hass, selbstmitleid, selbstzweifel und das alles ohne inneren halt, das ICH verbarrikadiert hinter meterweise schutzwall; kein wunder daß da keine analyse möglich ist, daß jedes ihrer worte nicht oder falsch ankommt, falsch ankommen muss.

sie sind erreichbar. haben sie gesagt. ich nehme das jetzt einfach mal so hin, und es in anspruch, und baue mir selbst eine brücke. ich habe nämlich keine lust an mir herumzuschneiden. die aggressionen kämen dabei zwar heraus. aber irgendwo würden sie einen weg zurück hinein finden, und irgendwann ginge es wieder von vorne los. das ist keine lösung. soviel habe ich begriffen. erwachsen werden bezüglich des für sich sorgen? hier bitte. allerdings habe ich nicht vor - seien sie sich dessen versichert - ihnen jedes mal zu schreiben, wenn ich ein bisschen erwachsener werde. es sollte bei dieser einen mail bleiben.

es tut mir leid. für sie auch, ja, aber noch viel, viel mehr für mich selber. sie tun mir nicht weh. ich bin es. und diese erkenntnis ist so bitter, wann immer sie sich einstellt. wie jetzt.

die agressionen fressen mich auf. das wissen um sie, mir dabei zuzuschauen wie ich auf mich losgehe, kein ventil zu haben, nicht zu wissen, woher sie kommen, der tatsache ins auge blicken zu müssen, schon mehr als eine brücke eingerissen zu haben. alles in allem eine ziemlich vertrackte lage, die mich schlicht überfordert. meistens. so wie heute.

alles in mir sträubt sich gegen veränderungen, und dennoch gibt es einen teil in mir, der eben diese veränderung unbedingt haben will, ungeduldig ist und ahnt, dass eine eben solche bevorsteht. diese beiden teile befinden sich gerade im widerstreit. aber der veränderungswillige teil wird gewinnen.

leise und sanft wird er sich durchsetzen.

ich werde ein ventil finden, werde loslassen und mich einlassen können.
ich möchte es, und ich werde es auch schaffen.

bis freitag.