grenzwandel

30.06.2008 um 22:25 Uhr

o sole mio

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

die beste medizin der welt? gegen sämtliche psychische und physische leiden? große und kleine? oberflächliche und tiefgehen- bzw. sitzende? ein telefonat mit der besten freundin. ihr stimme bewirkt wunder, beruhigt, motiviert. ich brauche mir keine sorgen machen wegen donnerstag. sagt sie. besser könne man nicht vorbereitet sein. sagt sie auch. und da sie mich kennt wie niemand sonst auf der welt und in derartigen situationen die nötige distanz zu mir hat - die mir ja logischerweise fehlt - kann sie das beurteilen und ich glaube ihr. daher werde ich morgen ausschlafen und es gaaaaaaaanz ruhig angehen lassen. vortrag durchquatschen, die restlichen seiten des methodikkapitels lesen und es dann weitgehend gut sein lassen. ich kenne meine arbeit, niemand will mir ans leder und überhaupt und sowiso zählt die mündliche leistung nicht - wie ich immer dachte - 50%, sondern nur zu einem drittel. was also bitte schön sollte da schief gehen? naja, die ängste eine kontrollneurotikerin eben *grins*. von daher werde ich dieses thema jetzt für heute ebenfalls abhanken. was fehlt? ach ja, das übliche...

zu viel

gedanken, unsicherheit, herumorganisiererei


zu wenig

getrunken, schlaf


genau richtig

ein tisch. hat mir der nachbar von oben gebracht, da sein riesenterrakottatopf beim letzten unwetter eine sturmbedingte punktlandung auf meinen balkontisch hingelegt und diesen dabei teilweise zerstört hat


ärgernis des tages

ich blute. schon wieder und daher VIIIIIIIIEEEEEEEEL zu früh. seit wann ist ein zyklus 17 tage lang? das geht doch nicht. ist nicht gut, vor allem, wenn es wieder einen verlauf wie beim letzten mal nimmt. *fettgrins* ich sehe mich schon bei der verteidigung formvollendet augenverdrehend zu boden sinken...nein nein, wir malen den teufel nicht an die wand ;-)!


erfreunis des tages

ein eisfreier kühlschrank

ein gutes(!) essen in der mensa (yup, ernsthaft!)


erkenntnis des tages

das ist der letzte montag meines lebens ohne doktortitel. wie wir vorhin am telefon feststellten: einmal gemacht wird man den nie wieder los. tattoos kann man ja wenigstens weglasern, den titel nicht.


countdown

noch drei tage

30.06.2008 um 19:15 Uhr

aber hallo...

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

organisation erledigt, beamer und laptop organisiert. der laserpointer war, ist und bleibt unauffindbar und ich sehe mich genötigt, mir im elektronikgeschäft meines vertrauens einen eigenen zu kaufen in anbetracht der tatsache, dass ich keine lust habe, mit einem zeigestock herumzuhantieren, was zudem extrem lächerlich aussehen würde, da eben jener mich um längen überragt. die für die publikationserlaubnis erforderlichen unterschriften waren heute auch nicht zu bekommen da - achtung, formalitäten - eben jene erlaubnis für die publikation erst NACH der verteidigung unterschrieben werden darf. wie ätzend, als könnte man das nicht vordatieren; aber scheinbar hat die werte frau prüfungsamtshenkerin dermaßen stress gemacht beim letzten kandidaten, dass nichtmal mein chef eben jenes leisten wollte. nun gut.

ansonsten vortrag geübt, methodikkapitel bis auf ein paar seiten gelesen. es wird. aber als wenn das alles noch nicht genug wäre, rief heute die sekretärin des professors der hiesigen uniklinik an, der mir das gutachten bezüglich der wissenschaftlichen gründe für die aufnahme des zweitstudiums medizin schreibt, ich müsse mir zwar keine sorgen machen, aber ich wäre ein derart ungewöhnlicher fall, dass mich der werte herr professor bitte kennenlernen möchte, bevor er sein endgültiges urteil fällt. und weil es langsam knapp wird mit der frist für dieses gutachten und der herr ab nächster woche auf dienstreise ist, muss ich am freitag um 9 uhr aufschlagen. gewünscht war von deren seite aus der donnerstag, aber das geht ja nun wirklich nicht, und weil dem so ist muss ich zu allem überfluß - also wenn schon scheiße dann richtig :-) - nicht ins heimatinstitut des herrn professor, sondern dahin, wo er am freitag morgen beschäftigt sein wird - in die pathologie. groß-ar-tig. was soll das? wollen die mich testen? ob ich im angesicht einer toten leiche noch erzählen kann, warum ich medizin studieren will? also frau grenzgängerin - skalpell bitte - dann erzählen sie mir mal - *schneidritschratsch* - warum sie - ich öffne hier gerade mal den schädel - denn jetzt noch - oh herrjeh, das gehirn sieht aber zerfressen aus - medizin studieren wollen - reichen sie mir mal die schüssel... nun gut. auch das werde ich überleben. tigerbalsam unter die nase (hihi, man kennt das ja aus den entsprechenden pathologie-forensik-krimskrams-thrillern), augen zu und durch. vielleicht gehe ich aber auch mal wieder vom schlimmsten aus und alles wird ganz anders. wir werden sehen.

und jetzt werde ich etwas essen und mir dann den vortrag nochmal zur brust nehmen.

30.06.2008 um 08:59 Uhr

drittletzter tag ohne...

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

die rechnung ist aufgegangen. die flücht-aktion gestern abend war das beste, was ich machen konnte. ruhe gehabt und beruhigt, gut geschlafen, ergo: fit und bei mir. der vortrag flutscht, es wird an kleinigkeiten und details bezüglich der formulierungen gefeilt und überhaupt fühlt es sich gut an. allerdings steht mir heute noch ein technischer organisationsmarathon bevor: der in dem raum, in dem die disputation stattfinden wird, installierte beamer hat so seine macken, also werde ich unseren institutsbeamer brauchen. der wiederum ist den ganzen tag durch einen kollegen reserviert, für ein blockseminar. den muss ich jetzt also von einer alternative - die ich noch nicht sehe - überzeugen, weil ich den beamer brauche. so. laserpointer. vor nicht allzu langer zeit wurde - wie ich in erfahrung bringen konnte - einer für's institut angeschafft. kein mensch jedoch weiß, wo der abgeblieben ist. muss ich also suchen gehen. dann: die publikationsformalitäten müssen/ sollten bis do erledigt sein, weil mein chef dann erst mal weg ist, und außerdem brauche ich für die online-publikation eine extra, natürlich beim promotionsausschußvorsitzenden zu beantragende, genehmigung. und so ganz nebenbei muss ich die arbeit weiter lesen, den vortrag üben und mir noch gedanken über den ein oder anderen aspekt machen. aber: heute fühlt sich das alles irgendwie anders als gestern an. es wird. es wird.

29.06.2008 um 22:14 Uhr

nix wars

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

wie gut, daß ich so begabt darin bin, menschen in meiner nähe zu ertragen, wenn es mir nicht so besonders gut geht. der fußballabend hatte pendel-potential und hätte durchaus zu einem ausgewachsenen inneren chaos führen können, hätte ich mich nicht exorbitant schnell wieder verabschiedet. statt fußball gucken und grillen habe ich stattdessen auf menschenleeren straßen knapp drei stunden den rennesel gequält und ein eis gegessen. nur mit mir alleine. ganz in ruhe und ohne jegliche stressfaktoren außen herum. und jetzt werde ich duschen und dann ohne umweg ins bett gehen. dann habe ich eine chance, morgen wieder beisammen zu sein. bei mir und in der mitte. hat heute nicht so ganz geklappt.

so what.  

29.06.2008 um 17:29 Uhr

alles blöd. blöd, blöd, blöd.

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

ich werd hier echt noch zum jammerlappen. aber ich kann es mir nicht verkneifen: ich bin müde, kaputt, am rande meiner kapazitäten, unmotiviert, unkonzentriert. ich kann nicht mehr. vortrag durchgequatscht heute, anderthalb mal, arbeit angefangen zu lesen, bis zur methodik gekommen. ok, ist akzeptabel, aber jetzt hänge ich hier, bringe nichts zuwege und mach mich dafür auch noch rund, was sich natürlich auf meine laune schlägt und auf die lust, jetzt dann demnächst aus dem haus zu gehen und menschen zu treffen. ich will meine ruhe. einfach nur ruhe. gegessen hab ich auch nichts bis auf drei nektarinen und zwei äpfel, ich hab hunger aber keine lust jetzt vor dem grillen noch was zu essen, ich habe keine ahnung wo die stecklampen für den rennesel sind, meine kurze hose ist verschwunden, im kühlschrank entsteht schon wieder eis, es ist zu heiß draußen und drinnen auch und überhaupt. alles doof. vielleicht hilft es ja, den rechner jetzt einfach auszumachen und mich etwas früher als geplant aus dem haus zu quälen und mich in richtung institut zu begeben. irgendjemand, dem ich auf die nerven gehen kann, wird schon da sein. außerdem muss ich mich eh noch um den beamer, den laserpointer und das institutslaptop für donnerstag kümmern, das könnte ich rein theoretisch auch jetzt erledigen. irgendwie klingt das nach einem plan. ob er gut ist, wird sich zeigen.

29.06.2008 um 13:47 Uhr

och mönsch...

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

knapp 30°C draußen, ein wundervoller sonntag und sitze hier drinnen, grünteeschlürfend und ziehe mir lesenderweise das rein, womit ich mich vier jahre beschäftigt habe anstatt wahlweise den rennesel zu quälen oder irgendwo am wasser zu liegen. sch... hallo frau argh als mit- bzw. auchleidende. an dieser stelle mal eine fette entschuldigung an meinen chef und den zweitgutachter dafür, daß ich es nicht geschafft habe, mich kürzer zu fassen. wie gesagt: sorry. und danke für's trotzdem lesen. ich für meinen teil werde nur das nötigste nochmal lesen, habe ich beschlossen, einleitung, theorie und methodik und fazit. leider sind das immer noch knapp 150 seiten. naja, wenigstens muss ich mir um den vortrag keine gedanken mehr machen, das ist irgendwie nicht zu unterschätzen. trotzdem. ich habe keine lust mehr. ich will nicht mehr ich kann nicht mehr. die grenze ist sowas von erreicht. schimpf. herumtob...ach nee, das ist zu anstrengend. wenigstens gibt es heute abend ein wenig ablenkung, wenn auch 'nur' im kollegenkreis. idiotischerweise haben meine kollegen - wie wohl die meisten wissenschaftler - die angewohnheit, sich auch in ihrer freizeit über ihre arbeit zu unterhalten. oder machen die das nur, weil monsieur chef anwesend ist/sein wird? hihi, gut dass wir uns seit nunmehr zehn jahren kennen und er mich sofort als blenderin entlarven würde, wenn ich außerhalb der dienstzeiten wissenschaftliches geblubber von mir geben würde und ich daher gar nicht in versuchung kommen werde, mich an derartigen gesprächen beteiligen zu müssen. großartig. ich habe narrenfreiheit. vielleicht wird es an dieser stelle auch mal zeit für folgendes: danke für all die unterstützung und das vertrauen, das du mir in den letzten zehn jahren entgegen gebracht hast. so. das musste mal sein. vielleicht sag ich es ihm bei gelegenheit mal persönlich. und jetzt werde ich mich wieder ins methodikkapitel stürzen und erst am späten nachmittag wieder daraus auftauchen.

29.06.2008 um 08:39 Uhr

kein titel

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

das vortragstiming ist perfekt, sogar am sonntag morgen. vielleicht liegt es aber auch an meinem ausgeschlafenheits-status. bis 21 uhr habe ich gestern abend durchgehalten, dann war sense. bett. nicht mal zum telefonat mit der besten freundin war ich in der lage. aber jetzt machen sich die knapp 10 stunden schlaf bemerkbar. ich bin fit, motiviert und werde heute einiges weggeschafft bekommen. durchgequatscht ist er bereits einmal, diesbezüglich sind also schon 50% des pensums erfüllt. 2 mal am tag dürften reichen. wenn ich mir hier so anschaue, was für einen verfluchten aufwand ich betreibe, dann komme ich mir unglaublich bescheuert und uncool vor. würde ich eben jenen aber nicht betreiben, würde es mir auch nicht gut gehen. ich hab also die wahl. uncool vs. unzufrieden. ist eine etwas verquere sichtweise, ich weiß. aber egal. als nachtrag zu gestern:

 
zu viel

hitze, müdigkeit

 
zu wenig

gegessen. definitiv

 
erfreunis des tages

nach 4 tagen ist mein kühlschrank endlich von den eismassen des sich oben drin befindlichen kleinen gefrierfachs befreit. nicht mal ein blatt papier hatte mehr reingepasst.

 
erkenntnis des tages

...öhöm, *überlegüberleg*, pffffhhh. ach ja. mir fiel auf, dass ich unglaublich froh und glücklich und erleichtert und befreit darüber bin, dass sich gewisse menschen nicht mehr in meinem näheren bis nächsten umfeld bewegen. die silveste-'aussortier'-aktion hat sich gelohnt. 

 
countdown

noch 4 tage. eigentlich könnte ich anfangen, den tag der verteidigung mit in meinen countdown mit einzubeziehen. also sind es noch 5 tage. 

und jetzt? weiter im text. immerhin ist heute nur zeit bis 18 uhr, da dann das kollegen-kollektiv-institutsgrillen-und-fußballschauen ansteht.

28.06.2008 um 17:57 Uhr

samstag fast rum

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

die müdigkeit kriecht mir aus allen poren und ich habe nicht das gefühl, daß sie nur auf die relativ kurze letzte nacht zurückzuführen ist. irgendwie fühlt sie sich durchdringender, umfassender an. nunja. ich werde den kaffee- und grünteekonsum wohl bis donnerstag noch ein bisschen erhöhen müssen; dann ist schluß. aus. fertig. bis dahin sollten das bekämpfen bzw. ignorieren der müdigkeit und das durchhalten kein problem sein, auch wenn ich irgendwie nicht mehr kann und auch nicht mehr mag.

zumindest ist der vortrag perfekt ausformuliert und mindestens ebenso perfekt getimed. teil I exakt 10 minuten bei moderatem tempo und teil II 17 minuten, geringfügig langsamer als teil I. perfekter geht es nicht, denn erfahrungsgemäß braucht man beim vortrag selbst einige minuten länger als beim durchquatschen zuhause. von daher: sitzt, paßt und hat luft. und das auf anhieb. aus keiner einzigen folie muss ich etwas herausstreichen, und das obwohl ich beim vortrag erstellen NICHT auf das timing geachtet habe und nur mit einer groben über-den-daumen-gepeilt-schätzung herangegangen bin, was wie lange dauern könnte und wie viele folien es somit sein sollten. großartig. und die wettervorhersage für donnerstag hat sich zwischen gestern und heute dramatisch verändert. kachelmann. hapfff. gestern noch über 30° vorausgesagt, und was muß ich vorhin sehen? donnerstag knapp über 20°C. häh? das ist ein unterschied von 10°C, ein nicht zu verachtender temperatursturz. oder hatte ich gestern mehr als einen knick in der optik? aber für mittwoch sind immer noch über dreißig grad angesagt und für freitag knapp an die 30° ran. der beweis:


nochmal häh??? ich versteh' es nicht. kurzzeit-turbo-tief am donnserstag? naja. mir soll es mehr als recht sein, wenn es denn dabei bleibt. es steigert meine chance, die verteidigung unbeschadet zu überleben.

und in anbetracht der timing-tatsache und meiner andauernden gähnerei werde ich es jetzt gut sein lassen für heute. einmal werde ich ihn noch durchquatschen, später, wenn es kühler ist, aber das sind ja nicht mehr als 27 minuten. das sollte für heute noch drin sein. und jetzt: balkon. mit buch.

28.06.2008 um 11:46 Uhr

ohne worte

 

ich hab blumen bekommen. dafür, daß ich so bin, wie ich bin.

danke.

 

ps: stimmen die kommas? ;-). 

28.06.2008 um 08:18 Uhr

nichts neues im süden

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

tja. was soll ich sagen. weiter im text. und zwar im wahrsten sinne des wortes. arbeit lesen. vortrag timen. über potentielle fragen nachdenken. zusatzfolien machen. hab ich was vergessen? ach ja. ich würde viel lieber ausschlafen. dann zwei stunden rennesel quälen. duschen. brunchen. auf dem balkon oder am fluß, ähhh, bach liegen. mich bräunen. genießen. jajaja, ist gut. geht nicht. ab donnerstag wieder.

wenigstens war die verteidigung des kollegen und guten freundes erhellend. er war ok bis gut. hat allerdings recht viel abgelesen. zweimal den roten faden verloren, und der vortrag war zu voll, er mußte hetzen. die prüfungskommission war weitgehend milde gestimmt, ob es an der hitze lag, man weiß es nicht. ohne arroganz, ohne boshaftigkeit - monsieur ist ein guter und jahrelanger freund - aber ich bin besser. der größte vorteil dürfte sein, dass es nicht mein erster vortrag ist, ganz im gegenteil. ich hatte jahrelang zeit, zu üben, vor den unterschiedlichsten gleich- und anderssprachigen auditorien (mir fällt so spontan kein plural von publikum ein...nä frau sunny, da haben wir noch eins...) die mir unterschiedlich gnädig gestimmt waren. und weil ich was gemacht hab, was bisher noch keiner geliefert hat war der gegenwind nicht selten eher ein sturm. ich habe es immer gehasst, außen pokerface und innen einfach nur angst. jetzt weiß ich wofür es gut war. das ging mir gestern alles auf, innerhalb kürzester zeit, und ich war dankbar für die erleuchtung. es kann nichts schiefgehen. es wird nichts schiefgehen.

so. als nachtrag zu gestern, weil nach der verteidigung ausführliches stadt-unsicher-machen angesagt war:

zu viel

hitze...und für donnerstag sind knapp 35° angesagt. kann mir jemand verraten, wie ich das in voller montur überleben soll? eisbeutel ins jackett? unter die arme?


zu wenig

fortschritte bezüglich des vortrags


genau richtig

...zur abwechslung mal...


erfreunis des tages

kollege ist fertig und glücklich


erkenntnis des tages

s.o.

alles ist gut


noch was?

nein


countdown

mit einschließlich heute: noch 5 tage. genau richtig

27.06.2008 um 09:06 Uhr

schritt für schritt

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

neuer tag neues glück? naja, von glück kann im moment nicht die rede sein, denn glück haftet etwas zufälliges an. hier hingegen ist alles in sorgfältigster planung und vorbereitung, zumindest was die disputation und das derzeitige ausformulieren (sowie das gleichzeitige speichern auf der festplatte) und timen des vortrags anbelangt. immerhin ist eine kontrollneurotikerin am werk. das ganze sollte bis mittag fertig sein, denn um 14 uhr tritt der kollege und gute freund an, dessen verteidigung ich mir schon aus situations-sondierungs-gründen nicht entgehen lassen kann und will. nicht, dass ich noch nie auf einer verteidigung gewesen wäre, aber im promotionsausschuß hat es einige fliegende wechsel gegeben, die es abzuchecken gilt. risikominimierung. morgen ist der tag der zusatzfolien und der endgültigen ausarbeitung einiger weiterer wichtiger aspekte und themekreise und ab sonntag steht dann arbeit lesen und vortrag durchquatschen auf dem plan. bis mittwoch abend. oder donnerstag früh. das wird sich zeigen. und jetzt? weiter. beständig weiter. um mißerfolge zu vermeiden.

 

27.06.2008 um 00:30 Uhr

zerbrechlich

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 
aufpassen. ich muß aufpassen. daß ich nicht zu übermütig, zu euphorisch werde. und darauf, daß der zement, mit dem ich gerade an meiner fassade zimmere, nicht zu hart wird. maskenbildnerin. meine derzeitige innere hauptbeschäftigung. schutz. ungeschütztes, freigelegtes schützen. die maske, die das ich verbirgt. sie ist ein teil von mir, ebenso der prozeß des errichtens eben jener. und der des aufrechterhaltens. verstehen. fühlen. akzeptieren. das außen funktioniert. weiß, was es zu tun hat. tut. geht. kommt voran. schritt für schritt. das innen folgt nicht. nicht immer. mal kann es nicht, mal will es nicht. aufpassen. darauf, daß die diskrepanz zwischen offenem außen und verschlossenem inneren nicht zu groß wird. risse. fein wie haare, zu beginn, weiten sich, spinnen ihr netz, nehmen in besitz, lockern die substanz. zerstören. sie. letztendlich. das außen kommt dieser tage nicht selten als profilneurotisches arschloch daher, superschlau, wortgewandt, unschlagbar; gefühlt. kompensation. fassade. denn das innen ist einsam, alleine, traurig und voll stiller sehnsucht. sehnsucht nach nach einem heilen ich, einem innen, das mit dem außen harmoniert, eine einheit bildet, schmerzliche sehnsucht nach einem innen und außen, die zusammengehören, sich ergänzen in einem miteinander und sehnsucht nach denjenigen, die die fassade mühelos zu durchblicken vermögen und das innen lieben für das, was es ist. zwei menschen auf dieser welt. und ich. drei. mehr will ich nicht. mehr brauche ich nicht. braucht das ich nicht.
 

26.06.2008 um 13:31 Uhr

am überfordertsten

 

mann, der tote vogel schafft mich. sollte man nicht meinen, ist aber so. meine nachbarin traut sich nicht, ihn wegzumachen und hat jetzt verzweifelt geklingelt. und ich idiot hab ihr gesagt, ich überleg mir was. mist. was muß der piepmatz aber auch unbedingt auf dem tisch sterben.

naja. wenistens isses kein toter stork. ähhh...storch. soviel dazu.

 

26.06.2008 um 12:08 Uhr

überfordert

 

seit wann legen sich spatzen zum sterben auf balkontische???

ach scheiße. mit toten tieren komme ich nicht klar. 

26.06.2008 um 10:14 Uhr

synapsenfeuer

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

phasen, die ich als höchst ambivalent empfinde, mich genau so fühle, und sie dennoch nicht missen möchte. phasen, in denen ich keinerlei schwierigkeiten habe, mir massenweise details, zahlen, daten, fakten und zusammenhänge zu merken, diese in kontexte einzuordnen und zu vernetzen und immer noch einen mehrwert herauszuziehen vermag, transferleistungen am laufenden band, phasen, in denen mein hirn derart auf hochtouren arbeitet, dass ich schwierigkeiten habe, meinen energiebedarf zu decken und mich nicht länger als aller höchstens eine halbe stunde konzentrieren kann. dann bricht kurzfristig alles ein, ich könnte stehend einschlafen und brauche minimum ebenso lange, um weitermachen zu können, zudem ertrage ich kaum menschen um mich herum, kann nicht reden, geschweige denn mich klar artikulieren. dennoch: die effektivität behält zumeist die oberhand und ich staune immer und immer wieder, zu was das menschliche gehirn in der lage ist. aber lange halte ich es nicht durch, auch dieses mal nicht. lieber gott, bitte laß es endlich vorbei sein. ich kann und mag nicht mehr

26.06.2008 um 00:20 Uhr

höllenritt nach hause

 
wohlweislich kam der rennesel zum einsatz, als transportmittel meines vertrauens zum fußballschauplatz an zentraler stelle. in der heimatstadt des werten herrn bundestrainer brach kurzfristig alles zusammen. das haus des jogi liegt zu allem überfluß auf meinem heimweg. kein durchkommen. kurzfristig nicht einmal mit dem fahrrad. keine chance. ist zwar niemand daheim, bei den löws, alles dunkel, aber die meute dennoch tanzend und brüllend davor. herrjeh. was sinn se nich alle verrückt. und ich? falle nach einem erfolgreichen tag wohlverdientermaßen ins weiche bett und werde noch einen lieben gedanken einmal quer durch die republik schicken.

 

25.06.2008 um 17:25 Uhr

na wer hätte das gedacht...

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

25.06.2008 um 12:26 Uhr

kompetente beseitigung partieller unwissenheit

 

sehr geehrte frau sunny s., meine liebe,

entschuldigen sie bitte mein etwas zu euphorisch ausgefallenes stürmen und drängen bezüglich der 'einforderung' der beseitigung meiner unwissenheit die fugigen morpheme betreffend, geschuldet meinen beim zärtlichen denken an sie immer wieder unkontrolliert aufwallenden emotionen. sie kennen das ja.

ihr schreiben als soches, gepaart mit meiner detailbezogenen intuition (...), macht den liebevollen stehgreif-vortrag (leider) überflüssig; ich werde mich - ausgerüstet mit dem notwendigen handwerkSzeug - postwendend meinem text zuwenden und fugenelemente suchen und finden. ihren rat werde ich selbstredend beherzigen und null-elemente - vermutlich schon aus blanker unkenntnis der definition eben jener heraus - außer acht lassen.

ich danke ihnen von herzen für die mühe, die sie sich gemacht haben.

mit fugigen grüßen,

ihre frau grenzgängerin

 

25.06.2008 um 09:59 Uhr

höchst interessant

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

spannend. sehr spannend. wissenschaftstheorie und -methodologie. war bisher ein notwendiges übel, das es bis gerade galt, nochmal für die verteidigung anzuschauen. die diesbezügliche frage ist bei meinem methodenkanon vorprogrammiert. seit gerade + x freue ich mich darüber/darauf. vielleicht liegt es am freien kopf nach der abgabe, dass ich entdecke, dass hier ein unendliches drin-verlier-und-nachdenk-potential vorhanden ist. ich lerne. und ich lerne gerne. gerade hab ich ein neues wort gefunden. hihi, kommt selten vor, passiert aber. präskriptiv. wundervoll. außerdem stoße ich beim schleichen durchs netz auf höchst spannende, andere dinge. so zum beispiel auf die aussage "wörter werden für objekte entwickelt, wenn man sie braucht". interessant. nachdenkpotential noch und nöcher. und das hier: fugenmorpheme (sunny, antreten zur erklärung bitte ;-). himmel. ich lenke mich ab, das geht doch nicht. ok. internetverbot bis 11.30.

25.06.2008 um 08:29 Uhr

weiter, immer weiter

von: grenzgaenger   Kategorie: endspurt

 

ich glaube, jetzt hat endgültig wieder die phase begonnen, in der ich mich kaum auf etwas anderes konzentrieren kann als auf das, was ansteht. aber wie die beste freundin gestern schon sagte 'luxus, den vortrag so früh fertig zu haben'. ich stimme ihr zu, habe unglaublich viel zeit, den rest vor- und aufzuarbeiten. sehr schön. ich finde zur abwechslung mal, dass ich das gut gemacht hab (hmmm. fühlt sich seltsam an). irgendwie läuft einfach gerade alles. und zwar wirklich alles. vielleicht sollte ich nur ein wenig aufpassen, nicht allzu überphorisch zu werden anyway. plan für heute:

fertig aufwachen, entsprechenden koffeinpegel erreichen

liste fertig tippen, dann

vortrag und arbeit parallel von vorne durchgehen (zumindest damit anfangen) und enstprechende aspekte stichwortartig darlegen

die kontrollneurotikerin im zaum halten und mit ruhe und gelassenheit an die sache herangehen. kein mensch käme auf die idee, dermaßen viel aufwand für seine verteidigung zu betreiben, siehe der kollege, der übermorgen antreten muss. vortrag gemacht, ein paar mal durchgequatscht, das muß reichen. meine güte, soviel gott- und selbstvertrauen möchte ich mal haben.  

vielleicht sollte ich auch nochmal drüber nachdenken, ob ich das ganze hier zu hause mache oder ob ich nochmal ans institut fahre...zumal ich da heute abend eh zum fußball-/grillabend bin.

so. jetzt aber. frisch ans werk...ähhh, wie war das mit dem rinnenden schweiß?