grenzwandel

31.08.2008 um 16:07 Uhr

psychosomatischer zeitvertreib

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

dankenswerterweise hat mir der diensthabende arzt den gestalttherapieraum aufgeschlossen, zwar wieder nach endlosem generve meinerseits, aber immerhin. und als ob das nicht schon genug generve gewesen wäre, musste er mir zähneknirschend auch noch erlauben, mich mit den entsprechenden mal-utensilien (nebst kaffee und kuchen) auf der terasse vergnügen zu dürfen. und das kam dabei heraus:

30.08.2008 um 20:44 Uhr

zwischenstand und heimurlaub

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

ich habe heimurlaub. für eine nacht. geil. dafür habe ich aber auch alle anwesenden pflegerinnen sowie den diensthabenden arzt so lange genervt, bis letzterer endlich ja gesagt hat, weil eigentlich muss der wochenendurlaub bis freitag mittag eingereicht sein. und madame kommen natürlich am samstag abend auf die idee, nach hause zu wollen. egal. hab ja bekommen, was ich wollte :-).

und jetzt sitze ich hier und sortiere meine klamotten aus - ein teil kommt in den second hand-shop, und überlege, was hier noch so rumsteht und -liegt, das sich möglicherweise zu geld machen lässt. das snowboard muss jetzt endgültig dran glauben, habe ich gerade beschlossen, das auto kommt jetzt auch weg, bevor die nächste große reparatur fällig ist, und die analoge spiegelreflexkamera auch. wenig genutzt, das bilder entwickeln ist in einer entsprechenden qualität elendiglich teuer und ´ne digitale kamera hab ich sowiso. und von einem teil des eingenommenen geldes werde ich mir den ebenfalls hundeelend teuren atlas der anatomie kaufen. jawoll. und dann noch die standardwerke der physiologie, histologie sowie chemie, physik und bio für mediziner. sonst noch was? ach ja, die einführung in die klinische psychologie. das wär's fürs erste. semester. und damit dürfte ein großteil der kohle weg sein. aber gut angelegt. ich investiere quasi in bildung. noch dazu in meine. was könnte lohnender sein?

und jetzt gönne ich mir ein glas wein. an das schon verschlungene antibiotikum, das virostatikum sowie das schlafregulierende trizyklische denke ich dabei geflissentlich NICHT. nein. genau. jawoll. gute nacht.

nachtrag: ich. habe. am. montag. therapie. the-ra-pie. nach drei monaten und 10 tagen ohne. ich werd verrückt. vor freude. 

28.08.2008 um 13:52 Uhr

status tag 16

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

ich liege flach. naja, nicht ganz, aber eine periorale und -nasale, virale hautinfektion, die zudem bakteriell entzündet ist hab ich und schlucke einen virenblocker, antibiotikum und für zum draufschmieren hab ich kortison. ganz großes kino. und diese palette an medikamenten raubt mir meinen letzten rest kraft, aufstehen und zum waschbecken wanken geht gerade noch, die toilette ist schon fast unerreichbar, der speisesaal erst recht. wie gut, dass ich schon in der klinik bin, wie gut. ansonsten werde ich von vorne bis hinten, von oben bis unten und von rechts nach links therapiert, atemtherapie, analytische gruppentherapie, konzentrative bewegungstherapie und tiefenpsychologisch fundierte einzelpsychotherapie; langweilig wird einem da nicht. die überdosis ich allerdings hat es in sich. nunja, trotz allem tut es gut, sehr gut sogar und es geht aufwärts.

so. und jetzt muss ich ins bett und auf die chefärztliche visite warten. 

22.08.2008 um 08:51 Uhr

status tag 11 - morgens

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

schon wieder müde, medibedingt, und ab heute gibts sogar die doppelte dosis. grmpfh. ansonsten war gestern ein eher schwieriger tag, alles zuviel, und die analytische gruppentherapie hat mir den rest gegeben. zu viele menschen und zu durchlässige grenzen meinerseits, bzw. nicht vorhandene, das ist keine gute komination. ußerdem macht sich bei mir so langsam das schlechte gewissen breit, weil ich mich nicht dazu aufraffen kann, wenigstens mal die menschen anzurufen, die mir was bedeuten und die mir sehr nahe stehen. mein einziger gedanke ist nach wie vor 'meine therapeutin'. vorgestern fuhr sie hier vor dem haus vorbei als ich gerade draußen saß und eine geraucht habe; leider saß ich so ungünstig zur straße hin, dass ich sie zwar gesehen habe, sie aber kaum eine chance hatte, mich zu sehen. scheiße. scheiße, scheiße. die tatsache, dass ich seit mittwoch immatrikuliert bin, baut mich auf, allerdings habe ich es noch vor mir, meinen eltern endgültig beizubiegen. das, was bezüglich des studiums noch zu organiseren ist, ist kein problem. ich habe ja den vorteil, dass ich schon mal studiert habe und weiß, was zu tun ist. so werde ich mir sämtliche fürs erste vorklinische semester notwendigen bücher mal in den nächsten wochen aus der bibliothek holen und kopieren, damit ich das nicht machen muss, wenn die horden einfallen. der semesterplan, den ich mir auch schon besorgt habe, klingt super, chemie, physik und bio für mediziner, einführung in die psychologie, medizingeschichte, anatomie und physiologie. großartig, ganz nach meinem geschmack.

so. und jetzt muss ich ins boxen.  

20.08.2008 um 20:35 Uhr

status tag 9

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

müde bin ich, sehr sehr müde. aber das dürfte dem seroxat geschuldet sein, und der tatsache, dass ich heute etwas gemacht habe, das mein ganzes bisheriges leben a) in die richtige bahn lenkt und b) es dementsprechend umkrempeln wird. ich weiß, was auf mich zukommt, habe genügend ärtze im engeren und weiteren freundes-, bekannten- und verwandtenkreis um zu wissen, auf was ich mich einlasse. und dennoch: noch nie hat sich was so richtig angefühlt, noch nie war ich so glücklich mit einer entscheidung, noch nie habe ich so genau gefühlt, dass ich genau das tue, was ich tun will. das ist ein wundervolles gefühl. vom chef kam heute nichts mehr, nach der mail, in der ich ihm gestern nochmal mitteilte, ich werde für das buchprojekt nicht weiter zur verfügung stehen. ich denke, ich werde jetzt gras über die sache wachsen lassen und einfach ende september hinwackeln und mir die unterschriften holen, die ich brauche. ich habe heute alle unikarten etc., die noch eine verbindung zu meinem bisherigen weg darstellten, im studentensekretariat abgegeben und habe freudestrahlend die 15 euro für komplett neue bezahlt. wenn schon schlußstrich, dann richtig. meine immatrikulationsunterlagen dürften morgen in meinem briefkasten sein, die unicard bis ende der woche. großartig, ich kann es immer noch kaum glauben. mein weg, und es fühlt sich so richtig an, so richtig. und ich werde mit sicherheit keine umweltmedizinerin werden, soviel ist sicher. ich habe den studienplatz, und jetzt ist es egal, was ich machen werde. die heißesten kandidaten sind seit jeher die chirurgie oder die orthopädie, aus langer, intensiver beschäftigung mit der materie heraus kommen die anästhesie/notfall- und intensivmedizin sowie die rechtsmedizin hinzu. ich bin mir sicher, dass es einer dieser fachbereiche sein wird, in dem ich hängen bleibe. ich bin selber gespannt. und ich freue mich riesig, ab oktber über physiologie- und anatomiebüchern und weiteren brüten zu dürfen. dr. grenzie wird ärztin. ist das geil.

so. jetzt muss ich zusehen, dass ich mir einen gscheiten platz im fernsehraum sichere, denn gleich kommt fußball.

19.08.2008 um 21:18 Uhr

krisentag

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

krisentag. von oben bis unten, von hinten bis vorne. hässliche mail vom chef. nachdem ich ihm gestern per mail erklärt hatte, dass ich aus gesundheitlichen gründen nicht weiter am buchprojekt mitarbeiten kann, droht er heute mit verträgen und abmachungen und rechtlichen konsequenzen. gut wenigstens, dass ich niemals einen vertrag unterschrieben habe. was er unterschrieben hat weiß ich nicht, von mir gibt es keine unterschrift unter nichts. trotzdem hat mich das total reingerissen, das ärzte- und psychologenpersonal hat eine weile gebraucht, bis ich wieder aufnahmefähig und ansprechbar war und wieder denken konnte. jetzt habe ich den chefartzt hinter mir, der mir alles schriftlich attestieren würde, wenn auf die erneute mail von mir, es bliebe bei der entscheidung, nochmal was kommen sollte. dumm nur, dass ich noch eine unterschrift für die dissertationspublikationserlaubnis brauche. naja. wird irgendwie schon werden. morgen steht die immatrikulation auf dem plan, das baut mich auf. mein weg, keinen mehr lasse ich reinreden, keinen.

17.08.2008 um 11:41 Uhr

status tag 6

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

was ein wundervoller, ruhiger sonntag. nach neun stunden schlaf aufgestanden, gefrühstückt, danach gleich wieder ins bett und nochmal zwei stunden geschlafen. dann mit kaffe und kippen in der sonne gesessen und mit meinem lieblingspatienten gequatscht. ich stelle fest, dass neun stunden schlaf pro nacht sooooooo viel erholsamer sind als nur drei stunden, mehr waren es in den letzten vielen wochen nämlich nicht. die dauerhafte müdigkeit im moment ist aber zum teil auch den neuen medis geschuldet und sollte die tage auch wieder weichen. naja, und wenn nicht, wenn es etwas länger dauert, so what. ich hab zeit und ruhe.

nach dem mittagessen werde ich mich mal mit dem berg unterlagen hinsetzen, den ich von der zvs und der hiesigen uni bekommen habe, und ihn durchgehen, damit ich die imatrikulation morgen auf den weg bringen kann! mannmannmann, ich kann es nicht glauben. ach, da fällt mir ein, ich glaube, ich sollte den medizinblog umtaufen, da es sich jetzt eher nicht mehr nur um ein projekt handelt. der studienplatz ist da und ich werde mir was anderes einfallen lassen. der blog bleibt, ich will und werde unbedingt dieses studium bloggend dokumentieren, weil so ganz alltäglich isses ja nicht, was ich so vorhabe. aber das ist eine der wichtigsten erkenntnisse der letzten tage: es ist mein weg, und wenn er noch so ungewöhnlich ist und von dem anderer abweicht, ich will und werde ihn gehen und mich NICHT mehr von anderen in andere fahrwasser reden oder zerren lassen. dass ich diesem druck von außen nachgegegeben habe und mich von diesem wunsch, medizin zu studieren habe abbringen lassen, dem ist ein großteil meiner derzeitigen situation geschuldet. ich war so weit entfernt von mir wie wohl noch nie zuvor. und das hat mir dermaßen schlecht getan, ich kann es kaum in worte fassen. so, und deshalb werde ich mir jetzt gedanken machen über einen neuen namen und vor allem über ein neues design für den medizinblog.

...wie wärs mit 'dr. grenzie wird ärztin'? habt ihr vorschläge? 

16.08.2008 um 21:14 Uhr

status tag 5

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

ich kann es immer noch nicht glauben, wie gut es tut, sich in solch einer geschützen und beschützten atmosphäre mit sich selbst zu beschäftigen. hätte ich das auch nur im ansatz geahnt, wäre ich schon viel viel früher hier aufgeschlagen. der alltag bleibt draußen, es gibt nur einen selber und eine horde von lieben menschen, die für einen da sind, wenn man was braucht. diese station, dieser aufenthalt, ist luxus. auf momentan 16 patienten kommen 30 profis - ärzte, psychologen, sozialarbeiter und sporttrainer - das ist echt der hammer. die mitpatienten sind größtenteils richtig richtig nett. auffallend ist allerdings, dass von den momentan 16 patienten sage und schreibe fünf hochbegabt sind und zahlreiche sind manager/innen, lehrer, leitende angestellte selbständige und eine ärztin. ist ne hochinteressante - und in der gruppentherapie auch eine durchaus hochbrisante - mischung. ich komme hier jedenfalls auf meine kosten, auch wenn mein hirn sich nach wie vor weigert, großartig produktives zu leisten. aber ich habe letztendlich meinen frieden damit gemacht und es ihm hochoffiziell erlaubt.

ruhig war es heute, weil doch eine ganze menge nach hause gefahren ist. auch ich war heute nachmittag mal zwei stunden daheim und habe den auf dem postweg mir zugesandten zulassungsbescheid und einen haufen dazugehöriger formulare für die immatrikulation geholt, damit ich das am montag - zwischen einzeltherapie und gruppentherapie erledigen kann. ich bin gespannt wie ein flitzebogen und fühle mich fast wie ein echtes erstsemester. hach, großartig. und jetzt werde ich mich vor die glotze knallen.

15.08.2008 um 20:53 Uhr

status tag 4

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

hach ja.  es geht mir besser, es geht mir für den moment sogar gut. die fäden entwirren sich und ich sehe wieder klarer, weiß wieder, was ich will, was ich zu tun habe. ich bin zwar unendlich müde, aber das ist o.k. und ich gönne es mir einfach. zumindest versuche ich es, ist nicht ganz einfach. der weg ist klar, ich muss ihn nur gehen, und zwar in meinem tepmo, egal ob andere finden, ich gehe zu schnell oder zu langsam oder oder gar nicht den richtigen weg. es ist egal, es ist mein weg. meiner meiner meiner meiner meiner meiner meiner meiner. meiner. 

das wochenende steht an, da ist es hier immer eher ruhig, weil keine visiten und therapien stattfinden und zahlreiche patienten nach hause fahren. morgen werde ich auch mal für ein paar stunden zu hause aufschlagen um ein paar sachen zu erledigen. unter anderem, um die unterlagen für das beantragen der immatrikulation herzurichten. und ich werde es lieben. hach. außerdem sind hoffentlich meine entwickelten bilder da, die bilder von den gemalten bildern, deren entwicklung ich ja faulerweise online in die wege geleitet habe. man darf gespannt sein.

und jetzt werde ich mir eine kanne tee machen und mir einen tischtennispartner suchen.  

15.08.2008 um 12:24 Uhr

blick nach vorne

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

manchmal begegnen einem zukunftsperspektiven auch auf dem gang der psychosomatischen abteilung... mal schauen, was draus wird. WENN was draus wird, dann bin ich schlagartig alle sorgen bezüglich der finanzierung des medizinstudiums los.

14.08.2008 um 18:57 Uhr

gedankenschneise

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

der chefarzt war da und hat es innerhalb von drei minuten geschafft, eine klare linie in meine völlig überdrehten und nicht zu sortierenden gedanken zu bekommen. geiler typ. wenn ich psychosomatikerin werde, dann wegen dem! ansonsten bei der atemtherapie gewesen, geatmet, ein und aus, und sogar tatsächlich ein bisschen entspannt dabei. dann analytische gruppentherapie, huiuiuiui. heftige erfahrung.

irgendwie ist mir hier recht wenig nach bloggen und schreiben, das nachdenken über das, was bei mir gerade so passiert, erscheint mir momentan effektiver und authentischer. naja. und um genau das zu tun, nachzudenken, über all das, was in den letzten 24 stunden so war, werde ich mich jetzt mit kippen und einem milchkaffee auf die bank im rosengarten verziehen und der abendsonne beim untergehen zusehen und dabei meine gedanken und meine seele baumeln lassen.

14.08.2008 um 18:56 Uhr

gedankenschneise

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

der chefarzt war da und hat es innerhalb von drei minuten geschafft, eine klare linie in meine völlig überdrehten und nicht zu sortierenden gedanken zu bekommen. geiler typ. wenn ich psychosomatikerin werde, dann wegen dem! ansonsten bei der atemtherapie gewesen, geatmet, ein und aus, und sogar tatsächlich ein bisschen entspannt dabei. dann analytische gruppentherapie, huiuiuiui. heftige erfahrung.

irgendwie ist mir hier recht wenig nach bloggen und schreiben, das nachdenken über das, was bei mir gerade so passiert, erscheint mir momentan effektiver und authentischer. naja. und um genau das zu tun, nachzudenken, über all das, was in den letzten 24 stunden so war, werde ich mich jetzt mit kippen und einem milchkaffee auf die bank im rosengarten verziehen und der abendsonne beim untergehen zusehen und dabei meine gedanken und meine seele baumeln lassen.

13.08.2008 um 20:04 Uhr

status tag 2

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

ich bin versorgt. und wie! habe eine ärztin, einen bezugspfleger, vier therapeutinnen und zwei trainer, außerdem neue und bessere medikamente, dreimal am tag gibt es höchst gesundes und ausgewogenes essen, ebenfalls dreimal - allerdings die woche - eine stationsgruppenbefindlichkeitsbesprechungssitzung und nachdem die weniger-als-30-kg- anorektikerin heute zur zwangsernährung in die innere verlegt wurde, bin ich alleine auf dem zimmer, und das vermutlich über das wochenende hinaus.

all das, und vor allem das gefühl der sicherheit und des beschützt seins, trägt dazu bei, dass ich langsam anfange zu realisieren, WIE beschissen es mir eigentlich wirklich geht. nunja. es bleibt mir ja überlassen, wie lange ich bleibe, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es durchaus im bereich des möglichen anzusiedeln ist - vorausgesetzt meine werte frau psychoanalytikerin spielt mit - dass ich hier deutlich länger als drei wochen verweilen werde.

egal, all das ist zukunftsmusik, für den moment soll es mal nur das jetzt und hier geben. und das gleich beinhaltet einen hüpf die treppen runter und vor die tür, um gemütlich eine zu rauchen. und dann bin ich zum tischtennisduell verabredet.

ps: bei gelegenheit werde ich hier mal die ersten anderthalb tage revue passieren lassen, die witzigen und skurrilen situationen nicht entbehrten, teilweise zum wegschmeißen, teilweiße zum kopfschütteln, für alles und jeden was mit dabei. alltag in der psychosomatik eben. großartig.

12.08.2008 um 21:37 Uhr

Neuigkeiten... *inohnmachtfall*

 

 

 

11.08.2008 um 23:16 Uhr

adios für ne weile

von: grenzgaenger   Kategorie: psychosomatisches

seltsamer tag heute. seltsam und jetzt zum ende hin ruhig und gelassen und schön. ich fühle, dass der nächste schritt absolut der richtige ist, ich fühle es. das war nicht den ganzen tag so, zeitweise war ich wie erstarrt, hatte angst, fühlte mich völlig überfordert, eierte herum und war so weit weg von mir, wie es nur ging. in den letzten stunden hat sich aber eine schöne ruhe eingestellt und ich harre gespannt und neugierig der dinge, die da kommen mögen. es kann nur besser werden. der zustand der letzten wochen war mehr als unerträglich, diese schneise zu schlagen war und ist bitter notwendig. worscht jetzt.

ich hab es mir heute schon streckenweise gutgehen lassen, ach, was sag ich, dekadent war ich unterwegs, höchst dekadent. ich habe sage und schreibe acht euro für ein knatschgrünes nagelhautpeeling mit blauen kügelchen drin ausgegeben, und ähnlich viel für ein nagelbettöl. nicht dass meine zarten akademikerhände das nötig hätten, aber auch nagelbettpeeling kann seelenbalsam sein. jawoll. und faule socke, die ich nunmal auch bin, habe ich zudem, anstatt die digitalen bilder zur drogerie um die ecke zu bringen, das ganze online gemacht, bilder hochladen, format auswählen, alles ganz einfach, in eine filiale der wahl oder nach hause schicken lassen - hach ja, man ahnt, für welche option ich mich entschieden habe, per rechnung oder lastschrift bezahlen, auch hier: alle arbeit den anderen (ja wenn sie schon so blöd sind, es anzubieten!), madame grenzie machen keinen finger zuviel krumm, wenn es nicht zwingend notwendig ist...

außerdem habe ich beschlossen, mir irgendwann in nicht allzu ferner zeit ein haustier zuzulegen. jawoll. hund? nein, passt nicht zu mir, es würde mich wahnsinnig machen, permanent einen unterwürfig blickenden vielbeiner an den hacken kleben zu haben (nicht falsch verstehen: ich liebe hunde, aber als haustier passt das einfach nicht zu mir). katze? never. wir würden uns permanent streiten, zu dickköpfig und eigenwillig, das ginge nicht lange gut. vögel? bleib mir weg, zu unruhig, zu laut. bleibt nicht viel. nein, es wird eine echse werden. eine echse passt perfekt zu mir, entweder ein leguan oder ein chamäleon. perfekter geht's gar nicht. grenzie und echse. geile vorstellung. und wenn ich dann am schreibtisch sitze und schreibe, sitzt die echse daneben, unter der bürolampe, und wenn ich im bett liege und lese, darf es sich das tier in meiner armbeuge gemütlich machen. und sonntags wird gekuschelt. ähhh... ja, genau. anyways.

sonstnochwas? ich habe keine ahnung, wie gut oder schlecht die hiesige psychosomatik mit internetzugang ausgestattet ist, also mit einem, der unsereinem zur verfügung steht, von daher kann ich leider auch so gar nicht sagen, wie oft es mich hier in den nächsten wochen geben wird. auf dem pflichtprogramm für den nächsten eintrag steht aber auf jeden fall ein foto vom freundlichen fisch, auf den ich mich ernsthaft freue. 

ich bin ein wenig durchgeknallt. hat das schon einer bemerkt?

so. genug des getextes. lasst es euch gutgehen.

09.08.2008 um 17:49 Uhr

...

 

 

GNARF! 

 Sonstige

09.08.2008 um 08:06 Uhr

therapeutische kommunikation

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

nachdem ich nun drei mails von meiner therapeutin in den letzten 24 stunden bekommen habe, habe ich doch ernsthaft geträumt, sie und ich, wir würden miteinander telefonieren und hätten unglaublich viel spaß dabei. irgendwann sagte sie lachend 'ich liebe sie...' ich unterbrach (breit und scheinheilig grinsend weil wohlwissend, dass sie noch nicht fertig war) 'wie bitte?' (dem folgte ein daswarjaklardaßdasjetztvonihnenkommenmußte-geräusch ihrerseits) und '...für ihre art, zu kommunizieren'... war der rest ihres satzes.

...und ich liebe mein unterbewusstsein. manchmal zumindest.

und nachdem die werte frau psychoanalytikerin in ihrer letzten mail doch tatsächlich frotzelnd meinte, sie dachte, ich wolle doch bestimmt das letzte wort haben, habe ich ihr das gerade geschrieben. gnarf. war ja klar, dass ich das nicht bleiben lassen konnte. 

08.08.2008 um 10:30 Uhr

mannmannmann

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

oh mann. ich muss das alles erst mal verdauen, all das, was seit dienstag so passiert ist. und wenn ich es mal genau betrachte, dann war das mehr und vor allem wichtiger, als vieles, was sich in den letzten vielen jahren so ereignet hat. 

nach einem weiteren telefonat gestern nachmittag, diesmal mit der leitenden stationsärztin, war klar, dass ich nicht nur für zwei wochen zur KI kommen kann, sondern dass es mir danach, also nach diesen zwei wochen, völlig offen steht zu entscheiden, wie lange ich bleiben will, abhängig von meinem gefühl und urteil, wie es mir geht. ich hab also die möglichkeit zu bleiben und es mit meiner therapie zu kombinieren, nach absprache mit meiner therapeutin; wenn ich das nicht will/brauche, kann ich gehen, wann immer mir danach ist. und à propos therapeutin. der hatte ich gestern abend gegen 23 uhr eine mail geschrieben und sie kurz ins bilde gesetzt. keine fünf stunden später hatte ich eine antwort. unglaublich lieb, was genau los sei, dass sie natürlich ab 1.9 wieder/weiter für mich da ist und dass sie davon ausgeht, dass ich bis dahin in guten händen sei. ich hab mich unglaublich gefreut und irgendwie bestätigt mich diese antwort nochmal in der gewissheit, das richtige getan zu haben. ich weiß, die bestätigung sollte ich in mir finden, aber außer einer gewissen erleichterung, dass alles geklappt hat, ist da momentan noch nicht allzuviel. ich stehe völlig neben mir und bin überfordert angesichts dessen, was so alles auf mich zukommt in den nächsten tagen. aber irgendwie, ok. meine güte. ich hatte so unwahrscheinlich viel glück, was diese aufnahme angeht. es ist nicht zu glauben. mein hausarzt, der das ja alles in die wege geleitet hat, hat bauklötze gestaunt als ich ihm gesagt habe, ich kann anfang nächster woche kommen. ja. und da sitzt sie nun, die werte frau grenzgängerin, gefühlt an der schwelle eines neuen lebensabschnitts. 

jetzt muss ich mal ein wenig die bude sauber machen, papier wegbringen, nochmal kurz in die stadt hüpfen und dann geht's auf zu den werten herrschaften erzeugern, bis montag vormittag. 

07.08.2008 um 11:13 Uhr

der freundliche fisch und ich

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

wieviel glück kann der mensch eigentlich haben? wie viel? gerade der anruf, vom leitenden oberarzt, ich kann kommen. anfang nächster woche, die haben gar nicht lange gefackelt. eine psychosomatik, die normalerweise auf mindestens sechs monate ausgebucht ist, meistens sind die wartezeiten sogar noch länger; machen innerhalb von 36 stunden meine aufnahme klar, für zwei wochen. ich glaub es nicht. ich werde also den freundlichen fisch wiedersehen, der mich gestern fast eine halbe stunde versucht hat, aufzuheitern, als ich auf den termin wartend vor dem riesen aquarium saß. der kam angeschwommen und bewegte sich dann die ganze zeit nicht mehr von dieser scheibe weg, vor der ich saß. hin und wieder tauchte er mal in den hinteren teil der aquariums ab aber nur, um dann mit einem affenzahn wieder nach vorne zu flitzen. und sein maul hat er die ganze zeit bewegt, ich glaube ernsthaft, er wollte mir was sagen. hat er irgendwie auch, weil er mir einfach gutgetan hat, der freundliche fisch. aber das nur am rande. 

so. jetzt muss ich planen und organisieren. 

06.08.2008 um 19:42 Uhr

einfach sein

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

vielleicht. vielleicht hab ich glück, riesen glück und es klappt doch kurzfristig. in den nächsten 48 stunden werde ich es wissen, wahrscheinlich schon morgen. das hilft. kurze wege, menschen, die klar sehen und einschätzen können und da sind. schönes gefühl. geschlafen wie ein stein, nach dem fast anderthalbstündigen termin und jetzt einigermaßen fit. einigermaßen, relativ betrachtet, gemessen am momentanen zustand. auf dem herd stehen nudeln und in der anlage läuft einfach sein von den fanta 4 in der endlosschleife. schön.

kleine brötchen. auf mich aufpassen. mehr ist gerade nicht drin. aber das ist genau das, was wichtig und daher völlig in ordnung ist.