grenzwandel

31.12.2008 um 20:58 Uhr

alles liebe

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

liebe frau dr. psychoanalytikerin,

ich freue mich auf das neue jahr mit ihnen, das nunmehr dritte, das ich mit ihnen an meiner seite durchwandeln werde.

danke für ihre geduld und ihre sensibilität, vielen vielen dank für ihre art, mit mir umzugehen, für ihr harten und zarten, analytischen worte, für ihr dasein und -bleiben und für das vertrauen und die liebe, die sie mir entgegenbringen. 

ich freue mich auf ein weiteres jahr mit ihnen und bin gespannt, was es an analytischen fortschritten bringen wird.

 

bis bald,

ihre lieblingspatientin.

31.12.2008 um 13:08 Uhr

2008

von: grenzgaenger   Kategorie: blick zurück

januar 2008: das scheinbare ende einer freundschaft

februar 2008: das ende einer freundschaft, blogstart am 21.2.

märz 2008: beginn des dissertationsendspurts, das endgültige ende einer freundschaft, haare rot

april 2008: dissertationsendspurt deluxe, abgabe am 15.4.

mai 2008: 18.5. völlig überraschendes auftauchen der in januar 2008 scheinbar beendeten freundschaft, 21.5. meine therapeutin geht für drei monate in den urlaub

juni 2008: erste anzeichen des durchhängers, vorbereitung der verteidigung

juli 2008: 3.7. verteidigung, ich darf mich frau dr. nennen lassen, fortsetzung des durchhängers, talfahrten en masse, depressionen, herumgeschnippel

august 2008: es geht kaum mehr etwas, 12.8. psychosomatik und zulassung zum medizinstudium am wunschort --> neue perspektive

september 2008: 1.9. meine therapeutin ist wieder da, endgültiger absturz in ihrem beisein und gleichzeitig beginn das aufrappelns, 2.9. entlassung aus der psychosomatik, beginn der erholung von der vorhergegangenen wochen und monaten, job organisiert, studienfinanzierung in trockene tücher gebracht

oktober: 2008: erste hälfte weitere stabilisierung, veröffentlichung der diss: ich darf mich frau dr. nennen, 17.10. beginn des medizinstudiums

november 2008: das medizinstudium nimmt fahrt auf, lernen, schlußstrich unter eine 10-jährige verbindung, therapie läuft und tut mir gut

dezember 2008: erste chemieklausur bestanden, weiterlernen, arbeiten, ausblick auf 2009

detaillierte fortsetzung folgt.

31.12.2008 um 13:08 Uhr

2008

von: grenzgaenger   Kategorie: blick zurück

januar 2008: das scheinbare ende einer freundschaft

februar 2008: das ende einer freundschaft, blogstart am 21.2.

märz 2008: beginn des dissertationsendspurts, das endgültige ende einer freundschaft, haare rot

april 2008: dissertationsendspurt deluxe, abgabe am 15.4.

mai 2008: 18.5. völlig überraschendes auftauchen der in januar 2008 scheinbar beendeten freundschaft, 21.5. meine therapeutin geht für drei monate in den urlaub

juni 2008: erste anzeichen des durchhängers, vorbereitung der verteidigung

juli 2008: 3.7. verteidigung, ich darf mich frau dr. nennen lassen, fortsetzung des durchhängers, talfahrten en masse, depressionen, herumgeschnippel

august 2008: es geht kaum mehr etwas, 12.8. psychosomatik und zulassung zum medizinstudium am wunschort --> neue perspektive

september 2008: 1.9. meine therapeutin ist wieder da, endgültiger absturz in ihrem beisein und gleichzeitig beginn das aufrappelns, 2.9. entlassung aus der psychosomatik, beginn der erholung von der vorhergegangenen wochen und monaten, job organisiert, studienfinanzierung in trockene tücher gebracht

oktober: 2008: erste hälfte weitere stabilisierung, veröffentlichung der diss: ich darf mich frau dr. nennen, 17.10. beginn des medizinstudiums

november 2008: das medizinstudium nimmt fahrt auf, lernen, schlußstrich unter eine 10-jährige verbindung, therapie läuft und tut mir gut

dezember 2008: erste chemieklausur bestanden, weiterlernen, arbeiten, ausblick auf 2009

detaillierte fortsetzung folgt.

28.12.2008 um 16:57 Uhr

28. dezember 2008

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich habe heute einen absolut ruhigen und verschlafenen tag verbracht, bevor ich morgen wieder loslege. physik steht auf dem programm, chemie sowiso und medizinische terminologie. aber heute ging es noch nicht, keine chance. so habe ich mich also dem faulenzen gewidmet und zudem einen schlachtplan entworfen, wie ich die zusätzlichen, medikamentenbedingten pfunde bis spätestens ende der weihnachtsferien wieder los werde. so wahnsinnig viele sind es gottseidank nicht, aber trotzdem, ich will sie loswerden, loswerden, loswerden, loswerden. das ziel sind 57 kilogramm. zudem gedenke ich, irgendwann bis mitte 2009 die medis abzusetzen, insofern meine therapeutin und der vertretungspsychiater damit einverstanden sind. das wäre doch gelacht. ...ich habe so viele therapiefortschritte gemacht, irgendwann sollte es auch ohne klappen. wie ich meine therapeutin kenne, wird sie vorschlagen, die medis nach ihrem dreimonatsurlaub abzusetzen, so war das ja eigentlich schon für letztes jahr geplant, aber aus bekannten gründen hat das ja nicht so ganz hingehauen.

so, und weil ich jetzt doch schon wieder hummeln im hintern habe werde ich überlegen, wie ich den rest des tages verbringen werde.

27.12.2008 um 22:45 Uhr

was bleibt am ende?

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin mal wieder kurz davor, in die knie zu gehen. vor dem leben, dem sein, in anbetracht all dessen, was ich zu tragen habe, was war, ist und sein wird. das jahr zieht an meinem inneren auge vorbei. es war viel, kaum etwas ist geblieben. mal wieder hat sich jemand dezent ausgeklinkt, an dem mir - obwohl ich ihn nicht wirklich kannte - irgenwie viel lag. im hintergund läuft death of a clown. wie so oft.

viel zeit habe ich mit meiner therapeutin verbracht, und als ich sie am dringendsten brauchte, war sie nicht da. dissertation beendet, psychosomatik, medizinstudienplatz am wunschort. ich renne und renne und renne, und sobald ich stehen bleibe fällt mir die decke auf den kopf. ich ertrage mich nicht. manchmal mag ich mich, fühle mich wohl, aber das grundgefühl, nicht auf diese welt, nicht in dieses leben zu gehören, das blieb und bleibt. trotz therapie, trotz fortschritte, trotz allem. wie das weitergehen soll? ich weiß es nicht. vielleicht schaffe ich es über kurz oder lang, mich mit diesem gefühl zu arrangieren und mir dennoch ein schönes leben zu machen, es zu genießen, etwas zu erreichen, das mich dauerhaft stolz macht, erfüllt.

vorgestern habe ich jemanden getroffen, den ich seit zwanzig jahren kenne. er kam zu meinen eltern, die besuch hatten, der das enkelkind dabei hatte, um seinen sohn zu holen. lange, lange, lange hatte wir uns nicht gesehen. viele jahre. ein blick hat gereicht und wir lagen uns in den armen. einer der seltenen momente, die ich niemals vergessen werde. dieses gefühl, diese wiedersehensfreude, die alte vertrautheit.

mit einem sack gemischter gefühle bin ich heute, einen tag später als geplant, wieder nach hause gefahren. und als ich die stadtgrenze querte hatte ich zum ersten mal das gefühl, hier zu hause zu sein, hier hinzugehören. wohlgefühlt habe ich mich hier schon immer, das zuhause-gefühl hat sich heute erst eingestellt. ich glaube ich fange an, wurzeln zu schlagen. das erste mal. das erste mal an einem fleck von dem ich weiß, dass ich noch viele jahre an ihm bleiben werde. und will. zwar vermischen sich auch hier vergangenheit, gegenwart und zukunft, aber mit einem teil meiner vergangenheit habe ich hier abgeschlossen. sie ist und bleibt hier, hat aber nichts mehr mit meinem leben zu tun. ich habe es geschafft, den schlußstrich zu ziehen, einen schlußstrich, der unverrückbar ist, bleibt. ein teil der gegenwart wurde zur vergangenheit, ist abgehakt. ich bin zwar immer mal wieder traurig darüber, aber letztendlich hatte ich nie eine chance, und wenn ich mich auf den kopf gestellt hätte. alles, was ich gemacht habe, war falsch, aus der perspektive, die nicht die meine ist, es nie war. ich habe gelernt.

es war das jahr, in dem ich gelernt habe, meiner therapeutin zu vertrauen, trotz allem, ich habe gelernt, begriffen, dass sie da ist, egal was ich mache. sie ist da, bleibt da. erfolgreich introjiziert. sie steht mir so nahe, wie kein anderer mensch es tut, ich liebe diese frau und ich weiß, sie wird bleiben. ein seltsames gefühl, völlig ungewohnt, aber es ist so.

ich habe viel gemalt, diverse menschen enttäuscht, mich erfolgreich zurückgezogen, ohne besonders glücklich damit zu sein, habe vieles in neue bahnen gelenkt, vieles abgestreift, beibehalten, verändert, hingenommen, angeschaut, gesehen, ich habe vieles nicht wahrgenommen, habe diverses wieder vergessen, habe gelernt hinzusehen, wahrzunehmen, zu analysieren und dennoch ist mir so vieles entgangen. das leben, mein leben, ist etwas höchst seltsames, etwas, das ich wahrscheinlich niemals begreifen werde. ich denke das einzige, das ich tun kann, ist - hoffentlich irgendwann mal aus überzeugung heraus - mich zu arrangieren, meinen frieden zu schließen mit diesem seltsamen etwas namens leben.

vielleicht ist doch mehr geblieben, als ich dachte.

27.12.2008 um 20:34 Uhr

der nicht vorhandene freund

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

gestern war einer der seltenen tage, an dem ich traurig darüber war, alleine zu sein, keinen freund zu haben. er, der nicht vorhandene partner, hat mir gefehlt, ich fühlte ganz deutlich das loch an meiner seite. manchmal, ganz selten, wünsche ich mir jemanden, der sich an meine schulter lehnt und sich da wohlfühlt, vertrautheit, nähe, verstehen und verstanden werden, einfach zu zweit durchs leben gehen, mit allen höhen und tiefen. nicht alleine sein, nicht alles alleine meisten zu müssen und dabei wenig bis gar nichts zu teilen, von mir, mich. manchmal wünsche ich mir jemanden, der b sagt wenn ich a denke, der mit mir am strand spazieren geht wenn ich fliegen will, der mir kaffee kocht wenn ich keine lust auf tee habe, jemand, in dessen armen ich einschlafen kann ohne angst zu haben, am nächsten morgen alleine aufzuwachen. jemand, von dem ich sagen kann 'das ist mein freund', den ich irgendwann meinen freunden und meiner familie vorstellen kann, einfach jemanden, mit dem ich die gegenwart verbringen und mir wünschen kann, dass er auch in zukunft noch an meiner seite sein wird.

26.12.2008 um 19:53 Uhr

quadriert

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

manche gespräche fühlen sich an, als würden sie durch ein gitter geführt.
 

21.12.2008 um 12:16 Uhr

sonntag

ich schlage mich seit stunden im dickicht der alkane, alkene, alkine, der cycloalkane, olefinischen doppelbindungen, homolytischer bindungsbrüche, cis- und transisomere, konformationen, rotationssymmetrien etc. herum und habe dabei meine machete vergessen. wer in aller welt hat sich die organische chemie ausgedacht? wer, hm? das ist mal eine herausforderung, die sogar ich als solche betrachte. scheiße. oder nee, herausforderungen sind ja eigentlich was positives und wollen nichts weiter, als dass man sich ihrer annimmt. womit ich heute begonnen habe. mir schwirrt der kopf, aber ausgestattet mit gut geölten hirnwindungen und dem zeeck an meiner seite kann eigentlich nicht allzuviel passieren. gut, in die altklausuren habe ich einen blick geworfen und sie sofort wieder ins regal verfrachtet, ich wollte mir die motivation und die gute laune nicht verderben lassen. heftig, kann ich nur sagen, heftig. aber egal. mit kreuzen fange ich erst im neuen jahr an, das ist mein fester vorsatz, vorher wird die theorie beackert.

für heute ist eh schluß, da ich arbeiten muss. aber das ist mal eine gelungene abwechslung, zumindest heute noch, von den diensten, die sie mir morgen und übermorgen reingewürgt haben, ganz zu schweigen. naja, auf der anderen seite des papieres steht unter dem strich einfach mehr kohle, die sich vor allem in form eines höheren lohnsteuerjahresausgleiches bemerkbar machen wird.

so. und jetzt sollte ich mich fertig machen.  

19.12.2008 um 18:48 Uhr

pause

gott ist die anstehende pause notwendig. ich krieche auf dem zahnfleisch, kann mich kaum noch zum lernen motivieren und bin permanent müde, selbst nach den 12 stunden schlaf letzte nacht. eine pausen-pause wird es dennoch nicht, es stehen chemie, physik und med. terminologie auf dem plan. klausuren im januar und februar. aber wenigstens muss ich nicht jeden tag früh aufstehen und in die uni rennen, ich werde also mein tempo und meinen rhytmus anschlagen können. und das ist gut. schlafen, lernen, schlafen, etc. klingt gut, zumindest in meinen gestressten ohren. und jetzt, jetzt werde ich mich wieder ins bett verziehen und entweder vor mich hindösen und musik hören oder das angefangene buch weiterlesen. 

ich wünsch euch einen schönen abend.

18.12.2008 um 08:50 Uhr

temporärer endspurt

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin erstaunt darüber, wie schnell sich die tiefphasen mittlerweile verflüchtigen. nein, sie tun das natürlich nicht einfach so, dem gehen immer gewisse überlegungen und erkenntnisse voraus. wie diesesmal auch, wie schuppen ist es mir von den augen gefallen, und schon ging es mir besser. am dienstag, gestern und heute, je mehr zeit verging, desto mehr ruhe und gelassenheit stellte sich ein und blieb. ich bin bei mir, und es geht mir gut damit. der ausrutscher vom dienstag, naja, gut, hätte nicht sein müssen, machte aber nur einmal mehr deutlich, weshalb und wie und überhaupt. die ganze aktion, die letzten beiden tage haben mich allerdings mal wieder unglaublich viel kraft gekostet, am liebsten würde ich einfach nur schlafen, schlafen, schlafen, dem bewusstsein und dem körper einfach ruhe gönnen, kraft schöpfen. aber das geht leider nicht, wichtige anatomievorlesung heute, dann chemie-praktikum, heute abend therapie, das letzte mal vor der weihnachtspause. morgen ebenfalls anatomie, chemie und abends chemie-tutorat, samstag und sonntag arbeiten und montag nochmal treffen mit einigen werten mitstudenten, um einen lernschlachtplan für physik zu entwerfen. viel zu tun also, ausruhen gibts erst nächste woche.

16.12.2008 um 19:26 Uhr

aggressionen vol. 2

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

das erste, das aller aller erste mal bin ich heute gegangen, ohne mich zu verabschieden. noch während sie das fenster öffnete, verschwand ich, frustriert, aggressiv, traurig, verletzt. tür zu, nur ja raus, raus, einfach raus, alleine sein, nichts sehen, nichts hören und schon gar nicht sie, die gefühlt an mir zweifelte, mich ernsthaft nach meinen absichten bezüglich der analyse gefragt hatte. ich hätte sie in der luft zerreißen, sie anbrüllen mögen und wär ihr doch am liebsten in die arme gefallen, wollte sie sehen und von ihr hören, dass sie mir vertraute, mich akzeptierte, mich annahm. angefühlt hatte sich das gestern und heute nicht so, ganz im gegenteil. ich fühlte mich abgelehnt, provoziert, ignoriert, hängengelassen. letztendlich war ich einfach nur sauer, aufgrund einer bitte, die sie an mich gerichtet, weil ich etwas vergessen hatte. aber anstatt ich eben dies fühle, packe ich einen deckel drauf, anstatt dass ich es ausspreche, lasse ich zeit vergehen und begebe mich schnurstracks in die nächste inszenierung, abwehr und aggressionen.

nachdem ich dann nach hause anstatt ins psychoseminar gefahren bin - ich hatte beschlossen, heute alles andere ausfallen zu lassen, ich hätte meine aggressionen gegenüber meinen mitmenschen nicht in den griff bekommen, bin ich auf dem boden vor meinem bett eingeschlafen, völlig erledigt, und eine stunde später wieder aufgewacht. attest vom hausarzt geholt, denn sowohl psycho als auch sozio sind besuchspflichtige seminare und wieder auf direktem weg nach hause, in richtung verkriechen. als ich dann jedoch im bett lag, die decke bis über beide ohnen gezogen, zusammengerollt, traf mich eben jene erkenntnis, dass der auslöser für das ganze trara eben meine wut auf sie gewesen ist, die ich jedoch - mal wieder - transformiert hatte, siehe oben.

von diesem zeitpunkt an ging es mir besser, deutlich, und - darauf bin ich stolz - ich beschloß, mir den ausrutscher heute nicht übel zu nehmen, sondern gut für mich zu sorgen und mir einen gemütlichen nachmittag zu machen. tee gekocht, buch aus dem regal gezogen und mich ins bett gehauen. hin und wieder schweifen meine gedanken ab, hin zu ihr, zur heutigen sitzung, zu dem am donnerstag, aber im wesentlichen tue ich genau das, was ich mir vorgenommen hatte: ich sorge für mich und vor allem: ich hacke nicht auf mir herum. das habe ich gestern und heute weißgott zur genüge getan. 

15.12.2008 um 20:51 Uhr

aggressionen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

harte therapiesitzung heute. verdammt hart und schmerzhaft, denn mal wieder musste ich den abgründen meiner psyche direkt ins gesicht sehen. filmreife inszenierung schon in den ersten minuten, aber der regisseur der szenen, meines lebens, das bin ich. ich bin nicht das opfer all derer, die ich als einfluß auf mich habend wahrnehme, als nahe, oder zu nahe, nein. ich bin es, ich schreibe die szenen und ich bin verdammt nochmal in der lage - oder sollte es sein - mich zu wehren, nein zu sagen, wann immer ich mich angegriffen unf verletzt fühle.  wahrnehmen, ich muss mich wahrnehmen, es lernen, denn weil ich das kaum kann, und meine gefühle immer und immer wieder unterdrücke, verdränge, bleiben mir eben diese worte bis heute meist im hals stecken, ich schlucke sie runter und bei der verdauung werden aus ihnen aggressionen, die ich zu allem überfluß auch noch gegen mich richte. das muss ein ende haben, denn diese aggressionen fressen mich auf, sie machen mich kaputt. lernen sie, sich und ihre gefühle wahrzunehmen und ihnen entsprechend und vor allem erwachsen zu handeln, so meine psychoanalytikerin vorhin. und sie hat recht, so recht. ich weiß das nicht nur, ich kann es fühlen. und es tut verdammt weh.

12.12.2008 um 20:10 Uhr

kunst und seele

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin völlig fasziniert von dem bild, das heute entstanden ist.

vor einiger zeit habe ich von einem zimmer mit einem roten teppich geträumt. dieses bild kam mir heute nachmittag in den sinn, woraufhin ich alles stehen und liegen ließ, um es zu malen. quer, auf 1m x 80cm, leinwand, acryl. zum trocknen hatte ich es hochkannt aufgestellt. als ich vorhin auf meinem bett lag und das bild betrachtete fiel mir auf, dass es hochkant unschlagbar besser aussah, weil auf einmal eine schattengestalt an der wand entlang lief, hinüber zur anderen - roten - wand, die eigentlich der teppich sein sollte, einen weißen schweif hinter sich her ziehend, der helligkeit des angedeuteten fensters entfliehend. was für ein bild, nicht zu übertreffen. einige kleine veränderungen an der roten fläche vorgenommen stand und steht nun ein werk vor mir - ich hab es seelenschatten genannt -, das mich fesselt wie kaum eines der anderen bilder, die ich gemalt habe, obwohl mir auch all die anderen aus der seele sprechen.

da war mein unterbewusstsein am werk, im wahrsten sinne des wortes.

12.12.2008 um 17:48 Uhr

sprachlos

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

wenn sie gut für sich selbst sorgen, dann macht ihnen das zusammensein mit anderen auch spaß.

... ... ... ... ... ... ... .

wieder so ein satz meiner werten frau dr. psychoanalytikerin - nachdem ich ihr den verlauf der letzten drei tage geschildert hatte - der saß. angekommen genau im richtigen moment dort, wo er hingehörte. ich war minutenlang sprachlos ob dieser erkenntnis, die ich nicht nur mit dem kopf nachvollziehen konnte, sondern vor allem gefühlt habe. 

...von der direkt danach einsetzenden abwehrdynamik will ich hier erst gar nicht anfangen...

angekommen und geblieben.

09.12.2008 um 20:42 Uhr

höhenflug und fall

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

das passiert mir nicht noch einmal. dass mich eine lappalie - wie es die klausur war - dermaßen aus den latschen kippt und ich mir eine ohrfeige einfange, die sich dermaßen gewaschen hatte, dass mich meine therapeutin über die weihnachtsferien am liebsten wieder in der psychosomatik sehen würde. das passiert mir nicht noch einmal. es wird mir eine lehre gewesen sein, die letzten drei tage. ein horrortrip. ich muss besser für mich sorgen, besser auf mich aufpassen. keine höhenflüge mehr, denn je höher man fliegt, desto tiefer fällt man letztendlich auch. ich, ich meine ich. je höher ich fliege, desto tiefer falle ich auch. herrgottnochmal, ich habe es mal wieder nicht wahrgenommen, dass ich in eine manische phase gerutscht bin. die kommen seit neuesten im schafspelz daher. keine höhenflüge mehr, bitte keine höhenflüge mehr. hingucken, wahrnehmen und abwenden. und das am besten im vorfeld. keine höhenflüge mehr, bitte. pass auf dich auf, du hast es verdient.

09.12.2008 um 14:17 Uhr

ohne worte

 
BESTANDEN!
 

08.12.2008 um 19:07 Uhr

montag abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

die welt und das leben ziehen mal wieder an mir vorbei, ich nehme kaum was wahr und fühle mich taub. als umhüllte mich eine dünne eisschicht, die keine wärme hinein und auch nicht hinaus lässt. egal, alles ist egal, ich möchte mich verkriechen, einschlafen und nicht wieder aufwachen. die depression nagt an mir. ich möchte fallen, aufschlagen, aufwachen, doch die medikamente hintern mich daran. ambivalenz und zwiespalt machen sich breit, es zieht und zerrt und ich komme nicht dagegen an. es ist egal. in einer halben stunde sehe ich die frau dr. psychoanalytikerin. ich habe angst davor, ihr in die augen zu sehen, ihr den ausraster vom samstag zu beichten, der fünf neue wunden hinterlassen hat, links, wie immer. ich will sie sehen, will ihr in den arm fallen, will gehalten und beschützt werden. aber das geht nicht, ich muss mich schon selber halten und beschützen, nur leider bin ich dazu gerade nicht imstande. es ist kalt. mir ist kalt. ich bin kalt. gefühllos.

06.12.2008 um 13:24 Uhr

sch...

scheiß klausur. sauschwer, komplett umgestellt, so gut wie nichts bekanntes drin. wenn das, was ich da fabriziert habe, gelangt hat, dann allerhöchstens knapp. scheiße. tag verhagelt.

06.12.2008 um 07:38 Uhr

klausur 1 - chemie (anorganik)

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

noch anderthalb stunden, dann geht es los. die erste klausur. medizinstudium. juhu. ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe, da rein zu kommen. hab heute morgen die wichtigsten unterlagen nochmal ganz in ruhe durchgeschaut, ruhig und gelassen. ich glaube, ich habe genug getan. wenn es schiefgehen sollte, dann nicht, weil ich zu wenig gelernt habe. ein bisschen glück gehört ja auch dazu. klausurdesign und so. wird schon.

05.12.2008 um 16:29 Uhr

schläfrig

ich habe den ganzen tag geschlafen, bis jetzt. nix mit chemie nochmal anschauen, es ging nichts, mir sind im sitzen die augen zugefallen. ich interpretiere das einfach mal als gutes zeichen, denn wenn ich - oder besser: mein unterbewusstsein - nicht das gefühl hätte, genug gelernt zu haben, wäre ich nicht so ruhig und schläfrig gewesen. heute abend ist ein letztes mal tutorat, und vielleicht schaue ich einfach morgen früh nochmal eine stunde rein, damit auch ja das letzte wenigstens noch ins kurzzeitgedächtnis gepackt wird. wird schon werden, ich glaube, ich habe nichts zu befürchten.

nebenher läuft alive von disturbed. ich kann nicht genug von diesem song bekommen, habe gestern noch die cd bestellt. meine musik, genau meine musik. unverständlich, dass die mir bisher noch nicht begegnet sind. und auf der suche nach mehr habe ich folgendes auch noch gefunden, ebefalls abartig gut. ich werde jetzt wohl mal unter die dusche hüpfen, kaffee machen und versuchen, aufzuwachen, eben all das, was man normalerweise eher morgens macht...egal. mir geht es gut.