grenzwandel

31.01.2009 um 20:46 Uhr

samstag abend

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

aufpassen, aufpassen aufpassen. hingucken. hinhören und -fühlen.

vorhin klingelte das telefon und ich hatte die nummer von madame v. auf dem display. rangegangen, aber irgendwie hörte ich nichts, es knackte nur und stille. ich rief zurück und niemand ging ans telefon. und promt fing ich an zu denken, zu projizieren, interpretieren und zu überlegen, was das wohl zu bedeuten hat, ob es gegen mich gerichtet ist und so weiter. also habe ich beschlossen, dass, wenn sie heute nochmal anrufen sollte, ich nicht ans telefon gehen werde. ich muss erst mal darüber nachdenken, was da schon wieder in mir vorgegangen ist. das ist alles ihres, alles, was sie denken, ist ihres, sagt meine therapeutin immer, es kommt nur von ihnen und es hat erstmal nichts mit dem gegenüber zu tun. schauen sie auf ihre gedanken und gefühle und versuchen sie zu verstehen, was sie bedeuten, welche funktion sie haben. und genau das werde ich tun. ich werde analysieren und nicht weiter projizieren oder interpretieren, etwas, das ich nicht einschätzen kann, weil ich nicht weiß, was es war. ich werde also bei mir bleiben und nicht darüber nachdenken, was sie wohl gerade macht, denkt oder fühlt. ich werde in mich hineinhorchen und versuchen herauszufinden, warum ich diese bagatelle schon wieder gegen mich gerichtet interpretiert habe und warum es mich verunsichert, bzw. warum ich mich selbst verunsichere. das hat auch alles gar nichts mit ihr zu tun, ist nur meines, sind meine gedanken und gefühle. das will und werde ich mir klar machen.

ich habe letztens in der therapie festgestellt, dass ich, wenn es um meine gefühle geht, ganz oft sehr im vagen bleibe, mich nebulös ausdrücke. das war eine erkenntnis, die mich wie ein blitz getroffen hat und sofort war mir klar, dass so keine analyse möglich ist. ihr unterbewusstsein hört mit, meinte meine therapeutin, also drücken sie sich gefälligst klar aus, sagte sie mit einem grinsen. und es stimmt einfach. ich habe dermaßen schwierigkeiten, mir meine gefühle bewusst zu machen und klar und deutlich über sie zu sprechen. kein wunder, dass ich oftmals in einer emotionalen sackgasse lande. bei mir bleiben. so einfach ist das. und so unendlich schwer zugleich.

so. und zum schluß noch ein kurzes chemie-résumee. ich habe heute zwar nicht so wahnsinnig viel gelernt, naja, ein paar stunden waren es schon, aber dafür sehr erfolgreich und intensiv. manchmal habe ich so sternstunden. heute wieder. innerhalb einer halben stunde hatte ich 15 aminosäuren im kopf. mit strukturformel, selbstredend. und zudem, ob sie neutral oder sauer oder alkalisch sind. ich kann endlose protein in ihre einzelnen aminosäuren zerpflücken und kann von 10 ohne probleme herbeten, zu was sie decarboxyliert werden sowie mühelos isoelektrische punkte ausrechen. aber da schließt sich der kreis. meine bisherigen lieblingskapitel waren amine und carbonsäuren, da passen die aminosäuren natürlich perfekt ins raster. was mich am meisten quält sind aldehyde und ketone. aber egal. auch diese reaktionen und strukturformeln werde ich mir innerhalb der nächsten sechs tage in den kopf klopfen. ich habe riesigen gefallen am auswendig lernen gefunden. das ist dermaßen einfach und entspannt und ich muss nichts danken. die grundlagen sitzen, und auf dieser basis lernt es sich einfach wundervoll auswendig. und genau das werde ich bis einschließlich nächsten freitag abend tun. und da ich ja beschlossen habe, nicht zur physikklausur anzutreten, wegen des auswahlgesprächs, fangen direkt nach der chemieklausur meine semesterferien an!

30.01.2009 um 15:01 Uhr

das sind aussichten!

hier überschlagen sich die ereignisse gerade mal wieder. nicht nur dass seit gestern madame v. wieder da ist, worüber ich mich sehr freue, nein, heute ist noch mehr passiert. viel mehr.

erstens: heute morgen um halb sieben rief mich mein vater an (da saß ich schon anderthalb stunden am schreibtisch) und meinte: tochter, ich habe beschlossen, dass du ein neues auto brauchst. ... . ... . ... . großes fragezeichen über meinem kopf. sehr großes. mein vater ist zwar für derartige überlegungen und überraschungen bekannt, aber so früh am morgen und dann sowas???!!!. nun gut und ok, wenn man seiner überlegung zugrunde legt, dass mein derzeitiges so gut wie nichts mehr wert ist weil kupplungsschaden, klimaanlage kaputt und beule in der rechten tür, und ich die abwrackprämie (großartiges wort übrigens) kassieren kann, dann ist seine überlegung durchaus nachvollziehbar. und zudem kann der herr vater das auto über die eigene firma finanzieren. ich habe mich also ohne große widerworte seiner meinung angeschlossen und beschlossen, ein neues auto zu brauchen. super. fabrikneu, blaumetallic. da sag ich nicht nein. bestimmt nicht.

zweitens: heute mittag rief mich die sekretärin des begabtenförderungswerkes an, das mir schon meine promotion finanziert hatte, sie hätten mich zum auswahlgespräch für die zweitstudiumsförderung eingeladen, termin 12.2., ob das bei mir ginge und ob ich bitte noch ein paar bewerbungsunterlagen nachreichen könnte. ... . ... . ... . großes fragezeichen. sehr großes. ich hatte dem studienleiter der promotionssektion vor ca. einem halben jahr mal geschrieben, dass ich jetzt anfangen würde, medizin zu studieren, hab ihm - einfach nur informationshalber für ihn und komplett ohne hintergedanken - den antrag für die begründung zur aufnahme des zweitstudiums medizin geschickt und hab mich für die tolle promotionsbetreuung und -förderung bedankt. ende der geschichte. zumindest von mir aus. und jetzt also heute der anruf, auswahlgespräch, förderung in aussicht gestellt. der werte herr promotionsleiter hatte also meinen antrag weitergereicht und die grundförderungsleute haben mich mal kurzerhand eingeladen, ohne dass ich auch nur eine bewerbungszeile geschrieben hätte. wie geil ist das denn??? ich werde also heute abend noch ein bisschen zeugnisse und promotionsurkunde kopieren gehen, ein kurzes bewerbungsschreiben verfassen - aus dem antrag zusammengestöpselt - und ein resumee des ersten semesters zu papier bringen.und weil der termin am 12.2. ist, zwei tage vor meiner physikklausur, die ich für dieses semester eh schon abgeschrieben hatte (weilnach chemieklausur nur eine woche zeit zum lernen), werde ich mir also ein attest besorgen, dann donnerstags zum auswahlgespräch zuckeln und das wochenende bei dbf verbringen, das liegt nämlich auf dem weg. HÄNDEREIB!

es läuft also mal wieder alles wie am schnürchen. und ich habe es verdammt nochmal verdient. jawoll.

30.01.2009 um 09:19 Uhr

hoppla

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

warum nur neigen die menschen dazu, immer völlig unerwartet in mein leben zu platzen, meist ohne vorankündigung, sie kommen auch nicht langsam und sachte, nein, meistens bumms und sie sind da. oder wieder da. wie madame (vorgeschichte teil 1 , teil 2 ). die alte vertrautheit und anziehung zwischen uns ist ebenfalls wieder da. nur eines ist anders: ich habe gelernt. das wird mir nicht noch einmal passieren. ich werde vorsichtig sein, auf mich schauen, hören und mich fühlen und sobald ich auch nur anzeichen bemerke, dass ich mich aus den augen verliere, wird der kontakt wieder gekappt. ich will und kann mich nicht noch einmal dermaßen verlieren. diese zeiten sind vorbei. endgültig.

26.01.2009 um 20:46 Uhr

fast

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es war knapp. haarscharf bin ich am abbruch der therapie vorbeigeschlittert. letztendlich bin ich nicht gegangen, habe mich wieder hingelegt und das erste mal seit tagen eine erhellende, analytische erkenntnis gehabt. es wäre schön, sagte ich zuletzt zu meiner therapeutin, wenn das in zukunft auch funktionieren würde, ohne dass ich bis an die äußersten grenzen gehe. ja, sagte sie, das wäre gut. für sie. es wäre einfacher.

jetzt bin ich völlig erledigt und werde nur noch ins bett fallen und hoffentlich eine nacht verbringen, in der mich nicht wieder monströse vergewaltigungsträume und ähnliche heimsuchen. 

26.01.2009 um 12:52 Uhr

status

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

schon wieder so ein tag, der schon am anfang endlos erscheint. formeln, formeln, formeln, nachher zweieinhalb stunden histologie, bücher endlich in die bib schleppen um der mahnung zuvorzukommen und heute abend therapie. ich fürchte, für die nächsten drei wochen werde ich mich doch noch dran gewöhnen müssen, dann ist es vorbei. erstmal. mister c. hat heute morgen angerufen, er würde nicht in chemie gehen (die vorlesung ist bullshit), ob ich ginge und wenn nein, ob man sich dann vor anatomie treffen könnte. na klar doch, lieber c., na klar doch. ich hab mich gefreut, hatte ich doch schon gestern beschlossen, die mindestens-50-pp-folien-in-45-minuten-durchpeitsch-vorlesung sausen zu lassen und mich lieber über meinen eigenen büchern zu verkriechen.

ich stelle immer wieder fest, dass ich momentan fast nur noch ein thema kenne und daneben keinerlei geistige kapazitäten mehr habe, meist langt es noch nicht einmal, blogigo-einträge oder kommentare geistreich zu kommentieren. man möge mir das bitte nachsehen, es kommen bestimmt auch wieder andere zeiten. 

25.01.2009 um 19:22 Uhr

hülfe

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

meine derzeitige beschäftigung...mit freundlichen grüßen an die frau dr. aurielle :-)

24.01.2009 um 19:27 Uhr

aus dem off

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich krieche auf dem zahnfleisch. die woche war unendlich stressig. chemie lernen, termiklausur (bestanden), weiter chemie, formeln en masse in den schädel, reaktionsgleichungen, die mir nichts sagen entschlüsseln, donnerstag nachmittag 3 stunden arbeiten, direkt nach dem chemiepraktikum, dann eine furchtbare therapiesitzung, abwehr, abwehr, abwehr, eine schweigende therapeutin, freitag nachmittag drei stunden arbeiten, bis 22 uhr chemie gelernt, samstag, also heute, eine unglaublich stressige frühschicht, um halb zwei zu hause, um drei chemielerngruppe, dann einkaufen, bude sauber gemacht (war absolut dringend nötig) und jetzt bin ich am ende, völlig erledigt. die nächsten beiden wochen werden nicht besser werden, am 7.2. ist chemieklausur. am 14.2 dann physik, was ich momentan noch sträflich vernachlässige.aber irgendwo ist auch bei mir eine grenze. und die schließt physik momentan nicht mit ein.

ich habe keine ruhe, zu mir zu finden. kein wunder, dass ich momentan in den therapiesitzungen kaum was zustande bringe, von analyse ganz zu schweigen. ich komme einfach nicht an mich ran, wenn ich auf der couch liege. wahrscheinlich ist das, zustätzlich zum ganzen stress eine nachwirkung der sitzung von letzter woche montag, die einfach nur heftig war. seit dem habe ich dicht gemacht. und meine therapeutin quittiert das mit analytischem schweigen. dabei bräuchte ich gerade ganz dringend eine hand, ihre hand, die mich ein klitzekleines bisschen leitet. aber nein. da muss ich alleine durch.

20.01.2009 um 20:24 Uhr

schimpf

pah. was ein tag. tamtam in anatomie, tamtam in terminologie (klausur), abwehr deluxe in therapie, gelaber in psychologie und unerträgliches geblubber in soziologie. einzig chemie heute abend war produktiv und erfolgreich, auch wenn ich immer noch probleme habe elektrophile aromatische substitution, nucleophile substitution, additionsreaktionen und noch viele mehr nicht ständig durcheinander zu werfen. außerdem schwirren mir amino- und ketocarbonsäuren, enantiomere und abgangsgruppen um die ohren. wie in aller welt soll ich das bis in zweieinhalb wochen alles in meinen schädel bringen? ich hab zwar große kapazitäten, aber irgendwo haben auch die ihre grenzen. und jetzt hab ich kopfschmerzen und will eigentlich nur noch ins bett. schimpf schimpf schimpf.

19.01.2009 um 21:08 Uhr

einfach nur danke

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

uiuiuiuiui. was für eine therapiesitzung. voller emotionen, voller vertrauen, loslassen und anschauen. ein dickes, dickes danke an mich selber, dass ich so bin, wie ich bin. und ein unendlich liebevolles danke an die frau, die ich von herzen liebe, die mich nunmehr im dritten jahr begleitet, mir vertraut, mich annimmt, wie ich bin, ohne zu fordern, die mir die augen öffnet und die mich liebevoll an die hand nimmt, die ohne zu zögern einfach da ist, mir ihre schulter zum anlehnen gibt, die mich hält und mir beibringt, wie ich mich selber halten kann.

19.01.2009 um 09:21 Uhr

montag

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

auf in diese woche. die woche, in der wir das physikpraktikum, medizinische psychologie und soziologie sowie terminologie zum letzten mal haben. ab nächster woche wird es medizinischer, es steht der histo-mikroskopierkurs an, zweitägig pro woche, bis ende des zweiten semesters. hurra.

18.01.2009 um 17:20 Uhr

zwischenstand

der frau dr. rer nat. genzie (hihi, ich muss mir immer mal wieder vor augen führen, was ich im letzten jahr alles gerissen habe :-)) geht es heute großartig. alles klappt wie am schnürchen, lernen, zwischenmenschliches, etc. jetzt werde ich mir noch ein wenig griechische prä- und suffixe reinziehen und dann schluss machen für heute. das abendprogramm beinhaltet waschen, bude auf hochglanz bringen und beine rasieren.

18.01.2009 um 08:37 Uhr

blöd

warum ist denn die nacht schon wieder vorbei? da bin ich extra relativ früh ins bett, um eine lange nacht vor mir zu haben und kaum mache ich die augen zu, ist die auch schon wieder vorbei. mannmannmann. blöd. und ich kann mich nichteinmal guten gewissens rumdrehen und weiterschlafen. ich habe mir also zähneknirschend einen kaffee gemacht und verziehe mich noch zähneknirschender mit meinen termiunterlagen - und das ist der kompromiss: nicht an den schreibtisch, sondern - ins bett.

17.01.2009 um 20:59 Uhr

vor meinen augen baumelt ein kreuz

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

was ein tag. lang, sehr lang. gefüllt mit termi, wobei mir das heute ausnehmend spaß gemacht hat, da ich eine ganze liste voll medizinischer begriffe zusammengegoogelt habe, und sowas mag ich einfach. dabei lernt es sich spielend. danach chemie, am nachmittag zusammen mit dem schnuckeligen fast-chemiker. wir hatten spaß, zumal zwischendurch immer wieder olga, eine seiner nachhilfeschülerinnen, durchs bild lief. die frau war dermaßen daneben, komplett übertrieben, fährt nen slk, von pappi geschenkt, ist ins medizinstudium eingeklagt und hat noch keine einzige prüfung bestanden, obwohl sie schon letztes sommersemester angefangen hat. nun ja. wir haben uns amüsiert.
 
ein teil meiner werten mitkommilitonen geht heute abend noch weg, und ich habe schon die dritte sms bekommen, ob ich mitkomme. lieb, sehr lieb, aber ich mag alleine sein. hatte heute schon genug zwischenmenschliche kontakte, für heute ist es genug. ich habe mir vorhin bestimmt eine stunde lang vorwürfe gemacht, dass ich doch mitgehen sollte, müsste, immer bin ich diejenige, die fehlt, etc. und war kurz davor, zuzusagen. aber im letzten moment hab ich dann doch noch die kurve gekriegt und mich ernsthaft gefragt, was ich denn wirklich will. und die eindeutige antwort war: alleine zu hause bleiben. daher hab ich dann auch abgesagt, und seitdem bin ich friedlich. also innen. gut gesorgt für mich. es wäre eine katastrophe geworden, ich hätte mich aus den augen verloren, wäre nur der masse gefolgt und hätte versucht, mich unsichtbar zu machen. so ist es gut, ich bleibe hier und mache es mir gemütlich, nur mit mir alleine. das reicht.

16.01.2009 um 20:52 Uhr

innere weichheit, lange haare und wochenende

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

er hat schon wieder angerufen. zwei mal, einmal heute mittag, einmal am späten nachmittag. er kapiert es nicht, einfach nicht. seit monaten ignoriere ich diese anrufe, gehe konsequent nicht ans telefon, aber er kapiert es nicht. wie kann man so blind und blöd sein? ich richte mich gerade in meinem leben ein, und ich gedenke auch weiterhin, das ohne altlasten zu tun. nur bestimmten ist das einfach nicht klar zu machen, immer und immer wieder nimmt er anlauf, nur um wieder gegen die wand zu krachen. eine wand, die ich aufgestellt habe und nicht wieder einzureißen gedenke. man könnte meinen, dass die menschen ab einem gewissen alter eine gewisse einsichtsfähigkeit haben - haben sollten. aber nein, nicht alle. und ein ganz bestimmter schon gar nicht. ich werde das telefon also weiter ignorieren und darauf warten, bis der groschen fällt. so er das denn irgendwann tun sollte. mannmannmann.

der tag war zu kurz, und dennoch produktiv. terminologie, chemie. geschlafen. gegessen und das derzeitige zufriedenheitsgefühl geerdet. morgen bin ich mit kommilitone x verabredet, und übermorgen mit kommilitone y. keine schlechte ausbeute. zwei tage, zwei männer, wie meine werte frau therapeutin gestern grinsend feststellte. dass ich mit beiden zum lernen verabredet bin und keinerlei weitere ambitionen hege, hat sie geflissentlich überhört. der eine groß, schlank, blond, blauäugig, so alt wie ich und werdender arzt, der andere groß, schlank, pechschwarzhaarig, grauäugig, 24 und angehender chemiker, und beide unglaublich witzig und charmant. aber wie gesagt: wir sind zum lernen verabredet, zu sonst nichts. ok. ein kaffee sollte schon noch drin sein. mit ersterem kann ich herrlich über alle meine unfähigkeiten lachen, und er über seine, und mit letzteren macht chemie ungalublich viel spaß, da besagter junge begnadet erklären kann. und da ich recht schnell im begreifen bin, ergänzen wir uns perfekt. 

ich könnte vor freude über das arbeitsfreie wochenende auf einem bein im kreis rennen. das war mit abstand die beste entscheidung, die ich diese woche getroffen habe. vielleicht schaffe ich es zudem, an einem der nächsten beiden tage meine bude mal wieder auf hochglanz zu bringen, zu waschen und gscheit einkaufen zu gehen. gestern hatte ich ja so einen 'ich-schneide-sie-wieder-ab' anfall und wollte schon einen termin beim friseur ausmachen, heute bin ich froh drüber, dass ich es nicht getan habe. die haare bleiben dran. sie sind mittlerweile schulterlang, und je länger sie werden, desto mehr kann man mit ihnen anstellen. ich habe keine, wirklich absolut keine ahnung, wann die zum letzten mal so lang waren. das ist schon verdammt lang her. im moment passt nichts besser zu meiner (inneren) weichheit als die langen haare. das nur so am rande.

so, und jetzt? geschirr spülen, tee kochen, bett, buch. 

15.01.2009 um 20:16 Uhr

couch am abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

erkenntnisse, kleine, schritt für schritt durchgesickert vom unterbewusstsein ins bewusstsein, einhergehend mit emotionen, wie ich sie kaum kannte. alleine, einsam, haltlos dachte ich, bin ich, fühlte ich mich, oft. so oft. zu oft. der halt muss aus dem innen heraus wachsen. keine handlungen als zeichen des gemocht und geachtet, geschätzt werdens sind nicht schlimm, bedeuten nicht automatisch ablehnung, abwendung. das akzeptieren, was mir von den anderen entgegengebracht wird, es annehmen, mich gemocht fühlen. zulassen. es zulassen, dass andere mich mögen, es nicht sofort ins gegenteil verkehren und gegen mich verwenden. loslassen. gelassen. sein. einfach sein.

15.01.2009 um 18:00 Uhr

nichts neues

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

so. das zweite arbeitsfreie wochenende ist gesichert. es geht doch nichts über den hausarzt meines vertrauens, der mir heute zudem versprochen hat, sich teilen meiner medizinier-ausbildung anzunehmen. hihi, der gute mann hat a) ne eigene große praxis und ist b) ehemaliger chefarzt der inneren am hiesigen uniklinikum, natürlich mit den besten kontakten. schön. soweit so gut. der rest des tages verlief eher unspektakulär, mit chemie (lernen und praktikum) und einem kurzen bummel durch die winterlich verschneite stadt und einem kauf zweier bücher von katzenbach. ich weiß gar nicht, warum ich seit neustem so auf den stehe. die anstalt war blöd, gut, der patient ist gar nicht schlecht, nicht überragend, aber solide und spannend. und so habe ich einfach bock, die zwei weiteren bücher, das rätsel und der photograph, zu lesen. und noch einen vorteil haben diese bücher. sie sind recht dick, keine chance, nichtmal für mich, die an einem abend auszulesen.

so. nachher werde ich wieder die couch bevölkern und - so gott...ähh, nee, ich will - weiter in meinem inneren nach geheimnissen forsten. und dann werde ich mich lesend ins bett verziehen und mir einen gemütlichen abend machen. hurra.

14.01.2009 um 19:34 Uhr

schnee und weltherrschaftspläne

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es schneeflockt. schon den ganzen tag. in meinem kopf flockt auch irgendwas, ich habe schon den ganzen tag brüllende kopfschmerzen und zudem ein latent flaues gefühl im magen. und so habe ich beschlossen, auch dieses wochenende nicht zu arbeiten. ich hege den verdacht, dass ich körperlich gerade an irgendeine grenze stoße. und da eben dies meine geistigen kapazitäten einschränkt, ist das inakzeptabel. so wird das nichts mit der weltherrschaft. vielleicht sollte ich mir wirklich einen weltherrschaftsassistenten zulegen. für's grobe halt. was meinst du, dfz? kannst du dich damit anfreunden?

13.01.2009 um 20:00 Uhr

klick

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es hat klick gemacht. es hat, verdammt nochmal, endlich klick gemacht.

13.01.2009 um 08:47 Uhr

säuren

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

wir machen weiter. mit carbonsäuren und carbonsäurederivaten. nach einem wiederholenden spurt durch alles bisher gelernte (oder besser: herausgeschriebene) in den letzten 70 minuten gehts ohne pause weiter. ich bin mir noch nicht sicher, wie ich den ganzen stoff in all seinen einzelheiten in den nächsten dreieinhalb wochen in meinen kopf bekommen soll. im chemiestudium hat man für die anorganik ein semester zeit, und für die organik auch, bevors in die details geht. wir haben für beides vier monate. irgendwie stimmen da die verhältnisse nicht. aber gut. was bleibt mir anderes übrig. noch vier wochen, dann ist dieses semester rum. und ich fertig.

12.01.2009 um 20:51 Uhr

erkenntnisse am abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

so ruhig und friedlich und gelassen wie ich gerade bin, war ich schon seit ewigkeiten nicht mehr. ich habe schritte gemacht, fort-schritte. und was für welche. nur war mir das bis eben nicht bewusst. die erkenntnis bedurfte einmal mehr der analytischen ohren und leitung der bzw. durch die werte frau psychoanalytikerin. erkannt habe ich letztendlich selber. und das hat. so. gut. getan. so gut.