...grins...
mann, was bin ich genervt. die bescheuerte nachbarin von nebenan, die mich nie auch nur gegrüßt hatte, ist auf einemal scheißefreundlich, kaum dass der postbote eine büchersendung für mich bei ihr abgegeben hatte. sie sind dr., das wusste ich ja gar nicht, hier ist ihr päckchen, schönen abend noch frau dr. grenzgängerin. ich könnte kotzen.
wie gut, dass ich keine lust habe, mich weiter aufzuregen. ich werde mich jetzt noch eine stunde in meine bücher vergraben und mir rückenmark und gehirn nocheinmal zu gemüte führen und mich dann aber schnell wieder dem leider schon toten stieg larsson - bzw. seinem letzten buch - widmen.
ich kann mich gerade auf nichts konzentrieren außer auf gewisse urlaubsüberlegungen und -planungen. ich habe beschlossen, belfast mit einzubauen. für 18 pfund euro (natürlich, danke zwischi) mit dem zug, 2 stunden von dublin entfernt. passt perfekt und befriedigt auf gewisse weise meinen abenteuerdrang.
ansonsten ist alles so weit in ordnung. ich habe gestern zwar gelernt, aber nicht allzuviel, und vor allem eher weniger histo als vielmehr biochemie. ich glaube, das hat meinen hürn ganz gut getan. ich bin weitgehend ruhig und gelassen, erstaunlich nach dem einbruch vom donnerstag. und gestern abend habe ich festgestellt, dass ich mich gerade ganz gern habe. schön. kann so bleiben.
und jetzt muss ich trotz allem was tun.
sie hat geschrieben. meine therapeutin hat mir tatsächlich eine antwortmail geschrieben. ich freue mich riesig.
und werde nicht wieder ins gegenteil verfallen!
das programm für das histotestat am 8.7.
erkennen, struktur und funktion beschreiben und in größeren anatomischen zusammenhang einordnen...
lernen macht spaß.
endokrine organe --> hormone --> spannend.
schlafen tut so gut, ich fasse es nicht.
die frage, die mich seit vorgestern beschäftigt ist, ob man ein spiegelei auch machen kann, indem man es föhnt?
herzlich willkommen. ich habe mich schon gefragt, wo ihr seid. ich weiß zwar nicht, was euch veranlasst hat, gerade heute wieder aufzutauchen, aber gut. nein, natürlich nicht gut. dass meinte auch der vertretungspsychodok. und bestellte mich ohne lange zu fackeln auf halb 2. was soll ich sagen. von jetzt auf gleich brach alles ein, die gesamte stabilität, eine metallmanschette schnürte mir die luft ab, das herz raste, gewichte hingen an mir und ich saß völlig unbeweglich da und starrte in die ferne.
weiß der gaier.
- eifersucht (in welchen situationen?)
- aggressionen (-"-)
- manipulation (-"-)
- meine bedürfnisse, gedanken und gefühle wahrnehmen (wann klappt's, wann nicht?)
- für mich sorgen (wie, was ist wichtig, was will ich und was nicht)
- meine grenzen (wahrnehmen, setzen, sie aufrecht erhalten und nicht überschreiten)
- kongruenz (wann bin ich es, wann nicht und wenn nicht, warum nicht, welche gefühle sind damit verbunden, welche gedanken, was hilft)
- was passiert, wenn ich nein sage, meine meinung sage, sauer, maulig oder genervt bin? mag man mich deshalb weniger?
- gefühle nicht anzweifeln, sondern sie mir gestatten, ihnen raum geben zu sein und genau hinschauen, woher sie kommen: analyse
-
nicht in das schwarze loch fallen lassen, das sich manchmal auftut,
aktiv dagegen arbeiten, hinschauen, woher kommt die derzeitige stimmung
und was kann ich dagegen tun.
- die welt macht nicht mit mir, ich bin kein hilfloses opfer, sondern ICH mache, habe die wahl, treffe aktiv entscheidungen: mir dessen bewusst sein bzw. werden wenn ich mal wieder das gefühl habe, ein spielball der launen meines lebens zu sein
- mit mir alleine bleiben in kritischen situationen ("dann finden sie zu sich"), mich ertragen, aushalten, stimmungen und gefühle zulassen, sie fühlen und sie nicht verdrängen oder kompensieren. und mich vor allem nicht immer und immer wieder auf vertrauten boden stürzen. nur wenn ich neue richtungen einschlage und nicht wieder und wieder auf altbewährtes zurückgreife (muster, personen, etc.), kann sich etwas verändern. neue wege gehen, mit allen konsequenzen.
ich stelle gerade fest, dass ich meine therapeutin auf eine sehr angenehme art und weise vermisse. sie fehlt mir, aber sie ist nicht weg. ich denke viel an sie, überlege, was sie gerade wohl macht, wie es ihr geht, zähle die wochen, bis sie wieder da ist und freue mich auf unser wiedersehen. ich habe das gefühl, dass ich die pause geregelt bekomme, dass ich mit mir klarkomme und keine nennenswerte abstürze - vergleichbar mit jenem vom letzten jahr - produzieren werde. hilfreich dabei ist vor allem die struktur, die ich habe, und das programm mit allem, was bis zum 1. september ansteht. ich habe genug zu tun und nur wenig zeit, depressiv zu sein. das ist gut zu wissen. die letzten tage waren anstrengend und ermüdend, aber ich habe mich für mein durchhängen nicht verurteilt oder es negativ bewertet. es war einfach so. und jetzt ist es aber auch wieder gut, oder zumindest besser.
ich werde mich die tage mal hinsetzen und einen detaillierten lernplan für histologie machen und einen rahmen für das neurochirurgiereferat erstellen. ich glaube, ich kann meine lernerei definitiv noch optimieren, und ein gscheiter lernplan wirkt da wunder. struktur tut mir gut, das merke ich immer deutlicher. ich glaube, das bekomme ich aber insgesamt schon recht gut hin, das mich strukturieren. was noch verbessert werden muss ist die wahrnehmung und die integration meiner gefühle und bedürfnisse. die kommen bei aller struktur ein bisschen zu kurz. das problem ist, dass ich sie nur schlecht wahrnehmen kann und was ich nicht wahrnehme, kann ich nicht bewusst ausleben, geschweige denn in meine tage integrieren. ich weiß noch nicht genau, wie ich das angehen soll. aber mir wird etwas einfallen. ich muss für mich sorgen, soviel ist klar. aber ich bin zuversichtlich. eigentlich geht es mir ziemlich gut. ich studiere, was ich immer studieren wollte und liebe es und ich habe eine handvoll menschen um mich herum, die mich begleiten. was jetzt noch wichtig ist, ist eben der mittelweg zwischen arbeit/lernen und erholung/freizeit. aber ich werde, ich will das schaffen. herrgottnochmal ist das anstrengend, an sich zu arbeiten. aber eines ist klar. wenn ich nicht angefangen hätte, genau das zu tun, wenn ich die kurve in die therapie nicht gekriegt hätte, vor nunmehr ziemlich genau 2 jahren, dann wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr. das ist alles schon gut so. ich bin kein durchschnitt, warum also sollte mein leben durchschnittlich verlaufen. ich mag es, mein leben. ich habe die wahl, die möglichkeit, aktiv zu wählen, aus all den alternativen, ich bin der regisseur in meinem leben.