grenzwandel

10.09.2009 um 17:52 Uhr

hin- und hergerissen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

jetzt weiß ich wenigstens, woher die unruhe kommt. keinesfalls von den gedanken über die therapie, weit gefehlt. das war wohl die abwehr. vorhin fiel es mir auf. ich bin hin- und hergerissen. zwischen ich will niemanden kennenlernen und mein gutgehen mit jemandem teilen und dem gegenteil. der herr informatiker ist interessant, da gibt es nicht drumherum zu reden. wir verstehen uns blendend, haben viele gemeinsamkeiten und wechselseitiges interesse an denjenigen dingen, die uns unterscheiden. wir können miteinander reden, lachen und schweigen. gestern abend haben wir telefoniert. zweieinhalb stunden. schönes telefonat. wirklich schön. das date am sonntag ist zusätzlich zu wein und mango um musik erweitert worden. selbstkomponierte.

aber heute nachmittag beim geschirrspülen fiel mir auf, dass ich - wie gesagt - hin und her gerissen bin. es fängt gerade an, mir gutzugehen, mein innen stabilisiert sich, aber ich bin eben erst am anfang. ich habe keine ahnung, ob ich das wirklich mit jemandem teilen will oder überhaupt kann oder ob ich das vielmehr erstmal für mich und mit mir genießen will. ich habe auch keine ahnung, ob es dem derzeitigen prozess gut- oder eben nicht tun würde. auf der anderen seite wäre es eine chance für die therapie, da mal draufzuschauen. das leben besteht nunmal in aller regel nicht nur aus einer einzigen beziehung. ich kann mir nicht vorstellen, dass alle verheirateten, die eine ernsthafte psychoanalyse machen, sich scheiden lassen. und wenn dem doch so ist, dann möge man mir bitte bescheid geben. dann sattel ich nochmal um, werde scheidungsanwältin und heirate einen psychoanalytiker. nein, spaß beiseite. irgendwann musste das ja passieren, dass da jemand in mein leben platzt. thank god ist das nicht vor einem halben jahr oder einem jahr passiert. jetzt freue ich mich und es tut mir auch gut. nur weiß ich eben nicht so genau, was ich eigentlich will. ich versuche zwar, nicht darüber nachzudenken, was sein wird oder was nicht, etc., aber so ganz lässt sich das ja doch nicht vermeiden. bleibt mir nichts anderes übrig, als es auf mich zukommen zu lassen oder sollte ich eine entscheidung treffen? ich weiß es nicht. was ich aber weiß ist, dass ich bei mir bleiben und auf mein gefühl hören und vor allem danach handeln muss. sonst habe ich überhaupt keine chance.

10.09.2009 um 14:28 Uhr

bäh

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin irgendwie leicht unausgeschlafen und gefrustet heute. temporär. und schon wieder drehen sich in meinem kopf die gedanken, über was ich heute abend in der therapie sprechen könnte. und bei allem was mir so einfällt denke ich 'ach nee, irgendwie läuft das ja doch wieder aus dem ruder'. es geht mir so auf die nerven. ich gehe mir so auf die nerven. aber vielleicht könnte ich ja genau das thematisieren. hab ich letztes mal auch angeschnitten, aber dann sind wir bei einem anderen thema hängengeblieben. ach bäh.

10.09.2009 um 00:44 Uhr

*schmelz*

 

08.09.2009 um 19:10 Uhr

immer diese überschriftenfindung, herrgott.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

letzendlich gab es doch etwas zu beichten. ich habe hingeschaut, wenn auch nach anfänglichem toben, und habe es gesehen. und kaum war es raus, ging es. ich konnte hinschauen, analysieren, erkennen. warum fällt mir das immer und immer wieder so schwer? weil ich etwas nicht bekomme, was ich will - reaktionen von meiner therapeutin - mich das aggressiv macht, weil es zu sache geht und ich angst habe.

in dieser einen stunde ist das mein raum, ist es meine zeit. ich will sie nützen. nur meinem unterbewusstsein muss ich das noch klar machen. ich muss keine angst haben. ganz im gegenteil. es gab und gibt ja immer wieder situationen, in denen es lief und läuft und es mir hinterher gut, besser, mit der erkenntnis ging.

es ist ein denkbar asymmetrisches verhältnis, ja. aber ich werde nichts daran ändern können, ich kann nur für mich das beste daraus machen. ich werde versuchen, weiter dran zu bleiben. und es stimmt. die akzeptanz, und dann die anerkennung war bisher immer der erste schritt. das war auch bei dem kleinen kind in mir so. seit ich es wahrnehme, ihm zuhöre und ihm letztendlich gebe, was es braucht, geht es mir gut und ich fühle mich vollständig.das problem ist, es gibt einen unterschied zwischen dem klein sein und dem mich klein und hilflos machen. letzteres ist abwehr. und dann kommt natürlich noch meine negative bewertung dessen hinzu, das gefühl, zu versagen, der leistungsdruck. ich bin nicht mehr nachdenkungs- geschweige denn entscheidungsfähig. das gilt es anzuschauen, warum ich das immer und immer wieder mache und in der folge fast unweigerlich aggressionen aufbaue. aber ich werde nicht aufgeben. bestimmt nicht.

07.09.2009 um 23:02 Uhr

abwehr. wie so oft.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es ist zum haareraufen. kaum liege ich auf der couch, schon gerate ich wieder in diese unterwürfige abhängigkeit und mache mich klein und warte auf strafe oder absolution. auf dem weg zum kollegen f. fiel mir auf, dass das viel mit selbstbewusstsein zu tun hat. ich habe keinen grund, mich klein zu machen, ich habe nichts zu beichten. fertig. warum also rutsche ich immer und immer wieder in diese abwehr hinein, verliere meinen roten faden? die gedanken fühlen sich an, als würden sie aus meinem kopf gesogen. in richtung ecke.

augenhöhe. ich will augenhöhe. und nur ich bin es, die sie immer und immer wieder kaputt macht. bei mir bleiben, dann klappt das auch. das ist der knackpunkt. bei mir bleiben. bei mir bleiben.

06.09.2009 um 20:29 Uhr

sonntag abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

was für ein wunderschöner herbsttag (heherbst, heherbst, heherbst...). blauer himmel, sonnenschein, ein hauch von kühle in der luft und 20 grad. ich habe ihn genossen, diesen tag. sehr sogar. gesellschaft geleistet haben mir erst mein anatomieatlas, dann das psychologieskript, zwischendurch virtuell der herr kollege f. und der herr informatiker, kurzfristig putenspieß und marinierte zucchini mit schafskäse überbacken und zum krönenden abschluß dbf am telefon. jetzt singt tina charles i love to love und ich habe ein wohlig warmes und ruhiges gefühl in der magengegend.

seit ich begriffen habe, dass das MEIN leben ist und nicht irgendeines, das ich halt zu leben habe, geht es mir so gut. eine sehr sehr wichtige erkenntnis. ich werde sie festhalten und mich in momenten, in denen es mir nicht so gut geht, daran erinnern.

05.09.2009 um 17:57 Uhr

alles mögliche

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

schon wieder laufen die beiden lieder in der endlosschleife. ich bekomme einfach nicht genug von den beiden songs. sie passen so wundervoll zu meiner derzeitigen stimmung, und zum herbst.

es hat sich so viel getan in den letzten wochen und monaten. noch immer staune ich, allerdings habe ich das gefühl, dass sich so einiges erst noch wirklich setzen, ankommen muss. diese ganzen veränderungen sind wundervoll. aber sie machen mich auch unglaublich müde, weil sie so ungewohnt sind und sich die gefühle so neu anfühlen. ich werde das am montag mal in der therapie ansprechen. 

ansonsten, ja, habe ich mich - mal wieder - um anatomie gekümmert, genauer gesagt um die 27 knochen der hand. aber seit es vor ein paar tagen klick gemacht hat bezüglich des knöchernen skeletts, seit dem läuft es. und anatomie, bzw. die anatomische nomeklatur ist so logisch, das erleichtert das lernen immens. und es macht spaß. bis nächsten dienstag oder mittwoch, spätestens donnerstag will ich das skelett durch haben. damit sollte ich gut in der zeit liegen. und, ach ja, psychologie werde ich mal morgen anfangen. sonst wird das wieder eng. muss nicht sein.

ich werde es mich nachher irgendwie gemütlich machen, mit kerzen und decke. und buch. hach. ein samstag abend ganz nach meinem geschmack.

04.09.2009 um 23:16 Uhr

wein und mango

celtic woman singt wunderschön. ich genieße den abend und quatsche nebenher mit dem herrn informatiker. wein und mango war sein vorschlag für nächsten sonntag abend. ich habe angenommen, nach langem überlegen. und ich freue mich.

04.09.2009 um 15:24 Uhr

reflexion am freitag nachmittag

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

draußen regnet und stürmt es, herbstlich eben, und ich sitze hier und habe schon einen obere-extremitäten-anatomie-marathon hinter mir. jetzt bin ich müde, obwohl, das bin ich schon seit dem aufstehen heute morgen, nach dem gelungenen chat mit einem netten herrn bis spät in die nacht. anschließend musste ich dann noch meine völlig durcheinanderwirbelnden gedanken bändigen, die sich mal wieder selbständig zu machen versuchten. was wenn...was wenn nicht....wo...wie...und überhaupt. zur ruhe rufen musste ich sie, meine gedanken, weil damit eine uralte angst einherging. angst vor einem möglichen sich kennenlernen, sich auf den anderen einstellen und -lassen, etc. obwohl das zum zeitpunkt jetzt völlig aus der luft gegriffen ist. wir haben geredet, haben gemeinsamkeiten festgestellt und ähnliche ansichten bezüglich unser beider leben, haben gelacht, ironisiert und sarkastisiert, ein bisschen geflirtet, unser beider beziehungsstatus (beidseits nicht vorhanden) abgecheckt, auf eine sehr sehr nette und auch subtile art und weise, berufliche ansichten und pläne besprochen - der herr ist promovierender neuroinformatiker und musiker - und uns einfach gut unterhalten. ich sollte das jetzt einfach mal auf mich zukommen lassen, alles andere würde dieser sache nicht gerecht werden und bedeuten, dass ich nach alten mustern handle. das will ich nicht. um keinen preis auf der welt werde ich meine bisher gewonnene ruhe und gelassenheit und meine autonomie wieder hergeben. um keinen. und daher muss und werde ich langsam machen, keine antizipierenden gedanken mehr produzieren und schon gar keine erwartungen. ich würde den herrn gerne näher kennenlernen (alleine vom aussehen hat dieser mensch das potential 'traummann'...ähhh, no, no, no, nicht das, stopp grenzie :-), soviel ist sicher, und alles andere wird sich zeigen.

schöne begegnung auf jeden fall, und das bezeichnenderweise in einem moment, in dem ich so weich bin und vor gefühlen überlaufe. denn immer noch hängt mir der abschied vom mittwoch in den knochen, aber so ganz langsam weicht der schmerz und macht einer wunderschönen erinnerung platz. 

ich mag mein leben. und bin immer wieder erstaunt darüber, was für wundervolle menschen ich an meiner seite habe. 

04.09.2009 um 00:26 Uhr

nächtliche kommunikation

eine ungewohnte zeit für mich. dass ich noch wach bin liegt daran, dass ich mich seit stunden so gut mit einem mann unterhalte, wie schon lange nicht mehr. ich staune. irgendetwas tut sich da gerade. und ich genieße es. zwar ist das chatten nicht mein favorisierter kommunikationskanal, aber das macht gerade überhaupt gar nichts. hmmm.

03.09.2009 um 20:55 Uhr

herbst, melancholie und tränen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

mein gott bin ich weich, gefühlvoll, traurig und melancholisch. immer noch läuft dasselbe lied in der endlosschleife, immer noch laufen mir immer wieder die tränen übers gesicht und immer noch fühle ich den schmerz des gestrigen abschieds. eine abschied, der eigentlich keiner war, nur einer auf zeit, denn wir werden uns wiedersehen, die madame kbt und ich, irgendwann werden wir weiterarbeiten, an mir, meinem inneren. es ist nicht in aufruhr, mein innen, nein. es ist sogar sehr ruhig, aber es ist traurig, es fühlt. den ganzen tag schon spüre ich diese weichheit und genieße sie, auch wenn sie weh tut und mich einnimmt, ohne dass ich etwas dagegen tun kann oder es wollen würde.

ich habe ihr geschrieben, der kbt-therapeutin, habe ihr den text von heute morgen geschickt. ich wollte ihr danken aber mir fehlten die worte. und der text sagt alles und noch viel mehr. 

ein übriges tut die tatsache, dass gerade der herbst einzug hält. mit sturm, regen, dunklen wolken, kühler luft und sich verfärbenden und fallenden blättern. er bläst den sommer davon, der herbst, und verschafft sich platz, will sein. eine jahreszeit, die ich über alles liebe, und die regelmäßig mit höchst melancholischen anwandlungen einhergeht.

ich schätze, ich habe keine andere chance außer mich meiner momentanen stimmung hinzugeben und sie zu leben. 

03.09.2009 um 08:46 Uhr

tränen am abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches   Stichwörter: kbt

mein gott, was habe ich gestern abend geweint. es hat so weh getan, und so gut. mit dem eisbär hannes im arm, auf meinem nassen kopfkissen und mit trauriger musik in der endlosschleife. ich konnte zeitweise gar nicht mehr aufhören. ich habe geweint um die dreieinhalb monate kbt, die jetzt vorbei sind, um die nähe und die intensive beziehung, die wir hatten, um die therapeutin mit ihrer wundervollen menschlichen wärme, die mir so gut getan hat, mit der sie sich sanft, leise und nachhaltig in mein herz geschlichen hat.

es ist ein unterschied, ob mir jemand sagt, dass er mich mag oder ob ich es fühle, im kontakt mir mir, in der art, wie man mich anfasst, mit meinem körper, also mir, umgeht. liebevoll war sie, die madame kbt, in all ihren berührungen, nie zu nah, nie zu fern, und damit ist ihr ein kunststück gelungen. als hätte sie mich, meinen körper, verzaubert, hat sie mir den weg zu ihm, mit ihm, gezeigt. und ich bin ihn gegangen, den weg. langsam, manchmal abwartend oder zögernd, aber ich habe nicht angehalten, habe mich führen lassen, schritt für schritt. mit staunendem blick habe ich rechts und links geschaut und vor allem nach vorne, nur selten nach hinten. und je länger ich ging, desto freundlicher wurde mein blick auf meinen körper, eine erfahrung, die es bisher in meinem leben noch nicht gab. eine emotionale qualität, die ich so lange gesucht und vermisst hatte, ohne es wirklich zu wissen. gefühlt habe ich es, irgendwo tief in mir, aber dieses gefühl war verschüttet, ich habe es ignoriert. jetzt weiß ich, was mir gefehlt hat und ich genieße jede minute, in der mir bewusst ist, was ich in dieser relativ kurzen zeit geschafft habe.

ich habe geweint um all die schönen und schwierigen momente, um die körperliche erfahrung, die mir so viel gegeben hat und immer noch gibt, um die zeit, die wir zusammen hatten.

sie wird nicht weggehen, sie wird da sein und bleiben, die therapeutin, unsere beziehung. ich werde sie im herzen tragen, mich mit einem lächeln auf den lippen an sie zurückerinnern und irgendwann werde ich sie wiedersehen. aber jemanden gehenzulassen, gehen lassen zu können, kann so weh tun. und so gut.

02.09.2009 um 21:10 Uhr

abschied

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches   Stichwörter: kbt

ich weine krokodilstränen in den pelz des eisbär hannes; im hintergund läuft die wundervoll-traurige musik von milow - meine neuentdeckung des monats - in der endlosschleife. der abschied von meiner kbt-therapeutin stand an, vorhin und er hat mich mitgenommen. er tut weh, der abschied von der frau, die dreieinhalb monate an meiner seite war.

...

ich würde gerne schreiben, über sie, über die kbt, über die zeit, die wir miteinander hatten, aber ich kann nicht. noch nicht. und so werde ich weiter weinen, zu darkness ahead an behind.

 

Life always dumps something in your lap
You're constantly busy redrawing your map
You leave behind a fading trail
Of images and words that you hope will prevail

Life always dumps something in your way
You try to make the best of it everyday
You could give up and give in but you prefer
To keep hoping some kind of change might occur
Just hoping some kind of change might occur

Misery sure loves company
And nobody's ever who they seem to be
The daily horror of people at their worst
And most selfish, one day, your bubble will burst

So much time should not have passed
At least not that way and not so fast
It wasn't always easy, it wasn't always fun
But it was always worth it, regrets I have none
It was always worth it, regrets I have none

Life always dumps something so you should try.
To acknowledge the fact you're surrounded by
These relics of a life that no longer exists
Your name still appears on the waiting lists

Life always dumps something that makes things worse
There are no rules in this self-help universe
It's never what you were expecting to find
There's darkness ahead and there's darkness behind
There's darkness ahead and there's darkness behind

There's darkness ahead and there's darkness… behind…

 

02.09.2009 um 13:06 Uhr

sortieren

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin ein bisschen in aufruhr. innen, versteht sich. oder auch nicht, denn noch verstehe ich es nicht ganz. ich habe schlecht geschlafen, ja. oder obwohl, sooo schlecht auch wieder nicht. heute vormittag habe ich gelernt, und zwischendurch, weil ich eine emailadresse suchte, in meinen alten mails gestöbert. da fand ich eine, von meiner exfreundin m., in der sie mich ein knappes halbes jahr, nachdem sie mich auf hässlichste art abserviert hatte, anflehte, ihr nochmal eine chance zu geben. ich glaube, das war der knackpunkt. ich war irgendwie verunsichert, habe an eben jene (nicht wirklich schöne) zeit zurückgedacht und vor allem an die aggressionen, die mich tage-, wochenlang beherrscht hatten, nach diesem beziehungsende. dann fiel mir ein, dass besagte frau immer noch einige viele bücher von mir hat, darunter einige meiner lieblingsbücher. und dann tat ich etwas unüberlegtes. ich versuchte nämlich, sie anzurufen. sie war GOTT-SEI-DANK nicht zuhause, denn schon wärend es klingelte merkte ich, wie ich langsam zerflatterte. danach hatte ich herzklopfen - auf eine negative art und weise - und saß erstmal eine stunde lang rauchenderweise auf dem balkon und versuchte, zu mir zurückzufinden. das ging nicht ganz so gut, also verzog ich mich ins bett, schlafen hilft oftmals.

was hat mich so aufgewühlt, dass ich schon wieder im begriff war, mir den boden unter den füßen wegzuziehen? was? die erinnerung? die aufwallenden aggressionen (die berechtigt waren und sind) oder der gedanke daran, dass madame ein langem eine neue freundin hat mit der sie zusammenwohnt und mit der sie glücklich ist (wie man so hört)? weil mir mal wieder bewusst wurde, dass ich alleine bin, was mir derzeit relativ häufig auffällt? ich mag es zwar nicht ändern, aber bisweilen tut es weh, ziemlich sogar. 

ich glaube, das ist es. ich kann es fühlen. alleine. einsam. der gedanke daran, das aushalten dieses zustandes.der versuch, es zu kompensieren. das gefühl von hilflosigkeit, wenn ich an die damalige situation denke. es war furchtbar. sowohl vor der trennung, während und danach. und gefühlte hilflosigkeit lässt mich aggressiv werden. ich kriege es jetzt nicht so ganz auseinandersortiert, aber das macht nichts. ich weiß, was ich meine.

01.09.2009 um 18:36 Uhr

von überlaufenden herzen und fesselnden männern

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

mein herz läuft gerade über, wenn ich an meine therapeutin denke. auch die heutige sitzung war wunderschön. ich habe erzählt, wir haben verschiedene aspekte meiner erlebnisse angeschaut - gefühle wahrnehmen, ihnen zuhören und danach handeln, grenzen ziehen und für sich/mich sorgen, selbstbewusstsein daraus ziehen, jemanden, den man sehr lieb hat gehen lassen können, trauer fühlen und zulassen und authentizität. eine ganze reihe wichtiger und großer erkenntnisse, die ich in der pause hatte. und ich habe ganz offensichtlich daraus gelernt. ein weiteres thema war nochmal die abhängigkeit, das mich kleiner und hilfloser machen, als ich bin und die damit einhergehenden aggressionen, weil ich mich dann das gefühl habe, man kann mit mir machen, was man will. ich werde noch eine menge zu erzählen haben, aber wir haben ja jetzt wieder zeit. am donnerstag fällt die sitzung dann auch aus, aber so werde ich die zeit nutzen, mich morgen erstmal für eine ganze weile von der kbt zu verabschieden. das wird ein paar tage dauern, daher ist der nicht stattfindende donnerstagstermin ganz ok.

bis eben habe ich noch gelernt, und jetzt werde ich erstmal die bude sauber machen. dazu kam ich schon seit dem wochenende nicht mehr. und dann werde ich mich mit sebastian fitzek ins bett verziehen. der mann hat die gabe, mich zu fesseln, und darauf freue ich mich jetzt. hasta luego.

01.09.2009 um 08:48 Uhr

der morgen danach

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es war eine wunderschöne sitzung, gestern abend. ganz liebevoll und neugierig, von beiden seiten und erstaunt, wie viel sich getan hatte. unsere herzen verstehen sich, das wurde wieder deutlich und es fühlte und fühlt sich so richtig an. die pause war ein voller erfolg, auf ganzer linie. sie haben die pause offensichtlich optimal genutzt, meinte sie, nachdem sie mir gesagt hatte, dass sie sich auf mich gerfreut hat. stimmt. ich habe die pause optimal genutzt, habe für mich gesorgt und mich um mich gekümmert, vor allem um das kleine kind in mir. das hat nun seinen platz und darf sein und ich höre ihm zu, wenn es sich bemerkbar macht. als folge bin ich gelassen, ruhe in mir und bin weich, wie ich eben bin. wir haben geredet, ich habe erzählt, von der kbt und von allem, worüber ich so nachgedacht habe und was ich erkannt, gesehen und gefühlt habe und weiterhin sehe und fühle. ich habe es mir auf der couch gemütlich gemacht, ohne schuhe, ich lag da und war innerlich und äußerlich entspannt. kein ungleichgewicht, sondern augenhöhe und eine schöne und weiche stimmung.

ich habe schlecht geschlafen. war zwar gestern abend unglaublich müde, aber mein kopf wollte erst nicht abschalten, und dann bin ich immer wieder aufgewacht. aber das ist schon ok so, es war und ist eine riesen sache für mich, dass meine therapeutin wieder da ist und dass ich ihr als ich gegenübertreten konnte, ohne zu ziehen und zu zerren und ohne ihr zwanghaft gefallen zu müssen. das tue ich sowieso, das weiß ich und das merkt man. daraus macht sie keinen hehl. dass sie mir nie zu nahe kommen wird, körperlich, ist eine sicherheit. und wenn es doch gefühlt zu nah oder zu fern ist, dann kann und werde ich in zukunft darüber reden, als die psychoanalytische methode, nähe oder distanz herzustellen. das ist die kunst. in der sitzung zum kleinen kind zu werden und dabei den erwachsenen verstand funktionsfähig erhalten, um die situation zu betrachten und zu analysieren. eine herausforderung sondersgleichen, die mir bisher immer mal wieder gelungen ist und mir in zukunft hoffentlich noch viel öfter gelingen wird. 

ich bin gespannt, WIE es weitergeht, denn DASS es weitergeht, steht außer frage.