grenzwandel

31.10.2009 um 20:48 Uhr

plan

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

alla, der abend ist gerettet. völlig unerwartet rief der kommilitone c. an, er gehe jetzt auf eine halloweenparty, aber nur aus höflichkeit und brauche einen grund, früh wieder gehen zu können. sehr schön, da habe ich mich doch spontan zum ultimativen schnell-wieder-gehen-grund ernannt und so trifft man sich später auf ein schönes glas wein in der stadt. daher werde ich jetzt also die nächsten 60 minuten mit einem beauty-programm verbringen - peeling für das müde gesicht, anti-falten maske für bzw. gegen die nicht vorhandenen falten, weiche-hände-programm, etc - und dann die bude verlassen. sehr sehr schön. das ist genau das, was ich jetzt so brauche. 

31.10.2009 um 19:41 Uhr

müde, alleine und unrealistisch

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich fühle mich gerade etwas alleine und verloren. der tag war schön, ausgeschlafen, biochemie gelernt, mein neues regal aufgebaut und eingeräumt - jetzt sieht es hier deutlich ordentlicher aus, als vorher, weil meine ganzen bücher nicht mehr neben dem bett auf dem boden stehen - und das schöne wetter genossen. trotz allem holt mich gerade der anstehende therapieabschied ein; die anlage spielt die playlist mit all den liedern, die mich während der zweieinhalb jahre - nicht selten in der dauerschleife -  begleitet haben. und jetzt sitze ich hier und fühle mich einsam und alleine und habe keine ahnung, was ich machen soll. ich habe noch nicht einmal lust, etwas gegen diesen zustand zu unternehmen und mir fällt auch niemand ein, den ich gerade anrufen oder sehen möchte. alleine sein und bleiben, zumindest für heute abend. da gibt es wohl keine alternative dazu.

30.10.2009 um 19:12 Uhr

hundemüde

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich bin so müde, so müde. die woche war anstrengend, physiologie-praktikum, zwei tage präppen, alles vor- und nachbereiten, wobei letzteres immer zu kurz kommt, weil die vorbereitungen der praktika, etc. so viel zeit in anspruch nehmen. freitags ist dann immer komplett die luft raus. durch zwei vorlesungen gequält, bibliothek heimgesucht und dann den ganzen nachmittag geschlafen, obwohl ich so viel machen wollte. nichts für die uni, freitag nachmittag ist mein freier tag, aber eben anderes. die bude habe ich noch aufgeräumt und geputzt bekommen, einkaufen war ich, aber das war es dann auch schon. und jetzt sitze ich hier, mit einem guten australischen rotwein und könnte umfallen vor müdigkeit. dabei will ich noch gar nicht schlafen, ich will es mir einfach nur gemütlich und eben mal nichts machen. das wochenende ist nämlich auch schon wieder verplant mit anatomie und biochemie. ach je. ich weiß noch nicht ganz genau, wie ich dieses semester überstehen soll, aber die einzige möglichkeit ist wohl, immer nur von tag zu tag und von woche zu woche zu gucken, ansonsten wird man ja verrückt bei dem programm. und ausgleich, das ist ganz wichtig.

und, naja, im moment raubt mir wohl auch das bevorstehende therapie-ende eine menge kraft. ich bin emotional unglaublich aufgewühlt, verdränge gleichzeitig irgendwie, geht aber nicht so richtig, und so weiter. und apropos therapie, ich hab die psychoklausur bestanden, und zwar mit fast voller punktzahl. ich habe keine ahnung, wie ich das hinbekommen habe. aber egal. 

was mache ich denn jetzt? will ich meine malsachen auspacken oder bin ich zu müde? ich weiß es doch nicht. 

28.10.2009 um 20:04 Uhr

bilanz

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

oh mei. die rückenmuskeln quälen mich. zur abwechslung nicht meine, sondern die unserer leiche. es gibt so verdammt viele davon, und vor allem die tiefen lassen sich kaum auseinanderhalten, erst recht nicht, wenn der ursprung unter anderen versteckt liegt. die präpperei ist so anstrengend, ich kann nach den vier stunden am tisch kaum mehr geradeaus denken. jetzt sitze ich hier, habe alle bücher in der uni gelassen und weiß nicht so genau, was ich machen soll. irgendwie runterkommen wäre angesagt, aber wie? ich bin gleichzeitig so müde, so müde, mein körper würde glatt 12 stunden am stück schlafen, wenn der geist mitmachen würde. aber der ist noch zu aufgedreht. ich könnte meinen schrank aufräumen, in dem sieht es aus wie in berlin nach dem 2. weltkrieg. das ist eigentlich eine gute idee. dann weiß ich morgen auch gleich, was ich anziehen soll, ohne lange suchen zu müssen.

ansonsten geht es mir gut, erst recht, nachdem ich gestern die roten und die rosa elefanten sortiert und sie dahin verbannt habe, wo sie hingehören. getrennt müssen sie sein, die elefanten, nach farben. rot und rosa, mit einem zaun dazwischen. seitdem ist auch die grenzthematik geregelt und ich bin gelassen und bei mir. keine identifizierung mehr mit dingen, die nicht die meinen sind. 

sehr schön. ich mag mich. ziemlich gerne sogar.

und zuletzt noch der satz des tages: gewalt ist keine lösung, solange man sie nicht anwendet. 

27.10.2009 um 19:24 Uhr

montagliche erkenntnisse

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

hey, bei mir tut sich gerade noch eine ganze menge. so auf den letzten therapiedrücker quasi. die sitzung heute war super, ich habe analysiert was das zeug hält und hatte eine ganz fundamentale erkenntnis, bedürfnisse bezüglich beziehungen/freundschaften wahrnehmen betreffend. 

und heute nachmittag rief mich dann völlig unerwartet die frau dr. des. n. kunsthistorikerin aus berlin an. ein super telefonat, ganz ganz toll. fragen, erzählen, zuhören, lachen, staunen. unberschwert und leicht. die gute zieht am wochenende nach frankfurt und ist damit endlich in (spontan-)besuchsreichweite. geil. mit berlin hat das ja über die ganzen jahre nie geklappt, und frankfurt dagegen ist von hier aus ein katzensprung. naja, zumindest mit dem ice auf der schnellen trasse. geil geil geil. wir sind quasi schon verabredet. wenn sie denn mal angekommen ist, ihren neuen job angetreten und sich eingerichtet hat, dann gibt es in absehbarer zeit ein telefonat, bevorzugt an einem freitag abend, an dem wir uns dann geplant-spontan zum brunch für samstag verabreden. so ist es beschlossen, so wird es sein. super.

genau so wie im moment will ich es haben. ruhig und gelassen mein leben leben und das tun, was ich immer tun wollte: medizin studieren, lernen, es genießen. mit einer handvoll leute um mich herum, die ich als freunde bezeichne; freundschaften, in denen ich nicht zu kurz komme, meine bedürfnisse kommunizieren will und kann, wahrgenommen und gesehen werde. freundschaften, die auf geben und nehmen, auf gegenseitigkeit und augenhöhe - emotionaler und intellektueller -  beruhen.

das bisschen freizeit das ich habe, aktiv gestalten und genießen, entspannen, seele baumeln lassen, ausgleich.

einfach ich sein.

27.10.2009 um 14:37 Uhr

klarheit

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

emotionen sortiert und verstanden.

bedürfnisse erkannt.

beziehungen überdacht.

 

klarheit im kopf und in der seele ist etwas wundervolles.

25.10.2009 um 23:07 Uhr

...

Musik: muse

 

 

 

23.10.2009 um 13:11 Uhr

urlaub

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

wochenendurlaub. der herr kollege f. und die frau dr. fahren nach b. der beste freund des herrn kollegen wohnt dort und ebenso die beste freundin der frau dr. das trifft sich gut, beschloß man spontan am donnerstag, ein jeweils kurzer blick nach innen reichte um festzustellen: wir sind medizinstudenten, genervt, überlastet und unausgeglichen und so schmiedete man fortan einen schlachtplan, führte telefonate und freute sich nach beseitigung aller unsicherheiten auf das wochenende. und da wären wir nun also, die koffer sind gepackt, die bude geputzt, der körper geduscht, der kopf frei. einzig ein problem bleibt noch zu bewältigen: das auto der frau dr. braucht noch scheibenwischwasser. und diese hat keine ahnung, wo sich am neuen auto der scheibenwischwassertank befindet. halleluja. gottseidank ist der herr kollege ein mann und kennt sich naturgemäß mit sowas aus. sehr gut. auf auf die strahaße.

23.10.2009 um 07:55 Uhr

superschön

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ist das geil.

meine kraft, meine geduld, ruhe und gelassenheit, meine lebendigkeit und meine kreativität sind gerade dabei, zurückzukommen.

mein ganzes ich. welcome back!

 

21.10.2009 um 21:15 Uhr

SCHEIßDRECK

von: grenzgaenger   Kategorie: anatomisches

oh meine fresse was bin ich genervt. ruhe und gelassenheit? pfff, wodenn? ich könnte im viereck die wände hochspringen, so genervt bin ich. ich habe das gefühl, für nichts richtig zeit zu haben, alles nur so hopplahopp machen zu können, selber dabei irgendwie auf der strecke zu bleiben und außerdem projiziere ich was das zeug hält, bin irgendwie unsicher und würde am liebsten jeden ummähen, der es auch nur wagt, sich in mein gesichtsfeld zu bewegen. ich. könnte. kotzen. den ganzen beschissenen nachmittag stand ich über einer leiche und habe im musculus trapezius herumgestochert, auf der suche nach dem ihn innervierenden verfickten nervus accessorius. und dann hatte ich ihn, habe ihn mühsamst freipräpariert und dann kommt diese dämliche assisstentin und meint im vorbeigehen 'na da haste aber ein schönes gefäß gefunden, weiter so'. super. letztendlich habe ich ihn doch gefunden, aber was eine scheiße dieser nachmittag. und überhaupt nervt mich anatomie gerade zu tode. entweder ich habe das big picture, dann fallen mir keine details  à la ursprung und ansatz oder innervation ein, oder anders herum, all das ist präsent, aber der kontext ist nicht abrufbar. und das geht mir ständig so. entweder so oder so, aber beides? drauf geschissen. dann pauke ich halt erst mal alle muskeln mit ursprung und ansatz und innervation und scheiß auf die zusammenhänge, sind ja auch gaaaaaar nicht wichtig, nein, völlig unwichtig, aber egal. vielleicht, ganz vielleicht kommt der zusammenhang ja irgendwann mal von alleine. egal egal egal, verfickt egal nochmal. drauf geschissen.

ich komme und komme nicht zur ruhe. und dabei will ich nur das: ruhe und gelassenheit. aber ich fürchte, dazu bin ich emotional derzeit zu aufgeladen. so. verfickter scheißtag: ich werde jetzt eine rauchen, husten hin oder her und es mir dann irgendwie noch eine halbe stunde gemütlich machen. irgendwie. leider habe ich keinen wein im haus. das wärs jetzt. ein glas rotwein bei kerzenschein.

20.10.2009 um 20:24 Uhr

therapeutische reflexionen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

die therapie läuft. jetzt, jetzt wo das ende in sicht ist, jetzt läuft sie, verstehe ich, erkenne dinge, für deren erkenntnis ich über ein jahr zeit gehabt hätte, jetzt rede ich auf einmal auf augenhöhe mit meiner therapeutin, kann annehmen, was sie sagt und vor allem: auf einmal nehme ich wahr, dass sie mitbekommt, wie es mir geht. sie war immer präsent, hat jede kleinste regung während der sitzungen von mir wahrgenommen, klar, das war/ist ihr job, aber dass sie mitbekommt wie es mir GEHT, das kam bei mir bisher nicht so wirklich an. wahrscheinlich wollte ich es nicht sehen. wahrscheinlich war es genau das, was gefehlt hat, um den letzten rest vertrauen aufzubringen um ohne angst analysieren zu können. denn eben jene angst war mein ständiger begleiter, ich habe es nie geschafft, sie draußen zu lassen. angst - abwehr. gehören zusammen. zumindest bei mir. noch. ich werde daran arbeiten, das will ich und das werde ich.

aber trotz allem: ich habe - for now - die richtige entscheidung getroffen. erstmal analyseende. alles diesbezüglich andere wird sich weisen. das ende bleibt offen, zumindest für die kasse, ich kann wiederkommen, wenn ich will.

ich bin gespannt. ich habe so die ein oder andere idee, was ich machen möchte, wenn die analyse zu ende ist. ich habe gedanken im kopf, wünsche und vorstellungen, denn immerhin beginnt am 12.11. ja ein neuer abschnitt meines lebens, dem ich (momentan) ruhig und gelassen entgegen schaue.

 

20.10.2009 um 14:56 Uhr

nervig

oh geht mir diese einschleimerei und vollsabberei auf die nerven. es trieft. und noch armseliger finde ich, dass so mancher erst dann zu "hochform" aufläuft, je mehr gesabbert und geschleimt wird. ich könnte kotzen. aber ich werde es nicht tun, mich stattdessen zurücklehnen, weiter zugucken und mir meinen teil denken.

17.10.2009 um 20:21 Uhr

nahender abschied

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

scheiße fühle ich mich gerade einsam und alleine. seit dienstag weiß ich, wann die therapie zu ende sein wird. in dreieinhalb wochen. das kontingent läuft aus, mitte november und nicht erst im dezember. die werte frau dr. psychoanalytikerin hat sich verschätzt. am dienstag rückte sie damit heraus, dass am 12.11. die letzte sitzung ansteht und bot mit, quasi als entschuldigung, ausgleich dafür, dass sie sich verhauen hatte, an, den dienstagstermin bis weihnachten zu behalten. wir haben darüber geredet, ich habe das für und das wider abgewogen und habe letztendlich die entscheidung getroffen, am 12.11. zu gehen und nicht wiederzukommen. im gleichen atemzug erbrachte sie mir den größten vertrauenbeweis der letzten zweieinhalb jahre, nämlich die zusage - auf meine nachfrage hin - der kasse kein therapieende zu melden sondern es offenzulassen, so dass ich, wenn ich denn will, irgendwann wiederkommen kann.

ich stehe hinter meiner entscheidung, habe das gefühl, dass es meine allein ist und es geht mir gut damit, auch wenn mir der gedanke an den abschied unendlich weh tut. so ganz ganz langsam beginnt diese tatsache in mein bewusstsein vorzudringen und sich da breit zu machen. die tatsache, dass ich nach zweieinhalbjahren meine therapeutin, die frau, die ich von herzen liebe, in drei wochen zum letzten mal sehen werde. ich werde zum letzten ihre stimme hören, ihr zum letzten mal die hand geben, in ihre augen schauen, den so typischen geruch des treppenhauses und ihrer praxis wahrnehmen, zum letzten mal auf der couch liegen und sie zum letzten mal links hinter mir sitzen haben.

in der donnerstagssitzung diese woche habe ich meine entscheidung bestätigt und erzählt, dass der druck weg ist und meine energie und kraft langsam, langsam zurück kommen. und promt war es eine wundervoll analytische sitzung, in der mir so einiges klar geworden ist.

ich glaube, die letzten wochen und monate, vor allem seit anfang september, haben mich viel viel mehr mitgenommen, als ich geahnt, gemerkt hatte. seit gestern bin ich krank, und das war ich, trotz übelstem stress, schon verdammt lange nicht mehr. mit mühe und not habe ich heute morgen psychologieklausur geschrieben, und seit dem liege ich im bett, eingedeckt mit medikamenten aus der apotheke, so dass ich wenigstens morgen meinen pflichten als medizinstudentin nachgehen und anatomie lernen und den präpkurs für nächste woche vorbereiten kann. 

aber jetzt liege bzw. sitze ich hier, vorhin liefen die ersten tränen, und höre - mal wieder - death of a clown in der endlosschleife. ich bin traurig und fühle mich einsam und alleine. und ich werde nicht dagegen unternehmen.

15.10.2009 um 20:11 Uhr

präpkurs tag 2

von: grenzgaenger   Kategorie: anatomisches

4 stunden bei 12 grad mit hochgekrempelten ärmeln über eine leiche gebeugt zu stehen, den formalingeruch in augen, nase und lunge, ist verdammt anstrengend. und sauspannend. und: es gibt noch eine steigerung zu der wehtuenden rückenmuskulatur von gestern. nämlich eine doppelt so weh tuende rückenmuskulatur heute. 

heiße dusche. bett. 

15.10.2009 um 07:51 Uhr

präpkurs tag 1

von: grenzgaenger   Kategorie: anatomisches

 

fazit des ersten präpkurstages:

der mensch hat unglaublich viele rückenmuskeln und die können auch alle auf einmal wehtun.

 

13.10.2009 um 22:02 Uhr

XXX...zensiert...XXX

von: grenzgaenger   Kategorie: anatomisches

ich fall jetzt gleich um. nachdem ich um halb 6 heute morgen zum psychologielernen am schreibtisch saß, den ganzen vormittag über vorlesungen hatte, dann therapie um 1, habe ich gegen viertel vor drei meine anatomiebücher und -atlanten aufgeschlagen. und was habe ich vor ca. 10 minuten gemacht? genau. sie wieder zugeschlagen. am liebsten hätte ich sie gleich noch aus dem fenster geworfen. ich habe jetzt sage und schreibe den ganzen nachmittag damit verbracht, den morgigen ersten präpkurstag vorzubereiten. sind die anatomen nicht ganz dicht??? ich könnte kotzen. als ob ich nicht psychologie lernen müsste (klausur am samstag). ich könnte im viereck die wände hochgehen. und wie ich mich kenne, brauche ich jetzt noch mindestens eine stunde, um wieder runter (oder besser raus (aus den anatomischen details)) zu kommen und schlafen zu können. scheißegal, ich leg mich trotzdem ins bett. meine beschissene rückenmuskulatur ist schon nekrotisch, der nacken steif und geradeaus gucken kann ich schon seit dem frühen abend nicht mehr. und was das schlimmste an der ganzen scheiße ist? richtig. das ist heute der zweite tag des semesters.

erwähnte ich es schon? ich könnte kotzen.

13.10.2009 um 07:59 Uhr

halleluja.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

warum riecht es morgens um 6 uhr vor meiner balkontür nach erbseneintopf???

aber was anderes: therapie gestern abend. ich habe es tatsächlich fertig gebracht meiner therapeutin zu sagen, ach, was sage ich, ihr entgegenzuschleudern, dass sie mir derzeit zu massiv ist, den ein oder anderen unpassenden kommentar hat fallen lassen und vor allem dass ich nicht mehr kann und auch nicht mehr will. analyse meine ich. es geht nicht momentan. mein kopf ist zu, völlig verwirrt, ich kann mich weder beobachten geschweige denn analysieren und aus der abwehr ist widerstand geworden. sie wollen in die kbt, stimmts?, so ihre frage. ja, meine einfache antwort. na das ist doch klar und ok, wenn sie das wollen, wenn es da besser klappt, dann müssen sie dahingehen (aha, sie verwendet das wort müssen also auch bisweilen...). ich sehe schon auch, dass keine analyse mehr möglich ist. irgendwas ist passiert in der kbt, meinte sie. ja, ist es. ich habe ein bisschen versucht, es ihr zu erklären, dass es mir so gut getan hat, nicht nur mit meinem kopf, sondern auch mit meinem körper zu arbeiten, dass ich zwischen eben jenen ebenen wechseln konnte, etc., dass es mir so viel leichter gefallen ist und ich gemerkt habe, dass arbeit an sich selber keine qual sein muss. sie hat es verstanden und wir sind so verblieben, dass ich die analyse zuende mache, bis dezember, dann ist das erste kontingent leer, sie aber keinen abschlußbericht schreibt und die therapie somit nicht als beendet der krankenkasse meldet sondern es offen und mir somit die möglichkeit lässt, wiederzukommen. und das ist insgesamt genau das, was ich wollte. und auf dieser basis ist es mir ja vielleicht doch möglich, die noch verbleibenden stunden der schlußphase zu nützen und mir noch ein paar sachen anzuschauen. ich bin glücklich, erleichtert und freue mich auf alles weitere, was da kommen mag.

ansonsten war der gestrige semesterbeginn eher mau, nur herumgerenne, ansteherei und generve. und zwei vorlesungen - physiologie und biochemie - die ein heftiges programm erahnen lassen. nunja. ich habe beschlossen, mich nicht stressen zu lassen und es mit ruhe und gelassenheit anzugehen. so will ich das. 

09.10.2009 um 11:36 Uhr

...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

liebe frau dr. psychoanalytikerin,

am liebsten würde ich sie anrufen, nach einem notfalltermin fragen, um wenigstens für einen moment zu wissen, wo ich hinkann, hingehöre, um ein kleines bisschen halt und orientierung zu finden. ich drehe mich, habe das gefühl zu fallen und habe es nur mit einer riesigen kraftanstrengung heute morgen aus dem bett geschafft. am liebsten wäre ich liegengeblieben und hätte die decke angestarrt.

ich frage mich die ganze zeit, warum ich will, dass es mir nicht gut geht, aber ich finde und finde keine antwort. gestern abend habe ich angefangen zu weinen und habe es bis jetzt kaum geschafft, wieder damit aufzuhören, vom schlaf heute nacht mal abgesehen, der aber nicht wirklich erholsam war, weil ich seit langem mal wieder albträume hatte.

aber es ist anders als sonst. ich bin nicht so dicht und gefühllos, wie so oft bisher, sondern ganz im gegenteil, ich fühle mich völlig überrollt von emotionen, die ich aber überhaupt nicht einordnen kann. außer, dass ich mich klein und völlig überfordert fühle und überhaupt keine ahnung habe, was ich eigentlich will.

das einzige was ich weiß ist, dass ich nicht das ganze wochenende so verbringen möchte und im moment fällt mir nichts anderes ein, als ihnen zu schreiben. das hat etwas vertrautes und vielleicht gelingt es mir ja doch, ein bisschen ordnung in meine gedanken und gefühle zu bringen.

ich merke, dass es in mir unglaublich unruhig ist, oder nein, dass ich in mir unglaublich unruhig bin - nicht in form der altbekannten aggressionen - vielmehr glaube ich, dass der teil in mir, der sich gegen die analyse so sehr sperrt mit demjenigen, der hingucken und verstehen will, im widerstreit liegt, dass sie ringen und jeder der anteile versucht, die oberhand zu gewinnen. ich bin zerrissen, fühle mich so unendlich kraftlos und weiß nicht, ob ich auch nur einen schritt weitergehen kann/will. alles in mir schreit nach ruhe, nach frieden, gleichgewicht und stabilität und dennoch habe ich das gefühl, schon lange nicht mehr so weit davon entfernt gewesen zu sein, wie gerade eben. aber wenigstens ist keine leere da, ich habe weder das bedürfnis, mich zu schneiden noch zu spucken.

leere ist keine da, ganz im gegenteil, es sind so viele emotionen in mir drin und ich kann nichts mit ihnen anfangen. das ist wohl eines meiner größten probleme, dass mich meine emotionen überfordern, wenn sie denn mal da sind, ich sie zulasse/nicht die kraft habe, sie zu verdrängen. ich kann sie nicht benennen, weiß nicht, was sie bedeuten und genau deshalb fange ich dann immer an zu denken, zu reden, sie zu zerdenken und -reden, im verzweifelten versuch, sie irgendwie zu begreifen oder zu kontrollieren. dass das aber nicht funktioniert, habe ich begriffen, nicht zuletzt in/nach der stunde gestern abend.

ich will meine emotionen anschauen, ich will sie verstehen und ich will, dass sie ein teil von mir werden, den ich mag, mit dem ich umgehen kann, ganz natürlich. ich habe so viele emotionen, irgendwo in mir drin, die sind ja nicht nicht da, aber bisher habe ich ihnen ja kaum eine chance gegeben. ich will wissen und fühlen, wie ich mich fühle, in den unterschiedlichsten situationen, alleine und zusammen mit menschen. und ich will wissen, warum ich so viel angst davor habe zu fühlen. ich glaube, dass ist auch ein teil dessen, warum ich so viel angst habe, mich anzuschauen. ich habe angst vor den emotionen. weil ich nicht mit ihnen umgehen kann, weil sie mich völlig überfordern, wie eben jetzt, und weil ich, wenn ich denn fühle, so oft will, dass es mir damit nicht gut geht.

aber wenigstens geht es mir jetzt ein kleines bisschen besser, geordneter. ich glaube, ich habe gerade genau das getan, was ich brauchte.

08.10.2009 um 07:24 Uhr

heute

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches

 
tagesfamulatur in der hausarztpraxis. ich bin gespannt.
 

06.10.2009 um 18:14 Uhr

erfolgreich

von: grenzgaenger   Kategorie: anatomisches

oh mei. was für ein tag.

anatomieklausur. nachdem ich ja beschlossen hatte, gestern und heute morgen nichts mehr zu tun - thx mr. zoo - habe ich super geschlafen, völlig fertig gestern abend ins bett gefallen und durchgeschlafen, neun stunden, sehr erholsam. heute morgen um viertel nach neun losgepilgert, in richtung chemiehörsaal, mit einem guten gefühl im bauch. vor dem hörsaal saßen meine völlig gestressten zahnmedizinischen kollegen, die ja momentan diverse klinikkurse haben und ihnen daher die zeit fehlte, anatomie zu lernen. als ich ankam, ging ein strahlen über deren gesichter, gefolgt von der hoffnungvollen frage, ob ich denn hier mit ihnen schreibe. auf mein ja hin fragten sie dann auch vorsichtig nach, ob sie sich eventuell neben mich setzen könnten, sie hätten sonst keinerlei chance, die klausur zu bestehen. aber ehrensache doch. wir saßen also in einer der hinteren reihen, ich in der mitte, direkt neben mir die zahnis k. und j. und danaben weitere sieben angehende zahnärzte. die klausur selber, 20 fragen einmal queerbeet, 30 minuten, war anspruchsvoll, aber machbar. ich habe also meine antworten markiert und gleichzeitig die kollegen zahnis mit den lösungen versorgt. direkt danach wurde die klausur mit den richtigen lösungen markiert ausgehängt; die teilnahme am präpkurs ist  gesichert. mein gott freue ich mich auf diese veranstaltung, auch wenn ich einen großen respekt davor habe. zwei tage die woche jeweils vier stunden über einer leiche zu stehen und sie auseinanderzunehmen, das ist schon auch eine grenzerfahrung. aber dennoch: das highlight der vorklinik. am donnerstag werden die präpbestecke ausgegeben und nächste woche geht es also los.

ich war völlig fertig nach der klausur, hatte schweißausbrüche und musste erst malrunterkommen. dann noch therapie und letztendlich habe ich den ganzen nachmittag geschlafen.