grenzwandel

19.11.2009 um 21:12 Uhr

ende.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 
ich bin stolz auf sie, sagte mir meine therapeutin zum abschied und das haben sie gut gemacht. sie lächelte mich liebevoll an, ich machte einen schritt vor die tür und hatte zweieinhalb jahre psychoanalyse hinter mir. jetzt werde ich nach vorne schauen und gehen und bin gespannt, was kommt. 
 

13.11.2009 um 22:22 Uhr

einbruch

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

lieber mond,

mir fällt im moment überhaupt nichts anderes ein, als zu schreiben, ihnen zu schreiben, in der hoffnung, dass sich mein akuter zustand ein wenig bessert. ich erwarte weder eine antwort noch sonst eine reaktion, ich möchte nur versuchen, mich zu sortieren. und momentan schaffe ich das nicht im inneren, ich brauche ein wenig halt im außen. und außer ihnen fällt mir niemand anderes ein.

diese woche hätte meine letzte therapiewoche sein sollen, leider wurde die werte frau dr. psychoanalytikerin ziemlich krank. montag abend stand ich vor verschlossener tür, nur ein zettel, montag und dienstag fällt aufgrund krankheit aus. der erste schock, in einer zeit, in der ich bezgl. des therapieendes eh unglaublich emotional aufgewühlt war, und zudem riesigen stress an der uni habe, außer lernen derzeit nichts anderes, nächste woche anatomietestat. ich schrieb ihr also eine mail, dass ich dann davon ausgehe, dass donnerstag nicht meine letzte therapiestunde sein wird, sondern wir die beiden ausgefallenen stunden hinten dran hängen. am mittwoch dann die mail von ihr, es ist, wie es ist, ich müsse mich mit der realtität abfinden, es bleibe bei der letzten stunde am donnerstag. der nächste schock. ich rief sie an, völlig außer mir, das ginge nicht, ich hätte mir mein therapieende anders vorgestellt und sie könne mir nicht einfach zwei stunden klauen. sie wollte nicht reden, verschob die besprechung des zustandes auf donnerstag. ich hab mich so verarscht, getreten, verletzt gefühlt, war traurig, enttäuscht, wütend, wie gelähmt und bin da schon in mich zusammengefallen, völlig unfähig zu denken und angemessen zu handeln. irgendwie habe ich es geschafft, mich mühsam wieder ein bisschen aufzurichten, irgendwie, ich weiß nicht wie. donnerstag nachmittag dann, nach meinem präpkurs die nächste mail und der nächste aufreger, sie sei immer noch krank, keine therapie, aber damit ich ein anständiges therapieende bekomme, böte sie mir an, die beiden noch ausstehenden kassenkontingentstunden am kommenden montag und donnerstag wahrzunehmen. jetzt doch wieder zwei stunden, meine bezahlstunde jedoch unter den tisch fallen gelassen. ich schrieb ihr, das sei ok und ungefähr die zeit die ich bräuchte, meine therapie abzuschließen. aber nichts ist ok, gar nichts. ich habe keine ahnung, was das soll, ich verstehe es einfach nicht. nach zweieinhalb jahren, zum ende meiner therapie, so ein chaos, so ein scheißdurcheinander, so viel unsicherheit und enttäuschung.

heute morgen hab ich ziemlich produktiv gelernt, aber heute mittag, als ich in der bibliothek und dann in der mensa war, bin ich wieder eingebrochen. wie gelähmt, verlangsamt, unendlich traurig. drei stunden geschlafen, danach ging es wieder besser, ich konnte anschließend sogar noch lernen. aber jetzt sitze ich wieder hier und habe fast eine stunde zum thema suizid im internet recherchiert. keine sorge, das hat nur ventilfunktion. aber trotzdem. ich will diese gedanken nicht, will mich nicht mehr mit diesem thema beschäftigen. aber ganz aktuell, nach robert enkes selbstmord, ist es doch ziemlich präsent. aber ich will leben, ohne darüber nachzudenken, warum ich lebe, wer ich bin, warum ich bin. einfach leben. ich habe gerade erst damit angefangen. aber es ist manchmal so unglaublich schwer, dieses auf und ab, immer wieder enttäuschungen, verletzungen, gefühlte angriffe (sogar von meiner therapeutin), vertrauensbrüche. grau, schwarzweiß, auf und ab, hin und her. ich sehne mich so sehr nach ruhe und frieden, gelassenheit und freude. wo ich die momentan hernehmen soll, weiß ich nicht, keine idee. ich fühle  mich klein, verletzlich und verletzt, alleine, ruhelos, wie in einem schwebezustand, unsicher, traurig. so schlecht ging es mir schon lange nicht mehr.

was soll ich tun, haben sie eine idee?

07.11.2009 um 20:46 Uhr

intervalle

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

intervall-lernen ist angesagt. das heutige intervall war 12 stunden lang, mit wenigen kurzen und einer etwas längeren pause am nachmittag. aber jetzt ist schluß für heute, zum einen weil mir der schädel dröhnt, zum anderen weil ich schlecht 10 tage vor dem anatomie-testat schon die maximale zeit pro tag lernen kann, ich brauche spielraum für kurz vor dem testat. morgen steht physiologie auf dem programm, und auch das wird minimum einen dreiviertel tag in anspruch nehmen.

es geht mir eigentlich ganz gut, ich bin größtenteils ruhig und gelassen, auch wenn mir der gedanke an das bevorstehende therapieende immer und immer wieder die tränen in die augen treibt. aber es ist mein fester wille, nicht ins wanken zu kommen und auch nach dem ende am donnerstag mit beiden beinen auf dem boden stehen zu bleiben. kein toben, kein beweis des gegenteils, einfach was neues. ein neuer anfang, nach vorne gehen, nicht stehen bleiben und schon gar nicht zurückfallen. so ist der plan. ich bin gespannt.

und jetzt? es ist schon frustrierend, nach all der lernerei nicht zu wissen, was ich machen soll bzw. dass ich zu allem zu müde bin. die einzige beschäftigung, die mir einfällt, ist lernen. aber das geht heute abend weiß gott nicht mehr.