die letzten tage und der aktuelle gesundheitliche einbruch sollen mir eine lehre gewesen sein. ich habe in den letzten tagen, wochen, monaten vollkommen vergessen - bzw. es einfach ignoriert - mich um mich und meinen körper zu kümmern. vor allem seit donnerstag letzte woche hatte ich alle, aber auch alle meine grenzen irgnoriert, ich wollte nur eines: den stoff fürs vierte testat in den kopf kriegen, koste es, was es wolle. tja. den stoff habe ich tatsächlich in rekordzeit ins hirn bekommen, aber der preis war zu hoch. am wochenende wurde ich krank, was ich aber mit antibiotikum und tausend anderen sachen einigermaßen im griff hatte, aber am testattag war ich komplett ausgeschaltet. ergo: kein testat, ausweichtermin nächste woche, mittwoch.
ich habe nur noch gelernt, bin früh aufgestanden, morgens die erste marathonschicht, kurze mittagspause, ungesundes essen, oder wahlweise gar keins, und dann weiter. am abend eine weitere pause, same game, kein oder nur ungesundes essen, und dann nochmal ran. und das, obwohl ich eigentlich überhaupt kein abend- geschweige denn nachtlerner bin. morgens früh, kein thema, aber abends ab ca. 8 uhr wird es schwierig, vor allem, wenn der ganze tag so voller lernen war. zudem hatte ich sogut wie keine bewegung, die einzige frische luft kam bisweilen durch die balkontüre, das wars. und was auch noch dazukam: aufgrund eklatanten schlafmangels und erschöpfung habe ich koffein und artverwandte substanzen in rauhen mengen gebraucht, um überhaupt über den tag zu kommen.
am testattag ging also gar nichts mehr. ich war beim arzt, größere aktion insgesamt und konnte natürlich nicht zur prüfung. scheiße. ich hab mich richtig geärgert, weil ich war super vorbereitet. ich hatte zwar nur sechs tage gehabt für kopf, arm und obere extremität, aber ich habe es noch vor keinem testat geschafft, mich so auf das wesentliche zu reduzieren. zudem waren kopf und hals themen, die mir super gut gefallen haben...ich habe festgestellt, dass ich die HNO tierisch spannend finde. ich dachte immer, das ist ein absolut langweiliger fachbereich, schnupfen hier und da, etc. aber weit gefehlt. egal jetzt. keine medizinischen inhalte heute. ... ich musste also zu hause im bett bleiben, völlig ausgeknockt, und habe von gestern abend um 19 uhr bis heute morgen um 10 geschlafen. das hat unglaublich gut getan, aber gereicht hat es nicht.
mein plan ist also folgender, da es so nicht weitergehen kann, das halte ich, hält mein körper nicht durch. ich werde nicht drum herum kommen, weiter sehr sehr viel zu lernen. nächsten mittwoch also T4, dann in 2 wochen hirntestat - hirn ist bei mir noch eine black box - mit physiologie- und biochemiepraktikum direkt an den beiden tagen davor, und am 8.2. ist biochemieklausur. das ist also noch eine verdammte menge. viel weniger lernen ist also nicht, wie gesagt, aber ich kann und werde die rahmenbedingungen optimieren und mich anders strukturieren. und vor allem: ich werde wieder mit mehr ruhe und gelassenheit an die sache herangehen. dass das funktioniert, habe ich mir bisher mehr als einmal bewiesen. alles andere bin nicht wirklich ich.
ich werde nicht mehr so früh aufstehen wie bisher. halb sieben reicht auch.
ich will und werde gesünder essen, wieder mehr selber kochen. mehr obst, gemüse, eiweiß, nicht mehr so viele kohlenhydrate. der plan diesbezüglich ist: ich werde morgen vormittag ausführlich einkaufen gehen, für drei tage im voraus, und dann werde ich mittags kochen, ebenfalls für ein bis zwei tage im voraus. und was noch dazugehört: ich werde meinen koffein-, teein-, taurin- und theobrominkonsum drastisch einschränken.
ich werde aufhören, zu rauchen. das tut mir so nicht gut, dieses ätzende gerauche, das habe ich in den letzten beiden tagen gemerkt, in denen ich eben nicht geraucht habe. ich fühle mich körperlich besser (trotz krankheit) ohne dieses gift.
ich werde mehr ausgleich und vor allem bewegung in meinen lernalltag einbauen. mit der bewegung habe ich heute schon angefangen. ich habe einen schönen spaziergang gemacht. ich möchte ein- bis zweimal am tag für 20-30 minuten raus, spazieren, mich bewegen. am besten dann, wenn der kopf eh zu ist, dann wirkt bewegung ja bekanntlich wunder.
so ganz darauf verzichten, abends zu lernen, werde ich angesichts der stoffmenge nicht können. ich habe gemerkt, dass ich abends - welch wunder - kaum neuen stoff ins hirn bekomme. was ich also tun möchte: abends (damit ist ab ca. 20 uhr gemeint) wiederholen. ich finde, das ist ein guter plan, denn wiederholen muss ich so und so, ohne das geht es kaum. klar sitzt der größte teil des stoffs, wenn ich ihn gelernt, ihn erarbeitet und meine zusammenfassung dazu geschrieben habe. aber leider reicht das eben nicht, auf die details kommt es an. also: tags neues, abends wiederholung.
und ganz ganz wichtig: ich möchte trotz durchstrukturiertem lerntag auf mich, meinen körper, meine grenzen hören. negativbeispiel, und das soll mir eine lehre sein, der letzte mittwoch, ein tag vor dem testat: ich saß morgens von 6 bis halb 11 am schreibtisch und habe gelernt. dann war ich von 11 bis 12 in der klinischen anatomievorlesung (war superspannend, HNO), anschließend habe ich bis kurz vor 14 uhr mit dem kommilitonen c. den testatstoff nochmal durchgesprochen, und von 14 bis 18 uhr hatte ich präpkurs, inkl. sonokurs. und danach war dann ende gelände. und das schlimme ist: ich konnte mittags schon kaum mehr, bei der besprechung mit c. habe ich schon gemerkt: hoppla, grenze. und ich habe sie ignoriert, gnadenlos. naja, wie die retourkutsch aussah, ist ja bekannt.das passiert mir nicht noch einmal.
ich stelle mir das also folgendermaßen vor: morgens werde ich als aller erstes ein thema fürs T4 wiederholen (bis mittwoch). danach werde ich ein bis anderthalb stunden biochemie machen und dann kommt das hürn dran. bis abends eben, und zum abschluß des tages wird das hürnthema des vortages wiederholt.die pausen will ich von der zeit her jetzt nicht festlegen, das bringt mich nur unter druck. ich werde sie dann machen, wenn ich sie brauche. entweder werde ichein bisschen schlafen, oder rausgehen, oder eben anderweitig entspannen, kochen, wie auch immer.
so. das musste jetzt sein. der tag heute war - trotz böser kopfschmerzen - gemütlich. naja, den größten teil habe ich schlafend oder dösend im bett verbracht. am frühen nachmittag war ich dann zu mittagessen und zu einer großartigen cranio-behandlung beim kommilitonen c. mein kiefergelenk war links etwas verschoben, es saß nicht hundertprozentig da, wo es hingehörte. kein wunder, dass sich mein kopf die ganze zeit etwas scheps angefühlt hatte. danach habe ich tief und fest geschlafen, war dann spazieren und jetzt werde ich mich noch ein bisschen um die bude kümmern. geschirr, staub wischen, saugen. alles gemütlich, nur ja keine hektik.