grenzwandel

27.02.2010 um 06:45 Uhr

schön

 

Leben ist nicht genug,
sagte der Schmetterling.
Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume
muss man auch haben.

H. C. Andersen.

 

26.02.2010 um 22:38 Uhr

sehnsucht

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

liebe frau dr. psychoanalytikerin,

ich vermisse sie seit tagen so sehr, ich könnte platzen. irgendwie fühlt es sich nach liebeskummer an (ich hoffe sie wissen, wie ich das meine) und ich würde sie so so so gerne sehen, hören, mit ihnen reden. sie fehlen mir, verdammte scheiße, sie fehlen mir so sehr. ich weiß nicht, wie oft ich heute schon in tränen ausgebrochen bin, wenn ich an sie gedacht habe.

nichts desto trotz geht es mir nach wie vor gut, ziemlich gut sogar, abgesehen von der tatsache, dass ich dauermüde bin und aussehe wie einmal - mit verlaub - quer durch die kotztüte gezogen (ich bräuchte nochmal 4 wochen, mindestens, um mich einigermaßen zu erholen). nach semesterende war ich eine woche nur unterwegs, feiern, ausgehen, stadtbummeln, besuche machen, etc., in der zweiten woche habe ich nur geschlafen und diese woche waren der herr kollege und ich nochmal in sachen wohnung unterwegs. nachdem wir ja quasi seit beginn unseres studiums dick befreundet sind und unsere freundschaft vor allem in den letzten beiden semestern sehr eng geworden ist, hatten wir nämlich anfang des jahres beschlossen, eine wg zu gründen; heute haben wir den mietvertrag für eine traumwohnung unterschrieben. xy-straße, das rote runde haus. designerwohnung, große, helle zimmer, komplett neu renoviert, riesen sw-balkon mit blick auf die berge, fußbodenheizung, tiefgarage, und und und. für einen sagenhaften preis. ich werde in der neuen wohnung weniger zahlen, als hier in meiner jetzigen.

ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mit dem herrn kollegen eine wg gründen will oder nicht...oder nein, halt: ich musste nicht darüber nachdenken, ob ich das will, es war mir sofort klar, dass ich es gerne würde, als das thema das erste mal auf den tisch kam. aber ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich es kann und was es bedeutet, in eine wg zu ziehen, für mich. und danach haben wir bestimmt zwei wochen täglich darüber geredet, wir wir uns das vorstellen, was wir voneinander erwarten bzgl. des zusammenwohnens, was geht, was geht nicht, und so weiter. oberstes gebot: direktheit in der kommunikation, ehrlichkeit und vor allem: uns alle freiheiten lassen, kein gegenseitiges vereinnahmen trotz nähe und es nicht persönlich nehmen, wenn es mal knallt.

und das schöne ist: das alles ist nichts, was wir erst umzusetzen zu gedenken (...der satz ist irgendwie falsch, aber ich komm nicht drauf), wenn wir dann zusammenwohnen. nein, genauso funktioniert nämlich unsere freundschaft. ich bin immer und immer wieder erstaunt über mich, DASS sie so funktioniert, denn das ist, bzw. war für mich in meinem bisherigen leben bzw. in den meisten bisherigen freundschaften (und beziehungen) ja nun weißgott eher nicht der fall. ganz im gegenteil.

und jetzt, jetzt fange ich seit einiger zeit an - nicht nur beim herrn kollegen - eine gewisse geradlinigkeit und direktheit zu leben, die mir sehr sehr gut an mir gefällt und die mir gut tut. und vor allem: es lebt sich damit einfacher, direkter eben (...). ich beobachte mich und es macht mir spaß, mein leben zu gestalten und so zu leben, wie ich es will und gestalte. ok, meine fähigkeiten, andere zu manipulieren und um den finger zu wickeln, leiden darunter natürlich nicht, aber ich setze sie (meistens) mehr oder weniger bewusst ein ... (*grins*) ... zuletzt bei unserer kurzen aber intensiven wohnungssuche. fünf tage und etliche besichtigungen (die meisten mit maklern/innen) später hatten wir unsere traumwohnung, und von den anderen 10 besichtigten hätten wir 8 bekommen. das muss uns erstmal jemand nachmachen, zumal in dieser stadt.

ich habe immer noch meine durchhänger, manchmal, in unterschiedlichen abständen, aber ich habe das gefühl, dass sie weniger werden, von mal zu mal weniger extrem, und kürzer. und vor allem: ich kann meistens schon vorher sagen, wann ungefähr es wieder so weit sein wird. oder nee, so stimmt das nicht. aber ich bin in der lage, meine gefühle/emotionen (einigermaßen) wahrzunehmen, einzuschätzen. das ist schon ein bisschen so wie ein "frühwarnsystem". dass es heute so werden wird, wie es geworden ist, mit den erwähnten sehnsuchtsanfällen, war mir schon gestern abend klar und erst recht, als ich heute morgen die augen aufgemacht habe. aber ich habe auch noch einen ihrer letzten sätze im ohr: wenn ich die gefühle und den schmerz, der mit ihnen verbunden ist, zulasse, werden sie/wird er weniger. und das stimmt. und weil ich das fühle, habe ich auch so gar nichts dagegen unternommen, noch nicht einmal, als mir heute vormittag in der stadt die tränen nur so übers gesicht gelaufen sind. das weinen tut gut. es tut. so. gut.

liebe frau dr. psychoanalytikerin. jetzt habe ich eine menge geschrieben. aber auch das hat mir gut getan (und tut es immer noch). danke fürs lesen, fürs zuhören, fürs dasein und -bleiben. auch wenn sie nicht körperlich anwesend sind, sie sind da. und danke an mich, dass ich sie da sein lasse.

ich wünsche ihnen alles alles liebe und hoffe, sie bald wieder zu sehen. vielleicht rufe ich sie irgendwann mal an, zu ihren telefonsprechzeiten (wahrscheinlich stehen sie dann wieder in einer apotheke und sind grottengenervt :-), vielleicht mag ich ja mal einen termin ausmachen, um die letzten monate seit therapieende revue passieren zu lassen und um zu besprechen, ob und wie es weitergeht, vielleicht, vielleicht, wer weiß. wir werden sehen.

ihre frau dr.

26.02.2010 um 19:05 Uhr

in eigener sache

 

jaja, so ist das. kaum bloggt man mal eine weile nicht mehr regelmäßig, weil es eben die rahmenbedingungen nicht zulassen, schon fangen einst treue leser (und kommentierer) an, einen aus den favoriten zu löschen. aber das ist ja heute, in unserer schnelllebigen zeit bzw. gesellschaft mittlerweile gang und gebe: jeder, der nicht permanent qualitativen, oder zumindest irgendwie interessanten output produziert, wird abgeschrieben. im wahrsten sinne des wortes.

herzlichen dank. 

 

14.02.2010 um 10:52 Uhr

freunde

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 
es ist wunderschön einen freund zu haben, dem man ohne einschränkung vertrauen kann und zu wissen, dass er, egal welche entscheidung er letztendlich treffen wird, das richtige tun wird.
 

13.02.2010 um 10:33 Uhr

schlau

 

eine lötstelle ist eine lötstelle und keine platine.

sagt der nachtwolf. mhm. wieder was gelernt.

11.02.2010 um 21:21 Uhr

ende.

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches

das semester ist vorbei und ich bin völlig erledigt, könnte 24/7 schlafen. hart war es, aber dennoch schön, mit dem ganz eigenen reiz, den grenzsituationen so an sich haben. gestern gabs zum abschluß des semesters noch eine leiche, rechtsmedizinische obduktion, und jetzt werde ich diese universität bis ende des monats nicht mehr betreten, geschweige denn, irgendwelche bücher in die hand nehmen. und wenn der herr kollege und ich nun noch die zusage für unsere traumwohnung bekommen, kann nichts, aber auch gar nichts mehr schief gehen.

mein hirn hat sich abgeschaltet, ich kann momentan kaum geradeaus denken. aber das ist ok so, ich habe eine menge arbeit, stress und anspannung hinter mir, fünf monate durchgelernt und 8 prüfungen hinter mich gebracht. der weg zum traumberuf ist ein harter, definitiv. aber dennoch wunderschön, ich bereue keinen schritt und würde den weg jederzeit wieder einschlagen. ich bin glücklich, angekommen, angekommen in meinem leben. im märz bin ich vier wochen auf der anästhesiologischen intensivstation, und ich freue mich riesig darauf. endlich klinik, ärzte um mich herum und patienten mit den händen an der hosennaht und schläuchen in allen körperöffnungen.

und ich werde jetzt mit einem glas wein und einem buch ins bett gehen und keine überflüssige bewegung mehr machen. gute nacht.