ich weiß nicht so genau, was gerade los ist. an sich geht es mir gut, ich tue das, was ich immer tun wollte, auch wenn der job wirklich hart ist, ich habe gute zukunftsaussichten auf dieser station, verstehe mich mit so ziemlich allen, weiß, was ich will, habe nach wie vor einmal die woche kbt, die mir gut tut und lebe ein weitgehend selbstbestimmtes leben. dennoch fühlt es sich tief innen drin gerade schwer und mühsam an. nicht den ganzen tag, meistens erst ab nachtmittags, abends.
mir hängt das gespräch mit der psychologin am montag hinterher. es war interessant, aber letztendlich hat es mir nicht gut getan. zu intensiv, zu sehr in der vergangeheit verhaftet - ok, das war die intention dieses diagnostischen gesprächs - zu lang. ich vermisse meine therapeutin, bin unausgeglichen, was meine eigene schuld ist, da ich mich neben dem job in der klinik kaum aufraffen kann, was anderes zu machen. ich weiß, dass sport, am besten fitneßstudio, mir super gut tun würde, aber ich schaffe es nicht. zu müde, zu kaputt, zu lethargisch. so durchlässig wie momentan war ich schon lange nicht mehr. und morgen habe ich zu allem überfluß geburtstag, denn 33., den ich alleine hier bei und mit mir verbringen werde. ich habe keine lust, zu meinen eltern zu fahren, zu anstrengend für nur einen tag, zu stressig, zu viel autofahrt. also werde ich hier bleiben und versuchen, endlich endlich mit dem anatomiewiederholen anzufangen. es wird zeit, eigentlich wollte ich das schon anfang des monats machen, aber es ging nicht.
ich habe das bedürfnis, mir etwas gutes zu tun, aber ich habe keine ahnung, was. ich bin zu lahm und zu lethargisch zum lesen, zum malen, zu anstrengend, stadtbummel = zu viele menschen, ausmisten vielleicht, keine ahnung. ich bin gerade sogar zu faul, einkaufen zu gehen obwohl ich genau weiß, dass ich das morgen früh, wenn ich kein amarant-müsli zum frühstück im haus haben werde, bereue. mir fehlt jemand, der mir nahe ist in meiner nähe, der mich in den arm nimmt und festhält. einfach festhält, nicht redet, jemand der mich fühlt und mich versteht. mir fehlt jemand zum anlehnen, eine vertraute schulter, jemand, der mich hält. ich schwanke und ich habe keine ahnung, woran ich mich gerade festhalten könnte, mir fällt einfach nichts ein. ich weiß nicht mal ob ich will, dass mir etwas einfällt. ich weiß gerade gar nichts. der herr kollege wollte nachher nochmal anrufen, da freue ich mich drauf, auch wenn ich keinerlei lust habe ihn wissen zu lassen, wie es mir gerade geht.
gerade liefen seether und theatre of tragedy, jetzt him, passend zu meiner stimmung. musik, zusammengesetzt aus tausenden bits and pieces; so fühle ich mich auch gerade. wie ein teilweise ungemachtes puzzle. die einzelnen teile haben einen festen platz, haben ihn jedoch noch nicht gefunden, liegen verloren und alleine in der gegend herum. unvollständig. zerrissen. das einzige, das ich weiß ist, dass ich überhaupt keine lust habe, in dieses loch zu fallen, das sich da gerade langsam aber sicher auftut. mir wird also nichts anderes übrig bleiben, als etwas zu unternehmen, gegenzusteuern und dafür zu sorgen, dass ich entweder drumherum laufe oder drüber hüpfe, über das loch. wenn ich etwas jetzt nicht gebrauchen kann und haben will, dann ist es ein absturz. letztendlich kostet es mehr kraft, aufzustehen und aus dem loch herauszuklettern, als gar nicht erst hineinzufallen.