grenzwandel

30.09.2012 um 13:44 Uhr

aufgeschlagen. hart.

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches

 

am liebsten würde ich gerade einfach alles hinschmeißen, mir ein flugticket kaufen, irgendwohin, hauptsache weit weg. sonne, meer und strand. und einsamkeit. vier wochen, mindestens. ach was. zwei monate, drei. statt dessen sitze ich - mal wieder - an meinem schreibtisch, müsste dringend chirurgie lernen und es geht - ebenfalls mal wieder - gar nichts. kein wunder, ja, nach den letzten wochen und monaten. mein kopf ist nicht entspannt, er will einfach nicht.

hinzukommt die nachtschicht der letzten nacht. zwei patienten, eine davon hat die nacht nicht überlebt. gestorben an einer fulminant verlaufenden sepsis, tot innerhalb von stunden, wie im lehrbuch, mit 38. händeringend und heulend wünscht man sich, etwas tun zu können, irgend etwas, man will es nicht wahrhaben, der verstand verweigert die erkenntnis, sowas gibts nur im lehrbuch, höchstens noch auf bildern in der vorlesung. die realität ist umso gnadenloser. man schaut dem verfall zu, sieht, wie das system in die knie geht, ein organ nach dem anderen die grätsche macht, ist macht- und hilflos und weiß, dass der ehemann im wartebereich der intensivstation sitzt.

es war klar, dass solche situationen irgendwann auch für mich realität werden, als angehende anästhesistin, notfall- und intensivmedizinerin beschäftigt man sich damit. in der theorie. bis es dann soweit ist und man daneben steht und nichts mehr tun kann. das ist das schlimmste. die grenzen der modernen medizin zu erfahren und die hilflosigkeit, die damit einhergeht, einem menschen beim sterben zuzugucken und völlig irrational dann auch das zu sehende in die schemata einordnet, die man eben aus den büchern kennt. ich weiß nicht, wann ich mich das letzte mal innerlich so zerrissen gefühlt habe, hin und her gerissen zwischen dem wissen, das wird alltag sein, du musst damit umgehen können, dann wieder funktioniert man nur noch, wenn es die situation erfordert, zu reagieren, wohl wissend, dass es letztendlich nichts mehr helfen wird, man dem unausweichlichen tod lediglich minuten abringt, vielleicht eine halbe stunde, nicht mehr, und den emotionen, die sich in einer solchen situation unweigerlich ihren weg suchen in form von hilflosigkeit, aggression und verzweiflung. als es vorbei war, nach wenigen stunden, war nur noch leere da. einfach leere. von jetzt auf nachher nur noch leere. und eine unendliche müdigkeit. ich hätte im stehen einschlafen können.

der zweite patient war ein 25jähriger, dem ein zug beide unterschenkel abgefahren hatte. ihr leben ist zu ende, seins jetzt kürzer. im wahrsten sinne des wortes. und das, genau das, war die zweite bittere erkenntnis der nacht. man wird sarkastisch und wenn das nicht mehr reicht, zynisch. und zwar ganz schnell. noch bevor man es letztendlich wirklich bewusst wahrgenommen hat, sitzt genau solch ein gedanke in den hirnwindungen fest und hilft - leider gottes - in diesem moment, mit solchen situationen umzugehen. weil es distanz schafft. distanz zu den eigenen emotionen und distanz zu dem menschen, der da vor einem liegt. 

um 6 uhr heute morgen war ich restlos bedient. von vorne bis hinten, von oben bis unten. und doch hat mich die klinik nicht gleich losgelassen, ich konnte nicht anders, als noch 20 minuten vor der chirurgie zu sitzen und eine nach der anderen zu rauchen. ich hatte sie schon am abend zuvor gedreht, wahrscheinlich in weiser voraussicht. die vier stunden schlaf im anschluß waren unruhig, oberflächlich und alles andere als erholsam.

willkommen in der realität, frau dr. willkommen.

es war eine harte landung.

 

28.09.2012 um 09:39 Uhr

bedürfnisse

 

maaaaaaaaaaaaann. ich muss dringend chirurgie lernen, klausur am 12.10., und nächste woche habe ich ein blockpraktium. ergo: die zeit wird - mal wieder - knapp. aber ich kann mich nicht konzentrieren, aber sowas von nicht. ich habe so viel im kopf, so verdammt viel. und das meiste davon ist positiver natur. es hat sich bei mir in den letzten wochen so viel getan, so viele fäden habe ich auseinander sortiert, klarheit geschaffen, organisiert und geplant und gewurschtelt, gesehen, gehört, erfahren und gelernt. all das hatte und hat positive folgen und langzeitauswirkungen und schafft spielräume für träume mittel- und langfristiger natur. all das beschäftigt mich, weil ich mich freue, happy bin und zuversichtlich, was mich, meine träume und mein leben anbelangt.

ein einziger punkt allerdings gehört nicht in die kategorie positiv, ein einziger, aber der ist gerade genauso präsent wie alle anderen positiven zusammen. ein einziger punkt, gründend auf dem (noch) fehlenden verständnis für die bedürfnisse eines menschen, der mir unsagbar ans herz gewachsen ist. nein, nicht bei mir fehlt verständnis oder die bereitschaft, sich auseinanderzusetzen, sondern bei anderen. das ist das schlimme. ich kann nichts tun. ich kann einfach nichts tun, sondern muss zuschauen, tag für tag, und kann nur hoffen, dass sich dieser zustand ändert. denn nur eine änderung dieses zustands ist gleichbedeutend mit zukunft. mein leben war noch nie einfach. jetzt aber hat es mich in eine situation geworfen, die ich mit trage, weil ich liebe und weil ich eine schier unendlich erscheinende hoffnung habe, die aber immer mal wieder ein riesen großes frustpotential bereithält. wie eben jetzt. seit gestern abend. heute morgen sah es so aus, als hätte die nach die nötige ruhe zurück gebracht, jetzt aber sitze ich hier und die gedanken kreisen nur so in meinem hirn und ich bekomme sie nicht raus. es ist wie eine endlosschleife. wie soll ich denn loslassen, diese gedanken, wenn sie mich betreffen, unmittelbar, ich aber nichts tun kann und ich nicht bis ins allerletzte detail verstehe (oder verstehen will), warum alles so ist, wie es ist? ich habe gerade ein riesiges bedürfnis darüber zu reden, über mittel und wege, wenigstens ein bisschen an den 'stellschrauben' zu drehen, über möglichkeiten der beschleunigung, anderer herangehensweisen oder über kompromisse, über meine rolle in dieser aufstellung, meine latente wut (von der ich nicht mal weiß, ob sie mir zusteht) über die permanente weigerung, sich mit den bedürfnissen des menschen auseinanderzusetzen, den ich liebe, über all das. es tut mir gerade so weh zu sehen, dass sich nichts tut, weh für sie, weh für mich, für uns.

ich werde diesen weg mit ihr gehen, bis zum ende, bis wir da angekommen sind, wo wir händeringend ankommen wollen. es ist eine absurde situation, aber sie wird irgendwann ein ende haben. das weiß ich. aber ich muss reden. dringend. sonst zerreißt es mein hirn.

 

24.09.2012 um 19:29 Uhr

nur so am rande

 

du bist die beste.

 

danke.

 

 

23.09.2012 um 11:53 Uhr

worte zum sonntag

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich mag schlafen. und ich kann es auch ganz gut. wenn ich zeit habe kann ich so viel schlafen, dass mein umfeld unweigerlich irgendwann anfängt, sich sorgen zu machen. ich stehe dann am späten vormittag auf, dusche und trinke kaffee, nur um mich dann gegen mittag wieder hinzulegen. am nachmittag das selbe spiel, aufstehen, kaffee trinken, ein bisschen herumwurschteln und am späten nachmittag wieder hinlegen, so für ein, zwei stündchen. abends bin ich dann für zwei, drei stunden fit und wach, nur um mich dann wieder ins bett zu verziehen, um, ja, um zu schlafen. im märz habe ich das geschlagene drei wochen so praktiziert. ich weiß, ich bin extrem.

wie komme ich da jetzt eigentlich drauf? ach ja, was ich mal festgehalten wissen wollte: ich mag schlafen, auch, weil sich so manches meiner gefühle im schlaf einfach auflöst. mein hirn, meine seele, das innen schlafen zwar auch, irgendwie, aber ganz tief drinnen sitzt ein kleines, freundliches wesen, das beim schlafen die fehlenden puzzelteile dahinsetzt, wo sie hingehören, das den tagsüber angefallenen seelenmüll sortiert und aufräumt und die angestaubten, weil nicht gebrauchten gefühle abstaubt. und zudem ist es heimlich, still und leise damit beschäftigt, die grundsätzlich wenig genutzten und daher seelischen rost ansetzenden emotionen zumindest einigermaßen instand zu halten. zu den emotionen dieser kategorie gehören stolz und selbstvertrauen. wenn ich sie denn mal benutze, diese emotionen, dann quietschen sie, rattern im getriebe und sind so mühsam zu verwenden, dass ich es relativ schnell wieder sein lasse.

heute nacht hat das freundliche wesen wohl eine extra-schicht eingelegt, mit stahlbürste, gefühlsgetriebeöl und polierlappen. denn vorhin, als ich aufwachte, merkte ich schon, ui, irgend etwas ist anders, vor allem im vergleich zum gestrigen tag. der stolz funktioniert. es bedurfte wohl eines nicht unerheblichen aufwands seitens meines freundlichen seelenbewohners, ihn heute nacht zum laufen zu bringen, aber er funktioniert.

ich bin stolz auf mich. stolz auf die letzten monate und wochen, stolz auf das, was ich geleistet habe und auf die ergebnisse und folgen dessen. und vor allem stolz drauf, dass ich den gestrigen tag trotz innerem chaos weitgehend heil überstanden habe und elegant um das loch herumspaziert bin, das sich kurzfristig aufgetan hatte. gut so. gut gemacht.

es gibt tief innen drin aber auch eine kiste mit emotionen, deren aufschrift 'namenlos' lautet. irgendwie muss das freundlich wesen heute nacht beim wurschteln an diese kiste gekommen sein und es hat sie entweder umgeschmissen oder aus neugier reingegriffen und rausgeholt, was es gerade zu fassen bekam. zum vorschein kam - mal wieder - das gefühl, das ich zwar kenne, seit ich denken, aber es bis heute nicht benennen kann. ein gefühl, noch viel existenzieller und grundlegender, als die meisten anderen gefühle, aber ich bekomme es nicht zu fassen.

wie nennt man das gefühl, nicht zu wissen, nicht zu verstehen, warum man gemocht und geliebt wird? nicht dass ich mich falsch verstehe: ich weiß, dass es menschen gibt, die mich mögen, menschen, die mich lieben. das weiß ich und das fühle ich auch. und ich genieße es. ich verstehe nur nicht, warum. warum tun sie das, warum ich? habe ich da einen blinden fleck auf meiner seele, fehlt mir da genau der teil, der für eben dieses wissen warum, dieses verständnis um das gemocht, geliebt werden zuständig ist? oder gibt es diesen teil und ich weiß nur nicht, wie ich ihn aktivieren, verwenden, integrieren kann? ich tendiere zu letzterem. es ist der weniger traurige gedanke.

und jetzt habe ich keine lust mehr, darüber nachzudenken. vielleicht reicht es ja auch, zu wissen und zu fühlen, dass ich gemocht und geliebt werde, vielleicht muss ich ja letztendlich gar nicht wissen, warum. ich schnappe also dieses gefühl, klemme es mir unter den arm, begebe mich in die seelische abstellkammer, erklimme die - zugegebenermaßen etwas wacklige - leiter und verfrachte das namenlose gefühl zurück in seine kiste. tschüß, bis zum nächsten mal. und dann schließe ich leise, aber fest, die tür.

und nun werde ich versuchen, den stolz in gang halten so lange es geht und er nicht zu anstrengend wird, und mich an ihm zu freuen. außerdem werde ich mich gleich mal um den rest sauerbraten kümmern, der in der küche auf mich wartet, werde duschen, einen weiteren gemütlichen kaffee trinken und um zwei zu einer länger nicht gesehenen bekannten gehen und mit ihr, in decken eingewickelt, in ihrem herbstlichen garten sitzen, kaffee trinken und über gott und die welt quatschen. *freu*.

so muss das sein. ich mag mein leben. 

 

23.09.2012 um 00:16 Uhr

samstag abend

 

mein samstag abend? hmmm...

zwei stunden mit dem zeh des herrn nachbarn in der notfallambulanz verbracht, danach die stadt nach einer nachtdienstapotheke abgesucht. an angegebener apotheke eins stand: gehen sie zu apotheke zwei, die haben nachtdienst. gesagt, getan. an apotheke zwei stand: verarscht. heute ist apotheke drei zuständig, leider müssen sie da von hier aus einmal quer durch die stadt laufen. okeeee... an apotheke drei stand: gehen sie zurück zu apotheke eins, gehen sie nicht über los und ziehen sie auch keine 4000 mark ein. ja WTF... die suche nach der zuständigen apotheke dauerte letztendlich genauso lange wie das warten in der notfallambulanz. und es war ja nicht so, dass der kollege einen kaputten und entzündeten zeh hatte, was das laufen latent erschwerte...

zu hause zurück komme ich in die küche und sehe ein großes stück frischkäse im schnittlauchmantel vor unserem kühlschrank liegen, vom werten herrn mitbewohner jedoch keine spur. liegt der käse da nun mit absicht? soll ich ihn wegtun? will er ihn womöglich noch essen? ich kam zu keiner entscheidung und habe ihn liegengelassen, nicht ohne es mir nicht verkneifen zu können, eine notiz auf einen zahnstocher zu stecken, und diese samt zahnstocher mitten im käse zu platzieren...

jetzt sitze ich hier, mit einem extrem guten australischen shiraz, der meinen latenten frust jedoch nur ansatzweise herunterzuspülen imstande ist, denke über den käse in der küche nach, über die idee, morgen zur kaffee-einladung käsekuchen mitzunehmen, über eine nicht beantwortete sms, mein derzeit etwas unaufgeräumtes inneres, eine temporär von der bildfläche verschwundene lady, über die organisation der nächsten tage, meine katernden bauchmuskeln, unerfüllte sehnsucht, das jobangebot für nach dem studium, und und und.

und jetzt ist genug. gute nacht. 

 

22.09.2012 um 12:16 Uhr

kampf der gefühle

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

irgendwie... ja, irgendwie... ach, keine ahnung. ich weiß auch nicht, was gerade los ist. ich bin irgendwie ... klein, weich, durchlässig, melancholisch.

eigentlich lief und läuft gerade alles wie am schnürchen. alles, die ganze palette, ein erfolgserlebnis nach dem anderen. nach wochen und monaten des ringens, schuftens, lernens, organiserens, denkens, planens und so weiter ist jetzt alles geregelt, quasi in trockenen tüchern, die perspektiven sind rosig und es ist wieder luft nach der ein oder anderen seite hin. ich muss, nach all dieser zeit, momentan für nichts kämpfen, ganz im gegenteil, nahezu alles mache ich mit einer fast schon spielenden leichtigkeit und mit einem lächeln auf den lippen.

das hat aber zur folge, dass ich gerade so viele kapazitäten habe wie selten, zeit, mich um mich selbst zu kümmern, in mich hineinzuhorchen, zu fühlen. ungefiltert, nicht überlagert von dingen, die es zu lösen gilt, von problemen, einem horrenden lernpensum (...ok, letzteres klopft schon wieder an die türe...) oder latenten zukunftsängsten. ich bin und ich fühle. und weil ich ein sehr emotionaler mensch bin, der das gesamte gefühlsspektrum ganz gerne auch mal bis in seine extreme ausschöpft, sitze ich nun hier und weiß nicht wohin mit den emotionen, während mir die tränen leise übers gesicht laufen.

und es sind so viele gefühle. nicht alle vertragen sich miteinander, manche ringen um die vorherrschaft meiner wahrnehmung, andere wiederum versuchen, sich heimlich still und leise zurückzuziehen, sich der bewussten wahrnehmung zu entziehen - was ich nicht zulasse - und wieder andere sind einfach da, liegen wie ein findling auf der grünen wiese meiner seelenlandschaft und bewegen sich keinen millimeter.

und so bin ich damit beschäftigt, den emotionalen schiedsrichter zu geben (kandidaten: unsicherheit vs. geborgenheitsbedürfnis), gleichzeitig muss ich gucken, dass sich andere gefühle nicht vom acker machen (heiße kandidaten: traurigkeit, einsamkeit, unzulänglichkeit) und zudem laufe ich um die seelischen findlinge herum (kandidaten hier: liebe, zuneigung), die einfach da sind, wahrgenommen und gefühlt werden wollen aber nicht zur klärung ihrer herkunft beizutragen gewillt sind*. wie findlinge eben so sind.

das alles zu vereinen ist gerade ganz schön anstrengend. und es hilft auch kein bisschen, dass draußen der herbst einzug gehalten hat, wettermäßig noch vor seiner eigentlichen ekliptischen ankunft heute nachmittag um 16.49 uhr, mit trüben, tief hängenden wolken, wind und regen. das hilft nicht. wirklich nicht. das ablenkprogramm - chirurgie lernen - fruchtet ebenfalls nicht, mein kopf streikt und so bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den kampf mit meinen gefühlen auszutragen und - und das ist der plan - als geordneter gewinner erhobenen hauptes daraus hervorzugehen.

gottseidank hab ich so viel übung.

 

 *falls das missverständlich ist: BITTE nachfragen!

21.09.2012 um 22:14 Uhr

...

 

sie hat gleich geburtstag.

aber sie ist nicht da und ich kann sie auch nicht erreichen.

und das mit dem geschenk ist auch in die hose gegangen.

scheiße.

scheiße...

 

20.09.2012 um 21:22 Uhr

niemals

 

ich werde dich niemals alleine lassen.

auch im himmel nicht. 

 

20.09.2012 um 00:02 Uhr

drei chinesen mit dem kontrabass...


oh ist das lästig. ich leide unter dem nachtschicht-jetlag. ich bin hun-de-mü-de und kann ums verrecken nicht schlafen. und das obwohl ich mich heute ohne mittagschlaf durch den tag gequält habe.

obwohl, von gequält kann eigentlich keine rede sein. ich war zwar müde, aber dennoch war es ein produktiver tag, der die ein oder andere überraschung bereit hielt. aber der tag ist vorbei und ich sitze immer noch hier, oder vielmehr wieder, weil eigentlich schon im bett gewesen, und weiß nicht, wie ich mein system runtergefahren bekomme. der wein hat ganz offensichtlich nicht geholfen, auch nicht in der (zugegebenermaßen nicht ganz sauberen) kombination mit dem schmerzmittel gegen meine regelbeschwerden. eigentlich eine k.o.-kombi, nur leider heute nicht.

und was mache ich jetzt? mit dem kopf durch die wand? oder vielmehr dagegen? klingt wenig verlockend. joga? meditation? ach nee, kann ich gar nicht. schafe zählen? ich hasse schafe, die stinken so. und schmecken tun sie auch nicht. fällt also auch flach. by the way: warum kommen mir beim anblick von ölverschmierten tieren die tränen, wohingegen mir beim anblick von in öl frittierten tieren das wasser im mund zusammenläuft? nur so am rande. weiter im text. warme milch mit honig? ich wollte einschlafen, nicht brechen müssen. danke, nächster tip. fenster öffnen und frische luft hereinlassen? klar. damit ich morgen mit frostbeulen im gesicht aufwache. dann lieber nicht schlafen. ich sehe schon, so wird das nichts.

vielleicht hilft es ja, genau das gegenteil von dem zu tun, was man eigentlich tun sollte, um gut einschlafen zu können: abends nichts mehr essen und vor allem keinen kaffee trinken. und auch zigarretten wirken stimulierend. mhm. ich habe noch nudeln von heute mittag. kaffee ist schnell gemacht und auch der vorrat selbst gedrehter zigarretten liegt in greifbarer nähe. das überzeugt mich. weswegen? naja, entweder ich schlafe infolge dieser maßnahmen ein, oder ich werde so wach, dass ich den rest der nacht wenigstens produktiv verbringen kann.

hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mich gelegentlich einfach nicht ernst nehme?

ps: apple wollte ein neues produkt extra für kinder herausgeben. die pläne sind allerdings wieder vom tisch, da "iTouch Kids" einfach ein ungünstiger name ist.

pps: ich weiß. aber wer hat gesagt, dass die überschrift etwas mit dem inhalt des blogeintrags zu tun haben muss?

19.09.2012 um 17:19 Uhr

weisheit des tages

 

liebe verbindet.

 

18.09.2012 um 23:10 Uhr

danke!

von: grenzgaenger   Kategorie: medizinisches

 

nachtdienst. der grausame vierte. aber gottseidank total ruhig. in erwartung genau dessen hatte ich den rechner eingesteckt, damit ich nebenher ein bisschen dissertieren kann. gerade kommt der kollege vorbei und legt wortlos ein ethernetkabel auf den tisch. ... ich gucke ihn groß an, dann die buchse neben meinem kopf, nehme es genauso wortlos, allerdings mittlerweile grinsend, stecke es ein und... bumm, da bin ich.

wie geil ist das denn?

 

17.09.2012 um 20:23 Uhr

des nächtens

von: grenzgaenger   Kategorie: alltägliches

 

es gibt nichts tolleres, als in der pause einer nachtschicht, so gegen halb drei, ein frisches brot mit butter und dick nutella drauf zu essen und einen frischen kaffee dazu zu trinken...

 

14.09.2012 um 18:22 Uhr

stand der dinge

von: grenzgaenger   Kategorie: alltägliches

 

in den letzten 48 stunden hat sich viel getan, ist vieles passiert. ausschließlich positives. ich sitze hier und merke, wie die anspannung der letzten tage, wochen und monate abfällt und sich ein unsagbar angenehmes gefühl der erleichterung und vor allem zufriedenheit einstellt.

zum einen sind seit gestern meine 4 wochen in der anästhesie vorbei. nein, das ist nicht das positive, am liebsten hätte ich noch zwei wochen drangehängt, weil aus lerntechnischen gründen die 4 wochen viel zu kurz waren, das ging aber aus organisatorischen gründen meinerseits nicht. die vier wochen waren ein erfolg auf voller linie. ein tolles team an kollegen, nett, geduldig und vor allem zu jeder zeit bereit, zu erklären, mich machen zu lassen und vor allem: mir vertrauen entgegen zu bringen. sie haben mich wechselweise an die hand genommen oder mich ins kalte wasser geworfen. aber nur so lernt man die anästhesie. nicht, indem man nur daneben steht und zuguckt, nein, indem man mich mit in jede situation genommen und mich dann da bisweilen alleine gelassen hat. klingt erstmal nicht schlimm, relativiert sich aber ganz schnell, wenn ein mensch in der narkoseeinleitung liegt, das sedativum verabreicht bekommen hat, nicht mehr atmet und der zuständige anästhesist plötzlich weg ist. er war nicht weg weg, sondern nur aus meinem blickfeld verschwunden, aber das wusste ich in diesem moment nicht und ich hatte auch keine zeit, mich drum zu kümmern. das war am dritten tag. da gibt es dann zwei möglichkeiten: panik bekommen und handlungsunfähig werden, oder funktionieren. ich hatte mich für letzteres entschieden - was super funktioniert hat - der patient lebt heute noch und ich hatte meine erste erfolgreiche narkoseeinleitung hinter mir. da steigen dann blutdruck und puls in ungeahnte höhen... ebenso gegen ende meiner zeit: latente hektik und chaos in saal nebendran, weil notfall am anrücken, der geplante patient aber schon im saal, in narkose und die anästhesistin musste den notfall im vorraum des op mitversorgen. sie rief mich, die ich nicht weig weg mit weniger wichtigem beschäftigt war, gab mir die wichtigsten eckdaten zum patient und zur eingeleiteten narkose und sagte dann: und jetzt geh rein und mach narkose. dein patient. hab ich dann auch gemacht, ging ebenfalls alles problemlos, weil ich das tatsächlich eine stunde lang im griff hatte, aber auch hier hätte ich hinterher eine hypertoniebehandlung und eine ganzkörpermassage gebraucht. die kollegin war auch hier nicht wirklich weit weg und hätte jederzeit eingreifen können, aber faktisch stand ich alleine am gerät und war dafür zuständig, den patienten schön und schmerzfrei schlafen zu lassen.

das fazit dieser vier wochen: ich kann nichts anderes und ich will nichts anderes als anästhesistin werden. das weiß ich schon eine weile, aber es ist unglaublich befreiend und beruhigend, das durch die praxis bestätigt bekommen zu haben.

mit dem ende der famulatur stand meine rückkehr nach hause, zu mir, in meine wohnung an. ich hatte die famulatur ja bewusst im krankenhaus der wahl mitten im schwabenländle gemacht, nahe an meinem heimatort, wo meine eltern bis heute leben. ergo: ich beglückte sie mit meiner daueranwesenheit, das erste mal seit ich zu hause ausgezogen bin, und das ist schon eine ganze lange weile her. es ist unfassbar, wie beide seiten in so einer situation ganz schnell wieder in uralte, längst abgelegt geglaubte muster zurückfallen... von daher waren sie vier wochen lange genug und ich bin überglücklich, wieder in meinen vier wänden zurück zu sein. es war schön, gestern wieder zurückzukommen. nichts desto trotz war es schön bei meinen eltern, ich habe es genossen und sie glaube ich auch. ob es eine wiederholung gibt ist fraglich, aber nicht ausgeschlossen. 

auf dem heimweg in eigene gefilde habe ich in einer vollkommen abwegigen situation meine ehemalige therapeutin gesehen. nach über zwei jahren das erste mal, ohne dass man sich - wofür die wahrscheinlichkeit DEUTLICH höher war - mal hier in der stadt gesehen hat, stand sie mit einem zerfetzten reifen mitten in der pampa auf dem seitenstreifen der autobahn... aber das passt ins bild und setzt eine reihe sonderbarer wunderschöner ereignisse zwischen uns beiden fort, die stellvertretend für die art unserer "beziehung" stehen. ich schrieb ihr gestern nachmittag eine email, mit nahezu identischem wortlaut wie hier gepostet, einfach weil ich es sie wissen lassen wollte, dass ich auch da war. gestern nacht um 22.52 uhr hat sie tatsächlich zurückgeschrieben. verhalten, wie sie so ist und als ex-analytikerin sein muss, aber dennoch ist ihren worten zu entnehmen, für mich zumindest, wie überrascht sie war und wie sehr sie sich gefreut hat. das erste mal seit therapieende, seit november 2009, dass ich persönliche worte von ihr höre bzw. lese. frieden. endlich. das ist einer der wichtigsten und schönsten momente der letzten jahre gewesen, diese mail von ihr zu bekommen. und er wirkt nach. 

heute vormittag hat sich innerhalb einer dreiviertel stunde eine situation geklärt, die mich in den letzten wochen und monaten nicht selten um den schlaf gebracht hat, die mit existenziellen ängsten und bisweilen extremer anspannung, frust und gefühlen der unzulänglichkeit verbunden war. 45 minuten, wechselseitiges vertrauen, kommunizierte wertschätzung und mein größtes "strukturelles" problem hatte sich in wohlgefallen aufgelöst. und nicht nur das. die lösung steht auf einem soliden fundament und es obliegt künftig alleinig mir dafür rechnung zu tragen, dass das auch so bleibt. ein tolles gefühl. endlich. 

so will ich das haben. die wesentlichen eckpunkte meines lebens sind klar und eindeutig bzw. geklärt und handhabbar, übersichtlich bzw. überschaubar, kalkulierbar und strukturiert. ich bin gesund, sowohl physisch als auch psychisch, es gibt liebe menschen in meinem umfeld und eine person an meiner seite, für die mein herz schlägt.

was will ich mehr. ich mag mein leben.

 

13.09.2012 um 16:17 Uhr

absurd

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

liebe frau ex-analytikerin,

ICH FASSE ES NICHT!

da sind wir uns über zwei jahre kein einziges mal hier in der stadt über den weg gelaufen, und wo sehe ich sie heute??? in einer vollkommen abwegigen situation...auf dem seitenstreifen der A5, am quatschen mit zwei polizisten! ich war gerade auf dem heimweg, fuhr also auf der gegenfahrbahn vorbei und war auch noch geistesgegenwärtig genug, ihr auto, das kennzeichen und sie selbst zu registrieren und zu erkennen...

wenn ich so weitermache mit dem permanenten kopfschütteln muss ich heute abend noch mit einem schleudertrauma in die klinik :-).

zufälle gibt`s im leben...

*kopfschüttel*

 

09.09.2012 um 12:44 Uhr

verlusterfahrung

 

ich könnte im quadrat springen. im viereckigen quadrat. es macht mich wahnsinnig, dass ich nicht staubsaugen kann. das werte, heißgeliebte gerät hatte vorgestern abend seinen geist aufgegeben. nachdem er mittags noch funktionierte, gab er abends keinen mucks mehr von sich. ich stand wie betäubt vor dem ding und konnte nicht mehr denken, schwankend zwischen extremen gefühlen des verlusts und einer unsagbaren wut. was bildet dieses ding sich eigentlich ein? nach nicht einmal vier jahren den dienst zu quittieren? ok, ich hab ihn arg strapaziert, zweimal am tag musste er ran. mindestens. aber ist das ein grund? hmm??? ist das ein grund, verdammt noch mal? zumal ich ihn immer höchst liebevoll behandelt hab. jetzt steht er dumm - und vor allem schweigend - in der küche und ich würde ihm am liebsten jedes mal, wenn ich an ihm vorbeilaufe, einen fußtritt geben.

was mach ich denn jetzt?

 

06.09.2012 um 17:38 Uhr

*schimpf*

 

...jacke gewaschen. tempo drin vergessen...

da fängt der feierabend doch gleich mit einer riesigen freude an...

ich. hasse. es. 

 

06.09.2012 um 06:35 Uhr

herbstgedanken

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich mag den herbst. endlich dreht sich die welt wieder langsamer, das sonnenlicht wird wärmer sowie die tage kühler, und die dunkelheit bekommt ihre zeit zurück. jahr für jahr für jahr warte und freue ich mich auf den herbst, und doch bringt er ebenso konsequent, wie er immer wieder kommt, eine gewisse melancholie, bis hin zur traurigkeit, mit. jedes jahr das selbe, und doch werde ich wieder einige zeit brauchen, bis ich eingetaktet bin, mein ich in dieser weichheit sicher gebettet habe. bis dahin werde ich ein bisschen besser auf mich aufpassen, werde genauer hingucken müssen. und ich werde das im verlauf des jahres etwas dünner gewordene fundament meiner inneren ruhe und gelassenheit an der ein oder anderen stelle restaurieren oder verstärken müssen, ich werde prioritäten überdenken und neu sortieren und vor allem werde ich mir ein wenig ruhe gönnen.

 

02.09.2012 um 17:40 Uhr

arrival

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich bin angekommen. sowohl beruflich, als auch mit dem herzen.

ich habe ehrlich gesagt nie daran geglaubt, dass ich diesen satz mal sagen werde.

mein leben hat mich eines besseren belehrt. 

 

02.09.2012 um 14:06 Uhr

ohne worte

von: grenzgaenger   Kategorie: alltägliches

 

OH MANN! ich krieg grad grüne pickel, das große kotzen und durchfall gleichzeitig vor lauter wut. warum? DARUM!

ich bin am kochen. chilli con carne. war mein wunsch, und auch, es bitte selbst zu machen. und nun ist es ja so, dass ich derzeit meine eltern mit meiner daueranwesenheit beglücke, das sonntägliche kochen findet also - gezwungenermaßen - in der elterlichen küche statt. das ist schon mal das erste problem. meine mutter LIEBT kleingruscht, überall steht IRGENDWAS UNWICHTIGES herum, und das wichtige zeugs steht IRGENDWO, nur findet man es da nicht, weil eben lauter unwichtiges zeug auf dem weg zum wichtigern herumsteht. MAAANNNN... haarerauf. bis ich alles zusammenhatte, was ich brauchte, hatte sich ein teil meiner lust zu kochen bereits in schlechte laune verwandelt. aber man ist ja hartnäckig. ich bin also - noch - alleine in der küche und fange an zu wurschteln. aber es dauert - NATÜRLICH - keine 5 minuten, da steht die werte frau mama hinter mir und guckt. leider blieb es - NATÜRLICH - nicht beim gucken. tochter (so nennt sie mich wirklich), das musst du so machen, ihr erster satz. war ja klar. nein mama, ich mache das so, wie ich das IMMER mache. aber.... NEIN MAMA, ich mache es nicht so, ich mache es SO. 2 minuten halbbeleidigtes schweigen und gucken. ich versuche, ruhig zu bleiben, rühre im chilli...schwapps, ein winziges bisschen chilli schwappt mir über den rand der riesigen pfanne... HEEE, höre ich da hinter mir, du verkippst ja alles. mhm. ich verkippe ALLES. in der pfanne sind ca. 1499 gramm chilli, NEBEN der pfanne ca. 1 gramm. aber ich verkippe ALLES. klar. jetzt musst du es aufwischen, geht es weiter. ähhh, ja, so mache ich das immer, wenn was danaben geht, du etwa nicht? ich kann es mir nicht verkneifen, was natürlich ein entrüstetes TOCHTER zur folge hat, von der intonation dergestalt, dass die stimme am ende hochgeht und ein latentes fragezeichen am ende dieses wortes anklingt...das ist MEINE kü...ich habe es geahnt. spätestens jetzt habe ich die nase voll. ich bekomme mich noch so weit beherrscht, den kochlöffel nicht einfach in die pfanne fallen zu lasen, sondern ihn gesittet neben den herd zu legen, drehe mich um, weg vom herd und verlasse, immer noch gesittet weil mir jegliches meckern verkneifend, die küche meiner eltern und nehme mir vor, sie NIE wieder zubetreten. zumindest nicht zum kochen.

 

02.09.2012 um 10:55 Uhr

zwischenstand

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

die ruhe und gelassenheit von gestern sind geblieben.

ich habe so viele gedanken im kopf.

es ist herbst und ich liebe diese jahreszeit.

wundervolles gespräch gestern abend. weg- und richtungsweisend, im wahrsten sinne des wortes.

nur noch 5 tage bis zur verringerung der distanz von 6435,193 km auf anderthalb.

heute wird gerechnet, gelesen, sortiert und zusammengefasst.

die hälfte meiner zeit in der anästhesie ist rum. mein gott, wie die zeit vergeht.

wichtiger termin morgen um 16 uhr. 

ich werde nachher chili con carne machen und freue mich tierisch aufs kochen.

mein herz lacht, schmetterlinge flattern in meinem bauch und ein lächeln huscht über mein gesicht, wenn ich an sie denke. 

ich mag mein leben.

und mich.

 

ps: hat jemand das weiße ballett-lama gesehen? ich kann es nicht finden.