grenzwandel

12.03.2008 um 20:24 Uhr

auf der suche

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

Stimmung: ich weiß es nicht
Musik: eels

mir ist gerade bewusst geworden, dass ich seit vielen wochen nichts anderes außer abwechselnd reis mit sojasoße und feldsalat oder nudeln mit feldsalat esse und jedesmal zustände bekomme, wenn ich dann doch mal drüber nachdenke, daß ich mir ja mal anderes machen könnte, ich höre seit vielen wochen, wenn ich nicht gerade am rechner sitze, immer die gleichen beiden cd's rauf und runter, und nicht selten läuft nur ein lied in der endlosschleife, ebenfalls komme ich nicht aus meinen kapuzenpullis, meiner lieblingsjeans und meinen turnschuhen raus und seit wochen schaffe ich es nicht, mit jemand anderem zu telefonieren außer mit meiner besten freundin, ich trinke nichts außer wasser und grünen tee, ebenfalls seit wochen und kriege die krise wenn ich weiß, ich werde jemand anderem begegnen außer meiner therapeutin, seit wochen staubsauge ich meine wohnung zwei mal am tag - morgens und abends - und spüle im anschluß daran geschirr und ich kann mich kaum auf bücher konzentrieren, die ich nicht schon kenne.

ob das wohl der tatsache geschuldet ist, daß mich seit vielen vielen wochen ein tiefsitzendes gefühl der haltlosigkeit und der verwirrung quält, ob das wohl der versuch ist, wenigstens stabilität und kontinuität und damit halt im außen zu erzeugen weil ich eben jenen in mir nicht finde, der versuch, wenigstens etwas zu haben, das ich kontrollieren kann, der versuch, meine verwirrenden perspektivwechsel in den griff zu kriegen...und das alles auf der suche nach mir, meinem ich, auf dem weg hin zur inneren stabilität?


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