grenzwandel

24.07.2013 um 10:48 Uhr

gefühlschaos

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich sitze hier und mir laufen ununterbrochen die tränen übers gesicht. eigentlich sollte ich dringend radiologie lernen, alpha-strahlung, beta-strahlung, photonen, positronenemmissionstomographie, strahlentherapie bei mamma-ca., alles mit dem potential, mich abzulenken, weil ich es spannend finde. und doch sitze ich hier, weine bittere tränen der trauer und kann noch immer nich begreifen, dass martine nicht mehr existiert. es ist ein paradoxes und zwiespältiges gefühl. einerseits hat martine real nie existiert, nicht als die frau, in die ich so sehr verliebt war und trozdem fühlt es sich an, als hätte sie existiert und wäre gestorben. diese frau hatte ein gesicht, ein leben. ein leben, das ich gerne mit ihr geteilt hätte. und jetzt sitze ich hier und versuche verzweifelt, wieder ordnung in meinen gefühlshaushalt zu bringen, mich an meinen alltäglichen strukturen und freunden festzuhalten, um den kopf über wasser zu halten, um nicht unterzugehen.

 

17.05.2013 um 12:37 Uhr

*STRIKE*

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

bestanden!!!!

ich hab die praktische motorradprüfung bestanden. fehlerfreie fahrt in strömendem regen.

*tanzenddurchdiewohnunghüpf*

 

15.05.2013 um 10:03 Uhr

ratlose bauleitung

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich sitze hier und bekomme nichts geregelt. ich hätte so viel zu tun, und bin ständig nur mit der aktiven vermeidung dessen beschäftigt, was eben anstünde. die uni läuft seit 5 wochen unter ferner liefen, gerade mal das pflichtprogramm bekomme ich auf die reihe, aber darüber hinaus? lernen?? geht gar nicht. mein kopf kann und will nicht. das dissertations-projekt? ebenfalls keine chance, alleine der gedanke dran lähmt mich. ich habe noch nicht mal eine genaue übersicht über das komplette semesterprogramm, geschweige denn, alle unterlagen und informationen zusammen oder gar strukturiert und durchgeplant (wie es bei mir sonst eigentlich spätestens am ende von semesterwoche 1 der fall ist). nachher habe ich ein termin auf dem dekanat, zur planung meines gesamten weiteren studiums (was jetzt auch nur noch zwei semester sind...*fürcht* (ok, pj nicht mitgerechnet), und am liebsten würde ich diesen termin absagen weil ich die ganze zeit schon das ungute gefühl habe, dass ich nachher ratlos vor unserer fakultätsassistentin (zu der ich einen super draht habe) sitzen werde, weil derzeit einfach nichts läuft. die uni sitzt mir so im nacken wie schon lange nicht mehr.

was jedoch ENDLICH klappt, ist das motorrad fahren. wochenlang bin ich einen scheiß zusammengefahren; und es ist ja nicht so, dass ich seit 18 jahren auto fahre und zumindest das verhalten im straßenverkehr im schlaf beherrschen sollte. aber sobald ich auf dem motorrad saß und mit der koordination der maschine beschäftigt war, existierten quasi keine verkehrsregeln mehr. rechts vor links? was ist das denn? vor dem radweg anhalten? wo gibts denn sowas? außerorts 100 fahren? viiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeel zu schnell. abbiegen ohne anzuhalten, wenn weit und breit niemand kommt? wer macht denn sowas?  wie dem auch sei, seit ein paar tagen ist der knoten geplatzt und ich habe nicht mehr das gefühl, einen fremdkörper unter dem hintern zu haben, den ich nicht im griff habe. mittlerweile geht vieles automatisch und auch die gleichzeitge koordination von maschine und verkehr klappt. *freu*. das ist gerade so mein highlight, an dem ich mich freue, das mich ablenkt, mir den kopf freipustet und währenddessen ich entspannen kann. 

und dann "baustelle" nummer eins. seit nunmehr einem knappen jahr. es hat sich so unendlich viel getan, vor allem in den letzten zwei wochen, hier letztendlich mehr, als in all den monaten zuvor. ein wahnsinnstempo, das auch mich anfangs überforderte, auf das ich mich aber eingelassen habe, und seitdem komme ich klar in der neuen situation. womit ich derzeit noch nicht klarkomme, weil es mich überfordert, ist die "verantwortung", die man mir übergeben hat, nämlich diese situation so zu gestalten, lenken, dass sie letztendlich zum lange ersehnten ziel führt. monatelang konnte ich nichts anderes tun als stillsitzen, geduldig sein und zugucken, was passiert, wie das fundament langsam entsteht, und von jetzt auf nachher bin ich bauleiterin des gesamten projekts. das fundament ist in mühsamer klein(st)arbeit geschaffen, ein sehr stabiles fundament wie ich finde, und jetzt stehe ich da und soll, darf, den rohbau hinstellen. ich bin aber weder bauingenieurin noch architektin, geschweige denn statikerin. wie soll ich denn einen stabilen rohbau erschaffen, wenn ich das baumaterial nicht besonders gut kenne, geschweige denn schon damit gebaut habe? vertraue ich darauf, dass das baumaterial, das mir übergeben wurde, stabil und gut bearbeitbar ist und das verfestigte fundament sein übriges tut? dann könnte ich direkt anfangen mit rohbauen. oder gehe ich hin und teste und prüfe das baumaterial mit meinen eigenen augen, erfahrungen und intuitionen und baue erst dann los? ich weiß es doch nicht.

ich habe wahnsinnig angst. einerseit wünsche ich mir so sehr, dass wir den letzten schritt endlich gehen können, und habe das dringende bedürfnis, das zeitnah zu "klären", andererseits, was, wenn ich all das kaputt mache, was du in den letzten 11 monaten erreicht hast? mit einem satz, mit einer frage vielleicht? ich bin hin- und her gerissen zwischen meiner sehnsucht, meinem bedürfnis, endlich unser ziel zu erreichen, etwas tun zu wollen, ja fast schon zu müssen und dem gefühlten stillstand, bzw. meiner angst. als hätte sich der kreisel monatelang gleichmäßig gedreht, mit dem ein oder anderen schlenker, wie man es von kreiselnden kreiseln eben kennt, aber mit kontinuität und einer bestimmten geschwindigkeit, die für stabilität sorgt. und jetzt, jetzt wird der kreisel langsamer, weil es aufs ende zugeht, und wenn kreisel langsamer werden, fangen sie an zu eiern, die kreiselkräfte lassen nach und somit stellt sich instabilität ein. und genauso fühle ich mich gerade. 

ich glaube, ich würde mir wünschen, dass die projektleiterin, die das fundament gezimmert hat, mich zumindestens begleit, wenn ich den rohbau erschaffe, denn das haus, das werden wir ja auch zusammen anstreichen und einrichten.

 

12.05.2013 um 16:28 Uhr

lichtblicke

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich weiß nicht genau, was die letzten tage los war. ein undefinierbares emotionswirrwarr aus überforderung, frust über meine lethargie, allen möglichen ängsten, traurigkeit, kontrollverlust, hoffen, bangen, gefühltem stehenbleiben und weiterwollen. gestern war es ganz schlimm, quasi der kulminationspunkt aller negativitäten erreicht und es gab genau zwei möglichkeiten. entweder decke über den kopf ziehen und alles nur noch schlimmer und grauer werden lassen oder mit letzter kraft aufraffen, aufstehen und nach vorne gucken.

ich hab mich im letzten moment für letzteres entschieden, im allerletzten moment, und hab die einladung der neuen nachbarn angenommen, zur einweihungsparty zu kommen, zusammen mit den nachbarn m. und a., inklusive dessen freundin. seit drei wochen wohnen die beiden hier - endlich sind diese widerlichen, sexparties feiernden, durchgeknallten vollspasten von vormietern weg - ein paar, ähnliches alter, sie gerade im ref und er mikrosystemtechniker. beide wahnsinnig nett, unkompliziert (und attraktiv), sie triathletin und kletterlehrerin, er surfer und mountainbiker. die bude war voll und so landeten wir um kurz nach acht in einem buntgemischten, sympathischen und ziemlich intelligenten haufen und hatten von anfang an völlig unkompliziert spaß mit allen, die da waren und mit massenweise grillgut, salaten und anderweitigem, glücklich machenden zeugs und dem hund.

ich bin jetzt noch dankbar für diesen einen lichten moment in dem ich beschlossen hatte, rüber zu gehen. alles andere hätte sich nämlich zu einer mittleren katastrophe ausgewachsen; ich mag gar nicht dran denken. so aber bin ich glücklich spät ins bett, habe gut geschlafen, vor allem lang und bin mit diesem gefühl, mit dem ich ins bett bin, wieder aufgewacht. da ich aber vorsichtig bin und mich kenne habe ich gleich weiter rückfallprophylaxe betrieben, mir eine ziemlich ziemlich gute spinning-playlist zusammengestellt und bin ins fit gehüpft. knappe 90 minuten auf dem spinnrad - groß-ar-tig - danach noch solarium und jetzt sitze ich hier, bin geduscht, habe ein furchtbar leckeres fleisch (pollo fino, kennt das jemand? ich hab keine ahnung, was das ist, aber es sah lecker aus) und grünen salat gegessen. jetzt noch bude aufräumen, wäsche waschen und dann werde ich mich mit einem guten buch und einer tasse cappuchino ins bett begeben. und heute abend bin ich, zum krönenden abschluß des tage, mit der lady verabredet. 

fazit: alles gut. gott-sei-dank.

 

08.05.2013 um 11:56 Uhr

gestatten?

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

...schnecke. baby-schnecke.

 

 

23.03.2013 um 13:06 Uhr

wellenbewegungen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich mag tage wie diesen nicht. ich hänge in den seilen, bin müde, kaputt und traurig, das wetter ist jenseits von gut und böse und ich fühle mich einsam. alle meine freunde sind mit ihren freunden oder freundinnen zugange und dementsprechend nicht wirklich erreich-, bzw. einplanbar und ich hänge hier und trauere einer noch nicht dagewesenen normalität nach.

die lady ist im urlaub und zwei wochen nicht erreichbar, und auch wenn sie da wäre, wäre nicht alles so, wie ich es mir wünschen würde. und verdient hätte. warum kann bei mir diesbezüglich nicht einfach mal alles normal und eben nicht maximal kompliziert sein? warum? ich bin doch weiß gott kein überanspruchsvoller mensch, aber warum kriege ich noch nicht einmal meine basisbedürfnisse befriedigt? das einzige, was ich will, ist meine beiden beine auf dem boden zu haben, und zwar stabil. beruflich habe ich das mittlerweile geschafft, aber das berufsleben ist eben nur das halbe leben. ich möchte einfach nur unaufgeregte und stabile ruhe in meinem privatleben, also sprich in (m)einer beziehung haben, ein glückliches miteinander, und frieden. ohne angst, dass doch noch etwas kaputt gehen oder in die falsche richtung laufen könnte, ohne meine nicht befriedigten bedürfnisse immer wieder zu kommunizieren und dann doch wieder im zaum halten und  mich immer wieder an dem hochziehen zu müssen, was bereits vergangenheit ist und ohne permanent mit rahmenbedingungen konfrontiert zu sein, die ich nicht mitgestaltet habe.

ich bin da, und ich werde da bleiben, bis auch das letzte hindernis der vergangenheit angehört. das steht nicht zur debatte. aber ich wünsche mir, dass du mich und meine wenigen bedürfnisse für den rest der wegstrecke noch ein bisschen fester an die hand nimmst, als du es bisher getan hast. ich werde es brauchen.

 

14.01.2013 um 09:10 Uhr

vor(aus)sicht

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich habe das gefühl, dass die ereignisse gerade im zeitlupentempo anfangen, anlauf zu nehmen, um sich irgendwann zu überschlagen...nur so ein gefühl, aber auf meine intuition ist eigentlich seit jeher verlass...

 

31.12.2012 um 15:06 Uhr

rutscht gut rüber

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich wünsche euch allen einen guten rutsch ins neue jahr. 

danke an alle, die mich dieses jahr zum lieben, lachen, staunen, und zum nachdenken gebracht haben.

photo by orest s.

 

22.12.2012 um 18:52 Uhr

post-weltuntergang

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

noch ist es zu früh, ein fazit für 2012 zu ziehen. das jahr hat noch ein paar wenige tage, jetzt, wo der weltuntergang ausgeblieben ist. eines aber ist jetzt schon klar: die bilanz wird positiv ausfallen, sehr viel mehr aktivposten auf der haben- denn auf der sollseite. es war durchwachsen, dieses jahr, sicher, mit höhen und tiefen, fortschritten und rückschlägen, aber unter dem strich eines der schönsten und erfolgreichsten jahre, seit sehr langem. sowohl beruflich als auch privat. dazu mehr in den nächsten tagen.

im moment sitze ich hier, nachdem ich den großteil des tages verschlafen habe, die nachtschicht war lang und anstrengend, wurschtel ein bisschen herum und tue dies und das, bis ich in drei stunden erneut die nacht zum tag machen werde. meine gedanken gehen auf reisen, vor allem zieht es sie gerade über den großen teich. sie reisen der lady hinterher, die sich - mal wieder - aufgemacht und mich zurückgelassen hat. sie musste, und es ist ihr nicht leicht gefallen. doch was blieb uns anderes übrig, auch dieses mal keine chance, dass ich hätte mitkommen können. irgendwann. bald. ganz bestimmt. was bleibt ist das gefühl des alleine seins, ein hauch von einsamkeit und zudem ist seit spätestens heute hier niemand mehr. niemand, alle weg. einfach weg, von heute auf morgen.

ich hasse diese jahreszeit. nein, nicht des wetters, sondern der stimmung wegen. scheiß melancholie. das ganze jahr über geht und ging es mir blendend, bis auf eine handvoll kleiner einbrüche, die sich aber nie jenseits des gesunden bewegten, und jetzt, zum jahresende hin habe ich das gefühl, als stürzte der gesamte schmerz meines bisherigen lebens auf mich ein, die traurigkeit, die leere, das nicht wissen warum. seit ich denken kann geht das so, jedes einzelne jahr um weihnachten herum. von mir aus hätte die welt gestern untergehen können. ich hätte nichts dagegen gehabt. wie ich gerade feststelle, habe ich aber auch gar keine lust, mich näher damit auseinanderzusetzen, mit diesen gefühlen, so, als wüsste mein unterbewusstsein genau, dass sie flüchtig sind, nicht von dauer. ich vertraue ihm, meinem unterbewusstsein und lasse einfach die zeit vergehen, und mit ihr diese gedanken und gefühle.

ich leg mich einfach nochmal hin, anderthalb stunden sind noch drin. und daran, dass ich schlafen können werde, hege ich nicht den geringsten zweifel. 

 

30.10.2012 um 17:37 Uhr

ach du heiliger bimmelbammel...

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

oh my god.

oh my god.

oh my god...

was ist nur gerade in meinem leben los???

gewisse dinge nehmen gerade dimensionen an, die so NICHT! absehbar waren. definitiv nicht. aber so überhaupt gar nicht...

wie in aller welt geht man mit sowas um?

WIE???

wie gut, dass ich jemanden an meiner seite habe, der das weiß...

 

02.09.2012 um 17:40 Uhr

arrival

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich bin angekommen. sowohl beruflich, als auch mit dem herzen.

ich habe ehrlich gesagt nie daran geglaubt, dass ich diesen satz mal sagen werde.

mein leben hat mich eines besseren belehrt. 

 

02.09.2012 um 10:55 Uhr

zwischenstand

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

die ruhe und gelassenheit von gestern sind geblieben.

ich habe so viele gedanken im kopf.

es ist herbst und ich liebe diese jahreszeit.

wundervolles gespräch gestern abend. weg- und richtungsweisend, im wahrsten sinne des wortes.

nur noch 5 tage bis zur verringerung der distanz von 6435,193 km auf anderthalb.

heute wird gerechnet, gelesen, sortiert und zusammengefasst.

die hälfte meiner zeit in der anästhesie ist rum. mein gott, wie die zeit vergeht.

wichtiger termin morgen um 16 uhr. 

ich werde nachher chili con carne machen und freue mich tierisch aufs kochen.

mein herz lacht, schmetterlinge flattern in meinem bauch und ein lächeln huscht über mein gesicht, wenn ich an sie denke. 

ich mag mein leben.

und mich.

 

ps: hat jemand das weiße ballett-lama gesehen? ich kann es nicht finden.

 

02.07.2012 um 10:57 Uhr

update

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

es ist schon erstaunlich, wie es manchmal genau die dinge sind, die einen zur ruhe und zu sich zurück bringen von denen man glaubte, sie stressen einen. heute: der regen. ich war kurz beim hautarzt meines vertrauens, behandlung besprechen. allerdings war ich ein wenig zu früh und musste zudem in der stadt noch kurz auf die bank. man ist ja leider noch nicht privatversichert und muss diese dämliche praxisgebühr bezahlen. wie dem auch sei. es regnet in strömen, der himmel ist grau und die wolken hängen tief, sehr tief. aber ich habe seit langem keinen schöneren moment mehr mit mir alleine gehabt, wie eben gerade, durch den regen laufend, nass werdend, jeden einzelnen tropfen auf meinem gesicht spürend. auf einmal war ich ruhig. fühlte mich an meine zeit in vancouver erinnert, die glücklichste zeit meines bisherigen lebens und sofort relativierte sich ein großteil der momentanen anspannung. einfach weg, ich ruhig und gelassen und wieder mit klarem kopf.

alles ist gut. alles der reihe nach. und vor allem: diese woche prioritäten setzen und auf das notwendige konzentrieren.

 

02.07.2012 um 07:36 Uhr

grenzwertig

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich bin gerade grenzwertig weich und durchlässig, und ich sollte aufpassen. zum ersten mal seit monaten habe ich das gefühl, dass ich acht geben sollte, auf das innen. bisher ging es mir sehr gut, ich habe eine entscheidung nach der anderen getroffen, mit der ich glücklich war, die mein leben bereichert hat, mich frei gemacht hat, ich habe gelebt, mein leben genossen, meine freunde, die situation und nicht zuletzt mich. das alles machte es leicht(er), auf das innen aufzupassen. vor allem die letzten fünf wochen waren UNBESCHREIBLICH intensiv und schön, da mir etwas begegnet ist, mit dem ich in dieser form niemals gerechnet hätte. ich habe ein geschenk bekommen und es angenommen, gelebt und geliebt.

heute merke ich zum ersten mal seit monaten, dass die andere seite meines innen aber eben auch noch existiert und ich auf sie aufpassen muss. hinzu kommt, dass ich mir gestern das ringfingerendglied an D4 links gebrochen habe, weil ich so dämlich war, eben jenen finger nicht schnell genug aus unserer zufallenden, massiven eingengstüre zu ziehen. batsch, aua, über zwei stunden chirurgische notaufnahmen, nagelkranzfraktur, schiene, ruhigstellen, für minimum drei wochen und heute oder morgen noch die handchirurgen draufgucken lassen. großes kino. ganz großes kino. damit sind vor allem meine trainingspläne für die nächsten mindestens zwei wochen über den haufen geworfen, und das fuchst mich am meisten. ich kann gar nicht sagen, wie sehr. das kommt eben auch noch dazu. dann obendrauf noch das wetter, grau, trüb, windig, eben spätherbstlich, eine volle woche, wo ich schon jetzt nicht mehr weiß, wo ich anfangen und anfhören soll, zeit, die mir davonrennt, lernberge, die nicht kleiner werden und zudem noch drei schichten in der klinik diese woche. na herzlichen glückwunsch. 

was ist der plan? langsam machen. ich bewege mich gerade an der grenze zur überforderung; damit es die grenze bleibt, sollte ich aufpassen. langsam machen. hingucken. und zwar genau. und vor allem: nicht anfangen, angst zu kriegen, dass ich es nicht in den griff kriege. diese sicherheit in mir habe ich mittlerweile, und das sollte ich mir vor augen halten. alles ist gut. es gibt keinen grund, grenzi, dir sorgen um dich zu machen. lass dich von den gefühlen der letzten wochen und monate tragen, denn die gehen nicht weg, nur weil du jetzt gerade ein wenig in den seilen hängst. diese gefühle bleiben, sind ein teil von dir. nutze sie in momenten wie diesem. und vertrau dir vor allem, du hast allen grund dazu.

 

29.06.2012 um 20:04 Uhr

in liebe

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

das gefühl, kontrollieren zu müssen, habe ich schon eine weile nicht mehr. ebenso wenig das gefühl von kontrollverlust. beides bedingt sich, denn wer nicht kontrolliert, kann die kontrolle auch nicht verlieren. nach und nach stellte sich ein unfassbares gefühl der vertrautheit und des vertrauens ein, und je mehr diese wuchsen, desto weniger wichtig wurde die kontrolle. die basis dieser gefühle, in einer bis dato nicht gekannten, ungeahnten intensität, war und ist eine kommunikation, die ihresgleichen sucht. sowohl bezüglich der häufigkeit, der länge als auch der intensität. maximale ehrlichkeit, offenheit und geradlinigkeit. jede ist zu jedem zeitpunkt darüber im klaren, was bei der anderen gerade passiert, wie es ihr geht, was sie fühlt. von anfang an, seit wochen. und irgendwann im rahmen dieser kommunikation stellte sich bei mir das gefühl ein, dass sie da ist. sie ist da und sie wird da bleiben, zeit spielt keine rolle. und im moment dieser erkenntsnis und des gefühls, das damit verbunden war, habe ich die kontrolle abgegeben und habe sie eingetauscht gegen vertrauen und innige liebe. und zwar vertrauen und liebe, die aus sich heraus existieren, gefühle, die ich habe und gebe, ohne dafür nehmen zu müssen, um sie am leben zu erhalten. auf der anderen seite bekomme ich genau das selbe zurück, uneingeschränktes vertrauen und liebe, in einer transparenz und intensität, wie ich sie bisher nicht kannte.

wir haben und leben die selbe intensität unserer gefühle. wir können stundenlang zusammen albern sein und lachen. die auf gegenseitigkeit beruhende anziehungskraft zwischen uns beiden könnte kaum größer sein. und zudem ergänzen wir uns perfekt mit unseren köpfen. 

dieses wochenende ist sie weg, die lady. ab vom schuß, ohne strom und ohne technik unterwegs in der 'wildnis'. das erste mal, seit wir uns kennengelernt haben, dass wir mehr als ein paar stunden keinen kontakt miteinander haben werden. und trotzdem ist sie da, bei mir, ich fühle ihre nähe und ich weiß, dass es ihr genauso geht wie mir. ich vermisse sie unsagbar.

 

15.06.2012 um 05:00 Uhr

weil es so schön ist

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

guten morgen allerseits. 

einen wundervollen start ins wochenende.

ruhig und gelassen.

sonnig.

und voller liebe...

 

14.06.2012 um 20:03 Uhr

ein...

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

...lächeln im gesicht der frau dr. grenzi.

und was für eins...

danke. 

 

12.06.2012 um 09:18 Uhr

entscheidungen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

 


 

hab ich eine beschissene angst vor dem, was da kommen mag.

absoluter kontrollverlust, und ich kann nichts tun...

 

09.06.2012 um 16:40 Uhr

ohne worte...

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

omg.

OMG.

O-M-F-G.

...was passiert hier eigentlich gerade, hm? was?

WAS?

wieviel davon muss ich verstehen?

mein leben schlägt gerade eine neue richtung ein. eine, die so niemals abzusehen war, völlig unerwartet, unerwarteter geht es nicht. wirklich nicht. aus heiterstem himmel, quasi aus dem nichts (...) heraus. 

...entschuldigt mich. ich muss jetzt erstmal meine beine epilieren gehen, sonst drehe ich durch :-)...

...


 

07.06.2012 um 14:36 Uhr

aus dem leben der frau dr. grenzi

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ich habe mich in den letzten tagen hier ja ein bisschen rar gemacht. das hatte so seine gründe.

der eine: eine frau. eine frau, die mir so dermaßen den kopf verdreht hat, dass ich jetzt rückwärts laufen muss, weil ich nicht mehr nach vorne gucken kann. den kopf verdreht eben, und zwar so richtig. und so renne ich seit tagen ununterbrochen pubertär kichernd, flirtend, wahlweise auch in heller aufregung bis leidend, durch mein leben, rückwärts, und weiß nicht, wie mir geschieht. so etwas erlebt man genau einmal im leben. wenn überhaupt. einfach ist das nicht, beileibe nicht, nein, aber es läuft. ich laufe, und sie auch. momentan ist sie weg, bis sonntag und ich sitze hier an meinem rechner und drücke minütlich f5 um zu gucken, ob sie geschrieben hat. wir werden sehen. und trotz aller emotionalität und aufregung spüre ich gerade eine ruhe und gelassenheit, die mich trägt, mich hält und mich mit festem blick nach vorne schauen lässt. 

der andere grund: die gestrige kombi-klausur in arbeits- und sozialmedizin, den wohl langweiligsten und normativsten fächern meines gesamten studiums. zwischen all den emotionalen aufwallungen der letzten tage habe ich es - zu meiner größten verwunderung - auch noch geschafft, diese klausur vorzubereiten. und das, mit einem bruchteil meiner sonstigen kapazität zu werke gegangen, so, dass ich nahezu die volle punktzahl gekreuzt habe. hm. vielleicht sollte ich das in zukunft immer so machen, *grübel*, dann steht meinem einser-staatsexamen ja nichts mehr im weg. die klausur begann um 14.03 uhr, 30 fragen, um 14.17 war ich fertig.

gearbeitet habe ich zwischendurch auch, habe meine patienten am sterben gehindert, wunden wie aus dem lehrbuch versorgt, medikationen überwacht, alles, was eben so dazugehört. und immer wieder stelle ich fest: ich liebe diesen job, kann mir nichts anderes vorstellen, will nichts anderes machen. das regelmäßige feedback braucht mein diesbezügliches, mittlerweile etabliertes, selbstbewusstsein zwar nicht notwendigerweise, aber es tut so gut.

und sonst? ich muss dringend zum friseur, habe schon wieder nur unkraut auf dem kpof. ich war zwar erst vor drei wochen, aber meine haare wachsen, seit sie wieder kurz sind, wie die pest. und da mein magen und meine haut mir die letzten wochen übel genommen haben, stehen auch haus- und hautarztbesuch auf dem plan. omeprazol und fucicort, dringendst benötigt; ich werde mir jeweils die klinikpackung verschreiben lassen. so geht das nämlich nicht.

heute habe ich frei. nein, ich habe nicht frei, ich habe mir freigenommen. feiertag ist eh, aber eigentlich war lernen geplant, die vorbereitung des notfallmedizin-blockseminars in zweieinhalb wochen. aber es geht nicht, keine chance heute. ausgeschlafen, kaffee getrunken und die ZEIT gelesen, banales erledigt, sprich wäsche gewaschen und ein bisschen rumgewurstelt. nebenbei läuft die musikalische entdeckung der woche, die rascal flatts, großartige band, geile musik.

und unter all dem kann nur folgendes fazit stehen: ich genieße mich und mein leben, und mein leben genießt mich.