grenzwandel

11.02.2012 um 08:55 Uhr

frust allenorten

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich war schon lange nicht mehr so frustriert wie momentan. semesterendstudienfrust. nach wochenlangem lernen, einer anstrengenden klausurenwoche, einer woche blockpraktikum krieche ich auf dem zahnfleisch und es ist kein ende in sicht. es folgen eine weitere woche blockpraktikum mit abschlußklausur am freitag, und dann noch zwei weitere tage block nach fasching, mit praktischer- und schriftlicher abschlußprüfung.

ich lerne und lerne und lerne und habe nicht das gefühl, mein wissen würde mehr. ganz im gegenteil. auf einen punkt hin, die klausuren, habe ich alles parat, bestehe auch alles, aber danach bröselt alles im eiltempo wieder aus meinem überladenen hirn heraus. und das soll sinn der sache sein? kann ich mir nicht vorstellen. mir macht dieses studium so viel spaß, und gleichzeitig hab ich noch nie etwas frustrierenderes gemacht. die diss dagegen war ein strandspaziergang. ich konnte frei wählen, wann, was und wie, und ich habe definitiv etwas dabei gelernt. wissen, das bis heute vorhanden ist. und hier? ich pauke und pauke und pauke, nur um zwei wochen nach der klausur feststellen zu müssen, dass ein großteil schon wieder weg ist. und daran wird sich nichts ändern, ganz im gegenteil. die großen fächer haben ja gerade erst angefangen. chirurgie, innere, pathologie, pharma. das ganze system geht mir auf die nerven. immer nur noch mehr, und hier noch eine klausur, da noch ein blockpraktikum, und noch ein referat, eine abschlußarbeit mehr. das einzige, was helfen würde, wäre zeit, sich mit dem ganzen stoff zu befassen. in ruhe zu lernen, mit dem wissen arbeiten, es zu verinnerlichen. aber doch nicht so. nicht unter diesem permanenten druck, nicht diese massen in derart kurzer zeit. doch nicht so. das einzige, was ich will, ist eine gute ärztin werden. ich glaube, ich war von diesem ziel noch nie weiter entfernt als jetzt.

ich bin so unzufrieden mit mir. ich komme auf keinen grünen zweig. ich esse nur ungesunden mist, aus zeit- und lustmangel bzgl. des kochens. ich war seit wochen nicht mehr beim sport, aus zeitmangel, von den folgen gar nicht zu sprechen. ich habe so gut wie keine zeit mehr für mich, und wenn doch, dann bin ich so müde dass ich ins bett falle und stundenlang schlafe, zu jeder tages- und nachtzeit. einen nachmittag frei? erst mal hinlegen, und in der regel wache ich zweieinhalb stunden später wieder auf und der nachmittag ist rum. meine finanzen sind eine katastrophe, das kommt noch hinzu.

und am schlimmsten finde ich mein derzeit permanentes hadern damit, dass es nichts gibt, was ich extrem gut kann, sondern nur viele dinge, die ich gut kann. ich kenne kaum jemanden, der nicht irgendetwas richtig richtig gut kann, das immer weiter perfektioniert, dafür brennt, es zu seinem beruflichen oder privaten lebensinhalt gemacht hat und daran feilt und poliert, nur um immer noch perfekter zu werden. ich habe nichts dergleichen. ich kann eine ganze menge dinge passabel, manche gut. aber es gibt nichts in meinem leben, das ich extrem gut kann, nichts, wofür ich lebe weil ich immer nur noch besser werden will. ich weiß nicht, warum das so ist. wenn man etwas sehr sehr gut können will, muss man dran bleiben, kritik einstecken und fehler machen, aus denen man lernen kann. vielleicht habe ich das aus angst, eben jene fehler zu machen, an denen ich dann gemessen, bewertet werde, eben nicht getan, bin nicht dran geblieben, aus angst vor kritik. und vielleicht habe ich damit nie die grenze zum richtig gut werden überschritten, vielleicht liegt es daran. ich muss zugeben, das beschäftigt mich momentan sehr, und es belastet mich. ich habe noch keinen ansatz, keinen weg gefunden, es zu akzeptieren und gut zu finden. universaldilettantin statt fachidiot, so könnte man es wohl nennen. wenn es vorteile hat, dann sehe ich sie nicht. 

30.09.2011 um 09:40 Uhr

sortierungen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

seit gestern tobt ein sturm der entrüstung/des entsetzens in meinem postfach. nicht die blümchenwiese betreffend, sondern die tatsache, dass ich überlegt habe, zu gehen. ich habe ganz offensichtlich noch einige leser, auch wenn ich schon lange nicht mehr wirklich regelmäßig geschrieben habe. 

der blog hat mich lange begleitet. in meiner endphase der promotion, als es mir nicht gut ging, zu beginn meines medizinstudiums. irgendwann fehlte mir die zeit, schließlich die lust, zu schreiben. zwischen all den büchern, dem lernen, zum ende meiner therapie hin, verschwand mehr und mehr meine verbale kreativität. und die lust dazu, ihr nachzuspüren. ende 2009 therapieende - eine schwierige zeit - dann 2010 dieser furchbare unfall, seit dem nichts mehr ist, wie es war, immer nur lernen und nebenbei gucken, dass ich auf den beinen bleibe und nicht einknicke. kein leichtes unterfangen, aber es ist mir, bis auf eine ausnahme weitgehend gelungen. und ich bin stolz drauf. ich habe mehr kraft, als ich mir selber zutraue. 

jetzt habe ich das erste staatsexamen in der tasche, es geht in den klinischen abschnitt. die vorklinik - mein studium der allgemeinen naturwissenschaften - ist endlich zu ende, ab jetzt studiere ich medizin. die letzten wochen und monate waren anstrengend, ich habe fast fünf monate gelernt. für zwei tage schriftliche prüfung mit je vier stunden und eine vierstündige mündliche prüfung. ich hätte mir mehr erhofft, notentechnisch - nein, mehr von mir erwartet, wenn ich ganz ehrlich sein soll, und ich bin enttäuscht über das endergebnis, auch wenn das nie wieder jemanden interessieren wird. aber es fühlt sich an wie eine niederlage, wie ein versagen. ich bin meinen erwartungen nicht gerecht geworden. ich hasse es, in prüfungen gehen zu müssen wenn ich nicht das gefühl habe, perfekt vorbereitet zu sein. ich hasse es, es stresst mich und macht mir unglaubliche angst. fakt ist aber auch, dass medizin ein fach ist, bei dem das schlicht und einfach nicht geht, auf jede prüfung perfekt vorbereitet zu sein. die schiere masse des lernstoffs macht es unmöglich. mir zumindest. und auch einem meiner freunde, ein absoluter überflieger, der nebenher auch noch biologie studiert, selbst der muss mut zur lücke beweisen. ich könnte also beruhigt sein. zudem habe ich bereits ein abgeschlossenens studium inklusive promotion, könnte die sache also gelassen angehen. könnte. hätte. wollte. dürfte. aber meines ist das nicht. gar nicht. mut zur lücke. lücken machen mir angst, lücken bedeuten leere. nichtwissen. unzulänglichkeit. versagen. und versagen bedeutet wertlosigkeit. ich bin. leistung. und wenn die leistung unzureichend ist, kommt das einer entwertung meiner gleich. ich weiß. ich weiß. auch jenseits aller leistung bin ich ein mensch. ein liebenswerter. sagt mein kopf. mein gefühl sagt so oft was anderes. aber ich arbeite daran. und ich habe fortschritte gemacht. und werde weitere machen.

und jetzt sitze ich hier, habe seit zwei wochen semesterferien, am 10.10. geht es weiter, und irgendwie habe ich das gefühl, ein bisschen sortieren zu müssen. mein inneres und mein äußeres. ich fange mit außen an, die reihenfole sei nicht repräsentativ.

- ich habe alle, aber wirklich alle unterlagen und aufschriebe der vorklinik in die tonne gehauen, nachdem ich zuvor ein bild von ihnen gemacht hatte. das hat so gut getan. jetzt ist wieder platz im regal, platz für neues. endlich, für neues. ich will voran kommen, neuen stoff, neue herausforderungen für mein hirn. es stehen pharma, toxikologie, virologie, mikrobiologie, pathologie, chirurgie und notfallmedizin auf dem stundenplan für das kommende semester.

- auch den rest meiner bude habe ich - mal wieder - ausgemistet. eigentlich hatte ich erwartet, dass kaum was zum ausmisten da sei, nachdem ich letztes jahr im rahmen des umzugs so dermaßen rigoros alles weggeschmissen hatte. aber dem war nicht so. zwei wäschekörbe voller zeugs hab ich weggetragen, und mein kleiderschrank fehlt noch. und ich habe immer noch das bedürfnis, sachen wegzuschmeißen. was auch immer mir in die finger kommt, dessen kurz-, mittel- und langfristiger nutzen sich mir nicht unmittelbar erschließt, fliegt raus. ohne darüber nachzudenken. ich bin sowas wie das gegenteil eines messies, irgendwie. ich habe das bedürfnis, mein habe auf das notwendigste zu reduzieren. es gibt nur noch weniges, was mir wirklich wichtig ist. meine bücher, sowohl die zum lesen, als auch die zum lernen. meine malsachen, auch wenn ich kaum zeit habe, mich mit ihnen zu beschäftigen. meine steine. meine musik. und mein computer. 

- computer. ich mache jetzt schon seit monaten an einer alternative zur jetztigen situation rum. pc mit musik drauf weil zu viel zum einfach mal überspielen, laptop als arbeits- und internetgerät mit zu wenig speicher für all die musik und boxen, die zu meiner anlage gehören, von denen aber seit jahren nur noch eine funktioniert, respektive existiert. momentan habe ich zeit, mich um die lösung des problems zu kümmern, was mich reichlich nerven kostet. letztendlich bin ich bei der einzigen alternative angekommen, die all die funktionalität in einem gerät vereint, die ich brauche. das macbook pro. zumal ich schon lange auf apple umsteigen will. das windows-geknatsche nervt mich zu tode. wie dem auch sei. jetzt muss ich mich nur noch dazu überwinden, so dermaßen viel geld von meinem konto abzuheben. ich werde es wohl irgendwann in den nächsten tagen tun.

- sport. in den letzten wochen vor den prüfungen ging gar nichts. obwohl ich vorher so lange regelmäßigst, drei mal die woche im fit war. und ich habe es geliebt. es hat mir gutgetan, und mein körper wurde langsam wieder zu dem, den ich von früher kenne. fit, trainiert, schmerzfrei. ausgeglichen. dann war von heute auf morgen schluß (ich idiot, idiot, idiot) und wenn ich jetzt wieder anfange zu gehen, fange ich grad wieder bei null an. ich idiot. aber ich will. ich will so unbedingt, fühle mich so unwohl derzeit und kann mich kaum selber angucken. ich hasse spiegel. es gibt auch in unserer wohnung keinen einzigen ganzkörperspiegel. und momentan ist das noch schlimmer als sonst. nunja. leider ist mein körper momentan noch dermaßen angeschlagen, dass es harakiri wäre, zum sport zu gehen. und der innere schweinehund bellt für meinen geschmack auch noch ein bisschen zu laut. ich hasse dieses tier.

- menschen. ich will einfach regelmäßig (in maßen) unter menschen sein. also nicht im hörsaal, sondern unter meinen ausgewählten freunden (und deren freunden). seit ich hier mit meinem lieblings-zahnkommilitonen zusammenwohne, ist das allerdings schon deutlich besser geworden. der mensch ist einfach dermaßen gesellig, da hab ich mir ein kleines scheibchen abgeschnitten. nur ein kleines, aber immerhin. meine tendenz, mich zu verkriechen, vor allem wenn es mir nicht gut geht, wird weniger. und das tut gut. ich habe eine handvoll, oder naja, eigentlich eher drei finger voll, menschen hier in meinem direktesten umfeld, also freunde (bezeichnenderweie alles männer). und mister r. natürlich, aber der ist ja, also naja, mein freund, nicht ein freund. nundenn. aber zu den freunden: mit dem einen wohne ich zusammen, mit dem zweiten bin ich seit anbeginn unseres studiums befreundet und mit dem dritten wird das gerade zu einer schönen freundschaft. ein zahni, ein humani und ein moli. coole combo. was mir fehlt sind nicht-mediziner. ich hab zwar bekannte hier vor ort, die nicht-mediziner sind, aber da ist keine regelmäßigkeit drin. und die einzige frau (und nicht-medizinerin), ich ich als meine freundin bezeichne, sitzt 400 km weit weg. was wollte ich jetzt eigentlich sagen? jetzt bin ich vom roten faden abgekommen. ... freunde. zusammensein. gesellschaft. wie dem auch sei. mir scheint, dieses thema ist noch nicht durch. sonst wär ich jetzt nicht so verwirrt. ich werde es nochmal aufgreifen.

und jetzt geht mir die puste aus. mitten drin. demnach: es wird an dieser stelle weitergehen. vielleicht ein anzeichen dafür, dass ich diesen blog doch nicht einfach so werde aufgeben können. wollen. wie dem auch sei.

t.b.c.

29.09.2011 um 09:12 Uhr

überlegungen am morgen

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

irgendwie habe ich keine lust mehr auf diesen blog. und blogigo kommt mir vor wie eine heile blümchenwiese. fernab jedweder (digitalen) realität. ich glaube, es ist an der zeit, sich etwas passenderes zu suchen.

27.04.2011 um 10:56 Uhr

am rande bemerkt

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich bin gerade ganz zufrieden mit meinem leben. einigermaßen ruhig und ausgeglichen, das lernen klappt besser als erwartet und mit mister r. und den jungs läuft alles wie am schnürchen. wir haben eine schöne zeit, genießen das heute und das miteinander, zu zweit, zu dritt und zu viert und freuen uns an der aussicht auf morgen. ganz einfach, ohne schlenker und schnörkel, eingespielt und vertraut. jeder für sich und alle miteinander.

die therapie habe ich ausgesetzt. ich habe momentan keine lust, alles zu zerdenken, ich will leben, mit allen aufs und abs. wenn es abwärts geht, vertraue ich darauf, dass das auch wieder aufhört, dass es vielleicht schon am nächsten tag wieder nach oben geht. normale schwankungen, normale amplituden und frequenz. alles gut.

11.02.2011 um 10:10 Uhr

upcoming events

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es gibt bis anfang april noch ein paar wichtige dinge zu erledigen, dann darf es von mir aus ruhiger werden:

11.1.: anatomieklausur bestanden und abgehakt

4.2.: biochemiklausur 22 von 25 gekreuzt: bestanden und abgehakt

10.2.: biochemie mündlich bestandeeeeeeeeeeeeeeen!!!!!!!!!!! (update s.u.)

15.3.: M1 schriftlich teil 1

16.3. M1 schriftlich teil 2

ca. eine woche später M1 mündlich.

und danach hoffentlich: 1. staatsexamen medizin bestanden...

 

die vorbereitungen für den anstehenden termin laufen auf hochtouren. aber nach einer gewissen priorisierung der inhalte klappt das ziemlich gut.

ansonsten: alles so weilt ok. außer, dass ich r. unsagbar vermisse, und die zwerge mal wieder krank sind. 

guten morgen welt.

 

update 5.3.

alles beim alten. dass die klausur gestern so gut geklappt hat, hat mich motiviert. mit dieser vorlage wird nun zumindest die ergänzende mündliche prüfung kein spießrutenlauf mehr.

r war gestern hier und schon wieder vermisse ich ihn. aber das ist gut so. gerade kam eine mail in der stand, dass es ihm - und den jungs - genauso geht.

der herr kollege ist über das wochenende entschwunden, was blöd ist, weil es in dieser wohnung ohne ihn eben doof ist. keiner da, den ich aufziehen kann.

 

update 10.2.

so, jetzt isses amtlich. ich bin scheinfrei, zum physikum zugelassen und alles wird gut. ich bin zwar völlig am ende, augelutscht und kopfleer, aber zumindest habe ich die hürden aus dem weg geräumt, mit eigener kraft. mit verdammt viel kraft, um genau zu sein. jetzt werde ich bis einschließlich sonntag nichts tun - höchstens meine erkältung auskurieren - und ab montag kanns dann wiederlosgehen. aber das ist noch lange hin...

 

 

02.02.2011 um 06:42 Uhr

abwechslung gesucht

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

ein bisschen mehr abwechslung würde mir und meinem leben gut tun.

aufstehen, essen, lernen, vorlesung, essen, lernen, essen, duschen, schlafen und wieder von vorne. 

seit vier monaten.

noch zwei monate.

 

12.01.2011 um 22:16 Uhr

this & that

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich habe derzeit eine erstaunliche ruhe und gelassenheit an mir. und ich genieße es.

r. spricht mittlerweile als seine neue partnerin von mir (der satz klingt in meinen ohren grammatikalisch falsch. wo sind die anwesenden sprachwissenschaftler/innen?)

das lernen auf anatomie hat sich gelohnt, auch wenn es mühsam war. 26 von 30.

ich genieße unsere wg-zwischenmenschlichkeit in den lernpausen. es ist schön, nicht alleine zu wohnen.

ich freue mich auf dieses jahr.

 

01.01.2011 um 21:10 Uhr

2011

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

das einzige, was ich will, ist ein jahr 2011, das emotional weniger aufwühlend bis auslaugend ist als das vergangene.

01.12.2010 um 07:44 Uhr

rätselhaft

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich weiß nicht, was sich der liebe gott dabei gedacht hat, mir auf diese weise die chance meines lebens zu geben. vielleicht ist eine solche damit verbunden, dass sie einem anderen genommen wird, die lebenschance, im wahrsten sinne des wortes.

fest steht: ich kann nichts dafür. und ich werde sie nutzen.

03.10.2010 um 19:44 Uhr

so ist das

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

in den 1980ern gab es diese fernsehserie. ich heirate eine familie hieß die. ich habe sie - obwohl noch relativ jung (also ich, nicht die serie) - mit begeisterung angeschaut. derzeit geht es mir ähnlich. wenn ich bei mister r. klingele - wie gestern und heute zum frühstück - kreischen zwei kleine zwerge vor freude um die wette und schwupps, noch bevor ich den herrn des hauses auch nur begrüßt habe, bin ich in beschlag genommen. und ich staune und staune und staune. über einen zweieinhalbjährigen, der sich alleine sein müsli anrührt und sein marmeladenbrot schmiert und über einen sechsjährigen, der mir die unterschiede in der herstellung von erdbeer- und himbeermarmelade erklärt und über beide, die nach dem frühstück per bubenexpress dem herrn papa den tisch abräumen helfen und anschließend ohne aufgefordert zu werden, zähneputzen gehen. ich hab dem kleineren zwerg der beiden gestern abend seine erste eigene cd gebrannt, nach ausführlicher recherche nach kinderliedern im netz. die geilste cd, die ich je gebrannt habe; ich hab sie selber den ganzen abend gehört :-). wir legten sie also ein und keine minute später tanzen die zwerge durchs wohnzimmer zu itsy bitsy spider, you are my sunshine und vor allem zum ententanz. der herr papa nutze die gelegenheit, ein bisschen arbeiten zu gehen und kam nach einer stunde ententanz nonstop und um den tisch toben aus dem büro herunter um mir (grinsend und) grimassenschneidend mitzuteilen, dass er es mir nicht so schnell verzeihen werde, dass ich dieses lied angeschleppt habe (zu toppen nur durch das allseits beliebte macarena...). anschließend haben wir holz für den kamin im hof gehackt und geholt, unsere schuhe mit bobbycar fahren malträtiert, eine wasserbahn im leicht abschüssigen garten gebaut, einem regenwurm beim wurmen zugeschaut, anschließend den dreck weggekehrt und dann gabs essen. bubenspitzle mit apfelmus oder wahlweise für den knirps mit blumenkohl und weißer soße. das waren zwei der schönsten wochenendmorgende, die ich seit langem verbracht habe...

mein nachmittag war weitaus weniger spannend, ich habe ihn mit aminosäuren, proteinen und enzymen verbracht. so richtig will mein kopf noch nicht wieder, aber ich gewöhne ihn langsam an die lernerei und mache mir keinen stress dabei. eine woche habe ich noch schonfrist, dann geht das elend...ähhh, das semester wieder los. lernen aufs physikum steht an, aber ich bin gut dabei und ich freue mich darauf.

01.10.2010 um 18:50 Uhr

freud & leid

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich habe mein eigenes leben und bin nicht verantwortlich für den mist, den meine familie bisweilen baut. regelt euren scheiß alleine. ich habe nichts damit zu tun.

wann immer mich die gedanken an diese situation überfallen, zücke ich einfach die rote karte.

ich will, muss und werde auf mich aufpassen. hier die rosa elefanten, dort die roten, und schön ein zaun dazwischen. euers. nicht meins. auch wenn es mich traurig macht und mir weh tut.

hamburg war super. ich habe eine menge gelernt und meinen spaß am batches schreiben und an matlab entdeckt.

ich habe eine handvoll wichtiger leute in meinem leben.

arschloch. und dumme schnepfe.

fuck you.

ansonsten ist alles ok. mit dem herrn r. läuft es gut, am sonntag werde ich ihn wiedersehen.

ich freue mich total auf den weihnachtsmarkt. absurd, anfang oktober, ist aber so.

24.09.2010 um 21:14 Uhr

isch abe fertig

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

eins, zwei, drei, letzter tag: vorbei. seit heute fertig mit dem praktikum in der psychiatrie. ich war schon den ganzen morgen stehend k.o. und habe erstmal vier stunden geschlafen, als ich nach hause kam. ich kann es noch gar nicht glauben, zwei monate rum, einfach so. es war eine schöne zeit und ich war jeden tag gerne da. aber jetzt ist auch gut. ich habe einen haufen anderer dinge zu tun. als nächstes steht eine fortbildung am neurozentrum in hamburg an. dann werde ich noch ein paar gemütliche tage bei meinen eltern verbringen und danach so ganz langsam anfangen, zu lernen. jetzt hatte mein kopf zwei monate pause, das sollte genügen. ich hab lust, zu lernen, und das ist das beste zeichen. zudem geht es mir wieder deutlich besser, ich werde also eine ganze menge tun können, mich um diss nr. 2 kümmern, lesen, sport machen, lernen und vielleicht endlich mal wieder ein bisschen mein leben genießen. ich glaube, ich habe es verdient.

mit dem herrn r. läuft es gut. wann immer wir können, verbringen wir zeit miteinander, quatschen, kaffee trinken und eis essen gehen, ..., einfach zusammen sein. so ganz ganz langsam merke ich, wie sehr mir dieser mensch in den letzten vielen jahren im alltag gefehlt hat. jetzt ist er wieder da. und ich bin glücklich. nach weihnachten und über silvester gehts nach österreich, mit den kids, ski- und schlitten fahren, schneemänner bauen, urlaub machen. unglaublich. aber wahr.

und jetzt muss ich noch wäsche aus dem keller holen und dann gehe ich ins bett. dringend. schlafen.

23.08.2010 um 20:14 Uhr

state

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

mein leben beginnt, sich auf dem kopf stehend einzurichten. ich pendle zwar zur abwechslung wieder mehr als sonst zwischen den extremen, aber ich habe es im griff; ich habituiere. und es geht mir gut.

wir haben viel kontakt, engen und innigen, als auch alltäglichen. es ist schön. ruhig, langsam, echt. ich habe immer noch diese momente, in denen ich es nicht glauben kann. wenn ich dann aber mit den beiden kleinen fegern durchs haus tobe, ist die realität mehr als wirklich. wirklich schön. schön wirklich.

ansonsten friste ich mein dasein momentan auf der geschlossenen akutstation der hiesigen psychiatrie (als praktikantin) und an einem drei-tesla magnetresonanztomographen (als doktorandin (again...)) im rahmen einer groß angelegten psychotherapiestudie....und ich finde es bedenklich, wie gut es mir in der psychiatrie gefällt...nunja. so ist das.

...und ich muss feststellen, ich habe das bloggen verlernt. es fühlt sich komisch an...

30.06.2010 um 22:37 Uhr

this and that

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es ist so viel los momentan, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. am besten lasse ich es für heute, denn sonst sitze ich in zwei stunden hier noch schreibenderweise. obwohl es mit gut tun würde, meine gedanken etwas zu sortieren. insgesamt geht es mir soweit gut, mal davon abgesehen, dass ich ca. 12-14 stunden am tag mit uni und lernen beschäftigt bin. in 22 tagen ist das semester schon wieder rum, dann hab ich endlich endlich wieder etwas mehr zeit für mein inneres und äußeres. ich sehe aus wie durch den kakao gezogen, wie gegessen und wieder ausgespuckt, habe streßbedingt so an die 10 kilo abgenommen, von meinem hautbild ganz zu schweigen. aber das ist so nebensächlich derzeit.

ich bin gespannt, wie es in den nächsten wochen und monaten weitergehen wird. mein leben steht auf dem kopf, immer noch, und das wird wahrscheinlich auch noch lange so bleiben. um es physiologisch zu sagen: momentan bin ich ein sehr langsam adaptierender rezeptor. das passt :-).

gute nacht welt.

21.06.2010 um 08:29 Uhr

state

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

mein leben steht auf dem kopf. noch vor 5 wochen hätte ich niemandem geglaubt, der mir vorausgesagt hätte, dass er wieder da sein wird. für mich, bei mir. die geschehnisse, die zu all dem geführt haben, sind grauenhaft. aber ich kann es nicht ändern. ich habe sie nicht totgefahren.

wir haben uns. wieder. er braucht mich, denn es geht ihm beschissen. und ich bin da. bei mir, ruhig und gelassen, und da. für ihn. für mich. für uns. ich genieße seine nähe, die vertrautheit aus 12 jahren, die offenen gespräche, seine emotionalität, die mir so noch nie begegnet ist. es ist nichts geplant, ausgemacht, ausgesprochen. aber es gibt sie, die richtung, in die es tendiert. und ich habe alle zeit und ruhe der welt. zum ersten mal habe ich das gefühl, ihm (emotional) auf augenhöhe zu begegnen, in mir selber stabil zu sein und die kapazität zu haben, das auch zu bleiben. ich war noch nie so sehr bei mir, habe mich noch nie so reif und erwachsen und mir meiner verantwortung bewusst gefühlt, wie derzeit. ich staune über mich selbst, und genieße es.

29.05.2010 um 17:48 Uhr

immer weiter

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

ich wabere so vor mich hin. es geht mir zwar langsam besser, aber die schwankungen sind immer noch da, werden wohl noch eine weile bleiben. die trauerfeier am mittwoch war furchtbar, aber ich war da, und das war für mich so unglaublich wichtig. einerseits auf meine art abschied nehmen und mir nochmal bewusst machen, sehen, was passiert ist. andererseits musste ich ihn sehen. und ich habe ihn gesehen und wusste sofort, dass er es schaffen wird. er wird es schaffen, sein leben und das der kinder neu zu sortieren, zu organisieren, das beste daraus zu machen. er wird die kraft haben, das weiß ich seit mittwoch. er hat keine einzige träne vergossen; sah unglaublich fertig, mitgenommen und müde aus, bisweilen auch verständnislos, aber er hat keine träne geweint. war mit den kids beschäftigt, auf der trauerfeier für seine frau, die nun nicht mehr da ist.

er sucht intensiven kontakt zu mir, per mail, per telefon und persönlich. will reden, gehalten werden, braucht eine schulter zum anlehnen. ich habe ihm meine angeboten, und er nimmt sie in anspruch.

das wichtigste für mich ist  jetzt erstmal, mich von allen aufkeimenden hoffnungen - so furchtbar das klingt - freizumachen. ich werde für ihn da sein, aber ich werde dabei bei mir, im hier und im jetzt bleiben und ich will und werde versuchen, keinerlei erwartungen und hoffnungen daran zu knüpfen. das ist das allerwichtigste, sonst ist die nächste katastrophe vorprogrammiert. bei mir bleiben, meinen weg weitergehen, mein ding machen. ruhig und gelassen bei mir bleiben und auf mich zukommen lassen, was auch immer da kommen mag. und das ist das schwerste, die unsicherheit. sie macht mir angst, überfordert mich, reißt mir immer wieder den boden unter den füßen weg, den ich mir dann mühsam wieder zurechtzimmern muss. aber es geht. weil ich es will. und muss. für mich. für mich alleine, nur für mich. 

gestern habe ich es mit viel kraft geschafft, eine ganze menge zu lernen, obwohl es mir relativ schwerfällt. meine konzentration ist fast gleich null. nebenher läuft noch der umzug, ich sitze quasi auf gepackten kisten, morgen kommen meine eltern zum streichen. auch wenn mich die organisiererei viel kraft kostet, wie momentan eigentlich alles, sie lenkt mich ab und macht mir spaß. vorgestern habe ich fast den ganzen nachmittag im baumarkt verbracht, ihn weitgehend leergekauft, ein vermögen liegenlassen. dafür bin ich jetzt im besitz einer menge schöner und wahnsinnig nützlicher dinge. zum beispiel eine rote bananenpflanze. oder softunterlegscheiben für möbel auf laminat. hundeelend teure, aber geniale wandfarbe. inbus-schlüssel größe 4 und 5, tesa powerstripes (ich liebe diese dinger), putzzeug noch und nöcher, very sophisticated stuff, etc. pp. und heute war ich gleich nochmal da, weil ich natürlich die hälfte der wirklich wichtigen dinge vergessen hatte. umzugskartons zum beispiel, plane zum möbel abdecken, holzlasur. frauen und baumarkt, ich sags ja.

jetzt habe ich ca. zwei drittel meines hab und guts eingepackt und nun kommt der schrank dran. ölen, bretter bekleben, damit sie sich in zukunft besser abwischen lassen, bad putzen. so wurschtel ich also vor mich hin, während die zeit an mir vorbeizieht und die grausame realität ihren weiteren lauf nimmt.

19.05.2010 um 20:06 Uhr

freud & leid.

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

freud und leid liegen manchmal so unglaublich nah beieinander. heute erreichte mich die nachricht vom unfalltod eines menschen, der selber mir zwar nicht besonders nahe stand, ihr mann jedoch umso mehr...

und gleichzeitig ist jetzt so gut wie in trockenen tüchern, dass ich ab ende juni doktorandin in einem unglaublich interessanten und wissenschaftlich anspruchsvollen projekt in der neuropsychiatrie sein werde...

22.03.2010 um 18:33 Uhr

geschafft.

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

muss ich mir sorgen machen? bei mir laufen seit heute mittag vier songs in der endlosschleife, ununterbrochen...

ich habe es im übrigen tatsächlich geschafft, die angedachten veränderungen auf den weg zu bringen: ich habe die fahrradsaison eröffnet! und morgen gehts mit dem bergesel in die klinik, jawoll. 

 

22.03.2010 um 08:19 Uhr

good morning

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

 

es geht mir so gut wie lange nicht. nach der erkenntnis, was der einbruch letzte woche zu bedeuten hatte, und den schuppen, die mir von den augen fielen, sehe ich so klar und fühle wie eben schon lange nicht mehr. ich ruhe in mir, bin ruhig und gelassen, vollständig und ausgeglichen. und ich habe lust, ab heute ein paar kleine große dinge zu verändern. ich finde, das ist heute ein perfekter tag dafür. die sonne scheint, es soll warm werden, ich habe gut geschlafen und ein paar dinge zu erledigen, die ich perfekt mit meinen angedachten veränderungen verbinden kann. sehr schön.

ab morgen dann wieder intensivstation, noch sechs mal insgesamt, zwei früh-, ein spätdienst und drei nachtschichten, und dann war es das für dieses mal. mein gott verging die zeit schnell. und ich habe, nebst intensivbezogenem inhaltlichem und organisatorischem eine große menge über mich selber gelernt. unbezahlbar. un-be-zahl-bar.

guten morgen welt.

 

29.12.2009 um 12:07 Uhr

grinsekatze

von: grenzgaenger   Kategorie: blick nach vorne

es regnet. und ich sitze grinsend an meinem schreibtisch und könnte die wände hochgehen. seit vorhin hat sich nichts geändert, außer, dass meine gedanken sich mittlerweile weigern, aus f. zurückzukehren. am liebsten würde ich den körper hinterherschicken. ich bin ganz kurz davor, mir ein zugticket zu kaufen und die frau dr. des. traumfrau zu überraschen. bei der arbeit. ...