grenzwandel

09.03.2010 um 18:50 Uhr

intensiv

was man auf einer anästhesiologischen intensiv so erlebt, sucht bisweilen seinesgleichen. das highlight des heutigen tages: der 170kg-patient, der schimmel an den beinen hatte, als er bei uns aufschlug und heute nacht sage und schreibe 7 stunden gewaschen und desinfiziert werden musste, der einen hodensack so groß wie ein fußball zwischen den beinen baumeln hat - obwohl, von baumeln kann da nicht mehr wirklich die rede sein - pneumogene sepsis, verdacht auf schweinegrippe, respiratorisch unter aller sau, das herz fast so groß wie die linke lunge (ergo: linke lunge hat die grätsche gemacht), dekus 3. grades am allerwertesten und dessen kreislauf so stabil ist wie ein turm aus bauklötzen bei windstärke 10. eine medizinische, olfaktorische und ästhetische herausforderung, der gute. dagegen ist der 95-jährige oberschenkelhals im durchgangssyndrom eine erholung. hallelujah. ein haufen verrückter mit triefendst schwarzem humor, sarkasten deluxe, der diese station am laufen hält, sowohl ärzte als auch pflegeperonal. und ich mitten drin. großartig. und ich fühle mich sauwohl, soviel ist sicher.