grenzwandel

05.06.2013 um 18:27 Uhr

schneckenwetter

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.   Stichwörter: 100km

 

texas-pass

 

 hausberg

 

26.05.2013 um 12:29 Uhr

motorraderkenntnisse (1)

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.

 

motorrad fahren beginnt im kopf und nicht erst dann, wenn man auf der maschine sitzt und gas gibt.


26.05.2013 um 09:34 Uhr

fahrt eins mit nachbar m.

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.   Stichwörter: 135km

wie am tag zuvor: dunkle wolken am himmel und immer wieder regentropfen. nichts desto trotz kam gegen 11 uhr eine mutige sms vom nachbarn m., der sich genau einen tag länger im besitz des moppedführerscheins befindet als ich, sein besuch gehe gegen 12, ob wir fahren gehen wollen. blick gen himmel, erster gedanke: na der hat ja nerven. schwarze wolken ringsherum. aber so schnell lass ich mich ja nicht unterkriegen, hechtsprung an den rechner, sämtliche brauchbare wetterstations-, -karten und -satellitenseiten geöffnet, ein prüfender blick...ok, ich brauchte einen zweiten und einen dritten und dann war klar: auch heute würde es wie am vortag funktionieren, wir müssen nur nach west-nord-west raus, schon 25 km außerhalb der stadt sah die situation völlig anders aus.

gesagt. getan. vorher noch tanken, reifen checken und dann - zugegeben, bei strömendem regen - raus aus der stadt. 8 km weiter war es trocken und nach 11 km schien die sonne.

der eintrag ist an dieser stelle nicht zuende...fortsetzung folgt. man möge diese halbfertigkeit entschuldigen. 

24.05.2013 um 23:32 Uhr

zwischenhoch

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.   Stichwörter: 120km

 

den ganzen tag schon war ich mehr oder weniger ziellos durch die gegend, also sprich wohnung, geirrt, hatte erneut nichts produktives auf die reihe bekommen (aber mal ganz ehrlich: ich hab unifrei und urlaub, warum hätte ich etwas getan haben sollen?) den blick ebenso mehr oder weniger ständig gen himmel gerichtet. es war zwar trocken, aber die dunklen wolken waren all überall und ich konnte mich nicht entschließen, mich alleine mit der baby-schnecke auf und davon zu machen. ein umstand, der sich nach und nach in einer suchtcharakter ähnlichen unruhe niederschlug. aber ich hatte mit dem erfahrenen biker ausgemacht, am frühen nachmittag mal zu kontakten, die lage zu checken und dann bei gemeinsam gegebenem grünem licht gemeinsam gummi auf der straße zu lassen.

so gegen halb zwei begann ich dann generalstabsmäßig mit einer etwas genaueren wetteranalyse, zog den herrn kachelmann und verschiedene andere wetterkarten und satellitenbilder zu rate und siehe da, mit ein bisschen ahnung von der ganzen sache wurde schnell klar: nach durchzug einer kaltfront näherte sich, bei mittlerer windrichtung aus nordost, mit schnellen schritten das obligatorische zwischenhoch. die wolken würden zwar am schwarzwald hängenbleiben und dort eventuell noch ein bisschen mehr regen bringen, aber richtung süden/südwesten würde der sonne für ein paar stunden nichts im wege stehen. und so simste ich dem erfahrenen biker, der - was hatte ich auch anderes erwartet - beim blick an den mit dunklen wolken verhangegen himmel, mir erst mal nicht glauben wollte. es kostete mich ein klitzekleines bisschen überzeugungs-, nein eher überredungskraft, bis irgendwann kam: ok, um 15 uhr an meiner garage. strike! da war es kurz vor halb drei. ich schmiss mich in windeseile in die klamotten, breit grinsend und den wettergott anfluchehend, er möge mir keinen strich durch die wetterrechnung machen, und düste los. 5 minuten später stand ich vor besagter garage, der herr schon anwesend, alle 5 sekunden ein tropfen vom himmel taumelnd, mich fragend anguckend, regenklamotten ja oder nein und latent maulig, er alleine wäre ja nicht gefahren. ich grinste in mich hinein, schicke einen letzten prüfenden blick gen südwesten und ein letztes stoßgebet gen wettergott und sagte grinsend: lass die regenklamotten da, du wirst sie nicht brauchen. klatsch, versuchte der nächste tropfen, der mitten auf meinem visier landere, mich lügen zu strafen. eine letzte zigarette, und los.

und, tja, was soll ich sagen...kaum waren wir 5 kilometer in südwestlicher richtung aus der stadt, strahlte uns die sonne auf den behelmten schädel, und tat das auch mehr oder weniger durchgehend für die nächsten 4 stunden. eine winzige verwirrte dunkle wolke, aus der ein paar tropfen fielen, streiften wir zwar. da die wolke aber eher ein wölkchen war, konnten wir sie ohne großen aufwand umkurven. und genau das war die strategie für die nächsten stunden: die blicke gleichermaßen auf der straße wie am himmel fuhren wir dem schönen wetter quasi hinterher, durchs rheintal und genossen die sonne, das leben und das fahren. nach und nach tauchten weitere bikerkollegen auf der straße auf und ich kam aus dem grinsen nicht mehr heraus. meine rechnung war voll aufgegangen. zigaretten- und quatschpausen im grünen am rhein, fahrübungen auf feldwegen und privaten industriestraßen, den blick in eine wunderschöne, sonnenbeschienene landschaft...für kein geld der welt hätte ich diese stunden tauschen wollen.

den heimweg traten wir ein bisschen später als geplant an, den wolken am schwarzwald noch ein bisschen zeit zum sich verziehen geben wollend, kurvten wir auf großartigen strecken durch den oberrheingraben und landeten schließlich dann doch in einem der ersten orte der schwarzwaldrandstufe. mit ziemlich knurrendem magen, den wir mit leckerem schwarzwald-döner ruhig stellten. das teilstück durch den schwarzwald war wunderschön und anspruchsvoll, und in der ein oder anderen engen kurve kam ich dann doch bei beschleunigtem herzschlag ordentlich ins schwitzen. heiliger bimbam. bimmelbammel. aber es blieb trocken, die sonne zeigte sich immer wieder zwischen den baumwipfeln und auch auf den letzten kilometern richtung stadt (man sah die dunklen wolken über jener schon von weitem) blieb es schön. ein letzter gemeinsamer halt, die zigarette danach, revue passieren lassen der letzten 120 km, lob und weitere goldwerte tips von erfahrenen biker und dann trennten sich unsere wege. und - ebenfalls wie zu erwarten - fing es an zu schütten, drei minuten bevor ich zu hause in die tiefgarage rollte, unendlich glücklich und zufrieden. 

es lebe das zwischenhoch. man muss nur mit ihm umzugehen wissen.

 

22.05.2013 um 10:00 Uhr

frau dr. und das motorradfahren

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.   Stichwörter: 140km

 

es ist zum verrückt werden. ich habe seit ziemlich genau 5 x 24 stunden den motorradführerschein und zudem die ganze woche FREI und bin erst zwei mal gefahren. einmal davon bei grenzwertigstem wetter, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe und die baby-schnecke in der garage nur gejault hat, dass sie auf die straße will. das wetter macht mir konsequent einen strich durch die rechnung: entweder es regnet in strömen, und wenn dann gerade mal das zwischenhoch präsent ist, dann windet und teilweise stürmt es, wie sich das für zwischenhochs so gehört. ich meine, hätten wir oktober, november, februar oder märz, ok, ich würde zähneknischend die stabileres wetter versprechenden monate wie den MAHAIIII... abwarten. MAI verdammt, 22. mai und wir haben immer noch herbst. ich mag den herbst, eigentlich, aber nur dann, wenn er auch im herbst stattfindet. hallo? halloho? das, was wir gerade haben, ist völlig indiskutabel, nicht zu ertragen. das ist kein wetter, das ist eine krankheit. ICH. WILL. BESSERES. WETTER. ach, was red ich. ich will GUTES wetter, SCHÖNES wetter, sonne, warm und TROCKEN, du mistkäfer von wettergott, du mieses altes biest. MACH JETZT, du arschloch. LOS! man entschuldige bitte die hier zur anwendung kommende fäkalsprache.

eigentlich wollte ich den motorradführerschein schon mit 18 machen, damals intervenierte mein vater erfolgreich. wofür ich ihm dankbar bin, denn es gab zeiten in meinem leben, in denen es nicht gut gewesen wäre, hätte ich lappen und bike gehabt. viele jahre habe ich wenig über das motorradfahren nachgedacht, nie war zeit, dann wieder fehlte das geld, andere dinge waren wichtiger. studium, ausland, promotion, dann das medizinstudium.

und irgendwann tauchte dann die lady auf. sie stürmte in mein leben und stellte es auf den kopf. irgendwann im frühsommer erzählte sie mir, sie würde motorrad fahrenn. irgendwie hatte ich das zuvor nicht wirklich auf dem schirm, obwohl sie nie ein geheimnis daraus gemacht hatte. zu diesem zeitpunkt hatte ich etliche schwerverletzte oder tote biker im schockraum und auf station gesehen, mein bild der motorrad fahrens war zu diesem zeitpunkt eben jenes, geschwindigkeit, unfälle, tod, unverantwortliches hobby eben. was haben wir diskutiert, die lady und ich, was habe ich herumgezickt, und vor allem: was habe ich gelitten und angst gehabt, wenn sie unterwegs war. das ganze gipfelte in einem berühmt-berüchtigten eintrag hier, an den sich der ein oder andere noch erinnern mag. dieser eintrag existiert nicht mehr, ich habe ihn schon vor vielen monaten gelöscht, auf bitten der lady hin und nachdem ich angefangen hatte, mich mit dem thema motorrad fahren kritisch und unvoreingenommen zu beschäftigen. ich hab statistiken gewälzt, mich durch bikerforen gelesen, ganze nächte hab ich damit verbracht, ich hatte kontakt zu dem ein oder anderen biker/bikerin dieser foren, hatte sie einfach angeschrieben, eine handvoll werden es gewesen sein, und alle haben geantwortet, waren sofort bereit, mit mir über das thema zu quatschen. das ging viele wochen so, immer und immer wieder habe ich mich informiert, gelesen, nachgedacht und in mich hineingehorcht. und irgendwann, ende des sommers, war mir klar: der wunsch, den lappen zu machen, motorrad zu fahren, hatte eigentlich immer bestanden, war nie verschwunden, nur eben durch eine sehr einseitige perspektive verdrängt worden. die aber hatte ich durch die lange und intensive beschäftigung mit dem thema relativiert.

im september saß ich das erste mal auf einem motorrad, zur probestunde in der fahrschule, die man mir wärmstens ans herz gelegt hatte. mehr als eine stunde ließ mich der fahrlehrer das bike ausprobieren, schalten, bremsen, auf- und abfahren, wenden, balancieren, anfahren, abwürgen, abstellen, aufbocken. ich hatte von der ersten minute an einen heidenspaß, stellt mich dabei nicht ganz dämlich an und fortan war klar: ich werde den motorradführerschein machen. ein bisschen musste ich mich gedulden, erstmal die finanzen in ordnung bringen und dann den herbst und den winter geduldig überstehen. noch vor weihnachten allerdings saß ich wieder in der fahrschule, zur anmeldung. es war ein seltsamer moment, als ich ging, angemeldet zum führerschein der klasse a. aber es fühlte sich richtig an, ich war aufgeregt und irgendwie hatte ich das gefühl, jetzt beginnt was neues, etwas, das mein leben bis zu einem gewissen grad verändern würde. 

und das hat es. anfang april ging es los mit dem fahren. erste stunde, bei stahlendem sonnenschein (es sollte eine der wenigen bleiben, die ich bei trockenheit und sonnenschein gefahren bin) erst eine halbe stunde hinter der fahrschule anfahren, schalten, bremsen, kurven fahren und dann meine w., mein fahrlehrer, so, und jetzt auf die straße. ich guckte ihn völlig entgeistert an...wie bitte, wo willst du hin? auf die straße? ich konnte es nicht glauben, dachte ernsthaft, der kerl nimmt mich auf den arm, aber weit gefehlt. ich bau dir gerne die stützräder dran, so seine lakonische antwort, ab jetzt, draufsitzen, maschine starten. die stützräder wären zu peinlich gewesen, also setzte ich mich auf das motorrad, warf es an und fuhr, aufgeregt bis zum anschlag zum ersten mal auf die straße. und, ja, was soll ich sagen? es machte so unwahrscheinlich spaß und nach einer viertel stunde war jegliche aufregung verschwunden und ich kam aus dem grinsen nicht mehr heraus. und so fuhr ich in den nächsten wochen ein-, zwei-, drei mal pro woche mit w. durch die gegend, übte brav die grundfahrübungen, machte fortschritte und bescheuerte fehler und die emotionale spannbreite diesbezüglich reichte von rundrum glücklich und zufrieden bis maximal frustriert, wenn ich MAL WIEDER nicht am radweg angehalten hatte, außerorts nicht schnell genug war oder beim slalom ein hütchen nach dem anderen totfuhr, anstatt außenrum zu gurken. ich meine, ich kenne mich ja, das pendeln zwischen unterschiedlichst gepolten emotionen ist ja nu nichts neues, aber das? das hatte das potential, mich echt von null auf hundert zu katapultieren, und dann am besten auch gleich wieder zurück. 

seit mitte april stand der 17. mai als praktischer prüfungstermin fest, und je näher der rückte, desto weniger klappte das fahren, desto frustrierter wurde ich, desto mehr angst bekam ich. allen, die wussten, dass ich an diesem tag prüfung habe, unter anderem der lady und ihren mädels, hab ich vorsorglich dann doch erzählt, dass ich pflichtprogramm an der uni habe und die prüfung verschoben wird. einerseits, um die überraschung auf meiner seite zu haben, sollte ich die prüfung bestehen und andererseits um nichts sagen zu brauchen, sollte ich doch einen radfahrer anfahren oder wieder hüte schrotten, anstatt sie elegant zu umkurven. es strömte in regen, am tag der prüfung, ich musste meine brille tragen (was ich zuvor eher...ähhh...vermieden hatte (weil ich sie nie trage), mit dem verweis auf kontaktlinsen (die noch im laden standen und natürlich nie den weg in meine augen gefunden hatten), die natürlich nach 10 minuten dauerhaft beschlagen war. dieser umstand zwang mich, schielend entweder unter der brille durch oder oben drüber, beim abbiegen auch nebendran vorbei zu gucken, was bei sowieso eingeschränkter sicht durch das visier das ganze nicht gerade einfacher machte, aber egal. der prüfer mitleidig, tja, frau dr. grenzi, da müssen sie jetzt durch, böser blick meinerseits, der durch brille und helvisier nicht wirklich zu erkennen gewesen sein dürfte, und los gings. ich war schon auf dem weg zu den grundfahrübungen klitschnass, fuhr diese dann aber, zum ersten mal ever, vollkommen fehlerfrei, inklusive vollbremsung, wohlgemerkt bei 50km/h, bei nässe. kein hütchen totgefahren, sie wichen alle auf wundersame weise aus, dann auf die straße, raus aus der stadt, über land, durch die 30er-zonen der umliegenden käffer, ein kreisverkehr nach dem anderen (ich hasse sie), alles nahezu perfekt, bis auf eine nässebedingt fatzende kupplung im ersten gang, beim ausfahren aus einem kreisverkehr, was mich gefährlich nah in richtung sperrfläche katapultierte, ich das aber wahrlich akrobatisch gerade noch verhindern konnte (wetterbedingt gottseidank keine fußgänger und radfahrer weit und breit), was wiederum von meinem fahrlehrer mit einem zufriedenen grunzen quittiert wurde. und so ging das, bis ich nach ca. 50 minuten kichernd aufs ohr bekam, wir fahren heim, es regnet. wie bitte? es regnet? ES REGNET? verdammt, nein, es regnet nicht, es gießt in strömen. gut für mich, dass der helmfunk nur in eine richtung funktionierte, ich glaube, fahrlehrer und prüfer wären in diesem moment bei aufsteigender schamesröte die ohren abgefallen, hätten sie mich hören können...ich also ab zur fahrschule, abgestiegen, tropfend nass, von kopf bis fuß, aber grinsend, weil ich wusste, dass ich bestanden habe...

und so habe ich seit 5 tagen den motorradführerschein. ich habe in meinem leben noch nie etwas gemacht, das mir so viel freude und spaß macht und mich so entspannt. kaum sitze ich auf der maschine, habe ich den kopf frei und genieße das gefühl von freiheit. am samstsg, die erste tour mit einem sehr erfahrenen biker an meiner seite, drei stunden, und ich hätte nicht glücklicher sein können. ich weiß nicht, wann ich mich das letzte mal SO gefühlt habe, glücklich, zufrieden, stolz, die sonne scheinte und es war perfektes bikerwetter. und bei jedem motorradfahrer, der mich gegrüßt hat, hätte ich vor freude heulen können. ich saß auf der baby-schnecke, meinem bike, genau dem, das ich haben wollte, alles passte perfekt und auf einmal gehörte ich dazu. in voller montur, das geliebte bike unter dem hintern, in einer gemeinschaft, die ihresgleichen sucht. ein teil davon. schwer zu beschreiben, kaum nachzuvollziehen für jemanden, der das nicht kennt, auch für mich zuvor kaum zu verstehen. und auf einmal sitzt du da, es verbindet dich etwas mit den menschen, die dieses hobby teilen, man fährt, genießt und gehört zusammen. ein unglaubliches gefühl, das ich auf dieser ersten fahrt hatte, eines, das ich mein leben lang nicht wieder vergessen werde, das ich im herzen trage, so lange dieses bikerherz schlagen wird.

 

19.05.2013 um 20:59 Uhr

kompliment des jahres

von: grenzgaenger   Kategorie: baby-schnecke & co.

 

"...ich habe selten jemanden gesehen, der auf ein neus Bike sitzt und losfährt wie ein alter Hase."

sagte der erfahrene biker zu mir, mit dem ich gestern das erste mal ohne fahrschulgürtel ein paar stunden unterwegs war. ein größeres kompliment hätte er mir gar nicht machen können.

*freu*