endlich...
jetzt ist es amtlich, verbrieft und besiegelt:
ich. bin. promoviert.
jetzt ist es amtlich, verbrieft und besiegelt:
ich. bin. promoviert.
die kategorie endspurt ist hiermit offiziell geschlossen.
halleluja.
die pflichtexemplare der diss stehen ausgedruckt und gebunden hier vor mir, die publikationserlaubnis und die -verträge sind unterschrieben und ich sitze hier und kann es nicht glauben. nach all dem affentheater die letzten jahre, monate, wochen und tage trennt mich jetzt nur ein tag von der veröffentlichung und damit vor dem endgültigen abschluß des projekts 'doktorarbeit'. nicht zu vergessen die tatsache, dass ich ab übermorgen dann berechtigt sein werde, den titel zu führen. seltsam. seltsam. der neuanfang ohne altlasten ist so gut wie geschafft. und ich? noch fühle ich nichts, bin ratlos und wandere ziellos durch meine wohnung. aber wahrscheinlich ist das normal. morgen bin ich mit der frau anästhesistin zum essen gehen und miniwandern verabredet, und insofern ich es schaffe, das nicht wieder abzusagen, wird mir das auch guttun. fürs erste werde ich mich aber jetzt wieder dem buch 'tödlicher irrtum. die geschichte der raf.' zuwenden. das sollte für genügend ablenkung sorgen.
irgendwie fühle ich mich undefinierbar. ich kann es noch gar nicht glauben, dass die unterschrift da ist und die diss publikationsfertig. so lang, sooo lange habe ich dieses ding an der backe kleben gehabt, genauer gesagt seit dem 1.1.2004, und jetzt soll es rum sein? kaum zu glauben, aber wahr. der neuanfang ohne altlasten ist damit in greifbare nähe gerückt. und zur feier des tages habe ich mir etwas geleistet, das ich schon relativ lange gerne gehabt hätte: eine binary watch von the one. da die von mir präferierte nicht in den hiesigen, eben jene uhren führenden, geschäften vorrätig war, blieb mich nichts als sie zu bestellen. amazon hat sie auf lager gehabt, am dienstag kommt sie. hach freue ich mich über dieses teil. wenn schon extravagant, dann richtig. wie sich zudem gerade herausstellte, habe ich die nächsten vier tage frei und arbeite erst am freitag wieder. auch das ist großartig, lässt es mir doch zeit, mich um die letzten schritte bis hin zur publikation der diss zu kümmern. morgen ist zudem therapie. nach der letzten abwehrsitzung bin ich mal gespannt, wie es wird. erfahrungsgemäß folgt auf eine abwehrsitzung meist eine abwehrfreie, allerdings nur dann, wenn sich das in der abwehrsitzung hochgekommene gesetzt hat. und eben jenes der donnerstagssitzung war ein verdammt harter und großer brocken. aber gut, mal sehen.
vielleicht sollte ich das fertigwerden der diss heute abend zudem mit einem glas sekt gebührend feiern. eigentlich eine gute idee. das problem an der sache jedoch ist: ich habe keinen sekt im haus. nur wein. aber eigentlich sollte das auch angemessen genug sein.
die diss ist seit gerade eben in der druckversion fertig!!! gott bin ich froh. allerdings muss ich für die veröffentlichungsversion noch genau eine seite aus der datei rausnehmen, die nicht reingehört. aber dazu habe ich jetzt sowas von keine lust!!! morgen muss ich mit dem prüfungsamt telefonieren, ob alles ok ist und ob der werte herr promotionsausschuß-vorsitzende mir die unterschriebenen publikationsverträge zuschicken kann. dann ist wirklich alles formale abgehakt; es fehlen dann noch vier ausgedruckte versionen und der gang zur ub.
UND DAS WAR ES DANN!!!
Update 14.45 Uhr
Jetzt habe ich mich doch noch aufgerafft, auch die publikationsversion vollständig und damit fertig zu machen. ich halte eine pdf-datei in händen...meine vollständige, korrigierte, druck- und veröffentlichungsreife dissertation! wenn das mal nichts ist, an so einem lauen sonntag nachmittag.
die ersten 15 seiten der diss sind zum letzten mal korrigiert und damit quasi publikationsreif, fehlen nur noch 355 seiten. herrjeh...hätte ich mich nicht kürzer fassen können? es war ein kampf heute morgen, ein kamf aufzustehen und mich an dieses machwerk zu setzen, aber ich komme ja doch nicht drumherum. das ding muss fertig korrigiert und dann so schnell wie möglich publiziert werden. weg, einfach nur weg. die deadline, die ich mir hiermit setze ist ende august, auf jeden fall vor dem 1.9. so. ich glaube, das hilft!
je länger ich darüber nachdenke und vor allem mich dabei beobachte, komme ich zu dem schluß, dass es wohl irgendwie an der zeit ist, einen schlußstrich zu ziehen. einen schlußstrich unter meine unizeit und vor allem einen schlußstrich unter das hin und her und das herumgeeiere bezüglich des weitermachens an der uni oder doch lieber nicht, vielleicht aber irgendwie... zumal der werte herr chef alles andere als eine klare linie diesbezüglich vertritt. mal hü und mal hott, mal ja mach auf jeden fall und dann doch irgendwie wieder nicht, vielleicht ist es dann doch nicht zu empfehlen aber deine wissenschaftlichen qualifikationen stehen außer frage und und und und und. blablubb. zu viel unsicherheit für mich. ich glaube, dieser zug ist abgefahren, vor allem wenn ich mir anschaue, wie es mir dabei und darin geht. ich habe mich in den letzten jahren nicht umsonst zurückgehalten bezüglich der strategisch-konsequenten unikarriereplanung. mir war schon klar, intuitiv zumindest, daß es mir in diesem business auf dauer nicht wirklich gut gehen würde, und das sehe ich jetzt immer noch so, oder vielmehr jetzt erst recht; ich hab es mir weiß gott lange genug angeschaut. aber jetzt an diesem punkt zu stehen und das ganze ad acta zu legen ist verflucht hart. ich muß mich irgendwie mit dem gedanken vertraut machen und anfreunden und dann irgendwann endgültig den schlußpunkt setzen. das wird noch ein kleines bisschen dauern, aber ich glaube, ich bewege mich darauf zu. und schätzungsweise ist genau dem ein großteil meiner stimmung der letzten tage geschuldet.gefühltbricht mir gerade jegliche sicherheit weg, ja nicht umdrehen und zurückschauen und erst recht nicht nach vorne.
so, was steht an? gibt's ein beschäftigungsprogramm? bislang noch nicht, vielleicht sollte ich mir aber gedanken über eines machen. stadt? fitneßstudio (zumal ich hier eh was erledigen wollte)? auf jeden fall irgendwie raus, einfach raus. das wetter spielt auch mit. also, werte frau grenzgängerin, auf. grmpf, immer diese blöden selbstmotivationsversuche.
ich glaube, das nennt sich post-dissertatives frust-loch.
ich hasse diesen zustand jetzt schon.
langsam, ganz langsam bahnt sich die erkenntnis einen weg ins bewusstsein. es ist vorbei, ich hab's hinter mir, nach all der zeit, all dem frust und den zweifeln, die zwangsläufig mit einem projekt wie diesem verbunden sind, aber auch nach all dem momenten der freude über ideen und erkenntnisse, des glücklich seins über das vorankommen und über die tatsache an sich, genau das zu machen, was ich wollte und was mir spaß macht. jetzt ist es vorbei und als fazit bleibt mir ein ' ich würde es wieder tun' aus vollem herzen.
und jetzt? so ganz ist es immer noch nicht angekommen, das wird wohl auch noch eine weile dauern. viereinhalb jahre sind eine lange zeit. und die ist jetzt vorbei.
ab heute beginnt eine neue zeitrechnung.
4 jahre, 6 monate, 3 tage, 425 seiten und anderthalb stunden später:
frau dr. grenzgängerin
es lief großartig. besser hätte es nicht laufen können.
details später.
noch eineinviertel stunden. ich werde jetzt aus der tür fallen, um mich um die technik zu kümmern. alles gut. ich bin ruhig und freue mich auf die aktion.
so, und zum abschluss noch folgendes:
vorher:
frau grenzgängerin
ok. der vortrag sitzt endgültig. 29 minuten. alles gut. und zudem muss ich sagen, dass ich schlichtweg fasziniert bin von der genauigkeit der kachelmannschen online-wettervorhersage für hier. so ziemlich auf die vorhergesagte stunde genau hat es angefangen zu regnen, bei 19 grad. unglaublich. und ich bin SO! dankbar dafür. knapp 16 grad weniger als gestern. bluse und jackett und verteidigung (zumindest wetterbedingt) gerettet.
und jetzt? was mache ich jetzt? zeug packen. relaxen. mich freuen? mal sehen.
countdown
noch dreidreiviertel stunden
seltsam, höchst seltsam. ich habe extrem gut und lange geschlafen, und es geht mir ausnehmend gut. ich habe keine ahnung, wo ich mal wieder diese ruhe hernehme. aber irgendwie ist es immer so, und jedesmal vergesse ich es wieder und wundere mich dann, wenn es wieder so weit ist; je extremer die situation, desto ruhiger bin und klarer sehe ich. ich werde jetzt wohl irgendwie mal was frühstücken, dann hose und bluse bügeln und duschen. und dann werde ich ein letztes mal den vortrag durchquatschen. und das sollte es gewesen sein, gegen 13 uhr muss ich dann los. hmmm. trotz aller ruhe: es fühlt sich seltsam an.
countdown
noch 5 stunden und 9 minuten
vorbereitungen
abgeschlossen, ein einziges mal vortrag durchsprechen steht noch an.
morgen früh. mir gehts gut, die wettervorhersage hat sich nicht
geändert und alle potentiellen probleme wurde wie angekündigt im
präventiven keim erstickt. die gehirnzellen der frau grenzgängerin
schwimmen. und ich habe zur abwechslung mal keine lust, hier und jetzt
noch mehr von mir zu geben; bin viel zu versunken in einem relativ
seltsamen zustand, komplett fokussiert auf meine arbeit und die
entsprechenden inhalte, alles andere ist weitgehend ausgeblendet. von
daher:
countdown
18 stunden und 3 minuten
so. vorbereitung weitgehend abgeschlossen. insgesamt zwei mal werde ich den vortrag noch durchquatschen, einmal heute abend und einmal morgen vormittag. gerade eben kam ich auf genau 29 minuten. sitzt, passt und hat luft. hach. herrje, ich könnte hier echt die wände hochgehen, irgendwie, so, also, irgendwie fühlt es sich positiv aufgeregt an. mannmannmann. morgen morgen morgen. letzter tag ohne. heute. ohje, ich bring nichts gerades mehr zustande. man könnte auf die idee kommen, madame grenzie sei der grenzdebilität anheim gefallen. naja, es gibt den ein oder anderen blogger hier, der sowiso dieser meinung ist. weil ich alles klein schreibe. und meine grammatik zu wünschen übrig lässt. oder ließe? nunja. lassen wir ihn/sie in diesem glauben. staubsaugen. ich werde jetzt staubsaugen. gute idee.
countdown
noch 24 stunden und 4 minuten
mein hirn ist im hochleistungsmodus angekommen, der vortrag flutscht und potentielle probleme werden um 16 uhr präventiv beseitigt. mit hilfe des frauenarztes meines vertrauens, der irgendwie immer macht, was ich will. herr doktor herr doktor ich verteidige morgen und es könnte sein, dass ich blutungsbedingte schmerzen und zudem hitzebedigte kreislaufprobleme bekomme, ich will eine 1-liter-ringer-infusion/glucose mit buscopan... *augenaufschlagundwimperklimper*...geht das *hilfloskling*? ja natürlich frau grenzgängerin, kommen sie um 16 uhr vorbei, das machen wir. (...). ok, ganz ehrlich, der liter selbst ist mir in dem fall wichtiger, weil ich weiß, wie es mir geht, wenn ich einen zusätzlichen liter flüssigkeit im system habe. das sind die momente, in denen ich fitter und leistungsfähiger nicht sein könnte, und alles nur wegen eines völlig ausgeglichenen flüssigkeitshaushaltes. herrgott, ich bin sowas von berechnend und unmöglich *verschlagengrinsundhändereib*!
und, ach ja, die sekretärin der herrn medizin-professors hat angerufen und mich wissen lassen, dass der werte herr kurzfristig beschlossen hat, ein positives gutachten auch ohne ein vorheriges kennenlernen schreiben zu können. was mir natürlich sowas von recht ist, ist das doch gleichbedeutend für mich mit ausschlafen am freitag, also am 'tag eins mit'. manchmal kann ich mich des gefühls nicht erwehren, dass es das leben doch bisweilen ganz gut mit mir meint.
so. und jetzt weiter im text.
zielgerade in sicht. aktueller zustand: leicht aufgedreht (sehr gut), ausgeschlafen (trotz dreistündigem telefonat mit der besten freundin mehr oder weniger bis mitten in der nacht; gott was haben wir gelacht...), super gelaunt und zuversichtlich (danke nochmal ;-).
plan für heute: vortrag dreimal durchquatschen, heute morgen, mittags und heute abend (ganz wichtig: die zeit). irgendwie habe ich ihn gestern nicht gescheit getimed bekommen. laut bester freundin lags am satzbau. den man ja von mal zu mal variiert. grund zur sorge? aber nein, alles im grünen bereich. sonst steht nichts mehr auf dem plan, brauche ein wenig abstand vom thema, verliere mich sonst in den details.
so. jetzt vortrag der erste. bis gleich.
countdown
noch 30 stunden und 3 minuten bis ultimo...morgen 14.00 uhr ct.
meine stimmung beginnt umzuschlagen in richtung höchst aufnahmefähig und motiviert. sehr gut. ich habe ja immer noch nicht herausgefunden, wie und warum meine stimmungen allgemein so höchst wechselhaft sind und woran ich diese umschläge festmachen kann, aber für den moment soll es mir egal sein. vielleicht liegt es daran, dass sie die wettervorhersage immer mehr zu meinen gunsten dreht. momentan sind wir bei 22 grad und regen am donnerstag angelangt. ich hoffe, das bleibt so. außerdem habe ich gerade nochmal über ein paar aspekte meiner arbeit nachgedacht und festgestellt dass zu potentiell auftretenden fragen hier durchaus riesiges antwortpotential besteht. und außerdem, wenn man es mal ganz genau nimmt: es gibt kaum etwas, das ich besser kann, als reden. so. das dazu. und jetzt werde ich noch ein bisschen lesen und nachher hab ich einen termin beim vertretungspsychodoc. zwecks medikamentenbedingter blutkontrolle. alles wird gut. und ab heute kann ich sagen, dass meine werte frau psychoanalytikerin nächsten monat nach hause kommt. das hört sich so viel besser an als sagen zu müssen, sie kommt über-übernächsten oder übernächsten monat zurück.