grenzwandel

28.12.2011 um 22:24 Uhr

sagen sie mal,

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

denken sie eigentlich manchmal darüber nach, ob ich noch lebe?

 

20.11.2010 um 21:56 Uhr

danke...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

liebe frau dr. psychoanalytikerin,

ich vermisse sie. ich vermisse sie unglaublich. es tut weh, aber es ist ein zärtliches vermissen, gepaart mit ruhe und gelassenheit und mit der gewissheit, die richtige entscheidung getroffen zu haben.

danke für all die stunden und insbesondere danke für die letzte. ich habe sie genossen, habe mich wohl und absolut richtig aufgehoben gefühlt, die zeit hat gestimmt, der ort, unser letztes miteinander. danke für ihre geduld, für ihre art, mit mir umzugehen, für ihre emotionalität und offenheit, für ihr vertrauen, das sie die ganze zeit in mich hatten. ich habe das alles über weite strecken nicht gesehen, konnte dieses gefühl des vertrauens nicht zulassen, habe abgewehrt, die nähe zunichte gemacht, ich habe um mich geschlagen und getobt, geschauspielert und nach ihnen getreten und uns - und vor allem mir - das leben bzw. die therapie schwer gemacht. sie haben all das hingenommen, mit unglaublicher geduld und kompetenz und eben mit vertrauen. sie haben einfach hindurchgeschaut, durch die maske, meine maske und haben mich gesehen.

20.09.2010 um 20:22 Uhr

alles mögliche

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

so langsam aber sicher geht es wieder bergauf. das waren jetzt aber auch knapp sieben wochen mit extremem gependel - hoch und runter und wieder zurück - verflucht anstrengend und so schlimm war es auch schon lange nicht mehr. aber jetzt zeigt die tendenz stetig nach oben. das waren wohl die nachwirkungen der ganzen letzten monate, die sache mit mister r., das sehr sehr stressige semester und dann der große, böse wg-krach vor 7 wochen, der letztendlich der auslöser war dafür, dass ich mich so unsicher gefühlt habe, so mißtrauisch war und das gefühl hatte, alleine zu sein und nichts und niemandem mehr vertrauen zu können. jetzt, wo wieder mehr sicherheit da ist, die ich geschaffen habe, wird es besser. und was auch eine riesige rolle spielt: ich gehe regelmäßig ins fitneßstudio, und zusätzlich immer sofort dann, wenn ich merke, es geht wieder bergab. und das hilft. zwei runden milon-zirkel, 30 minuten crosstrainer und dann noch massageliege und die depressionen, ängste, unsicherheiten, zweifel und das mißtrauen haben keine chance mehr. positiver nebeneffekt: perfektes bodyshaping. das auge ißt mit...

mister r. ist konstant präsent, liebevoll und aufmerksam, so wie ich auch, und vor allem: ich begegne ihm auf augenhöhe, sage, wenn mir etwas nicht passt oder ich etwas nicht will, habe  keinen grund mich zu verstecken und vor allem: bis heute habe ich es geschafft, bei mir zu bleiben, auf meine gefühle und befindlichkeiten zu achten und mich nicht aus den augen zu verlieren. unser miteinander beruht auf gegenseitigkeit, und zwar in allen belangen. vielleicht das erste mal in all den 12 jahren, die wir uns kennen. und ich genieße es. und ich plane nicht. klar steifen die gedanken bisweilen in die zukunft, aber ich versuche, es nicht ausufern zu lassen und im hier und jetzt zu bleiben. und das tut gut. keine unterschwelligen erwartungen. gut gemacht.

ansonsten ist meine zeit in der psychiatrie am freitag rum und ich muss sagen: es hat mir verdammt gut gefallen. ich habe so unglaublich viel gelernt, damit hätte ich nicht gerechnet. ich gehe am freitag also mit einem lachenden und mit einem weinenden auge und werde sicherlich in absehbarer zeit dort auch famulieren. sehr schön.

irgendwie mag ich mich gerade, stelle ich verblüfft fest...

...und meine derzeitige lieblingszahl ist die 13...

27.08.2010 um 19:04 Uhr

struktur

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches



























































25.08.2010 um 10:29 Uhr

unsicherheit

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

irgendwie bin ich noch nicht wieder ganz auf dem damm. der einbruch letzte woche hat mich doch mehr mitgenommen, als ich mir eingestehen wollte und einer der auslöser - der riesige wg-krach - lässt mich auch nicht so richtig los. der vertrauensentzug schmerzt auf eine weise, die extrem unangenehm ist. wäre er berechtigt, ok. da er aber völlig aus der luft gegriffen ist und keinerlei grundlage hat, ist dies eine situation, mit der ich nur schwer umgehen kann. gottseidank ist der herr kollege bis anfang oktober nicht da, sondern sonstwo, meinetwegen soll er sein, wo der pfeffer wächst. ein bisschen leidet mein alltag unter der unsicherheit, unter der angst und unter den versuchen, damit umzugehen. ich weiß noch nicht genau, wie ich das bewerkstelligen soll, aber ich glaube, das ist genau das, woran es gerade hakt. ich fühle mich verunsichert, unsicher, und irgendwie entwurzelt. wieder mal hat sich ein mensch, den ich als guten freund bezeichnet habe, dieser bezeichnung mit einem lauten knall entledigt, ohne dass ich irgendetwas hätte machen können, ohne dass ich etwas gemacht hätte. ich will versuchen, nicht im selbstmitleid zu versinken, nicht abzustürzen, sondern mein inneres gleichgewicht wiederzufinden. ich bin immer noch ich, habe mich selber und immer noch die möglichkeit, für mich dazusein. das sollte ich tun. ich fehle mir. kein wunder aber auch, da ich mir ein weiteres mal abhanden gekommen bin. aber zumindest sehe ich den weg, auf dem es - für mich, nur für mich und mit mir allein - weitergehen wird. alles andere zählt nicht.

15.04.2010 um 13:35 Uhr

alles weg.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin vom wegwerfvirus befallen. habe angefangen, auszumisten. mein keller ist nicht gerade klein und war voll. und ich meine: voll. jetzt ist er, nach drei abenden räumen, bis auf zwei kleine kisten und ein kleines schränkchen leer. die bilanz des ausmistens der wohnung sieht folgendermaßen aus: küche: ein karton voll und zwei große, blaue säcke: weg. bad: ein großer blauer sack: weg. kleiderschrank: 5 große blaue säcke: weg. wohnzimmer/schlafzimmer/arbeitszimmer: 5 kisten bücher und unterlagen: weg. ebenso fünf große blaue säcke mit zeug: weg. übrig sind: die allernotwendigsten küchenutensilien, meine medizinfachbücher, ein paar geographiefachbücher, ein regal voll krimis, romane, klassiker, fantasy und belletristik (und nur die bücher, die ich wirklich mag und gerne gelesen habe), meine malsachen und bilder, meine fotoausrüstung und ca. 30 cds. nur dinge, die mir wirklich was bedeuten. so gnadenlos habe ich noch nie ausgemistet, noch nie. ich habe einfach alles weggeworfen, teilweise, ohne in die kisten und schubladen nochmal genauer reinzugucken, sogar die ordner mit den schriftlichen unterlagen der diss, alles weg. und vor allem habe ich ALLES, was mit erinnerungen  (erstes studium, auslandsaufenthalte, nicht mehr existente beziehungen und freundschaften, familie) verknüpft war, aussortiert. und in die tonne gekloppt. es reicht, wenn diese erinnerungen in meinem kopf sind, sie müssen nicht mehr in form von zeug herumstehen. und das hat so gut getan, so gut. ich fühle mich befreit von all dem ballast. alles weg. der umzug wird ein neuanfang.

07.04.2010 um 17:31 Uhr

tralala

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich habe farbe auf dem kopf und genieße mein leben. die aufregungen der letzten tage scheinen weit weg, alles nochmal glimpflich ausgegangen. und seit heute ist sie weg, diese bleierne müdigkeit, die mich in den letzten fast 8 wochen an so ziemlich allem gehindert hat. ich habe einen großteil der letzten beiden monate verschlafen und wenn ich wach war, hab ich entweder auf der intensivstation gearbeitet oder mich gefragt, warum ich so unendlich müde bin. heute morgen stand ich auf und sie war weg, diese müdigkeit, diese schwere. auch bei mir ist die leichtigkeit wieder da, seit heute, und ich genieße sie.

heute morgen war ich bei meiner augenärztin, und die hat mich zum frauenarzt überwiesen.

... ja, jaha doch, ich hab genauso blöd geglotzt. aber das, was mir meine augenlieder ständig entzündet sind genau die selben probleme, die mich manchmal bezüglich meiner haut an den abgrund der weißglut und des frusts treiben. hormonell bedingte, falsche zusammensetzung des sekrets der talgdrüsen. jetzt ist es also so weit. ich habe letztendlich genügend gründe, mir vielleicht doch endlich die pille verschreiben zu lassen. mein frauenarzt redet seit drei jahren auf mich ein, und jetzt hat es meine augenärztin geschafft. zum einen sind es nun die entzündeten augenlider, dann eben die haut und zu guter letzt meine massiven regelschmerzen, die mir mit schöner regelmäßigkeit im wahrsten sinne das bewusstsein rauben. vor zwei tagen war es wieder so weit, mit hat es vor schmerzen einfach die beine weggezogen und batsch, hing ich im gurt. gottseidank war ich - wohlweislich und böses ahnend - nur beifahrer. aber trotzdem. jetzt ist schluß. ich habe also einen termin bei meinem gynäkologen, per überweisung durch die augenärztin. die werte frau sprechstundenhilfe hat auch erstmal verdattert geschwiegen, und ich musste lachen.

die anatomielernerei heute war zwar recht produktiv, aber bezüglich der quantität schweige ich mich lieber aus... . egal. ich habe beschlossen, mir keinen stress zu machen, ich werde die klausur eh bestehen. also was soll's. und stressig wird es noch früh genug.

04.04.2010 um 07:58 Uhr

des nächtens

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich hatte einen völlig abgefahrenen traum, in dem die rote zora eine hauptrolle spielte. sie wohnte nämlich unter mir, beide lebten wir in dem haus, in dem ich auch jetzt momentan wohne. ich oben, sie unten, im 1. stock. auf jeden fall kam ich nachts auf die irgendwie weniger glorreiche idee, mit einem stein und meinem stofftier von meinen balkon auf den ihren herabzuklettern, um dann da zu sitzen und mich zu fragen, was ich hier mache. also kletterte ich unter todesangst wieder auf meinen balkon, konnte aber, weil eben beide hände mit klettern beschäftigt, den stein und das stofftier nicht mit nach oden nehmen. am nächsten tag besuchte ich die zora, mit einem unglaublich schlechten gewissen und sah, wie der stein - ein großer rosenquarz - noch auf dem balkon lag, und das stofftier im bett der roten zora, das, wie meines oben, direkt vor der fensterfront stand, vor der sich der balkon befindet. ich wunderte mich, dass sie sich nicht wunderte, woher auf einmal diese beiden sachen kamen und sagte nichts. in der nächsten nacht kam ich jedoch auf die noch viel weniger glorreiche idee, das ganze spielchen noch einmal zu veranstalten, und nahm diesesmal sogar eine bettdecke mit auf des zoras balkon, den ich wieder unter gefühlter lebensgefahr erkletterte. ich sah, dass sie zwischen ihren bett und der fensterfront eine bettdecke aufgespannt hatte - als sichtschutz - die zudem mit einem meiner bettbezüge bezogen war. ich legte mich mit meiner decke direkt unter das fenster, fror auf den kalten fliesen und fragte mich erneut, was ich hier mache, zumal ich ja die bettdecke beim hochklettern erst recht nicht würde mitnehmen können. ich hörte, wie die zora aufwachte, aufstand und auf die toilette ging - betend, dass sie mich nicht entdeckte - und überlegte, ob ich es wagen könnte, durch ihr zimmer zu schleichen (wohlgemerkt, die balkontür war zu), mit meiner bettdecke, und zudem meine sachen einsammeln könnte. ich ließ es aber dann, und kletterte ohne bettdecke - völlig verärgert über mich - wieder auf meinen balkon zurück.

in der nächsten szene saß ich mit meinem vater - der seit gestern in der klinik ist (eingeliefert mit verdacht auf schlaganfall, der sich jedoch gottseidank nicht bestätigt hat) - in einem auto und fuhr ziemlich schnell auf einem alten industriegelände herum. wir fuhren und fuhren, geradeaus, auf einer alten, breiten mauer, die auf ein riesengroßes bassin zuführte, in dem normalerweise müll lagerte. wir schossen über das ende der mauer hinaus und ich stellte zu meinem entsetzen fest, dass der müll verschwunden war und unter uns ein unglaublich tiefer abgrund gähnte, mit betonboden. ich meinte noch so zu meinem vater, du, der müll ist weg, wir stürzen ab, woraufhin er entgegnete, quatsch, der müll ist noch da, wir werden weich langen. aber der müll war weg und wir fielen diesem unendlich weit entfernten betonboden entgegen, und ich hatte dieses widerliche gefühl, das man beim fallen hat...und dann war der traum zuende; oder zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, wie es weiterging.

04.04.2010 um 07:39 Uhr

des nächtens

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich hatte einen völlig abgefahrenen traum, in dem die rote zora eine hauptrolle spielte. sie wohnte nämlich unter mir, beide lebten wir in dem haus, in dem ich auch jetzt momentan wohne. ich oben, sie unten, im 1. stock. auf jeden fall kam ich nachts auf die irgendwie weniger glorreiche idee, mit einem stein und meinem stofftier von meinen balkon auf den ihren herabzuklettern, um dann da zu sitzen und mich zu fragen, was ich hier mache. also kletterte ich unter todesangst wieder auf meinen balkon, konnte aber, weil eben beide hände mit klettern beschäftigt, den stein und das stofftier nicht mit nach oden nehmen. am nächsten tag besuchte ich die zora, mit einem unglaublich schlechten gewissen und sah, wie der stein - ein großer rosenquarz - noch auf dem balkon lag, und das stofftier im bett der roten zora, das, wie meines oben, direkt vor der fensterfront stand, vor der sich der balkon befindet. ich wunderte mich, dass sie sich nicht wunderte, woher auf einmal diese beiden sachen kamen und sagte nichts. in der nächsten nacht kam ich jedoch auf die noch viel weniger glorreiche idee, das ganze spielchen noch einmal zu veranstalten, und nahm diesesmal sogar eine bettdecke mit auf des zoras balkon, den ich wieder unter gefühlter lebensgefahr erkletterte. ich sah, dass sie zwischen ihren bett und der fensterfront eine bettdecke aufgespannt hatte - als sichtschutz - die zudem mit einem meiner bettbezüge bezogen war. ich legte mich mit meiner decke direkt unter das fenster, fror auf den kalten fliesen und fragte mich erneut, was ich hier mache, zumal ich ja die bettdecke beim hochklettern erst recht nicht würde mitnehmen können. ich hörte, wie die zora aufwachte, aufstand und auf die toilette ging - betend, dass sie mich nicht entdeckte - und überlegte, ob ich es wagen könnte, durch ihr zimmer zu schleichen (wohlgemerkt, die balkontür war zu), mit meiner bettdecke, und zudem meine sachen einsammeln könnte. ich ließ es aber dann, und kletterte ohne bettdecke - völlig verärgert über mich - wieder auf meinen balkon zurück.

in der nächsten szene saß ich mit meinem vater - der seit gestern in der klinik ist (eingeliefert mit verdacht auf schlaganfall, der sich jedoch gottseidank nicht bestätigt hat) - in einem auto und fuhr ziemlich schnell auf einem alten industriegelände herum. wir fuhren und fuhren, geradeaus, auf einer alten, breiten mauer, die auf ein riesengroßes bassin zuführte, in dem normalerweise müll lagerte. wir schossen über das ende der mauer hinaus und ich stellte zu meinem entsetzen fest, dass der müll verschwunden war und unter uns ein unglaublich tiefer abgrund gähnte, mit betonboden. ich meinte noch so zu meinem vater, du, der müll ist weg, wir stürzen ab, woraufhin er entgegnete, quatsch, der müll ist noch da, wir werden weich langen. aber der müll war weg und wir fielen diesem unendlich weit entfernten betonboden entgegen, und ich hatte dieses widerliche gefühl, das man beim fallen hat...und dann war der traum zuende; oder zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, wie es weiterging.

03.04.2010 um 07:56 Uhr

frohe ostern

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

irgendwie komme ich schon wieder kaum zum schreiben. das mag daran liegen, dass ich entweder beschäftigt bin oder schlafe, oder aber daran, dass ich momentan ganz oft keine lust habe darüber nachzudenken, wie es mir geht. also, nicht falsch verstehen, liebes unterbewusstsein, es geht mir gut. aber wenn ich anfange nachzudenken, dann kommt der eine punkt hier, und der andere da zum vorschein, der einer genaueren betrachtung bedürfte. eigentlich. zum beispiel die tatsache, dass ich vor einer kleinen weile beschlosen habe, mich in den nächsten wochen mit meiner werten frau ex-psychoanalytikerin zu treffen um ihr zu sagen, dass ich nicht wieder kommen werde. punkt, aus, ende. zweieinhalb jahre analyse drei mal die woche ist genug. und promt, nachdem ich diese entscheidung gefällt hatte, fängt das herumeiern wieder an, die bulimie lässt grüßen. muss ich mir derzeit nur mal wieder das gegenteil beweisen? oder ist da doch noch massiv was im argen? und genau da mag ich momentan nicht drüber nachdenken, weil ich eben das gefühl habe, dass es mir gut geht. ach ist das alles kompliziert.

klinik ist rum, dafür sitze ich schon wieder am schreibtisch und lerne. große anatomieabschlußklausur anfang mai, dann physiologie und biochemie. und so ganz nebenbei bin ich dauermüde und könnte 24 stunden am tag nur schlafen. meiune mitmenschen machen sich schon sorgen, weil immer wenn sie anrufen - zu welcher unmöglichen uhrzeit auch immer - die frau dr. liegt im bett und schläft. ich stehe morgens auf, dusche, trinke kaffe und entweder wurschtel ich dann eine weile rum oder ich lerrne, aber egal, was ich mache, nach spätestens einer stunde bin ich so müde, trotz massenhaft kaffee und grünem tee, oder wahlweise red bull, dass ich im stehen einschlafen könnte. gestern hab ich in diesem zustand noch eine koffeintablette hinterhergeschoben, weil ich mein kapitel fertig lernen wollte, und lag trotzdem eine viertelstunde später im bett und habe zwei stunden geschlafen. ein liter starker grüntee und eine koffeintablette - jeder normale mensch wäre 24 stunden am stück hellwach, nur die frau dr. nicht. die legt sich ins bett und pennt. das ist doch schon pathologisch. irgendwie gebe ich diesem zustand jetzt noch bis ende nächster woche, wenn sich bis dahin nichts geändert hat, werde ich mal meinem doc einen besuch abstatten und mal ein großes blutbild machen lassen. 

ansonsten ist alles gut, sehr gut sogar. der umzug ist bereits in vorbereitung, ich bin kräftig am ausmisten und wegschmeißen und am bücher über amazon verkaufen (sehr lukrative nebeneinnahmequelle), etc.und dann suche ich noch ein sofa. ich will ein neues sofa haben, und ich habe auch schon eines im auge, das ich elendsgeil finde, leider ist das - wie alle schönen dinge - nicht ganz billig. und so bin ich am überlegen, ob ich meinen vancouverurlaub im sommer knicken und mit stattdessen dieses sofa kaufen soll. das nachdenk- und abwägprozess wird sich noch eine weile hinziehen. 

so. ich weile ja momentan im hause meiner eltern, und heute gehts entspannt nach s-town. da war ich schon seit zwei jahren nicht mehr und ich freue mich riesig. 

13.03.2010 um 08:31 Uhr

loch temporär erfolgreich umschifft

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

nachdem ich mich gestern abend noch eine weile erfolgreich anderweitig virtuell ablenken konnte, gings beim ins bett gehen nochmal steil bergab, was mich letztendlich dazu veranlasste, seit langem mal wieder die notfallmedis zu nehmen. und die helfen recht zuverlässig beruhigend, angstlösend, zentrierend. telefone aus, alles still und nicht zu dunkel, und gut. ich habe geschlafen wie ein stein, und heute morgen geht es mir besser. ruhiger, ausgeglichener, mehr bei mir als gestern. und ich gedenke, das nicht wieder herzugeben. ganz wichtig allerdings: kleine schritte, nichts überstürzen, alles der reihe nach. musikmäßig bin ich von den melancholischen songs von seether auf HIM umgestiegen. besser. und jetzt werde ich mal überlegen, was ich heute mache. ich weiß noch nicht, ob das mit der lernerei was wird, aber zum zeitpunkt jetzt vermute ich eher nein. vielleicht schaffe ich es ja doch zum sport, mal gucken.

12.03.2010 um 17:13 Uhr

loch ahead

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich weiß nicht so genau, was gerade los ist. an sich geht es mir gut, ich tue das, was ich immer tun wollte, auch wenn der job wirklich hart ist, ich habe gute zukunftsaussichten auf dieser station, verstehe mich mit so ziemlich allen, weiß, was ich will, habe nach wie vor einmal die woche kbt, die mir gut tut und lebe ein weitgehend selbstbestimmtes leben. dennoch fühlt es sich tief innen drin gerade schwer und mühsam an. nicht den ganzen tag, meistens erst ab nachtmittags, abends.

mir hängt das gespräch mit der psychologin am montag hinterher. es war interessant, aber letztendlich hat es mir nicht gut getan. zu intensiv, zu sehr in der vergangeheit verhaftet - ok, das war die intention dieses diagnostischen gesprächs - zu lang. ich vermisse meine therapeutin, bin unausgeglichen, was meine eigene schuld ist, da ich mich neben dem job in der klinik kaum aufraffen kann, was anderes zu machen. ich weiß, dass sport, am besten fitneßstudio, mir super gut tun würde, aber ich schaffe es nicht. zu müde, zu kaputt, zu lethargisch. so durchlässig wie momentan war ich schon lange nicht mehr. und morgen habe ich zu allem überfluß geburtstag, denn 33., den ich alleine hier bei und mit mir verbringen werde. ich habe keine lust, zu meinen eltern zu fahren, zu anstrengend für nur einen tag, zu stressig, zu viel autofahrt. also werde ich hier bleiben und versuchen, endlich endlich mit dem anatomiewiederholen anzufangen. es wird zeit, eigentlich wollte ich das schon anfang des monats machen, aber es ging nicht.

ich habe das bedürfnis, mir etwas gutes zu tun, aber ich habe keine ahnung, was. ich bin zu lahm und zu lethargisch zum lesen, zum malen, zu anstrengend, stadtbummel = zu viele menschen, ausmisten vielleicht, keine ahnung. ich bin gerade sogar zu faul, einkaufen zu gehen obwohl ich genau weiß, dass ich das morgen früh, wenn ich kein amarant-müsli zum frühstück im haus haben werde, bereue. mir fehlt jemand, der mir nahe ist in meiner nähe, der mich in den arm nimmt und festhält. einfach festhält, nicht redet, jemand der mich fühlt und mich versteht. mir fehlt jemand zum anlehnen, eine vertraute schulter, jemand, der mich hält. ich schwanke und ich habe keine ahnung, woran ich mich gerade festhalten könnte, mir fällt einfach nichts ein. ich weiß nicht mal ob ich will, dass mir etwas einfällt. ich weiß gerade gar nichts. der herr kollege wollte nachher nochmal anrufen, da freue ich mich drauf, auch wenn ich keinerlei lust habe ihn wissen zu lassen, wie es mir gerade geht.

gerade liefen seether und  theatre of tragedy, jetzt him, passend zu meiner stimmung. musik, zusammengesetzt aus tausenden bits and pieces; so fühle ich mich auch gerade. wie ein teilweise ungemachtes puzzle. die einzelnen teile haben einen festen platz, haben ihn jedoch noch nicht gefunden, liegen verloren und alleine in der gegend herum. unvollständig. zerrissen. das einzige, das ich weiß ist, dass ich überhaupt keine lust habe, in dieses loch zu fallen, das sich da gerade langsam aber sicher auftut. mir wird also nichts anderes übrig bleiben, als etwas zu unternehmen, gegenzusteuern und dafür zu sorgen, dass ich entweder drumherum laufe oder drüber hüpfe, über das loch. wenn ich etwas jetzt nicht gebrauchen kann und haben will, dann ist es ein absturz. letztendlich kostet es mehr kraft, aufzustehen und aus dem loch herauszuklettern, als gar nicht erst hineinzufallen.

10.03.2010 um 20:19 Uhr

too much.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

müde - traurig - unausgeglichen - sehnsüchtig - nah - entfernt - verspannt - klein - alleine - unsicher - unruhig - unkonzentriert - frustriert - unmotiviert - schmerzen (herz und körper) - ungefiltert - unabgegrenzt - baumelnd - ratlos - vermissend.

alles auf einmal.

 

 

26.02.2010 um 22:38 Uhr

sehnsucht

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

liebe frau dr. psychoanalytikerin,

ich vermisse sie seit tagen so sehr, ich könnte platzen. irgendwie fühlt es sich nach liebeskummer an (ich hoffe sie wissen, wie ich das meine) und ich würde sie so so so gerne sehen, hören, mit ihnen reden. sie fehlen mir, verdammte scheiße, sie fehlen mir so sehr. ich weiß nicht, wie oft ich heute schon in tränen ausgebrochen bin, wenn ich an sie gedacht habe.

nichts desto trotz geht es mir nach wie vor gut, ziemlich gut sogar, abgesehen von der tatsache, dass ich dauermüde bin und aussehe wie einmal - mit verlaub - quer durch die kotztüte gezogen (ich bräuchte nochmal 4 wochen, mindestens, um mich einigermaßen zu erholen). nach semesterende war ich eine woche nur unterwegs, feiern, ausgehen, stadtbummeln, besuche machen, etc., in der zweiten woche habe ich nur geschlafen und diese woche waren der herr kollege und ich nochmal in sachen wohnung unterwegs. nachdem wir ja quasi seit beginn unseres studiums dick befreundet sind und unsere freundschaft vor allem in den letzten beiden semestern sehr eng geworden ist, hatten wir nämlich anfang des jahres beschlossen, eine wg zu gründen; heute haben wir den mietvertrag für eine traumwohnung unterschrieben. xy-straße, das rote runde haus. designerwohnung, große, helle zimmer, komplett neu renoviert, riesen sw-balkon mit blick auf die berge, fußbodenheizung, tiefgarage, und und und. für einen sagenhaften preis. ich werde in der neuen wohnung weniger zahlen, als hier in meiner jetzigen.

ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mit dem herrn kollegen eine wg gründen will oder nicht...oder nein, halt: ich musste nicht darüber nachdenken, ob ich das will, es war mir sofort klar, dass ich es gerne würde, als das thema das erste mal auf den tisch kam. aber ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich es kann und was es bedeutet, in eine wg zu ziehen, für mich. und danach haben wir bestimmt zwei wochen täglich darüber geredet, wir wir uns das vorstellen, was wir voneinander erwarten bzgl. des zusammenwohnens, was geht, was geht nicht, und so weiter. oberstes gebot: direktheit in der kommunikation, ehrlichkeit und vor allem: uns alle freiheiten lassen, kein gegenseitiges vereinnahmen trotz nähe und es nicht persönlich nehmen, wenn es mal knallt.

und das schöne ist: das alles ist nichts, was wir erst umzusetzen zu gedenken (...der satz ist irgendwie falsch, aber ich komm nicht drauf), wenn wir dann zusammenwohnen. nein, genauso funktioniert nämlich unsere freundschaft. ich bin immer und immer wieder erstaunt über mich, DASS sie so funktioniert, denn das ist, bzw. war für mich in meinem bisherigen leben bzw. in den meisten bisherigen freundschaften (und beziehungen) ja nun weißgott eher nicht der fall. ganz im gegenteil.

und jetzt, jetzt fange ich seit einiger zeit an - nicht nur beim herrn kollegen - eine gewisse geradlinigkeit und direktheit zu leben, die mir sehr sehr gut an mir gefällt und die mir gut tut. und vor allem: es lebt sich damit einfacher, direkter eben (...). ich beobachte mich und es macht mir spaß, mein leben zu gestalten und so zu leben, wie ich es will und gestalte. ok, meine fähigkeiten, andere zu manipulieren und um den finger zu wickeln, leiden darunter natürlich nicht, aber ich setze sie (meistens) mehr oder weniger bewusst ein ... (*grins*) ... zuletzt bei unserer kurzen aber intensiven wohnungssuche. fünf tage und etliche besichtigungen (die meisten mit maklern/innen) später hatten wir unsere traumwohnung, und von den anderen 10 besichtigten hätten wir 8 bekommen. das muss uns erstmal jemand nachmachen, zumal in dieser stadt.

ich habe immer noch meine durchhänger, manchmal, in unterschiedlichen abständen, aber ich habe das gefühl, dass sie weniger werden, von mal zu mal weniger extrem, und kürzer. und vor allem: ich kann meistens schon vorher sagen, wann ungefähr es wieder so weit sein wird. oder nee, so stimmt das nicht. aber ich bin in der lage, meine gefühle/emotionen (einigermaßen) wahrzunehmen, einzuschätzen. das ist schon ein bisschen so wie ein "frühwarnsystem". dass es heute so werden wird, wie es geworden ist, mit den erwähnten sehnsuchtsanfällen, war mir schon gestern abend klar und erst recht, als ich heute morgen die augen aufgemacht habe. aber ich habe auch noch einen ihrer letzten sätze im ohr: wenn ich die gefühle und den schmerz, der mit ihnen verbunden ist, zulasse, werden sie/wird er weniger. und das stimmt. und weil ich das fühle, habe ich auch so gar nichts dagegen unternommen, noch nicht einmal, als mir heute vormittag in der stadt die tränen nur so übers gesicht gelaufen sind. das weinen tut gut. es tut. so. gut.

liebe frau dr. psychoanalytikerin. jetzt habe ich eine menge geschrieben. aber auch das hat mir gut getan (und tut es immer noch). danke fürs lesen, fürs zuhören, fürs dasein und -bleiben. auch wenn sie nicht körperlich anwesend sind, sie sind da. und danke an mich, dass ich sie da sein lasse.

ich wünsche ihnen alles alles liebe und hoffe, sie bald wieder zu sehen. vielleicht rufe ich sie irgendwann mal an, zu ihren telefonsprechzeiten (wahrscheinlich stehen sie dann wieder in einer apotheke und sind grottengenervt :-), vielleicht mag ich ja mal einen termin ausmachen, um die letzten monate seit therapieende revue passieren zu lassen und um zu besprechen, ob und wie es weitergeht, vielleicht, vielleicht, wer weiß. wir werden sehen.

ihre frau dr.

14.02.2010 um 10:52 Uhr

freunde

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 
es ist wunderschön einen freund zu haben, dem man ohne einschränkung vertrauen kann und zu wissen, dass er, egal welche entscheidung er letztendlich treffen wird, das richtige tun wird.
 

22.01.2010 um 18:02 Uhr

notwendigkeiten

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

die letzten tage und der aktuelle gesundheitliche einbruch sollen mir eine lehre gewesen sein. ich habe in den letzten tagen, wochen, monaten vollkommen vergessen - bzw. es einfach ignoriert - mich um mich und meinen körper zu kümmern. vor allem seit donnerstag letzte woche hatte ich alle, aber auch alle meine grenzen irgnoriert, ich wollte nur eines: den stoff fürs vierte testat in den kopf kriegen, koste es, was es wolle. tja. den stoff habe ich tatsächlich in rekordzeit ins hirn bekommen, aber der preis war zu hoch. am wochenende wurde ich krank, was ich aber mit antibiotikum und tausend anderen sachen einigermaßen im griff hatte, aber am testattag war ich komplett ausgeschaltet. ergo: kein testat, ausweichtermin nächste woche, mittwoch.

ich habe nur noch gelernt, bin früh aufgestanden, morgens die erste marathonschicht, kurze mittagspause, ungesundes essen, oder wahlweise gar keins, und dann weiter. am abend eine weitere pause, same game, kein oder nur ungesundes essen, und dann nochmal ran. und das, obwohl ich eigentlich überhaupt kein abend- geschweige denn nachtlerner bin. morgens früh, kein thema, aber abends ab ca. 8 uhr wird es schwierig, vor allem, wenn der ganze tag so voller lernen war. zudem hatte ich sogut wie keine bewegung, die einzige frische luft kam bisweilen durch die balkontüre, das wars. und was auch noch dazukam: aufgrund eklatanten schlafmangels und erschöpfung habe ich koffein und artverwandte substanzen in rauhen mengen gebraucht, um überhaupt über den tag zu kommen.

am testattag ging also gar nichts mehr. ich war beim arzt, größere aktion insgesamt und konnte natürlich nicht zur prüfung. scheiße. ich hab mich richtig geärgert, weil ich war super vorbereitet. ich hatte zwar nur sechs tage gehabt für kopf, arm und obere extremität, aber ich habe es noch vor keinem testat geschafft, mich so auf das wesentliche zu reduzieren. zudem waren kopf und hals themen, die mir super gut gefallen haben...ich habe festgestellt, dass ich die HNO tierisch spannend finde. ich dachte immer, das ist ein absolut langweiliger fachbereich, schnupfen hier und da, etc. aber weit gefehlt. egal jetzt. keine medizinischen inhalte heute. ... ich musste also zu hause im bett bleiben, völlig ausgeknockt, und habe von gestern abend um 19 uhr bis heute morgen um 10 geschlafen. das hat unglaublich gut getan, aber gereicht hat es nicht.

mein plan ist also folgender, da es so nicht weitergehen kann, das halte ich, hält mein körper nicht durch. ich werde nicht drum herum kommen, weiter sehr sehr viel zu lernen. nächsten mittwoch also T4, dann in 2 wochen hirntestat - hirn ist bei mir noch eine black box - mit physiologie- und biochemiepraktikum direkt an den beiden tagen davor, und am 8.2. ist biochemieklausur. das ist also noch eine verdammte menge. viel weniger lernen ist also nicht, wie gesagt, aber ich kann und werde die rahmenbedingungen optimieren und mich anders strukturieren. und vor allem: ich werde wieder mit mehr ruhe und gelassenheit an die sache herangehen. dass das funktioniert, habe ich mir bisher mehr als einmal bewiesen. alles andere bin nicht wirklich ich.

 

ich werde nicht mehr so früh aufstehen wie bisher. halb sieben reicht auch.

ich will und werde gesünder essen, wieder mehr selber kochen. mehr obst, gemüse, eiweiß, nicht mehr so viele kohlenhydrate. der plan diesbezüglich ist: ich werde morgen vormittag ausführlich einkaufen gehen, für drei tage im voraus, und dann werde ich mittags kochen, ebenfalls für ein bis zwei tage im voraus. und was noch dazugehört: ich werde meinen koffein-, teein-, taurin- und theobrominkonsum drastisch einschränken.

ich werde aufhören, zu rauchen. das tut mir so nicht gut, dieses ätzende gerauche, das habe ich in den letzten beiden tagen gemerkt, in denen ich eben nicht geraucht habe. ich fühle mich körperlich besser (trotz krankheit) ohne dieses gift.

ich werde mehr ausgleich und vor allem bewegung in meinen lernalltag einbauen. mit der bewegung habe ich heute schon angefangen. ich habe einen schönen spaziergang gemacht. ich möchte ein- bis zweimal am tag für 20-30 minuten raus, spazieren, mich bewegen. am besten dann, wenn der kopf eh zu ist, dann wirkt bewegung ja bekanntlich wunder. 

so ganz darauf verzichten, abends zu lernen, werde ich angesichts der stoffmenge nicht können. ich habe gemerkt, dass ich abends - welch wunder - kaum neuen stoff ins hirn bekomme. was ich also tun möchte: abends (damit ist ab ca. 20 uhr gemeint)  wiederholen. ich finde, das ist ein guter plan, denn wiederholen muss ich so und so, ohne das geht es kaum. klar sitzt der größte teil des stoffs, wenn ich ihn gelernt, ihn erarbeitet und meine zusammenfassung dazu geschrieben habe. aber leider reicht das eben nicht, auf die details kommt es an. also: tags neues, abends wiederholung.

und ganz ganz wichtig: ich möchte trotz durchstrukturiertem lerntag auf mich, meinen körper, meine grenzen hören. negativbeispiel, und das soll mir eine lehre sein, der letzte mittwoch, ein tag vor dem testat: ich saß morgens von 6 bis halb 11 am schreibtisch und habe gelernt. dann war ich von 11 bis 12 in der klinischen anatomievorlesung (war superspannend, HNO), anschließend habe ich bis kurz vor 14 uhr mit dem kommilitonen c. den testatstoff nochmal durchgesprochen, und von 14 bis 18 uhr hatte ich präpkurs, inkl. sonokurs. und danach war dann ende gelände. und das schlimme ist: ich konnte mittags schon kaum mehr, bei der besprechung mit c. habe ich schon gemerkt: hoppla, grenze. und ich habe sie ignoriert, gnadenlos. naja, wie die retourkutsch aussah, ist ja bekannt.das passiert mir nicht noch einmal.

 

ich stelle mir das also folgendermaßen vor: morgens werde ich als aller erstes ein thema fürs T4 wiederholen (bis mittwoch). danach werde ich ein bis anderthalb stunden biochemie machen und dann kommt das hürn dran. bis abends eben, und zum abschluß des tages wird das hürnthema des vortages wiederholt.die pausen will ich von der zeit her jetzt nicht festlegen, das bringt mich nur unter druck. ich werde sie dann machen, wenn ich sie brauche. entweder werde ichein bisschen schlafen, oder rausgehen, oder eben anderweitig entspannen, kochen, wie auch immer.

so. das musste jetzt sein. der tag heute war - trotz böser kopfschmerzen - gemütlich. naja, den größten teil habe ich schlafend oder dösend im bett verbracht. am frühen nachmittag war ich dann zu mittagessen und zu einer großartigen cranio-behandlung beim kommilitonen c. mein kiefergelenk war links etwas verschoben, es saß nicht hundertprozentig da, wo es hingehörte. kein wunder, dass sich mein kopf die ganze zeit etwas scheps angefühlt hatte. danach habe ich tief und fest geschlafen, war dann spazieren und jetzt werde ich mich noch ein bisschen um die bude kümmern. geschirr, staub wischen, saugen. alles gemütlich, nur ja keine hektik.

14.01.2010 um 22:51 Uhr

allerlei

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

Musik: lifehouse

heute hat mir mein unterbewusstsein zur abwechslung mal wieder einen streich gespielt. mittags mit dem kommilitonen c. telefoniert, beide hatten termine in der stadt, beide um 14 uhr präpkurs. ausgemacht, dass wir um 13 uhr in die stadt gehen, jeder sein zeug erledigt und wir uns dann per handy zusammentelefonieren und einen kaffee trinken gehen. ich also los, brauchte nachschub an grünem tee, in die stadt gefahren, geparkt, zum teeladen, um dann vor eben jenem geschäft wie angwurzelt stehen zu bleiben...handy zu hause vergessen. ich habe mein handy noch NIE! vergessen, geschweige denn, wenn klar war, dass ich es brauche. noch nie. noch gar nie. aber heute. wahrscheinlich kam hier und heute zum tragen, dass ich mich in den letzten tagen zweimal über den kommilitonen geärgert habe. nichts schlimmes, gott bewahre, aber meine nerven liegen lerntechnisch blank, und ich habe mich eben geärgert. und vergesse promt das handy. keine chance also, gemeinsam einen kaffee trinken zu gehen. nunja. ich werde darüber nachdenken.

testat gestern bestanden, ohne probleme, aber leider auch ohne anschließende pause. ich habe jetzt genau eine woche für die obere extremität, den kopf und den hals. ganz. großes. kino. und weil ich völlig erledigt bin, gehe ich jetzt ins bett, gekonnt die tatsache ignorierend, dass mir für die vollständigkeit der armmuskulatur noch 5 muskeln fehlen. aber ich kann schlicht nicht mehr. geht gar nicht. morgen wieder.

31.12.2009 um 21:36 Uhr

jahresrückblick 2009

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

so. nun sitze ich also hier, am abend des letzten tages dieses jahres, 2009. ich habe noch den kommilitonen c. vom bahnhof abgeholt, wir haben kaffee getrunken und noch ein bisschen gequatscht und jetzt bin ich wieder hier, bei mir. zu hause. ich habe alles abgesagt und werde alleine bleiben. nicht aus sozialphobischen stimmungstendenzen heraus, nein, es geht mir gut, aber ich will alleine sein. ich will dieses jahr alleine beenden und das neue alleine anfangen. bei mir, mit mir, ruhig und gelassen.

es war ein aufregendes jahr, das ist mir gestern in der kbt nochmal bewusst geworden. ich habe mit symbolen dieses vergangene jahr gelegt, und eine vorschau auf das nächste gewagt. die grundstimmung und tendenzen bezüglich beiden war ganz eindeutig. 2009 war aufregend, es war ein hoch und runter, bisweilen extrem, ich war wütend, habe getreten und abgewehrt, war weich und kopflos, bisweilen auch hilflos und gefühlt alleine, und dann immer wieder wieder bei mir, überlegt, ruhig und gelassen. mein fazit war die aus lauter verschlungenen weidenzweigen erschaffene kugel. bewegt, verschlungen, aber rund. 

ich habe eine menge geschafft dieses jahr. und ich bin stolz auf mich. aber fangen wir vorne an. 

es war mein nunmehr zweites jahr im medizinstudium, 2008 begonnen, immer noch dabei. es war meine entscheidung, meine ganz alleinige entscheidung, einen schlußstrich zu ziehen um endlich das zu tun, was ich tun wollte, seit ich tun wollen kann. medizin studieren, ärztin werden. der umweg war notwendig, um letztendlich da anzukommen, wo ich immer hinwollte. auf dem weg zu mir (in diesem fall beruflich). und das bin ich. ich habe zum ersten mal in meinem leben das gefühl, angekommen zu sein, da angekommen zu sein in meinem (beruflichen) leben, wo ich irgendwann angekommen sein wollte. ich liebe dieses studium und ich genieße - trotz aller zu lernenden berge - jede minute.

angefangen hat dieses jahr mit chemielernen. war hart, seit 14 jahren kein chemie mehr gehabt, aber interessant und nach einer ersten hängepartie lief das auch, ebenso die abschlußklausur. im februar dann die wiederaufnahme als stipendiatin ins studienwerk mit abgesicherter vollförderung bis 2015. bedeutet: keinerlei finanziellen engpässe bis zum ende meines studiums, inklusive pj. highlight des ersten quartals. definitiv. weiter gings mit histologie, dann mit biologie in den ferien, erstes histotestat, histo teil 2, seminare physiologie, biochemie und molekulare medizin mit referaten und abfragerunden, sowie mit meinem wahlfach neurochirurgie und dem histotestat 2, und vor den sommersemesterferien dann noch physikklausur. abgeräumt hab ich in physik, gnadenlos, mit genau zwei tagen vorbereitung. am tag vor dieser klausur war ich sogar noch mit im op, bei einer gehirntumoroperation, die mich sehr sehr beeindruckt hat. wie dem auch sei, physik bestanden, sommersemester erfolgreich beendet.

was blieb, waren das gefühl, das richtige zu tun und die erinnerung an zwei extreme ereignisse. zum einen der psychiatrische notfall der (damals noch) befreundeten kommilitonin, anfang juli. psychose, dissoziation, notarzt, polizei, psychiatrie. und ich mitten drin, darum bemüht, das allerschlimmste zu verhindern, nämlich dass sie fixiert und angebunden und so abtransportiert werden muss. ist mir gelungen - kunststück, ich war die einzige, die sie in ihre nähe gelassen hat, ohne auszurasten. ich hatte sie gefühlte stunden im arm, habe, wie auch immer, mit ihr kommuniziert, bin im notarztwagen mit in die psychatrie 1, um dort von einer etwas überforderten assistenzärztin gefragt zu werden, was wir denn jetzt tun sollen; jetzt weiß ich wenigstens wie es sich wirklich anfühlt wenn man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. nämlich genau so. treffender lässt sich dieses gefühl nicht beschreiben. wie dem auch sei, in der psychiatrie 1 war kein bett frei, es ging also weiter in die psychiatrie 2, 25 km entfernt. es war ein act, madame in den krankentransport zu verfrachten und es hat mich einen großteil meiner restlichen kräfte gekostet, das zu vollbringen. wieder bin ich mitgefahren, mittlerweile waren dann auch ihre eltern unterwegs, die immer wieder bei mir auf dem handy anriefen und nach dem zwischenstand fragten. angekommen, madame irgendwie - und wenn ich irgendwie sage, dann meine ich das in diesem fall auch so - in die aufnahme gebracht, sie war mittlerweile hochgradigst dissoziiert, nicht mehr anwesend, konnte kaum mehr laufen. lange rede, kurzer sinn. als dann nochmal fast zwei stunden später ihre eltern kamen und mir ihre mutter erst mal weinend in den arm fiel, war ich dann endgültig am ende meiner kräfte angekommen. ich habe keine ahnung, wie ich es geschafft habe, immer noch zu funktionieren, ihre mutter zu trösten, dem gerade gekommenen nachtdienst noch ein paar nachgefragte infos zu geben, meine heimfahrt zu organisieren, auf den beinen und bei all dem vor allem bei mir zu bleiben. ist mir gelungen, sehr gut sogar. ich war zwar am nächsten tag, einem samstag, völlig erledigt, brauchte ruhe, das erstmal alles zu verarbeiten, aber trotz allem war ich relativ ruhig und gelassen und habe mich nicht aus den augen verloren. zu jeder minute war mir klar, was ich fühle, wie es mir geht und dass es unglaublich wichtig ist, genau das nicht aus den augen zu verlieren.

das zweite  erlebnis war der tag mit den hiesigen notärzten, die ich begleitet habe, ein tag, der mit einem krassen einsatz und dem tod des patienten endete. ich war die ganze zeit mit eingebunden in die lebensrettenden maßnahmen, die notärztin hat mir anweisungen gegeben und ich habe sie mit einer traumwandlerischen sicherheit ausgeführt. beatmet, gepumpt, rhythmuskontrolle, adrenalin gespritzt, all das, was man als notärztin so macht und nebenbei auch noch der ehefrau tröstend zur seite getanden, mit eingepackt und in die klinik gefahren. die abschiedsworte der notärztin werde ich wohl nicht mehr vergessen: frau grenzi, ich habe noch nie eine anfängerin so professionell arbeiten sehen. ich stand die ganze zeit zwei meter neben mir, aber mit einem messerscharf und glasklar funktionierenden verstand, als würde ich seit jahren nichts anderes machen, als menschen das leben zu retten (oder, wie in diesem fall, auch nicht). jeder handgriff saß, keine emotionale regung, funktioniert auf professionellem niveau. das war die erste richtige, professionelle bestätigung, dass ich genau das richtige tue. ich kann es, kann unter extrembedingungen klar denken und funktionieren, eben genau das, was eine angehende anästhesistin, notfall- und intensivmedizinerin können sollte, bei aller vorhandenen menschlichkeit.

zwei wochen im sommer habe ich nichts getan, war sogar mal wieder im urlaub, in dublin und habe ein bisschen freie zeit genossen. gegen ende august ging es mit dem lernen dann aber schon wieder los, das präppkurseingangstestat stand an, anfang oktober, ein berg zu lernen. außerdem die psychologieklausur, direkt eine woche danach. und nun, ja, bin ich mitten im dritten semester. auf dem stundenplan stehen physiologie, biochemie und anatomie, von allem die volle dröhnung. vor allem anatomie. insgesamt 5 testate, zwei sind rum, bestanden, aber die drei schwersten und umfangreichsten stehen noch an. ich habe noch nie in meinem leben so viel in so kurzer zeit gelernt. ich muss zugeben, bisweilen bringt mich das an den rand meiner kräfte, physisch wie psychisch, permanenter druck, die angst, es nicht zu schaffen, permanent übermüdet und an den grenzen meiner aufnahmefähigkeit. aber so anstrenged das auch ist: ich mache es gerne, und gut; und das hat schon so seinen ganz eigenen reiz, diese andauernde extremsituation. mein gott was bin ich froh, dass ich trotz allem relativ stressresistent bin. ich arbeite seit wochen durch, ohne mal einen tag pause am wochenende, teilweise 12, 13 stunden am tag und direkt vor den testaten auch länger. aber sogar daran gewöhnt man sich, denn wo ich früher nach solchen lernexzessen drei tage oder noch länger gebraucht habe, reichen mittlerweile ein paar stunden ruhe, um mich zu erholen, um weitermachen zu können. ich meine, ewig möchte ich das so nicht haben, aber das dritte semester ist das heftigste, aber auch das wird vorbei gehen. und als ärztin werde ich nun auch nicht gerade einen 9 to 5 job haben, vor allem nicht als notfall- und intensivmedizinerin, das ist arbeit am limit. aber das paast zu mir, ich bin auch ein extremer mensch, weit entfernt vom durchschnitt.

und trotz allen stresses habe ich doch meine ruhe und gelassenheit (wieder-)gefunden und ein gefühl der inneren sicherheit, ein gefühl, das ich so lange nicht hatte, nicht kannte. ich hatte viel stress, ja, aber ich habe immer wieder zu mir zurückgefunden, habe mich nie ganz aus den augen verloren, habe für mich gesorgt und auf mich aufgepasst, mal mehr, manchmal auch weniger, mal bewusster, mal weniger bewusst, aber dennoch immer irgendwie.

und neben allen lernens und der uni habe ich weiterhin an mir selber gearbeitet, dreimal in der woche auf der couch, bei meiner geliebten werten frau dr. psychoanalytikerin, und zwischen den couchsitzungen alleine mit mir. und es hat sich dieses jahr so vieles getan, so vieles. ich glaube, das war das wichtigste therapiejahr. das erste mal ist mir wirklich aufgefallen, dieses jahr, dass da eine ganz große ruhe und gelassenheit in mir ist, die ich bis dato so noch nicht wahrgenommen hatte. bei aller aufgeregtheit, bei allem stimmungsschwanken und bei allem pendeln, da ist ruhe in mir, ruhe und gelassenheit, ein teil von mir, der seinen platz haben will und mittlerweile auch bekommt. die wichtigste erkenntnis diesbezüglich war das wahrnehmen des kleinen kindes in mir, die beschäftigung mit ihm, ihm zuhören und es ernst nehmen, das zu wollen und es auch zu können. seit dem hat es seinen platz, das kind, und wenn es etwas will, dann höre ich ihm zu und kümmere mich um mich. dieses kind ist ein ganz ganz wichtiger teil von mir, ein teil, den ich lange verdrängt und verleugnet hatte. kein wunder, dass es bisweilen vehement versucht hatte, sich bemerkbar zu machen. jetzt darf es sein, hat seinen platz, und ich nehme eswahr und an. und das schönste: es steht nicht im gegensatz zu der erwachsenen frau dr. grenzi, die ich eben auch bin, und es steht auch nicht im gegensatz zu all dem, was die erwachsene frau dr. tut, manchmal tun muss, zu dem, was zum erwachsensein eben dazugehört. verantwortung zu übernehmen, allen voran für mich. das geht, es geht beides. seit ich das herausgefunden habe und es praktiziere, geht es mir so viel besser. die ganze ruhe und gelassenheit, die braucht als basis nicht nur die erwachsene, sie braucht eben auch das kind; das kind, das mit großen kinderaugen neugierig in die welt blick, träumt, im jetzt lebt, aber manchmal eben auch bockig oder traurig ist. es ist ein teil von mir. das bin ich. ich.

die zweite wichtige erkenntnis war, dass ich auf eigenen beinen stehen kann. manchmal etwas wackelig, aber manchmal, immer öfter, eben auch fest auf beiden, auf meinen beinen. da ist ein halt in mir, tief innen drin, an dem ich mich festhalten kann. manchmal nehme ich ihn nicht wahr, diesen halt, aber immer wieder ist es mir gelungen, ihn wiederzufinden. ich hatte auch meine schwankungen, und das ein oder andere mal bin ich auch abgestürzt, in das loch, die dunkelheit, die unsicher-, halt- und hilflosigkeit. ja. bin ich. aber nie bin ich so tief gefallen, dass ich nicht wieder alleine hätte aufstehen können. ok., einige wenige male war ich auch beim vertretungspsychodok, vor allem im sommer, als die werte frau dr. psychoanalytikerin in fernen gefilden weilte, und einmal auch nach dem therapieende, vor einigen wochen. aber mir war klar, dass eben dieser schritt zum doc ein teil des wiederaufstehens ist, und immer habe ich es wieder geschafft, und es hat nie lange gedauert.

ganz ganz wichtig war auch der endgültige ablösungsprozess von meinen eltern. der letzte schritt, der hatte noch gefehlt, und den habe ich im sommer - mit einer denkwürdigen aktion - vollzogen. und seit dem, seit dem fühle ich mich freier, unabhängiger - kunststück - näher und vollständiger bei mir. 

und in diesem zusammenhang auch wichtig war das überdenken einer verbindung, die mich in der form, in der sie noch bestand - nicht mehr glücklich und zufrieden machte. ich habe viel nachgedacht, habe meine grenzen neu sortiert und gezogen, meine wünsche und bedürfnisse diesbezüglich überdacht, prioritäten gesetzt und vor allem: ich habe danach gehandelt. und seit dem ist alles ok, für mich, ich fühle mich wieder wohl. ein riesen schritt. insgesamt war das letzte quartal dieses jahres geprägt vom nachdenken über meine sozialen kontakte, über die menschen, die ich an meiner seite habe, darüber, was ich innerhalb all dieser kontakte, verbindungen, beziehungen möchte, was ich für bedürfnisse und anliegen habe und inwiefern diese berücksichtigung finden, inwiefern ich berücksichtigung finde, wie ich sehe und gesehen werde. das war ein unglaublich interessanter und auch schöner prozess. ich habe dabei versucht, nicht zu bewerten, weder mich noch die anderen, und je länger ich hinschaute und -fühlte, desto mehr sah ich, was wirklich da war. es ist eine kleine handvoll menschen, die ich an meiner seite habe, die da ihren platz haben, in meinem leben, und ich einen platz in ihrem, jeder für sich, so wie er/sie ist. menschen, die ich nicht missen möchte, die da sind, jeder auf seine weise. menschen, die mich sehen und genau so akzeptieren, wie ich bin, fern ab allen leistungsdenkens, menschen, die mich genau deswegen mögen, weil ich eben so bin, wie ich bin, so, und nicht anders. ich bin nicht alleine, ganz sicher nicht. es ist noch nicht lange her, dass mir genau das bewusst geworden ist, in einem moment, in dem es mir nicht ganz so gut ging. ich war traurig und fühlte mich hilflos und alleine, habe aber den abend mit dem herrn kollegen verbracht. es war ein wundervoller abend, ganz viel freundschaftliche, ungezwungene, unkomplizierte nähe und vertrauen. das hat mir so unglaublich gut getan (und er wusste noch nicht einmal, dass es mir nicht so doll ging, aber wahrscheinlich hat er es irgendwie gefühlt). wie dem auch sei. als ich dann nachts in meinem bett lag, traf mich diese erkenntnis wie ein, ein...naja, wie eine wichtige, große erkenntnis eben. ich bin nicht alleine, nicht einsam. ich nicht. ich habe vielleicht derzeit keinen freund, aber ich bin nicht alleine. das war unglaublich schön, unglaublich erleichternd, das zum ersten mal wirklich zu fühlen. zu fühlen, dass ich nicht alleine bin, nicht auf dieser welt.

die wichtigste entscheidung, die ich dieses jahr getroffen habe war die, die analyse erstmal zu beenden. das kassenkontingent lief aus, ich hatte mehr als 200 sitzungen gehabt, und ich konnte nicht mehr, wollte nicht mehr. pause. ich war aufgewühlt, unglaublich aufgewühlt, denn auch nach der sommerpause, die ich dieses jahr sehr sehr gut überstanden habe, hat sich noch so viel getan. ich war permanent aufgewühlt und hatte immer mehr das gefühl, dass all die erkenntnisse, all die emotionen immer und immer wieder aufgewirbelt werden, keine zeit haben, sich zu setzen. wie der sandboden im meer der, sobald er sich gelegt hat, von der nächsten welle wieder aufgewühlt wird. wieder. und wieder. und immer wieder. ich war so unglaublich müde, konnte nicht und hatte keine lust mehr, habe abgewehrt, über weite strecken keinerlei erkenntnisse in den sitzungen zugelassen und viele, sehr viele deutungen, die mir die werte frau dr. so an steilvorlagen gab, habe ich herumgedreht, um sie dann ich die ecke zu knallen und keines blickes mehr zu würdigen. irgendwann war mir klar, dass ich eine pause brauche, vielleicht sogar lieber erstmal mit der kbt weitermachen würde, aber es hat noch eine weile gedauert, bis ich das auf der couch von mir geben konnte. sobald ich das allerdings getan hatte, sobald ich gesagt hatte, schluß erstmal, halt und stop, sobald das heraus war, ging es mir besser. erleichtert, leichter, und von da an ging es dann auch wieder vorwärts, in der therapie, in den sitzungen. das war, hmmm, wann war das? anfang oktober muss das gewesen sein, als klar war, dass das kontingent nicht erst im dezember, sondern schon mitte november ausläuft. es lief, und ich war glücklich. letztendlich habe ich eine punktlandung hingelegt, mit der wichtigsten erkenntnis der ganzen therapie, in meiner vorletzten sitzung. das erreichen der depressiven position nannte es madame, und ohne diesen begriff jemals gehört zu haben wusste ich, was es bedeutet. ich habe es gefühlt und fühle es noch immer, wann immer ich an eben jene erkenntnis denke. die letzte sitzung war unglaublich traurig und wunderschön zugleich. ganz nah, vertraut, liebevoll, ehrlich, authentisch. ich liebe meine therapeutin von herzen und ich bin ihr unglaublich dankbar für all die geduld, ihre ruhe, ihre art, mit mir umzugehen, ihre kongruenz und authentizität. bei aller therapeutin, es war auch immer der mensch anwesend. anders hätte es nicht funktioniert, das muss sie von der ersten sekunde an gefühlt, gewusst haben, und dennoch hat sie mich genommen, hat mich auf sich genommen. den ganzen weg ist sie mit mir gegangen, den ganzen langen weg, nachdem sie mir das leben gerettet hatte bzw. es mir ermöglich hatte, dass ich mir selber das leben rette, indem sie von der ersten sekunde an, da wir uns am telefon gehört hatten, eben so war, wie sie war. wäre sie nicht gewesen, wäre ich heute nicht mehr. sie ist den ganzen weg mit mir gegangen, mal vor, mal hinter mir, mal rechts und mal links. aber immer war sie da, immer war sie zur stelle, wenn es brannte, klemmte, wenn ich nicht konnte oder wollte oder beides. immer und immer wieder hat sie es geschafft, mal lauter, mal leiser, dass ich mich weiter bewege. ich habe ihr vertraut, tue es noch immer, auch wenn mir das nicht immer bewusst war, ich nicht immer auf mein diesbezügliches gefühlt gehört habe. es gibt auf dieser welt keinen einzigen menschen außer dieser frau, der so viel von mir weiß, der alles, fast alles von mir weiß. ich habe es immer wieder nicht geschafft, die letzten reste der maske wegzulassen, einfach ich zu sein, nur ich, ohne den letzten rest fassade. sie hat es gewusst, gefühlt, wir haben es in der letzten stunde angesprochen. bzw. ich habe es angesprochen, habe ihr genau das gesagt und es hat mir so unendlich leid getan, für mich selber, dass es eben so war.

jetzt sind es sechs wochen, dass die therapie (vorerst) zu ende ging, und es geht mir erstaunlich gut. ich hatte den ein oder anderen durchhänger, ja, aber es geht mir gut. ich bin bei mir, immer wieder ganz ruhig und ganz gelassen, gefalle mir und mag mich so. ich habe die augen offen, nach innen gerichtet und nehme mich wahr. und es gab noch keinen einzigen moment, in dem ich meine therapie, meine therapeutin abzuwerten, kaputtzumachen, zu demontieren versucht habe. ganz im gegenteil. ich bin unglaublich dankbar und froh, dass ich therapie und therapeutin hatte, habe. momentan findet sie nicht statt, zumindest nicht auf der couch, nicht in anwesenheit der werten frau dr. psychoanalytikerin. aber in mir drin, da findet sie statt, da tut sich so viel, so viel. und sie wohnt in meinem herzen, meine therapeutin, sie hat einen großen feinen platz bekommen, an dem sie sich langsam aber stetig eingerichtet hat, sich einrichten durfte und da soll sie bleiben. meine therapeutin. mein gefühl momentan ist, dass mir die pause von der analyse super gut tut, und für den moment ist die kbt völlig ok. aber es gibt dinge, das wird mir langsam klar, die möchte ich analytisch anschauen, möchte sie verstehen, sonst werde ich nicht mit ihnen umgehen können. wann das sein wird, das sagt mir mein gefühl allerdings gerade nicht. ich werde es also auf mich zukommen lassen, und wenn dann der moment gekommen ist werde ich das daran merken, dass ich den telefonhörer in der hand und ihre nummer gewählt habe. es gibt kein zu früh, und es gibt auch kein zu spät. aber es gibt richtige oder falsche momente. und ich werde den richtigen moment nicht verpassen. bis dahin werde ich leben, mein leben leben, es mir mit mir gutgehen lassen und mich hoffentlich mit all den teilen meines ich anfreunden, die ich noch so entdecken werde.

dieses jahr war verschlungen, aber es war rund. ich habe es über weite strecken genossen, auch wenn es bisweilen sehr anstrengend war. es war ein jahr, in dem ich gelebt habe, mein leben gelebt habe. ein jahr, in dem ich endlich die regie übernommen habe, ich alleine. ein jahr, das geprägt war von vielen erkenntnissen. erkenntnisse, die mich aufgewühlt, die mich verändert und mich geprägt haben und das weiterhin tun werden. ich habe es geschafft, mal mehr, mal weniger, verantwortung zu übernehmen, verantwortung für mich, für mein leben. verantwortung zu übernehmen für das, was ich tue und vor allem für das, was ich nicht tue. ich habe gelernt, meine grenzen wahrzunehmen und sie aufrecht zu erhalten und wenn keine da sind, sie zu errichten und sie zu verteidigen. ich bin holprig, aber dennoch, in mein leben gestolpert, dieses jahr, und irgendwann werde ich angekommen sein. ich habe noch einen weiten weg vor mir, aber zum ersten mal bin ich bereit, diesen weg zu gehen, mit allem, was er zu bringen vermag. ich bin neugierig, vor allem darauf, was ich noch so alles über mich lernen werde. angst ist immer noch da; ich glaube, die angst vor dem leben und auch vor den menschen werde ich wohl nie ganz loswerden, das kann auch nicht mein ziel sein. was ich aber geschafft habe ist, anzufangen, mit der angst zu leben, sie als ein teil von mir zu akzeptieren und mich von ihr nicht unterkriegen zu lassen. die beste voraussetzung, einen schritt nach dem anderen ins leben zu machen. in mein leben.

es gibt keine wiedergutmachung, es wird keine wiedergutmachung geben. das einzige - und wichtigste -  was ich tun kann ist, mit dem schmerz leben zu lernen und ihn als ein teil von mir zu akzeptieren.

30.12.2009 um 13:10 Uhr

überfordert

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

oh hilfe. innerhalb kürzester zeit zwei anrufe bzw. sms bezüglich meiner sylvesterplanungen. die annahme des angebots des anrufers - der herr kollege - bedeutete eine etwas größere aktion inclusive zugreise nach b. bzw. nach k. und einiges an vorausplanung. action eben. gleichzeitig fiel mir ein, dass die frau dr. traumfrau auf dem weg nach b. wohnt, und ich da ja auf der rückfahrt aus dem zug springen könnte. natürlich habe ich sie telefonisch nicht erreicht, handy ist aus. scheiße. und gleichzeitig fangen meine gedanken an, zu galloppieren, wahrscheinlich hat sie das handy nur aus, weil ich ihr gestern eine sms geschrieben habe und sie nicht von mir erreicht werden will. manchmal geht mir mein kopf dermaßen auf die nerven. die andere anfrage fragte nach der bestätigung der bereits ausgesprochenen einladung. und nun sitze ich hier, völlig unfähig einen sinnvollen gedanken zu fassen, bin innerlich total unruhig und überfordert von soviel lieben wir-mögen-dich-und-wollen-dich-dabei-haben-bekundungen und habe keine ahnung, was ich machen soll. hil-fe. müsste ich in dieser sekunde eine entscheidung treffen, würde ich mich für völliges alleinesein und rückzug entscheiden. aber diese entscheidung wäre meiner überforderung geschuldet. vielleicht sollte ich ein bisschen hinhören, was mein inneres wirklich sagt und will, ohne jegliche gedanken ans außen. ich schätze, das ist die sinnvollste idee, die ich in den letzten 60 minuten hatte.

20.12.2009 um 14:50 Uhr

wachsen? er-wachsen?

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

der stadtmarathon gestern war ein schöner. ich habe alles bekommen, was ich wollte, und noch viel mehr. außerdem haben wir uns im asia-shop mit sushi-utensilien eingedeckt, weil der werte herr s. aus b. die idee hatte, für die komplette wg des herrn kollegen f. eben sushi zu machen. gesagt, getan. nachdem wir das weihnachtsgeschäft erledigt hatten und selber relativ erledigt waren, gings direkt ab zum herrn kollegen. ein kilo reis gekocht, ein halbes kilo rohen fisch geschnitten sowie avocados, surimi-stäbchen, algenblätter mit klebereis beschmiert, gefüllt, gerollt. und das zu dritt, eine stunde wie am fließband, dann war sushi für 10 personen fertig. und geschmeckt hat das einfach nur großartig. sushi, ingwer, wasabi und sojasoße. hmmm. von dem zeug bekomme ich einfach nicht genug.

und heute? heute habe ich meine ruhe, bin ruhig und gelassen und zufrieden. die sonne scheint vom blauen himmel bei immer noch -16 grad und ich wurschtel so vor mich hin. ich habe meine steinsammlung geputzt, die bude auf hochglanz gebracht, gewaschen, die wassersteine endlich mal wieder abgekocht, das bad geschrubbt, und noch so einiges vergnügliches mehr.

gerade, da mein reis auf dem herd vor sich hingart fiel mir auf, dass ich mich erwachsenen menschen gegenüber ganz selten als gleichwertiger erwachsener fühle, sondern vielmehr wie ein kind. ein kind das zum erwachsenen aufschaut, übermäßigen respekt vor dessen erfahrung und wissen hat, sich dumm und klein vorkommt und ständig beweisen will, wie toll und wie gut und clever es doch ist. riesen diskrepanz zwischen innen und außen, denn kein mensch der mich nicht wirklich kennt würde je auf die idee kommen dass da in wahrheit ein kind vor ihm steht, das völlig verunsichert ist und kaum weiß, wie es sich verhalten soll. meine kompensation diesbezüglich ist nahezu perfekt. aber jetzt, da mir das mal so bewusst geworden ist kann ich - liebe frau dr. psychoanalytikerin, ich habe die ehre - mal genau beobachten und sammeln. aber ich sehe schon, ich werde irgendwann in nicht allzu ferner zeit meinen weg zurück zur frau dr. finden. es gibt dinge, die möchte ich analysieren, sonst kann ich auch nichts ändern. aber bis es so weit ist werde ich versuchen, ein kleines bisschen erwachsener zu werden.