grenzwandel

02.01.2013 um 19:40 Uhr

volltreffer

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich habe einen unglaublichen widerwillen gegen jegliche kommunikation mit meiner mutter, seit sie mir am heiligen abend vor den latz knallte, sie sei der meinung, meine therapeutin hätte mich viiieeeel zu lange bei sich in therapie behalten und mir nur das geld aus der tasche gezogen. ich war so unglaublich verletzt und so dermaßen wütend, dass ich ihr vor die füße warf, dass eben jene therapeutin mir das leben gerettet hatte, woraufhin sie lediglich lapidar meinte, das hätte wohl jeder andere therapeut auch gekonnt. denkt sie eigentlich nach, bevor sie was sagt? ich habe am heiligen abend gute mine zum bösen spiel gemacht, des familienfriedens willen und seit dem die kommunikation drastisch reduziert. jetzt höre ich, dass sie am silvesterabend die treppe runterfegallen und sich ein paar rippen angebrochen hat. angrufen hat man mich nicht, um mir das zu erzählen, nein. aber mir jetzt indirekt einen vorwurf machen, dass ich es noch nicht mitbekommen habe. hallo?? halloho??? jeder ist für sein leben selbst verantwortlich (übrigens auch dann, wenn er in therapie ist) und wenn ich will, dass jemand etwas erfährt, dann sorge ich dafür und hoffe nicht darauf, dass ihn die erleuchtung ereilt und er das schicksal des anderen auf einmal aus dem kaffeesatz zu lesen vermag. ich bin so wütend, immer noch, so verletzt und so unwillig, zu kommunizieren. ich hatte noch nie groß das bedürfnis, meine mutter an meinem innenleben teilhaben zu lassen, schon als kind nicht, aus dem gefühl heraus, sie versteht es nicht, und jetzt erst recht nicht mehr. ich habe keine lust mehr auf dieses gefühl des mich unverstanden fühlens. ich hab kein bock mehr. es wird vermutlich eine ganze lange weile dauern, bis sich dieser unwille zur kommunikation wieder gelegt hat.

musste das sein? musste das wirklich sein? hm? mama? musstest du diesen pfeil unbedingt abschießen? war das wirklich notwendig??

 

29.12.2012 um 10:20 Uhr

schlingernd

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich hänge. ich bin müde, kaputt, langsam, emotional defizitär, traurig, nah am wasser gebaut und meine kindlichen anteile fühlen sich schwer vernachlässigt. gestern abend habe ich sie mir mal wieder ausführlich angeguckt und schnell war klar, dass hier gerade einiges im argen liegt. der säugling hängt schlaff auf meiner schulter und will fester gehalten, gewärmt und geborgener sein, das kleine mädchen ist traurig und überfordert und der teenager fühlt sich abgelehnt und hat sich zurückgezogen. und als folge geht es der erwachsenen frau dr. nicht besonders gut, weil ganze teile ihrer seele einfach unterversorgt sind. nicht genug beachtet, gewürdigt, nicht genug liebe und geborgenheit von innen heraus. einsam und alleine hängen diese anteile im seelennetzwerk, als gehörten sie nicht dazu und wollen genau das doch so gerne. mehr noch: sie brauchen es zum überleben. sie wollen und müssen genährt werden, "artgerecht", sonst verwelken sie.

ich sitze also mal wieder hier und versuche, diesen zustand wieder hinzubiegen, zu flicken, auszubessern, hier ein schräubchen gedreht und da, sowie ein bisschen seelenklebstoff, bestehend aus den komponenten liebe, geborgenheit, verständnis und akzeptanz. nein, es ist nicht schlimm, dass es mir nicht gut geht, das darf durchaus sein, ich bin keine maschine, aber es fühlt sich nicht schön an und es raubt mir energie und kapazitäten. und gleichzeitig, mit jeder stunde, die dieser zustand anhält, macht sich die angst breit, ihn nicht in den griff zu kriegen. nein, eine abgrund ist nicht in sicht, noch nicht, und das soll auch so bleiben. nicht immer muss mein leben in der mitte verlaufen, viel zu oft vergesse ich, dass es auch ein rechts und ein links der mitte gibt, beides durchaus lebbar ohne dem abgrund, der dunkelheit zu nahe zu kommen. rechts und links, mitte, links und rechts. alles teile eines ganzen, variationen meines seelenzustands.

annehmen. hingucken und annehmen, mir zuhören, geduldig sein und akzeptieren, dass es so ist. es wird auch wieder anders werden. geduld mit mir selbst und vor allem: die ansprüche an mich mal wieder ein bisschen zurückschrauben. die messlatte hängt derzeit zu hoch. zurück zur realität, ins hier und jetzt, beide beine auf den boden, denn nur hier werde ich zu mir zurückfinden, zu der ruhe und gelassenheit, die ich so an mir liebe und die ich derzeit schmerzlich vermisse.

luftschlösser und traumbauten haben keine wegweiser. denn die werden in der realität aufgestellt.

27.12.2012 um 00:42 Uhr

ratlos

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich hasse diese völlig ereignislosen nächte in der klinik. nichts los, absolut tote hose. hier ein bisschen gewurschtelt, da ein bisschen und schon ist man wieder arbeitslos. mist blöder. da bleibt einfach zu viel zeit zum nachdenken und vor allem, sich selbst auf die nerven zu gehen. und das tue ich ja schon seit tagen. mir auf die nerven gehen. und was noch schlimmer ist: ich gehe allen anderen um mich herum, nah und fern, gleich mit auf die nerven, weil ich nicht aufhören kann, zu ziehen und zu zerren. ich fühle mich vernachlässigt, vergessen und zu wenig beachtet. ich zicke und zerre, maule und motze, stichel und stachel. dabei hat sie es nicht verdient. sie ist mit ihren gedanken ständig bei mir, nur leider fehlt ein bisschen die gelegenheit, mich das so zeitnah und ausführlich wie sonst wissen zu lassen. so sehr wie nie macht sich die entfernung bemerkbar, und mehr denn je bräuchte ich die kommunikation, die dies wenigstens ein bisschen zu kompensieren in der lage ist. ich bin aber nicht der mittelpunkt ihres lebens, und zerreißen kann sie sich auch nicht. ich gehe mir auf die nerven, und ihr, schlimmer noch: ich tue ihr unrecht, und doch fällt es mir so schwer, mich zurückzunehmen, zusammenzureißen. als fehlten mir die kapazitäten dazu, mich beisammenzuhalten, bei mir zu bleiben und den halt im innen zu suchen und zu finden. stattdessen schlage ich um mich und treffe immer und immer wieder denjenigen menschen, der mir so sehr viel bedeutet. dabei will ich ihr doch nicht die zeit da drüben verderben, ich will, dass sie es schön hat, zeit und raum genießen kann und dass es ihr gut geht. warum also führe ich mich hier auf wie der letzte vollidiot?

was fehlt mir gerade, was kann ich mir momentan nicht selber geben, dass ich so an ihr zerre?

was fehlt mir?

 

08.12.2012 um 11:35 Uhr

alle jahre wieder

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich habe es getan. wieder. und ich werde nicht locker lassen, auch wenn zwischen jeder anfrage, die unbeantwortet bleibt, ein jahr vergeht. egal. ich habe ihr eine mail geschrieben und sie gefragt, gerade eben. ob sie mit mir einen glühwein (oder wahlweise einen kaffee) auf dem weihnachtsmarkt trinken geht. und dass ich mich darüber freuen würde, habe ich gesagt. sonst nichts. und jetzt bin ich mal gespannt, was sie dieses jahr daraus macht.

05.12.2012 um 10:22 Uhr

wundversorgung und ausgrabungsarbeiten

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

es blutet. seit anfang der woche blutet es, wieder und wieder. und wenn es das gerade mal nicht tut, dann suppt die wunde. aber eine kleine bewegung reicht aus, um sie wieder aufzureißen, und dann fängt es erneut an zu bluten. abwechselnd. ununterbrochen. sie ist groß, die wunde. so groß wie schon lange nicht mehr. weh tut es nicht, nein. der schock hat dafür gesorgt, und sorgt dafür, dass ich keinen schmerz empfinde. er ist da, der schmerz, sicherlich. irgendwo. aber ich fühle ihn nicht. taub. ja, das trifft es. taub. und an den rändern setzt schorf an. langsam. sehr langsam.

sie ist aus heiterem himmel aufgerissen, diese wunde. ein bisschen dünn war es, das gewebe - seelengewebe - ja, aber bisher hat es vergleichbaren situationen immer stand gehalten. mal besser, mal schlechter, aber aufgrissen ist es noch nie. eine einzige aussage hat gereicht, um mit einem schlag meine ganzen hoffnungen, meine zuversicht und meine freudigen erwartungen - genährt durch die positiven entwicklungen der letzten wochen - zu verschütten, wie eine große, unkontrollierbare lawine. und gleichzeitig riß die wunde auf. seelenwunde. die anschließende, heftig geführte meinungsverschiedenheit tat ihr übriges.

ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so verletzt war, mich so verletzlich gefühlt habe, hilflos, unverstanden und allein.

längst sind die fakten geklärt, die unterschiedlichen interpretationen besagter aussage betrachtet, auseinandergenommen. keine unverrückbaren ansichten auszumachen, alles nur vorübergehend, ein entwicklungsprozess, kein anlass zum aufgeben. eine herausforderung. sagt sie.

und ich?

ich stehe hier vor einem riesigen berg aus schutt, geröll, steinen, erde und sand, vermischt mit der ein oder anderen glasscherbe. ein riesiger berg, unter dem meine gefühle - liebe, zuversicht und hoffnung - begraben liegen. sie sind nicht weg, nein, und auch kaputt gegangen sind sie nicht. nur verschüttet. und ich will sie wiederhaben, will sie nicht unter dieser zentnerschweren last liegenlassen. ich will sie wiederhaben, die gefühle. wiederhaben. und so bleibt mir nichts anderes übrig, als mich mit schaufel, spitzhacke, schippchen und pinsel dranzumachen, sie auszugraben. und wahrscheinlich muss ich sie dann auch noch abwischen und polieren.

und ich brauche jemanden, der mir die werkzeuge reicht und mir zwischendurch die tränen abwischt, damit ich mich aufs graben konzentrieren kann. vielleicht kannst du das übernehmen.

und hab geduld mit mir.

bitte.

27.11.2012 um 17:22 Uhr

mit hängendem kopf

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

mein gott was ist denn heute für ein tag? ich bin durchlässig bis zu gehtnichtmehr, habe den halben vormittag und mittag mit heulen und in angst verbracht, gucke an der realität vorbei - meilenweit -, interpretiere was das zeug hält, ziehe und zerre und finde keinen halt im innen. ein kleines bisschen mehr distanz, und meine komplette sicherheit ist dahin. ein bisschen mehr ablenkung, beschäftigung mit anderen dingen und ich verfalle in quälende zweifel. ich lese die worte, die bestimmt sind, mir meine angst zu nehmen, mir meine sicherheit zurückzugeben und nehme sie wahr, aber ich verstehe sie nicht. da steht es, schwarz auf weiß, alles ok und he, mach dir keine sorgen, es hat sich nichts geändert. buchstaben, aneinander gereiht, deren bedeutung als worte mein großhirn nicht erreichen. weil sie vorher vom limbischen system einkassiert und zerhackstückt werden. wieso in aller welt haben gefühle eine solche macht über den verstand?

was ist bloß los heute? was ist bloß los mit mir?

werde ich langsam wahnsinnig oder hat es das pms mal wieder geschafft, mich auszutricksen und mich in die obligatorische monatliche emotionsfalle zu locken, in die ich gerade, wie eigentlich immer, blind hineintappe?

bitte lieber gott, lass es einfach letzteres sein, lass es einfach meinen hormonhaushalt sein, der meine gefühle verrückt spielen und mich gerade an allem zweifeln lässt. lass es morgen vorbei und alles wieder beim alten sein. bitte.

hörst du?

 

11.11.2012 um 08:18 Uhr

stand der dinge

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich liege im bett und kann nicht mehr schlafen, wie so oft in den letzten vielen wochen, oder noch eine stunde, oder zwei oder sogar drei früher, und das obwohl ich seit über einer woche krank bin und den schlaf dringend gebrauchen könnte. sehr dringend sogar. aber nein, ich wache auf, und an schlaf ist nicht mehr zu denken, unabhängig vom grad der müdigkeit. zu viel im kopf, viel zu viel im kopf, und nicht selten dazu zu wenig im magen. da geht gerade ein bisschen viel durcheinander.

an sich läuft derzeit alles wie am schnürchen in meinem leben. oder naja, sind wir ehrlich, fast alles. es scheint an der zeit, mich auf den boden der tatsachen zurückzuholen. nun denn.

das studium. wider erwarten haben die ersten vier wochen blockpraktikum chirurgie spaß gemacht und ich habe eine menge gelernt. nette wochendozenten, ein trotz aller befürchtungen zwar anstrengendes, aber überschaubares programm, gemacht von klinikern für zukünftige kliniker, das wichtigste in kürze. wesentliches auf den punkt gebracht. eigenarbeit und mitdenken nicht nur gewünscht sondern zwingend notwendig. das alles kommt mir entgegen und hat dazu beigetragen, dass es eben spaß machte und ziemlich gut lief. ich hätte allerdings konsequenter aufarbeiten müssen, dringend sogar. das sitzt mir jetzt im nacken und wird einen großteil des heutigen tages einnehmen, mindestens, denn die letzte woche dieses blocks steht an und ich möchte unbedingt am ende alle entsprechenden unterlagen sortiert, strukturiert und vom inhalt her komplett abheften können. die entsprechende mündliche prüfung am ende des semesters - der sogenannte osce - wird es in sich haben und nicht mal ich werde den bestehen, wenn ich erst eine woche zuvor anfange, zu lernen. zumal das semester bis dahin komplett voll ist und vor dem osce sieben andere prüfungen und klausuren anstehen. punkt eins also, der definitiv besser hätte laufen können. prioritäten. konsequenz.

die doktorarbeit. die tatsache, dass das chirurgieprogramm lücken in den tagen ließ, habe ich in den ersten drei wochen mehr oder weniger konsequent genützt, daten für meine doktorarbeit zu erheben. geistige mechanik zwar, die mich ein ums andere mal die augen verdrehen ließ, vor allem, wenn die datenlage sich mal wieder katastrophal lückig präsentierte und ich fluchend vor dem rechner saß und mir in kleinkarierter, belupter manier informationen, von denen ich glaubte sie zu brauchen, zusammensuchen musste. geistige mechanik, aber eben dazu da, die basis zu schaffen, auf der analysiert, bewertet, ergebnisse produziert - eben dissertiert - wird. in den letzten 10 tagen kam ein weiteres projekt hinzu, sodass die doktorarbeit zeitweilig, nein, ehrlicherweise eher seit dem, an aufmerksamkeitsmangel litt. aber leider habe ich nur zwei hirnhälften und begrenzt zeit zur verfügung. trotzdem, auch hier: mehr konsequenz und eine bessere struktur hätten nicht geschadet. gerade tut sie mir fast leid, meine diss. ich werde mich ihr verstärkt widmen, in den nächsten tagen. versprochen.

projekt nummer zwei. der hammer. schon vor wochen machte mein dorktorvater mir dieses angebot. nach rücksprache mit der dritten beteiligten person war klar: wir machen das. riesen sache, vor allem für mich, in jeglicher hinsicht. bei der ersten strategischen besprechung mit ihm ließ mein dv dann letztendlich durchblicken, WIE groß dieses ding wirklich sein wid. größer als gedacht, wichtiger als zuerst ersichtlich, prestigeträchtiger als angenommen. so es denn alles funktioniert. ok. und hier fängt es an, zumindest für mich, nicht ganz einfach zu sein. und jetzt der reihe nach.

woche 1: viel arbeit vor allem in hintergrundrecherchen etc. investiert, die projekt(planungs)struktur gebastelt, die technische seite ist am werden und ich kümmer mich um struktur und inhalt. soweit so gut. einen strich durch die rechnung hat mir dann die virusinfektion gemacht, die mich seit über einer woche im schwitzkasten hat, zeitweise mit über 40 fieber und kopfschmerzen, die kaum zu ertragen waren. und ich bin sicherlich nicht zimperlich. bis schmerzen mich zum spucken, oder wahlweise zum weinen bringen, muss schon ordentlich was passieren. so geschehen in den letzten 7 tagen. ich war also ausgeknockt, habe an der uni sämtliche fehltermine ausgereizt, mich hingeschleppt, wenn das nicht ging und alles andere blieb gezwungenermaßen liegen.

und jetzt sitze ich hier und habe ein chaos im kopf, dass ich gerade kaum sortiert bekomme, das mir den schlaf raubt. die IT hat weitergearbeitet, und das verdammt gut und schnell. und ich habe ein schrecklich schlechtes gewissen, dass ich nichts machen konnte, gefühlt in zugzwang und zu langsam bin und zudem muss ich ständig an studium und diss denken, die hinten anstehen mussten. verkehrte welt. denn eigentlich gebe ich das tempo vor, so war das ausgemacht. das ist so und wird, bzw. muss so bleiben. anders wird es nicht gehen, denn sonst wird über kurz oder lang irgend etwas auf der strecke bleiben. im ungünstigsten fall ich. das ist das eine.

das andere sind die erwartungen. zunächst die, die ich an mich selbst habe. aber was sind das denn für erwartungen? was für ein bild habe ich denn von mir? natürlich gefalle ich mir in dieser rolle, ja, herrgottnochmal. frau dr. grenzi, nicht ganz untalentierte/unerfolgreiche medizinstudentin, lieblingsdoktorandin des leitenden oberarztes mit jetzt schon sicherer assistenzarztstelle am hiesigen klinikum, geschätzte, auf augenhöhe kommunizierende und in der anästhesiologischen direktionsebene gern gesehene kollegin und hoffentlich irgendwann mal leitende oberärztin. aber bin ich das wirklich? BIN ICH DAS WIRKLICH? ich weiß es nicht. sehe ich mich nur so? oder ist das die realität?

was ist die erwachsene frau dr., und welchen anteil an den ganzen, teilweise diametral auseinandergehenden emotionen gehen auf das konto der drei kinder in mir? auf der einen seite sind da optimismus, zuversicht, stolz, ehrgeiz und das gefühl, insgesamt einen guten job zu machen (studium, diss, projekt). auf der anderen seite: unsicherheit, ein (bisweilen mehr als) vages gefühl von kontrollverlust sowie die tendenz, mich zurückzuziehen. ist das die erwachsene frau dr. im clinch mit den kindlichen anteilen in ihr, die sich vernachlässigt fühlen? wenn ich hinschaue, hinfühle, könnte ich spontan anfangen, zu weinen. also ja. meine kinder sind, mal wieder, vernachlässigt. ich bestehe nicht nur aus leistung, verdammt nochmal. ich vergesse das ganz gerne, und wenn man das selbst vergisst und sich entsprechend gibt, dann sind eben auch die anderen geneigt, das zu vergessen. oder zumindest nicht dran zu denken.

und überhaupt. die anderen. teil zwei des erwartungsproblems. eine reihe von menschen, deren (vermeintliche) erwartungen zu enttäuschen ich eine heidenangst habe. die meines doktorvaters. er fördert mich sicherlich nicht so sehr, ohne erwartungen zu haben. die leistung muss stimmen. meine ich dass er meint. liegt hier schon das problem begraben? er lässt mir komplett freie hand, sowohl mit der diss, als auch mit projekt no. 2, keinerlei vorgaben, kein zeitdruck, keine deadline. nichts. aber heisßt das auch, dass er keine erwartungen hat? kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen. oder doch? oder hat er erwartungen, überlässt es aber komplett mir, wie und in welchen zeitrahmen ich sie erfülle? ich weiß es nicht. und es macht mich wahnsinnig. und dann wäre da noch die IT-front. die mir fast noch mehr zu schaffen macht, bezüglich gefühlter erwartungen. bin ich zu langsam? nicht umfassend genug in der lage, mehrere dinge gleichzeitig zu managen, wie sie es ist? ich fühle mich irgendwie klein, ihr gegenüber, unzulänglich, unreif. diesbezüglich. und das blockiert mich. macht mir angst. vor mir selber. denn eigentlich gibt es keinen grund dazu. gar keinen. das weiß ich, sehe ich, aber ich fühle es nicht, sondern das gegenteil. und auch hier die frage: sind es meine kinder, die sich hier auf der basis uralter muster bemerkbar machen? sind sie vernachlässigt? sollte ich mich wieder mehr um die verletzte, um die weiche seite in mir kümmern? und auch hier muss ich eigentlich nicht lange nachdenken, da ich die antwort fühle. ja, ich muss. nein, falsch. ich muss nicht, ich will.

thema essen. scheiß thema. absolutes scheißthema derzeit. so vieles, das mich ankotzt. vor allem ich mich selber. im wahrsten sinne des wortes. was drin bleibt hat glück gehabt. nicht gut. ich weiß. ICH WEIß. und alleine die tatsache, dass sich in mir gerade alles gegen dieses thema sträubt zeigt mir, wie verdammt notwendig es ist, mich damit auseinanderzusetzen. und an dieser stelle würde ich am liebsten davonlaufen. was ist das problem? was ich derzeit das problem? ...

...was für ein freud'scher verschreiber...

was ICH derzeit für ein problem. das ist hart. aber ich lasse es, entgegen aller anderweitigen impulse, so stehen. das chaos in meinem kopf ist sicherlich ein großteil des problems. ich bekomme es nicht verarbeitet, verdaut, also muss es wieder raus. vielleicht sollte ich mir mal den vorgang der verdauung angucken. was lässt sich schlecht verdauen? alles, was unzerkaut heruntergeschluckt wurde. aus gier, aus zeitmangel, aus faulheit, einfach unzerkaut gelassen. lauter große brocken, die schwer im magen liegen und belasten. dass man sich damit lange nicht wohlfühlt, bis der magen sie niedergerungen hat, leuchtet ein. aber kaum hat er es geschafft, kommt der nächste unzerkaute brocken. und dann der nächste. und noch einer. irgendwann ist der magen überfordert und sagt: ok. schluss. ich kann nicht mehr. und ich mag nicht mehr.

es ist eine frage von prioritäten. ich weiß. prioritäten, struktur und organisation. eins nach dem anderen. alles der reihe nach. überschaubar planen und gestalten, nicht überfordern. hörst du grenzi? um gottes willen, überforder dich nicht. und versuch nicht, dich stärker zu zeigen, als du bist. das ist nicht notwendig. stell beide beine auf den boden und pack die flügel wieder in den schrank. genug geschwebt. jetzt ist es an der zeit, das fundament zu zimmern für all das, was in nächster zeit ansteht, angegangen, gemanaged und erledigt werden muss. das fundament ist das wichtigste. wenn das steht, kann man solide drauf bauen. lass dir zeit, grenzi. nimm sie dir und forder sie ein, wann immer du mehr brauchst. bitte. das bist du dir schuldig. nur dir. dir ganz alleine.

bleib bei dir und vergiss dich nicht.

bitte.

 

30.10.2012 um 11:00 Uhr

randlos und neblig

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ungefähr so sieht es gerade in meinem kopf aus. man würde das wohl chaos nennen.

alles wirbelt durcheinander und ich bekomme keinen der gedanken, geschweige denn die zugehörige emotion, wirklich zu fassen.

flüchtig. allesamt. und das macht mich gerade einigermaßen hilflos.

 

das bild ist übrigens von einem herrn wolfgang märz (hallo herr märz) und ich hab es aus dem netz gefischt.

 

23.09.2012 um 11:53 Uhr

worte zum sonntag

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich mag schlafen. und ich kann es auch ganz gut. wenn ich zeit habe kann ich so viel schlafen, dass mein umfeld unweigerlich irgendwann anfängt, sich sorgen zu machen. ich stehe dann am späten vormittag auf, dusche und trinke kaffee, nur um mich dann gegen mittag wieder hinzulegen. am nachmittag das selbe spiel, aufstehen, kaffee trinken, ein bisschen herumwurschteln und am späten nachmittag wieder hinlegen, so für ein, zwei stündchen. abends bin ich dann für zwei, drei stunden fit und wach, nur um mich dann wieder ins bett zu verziehen, um, ja, um zu schlafen. im märz habe ich das geschlagene drei wochen so praktiziert. ich weiß, ich bin extrem.

wie komme ich da jetzt eigentlich drauf? ach ja, was ich mal festgehalten wissen wollte: ich mag schlafen, auch, weil sich so manches meiner gefühle im schlaf einfach auflöst. mein hirn, meine seele, das innen schlafen zwar auch, irgendwie, aber ganz tief drinnen sitzt ein kleines, freundliches wesen, das beim schlafen die fehlenden puzzelteile dahinsetzt, wo sie hingehören, das den tagsüber angefallenen seelenmüll sortiert und aufräumt und die angestaubten, weil nicht gebrauchten gefühle abstaubt. und zudem ist es heimlich, still und leise damit beschäftigt, die grundsätzlich wenig genutzten und daher seelischen rost ansetzenden emotionen zumindest einigermaßen instand zu halten. zu den emotionen dieser kategorie gehören stolz und selbstvertrauen. wenn ich sie denn mal benutze, diese emotionen, dann quietschen sie, rattern im getriebe und sind so mühsam zu verwenden, dass ich es relativ schnell wieder sein lasse.

heute nacht hat das freundliche wesen wohl eine extra-schicht eingelegt, mit stahlbürste, gefühlsgetriebeöl und polierlappen. denn vorhin, als ich aufwachte, merkte ich schon, ui, irgend etwas ist anders, vor allem im vergleich zum gestrigen tag. der stolz funktioniert. es bedurfte wohl eines nicht unerheblichen aufwands seitens meines freundlichen seelenbewohners, ihn heute nacht zum laufen zu bringen, aber er funktioniert.

ich bin stolz auf mich. stolz auf die letzten monate und wochen, stolz auf das, was ich geleistet habe und auf die ergebnisse und folgen dessen. und vor allem stolz drauf, dass ich den gestrigen tag trotz innerem chaos weitgehend heil überstanden habe und elegant um das loch herumspaziert bin, das sich kurzfristig aufgetan hatte. gut so. gut gemacht.

es gibt tief innen drin aber auch eine kiste mit emotionen, deren aufschrift 'namenlos' lautet. irgendwie muss das freundlich wesen heute nacht beim wurschteln an diese kiste gekommen sein und es hat sie entweder umgeschmissen oder aus neugier reingegriffen und rausgeholt, was es gerade zu fassen bekam. zum vorschein kam - mal wieder - das gefühl, das ich zwar kenne, seit ich denken, aber es bis heute nicht benennen kann. ein gefühl, noch viel existenzieller und grundlegender, als die meisten anderen gefühle, aber ich bekomme es nicht zu fassen.

wie nennt man das gefühl, nicht zu wissen, nicht zu verstehen, warum man gemocht und geliebt wird? nicht dass ich mich falsch verstehe: ich weiß, dass es menschen gibt, die mich mögen, menschen, die mich lieben. das weiß ich und das fühle ich auch. und ich genieße es. ich verstehe nur nicht, warum. warum tun sie das, warum ich? habe ich da einen blinden fleck auf meiner seele, fehlt mir da genau der teil, der für eben dieses wissen warum, dieses verständnis um das gemocht, geliebt werden zuständig ist? oder gibt es diesen teil und ich weiß nur nicht, wie ich ihn aktivieren, verwenden, integrieren kann? ich tendiere zu letzterem. es ist der weniger traurige gedanke.

und jetzt habe ich keine lust mehr, darüber nachzudenken. vielleicht reicht es ja auch, zu wissen und zu fühlen, dass ich gemocht und geliebt werde, vielleicht muss ich ja letztendlich gar nicht wissen, warum. ich schnappe also dieses gefühl, klemme es mir unter den arm, begebe mich in die seelische abstellkammer, erklimme die - zugegebenermaßen etwas wacklige - leiter und verfrachte das namenlose gefühl zurück in seine kiste. tschüß, bis zum nächsten mal. und dann schließe ich leise, aber fest, die tür.

und nun werde ich versuchen, den stolz in gang halten so lange es geht und er nicht zu anstrengend wird, und mich an ihm zu freuen. außerdem werde ich mich gleich mal um den rest sauerbraten kümmern, der in der küche auf mich wartet, werde duschen, einen weiteren gemütlichen kaffee trinken und um zwei zu einer länger nicht gesehenen bekannten gehen und mit ihr, in decken eingewickelt, in ihrem herbstlichen garten sitzen, kaffee trinken und über gott und die welt quatschen. *freu*.

so muss das sein. ich mag mein leben. 

 

22.09.2012 um 12:16 Uhr

kampf der gefühle

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

irgendwie... ja, irgendwie... ach, keine ahnung. ich weiß auch nicht, was gerade los ist. ich bin irgendwie ... klein, weich, durchlässig, melancholisch.

eigentlich lief und läuft gerade alles wie am schnürchen. alles, die ganze palette, ein erfolgserlebnis nach dem anderen. nach wochen und monaten des ringens, schuftens, lernens, organiserens, denkens, planens und so weiter ist jetzt alles geregelt, quasi in trockenen tüchern, die perspektiven sind rosig und es ist wieder luft nach der ein oder anderen seite hin. ich muss, nach all dieser zeit, momentan für nichts kämpfen, ganz im gegenteil, nahezu alles mache ich mit einer fast schon spielenden leichtigkeit und mit einem lächeln auf den lippen.

das hat aber zur folge, dass ich gerade so viele kapazitäten habe wie selten, zeit, mich um mich selbst zu kümmern, in mich hineinzuhorchen, zu fühlen. ungefiltert, nicht überlagert von dingen, die es zu lösen gilt, von problemen, einem horrenden lernpensum (...ok, letzteres klopft schon wieder an die türe...) oder latenten zukunftsängsten. ich bin und ich fühle. und weil ich ein sehr emotionaler mensch bin, der das gesamte gefühlsspektrum ganz gerne auch mal bis in seine extreme ausschöpft, sitze ich nun hier und weiß nicht wohin mit den emotionen, während mir die tränen leise übers gesicht laufen.

und es sind so viele gefühle. nicht alle vertragen sich miteinander, manche ringen um die vorherrschaft meiner wahrnehmung, andere wiederum versuchen, sich heimlich still und leise zurückzuziehen, sich der bewussten wahrnehmung zu entziehen - was ich nicht zulasse - und wieder andere sind einfach da, liegen wie ein findling auf der grünen wiese meiner seelenlandschaft und bewegen sich keinen millimeter.

und so bin ich damit beschäftigt, den emotionalen schiedsrichter zu geben (kandidaten: unsicherheit vs. geborgenheitsbedürfnis), gleichzeitig muss ich gucken, dass sich andere gefühle nicht vom acker machen (heiße kandidaten: traurigkeit, einsamkeit, unzulänglichkeit) und zudem laufe ich um die seelischen findlinge herum (kandidaten hier: liebe, zuneigung), die einfach da sind, wahrgenommen und gefühlt werden wollen aber nicht zur klärung ihrer herkunft beizutragen gewillt sind*. wie findlinge eben so sind.

das alles zu vereinen ist gerade ganz schön anstrengend. und es hilft auch kein bisschen, dass draußen der herbst einzug gehalten hat, wettermäßig noch vor seiner eigentlichen ekliptischen ankunft heute nachmittag um 16.49 uhr, mit trüben, tief hängenden wolken, wind und regen. das hilft nicht. wirklich nicht. das ablenkprogramm - chirurgie lernen - fruchtet ebenfalls nicht, mein kopf streikt und so bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den kampf mit meinen gefühlen auszutragen und - und das ist der plan - als geordneter gewinner erhobenen hauptes daraus hervorzugehen.

gottseidank hab ich so viel übung.

 

 *falls das missverständlich ist: BITTE nachfragen!

13.09.2012 um 16:17 Uhr

absurd

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

liebe frau ex-analytikerin,

ICH FASSE ES NICHT!

da sind wir uns über zwei jahre kein einziges mal hier in der stadt über den weg gelaufen, und wo sehe ich sie heute??? in einer vollkommen abwegigen situation...auf dem seitenstreifen der A5, am quatschen mit zwei polizisten! ich war gerade auf dem heimweg, fuhr also auf der gegenfahrbahn vorbei und war auch noch geistesgegenwärtig genug, ihr auto, das kennzeichen und sie selbst zu registrieren und zu erkennen...

wenn ich so weitermache mit dem permanenten kopfschütteln muss ich heute abend noch mit einem schleudertrauma in die klinik :-).

zufälle gibt`s im leben...

*kopfschüttel*

 

06.09.2012 um 06:35 Uhr

herbstgedanken

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich mag den herbst. endlich dreht sich die welt wieder langsamer, das sonnenlicht wird wärmer sowie die tage kühler, und die dunkelheit bekommt ihre zeit zurück. jahr für jahr für jahr warte und freue ich mich auf den herbst, und doch bringt er ebenso konsequent, wie er immer wieder kommt, eine gewisse melancholie, bis hin zur traurigkeit, mit. jedes jahr das selbe, und doch werde ich wieder einige zeit brauchen, bis ich eingetaktet bin, mein ich in dieser weichheit sicher gebettet habe. bis dahin werde ich ein bisschen besser auf mich aufpassen, werde genauer hingucken müssen. und ich werde das im verlauf des jahres etwas dünner gewordene fundament meiner inneren ruhe und gelassenheit an der ein oder anderen stelle restaurieren oder verstärken müssen, ich werde prioritäten überdenken und neu sortieren und vor allem werde ich mir ein wenig ruhe gönnen.

 

01.09.2012 um 09:14 Uhr

freedom inside

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich mag momente wie diesen. sie fühlen sich an, als wäre die mächtige schutzmauer meines innen verschwunden. ich fühle mich einerseits ziemlich zerbrechlich und verletzlich, weich und durchlässig, und zugleich merke ich, wie sehr ich das bin. ich bin bei mir und das sorgt dafür, dass dieser weichheit und verletzlichkeit eine ausgleichende stärke, ruhe und gelassenheit und ein entsprechendes selbstbewusstsein gegenüber stehen. trotz gerade nicht wahrnehmbarem seelenschutz habe ich das gefühl, dass mir nichts zu nahe kommen kann und das innen und das außen sich im gleichgewicht befinden. sie gehören und passen zusammen, ergänzen und vervollständigen sich. diesen zustand sieht man mir auch an. es ist immer wieder bemerkenswert, wie sich meine körpersprache verändert, weicher wird, die gesichtszüge ebenfalls. ich liebe diesen zustand.

es ist kaum zu beschreiben, dieses gefühl, und ich habe jetzt mehrere anläufe benötigt, es auch nur im ansatz in worte zu kleiden. so ganz zufrieden bin ich nicht, aber ich lasse es jetzt mal so stehen, will es festhalten. vielleicht will dieser zustand nicht in worte gefasst werden können. alles, was man exakt beschreiben kann, kann man auch analysieren, und vielleicht will sich dieser zustand ja genau dem entziehen. gefühle wollen gefühlt werden, sonst hießen sie nicht so.

ich habe das erste freie wochenende seit langem vor mir und ich genieße es. draußen hält der herbst einzug und ich sitze hier, nur mit mir und einer tasse kaffee. ganz friedlich. ich werde nicht viel machen am wochenende, nur kleinigkeiten. einkaufen gehen mit dem herrn papa, dann wollte ich ein bisschen unterlagen sortieren und mir einen überblick über sie verschaffen, außerdem ein paar ideen für die diss aufschreiben, die mir so im laufe der letzten tage kamen.

und ich werde diesen gefühlszustand genießen und ein friedliches inneres wochenede verbringen.

 

19.08.2012 um 15:14 Uhr

achterbahn

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

der abwärtstrend hatte sich schon einige tage angedeutet, aber ich wollte ihn nicht wahrhaben. dazu ging es mir zu gut. das semester war beendet, sehr erfolgreich, und ich ehrlich gesagt sau stolz auf mich. die nachtschichten haben mich zwar genervt, also nein, nicht die schichten selbst, die waren völlig ok, lediglich die tatsache, dass. ich hätte dringend ruhe gebraucht, erholung, zeit zum regenerieren, zumal ich ja seit freitag in der anästhesie im kreiskrankenhaus meines vertrauens, mitten im schwabenländle, famuliere.

wo war ich stehen geblieben. abwärtstrend, genau. er hatte sich angedeutet, schon nach der letzten klausur hätte ich rein theoretisch die ersten anzeichen wahrnehmen können, hätte ich aufmerksamer sein gewollt. aber ich wollte nicht. und so erwischte es mich am donnerstag mittag mit der breitseite. morgens noch alles ok, oberflächlich zumindest, der rest des tages war geschichte. aus dem kalender gestrichen. es ging alles schief, was schief gehen konnte, von hinten bis vorne, von oben bis unten und ich mittendrin, mit einem inneren, das bereits angefangen hatte, wild zu rebellieren.

es waren meine drei kinder. völlig vernachlässigt. das weiß ich aber auch erst jetzt, nachdem ich anfange, zur ruhe zu kommen. das wusste ich - leider - am donnerstag, freitag und samstag nicht. es wäre besser gewesen. so krachte mir drei tage lang permanent die decke auf den kopf, kein land in sicht, ein inneres in heller aufruhr und die frau dr. in angst, es könnte nicht aufhören, bergab zu gehen. hinzu kam die bittere erkenntnis, dass es einen ziemlich konkreten bereich im leben der frau dr. gibt, der länger sträflich vernachlässigt wurde, nur um jetzt zum bumerang zu werden. man hat mich brutal mit der nase drauf gestoßen und mir gleichzeitig einen harten arschtritt gegeben. und ich ohne jegliche kapazitäten, zu kompensieren. ganz großes kino.

und so grenzwandelte ich drei tage lang zwischen kopf-, innerem und äußerem chaos, habe um mich geschlagen und dabei nahezu alle erwischt, die mir nahe stehen und lieb und teuer sind. ich habe mich unverstanden, ungesehen und alleine gelassen gefühlt, wobei die betonung hier auf GEFÜHLT liegt, denn fakt ist: niemand hatte mich alleine gelassen, ganz im gegenteil.

gestern war es ganz schlimm. und trotzdem habe ich es zwischen litern von tränen, aggressionen und gefühlter leere geschafft, mich hinzusetzen und anzufangen mit sortieren, mir einen überblick zu verschaffen, planen, etc., um den gefühlten kontrollverlust zumindest im ansatz in den griff zu bekommen. ich habe es in teilen geschafft, und ich bin ganz zufrieden mit mir. mehr wäre nicht möglich gewesen, aber ich habe etwas getan, und das war sogar durchaus von erfolg gekrönt. gottseidank funktioniert das kreative ideenzentrum meines großhirns unabhängig von meiner gefühlslage. dem herrn sei dafür gedankt; nicht auszudenken, wären diese beiden "systeme" gekoppelt... und mit diesem wurschteln, mit dem in-die-hand-nehmen, dem selber lenken, steuern und kontrollieren stellten sich die ersten anzeichen beginnender ruhe nach dem sturm ein. die nachtschicht war dann erfreulicher weise sehr ruhig, so dass ich die halbe nacht gelesen, und die andere hälfte nachgedacht habe. und das hat gut getan. je weiter die nacht fortschritt, desto ruhiger wurde ich, desto mehr stellte sich die von mir so geliebte gelassenheit wieder ein. die anschließende anderthalbstündige autofahrt in den sonnenaufgang hinein habe ich sehr genossen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich lieber geritten wäre.

jetzt sitze ich hier, mehr oder weniger ausgeschlafen - zugegeben, eher weniger - aber ruhig und zufrieden. ich habe ideen im kopf, was ich in den nächsten tagen tun will und werde, vor allem in der klinik, und außenrum, organisatorisch. und ich stelle fest, alleine diese ideen geben mir halt, weil sie struktur und handlungsspielraum bedeuten.

das fazit der letzten drei tage lässt sich vor allem auf folgendes reduzieren: es war der gefühlte verlust, bzw. die abgabe jeglichen handlungsspielraums, der bzw. die mich mal wieder wieder den kopf, meine innere stabilität, meine ruhe und gelassenheit gekostet haben. gefühlter kontrollverlust gepaart mit handlungsunfähigkeit. opfer meines lebens, der umstände, ein uraltes muster, das sich bisweilen bahn bricht und sich zunächst unkontrollierbar anfühlt. eine furchtbare kombination. aber mittlerweile kenne ich mich so gut, mein inneres und die drei kinder, dass ich es doch immer wieder schaffe - wobei ich an dieser stelle ehrlicherweise noch ein irgendwie einfügen will - diese phasen in den griff zu bekommen. noch weiß ich nicht wie, daher das irgendwie, aber auch das in den griff bekommen werde ich lernen, zu kontrollieren. das ist die nächste stufe.

meine therapeutin hatte so recht. die eigentliche erkenntnis, und damit die arbeit, beginnt nach therapieende.

15.08.2012 um 18:01 Uhr

ein etwas längeres fazit oder: wie glücklich bin ich momentan?

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

erwähnte ich schon, dass ich mein leben genieße? nein? ups... dann tue ich das hiermit. ich genieße mein leben. alles ist ruhig, innen wie außen, gelassen und friedlich. einzig die sms von mister r., der regelrecht um ein treffen bettelt, störte diese idylle vorhin kurzfristig. aber wirklich nur kurz. ich war einen moment lang alarmiert, habe dann aber meine handlungsalternativen durchdacht und besprochen, was dazu führte, dass das thema schon fast wieder aus meinem kopf verschwunden ist. es dümpelt irgendwo leblos noch im hinterstübchen, aber derart, dass es demnächst wieder versunken sein wird. versunken in den tiefen der abgehakten und auf dem gedanklichen schrottplatz abgelegten, mein leben nicht mehr tangierenden themen. hinfort diffundiert, einfach wieder weg. ich werde die sms ignorieren. sollte mir dann irgendwann doch danach sein, kurz und knapp darauf zu reagieren, wie ich das vorhin kurzfristig vorhatte, dann werde ich das tun, ein letztes mal. aber bis dahin möge (und wird) es auf dem schrottplatz weiterhin vor sich hin rosten und nach und nach in seine einzelteile zefallen. einzelteile, die einst ein ganzes ergaben, wenn auch eines mit großen macken. von diesem ganzen wird bald nicht mehr viel übrig sein, und das ist gut so. dieses einst ganze zerfällt, weil ich will, dass es zerfällt. ich brauche es nicht mehr.

gestern wurde ich gefragt, wie glücklich ich heute und im moment bin. meine erste antwort war ein bisschen durcheinander. mit dem nötigen abstand zu dieser frage, mit langem nachdenken - nicht am stück, sondern immer mal wieder, kurz, zwischendurch, oder länger - stellte sich ein gefühl ein, das diese frage beantwortet.

ich war noch nie glücklicher in meinem leben, als ich es heute bin:

das innen lebt in frieden mit dem außen, sie haben sich angefreundet und harmonieren mittlerweile dergestalt, dass in der summe ruhe herrscht. natürlich ringen sie nach wie vor bisweilen miteinander, und das werden sie wohl auch bis an mein lebensende tun, aber ich sehe und fühle das und kann mittlerweile bestens damit umgehen. jeder einzelne teil meiner seele hat seinen platz, wird wahrgenommen, akzeptiert und respektiert. das bin ich. auf einer stabilen inneren basis bin ich ruhig und gelassen, und das liebe, genieße und lebe ich.

hinzu kommt, dass ich das tue, was ich einen großteil meines lebens tun wollte. medizin studieren, ärztin werden. wenn ich mein bisheriges leben angucke, dann war es eine logische konsequenz meines seins, dass ich dieses studium nicht direkt nach dem abitur angefangen habe. ich wäre niemals zu der ärztin geworden, die ich sein werde. all die jahre des mit mir beschäftigt seins, die jahre der therapie, mein ganzer langer und steiniger weg, all das war notwendig um zu dem zu werden, was ich heute bin. und nur auf dieser basis macht es sinn, diesen weg zu gehen, dieses studium zu absolvieren, ärztin zu werden. und genau das macht mich glücklich und stolz.

ich habe eine handvoll wahrer freunde, die mich schon lange oder länger begleiten, die ich begleite, unabhängig davon, was war oder wie es mir oder ihnen ging. sie sind einfach da (auch wenn ich manchmal wochenlang telefonisch nicht zu erreichen bin und dann noch nicht mal zurückrufe, ich eumel ... sry in richtung nordwesten..).

zudem gibt es seit einiger zeit einen menschen in meinem leben, den ich über alles liebe. zum ersten mal ist da jemand, der mich einfach so nimmt, wie ich bin. der noch nicht mal im ansatz anstalten macht, an mir herumzuziehen und zu zerren, auch wenn ich sicherlich des öfteren durchaus dazu einlade. so ganz einfach bin ich nämlich nicht, weißgott nicht. aber nein. sie ist einfach da, bewegt sich keinen millimeter, egal was ich sage, egal was ich tue. sie ist einfach da und hört nicht auf, mich zu lieben. von der anderen seite betrachtet: zum ersten mal ist da ein mensch, den ich einfach so nehme, wie er ist. ich habe nicht im geringsten das bedürfnis, an ihr herumzuziehen und zu zerren, und egal was sie sagt oder tut, ich bin da und höre nicht auf, sie zu lieben. zum ersten mal ist da ein mensch, mit dem ich bereit bin, mein ich und mein leben zu teilen und dies auch tue. ruhig und gelassen und ohne angst.

erwähnte ich schon, dass ich glücklich bin und mein leben genieße? 

 

16.07.2012 um 14:57 Uhr

innenansichten

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

Das Ganze

Im Taumel war ein Teil, ein Teil in Tränen,
in manchen Stunden war ein Schein und mehr,
in diesen Jahren war das Herz, in jenen
waren die Stürme - wessen Stürme - wer?
 
Niemals im Glücke, selten mit Begleiter,
meistens verschleiert, da es tief geschah,
und alle Ströme liefen wachsend weiter
und alles Außen ward nur innen nah.
 
Der sah dich hart, der andre sah dich milder,
der wie es ordnet, der wie es zerstört,
doch was sie sahn, das waren halbe Bilder,
da dir das Ganze nur allein gehört.
 
Im Anfang war es heller, was du wolltest
und zielte vor und war dem Glauben nah,
doch als du dann erblicktest, was du wolltest,
was auf das Ganze steinern niedersah,
 
da war es kaum ein Glanz und kaum ein Feuer,
in dem dein Blick, der letzte, sich verfing:
ein nacktes Haupt, in Blut, ein Ungeheuer,
an dessen Wimper eine Träne hing.
 
Gottfried Benn
 
 
erwähnte ich schon einmal, dass mich kaum etwas mehr zu berühren, aufzuwühlen und gleichzeitig zu beruhigen imstande ist, als diese worte gottfried benns?
 
ambivalenz.
 
ich.
 

04.07.2012 um 08:48 Uhr

handlungsspielräume

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich bin eine kämpferin. das war ich schon immer, das bin und und ich werde es bleiben. das ist das dominierende gefühl momentan. mein leben war noch nie einfach, warum sollte es das jetzt auf einmal sein? so viele jahre habe ich gekämpft, um dieses leben überhaupt so leben zu können, wie ich es gerade tue. ich habe es geschafft und kenne mittlerweile mich und meine denk-, und handlungsmuster. und ich fühle. mehr noch, ich fühle, kann mir diese gefühle angucken, sie analysieren und darüber nachdenken, wie ich sie verändern kann. ich weiß, warum mir bestimmte gefühle schwierigkeiten machen und ich bin in der lage, mit einer mischung aus emotionalität und rationalität entscheidungen zu treffen von denen ich glaube, fühle, weiß, dass sie mir gut tun. dazu gehört ehrlichkeit mir selber gegenüber und die fähigkeit, auch unangenehmen emotionen standzuhalten, sie anzugucken.

ganz einfach ist es derzeit nicht, licht in das dunkle dickicht meiner emotionen zu bringen, sie gleichen bisweilen einer berg- und talfahrt. gut, dass ich das pendeln gewohnt bin, kenne und es mittlerweile ganz gut im griff habe. es ist nichts neues und ich habe gelernt, einen schritt zurückzutreten, mir ein kleines bisschen notwendige distanz zu mir selber zu verschaffen und so handlungsfähig zu bleiben. 

am schlimmsten war die zeit in meinem leben, zu der ich das gefühl hatte, ein opfer dieses lebens zu sein, opfer der umstände, handlungsunfähig, ferngesteuert zu sein. der größte schritt in mein jetziges leben war die erkenntnis, dass ich es bin, die ihr leben in der hand hat, die steuert und lenkt und es einzig und alleine an mir liegt, mein leben zu dem zu machen, das ich leben WILL. das ist mir gelungen und ich bin unglaublich stolz darauf. das bedürfnis, mein leben in die hand zu nehmen, es zu planen, organisieren und es aktiv zu leben, ist zu einem meiner vordringlichen bedürfnisse geworden. umso verständlicher, fällt mir jetzt auf, dass ich zeit brauche, mich in der derzeitigen situation zurechtzufinden, meinen weg zu finden, die seit wochen mein leben für mich bereithält. sagen wir es mal so. so ist das leben. es hält situationen für einen jeden bereit, die nicht vorhersehbar, nicht abseh- geschweige denn planbar waren und dann ist es an einem selber, sich in diese situation einzufinden und sie aktiv zu gestalten. das tue ich. seit wochen versuche ich, und zwar mehr oder weniger erfolgreich, mit einer situation umzugehen, und zwar nicht passiv, die an sich schwieriger nicht sein könnte. und ich bin stolz auf mich, wie ich das mache. zum einen habe ich vertrauen, was zur folge hatte und hat, dass ich meinem gegenüber bewusst und aktiv einen sehr sehr großen handlungsspielraum zugestehe, in dessen rahmen ich selber keinerlei kontrolle habe über das, was passiert. auf der anderen seite gestalte ich mir meinen eigenen handlungsspielraum in einem maße, das ich brauche um nicht das gefühl zu haben, handlungsunfähiges opfer dieser situation zu sein.

so ganz passen die beiden handlunsspielräume (noch) nicht zusammen und ich merke gerade, dass ich einen weg suche, meinen ein wenig auszuweiten. was ich mich dabei frage: ist schon die suche nach ausweitungsmöglichkeiten eine aktive gestaltung dieses handlungsspielraumes, oder sind es erst die entscheidungen, handlungen selbst, die diesen spielraum ausweiten? ist das suchen einer lösung schon teil der lösung, oder ist es erst die lösung an sich? ich neige dazu zu glauben, zu fühlen, dass mir schon die aktive suche nach einer lösung gut tut und mich entspannt. das ganze leben ist ein einziges vor und zurück, aber letztendlich kommt es doch darauf an, einen mittelweg dergestalt zu finden, dass unter dem strich ein "vor" herauskommt.

was ich nicht will, ist meinen handlungsspielraum auf kosten meines gegenübers auszuweiten. das käme keiner ausweitung, sondern nur einer verschiebung gleich; ein zustand, der mich nicht befriedigen, sondern eher belasten würde weil er mit angst verbunden wäre. mit der angst davor, dass mein gegenüber diese verschiebung meines handlungsspielraumes wieder rückgängig macht, ja mehr noch, meiner in der folge dessen kleiner wird. das kann also keine lösung sein. es muss aber eine möglichkeit geben, mir meinen handlungs- und entscheidungsspielraum zu erweitern und zwar so, dass die gegenseite dies mitzutragen bereit ist. und zwar nicht nur passiv, sondern aktiv. geben und nehmen. gegenseitigkeit.

und das schönste daran? ich freue mich auf die kommunikation meiner bedürfnisse und darauf, sie aktiv zu gestalten. weil ich weiß, wer ich bin, was ich will und weil ich vertrauen habe.

in mich.

in dich.

und in uns. 

 

13.06.2012 um 07:21 Uhr

aus aktuellem anlass

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

R.I.P.

margarete mitscherlich.

tolle frau. tolles leben. tolle arbeit.

möge sie im himmel genügend nicht-analysierte finden...

 

29.05.2012 um 13:37 Uhr

alleine mit mir

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

bei mir tut sich gerade ganz viel. vor allem emotional. ich fühle, bekomme es aber nicht so ganz auseinander sortiert.

die letzten monate, wochen und tage haben eine menge mit mir gemacht. die trennung von mister r., das treffen mit madame, gespräche mit meiner besten freundin, nachdenken mit mir alleine. ich hatte mir eine art beschäftigungstherapie verordnet, war ständig unterwegs, immer am machen, um ja nach der trennung von r. nicht in eines meiner wohlbekannten löcher zu fallen und zu versumpfen. die gefahr war da. jetzt, nachdem madame weg ist und ich diese woche keine uni habe, komme ich gerade ein bisschen runter. ich entspanne, gleichzeitig habe ich gestern aber eine art erschöpfung wahrgenommen. körperlich und emotional. der körperlichen habe ich entgegen gewirkt, indem ich das gestrige sportprogramm gestrichen habe. die emotionale habe ich versucht, aktiv zu kompensieren und mir das zu holen, von dem ich das gefühl hatte, es zu brauchen. anerkennung. gefallen. nähe. interessant sein. zwar nur digital, in einem netzwerk, in dem ich immer mal wieder unterwegs bin, aber dennoch. jetzt frage ich mich aber gerade: wieviel davon bin ich, was ist kompensation, was will ich?

was ich merke, verstärkt seit gestern, ist, dass mir frauen fehlen. kontakte zu (gleichgesinnten) frauen, flirten, als begehrenswert von ihnen wahrgenommen zu werden, selber zu flirten, zu begehren. das ist eine sehnsucht, die nicht neu ist, die ich kenne. im moment ist sie aber ziemlich ausgeprägt und ich weiß nicht so ganz genau, wohin mit diesen gefühlen. angucken und aushalten? kompensieren? aktiv werden? ich weiß es nicht.

ich habe gestern im rahmen meiner digitalen kompensation zwei interessante kontakte zu zwei interessanten und schönen, aus meiner sicht ziemlich begehrenswerten, frauen geknüpft. die initiative hatte jeweils ich ergriffen, aber die reaktionen waren beide male sehr interessiert, positiv und neugier weckend. jetzt sitze ich allerdings hier und fange an zu träumen. einerseits will ich gar nicht damit aufhören, andererseits weiß ich, dass es mir gut tun würde, im hier und jetzt zu bleiben. ich muss das hier und jetzt, mich und meine emotionen, schlicht aushalten. ein satz meiner geliebten ex-analytikerin. hingucken. aushalten. keine alternative. und so habe ich das gefühl, dass all diese emotionen und meine rationale einordnung eben dieser von allen seiten an mir zerren. ich bin innerlich latent nervös, kann mich nicht besonders gut auf das lernen konzentrieren, habe ein großes redebedürfnis einerseits, und andererseits das bedürfnis, zu verdrängen. rückzug kommt nicht in frage, das steht aber auch gar nicht zur debatte. ich glaube es nervt mich einfach auch, dass meine durchweg poitive stimmung der letzten 2 wochen ein bisschen am kippen ist. dieser aktuelle zustand ist jedoch auch ein großer teil von mir, das bin ich, das kenne ich. neu ist meine art, damit umzugehen. hinzuschauen. auszuhalten. es muss mir nicht immer perfekt gehen. ich muss mir nicht jede minute aus voller überzeugung heraus sagen können, ich sei toll. eine geile sau, um die worte der besten freundin zu benutzen. bin ich, ja, aber kann man das immer, zu jeder minute, auch fühlen? muss ich das können? nein, muss ich nicht. und trotzdem nervt es mich gerade, nerve ich mich gerade. da ist ein bisschen innere leere, die ich krampfhaft versuche, zu füllen. ich bin mit mir alleine, und diesen zustand finde ich gerade ziemlich anstrengend.

 

28.12.2011 um 22:24 Uhr

sagen sie mal,

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

denken sie eigentlich manchmal darüber nach, ob ich noch lebe?