grenzwandel

16.03.2009 um 20:47 Uhr

schon wieder krank

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

oh mann. so langsam fange ich an, mir sorgen zu machen. um meine therapeutin. die gute ist schon wieder krank. husten, heiserkeit, dicker kopf. dicker schnupfen. jetzt schon zum x-ten mal innerhalb relativ kurzer zeit. und ich bin sowas von nicht in einer position, sie zu fragen, wann sie sich das letzte mal vom arzt hat durchchecken lassen geschweige denn ihr zu sagen, dass ihr immunsystem offensichtlich nicht das beste ist und ihr entsprechende gegenmittel zu empfehlen. scheiße. dabei will ich doch nur, dass es ihr gut geht. ich will, dass es dieser frau gut geht.

13.03.2009 um 17:56 Uhr

13.3.2009

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

das geburtstagsgeschenk der medizinischen fakultät war die zuteilung meiner priorität nummer 1 der für das zweite semester zu wählenden klinischen wahlfächer. neurochirurgie/hirntumore in theorie und praxis inklusive hospitation in der neurochirurgischen ambulanz und teilnahme an hirntumoroperationen! hach wie genial. es läuft mal wieder alles wie am schnürchen. heute war zudem der letzte tag des biopraktikums - wir haben chromosomen gezählt - und kaum war das vorbei hatte ich lust, zu lernen. so muss das sein. und nachher gehe ich ins theater, madame v. haben mich eingeladen.

ich hab jetzt noch ganze 5 wochen semesterferien, und zudem werde ich anfang april eine woche in hamburg sein, den cranio-einführungskurs machen und eine kommilitonin besuchen. und obendrauf: mein geburtstagsgeschenk an mich war die entscheidung (endlich) mit dem reiten anzufangen. dieser gedanke treibt mich schon eine weile um, aber ich dachte immer, dass der spaß teuer ist. nach kurzer recherche stellte sich jedoch heraus, dass es mehr als erschwinglich ist: eine einzelstunde 20 euro, 10er karte 180. und seitdem habe ich hummeln im hintern; am montag geht's los.

mich ernst nehmen? verantwortung für mich übernehmen? hier, bitte. so einfach ist das.

11.03.2009 um 17:29 Uhr

frust malt - was ich will

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

das resultat von gestern abend:

 

 

11.03.2009 um 07:09 Uhr

gelähmt

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

der ganze frust, die ganzen aggressionen des gestrigen tages, haben gestern abend ein unbeschreiblich geniales bild geschaffen, an dem ich mich nicht sattsehen kann. und es trifft die stimmung einfach haargenau. mal wieder, wieder und wieder, immer wieder, wusste ich nicht, was ich will, war ratlos ob dieser frage, ich stocherte im nebel, im dunkeln und wurde dabei wütender und wütender, auf mich, auf madame psychoanalytikerin, auf überhaupt alles. ich hatte keine ahnung was es heißt, sich ernst zu nehmen, verantwortung für sich zu übernehmen, was es heißt, zu leben, lieben und geliebt zu werden. dicht. ich war völlig dicht, blockiert, gefrustet und aggressiv. die beste methode, sich davon abzuhalten, sich zu analysieren. klasse. ganz großes kino. den nachmittag über habe ich dann nachdenkenderweise im bett verbracht, wobei der ein oder andere groschen durchaus fiel. um verantwortung für mich übernehmen zu können, muss ich wissen, was ich will. und dazu muss ich mich erst einmal ernst nehmen. klingt einfach. ja klasse. wenn es so einfach wäre, dann wär es ja auch kein problem, nä?
aufhören. ich fange schon wieder an, auf mich loszugehen. das ist nicht notwendig, grenzie. ist es nicht. es dauert einfach so lange, wie es dauert. und die werte frau dr. psychoanaltikerin ist da, da, da. sie geht nicht weg, und sie will auch nicht, dass du gehst. so. und jetzt kopf unters kalte wasser und auf in den tag.

10.03.2009 um 18:15 Uhr

what I want

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

was will ich eigentlich?

wissen, was ich will.

mich ernst nehmen.

verantwortung für mich übernehmen.

authentizität.

innere sicherheit.

selbstsicherheit.

mir genug sein.

verantwortung kann ich nur dann für mich übernehmen, wenn ich weiß, was ich will.

innere sicherheit basiert auf der verantwortung, die man für sich übernimmt.

dazu muss ich mich aber zunächst einmal ernst nehmen.

mich akzeptieren.

alle teile von mir als eins betrachten.

integrieren.

kongruenz.

mich wahrnehmen und fühlen.

bei mir bleiben und mich aushalten.

durchhalten.

annehmen. 

nicht wegrennen.

keine abwehr.

entscheidungen treffen.

leben. 

03.03.2009 um 07:34 Uhr

seltene erkenntnis

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

Musik: razorlight - wire to wire

 
ich hab mich im moment richtig lieb.
 

18.02.2009 um 19:30 Uhr

verkehrt herum

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich muss mich ein bisschen zurückziehen, denn heute fiel es mir doch wieder ein wenig schwer, auf mich zu hören und mich zu fühlen. vielleicht lag es an den kopfschmerzen, vielleicht aber auch nicht. ich habe mal wieder mit einem blick von außen auf mich geschaut, meine umwelt abgecheckt und ihren umgang mit mit kontrolliert, anstatt einen blick von innen heraus zu haben, bei mir zu sein. die cranio-sitzung haben wir auf morgen verschoben, denn mit einem fast platzenden kopf bringt das auch nichts. aber wenigstens war ich nicht untätig, madame v.'s buchhaltung ist jetzt zum durchzeichnen fertig, das habe ich soweit fertig bekommen. jetzt werde ich ein bisschen in mich gehen und schauen, was ich da finde, damit ich den heutigen tag morgen in der therapie nochmal anschauen kann.

01.02.2009 um 09:50 Uhr

glücklich

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin gerade sehr intensiv sehr glücklich. ich könnte weinen, so gut geht es mir gerade.

26.01.2009 um 20:46 Uhr

fast

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es war knapp. haarscharf bin ich am abbruch der therapie vorbeigeschlittert. letztendlich bin ich nicht gegangen, habe mich wieder hingelegt und das erste mal seit tagen eine erhellende, analytische erkenntnis gehabt. es wäre schön, sagte ich zuletzt zu meiner therapeutin, wenn das in zukunft auch funktionieren würde, ohne dass ich bis an die äußersten grenzen gehe. ja, sagte sie, das wäre gut. für sie. es wäre einfacher.

jetzt bin ich völlig erledigt und werde nur noch ins bett fallen und hoffentlich eine nacht verbringen, in der mich nicht wieder monströse vergewaltigungsträume und ähnliche heimsuchen. 

24.01.2009 um 19:27 Uhr

aus dem off

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich krieche auf dem zahnfleisch. die woche war unendlich stressig. chemie lernen, termiklausur (bestanden), weiter chemie, formeln en masse in den schädel, reaktionsgleichungen, die mir nichts sagen entschlüsseln, donnerstag nachmittag 3 stunden arbeiten, direkt nach dem chemiepraktikum, dann eine furchtbare therapiesitzung, abwehr, abwehr, abwehr, eine schweigende therapeutin, freitag nachmittag drei stunden arbeiten, bis 22 uhr chemie gelernt, samstag, also heute, eine unglaublich stressige frühschicht, um halb zwei zu hause, um drei chemielerngruppe, dann einkaufen, bude sauber gemacht (war absolut dringend nötig) und jetzt bin ich am ende, völlig erledigt. die nächsten beiden wochen werden nicht besser werden, am 7.2. ist chemieklausur. am 14.2 dann physik, was ich momentan noch sträflich vernachlässige.aber irgendwo ist auch bei mir eine grenze. und die schließt physik momentan nicht mit ein.

ich habe keine ruhe, zu mir zu finden. kein wunder, dass ich momentan in den therapiesitzungen kaum was zustande bringe, von analyse ganz zu schweigen. ich komme einfach nicht an mich ran, wenn ich auf der couch liege. wahrscheinlich ist das, zustätzlich zum ganzen stress eine nachwirkung der sitzung von letzter woche montag, die einfach nur heftig war. seit dem habe ich dicht gemacht. und meine therapeutin quittiert das mit analytischem schweigen. dabei bräuchte ich gerade ganz dringend eine hand, ihre hand, die mich ein klitzekleines bisschen leitet. aber nein. da muss ich alleine durch.

19.01.2009 um 21:08 Uhr

einfach nur danke

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

uiuiuiuiui. was für eine therapiesitzung. voller emotionen, voller vertrauen, loslassen und anschauen. ein dickes, dickes danke an mich selber, dass ich so bin, wie ich bin. und ein unendlich liebevolles danke an die frau, die ich von herzen liebe, die mich nunmehr im dritten jahr begleitet, mir vertraut, mich annimmt, wie ich bin, ohne zu fordern, die mir die augen öffnet und die mich liebevoll an die hand nimmt, die ohne zu zögern einfach da ist, mir ihre schulter zum anlehnen gibt, die mich hält und mir beibringt, wie ich mich selber halten kann.

17.01.2009 um 20:59 Uhr

vor meinen augen baumelt ein kreuz

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

was ein tag. lang, sehr lang. gefüllt mit termi, wobei mir das heute ausnehmend spaß gemacht hat, da ich eine ganze liste voll medizinischer begriffe zusammengegoogelt habe, und sowas mag ich einfach. dabei lernt es sich spielend. danach chemie, am nachmittag zusammen mit dem schnuckeligen fast-chemiker. wir hatten spaß, zumal zwischendurch immer wieder olga, eine seiner nachhilfeschülerinnen, durchs bild lief. die frau war dermaßen daneben, komplett übertrieben, fährt nen slk, von pappi geschenkt, ist ins medizinstudium eingeklagt und hat noch keine einzige prüfung bestanden, obwohl sie schon letztes sommersemester angefangen hat. nun ja. wir haben uns amüsiert.
 
ein teil meiner werten mitkommilitonen geht heute abend noch weg, und ich habe schon die dritte sms bekommen, ob ich mitkomme. lieb, sehr lieb, aber ich mag alleine sein. hatte heute schon genug zwischenmenschliche kontakte, für heute ist es genug. ich habe mir vorhin bestimmt eine stunde lang vorwürfe gemacht, dass ich doch mitgehen sollte, müsste, immer bin ich diejenige, die fehlt, etc. und war kurz davor, zuzusagen. aber im letzten moment hab ich dann doch noch die kurve gekriegt und mich ernsthaft gefragt, was ich denn wirklich will. und die eindeutige antwort war: alleine zu hause bleiben. daher hab ich dann auch abgesagt, und seitdem bin ich friedlich. also innen. gut gesorgt für mich. es wäre eine katastrophe geworden, ich hätte mich aus den augen verloren, wäre nur der masse gefolgt und hätte versucht, mich unsichtbar zu machen. so ist es gut, ich bleibe hier und mache es mir gemütlich, nur mit mir alleine. das reicht.

16.01.2009 um 20:52 Uhr

innere weichheit, lange haare und wochenende

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

er hat schon wieder angerufen. zwei mal, einmal heute mittag, einmal am späten nachmittag. er kapiert es nicht, einfach nicht. seit monaten ignoriere ich diese anrufe, gehe konsequent nicht ans telefon, aber er kapiert es nicht. wie kann man so blind und blöd sein? ich richte mich gerade in meinem leben ein, und ich gedenke auch weiterhin, das ohne altlasten zu tun. nur bestimmten ist das einfach nicht klar zu machen, immer und immer wieder nimmt er anlauf, nur um wieder gegen die wand zu krachen. eine wand, die ich aufgestellt habe und nicht wieder einzureißen gedenke. man könnte meinen, dass die menschen ab einem gewissen alter eine gewisse einsichtsfähigkeit haben - haben sollten. aber nein, nicht alle. und ein ganz bestimmter schon gar nicht. ich werde das telefon also weiter ignorieren und darauf warten, bis der groschen fällt. so er das denn irgendwann tun sollte. mannmannmann.

der tag war zu kurz, und dennoch produktiv. terminologie, chemie. geschlafen. gegessen und das derzeitige zufriedenheitsgefühl geerdet. morgen bin ich mit kommilitone x verabredet, und übermorgen mit kommilitone y. keine schlechte ausbeute. zwei tage, zwei männer, wie meine werte frau therapeutin gestern grinsend feststellte. dass ich mit beiden zum lernen verabredet bin und keinerlei weitere ambitionen hege, hat sie geflissentlich überhört. der eine groß, schlank, blond, blauäugig, so alt wie ich und werdender arzt, der andere groß, schlank, pechschwarzhaarig, grauäugig, 24 und angehender chemiker, und beide unglaublich witzig und charmant. aber wie gesagt: wir sind zum lernen verabredet, zu sonst nichts. ok. ein kaffee sollte schon noch drin sein. mit ersterem kann ich herrlich über alle meine unfähigkeiten lachen, und er über seine, und mit letzteren macht chemie ungalublich viel spaß, da besagter junge begnadet erklären kann. und da ich recht schnell im begreifen bin, ergänzen wir uns perfekt. 

ich könnte vor freude über das arbeitsfreie wochenende auf einem bein im kreis rennen. das war mit abstand die beste entscheidung, die ich diese woche getroffen habe. vielleicht schaffe ich es zudem, an einem der nächsten beiden tage meine bude mal wieder auf hochglanz zu bringen, zu waschen und gscheit einkaufen zu gehen. gestern hatte ich ja so einen 'ich-schneide-sie-wieder-ab' anfall und wollte schon einen termin beim friseur ausmachen, heute bin ich froh drüber, dass ich es nicht getan habe. die haare bleiben dran. sie sind mittlerweile schulterlang, und je länger sie werden, desto mehr kann man mit ihnen anstellen. ich habe keine, wirklich absolut keine ahnung, wann die zum letzten mal so lang waren. das ist schon verdammt lang her. im moment passt nichts besser zu meiner (inneren) weichheit als die langen haare. das nur so am rande.

so, und jetzt? geschirr spülen, tee kochen, bett, buch. 

15.01.2009 um 20:16 Uhr

couch am abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

erkenntnisse, kleine, schritt für schritt durchgesickert vom unterbewusstsein ins bewusstsein, einhergehend mit emotionen, wie ich sie kaum kannte. alleine, einsam, haltlos dachte ich, bin ich, fühlte ich mich, oft. so oft. zu oft. der halt muss aus dem innen heraus wachsen. keine handlungen als zeichen des gemocht und geachtet, geschätzt werdens sind nicht schlimm, bedeuten nicht automatisch ablehnung, abwendung. das akzeptieren, was mir von den anderen entgegengebracht wird, es annehmen, mich gemocht fühlen. zulassen. es zulassen, dass andere mich mögen, es nicht sofort ins gegenteil verkehren und gegen mich verwenden. loslassen. gelassen. sein. einfach sein.

12.01.2009 um 20:51 Uhr

erkenntnisse am abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

so ruhig und friedlich und gelassen wie ich gerade bin, war ich schon seit ewigkeiten nicht mehr. ich habe schritte gemacht, fort-schritte. und was für welche. nur war mir das bis eben nicht bewusst. die erkenntnis bedurfte einmal mehr der analytischen ohren und leitung der bzw. durch die werte frau psychoanalytikerin. erkannt habe ich letztendlich selber. und das hat. so. gut. getan. so gut.

07.01.2009 um 23:36 Uhr

wenn es nacht wird...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich fürchte, ich muss demnächst mal ins bett. angesichts der albträume der letzten wochen ist das gar kein so leichtes unterfangen. letzte nach schreiend aufgewacht, schweißgebadet. vorletzte nacht ebenso, und die davor und die davor auch. irgendetwas tut sich. leider kann ich so gar nicht einordnen, was. angst. es ist angst im spiel, soviel kann ich sagen, mehr aber auch nicht. nacht für nacht werde ich verfolgt, von gesichtslosen wesen, die mich um die häuserblöcke jagen, im kreis, immer im kreis, und wieder im kreis, nur im kreis und an jeder hausecke die panisch aufflackernde angst, die verfolger hätten  gemerkt, dass ich immer im kreis renne und kommen mir nun entgegen. verfolgt von grufties, von denen eine reale, unmittelbar drohende gefahr ausgeht, aus deren mitte ich mich jedoch nicht zu befreien weiß, weil der anführer, ein unglaublich schöner mann, mich dermaßen anzieht, mich mit einer macht fasziniert, von der ich mich nicht losreißen kann, tanzend bewege ich mich wie in trance im brennenden zirkuszeltartigen unterschlupf der grufties, beobachte den anführer und eine mir völlig unbekannte, ebenfalls wunderschöne frau, die mich ebenso fasziniert, meinerseits beobachtet und taxiert vom anführer, der nur auf eine möglichkeit wartet, auf mich loszugehen, sobald ich eine unsicherheit zeige, tanzend im brennenden zelt, es ist heiß, stickig und ich komme nicht los. angst, faszination, eine ambivalente mischung, die mich schreiend aus dem schlaf reißt, hilflos verloren im dunkeln. von wieder einschlafen kann keine rede sein, ich will, will nur, dass die nacht vorbeigeht, es morgen wird und ich aufstehen kann, müde, aber froh, der nacht entkommen zu sein. was das alles zu bedeuten hat? ich habe keine ahnung, aber ich fühle, dass es etwas zu bedeuten hat, eine bedeutung hat, etwas wesentliches, bedeutung, für mich, mein leben. ich weiß es nicht. weiß es nicht, will es nicht wissen und dennoch zieht es mich an, die dunkelheit zieht mich an, zieht mich in ihren bann, wieder und wieder, nacht für nacht, im kampf mit den wesen der dunkelheit, meiner dunkelheit, der dunkelheit meiner seele, meines unterbewusstseins, mein film, meiner, film. ich.

05.01.2009 um 14:10 Uhr

ein zeichen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

manchmal sind es die völlig unerwarteten ereignisse und begebenheiten, die einem dann doch ein verstohlenes lächeln auf die lippen zaubern. wie gerade eben. ich interpretiere es als zeichen. ich war schon im kh, schon fast umgezogen, da klingelt mein handy. die werte frau pflegedienstleitung mit den worten: grenzie, du kannst wieder nach hause, ich hab mich geirrt." wie geil ist das denn? ich hatte mich zwar aufs arbeiten gefreut, aber jetzt freue ich mich noch mehr über den gewonnenen nachmittag. vielleicht kann ich mich ja doch ein bisschen um die patientenverfügung kümmern. aber erstmal werde ich was essen. ich weiß nicht, wann ich das das letzte mal getan habe.

05.01.2009 um 13:11 Uhr

...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

scheiße. es geht mir nicht gut. es geht mir gar nicht gut. das arbeiten werde ich überstehen, es wird mich ein wenig ablenken. was ist denn bloß schon wieder los? ein gedanke an den drohenden alltag ab mittwoch und schon ist mir wieder schwindelig und ich habe ein engegefühl in der brust. ich habe das gefühl, das alles nicht zu schaffen, ich will mich zurückziehen, alleine sein, niemanden hören und sehen. therapie erst nächste woche wieder, fühle mich wie im sommer. die drei wochen sind zu lang.was tun? was verdammt nochmal kann ich tun?

05.01.2009 um 10:03 Uhr

ausklang

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

viel besser als gestern ist es nicht wirklich. ich habe trotz wilder kombination aller möglichen dinge grottenschlecht geschlafen, habe angst gehabt, vor dem einschlafen, wegen der albträume, angst vor dem nicht-einschlafen, vor dem wachliegen, und meine gedanken sind karussell gefahren. meine therapeutin hat schon recht gehabt. die drei wochen ohne sie sind zu lang. sie hatte die klinik vorgeschlagen, ich aber wollte lernen und die unifreie zeit genießen. hätte ich doch mal besser auf sie gehört. im sommer wird mir das nicht passieren, habe ich beschlossen. ich muss besser auf mich aufpassen. immer und imemr wieder verliere ich das aus den augen und batsch, kriege ich eins übergebraten. daher werde ich heute nichts tun, und morgen auch nicht, zumindest nicht für die uni. das kann warten. und um nicht völlig nutzlos in der gegend herumzuwandeln und zeit für meine depressionen zu haben, habe ich spontan unserer pflegedienstleitung, die mich vorhin aus dem bett geschmissen hat, zugesagt, heute und morgen einzuspringen. heute spät und morgen früh. das ist ok, so bin ich zumindest jeweils den halben tag abgelenkt und aufgeräumt. physik und die patientenverfügung können warten.

ich bin müde, einfach nur müde. diese anfälle schaffen mich mittlerweile dermaßen, dass ich sie alleine deswegen schon vermeiden möchte, weil ich einfach im ausklang so auf der nase liege und nichts zuwege bringe.wann habe ich mich wieder aus den augen verloren, wann?

04.01.2009 um 19:52 Uhr

strudel ins nichts

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

warum warum warum schlagen diese verfluchten depressionen bevorzugt am abend vor? WARUM? den ganzen tag habe ich es einigermaßen geschafft, sie im griff zu behalten, habe mich durch lernen abgelenkt und jetzt, kaum habe ich nichts zu tun, hänge ich völlig in den seilen. eine unglaubliche spannung macht sich breit, zerrissen, bin ich, es zerreißt mich, zerreißt mich und ich habe dem nichts entgegen zu setzen, ganz im gegenteil, ich gieße öl ins feuer und mache mich auch noch selbst fertig. ich tauge nichts, nicht genug gelernt und schon gar nicht genug verstanden, alles zuviel, zuwenig, unausgeglichen und -gegoren. ich liege im bett und starre die decke an, möchte mir weh tun, weh tun, verflucht einfach nur weh tun um etwas zu spüren. genauso gut könnte ich alle medikamente, die ich im schrank habe, auf einmal in mich reinstopfen, nur um diese beschissene zerrissene leere zu betäuben, die alle emotionen abtötet, mich zu einem erstarrten monster macht. wo ist sie, die oberfläche, unter der ich gefangen bin, die mich einsperrt, im strudel der eigenen psychischen unwegsamkeit? eingeklemmt in einer dunklen ecke meiner seele hebe ich müde den arm und erreiche...nichts. mich umgibt dunkle, kalte leere, undurchsichtigkeit, nichtmal ein nebel, in dem ich stochern könnte, lässt sich ausmachen. meine ohren sind zu und rauschen, mir ist latent schlecht und doch will ich rennen, wegrennen, wegrennen aus dem dunkel heraus, der zerrissenheit entfliehen, sie hinter mir lassen, licht finden. und einen halt, halt mich, halt mich einfach fest, ich falle, ins dunkel, immer tiefer. festhalten, stehen bleiben und aushalten, hinsehen. mach deine verfluchten augen auf und sieh hin, sag mir, was los ist, was zieht und zerrt, was hat diese spirale in gang gesetzt und wie geht es wieder hinaus? wo? wo geht es hinaus, wo ist das ende?