grenzwandel

03.10.2009 um 17:50 Uhr

entspannung

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

wie gut es doch tut, wenn man für sich sorgt. kurzer durchhänger vorhin, frustriert, müde, vom lernen gestresst und absolut nicht mehr aufnahmefähig. dbf angerufen - eine viertel stunde hat gereicht - und mir ging es besser. dann wollte ich gemütlich einkaufen gehen, hatte jedoch völlig verdrängt, dass heute feiertag ist. also habe ich die tankstelle leergekauft und mich mit dem allernotwendigsten eingedeckt. dann ab unter die dusche. und als ich schon mehr oder weniger fertig geduscht hatte fiel mir auf, dass ich lust auf baden habe. also wasser eingelassen, schönes öl dazu und lang ausgestreckt. natürlich nicht ohne meine neue quietscheente einzuweihen. das hat so gut getan. wasser hat etwas so becingungslos daes, also daseiendes, das tut so gut. augen zu, musik im hintergrund und entspannen. wundervoll. schließlich hab ich mir noch einen echten kaffee gekocht, kakaopulver reingekippt, milch, und jetzt sitze ich entspannt hier an meinem schreibtisch, und es kann weiter gehen. embryologie als letztes zu wiederholendes kapitel noch, und ab morgen sind dann für zwei tage nur noch knochen dran. sehr sehr schön.

und jetzt auf in den uterus.

 

03.10.2009 um 09:07 Uhr

kurzes resumèe

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich habe gestern abend noch festgestellt, dass ich bisher ein ganz tolles jahr hatte, das beste seit langem.

medizinstudium.

chemie 2 bestanden.

stipendium bekommen.

bio bestanden.

histo 1 bestanden.

drei richtig gute referate gehalten.

ein großartiges wahlfach neurochirurgie gehabt.

histo 2 bestanden.

physiologie bestanden.

biochemie bestanden.

molekulare medizin bestanden.

medizinische soziologie bestanden.

im op gewesen.

gute kontakte in die neurologie/neurochirurgie geknüpft.

physik bestanden.

einen ganz ganz tollen sommer gehabt, ruhig und gelassen.

mit den notärzten vom jkh auf tour gewesen.

eine ebenfalls ganz ganz tolle kbt-zeit und -therapeutin gehabt.

im urlaub gewesen.

die therapiepause super überstanden, viel gelernt und erkannt.

viel mit menschen unternommen.

analyse-wiedereinstieg gelungen. 

anatomie lernen. macht super viel spaß. 

und als ausblick auf die kommenden wochen:

beginn 3. semester.

das highlight der vorklinik steht an: der präp-kurs.

 

ich kann überhaupt nicht maulen. dass nicht immer alls so glatt läuft, wie vielleicht erwünscht (siehe letzte tage), das ist nur normal und gehört dazu. aber es geht mir einfach gut. ich habe eine menge stabilität hinzugewonnen, mache, was ich mein ganzes leben lang machen wollte, habe tolle menschen um mich herum (auch wenn sie nicht immer zuhören), zwei wundervolle therapeutinnen und ich bin in der lage, grenzen zu ziehen, gefühle zuzulassen, auf das kleine kind in mir zu hören und entscheidungen zu treffen. was will ich denn mehr?

guten morgen welt.

 

02.10.2009 um 17:41 Uhr

ähhh...ok.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

irgendwie...irgendwie...irgendwie hab ich was an mir, muss ich was an mir haben, das andere dazu verleitet, mir nicht zuhören zu wollen, wenn es mir nicht gut geht. ich bin müde, tierisch müde, vom vielen lernen und zudem gerade ziemlich durchlässig und lasse meinen kopf so ein wenig hängen, wegen der gestrigen geschichte. man könnte auch sagen, ich bin traurig. was macht man, wenn man traurig ist? oder bzw. was könnte man machen? ja, genau, freunde anrufen und quatschen. bestenfalls sich auskotzen, schlimmstenfalls ein bisschen weinen. ich rief also meinen mittlerweile guten freund, den kommilitonen c. an und wir plänkelten ein bisschen, anatomie hin, anatomie her, wetter, wochenende. irgendwann meinte ich, ich sei ein wenig frustriert und erzählte ganz kurz, was sich gestern ereignet hatte. und was sagte der herr kommilitone? ja, das ist eine blöde message. und: du, ich ruf dich vielleicht nachher, spätestens aber morgen wieder an. und: tschüs. ... und schon wieder saß ich etwas belämmert da, starrte den hörer in meiner hand an und wusste nicht genau, was ich machen sollte. irgendwie mache ich irgendetwas falsch. alle kommen sie zu mir, wenn was ist, aber wehe, ich habe mal was auf dem herzen. jetzt sitze ich noch trauriger hier, werde eine stunde pause machen und mich dann wieder in die gesellschaft meiner anatomiebücher begeben. was soll ich auch sonst machen. es hört ja doch keiner zu.
 

02.10.2009 um 06:00 Uhr

neuanfang

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

so. innen aufgeräumt, außen aufgeräumt. ich habe abschied genommen, wenn auch ohne tränen. und gerade vorhin kam mir die idee für eine ganz klassisch-rituelle abschiedszeremonie, nämlich eine beerdigung. ich brauche also einen spielzeugwolf, eine schachtel und eine von diesen roten friedhofsewigleuchten. dann wird der wolf im schafspelz offiziell beigesetzt, gut sichtbar im blumentopf auf meinem balkon. als mahnmal. allerdings muss das bis nach anatomie warten, damit ich die zeit und die ruhe dazu habe.

und was passt besser zu einem abschied und einem neuanfang? richtig. ein neues blog-design. ein dickes dickes danke dafür geht an die rote zora inclusive ihrer hellebarde - danke ihr beiden - die mich gestern abend noch mit entwürfen und css-scripts auf trab hielten. das hat gutgetan, denn es hat mich davon abgehalten, mich in den inneren abschied hineinzufressen.

und jetzt? auf in den freitag vor anatomie. was steht an? erst mal knochen: obere extremität wiederholen. dann: allgemeine muskel-, knochen- und gelenklehre zum letzten mal wiederholen, ebenso wie die themen blut und immunsystem. den tag morgen brauche ich nämlich komplett für embryologie. sonntag und montag sind nur knochen dran, nebst kurzem querlesen aller gelernten kapitel, um deren inhalte frisch und vorne im hirn zu halten. das klingt nach einem guten plan. 

guten morgen welt. 

01.10.2009 um 21:06 Uhr

abschied vom wolf im schafspelz

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

vorhin. zwischen tür und angel. ich war gerade dabei, eine mail zu schreiben, einen fuß schon aus der türe, in richtung therapie. da schrieb mich der herr informatiker an. wo ich denn sei, die letzten beiden tage so gut wie nicht online gewesen, wie es mir ginge. versinkend in meinen anatomiebüchern, schrieb ich zurück, aber sonst soweit gut, wie es denn mit ihm stehe. viel arbeit?

anm. d. red.: er hat ja momentan besuch von einer bekannten, die zum forschen länger in afrika war, und jetzt wohnt sie bei ihm, bis sie ihre eigene wohnung in der hiesigen stadt beziehen kann. nun ja, lange rede kurzer sinn.

ich fragte ihn, ob er denn schon wieder alleine sei, worauf er antwortete, nein, i. sei noch da...

...woraufhin bei mir eine erste alarmglocke schrillte, denn auf einmal hatte diese bekannte einen namen..

müde bin ich, wir waren gestern abend noch lange wach...

anm. d. red.: morgen fährt er nach b., aufnahmen machen und seine cd abmischen.

...und morgen fahren wir zusammen nach b.

...

die zweite alarmglocke begann zu schrillen.

...zug?, fragte ich.

jup, so der herr, aber voll schön.

glaub, wir sind ziemlich verliebt ineinander...

...kam dann hinterher.

flatsch. wie der ochse vorm berg saß ich vor meinem rechner, als hätte mir jemand einen baseballschläger über den schädel gezogen und alle nur erdenklichen alamglocken kreischten unisono.

wer? so meine ziemlich dämliche frage noch...

i. und ich.

aha. und ich muss jetzt gehen, schaffte ich noch zu schreiben und schwupps, war ich weg vom rechner.

...

direkt in die therapie. gottseidank. man hat mir wohl auch ziemlich deutlich angesehen, dass gerade etwas ganz ganz schief gelaufen war. meine therapeutin war süß. ich fing gerade an zu toben, da griff sie ein und hielt mich ganz liebevoll aber bestimmt davon ab. der hat sie verarscht. richtig. und das tut mir auch sehr leid für sie. das tut jetzt zwar weh, aber wenn sie es analysieren, vor allem, was ihr beitrag dazu war, dann haben sie eine chance, dass das nie wieder passiert.

und ich habe mich an die hand nehmen lassen, hörte auf zu toben und fing an, es mir anzuschauen. und ich habe eine menge verstanden. mit traumwandlerischer sicherheit bin ich mal wieder an jemanden geraten, der nichts besseres zu tun hat, als mich zu verarschen. der wolf im schafspelz. mal wieder. der letzte, der das selbe getan hatte, war meine große liebe. ich habe, hier beim herrn informatiker, zwar die ganze zeit versucht, so neutral und distanziert wie möglich zu sein, ja keine signale aussenden, habe lediglich auf seine reagiert - er hat mir verdammt nochmal gut gefallen - aber dennoch habe ich meinen teil beigetragen. das habe ich verstanden. dass er letztendlich nicht bekam, was er wollte - nämlich mich in seinem bett - hat ihm wohl irgendwie nicht gepasst, so dass er mir jetzt seine neue verliebtheit (und ob die so neu ist, ist ja überhaupt die andere frage) und die ohren klatscht. wie gut - dem himmel sei dank - war ich nicht mit diesem menschen im bett. das wäre eine katastrophe gewesen und ich stünde vor einem abgrund. so tut es zwar weh und ich fühle mich verarscht, aber ich werde es verkraften. 

ich werde abschied nehmen. meine gefühle zulassen, auch wenn gerade keine tränen kommen wollen, mit trauriger musik im hintergrund, werde ich also abschied nehmen vom herrn informatiker, und vom wolf im schafspelz im allgemeinen. ich will nicht, dass mir so etwas noch einmal passiert. jetzt ist schluß. endgültig. das passiert mir nicht noch einmal. ich werde es mir also weiterhin anschauen, versuchen, minutiös herauszufinden, welche signale ich trotz allem gesendet habe, wann auf meiner stirn gestanden hat 'mich kann man gut und gerne verarschen, nimm mich bloß nicht ernst', wann ich wieder in diese falle getappt bin. das passiert mir nicht noch einmal.

ich werde also abschied nehmen. und ich werde nicht auf mir herumhacken, werde mich nicht dafür fertig machen, werde bewusst und elegant alle meine desktruktiven muster umschiffen und ich werde daraus lernen.

erste amtshandlung also:

kontakt im msn löschen.

erledigt.

zweite amtshandlung:

telefonnummern aus meinem handy löschen.

erledigt.

sein bild löschen.

erledigt.

kontakt im studivz löschen.

erledigt.

studivz-account mit den höchsten sicherheits- bzw- privatsphäre-einstellungen versehen.

erledigt.

 

so. ich glaube, jetzt geht es mir besser. 

 

hört mir mal alle zu, ihr wölfe im schafspelz da draußen: macht, was ihr wollt. aber ohne mich. keiner, absolut keiner von euch wird je wieder die chance bekommen, mich zu verarschen. schluß jetzt. ich werde in zukunft genau hingucken. und zwar ganz genau. 

24.09.2009 um 20:12 Uhr

ein durcheinander in meinem kopf

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

inszenierung = manipulation.

manipulation = kontrolle.

manipulation = macht.

manipulation = bewunderung bekommen.

bewunderung = gemocht werden.

bewunderung = sicherheit.

bewunderung vs. nähe. 

bewunderung um nähe zu vermeiden.

angst vor nähe.

nähe = einlassen

nähe = vertrauen

nähe = verletzbar.

verletzbar = fühlen.

umgehen können mit gefühlen?

trauer und wehtun aushalten.

unsicherheit aushalten können?

vertrauen = unsicherheit aushalten können?

selbstbewusstsein brauchen um nähe, unsicherheit und verletzbarkeit aushalten zu können?

selbstbewusstsein vs. manipulation?

selbstsicherheit vs. manipulation?

innere sicherheit vs. manipulation?

authentizität vs. manipulation?

 

manipulation vs. intellekt???

 

ich habe eine wundervolle therapeutin. sie packt jede inszenierung beim schopf und wirft sie mir vor die füße. anschauen. hingucken. nicht ablenken. und vor allem: sie lässt sich nicht manipulieren.

23.09.2009 um 23:07 Uhr

verantwortung

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

vor einem dreiviertel jahr hätte ich mir nie und nimmer vorstellen können, dass mich der gedanke, dass die analyse zu ende sein könnte, nicht erschreckt, sondern ganz im gegenteil, dass sich der gedanke daran richtig anfühlt. vor allem, dass ich es sein werde, die sagt, dass schluß ist, das war nicht vorstellbar. und jetzt fühlt es sich richtig an und erfüllt mich mit einer unglaublichen ruhe und zufriedenheit. einer der größten verdienste der therapie ist, dass die abhängigkeit weg ist, von ihr, der therapeutin und anderen menschen, und dass ich das gefühl habe, auf eigenen beinen stehen zu können, wacklig erstmal, aber dennoch. ich hoffe, ich werde ihn nie wieder brauchen, diesen halt im außen, sondern ihn aus mir selber heraus holen und meinen weg gehen können, mit dem blick nach innen und von innen heraus. und wenn ich doch nach außen gehe, dann möchte ich das merken, dann möchte ich daraufschauen und es analysieren und verstehen können. denn nur so wir der halt in mir stabil werden, sein und bleiben.

vorhin wurde mir etwas ganz ganz wichtiges bewusst. die ganzen jahre über, die ich nun bei meiner therapeutin war, dachte ich immer (wenn auch nicht so bewusst wie jetzt), die analyse ist die perfekte methode für meine therapeutin, sonst wäre sie ja keine analytikerin, und deshalb muss die analyse auch die perfekte methode für mich sein. ich habe mir kein einziges mal ehrlich eingestanden, dass es mir schwerfällt, über meine gefühle zu reden, vor allem liegend, und das wenn möglich auch noch relativ emotionslos. ich habe so viele meiner emotionen so lange ignoriert, unterdrückt, verdrängt. und ich kann und will das in einer therapie, die zum ziel haben soll  zu fühlen, authentisch zu sein, nicht (mehr). ich habe immer gewollt, dass die analyse die perfekte methode für mich ist, aber ich habe kein einziges mal wirklich hingeschaut, geschweige denn jemals ausgesprochen, dass sie es eben nicht ist.

wir haben dennoch unglaublich viel erreicht. ich würde vermutlich nicht mehr leben, wenn ich diesen schritt in die therapie - zu meiner therapeutin - nicht geschafft hätte. ich habe es trotz aller schwierigkeiten geschafft, meine wichtigsten (und destruktivsten) muster aufzudecken, anzuschauen, sie zu analysieren und vor allem: ich habe sie verstanden. nicht von vorne bis hinten, aber soweit, dass ich weiter daran arbeiten kann. und das werde ich tun. in der kbt. die muster habe ich analysiert und sie verstanden. jetzt geht es darum, die feinheiten herauszuarbeiten, auszuprobieren, learning by doing, alleine mit mir und im zwischenmenschlichen. und das kann ich im rahmen einer therapie - glaube ich zumindest - besser, wenn ich die gefühle, die damit verbunden sind, unmittelbar ausagieren, aufstehen und herumlaufen oder auch mal einen tennisball an die wand klatschen kann. ich glaube nicht, dass es mir besonders gut gelingen wird, nur darüber zu reden und nähe und distanz nur über reden herzustellen. ich denke, es ist an der zeit. zumindest sagt mir das mein momentanes gefühl (und das sagt mir auch, dass ich mich gerade über-haupt-nicht gescheit ausdrücken kann und meine sätze ziemlich krumm klingen). es ist an der zeit, verantwortung zu übernehmen. für die analyse. und für mich.

22.09.2009 um 22:43 Uhr

der anfang vom ende?

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin traurig. das hat sich schon die ganze zeit angedeutet, aber jetzt fühle ich es durch und durch. ich bin traurig und weich. so langsam kommt die erkenntnis bei mir an, dass die analyse tatsächlich im dezember ihr ende finden könnte. zweieinhalb jahre hat sie mich begleitet, die therapie, und mit ihr meine therapeutin. zweieinhalb jahre, war sie der wichtigste mensch in meinem leben, zweieinhalb jahre lang verging kein tag, an dem ich nicht an sie gedacht habe. wir haben bilanziert, heute, bzw. ich, überlegt habe ich, was ich von mir verstanden habe. es war, bzw. ist eine menge. ich habe unglaublich viel geschafft in den letzten zweieinhalb jahren. ausführlich aufschreiben werde ich es, nicht jetzt, irgendwann. und es könnte tatsächlich sein, dass die zeit gekommen ist, die analyse als das zu nehmen, was sie war: unglaublich anstrengend, und erfolgreich. natürlich bin ich nicht durchanalysiert, weit entfert davon, aber möglicherweise ist dennoch der zeitpunkt gekommen, sie zu beenden und stattdessen in die kbt zu wechseln. so klar war mir das noch nie, und mir war auch bis heute nicht bewusst, dass es einzig und alleine an mir liegt, die ideen und die ziele für einen erfolgreichen verlängerungsantrag zu liefern. wenig ist mir heute dazu eingefallen, sehr wenig. ich weiß noch nicht, ob das abwehr war, oder ob die zeit wirklich gekommen ist. ich werde es herausfinden, herausfinden müssen, in den nächsten wochen. es war mir immer klar, dass dieser zeitpunkt irgendwann kommen wird. ist er das jetzt? der gedanke ist lange nicht so beängstigend, wie er mir noch vor einem halben jahr erschien. aber auch das ist ein verdienst der therapie. keine abhängigkeit mehr, sondern auf eigenen beinen stehen. so fühlt sich das also an. traurig. und befreiend. es wird noch eine menge zu überlegen und zu klären geben.

ich werde es auf mich zukommen lassen und versuchen, nach meinen emotionen und bedürfnissen zu handeln, völlig unabhängig von meiner therapeutin. ich liebe diese frau von ganzem herzen, aber deswegen werde ich nicht bleiben wenn ich das gefühl habe, dass es tatsächlich zeit ist, zu gehen.

22.09.2009 um 15:36 Uhr

erstaunt

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

mein kopf ist so voll, und dann doch wieder nicht.

wir haben eine erste bilanz gezogen. und erstaunlicherweise erschreckt mich der gedanke, dass die analyse im dezember zu ende sein könnte, nicht so sehr, wie ich es vermutet hatte. ich könnte fast sagen: ganz im gegenteil. ich bin ruhig und gelassen und werde schauen, was kommt.

es hat sich eine menge getan. 

21.09.2009 um 11:00 Uhr

abschied und neuanfang

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich habe mich wiedergefunden. und ich habe zwei sehr wichtige entscheidungen getroffen. zum einen habe ich mich heute morgen in aller freundschaft von jemandem verabschiedet und zum anderen habe ich endgültig beschlossen, in der psychoanalyse zu bleiben und nicht in die kbt zu wechseln. beide entscheidungen bin ich bereit, mit allen konsequenzen zu tragen. und es geht mir sehr gut damit. das waren die letzten beiden schritte auf dem weg zurück zu mir, von dem ich in den letzten zwei wochen immer wieder abgewichen bin, weg von mir, von meinen gefühlen und von dem, was ich will. jetzt ist es gut, und ich fühle mich wieder vollständig.

19.09.2009 um 21:03 Uhr

ende gelände für heute

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich habe mich weitgehend beruhigt. es ist sogar noch ein richtig schöner tag geworden, mit gutem salat, viel anatomie und ruhe. es war letztendlich doch ganz gut, dass ich das treffen auf morgen verschoben habe. ich konnte mich sammeln (auch ohne allzuviel nachzudenken) und jetzt werde ich den kurzen rest des abends genießen. mit ruhe und musik. und ich freue mich auf morgen nachmittag...bis dahin könnte auch der riesenpickel auf meiner nase weitgehend verschwunden sein. zumindest fühlt es sich an, als wäre er auf dem rückzug; besser für ihn ist das, ich habe ihn auch mit allen nur erdenklich vefügbaren mitteln bekämpft. schwere geschütze habe ich aufgefahren. und müde bin ich, nicht zu knapp. diese woche hängt mir doch noch in den knochen. wie schön, dass ich noch zwei wochen habe, bis es an der uni weitergeht. ab nächster woche ist wiederholen und kreuzen angesagt. da freu ich mich drauf. ich habe es doch tatsächlich geschafft, die geforderten 2 kapitel des anatomie-gk's in vier wochen durchzumachen. wie geplant. schön.

es sind die kleinen dinge, an die ich mich halten sollte, und an die gedanken an die zeiten, an denen es wie am schnürchen lief. nicht zu viel erwarten und vor allem keinen katalog im kopf haben, wie es sein sollte. es gibt kein 'eigentlich müsste ich mich ja so oder so fühlen'. einfach sein. denken im mittelmaß, und leben. so einfach ist das.

19.09.2009 um 01:10 Uhr

gedanken zur nacht

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

Musik: cat stevens

nachdem ich noch etwas unausgeglichen hier herumhing, habe ich spontan die einladung des kollegen f. angenommen, eine dvd zu schauen. das war das beste, was ich machen konnte. wir hatten einen super abend mit harold and maude, rücken- und fußmassage, pickelbekämpfungsprogramm, grüntee und gemütlicher wärme. ich glaube, ich mache mir manchmal einfach zu viele gedanken, was sein soll und was nicht, wie ich mich fühle oder eben nicht, etc., anstatt einfach zu leben. man kann emotionen auch ersticken in all dem herumgedenke.

18.09.2009 um 20:02 Uhr

ach ja...seufz

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es war mal wieder schwer in der therapie gestern. nach den zweieinhalb wunderschönen aber anstrengenden tagen auf dem stipendiatentreffen und einer langen zugfahrt hatte ich gestern abend überhaupt keine lust auf innenansichten. und ich habe mich dann auch relativ schnell bewertet gefühlt, einmal, zweimal, wobei die aussage 'sie sind schon anklagend hier hereingekommen' schwerer wog als das kurz darauffolgende 'sie inzenieren', weil mir das so halb bewusst war, dass ich gerade über etwas rede, das irgendwie gar nicht so war wie ich es dargestellt habe. ich habe ein bisschen herumgetobt, musste mir promt anhören, ich sei verzogen und habe mich ausführlich schimpfend darüber ausgelassen, dass ich keine lust hätte, mich zu verstellen und jetzt eben lust hätte, zu toben und zu schimpfen. das verging, und die letzte halbe stunde habe ich darüber nachgedacht, wie es mir momentan in bezug auf menschen in meiner nähe geht (momentan tendenziell zu viele kontakte). ich brauche mehr ruhe und zeit für mich selber, vor allem, um für mich zu sorgen und um mir mehr ruhe zu gönnen. ich bin schon wieder am rennen. das ist nicht gut.

11.09.2009 um 22:51 Uhr

freitag abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

mir gehen so viele gedanken im kopf herum, so viele. die sitzung gestern war eine ganz ganz wichtige, wenn nicht die wichtigste bisher. den ganzen tage heute habe ich gemerkt, wie diese riesige erkenntnis ankam, sich setze und begann, sich zu integrieren. ich habe letzte nacht geschlafen wie ein stein, traumlos, und auch den halben nachmittag heute habe ich verpennt. wenn ich nicht geschlafen habe, habe ich gestaunt. über dieses gefühl, in mir zu ruhen. ein gefühl, das ich bisher so nicht kannte. diese erkenntnis wirft ein anderes licht auf so vieles, was in meinem bisherigen leben war, vor allem in bezug auf beziehungen jeglicher art. endlich weiß ich, womit und warum ich mich (und meine gegenüber) immer und immer wieder auf die falsche spur geführt habe. ich finde gerade keine anderen worte dafür, aber es kommt den tatsachen ziemlich nahe.

diese erkenntnis wirft auch ein ganz anderes licht auf das date am sonntag. ich muss keine entscheidung treffen, das habe ich nämlich schon getan. und jetzt, endlich, nachdem ich verstanden habe, kann ich dem völlig ruhig und gelassen entgegensehen, es auf mich zukommen lassen und mich freuen. wir sind seit vorhin zum gemeinsamen kochen verabredet. wok. gemüse, hähnchen, couscous, kokos-soße, ananas. wein und mango. garniert mit musik.

ich war biken, vorhin. ich hatte seit ewigkeiten mal wieder lust, mich zu bewegen, so wie früher. nicht biken, joggen, fitness-studio, wie ich es die ganzen letzten jahre gemacht habe, weil es gesund ist, der figur gut tut, etc., nein, einfach nur aus spaß an der bewegung. und es war so schön. ich habe es genossen, die frische luft eingeatmet und meine muskeln gespürt. mein ganzes system hat sich gefreut, und meiner seele hat es gut getan.

und jetzt sitze ich hier, keane singt, durch die balkontür kommt kühle luft, der heizlüfter bläst um meine füße (jetzt kommt mir bloß nicht von wegen energieverschwendung. es ist einfach gemütlich. und außerdem bin ich ja bei einem ökostromanbieter) und lasse meine gedanken und die seele baumeln.

10.09.2009 um 17:52 Uhr

hin- und hergerissen

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

jetzt weiß ich wenigstens, woher die unruhe kommt. keinesfalls von den gedanken über die therapie, weit gefehlt. das war wohl die abwehr. vorhin fiel es mir auf. ich bin hin- und hergerissen. zwischen ich will niemanden kennenlernen und mein gutgehen mit jemandem teilen und dem gegenteil. der herr informatiker ist interessant, da gibt es nicht drumherum zu reden. wir verstehen uns blendend, haben viele gemeinsamkeiten und wechselseitiges interesse an denjenigen dingen, die uns unterscheiden. wir können miteinander reden, lachen und schweigen. gestern abend haben wir telefoniert. zweieinhalb stunden. schönes telefonat. wirklich schön. das date am sonntag ist zusätzlich zu wein und mango um musik erweitert worden. selbstkomponierte.

aber heute nachmittag beim geschirrspülen fiel mir auf, dass ich - wie gesagt - hin und her gerissen bin. es fängt gerade an, mir gutzugehen, mein innen stabilisiert sich, aber ich bin eben erst am anfang. ich habe keine ahnung, ob ich das wirklich mit jemandem teilen will oder überhaupt kann oder ob ich das vielmehr erstmal für mich und mit mir genießen will. ich habe auch keine ahnung, ob es dem derzeitigen prozess gut- oder eben nicht tun würde. auf der anderen seite wäre es eine chance für die therapie, da mal draufzuschauen. das leben besteht nunmal in aller regel nicht nur aus einer einzigen beziehung. ich kann mir nicht vorstellen, dass alle verheirateten, die eine ernsthafte psychoanalyse machen, sich scheiden lassen. und wenn dem doch so ist, dann möge man mir bitte bescheid geben. dann sattel ich nochmal um, werde scheidungsanwältin und heirate einen psychoanalytiker. nein, spaß beiseite. irgendwann musste das ja passieren, dass da jemand in mein leben platzt. thank god ist das nicht vor einem halben jahr oder einem jahr passiert. jetzt freue ich mich und es tut mir auch gut. nur weiß ich eben nicht so genau, was ich eigentlich will. ich versuche zwar, nicht darüber nachzudenken, was sein wird oder was nicht, etc., aber so ganz lässt sich das ja doch nicht vermeiden. bleibt mir nichts anderes übrig, als es auf mich zukommen zu lassen oder sollte ich eine entscheidung treffen? ich weiß es nicht. was ich aber weiß ist, dass ich bei mir bleiben und auf mein gefühl hören und vor allem danach handeln muss. sonst habe ich überhaupt keine chance.

10.09.2009 um 14:28 Uhr

bäh

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich bin irgendwie leicht unausgeschlafen und gefrustet heute. temporär. und schon wieder drehen sich in meinem kopf die gedanken, über was ich heute abend in der therapie sprechen könnte. und bei allem was mir so einfällt denke ich 'ach nee, irgendwie läuft das ja doch wieder aus dem ruder'. es geht mir so auf die nerven. ich gehe mir so auf die nerven. aber vielleicht könnte ich ja genau das thematisieren. hab ich letztes mal auch angeschnitten, aber dann sind wir bei einem anderen thema hängengeblieben. ach bäh.

08.09.2009 um 19:10 Uhr

immer diese überschriftenfindung, herrgott.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

letzendlich gab es doch etwas zu beichten. ich habe hingeschaut, wenn auch nach anfänglichem toben, und habe es gesehen. und kaum war es raus, ging es. ich konnte hinschauen, analysieren, erkennen. warum fällt mir das immer und immer wieder so schwer? weil ich etwas nicht bekomme, was ich will - reaktionen von meiner therapeutin - mich das aggressiv macht, weil es zu sache geht und ich angst habe.

in dieser einen stunde ist das mein raum, ist es meine zeit. ich will sie nützen. nur meinem unterbewusstsein muss ich das noch klar machen. ich muss keine angst haben. ganz im gegenteil. es gab und gibt ja immer wieder situationen, in denen es lief und läuft und es mir hinterher gut, besser, mit der erkenntnis ging.

es ist ein denkbar asymmetrisches verhältnis, ja. aber ich werde nichts daran ändern können, ich kann nur für mich das beste daraus machen. ich werde versuchen, weiter dran zu bleiben. und es stimmt. die akzeptanz, und dann die anerkennung war bisher immer der erste schritt. das war auch bei dem kleinen kind in mir so. seit ich es wahrnehme, ihm zuhöre und ihm letztendlich gebe, was es braucht, geht es mir gut und ich fühle mich vollständig.das problem ist, es gibt einen unterschied zwischen dem klein sein und dem mich klein und hilflos machen. letzteres ist abwehr. und dann kommt natürlich noch meine negative bewertung dessen hinzu, das gefühl, zu versagen, der leistungsdruck. ich bin nicht mehr nachdenkungs- geschweige denn entscheidungsfähig. das gilt es anzuschauen, warum ich das immer und immer wieder mache und in der folge fast unweigerlich aggressionen aufbaue. aber ich werde nicht aufgeben. bestimmt nicht.

07.09.2009 um 23:02 Uhr

abwehr. wie so oft.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

es ist zum haareraufen. kaum liege ich auf der couch, schon gerate ich wieder in diese unterwürfige abhängigkeit und mache mich klein und warte auf strafe oder absolution. auf dem weg zum kollegen f. fiel mir auf, dass das viel mit selbstbewusstsein zu tun hat. ich habe keinen grund, mich klein zu machen, ich habe nichts zu beichten. fertig. warum also rutsche ich immer und immer wieder in diese abwehr hinein, verliere meinen roten faden? die gedanken fühlen sich an, als würden sie aus meinem kopf gesogen. in richtung ecke.

augenhöhe. ich will augenhöhe. und nur ich bin es, die sie immer und immer wieder kaputt macht. bei mir bleiben, dann klappt das auch. das ist der knackpunkt. bei mir bleiben. bei mir bleiben.

06.09.2009 um 20:29 Uhr

sonntag abend

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

was für ein wunderschöner herbsttag (heherbst, heherbst, heherbst...). blauer himmel, sonnenschein, ein hauch von kühle in der luft und 20 grad. ich habe ihn genossen, diesen tag. sehr sogar. gesellschaft geleistet haben mir erst mein anatomieatlas, dann das psychologieskript, zwischendurch virtuell der herr kollege f. und der herr informatiker, kurzfristig putenspieß und marinierte zucchini mit schafskäse überbacken und zum krönenden abschluß dbf am telefon. jetzt singt tina charles i love to love und ich habe ein wohlig warmes und ruhiges gefühl in der magengegend.

seit ich begriffen habe, dass das MEIN leben ist und nicht irgendeines, das ich halt zu leben habe, geht es mir so gut. eine sehr sehr wichtige erkenntnis. ich werde sie festhalten und mich in momenten, in denen es mir nicht so gut geht, daran erinnern.

05.09.2009 um 17:57 Uhr

alles mögliche

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

schon wieder laufen die beiden lieder in der endlosschleife. ich bekomme einfach nicht genug von den beiden songs. sie passen so wundervoll zu meiner derzeitigen stimmung, und zum herbst.

es hat sich so viel getan in den letzten wochen und monaten. noch immer staune ich, allerdings habe ich das gefühl, dass sich so einiges erst noch wirklich setzen, ankommen muss. diese ganzen veränderungen sind wundervoll. aber sie machen mich auch unglaublich müde, weil sie so ungewohnt sind und sich die gefühle so neu anfühlen. ich werde das am montag mal in der therapie ansprechen. 

ansonsten, ja, habe ich mich - mal wieder - um anatomie gekümmert, genauer gesagt um die 27 knochen der hand. aber seit es vor ein paar tagen klick gemacht hat bezüglich des knöchernen skeletts, seit dem läuft es. und anatomie, bzw. die anatomische nomeklatur ist so logisch, das erleichtert das lernen immens. und es macht spaß. bis nächsten dienstag oder mittwoch, spätestens donnerstag will ich das skelett durch haben. damit sollte ich gut in der zeit liegen. und, ach ja, psychologie werde ich mal morgen anfangen. sonst wird das wieder eng. muss nicht sein.

ich werde es mich nachher irgendwie gemütlich machen, mit kerzen und decke. und buch. hach. ein samstag abend ganz nach meinem geschmack.