vorhin. zwischen tür und angel. ich war gerade dabei, eine mail zu
schreiben, einen fuß schon aus der türe, in richtung therapie. da
schrieb mich der herr informatiker an. wo ich denn sei, die letzten
beiden tage so gut wie nicht online gewesen, wie es mir ginge.
versinkend in meinen anatomiebüchern, schrieb ich zurück, aber sonst
soweit gut, wie es denn mit ihm stehe. viel arbeit?
anm. d. red.: er hat ja momentan
besuch von einer bekannten, die zum forschen länger in afrika war, und
jetzt wohnt sie bei ihm, bis sie ihre eigene wohnung in der hiesigen
stadt beziehen kann. nun ja, lange rede kurzer sinn.
ich fragte ihn, ob
er denn schon wieder alleine sei, worauf er antwortete, nein, i. sei noch da...
...woraufhin bei mir eine erste alarmglocke schrillte, denn auf einmal hatte diese bekannte einen namen..
müde bin ich, wir waren gestern abend noch lange wach...
anm. d. red.: morgen fährt er nach b., aufnahmen machen und seine cd abmischen.
...und morgen fahren wir zusammen nach b.
...
die zweite alarmglocke begann zu schrillen.
...zug?, fragte ich.
jup, so der herr, aber voll schön.
glaub, wir sind ziemlich verliebt ineinander...
...kam dann hinterher.
flatsch. wie der ochse vorm berg saß ich vor meinem rechner, als hätte mir jemand einen baseballschläger über den schädel gezogen und alle nur erdenklichen alamglocken kreischten unisono.
wer? so meine ziemlich dämliche frage noch...
i. und ich.
aha. und ich muss jetzt gehen, schaffte ich noch zu schreiben und schwupps, war ich weg vom rechner.
...
direkt in die therapie. gottseidank. man hat mir wohl auch ziemlich deutlich angesehen, dass gerade etwas ganz ganz schief gelaufen war. meine therapeutin war süß. ich fing gerade an zu toben, da griff sie ein und hielt mich ganz liebevoll aber bestimmt davon ab. der hat sie verarscht. richtig. und das tut mir auch sehr leid für sie. das tut jetzt zwar weh, aber wenn sie es analysieren, vor allem, was ihr beitrag dazu war, dann haben sie eine chance, dass das nie wieder passiert.
und ich habe mich an die hand nehmen lassen, hörte auf zu toben und fing an, es mir anzuschauen. und ich habe eine menge verstanden. mit traumwandlerischer sicherheit bin ich mal wieder an jemanden geraten, der nichts besseres zu tun hat, als mich zu verarschen. der wolf im schafspelz. mal wieder. der letzte, der das selbe getan hatte, war meine große liebe. ich habe, hier beim herrn informatiker, zwar die ganze zeit versucht, so neutral und distanziert wie möglich zu sein, ja keine signale aussenden, habe lediglich auf seine reagiert - er hat mir verdammt nochmal gut gefallen - aber dennoch habe ich meinen teil beigetragen. das habe ich verstanden. dass er letztendlich nicht bekam, was er wollte - nämlich mich in seinem bett - hat ihm wohl irgendwie nicht gepasst, so dass er mir jetzt seine neue verliebtheit (und ob die so neu ist, ist ja überhaupt die andere frage) und die ohren klatscht. wie gut - dem himmel sei dank - war ich nicht mit diesem menschen im bett. das wäre eine katastrophe gewesen und ich stünde vor einem abgrund. so tut es zwar weh und ich fühle mich verarscht, aber ich werde es verkraften.
ich werde abschied nehmen. meine gefühle zulassen, auch wenn gerade keine tränen kommen wollen, mit trauriger musik im hintergrund, werde ich also abschied nehmen vom herrn informatiker, und vom wolf im schafspelz im allgemeinen. ich will nicht, dass mir so etwas noch einmal passiert. jetzt ist schluß. endgültig. das passiert mir nicht noch einmal. ich werde es mir also weiterhin anschauen, versuchen, minutiös herauszufinden, welche signale ich trotz allem gesendet habe, wann auf meiner stirn gestanden hat 'mich kann man gut und gerne verarschen, nimm mich bloß nicht ernst', wann ich wieder in diese falle getappt bin. das passiert mir nicht noch einmal.
ich werde also abschied nehmen. und ich werde nicht auf mir herumhacken, werde mich nicht dafür fertig machen, werde bewusst und elegant alle meine desktruktiven muster umschiffen und ich werde daraus lernen.
erste amtshandlung also:
kontakt im msn löschen.
erledigt.
zweite amtshandlung:
telefonnummern aus meinem handy löschen.
erledigt.
sein bild löschen.
erledigt.
kontakt im studivz löschen.
erledigt.
studivz-account mit den höchsten sicherheits- bzw- privatsphäre-einstellungen versehen.
erledigt.
so. ich glaube, jetzt geht es mir besser.
hört mir mal alle zu, ihr wölfe im schafspelz da draußen: macht, was ihr wollt. aber ohne mich. keiner, absolut keiner von euch wird je wieder die chance bekommen, mich zu verarschen. schluß jetzt. ich werde in zukunft genau hingucken. und zwar ganz genau.