Stimmung: gereizt
Musik: toto
jetzt bin ich schon wieder beim thema. postmodernismus.
kann mich das denn nicht verschonen? als ob jemand die postmoderne wundertüte
geöffnet hätte, aus der nun jeden tag ein anderer konstruktiver
dekonstruktivist narrativen schwachsinn zaubert. ich persönlich würde sie ja
eher als postmoderne kotztüte bezeichnen wollen. aber bitte. BITTE. dann werde
ich mich - probehalber und vorübergehend - eben auch in die reihe der postmodernen alles-anzweifler
einreihen. mal gucken, was DABEI rauskommt. da hab ich zwar jahrelang gebraucht, um mich getreu descartes als
denkendes subjekt zu akzeptieren, zu etablieren, und dann kommt das postmoderne
nichts im gewande des seins daher und dekonstruiert so mir nichts dir nichts eben jenes als quell objektiver erkenntnis.
aber halt. *handheb*. hier tauchen die ersten fragezeichen am postmodernen horizont auf.
denken?
ich denke, also bin ich?
ich fühle dass ich denke, also bin ich?
mitnichten.
existiert
das denken als solches überhaupt und wenn ja lässt es sich fizieren? veri oder falsi? oder
möglicherweise mumi? ist es überhaupt noch wichtig? im zuge postmodernen existenzialpathos, im netz lapidarer
satzfolgen verbrauchter sprache ohne wert, aus schablonen, stereotypen und
attitüden wirrer befindlichkeiten die der möblierung innerer leere dienen, werden
wir doch zu universalautisten. denken spielt hier keine allzu große rolle mehr. so oder so.
was sagt denn die quantenmechanik dazu? dass schrödingers katze zugleich
lebendig und tot ist wenn keiner hinguckt und der geworfene ball erst dann blau
wird wenn er mit einem ihn anblickenden kommunikationswilligen bzw. –fähigen
subjekt kommuniziert...
postmodernes blabla im quantenmechanischen fleischwolf?
zumindest post-rationales. aber das passte dann ja wieder. die postmoderne verneint
ja - wie bereits erwähnt - mit ihren dekonstruktivistischen ansätzen das rational-positivistisch-kritisch-konstruktiv denkende subjekt als letzte erkenntnistheoretische quelle. wenn aber ein
solches subjekt als ursprung von rationalität als basis für kommunikation nicht
existiert, wie kann dann ein ball jemals blau werden? schließen sich
postmoderne und quantenmechanik also gegenseitig aus? lässt sich das
statistisch auf grundlage der bayesischen theoreme von wahrscheinlichkeiten
abhängiger ereignisse legen? be oder wider?
was wiederum fragen über fragen aufwirft. konstatiert man in der postmoderne
die radikale konstruiertheit aller erkenntnistheoretischen positionen, muss man
sich somit auf das beobachten von beobachtungen zurückziehen? und vor allem: wer beobachtet denn nun...das nicht existente, konstruktiv-rational denkende,
postmoderne subjekt? wohl eher nicht.
hegel
hätte seine freude: negativität soweit das auge reicht. wohingegen kant sich -
quantenmechanisch begründbar tot und lebendig zugleich, es sollte nur ja
niemand hingucken – zur dekonstruktion der
aufklärung als ausgang des menschen aus seiner selbst konstruierten beliebigkeit
zu wort hätte melden müssen. oder so. bei aller erkenntnistheoretischer dystonie
eigentlich als konstruktive dekonstruktion quantenmenchanischer realität zu
begreifen, denn, wie wir alle wissen, hat kant sich bisher nicht gemeldet. oder es hat doch jemand hingeguckt.
soviel also dazu.
cogito ergo bumm.
amen.