grenzwandel

23.06.2008 um 22:53 Uhr

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von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich glaube, die zauberworte heißen ruhe und gelassenheit. es geht nicht ohne, das merke ich immer wieder. ich hüpfe, spinge, pendel, kann mich kaum konzentrieren, nicht länger als ein paar minuten bei einer sache bleiben. meine therapeutin würde sagen, sie lenken sich ab. von sich selber. recht hat sie, ich laufe vor mir davon. dabeibleiben. noch so ein zauberwort. ruhig und gelassen dabeibleiben, stehenbleiben, aushalten. und es hat schon so oft funktioniert, daher wird es auch dieses mal funktionieren. es gibt kaum etwas, das ich nicht zuwege bringe, wenn ich ruhig und gelassen bin, mit dem vortrag wird es das selbe sein. es hat keinen sinn, bringt nichts, wenn mich mir ärgere, es bringt nichts wenn ich ziehe und zerre, vor allem nicht an mir, wenn ich gedanken herumwälze uns schon wieder im begriff bin, auf mich selbst loszugehen, weil einfach alles so ist wie es ist. meine grenzen sind einigermaßen stabil, die distanz zwischen mit/meiner seele/psyche und dem außen ist weitgehend stimmig. es gibt keinen grund, zu zerren und erst recht keinen, mich selbst auseinanderzunehmen.

das einzig wirklich unerträgliche momentan ist die abwesenheit meiner hochverehrten frau dr. psychoanalytikerin. aber auch das ist jetzt halt einfach so, ich kann es nicht ändern. es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich damit abzufinden und durchzugehen, durch diese zeit. interessant sind jedoch die quantität und vor allem die qualität des vermissens. ich glaube, ich habe noch nie in meinem leben jemanden so heftig und gleichzeitig irgendwie zärtlich vermisst, wie diese frau. aber, oh wunder, ich habe nicht das gefühl, von anfang an nicht, dass sie weg ist. sie ist abwesend, ja, aber nicht weg. ich bin nicht alleine, nicht verlassen, nicht verlassen worden. nee. einfach nur abwesend, die gute, hat ihren spaß, und irgendwann bald - naja, bald wäre untertrieben - ist sie einfach wieder da. dann ist sie weg gewesen. *staun*. vor anderthalb jahren hätte ich vermutlich jeden umgebracht, der mir genau das gesagt hätte. mannmannmann. es tut sich da ganz gewaltig etwas. irgendwie gleicht sich alles an, es entsteht langsam aber sicher ein inneres gleichgewicht. und es fühlt sich gut an, trotz ausgleichender pendelbewegungen immer wieder zwischenrein.

madame psychoanaltikerin, falls wir gerade zufällig unterbewusst miteinander kommunizieren und irgend etwas bei ihnen ankommt: ich vermisse sie unendlich, und genauso sehr liebe ich sie. sehr therapeutisch-patientisch natürlich, aber das wissen sie ja. passen sie gut auf sich auf und lassen sie es sich gutgehen.

so. und madame grenzie machen jetzt einen spaziergang. ich brauche frische luft.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 24.06.2008 um 02:42 Uhr:Dann ist sie weggewesen..
    und die innere Ruhe und Gelassenheit.
    Will mich zu analytischen Dingen ja nicht näher auslassen..:-)
    Aber guuuuutes Denken..
    Die positive Sicht des Tages:
    es wird nicht nur,
    es wurde schon!
    Kannst stolz sein..
  2. zitierengrenzgaenger schreibt am 24.06.2008 um 04:56 Uhr:morgen sternenschein,
    ja, nicht, gutes denken? stimmt, es fühlt sich wirklich gut an, und dementsprechend geht es mir gerade. und stolz sein? daran muss ich noch ein klein wenig arbeiten, aber es wird, es wird. ich wünsche dir einen wunderschönen tag.
  3. zitierensternenschein schreibt am 24.06.2008 um 07:18 Uhr:Als Kind, wenn man sich eine Papierkrone aufsetzte.
    Wie hat man sich dann gut gefühlt.
    Und so muss man sich halt manchmal die Krone selbst aufsetzen..Napoleon tat es auch. Bei ihm hat es gewirkt.;-)
    Wünsche dir auch einen schönen Tag.

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