ende gelände
Stimmung: leerkopfig
Musik: martina sorbara
jetzt ist schluss. genug dissertiert für heute. wirklich. ich kann nicht mehr.
nicht fragen, wie ich das geschafft habe, aber es sind 10 seiten geworden ZEHN. o.k., sind einige abbildungen und tabellen drin, aber trotzdem. und jetzt ist schluss für heute...ich krieche schon auf dem zahnfleisch.
was gab es sonst noch? ach ja:
um in diesem land eine doktorarbeit einreichen zu dürfen, bedarf es eines polizeilichen führungszeugnisses. ich weiß das. nicht erst seit gestern. aber ich habe diesen gang bis zuletzt aufgeschoben, man kennt das ja. bürgeramt, man kommt hin, die luft steht, zieht eine nummer, meistens eine jenseits der 32.467, und die 17 wird gerade ausgerufen. von daher habe ich mich gedrückt und gedrückt und gedrückt. weil jetzt aber ostern ist, und es so zwei bis drei wochen dauert, bis dieses leere blatt papier mit dem stempel aus karlsruhe da ist, wurde es höchste eisenbahn. wie gesagt: deadline ist der 15.4.
ich also los, um halb drei, zum bürgeramt. komme rein, und wollte spontan schon wieder gehen weil ich sofort das gefühl hatte, mich verlaufen zu haben. der raum war nämlich leer. o.k., da saßen so bürgeramts-sachbearbeiterinnen rum, die haben auch alle so getan, als seien sie furchtbar beschäftigt, die nummern-anzeige-geräte zeigten nicht außer rote striche, und ich stand dumm rum. ähhh? ok? was jetzt? niemand beachtete mich, also bequemte ich mich, mir eine nummer zu ziehen. für was, bleibt mal dahingestellt, weil wie gesagt, gähnende amts-leere, aber gut, man ist ein vorbildlicher bürger und tut, was groß angeschrieben ist. sinn hin, sinn her. danach wird nicht gefragt. ich bekam die nummer 58. nicht schlecht, nicht schlecht. nur 57 menschen vor mir, noch dazu unsichtbare.
ich stand da also, eine minute, zwei minuten, drei minuten, und es tat sich nichts. niemand kümmerte sich um meine anwesenheit, ja irgendwie schien sie nicht einmal aufzufallen. weitere vier minuten vergingen, und endlich, endlich hob einer der sachbearbeiterinnen den kopf und wurde meiner gewahr. langsam, wie in zeitlupe bewegte sich schließlich ihre hand in richtung des nummern-aufrufe-knopfes, und: drück, drückte sie und rief damit die nächste nummer auf. die nummer 191. ähhhhh? hallo? halloho? geht's noch? was war das denn? ich warf vorsichtshalber nochmal einen blick auf meinen nummernzettel, er trug immer noch eine 5 und eine 8, in eben dieser reihenfolge...???...was. war. das. denn? muss ich das verstehen? ich meine, ich bin es ja gewohnt, da zu warten, das war schließlich nicht mein erster gang aufs bürgeramt, denn ich brauchte seinerzeit ein polizeiliches führungszeugnis, um überhaupt als doktorandin an der fakultät angenommen zu werden. dass ich aber drei tage zu spät kam für die nummer, die ich gezogen hatte, das war neu. und ich überfordert. sie dame schaute mich fragend an, die gute, und ich bewegte mich zögernd auf sie zu. sagte, die nummern stimmten nicht überein, ob das ein fehler sei. hier passieren keine fehler, war ihre antwort, die wie aus der pistole geschossen kam. ahhh, ja. keine fehler hier. soso. zeigen sie mal her, meinte sie und ich gab ihr die nummer. ein blick auf meinen zettel, einen auf das anzeigegerät. und wieder einen auf meinen zettel. tja, sagte sie, da kann ich nichts für sie tun. die nummern stimmen nicht überein. h-a-l-l-o?? hallo? HALLO??? noch bevor ich die nerven verlieren konnte, grinste sie mich jedoch an, kleiner scherz, meinte sie und ich solle mich setzen. hahpfuh. ich nahm also platz, legte meinen ausweis hin, sagte was ich wollte, beantwortete die frage nach dem mädchennamen meiner mutter (weswegen auch immer) und war auch schon wieder draußen...
großartig. geht doch.
und jetzt? jetzt werde ich mich beim staubsaugen entspannen, geschirr spülen, wein trinken und mich über ca. eine stunde freizeit freuen. dann muss der körper ins bett...wer's glaubt, dass er da auch wirklich in einer stunde rein kommt, denn immerhin untersteht die körperkontrollinstanz meinem kommando, und die will noch nicht ins bett, 14 stunden am schreibtisch und eine stunde freizeit. neverdever...krasses mißverhältnis.
was bleibt? genau:
zu viel:
essig in der salatsoße, kaffee, paracetamol, verspannte rückenmuskeln
zu wenig:
zeit für alles andere...und dafür, dass mir die zeit wegrennt mache ich mir definitiv zu wenig gedanken darüber, ob ich es schaffe oder nicht. naja, vielleicht liegt das aber auch daran, dass das gar nicht zur debatte steht und es einfach völlig klar ist, DASS ich fertig werde. ich werde mir dieses gefühl so lange wie möglich bewahren. jawoll.
erkenntnis des tages:
ich habe vergessen, meine beste freundin heute morgen zu wecken...scheiße

liebe grüße...und ich werde über ostern mit sicherheit hier in blogigo rumkriechen...