grenzwandel

16.05.2008 um 00:16 Uhr

halb da, halb weg.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

 

ich bin nicht ganz bei mir. nicht ganz weg, aber auch nicht ganz da. ich tue und sage und schreibe dinge, die ich nicht tun und sagen und schreiben will, lasse mich überrumpeln, kriege meine grenzen nicht schnell genug hochgezogen und sitze dann wieder da, verwirrt, genervt, latent aggressiv. gegen mich. gegen wen denn sonst? kontrollverlust. ich greife, ziehe und zerre und lasse mich greifen, ziehen und zerren. gefühlt zumindest. projiziert. schweigen verwirrt mich. habe ich was falsches gesagt? geschrieben? getan? war ich blöd? nein, war ich nicht. bin ich nicht. ich weiß das. aber ich glaube es mir so oft nicht. zu oft.

o.k. genug jetzt. selbstbewertungsstopschild: raus mit dir. schluss. alles ist gut. niemand will mir zu nahe treten, mich überrumpeln. alles nur gut gemeint, es kommt nur falsch an. bei mir. das ist mein ding, ich muss mich hinstellen und es angucken. mal wieder. aber das ist gut so. ich kann das. stehenbleiben. nicht wegschauen. und vor allem: nicht bewerten. NICHT BEWERTEN.

es war einfach ein bisschen viel in letzter zeit. in den letzten monaten, wochen, tagen, stunden. einfach ein bisschen zu viel. ich bin weich, durchlässig, müde, unsicher, verwirrt, ein wenig hilf- und haltlos, alleine und auch immer wieder traurig. zudem droht die dreimonatige therapiepause.

ich glaube, es ist einfach völlig in ordnung, wenn ich ein bisschen pendel, hin und her, vor und zurück. aber die ausschläge, die halten sich weitgehend in einem bereich, den ich noch als grün definieren würde. alles eine frage der betrachtung.

ich glaube, ich erwarte einfach ein bisschen viel. ein bisschen zu viel. vor allem von mir.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNachtwolf schreibt am 16.05.2008 um 06:05 Uhr:Das ist doch eine sehr schöne präzise Analyse. Du hast alles erkannt was bei dir gerade los ist. Jetzt nur aufpassen, nicht mehr werden lassen. Immer ein Stück verarbeiten, doch nicht mehr duzu kommen lassen. Ich hoffe das klang jetzt nicht zu therapeutisch.

    So wie ich das lese, befindest du dich noch in der Anfangsphase deine Kontrolle zu verlieren. Das gibt dir genug Zeit sie langsam wieder zubekommen.

    Du bekommst das hin. Wünsch dir einen schönen Tag. ;)
    Wolf
  2. zitierenShadowfax schreibt am 16.05.2008 um 07:47 Uhr:zur zeit schreibst du mir aus der seele - ausser der aggressivität empfinde ich stattdessen traurigkeit - doch wenn ich schaue ist da nichts, nichts wirklich
    du bist schon soweit und hast soviel geschafft, du wirst auch diesesmal den weg wiederfinden....
    dir viele liebe grüße
    shadowfax
  3. zitierengrenzgaenger schreibt am 16.05.2008 um 08:01 Uhr:hi shadow,
    dran bleiben, mit hinschauen. was meinst du, wie oft ich hingeschaut oder hingefühlt und eben nichts gefühlt habe. manchmal entziehen sich emotionen, das heißt aber nicht, dass sie nicht da sind. stehenbleiben, draufschauen, auch wenn es weh tut. das klingt immer so banal, ist es aber ünerhaupt nicht.
    dir auch ganz viele liebe grüße
  4. zitierenelrenluthien schreibt am 16.05.2008 um 08:49 Uhr:liebe grenzgaengerin,

    wenn ich jetzt einen eintrag über mein befinden schreiben würde dann würde er genauso aussehn...

    du sprichst mir quasi aus der seele.

    mailantwort kommt noch. hab mich sehr über deine ausführlichen zeilen gefreut. danke!

    liebe grüsse vom elb.
  5. zitierenLyriost schreibt am 16.05.2008 um 09:53 Uhr:Wenn ich nachher eine Viertelstunde autogenes Training mache, werde ich an dich denken.
  6. zitierenShadowfax schreibt am 16.05.2008 um 10:00 Uhr:ja für viele klingt es banal
    das ist es aber wirklich nicht

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