hin- und hergerissen
jetzt weiß ich wenigstens, woher die unruhe kommt. keinesfalls von den gedanken über die therapie, weit gefehlt. das war wohl die abwehr. vorhin fiel es mir auf. ich bin hin- und hergerissen. zwischen ich will niemanden kennenlernen und mein gutgehen mit jemandem teilen und dem gegenteil. der herr informatiker ist interessant, da gibt es nicht drumherum zu reden. wir verstehen uns blendend, haben viele gemeinsamkeiten und wechselseitiges interesse an denjenigen dingen, die uns unterscheiden. wir können miteinander reden, lachen und schweigen. gestern abend haben wir telefoniert. zweieinhalb stunden. schönes telefonat. wirklich schön. das date am sonntag ist zusätzlich zu wein und mango um musik erweitert worden. selbstkomponierte.
aber heute nachmittag beim geschirrspülen fiel mir auf, dass ich - wie gesagt - hin und her gerissen bin. es fängt gerade an, mir gutzugehen, mein innen stabilisiert sich, aber ich bin eben erst am anfang. ich habe keine ahnung, ob ich das wirklich mit jemandem teilen will oder überhaupt kann oder ob ich das vielmehr erstmal für mich und mit mir genießen will. ich habe auch keine ahnung, ob es dem derzeitigen prozess gut- oder eben nicht tun würde. auf der anderen seite wäre es eine chance für die therapie, da mal draufzuschauen. das leben besteht nunmal in aller regel nicht nur aus einer einzigen beziehung. ich kann mir nicht vorstellen, dass alle verheirateten, die eine ernsthafte psychoanalyse machen, sich scheiden lassen. und wenn dem doch so ist, dann möge man mir bitte bescheid geben. dann sattel ich nochmal um, werde scheidungsanwältin und heirate einen psychoanalytiker. nein, spaß beiseite. irgendwann musste das ja passieren, dass da jemand in mein leben platzt. thank god ist das nicht vor einem halben jahr oder einem jahr passiert. jetzt freue ich mich und es tut mir auch gut. nur weiß ich eben nicht so genau, was ich eigentlich will. ich versuche zwar, nicht darüber nachzudenken, was sein wird oder was nicht, etc., aber so ganz lässt sich das ja doch nicht vermeiden. bleibt mir nichts anderes übrig, als es auf mich zukommen zu lassen oder sollte ich eine entscheidung treffen? ich weiß es nicht. was ich aber weiß ist, dass ich bei mir bleiben und auf mein gefühl hören und vor allem danach handeln muss. sonst habe ich überhaupt keine chance.
