kraft
manchmal weiß ich nicht, woher ich die kraft nehme, mein leben so zu leben, wie ich es (gerade) tue. ich muss eine nahezu unerschöpfliche kraftquelle irgendwo tief in mir drin haben. seit zweieinhalb jahren psychoanalyse, drei mal die woche, dazwischen psychosomatik, medizinstudium. ich lebe so intensiv, emotional und körperlich, es ist erstaunlich. und das nicht nur mal über einen kurzen zeitraum hinweg, nein, eigentlich schon immer. seit einiger zeit ist aus der überwiegend negativen intensität eine positive geworden, veränderung zum guten hin, stabilität. und dennoch: es ist unglaublich anstrengend. alleine die letzten tage, seit donnerstag. mehrere wichtige, existenzielle erkenntnisse, die arbeiten, verarbeitet und integriert werden wollen. dann: studium. um 8 uhr saß ich gestern am schreibtisch, um 23 bin ich wieder aufgestanden. und das war und ist nicht der einzige tag, der so abläuft. natürlich mit pausen dazwischen, auch längeren, zudem ein emotionaler durchhänger, den ich aber gut in den griff bekommen habe. mein kopf ist ununterbrochen beschäftigt, ebenso meine psyche. welch wunder, dass ich so gut wie nie wirklich krank bin, auch wenn ich das ein oder andere mal an meine körperlichen (und psychischen) grenzen stoße. aber nie wurde etwas ernsthaftes krankes daraus, noch nicht einmal eine ausgewachsene erkältung. was muss ich für ein immunsystem haben. halleluja.
so. der plan des tages sieht folgendermaßen aus: das knöcherne skelett. wiederholung und indenkopfklopfung der letzten details der unteren extremität. dann nochmal schädel. und dann das ganze von vorne, 217 knochen, mit dem schwerpunkt auf den gelenken: namen und arten der gelenke, gelenkflächen, bewegungsachsen und -richtungen, freiheitsgrade. timeline: heute abend 22 uhr. die erfahrung von gestern zeigt, dass ich dann doch noch eine stunde mindestens für mich brauche um abzuschalten. ich bin gestern mehr oder weniger direkt ins bett gefallen, völlig fertig, aber ich konnte nicht einschlafen. bis um halb zwei lag ich wach, dann gingen die lichter aus. eigentlich wollte ich wenigstens ein bisschen ausschlafen, aber pfeifendeckel. um sieben stand ich im bett. naja. bis dienstag halte ich das noch durch, das passt schon. und irgendwie haben diese extremsituationen vor großen prüfungen ja auch ihren ganz eigenen reiz.
grenzerfahrungen.
grenzgängerin.
