lang, frei und wochenende
jetzt habe ich gerade den besuch bei meinen eltern abgesagt. geht nicht. ich würde wahrscheinlich bei jedem krummen kommentar meiner mutter anfangen, zu fauchen. und das muss nicht sein.
werden sie erwachsen, was das sorgen für ihre seele anbelangt. frau psychoanalytikerin, hier bitte: ich habe geFÜHLT, dass es keine gute idee gewesen wäre, hinzufahren - vor allem nicht nach dem brocken, den sie mir gestern vor die füße geworfen haben - und deshalb habe ich abgesagt. gute entscheidung, auch wenn ich meine eltern durchaus gerne gesehen hätte. aber es wäre einfach nicht ok gewesen, vermutlich in die hose gegangen und das hätte keiner von uns verdient. es ist alleine meines, ich mache niemandem vorwürfe, es ist meins. gefühlt, gehandelt, gut. und schwupps geht es mir besser. toll.
und jetzt habe ich ein wundervolles langes und freies wochenende vor mir, das erste seit monaten...aha. ok. kapiert. ich weiß warum sich alles in mir so gesträubt hat, heimzufahren. genaus deswegen. es ist das ERSTE freie wochenende seit monaten, ach was sag ich, seit verdammt vielen monaten, und es ist das erste nach abgabe meiner diss. es ist meins. mein wochenende. nur meins. seelenpflege ist angesagt. und notwendig. dringend sogar. wie durch den fleischwolf gedreht, nannte es die besitzerin der couch gestern. recht hat sie, ein zustand, den ich ändern sollte. schleunigst.
wie dem auch sei: lang, frei und wochenende. eine tolle kombination. ich werde all das tun, was ich seit langem mal wieder in ruhe tun wollte.
1. rennrad fahren. obwohl mir nach der ersten tour gestern der allerwerteste unglaublich weh tut. ja genau. setzt ihr euch mal nach monaten auf ein rennrad mit einem sattel, der hart ist, wie kruppstahl. gell, wolftom :-).
2. ins bauhaus, blumenerde kaufen, und mich mal wieder ausgiebig um meine pflanzen kümmern. vielleicht ein paar neue kaufen. letztens habe ich mir eine kaffeepflanze zugelegt. sehr sehr schön, die kleine, und es gefällt ihr hier.
3. lesen. im weichen bett. den neuen ruff, auch wenn ich zugeben muss, dass der mich ein wenig quält und lange nicht an seine vorgänger herankommt. dem guten alten matt ist wohl der dauerregen in seattle auf's gemüt geschlagen. kann ich aber verstehen und aus eigener erfahrung sagen: der spätherbst und der winter in seattle sind grauenhaft, spätestens nach vier monaten kann man nicht anders, als depressiv zu werden. egal. hier scheint die sonne.
4. lauter gesunde sachen einkaufen, gemüse, reis, salat, obst und dann mal wieder in aller gemütsruhe den wok aus dem schrank holen. großartig.
5. einfach mit und bei mir sein, ruhe haben, in ruhe gelassen werden und mich selber lassen.
gelassen. wie schön...

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