grenzwandel

03.08.2008 um 08:11 Uhr

pause auf unbestimmt verschoben

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

die blogmotivreflektionspause ist verschoben. das nicht-schreiben engt mich nur noch mehr ein, als ich es eh schon bin, als ich mich selbst einenge, mich von allen seiten angegangen und eingeengt fühle. es ist kein schritt möglich, ohne dass ich nicht gegen eine wand krache, eine wand erstarrter emotionen, keine gefühlsregung ist mehr möglich, wie tot. wenn ich wenigstens weinen könnte wäre das eine unendliche erleichterung. aber so: ein unerträglicher zustand, kein vor und zurück, kein rechts und kein links, vergangenheit, gegenwart und zukunft ein einziger brei. die albträume sind zurück, und immer, immer immer wieder tauchen die selben bezüge auf, immer und immer wieder mit den selben gedanken und gefühlen meinerseits verbunden, immer und immer wieder, zum kotzen. im wahrsten sinne des wortes. ich will den rückwärtsgang einlegen, nur zurück, weg von allem, aber auch das ist nicht möglich, der weg verbarrikadiert durch selbstvorwürfe, autoaggressionen und schuldgefühle. schuldgefühle existenziellster natur, dafür dass ich da bin, so bin wie ich bin, es nicht erklären, es nicht begreiflich machen kann. unverständnis, nur unverständnis und kompensation eben jener.

heute morgen fiel mir ein, dass meine mutter mir mein leben lang vorgeworfen hat, ich sei ein unglaublich humorloser mensch, man müsse doch humor haben, über sich selber lachen können und blablabla. ha-ha-ha, wie witzig. wäre ich humorlos, würde ich nicht mehr leben. nur weil ich einen humor habe, den du nicht verstehst, nicht begreifst, der deinen gerasterten und schablonierten horizont übersteigt, ein humor von dem du glaubst, auch die anderen verstehen ihn nicht, die anderen, die anderen immer wieder die verfickten anderen, nur weil das so ist heißt das noch lange nicht, dass ich keinen humor habe. schau hin, schau verdammt nochmal ENDLICH hin, schau mich an, MICH, verdammt nochmal. ich! bin! hier! HIER, verfickte scheiße, hier hier hier hier hier hier.und du schaust schon wieder in die andere richtung.

nur weil ich nicht ins raster passte und passe, sieht man mich nicht, anstatt hinzugucken wird immer und immer wieder die schablose des "man macht das so" oder jene des "was sollen die anderen denken" angelegt, alles was darüber hinausguckt, wird entweder ignoriert oder bekämpft. egal was ich mache, egal was, immer und immer wieder dieses "schau mal da ist dir dieses und jenes passiert...", "das hättest du so und so machen müssen", "du hast das so gemacht aber so und so muss es gemacht werden", "schade, dass du es so gemacht/genannt hast", "ich hab dir da mal was zu lesen hingelegt ich finde, das muss man wissen", ... und so weiter, bis heute, immer und immer weiter, weiter, weiter, weiter, marionette, baumelnde arme und beine, im geiste lang geflüchtet, weg, weg, bloß weg, kein rankommen, dicht gemacht und immer weiter wurde  und wird gezerrt, gezogen, gebogen, gefeilt und gehobelt, aber immer weniger kam und kommt das zum vorschein, was man sehen wollte, und will, haben wollte und will und als man das feststellte, dass das vielleicht gar nicht vorhanden ist, was man gerne hätte, da wurde und wird ignoriert, wird sich im kopf was zurechtgezimmert, eine schablone, die wird übergestülpt und der rest des menschen tochter wird ignoriert. und das ist so verdammt viel. so. verflucht. verdammt. viel.

wo sind meine grenzen, wo bin ich, sind wir, bin ich? was ist ich? wie fühlt sich EIN ich an, wie fühlt sich eine heile seele an, eine, die nicht eingemauert ist, eine, die nicht immer nur zieht und zerrt und dabei doch nicht weiß, wohin? wie fühlt es sich an, wenn man sich genießt, genießen kann, wenn man gerne lebt und nicht immer und immer nur kämpft, wie, verdammt nochmal wie?

ich kann nicht mehr. und ich will nicht mehr. nicht so.


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