grenzwandel

13.12.2009 um 19:01 Uhr

rbf, rpf, ff, gfr, etc.

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

einen großteil des nachmittags habe ich versucht mir einzureden, dass mich momentan nichts mehr interessiert als der renale plasmafluß und die glomeruläre filtrationsrate. hat nicht funktioniert. jetzt bin ich am überlegen, ob ich dem ganzen nochmal eine chance gebe oder es gleich sein lasse und beschließe, morgen zur abwechslung (...) mal die vorlesungen sausen zu lassen um mich stattdessen mit der physiologie der niere zu beschäftigen. genaugenommen habe ich gar keine chance, dem ganzen zu entkommen, denn ich habe morgen nachmittag das großartige, didaktisch äußerst wertvolle physiologie-praktkium mit an grundschulmethodik angelehnter abfragerei. nicht bestandene abfrage = fünf seiten strafarbeit zum nicht ordentlich vorbereiteten thema. und nur wenn diese dem werten herrn professor behagt, wird das notierte minus folgenlos gestrichen. eigentlich sollte ich schon aus prinzip unvorbereitet hingehen. so rein aus protest.

anyway. nachdem ich die letzten beiden tage überwiegend schlafend verbracht habe, geht es mir wieder etwas besser, das zahnfleisch heilt ab, zurück bleibt eine erste, dünne schicht hornhaut. nun denn. ich werde sie brauchen. ich hatte ein wenig zeit, in mich zu gehen, mich um mich zu kümmern und mir und meinen bedürfnissen ein bisschen zuzuhören. das war schön. es hat mir gefehlt. und so ein kleines bisschen habe ich sogar die trauer um und das vermissen meiner therapeutin wahrgenommen. ich denke viel an sie, an die therapie, was ich erkannt, erfahren und analysiert habe, wie ich mich verändert habe, in den letzten zweieinhalb jahren. und doch kratzen all diese gedanken momentan nur an der oberfläche, so richtig komme ich nicht an sie heran. aber ich werde nicht ziehen und zerren und vor allem werde ich mich dafür nicht bewerten oder geschweige denn mich dafür fertig machen. um es mit den lieblingsworten meiner therapeutin zu sagen: es ist, wie es ist. ich kann gerade nichts daran ändern, und das einzige, das wirklich sinn macht, ist dem zeit zu geben. mir zeit zu geben, ruhig und gelassen meinen weg gehen und dabei rechts und links schauen. klingt banal, ist es aber nicht. bei mir bleiben, ganz ganz wichtig. 

so. ein teil meines gehirns hat gerade beschlossen, der niere jetzt doch nochmal eine chance zu geben. mal gucken, was das wird. 


Diesen Eintrag kommentieren