strudel ins nichts
warum
warum warum schlagen diese verfluchten depressionen bevorzugt am abend
vor? WARUM? den ganzen tag habe ich es einigermaßen geschafft, sie im
griff zu behalten, habe mich durch lernen abgelenkt und jetzt, kaum
habe ich nichts zu tun, hänge ich völlig in den seilen. eine
unglaubliche spannung macht sich breit, zerrissen, bin ich, es zerreißt
mich, zerreißt mich und ich habe dem nichts entgegen zu setzen, ganz im
gegenteil, ich gieße öl ins feuer und mache mich auch noch selbst
fertig. ich tauge nichts, nicht genug gelernt und schon gar nicht genug
verstanden, alles zuviel, zuwenig, unausgeglichen und -gegoren. ich
liege im bett und starre die decke an, möchte mir weh tun, weh tun,
verflucht einfach nur weh tun um etwas zu spüren. genauso gut könnte
ich alle medikamente, die ich im schrank habe, auf einmal in mich
reinstopfen, nur um diese beschissene zerrissene leere zu betäuben, die
alle emotionen abtötet, mich zu einem erstarrten monster macht. wo ist
sie, die oberfläche, unter der ich gefangen bin, die mich einsperrt, im
strudel der eigenen psychischen unwegsamkeit? eingeklemmt in einer
dunklen ecke meiner seele hebe ich müde den arm und erreiche...nichts.
mich umgibt dunkle, kalte leere, undurchsichtigkeit, nichtmal ein
nebel, in dem ich stochern könnte, lässt sich ausmachen. meine ohren
sind zu und rauschen, mir ist latent schlecht und doch will ich rennen,
wegrennen, wegrennen aus dem dunkel heraus, der zerrissenheit
entfliehen, sie hinter mir lassen, licht finden. und einen halt, halt
mich, halt mich einfach fest, ich falle, ins dunkel, immer tiefer.
festhalten, stehen bleiben und aushalten, hinsehen. mach deine
verfluchten augen auf und sieh hin, sag mir, was los ist, was zieht und
zerrt, was hat diese spirale in gang gesetzt und wie geht es wieder
hinaus? wo? wo geht es hinaus, wo ist das ende?

Strudel ins Nichts wird es wohl nicht geben, auch wenn wir das so fühlen. Letztendlich werden wir doch immer und immer wieder auf uns selbst zurückgeworfen.
Ich würde dir so gerne etwas tröstliches in dieser Situation, die dir im moment weh tut, schreiben, aber ich weiss da versageb die Worte.
So bleibt mir nur, dich in Gedanken für einen kleinen Moment ganz sachte hin und herzuschuakeln und zu flüstern "es wird wieder gut, es wird alles gut werden. Nicht verzagen, es wird, gebe dir die Zeit. Sei nachsichtig mit dir selbst."