grenzwandel

04.01.2009 um 19:52 Uhr

strudel ins nichts

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

warum warum warum schlagen diese verfluchten depressionen bevorzugt am abend vor? WARUM? den ganzen tag habe ich es einigermaßen geschafft, sie im griff zu behalten, habe mich durch lernen abgelenkt und jetzt, kaum habe ich nichts zu tun, hänge ich völlig in den seilen. eine unglaubliche spannung macht sich breit, zerrissen, bin ich, es zerreißt mich, zerreißt mich und ich habe dem nichts entgegen zu setzen, ganz im gegenteil, ich gieße öl ins feuer und mache mich auch noch selbst fertig. ich tauge nichts, nicht genug gelernt und schon gar nicht genug verstanden, alles zuviel, zuwenig, unausgeglichen und -gegoren. ich liege im bett und starre die decke an, möchte mir weh tun, weh tun, verflucht einfach nur weh tun um etwas zu spüren. genauso gut könnte ich alle medikamente, die ich im schrank habe, auf einmal in mich reinstopfen, nur um diese beschissene zerrissene leere zu betäuben, die alle emotionen abtötet, mich zu einem erstarrten monster macht. wo ist sie, die oberfläche, unter der ich gefangen bin, die mich einsperrt, im strudel der eigenen psychischen unwegsamkeit? eingeklemmt in einer dunklen ecke meiner seele hebe ich müde den arm und erreiche...nichts. mich umgibt dunkle, kalte leere, undurchsichtigkeit, nichtmal ein nebel, in dem ich stochern könnte, lässt sich ausmachen. meine ohren sind zu und rauschen, mir ist latent schlecht und doch will ich rennen, wegrennen, wegrennen aus dem dunkel heraus, der zerrissenheit entfliehen, sie hinter mir lassen, licht finden. und einen halt, halt mich, halt mich einfach fest, ich falle, ins dunkel, immer tiefer. festhalten, stehen bleiben und aushalten, hinsehen. mach deine verfluchten augen auf und sieh hin, sag mir, was los ist, was zieht und zerrt, was hat diese spirale in gang gesetzt und wie geht es wieder hinaus? wo? wo geht es hinaus, wo ist das ende?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 04.01.2009 um 23:46 Uhr:Grenzie, ich denke an dich. Hilft zwar nicht im moment aber vielleicht hält es ein ganz kleines wenig.
    Strudel ins Nichts wird es wohl nicht geben, auch wenn wir das so fühlen. Letztendlich werden wir doch immer und immer wieder auf uns selbst zurückgeworfen.
    Ich würde dir so gerne etwas tröstliches in dieser Situation, die dir im moment weh tut, schreiben, aber ich weiss da versageb die Worte.
    So bleibt mir nur, dich in Gedanken für einen kleinen Moment ganz sachte hin und herzuschuakeln und zu flüstern "es wird wieder gut, es wird alles gut werden. Nicht verzagen, es wird, gebe dir die Zeit. Sei nachsichtig mit dir selbst."
  2. zitierengrenzgaenger schreibt am 05.01.2009 um 10:04 Uhr:danke, sternenschein, für deine lieben worte. ein bisschen haben sie schon geholfen, ich freue mich nämlich, wenn jemand an mich denkt. so hast du mir ein kleines lächeln auf die lippen gezaubert. und das ist sehr sehr viel wert.

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