grenzwandel

04.08.2008 um 17:57 Uhr

tage wie dieser...

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

...sind erfolgreich wenn man es schafft, brötchen zu backen, für die man nur eine lupe und nicht das rasterelektronenmikroskop braucht.

aufgestanden. den klauen des betts entflohen quasi, im zeitlupentempo zwar und mit einem gefühl wie eine hundertdreißigjährige in den gliedern, aber aufgestanden. erstmal. den doc angerufen, am donnerstag kann ich kommen. ich werde die überweisung mitnehmen, egal, wie es mir geht, nur für alle fälle. wieder hingelegt, zu müde zum schlafen. ein ätzendes gefühl. irgendwann ging es doch, bis halb zwei. wieder aufgestanden, diesmal mit ein wenig mehr elan. naja, in die kategorie elan fällt das nicht, eigentlich gar nicht, aber man ist ja zweckoptimistin. angezogen. den gelben sack voll gemacht, ihn verschnürt. grübelnd vor dem papierberg im badezimmermülleimer gestanden. der müsste mal geleert werden. kurzerhand verschoben. zu anstrengend. haustür geöffnet. ein schritt, zweiter schritt und ich stand im hausflur. ungläubiges staunen meinerseits. ich hatte tatsächlich die wohnung verlassen.

von da an ging es besser. geld geholt, einkaufen gegangen, den brief an die krankenkasse endlich eingeworfen. wieder nach hause. gegessen. dann hat mich der aktionismus gepackt und ich habe wäsche gewaschen, die bude komplett aufgeräumt und gesaugt, das bad in schuß gebracht, den küchenfußboden gewischt und nochmal geduscht. übrigens: die beste bodylotion auf dem derzeitigen creme-markt ist die orangenblüten-ingwer pflegelotion von dm. die hatte ich gekauft, und ich habe sie nach all der anstrengung (..., wie gesagt, kleine brötchen) mit freuden benutzt. jetzt rieche ich wie ein überreifer orangenbaum, der auf einem getrockneten und gezuckerten ingwerfeld wächst.

und nun werde ich mich den bisswunden widmen. nein, nicht meinen. den von greg iles. ein großartiger psychothriller, der es als einer der wenigen verdient hat, ein zweites mal gelesen zu werden. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenneko-neko schreibt am 04.08.2008 um 19:39 Uhr:liebe grenzgängerin,

    ich lese deinen blog seit ich vor ein paar monaten selber mit einer therapie begonnen habe - von anfang an mit ganz gemischten gefühlten - z.t. begierig auf der suche nach parallelen und analogien, z.t. mit wehm schmerz. der schmerz rührte v.a. daher, dass ich oft das gefühl hatte, du verbirgst dich mit all deinen verletzungen und insbesondere dann, wenn es dir nicht so gut geht, hinter der wortgewaltien ironie, die du im übermaß besitzt. auch wenn mir das immer respekt abgerungen hat, tut das doch weh. mensch, hab ich mir immer gedacht, dass du klug bist, das weißt du doch selber und willst du eigentlich nicht nur dort angenommen werden, wo du mal nicht so schlagfertig bist? nimmst du dir mit all den geübten pirouetten, die du mit deinen sätzen drehst, nicht die chance auf das, was du eigentlich willst, habe ich mich gefragt? sorry, das soll jetzt nicht arrogant klingen. ich glaub ich kenn das phänomen von mir selber auch ganz gut. lange rede, kurzer sinn, in deinen einträgen, die du nach der angekündigten pause geschrieben hast, finde ich nunmehr einen ganz anderen ton, der mir weniger gewitzt, dafür aber um vieles wahrhaftige zu sein scheint. ich merk grad das klingt ein bisschen doof. lange rede kurzer sinn - zu diesem neuen ton wollte ich dich beglückwünschen.

    neko neko
    M9 ZA4
  2. zitierenameparia schreibt am 04.08.2008 um 21:13 Uhr:Wie wäre es mit Kurzurlaub, liebe Grenzgängerin? Ab raus, auf Reisen, denn die Decke ist dir nun bei Weitem oft genug auf den Kopf gefallen ;). Komm raus aus der Bude! Erkunde die Welt und sammel Sinneseindrücke. Auf auf, das Leben wartet nicht *dir eine Tüte Optimismus rüberschick* aufi.
    Liebste Grüße

    âme (an dich denkend)
  3. zitierensternenschein schreibt am 05.08.2008 um 03:45 Uhr:Kommentarventile haben etwas an sich, etwas gutes.
    In deiner Aufzälung, ich weiss was ich kann, ich weiss was ich will und die brötchentheorie die etwas bestechendes an sich hat, fehlt noch eines was ich selbst für sehr wichtig erachte.
    Zu wissen was ich nicht will. Und dieses dann auch so durchzuziehen.
    Alles Liebe an die grenzgaengerin
  4. zitierensternenschein schreibt am 05.08.2008 um 03:46 Uhr:Aufzählung soll es heissen..;-)

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