grenzwandel

18.05.2008 um 04:34 Uhr

umschwung

was in aller welt ist eigentlich los mit mir? ich glaube, mir ist temporär meine zurechnungsfähigkeit abhanden gekommen. hat sich still und heimlich und leise davon geschlichen. oder nee, ertrunken ist sie, die zurechnungsfähigkeit. in emotionen. und leider leider hilft hier nun wirklich kein stopschild. und der klare kopf ist gleich mit untergegangen. ich glaube, es wird mal wieder zeit, auf mich loszugehen. so richtig gnadenlos, ohne rücksicht auf die gerade geflickte, noch höchst wacklige stabilität, die jetzt natürlich keine mehr ist. emotionale, psychische stabilität. pfff. wer braucht denn auch sowas, wenn das pendeln doch so viel mehr spaß macht. auch mitten in den nacht. von hundert auf null, mit schallgeschwindigkeit in nichtmal zehn sekunden. ruckzuck. was hatt' ich aber auch vergessen, wie schnell und einfach und leicht zu finden der weg zurück in den keller ist. was glaub ich eigentlich? wenn es mir mal einen tag gut geht, dass das am nächsten tag auch noch so ist? mitnichten.

und jetzt? jetzt sitze ich hier, mit hängendem kopf und schmerzender psychischer sollbruchstelle, und die tränen laufen mir übers gesicht. die landung in der realität war eine harte. wenn ich könnte, würde ich mich auch ignorieren. als aller erstes würde ich meine verfluchten extreme ignorieren. nein, blödsinn. ich würde mich komplett ignorieren, würde mich einfach in die ecke stellen, und nie wieder hingucken. einfach vergessen.

wie in aller welt konnte es passieren, dass ich mich von einem menschen, den ich über alles liebe, der mich kennt wie kein zweiter auf dieser welt und dem ich bedingungslos vertraue, so abgelehnt fühle? ich weiß, soviel habe ich mittlerweile begriffen: es ist meins, ganz alleine meins, sie hat nichts damit zu tun, gar nichts. ich habe es rumgedreht, und gegen mich verwendet. das geht so schnell, so unterbewusst, dass ich es im ersten moment nicht merke, erst wenn ich anfange zu toben, dann kommt es an, hat sich den weg vom unterbewusstsein über das vorbewusstsein ins bewusstsein gebahnt. aber wenigstens kann ich mittlerweile fast schon spielend mit dem finger drauf zeigen und sagen, was es war. madame psychoanalytikern würde es als einen riesen fortschritt bezeichnen, den ich auf keinen fall übersehen darf. vielmehr noch, ich muss ihn mir bewusst machen, immer und immer wieder. und mich an den guten momenten festhalten. ja, es geht, ich weiß es. eine erkenntnis , die mich unendlich viel kraft und nerven gekostet hat und sich erst nach langer zeit eingestellt hatte. 

meine hochgradig ausgeprägte sensibilität, meine extreme art zu fühlen - im positiven sinne - meine leidenschaft, die kreativität und phantasie und meine fähigkeit und art zu denken, all das hat ihren preis. einen verdammt hohen. immer und immer wieder bezahle ich mit dem absturz in das gefühlte bodenlose, mit dem pendeln zwischen den extremen, mit selbstzweifeln, unsicher- und haltlosigkeit und mit einem kaum zu ertragenden gefühl der leere, das mir die luft zum atmen nimmt, mich festhält, mit eisernen klauen und mich immer und immer weiter in die tiefe zu ziehen droht. wie jetzt.

ich könnte dem nachgeben, das letzte bisschen halt aufgeben und mich fallen- und mitreißen lassen von der dunkelheit, aufgeben. es wäre so einfach. denn ist man erst einmal in der dunklen verzweiflung, in der verzweifelten dunkelheit angekommen, ist ruhe. eine drückende, lastende stille, eine trügerische ruhe zwar, aber dennoch ruhe.

aber alleine die tatsache, dass ich darüber nachdenke, OB ich loslassen soll oder nicht, alleine das ist mittlerweile halt genug, um es eben nicht zu tun. ich werde also mal wieder all meine kraft aufbieten, mich zum stehenbleiben und zum hinsehen zwingen - das selbstbewertungsstopschild muss auch raus, ganz schnell und ganz unbedingt - um dann hoffentlich doch noch das ende des gute-momente-gerüsts zwischen die finger zu bekommen. 

und jetzt ist meine tastatur endgültig nass. bevor auch die noch ertrinkt, in tränenfluten, gehe ich zurück ins bett. kräfte sammeln. zum aufrappeln. 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 18.05.2008 um 04:45 Uhr:*troest* da muss eine automatische Vorrichtung an das Selbstbewertungsstopschild, damit es von alleine immer blitzschnell joch kommt..und sagt STOP!!!
    es steht noch, das Gute Momente Gerüst. Weiter dran arbeiten. Es soll doch stärker und grösser werden als das schlechte Momente Gerüst.
    Das darf ruhig zusammenbrechen.
    Liebe Grüsse
  2. zitierengrenzgaenger schreibt am 18.05.2008 um 04:55 Uhr:hey sternenschein.

    was machst denn du so spät, oder besser: so früh hier?

    du hast recht. da muss eine automatische vorrichtung dran, das schild immer und immer wieder in die höhe zu stemmen, ist ganz schön anstrengend. ich weiß, dass das gute-momente grüst noch steht, es ist bloß mal wieder aus meinem blickfeld geraten. und es ist einfach mühsam, es immer und immer wieder zu suchen, zu finden, sich daran festzuklammen. ich weiß nicht wie unendlich viele male ich mich schon gefragt habe, warum ich? warum ausgerechnet ich? warum kann mich das leben nicht einmal in frieden lassen. warum nicht? immer und immer wieder und wieder und wieder. und nocheinmal. und die nächste klatsche. und gleich noch eine oben drauf. zur sicherheit. damit ich es auch ja nicht vergesse.
    mist. jetzt laufen sie schon wieder, die tränen. ich geh dann wohl mal wirklich ins bett.

    dir auch ganz liebe grüße.

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