grenzwandel

03.09.2008 um 16:33 Uhr

vorwärts

von: grenzgaenger   Kategorie: psychoanalytisches

ich sollte aufpassen, dass ich nicht zu übermütig werde. die richtige dosierung machts. vor allem die der emotionen. mir geht es gut, aber ich könnte gerade im kreis rennen, weil ich doch irgendwie zerrissen bin zwischen dieser euphorie und der angst vor dem absturz. ich bin so glücklich darüber, dass meine therapeutin wieder da ist, am liebsten würde ich sie ununterbrochen in den arm nehmen und knuddeln. auf der anderen seite habe ich einen berg analytischer arbeit vor mir, das hat sich ansatzweise in den letzten beiden stunden gezeigt, und ich habe angst davor. angst vor der veränderung.

letzte nacht ein furchtbarer traum. ich war in einem riesigen haus gefangen, in dem meine mutter und mein bruder völlig durchgedreht alle mit einer überdosis insulin umgebracht haben, die ihnen unvorsichtigerweise begegnet sind. und dann hat sich mein bruder die schulter aufgeschlitzt und in den  darunter liegenden eingeweihden herumgestochert, mit einem bizarren, teuflischen grinsen im gesicht. ich hatte todesangst vor diesen beiden durchgeknallten monstern, konnte aber nicht weg, war immer in ihrer unmittelbaren nähe.

einerseits will ich alles verändern, einfach nochmal neu anfangen, meinen weg gehen, andererseits soll alles gleich bleiben. ich will aufbrechen, gehen, nach vorne, mal schneller und mal langsamer, aber meine gedanken und gefühle hängen. hängen an altem, abgeschlossenem, zweifeln, ob es die richtige entscheidung war, hängen und hängen am gestern, an der sicherheit und trauern dem stillstand nach. und trotzdem zieht es mich nach vorne, weiter und immer weiter. ein spagat, der unglaublich anstrengend ist. 

ich brauche die veränderung, die innere wie die äußere, vor allem für meinen seelenfrieden. für meine seele, die mir unglaublich leid tut, ich mag sie, habe sie lieb und doch bin es immer und immer wieder ich, die auf mir herumhackt und sie - und sich - für etwas in die verantwortung nimmt, sie verletzt für etwas, das außerhalb meines einflussbereiches liegt, für vergangenes, für die last, die mir aufgeladen wurde, für die ich nichts kann.

ich. will. gehen. vorwärts. als ich


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