wachsen? er-wachsen?
und heute? heute habe ich meine ruhe, bin ruhig und gelassen und zufrieden. die sonne scheint vom blauen himmel bei immer noch -16 grad und ich wurschtel so vor mich hin. ich habe meine steinsammlung geputzt, die bude auf hochglanz gebracht, gewaschen, die wassersteine endlich mal wieder abgekocht, das bad geschrubbt, und noch so einiges vergnügliches mehr.
gerade, da mein reis auf dem herd vor sich hingart fiel mir auf, dass ich mich erwachsenen menschen gegenüber ganz selten als gleichwertiger erwachsener fühle, sondern vielmehr wie ein kind. ein kind das zum erwachsenen aufschaut, übermäßigen respekt vor dessen erfahrung und wissen hat, sich dumm und klein vorkommt und ständig beweisen will, wie toll und wie gut und clever es doch ist. riesen diskrepanz zwischen innen und außen, denn kein mensch der mich nicht wirklich kennt würde je auf die idee kommen dass da in wahrheit ein kind vor ihm steht, das völlig verunsichert ist und kaum weiß, wie es sich verhalten soll. meine kompensation diesbezüglich ist nahezu perfekt. aber jetzt, da mir das mal so bewusst geworden ist kann ich - liebe frau dr. psychoanalytikerin, ich habe die ehre - mal genau beobachten und sammeln. aber ich sehe schon, ich werde irgendwann in nicht allzu ferner zeit meinen weg zurück zur frau dr. finden. es gibt dinge, die möchte ich analysieren, sonst kann ich auch nichts ändern. aber bis es so weit ist werde ich versuchen, ein kleines bisschen erwachsener zu werden.
