wo ist der mittelweg?
meine therapeutin ist ein wahres abstraktionsgenie. ich liebe diese frau und ihre fähigkeiten. so. das musste mal gesagt werden.
ich habe gar nicht so viele hände, wie ich sie bräuchte, um all die momentan notwendigen stopschilder hervorzuholen. also werde ich mich auf die wichtigsten beschränken, prioritäten setzen. der rest kommt von alleine. als erstes muss das selbstbewertungsstopschild raus. hopp, auf mit dir. ich hatte dich extra geölt. na komm schon, beweg dich. so ist es gut. und jetzt: das gedankenrasen-stopschild. ach, da isses ja. das ging aber schnell. na umso besser.
ich. muss. dranbleiben. an einer sache. und nicht pendelnd durch meine gedanken hüpfen. und vor allem nicht jede erdenkliche möglichkeit nutzen, mich von mir abzulenken, nicht jeden noch so löchrigen strohhalm ergreifen, um mich von mir wegzuziehen. alleine das hinschauen hilft. und zwar das genaue, das ausdauernde. das geht nicht einfach mal so im vorbeirennen, das hinschauen. dabei werden allerhöchstens silhouetten sichtbar. und mit denen kann ich nicht arbeiten. wirklich nicht. auch wenn ich das gerne wollte. wäre soviel bequemer, weniger schmerzhaft, weniger anstrengend, weniger kapazitätsverschlingend. aber es hilft nunmal alles nichts.
veränderungen. noch so ein leidiges thema. veränderung = kontrollverlust. unbewusst natürlich. ein drama. pendeln, halt suchen, unsicherheit. *beineindiehandnehmundwegrenn*. lieber in den alten mustern verhaftet bleiben. ich kenne sie ja, sie sind mir vertraut, und auch wenn sie mir nicht gut tun, so bieten sie doch ein gewisses maß an sicherheit.
nein! ablegen. umdefinieren. verändern. kein stillstand. neue haltgriffe müssen her, positve und solche, die eben wirklich einen halt bieten. dazu wiederum muss ich erst einmal stehen bleiben und hinschauen. kein gedankenrasen. eins nach dem anderen. geduld (watt is datt denn???). ruhe. gelassenheit. weg mit den wänden und mit den nur scheinbar halt bietenden haltegriffen. aber langsam, bewusst und sanft, wenn ich bitten darf. einreißen bringt nichts, wäre das andere extrem. von der negativen selbstbewertung hin zur positiven. aber nicht wieder ins gegenteilige extrem fallen. nein. ich mein, mal davon abgesehen, dass ich ein genie bin...ähhh...der mittelweg. wo ist der mittelweg? ahh. hier.
so. ich werde mich jetzt auf den ersten schritt konzentrieren, mit dem ich den mittelweg hin zur positiven selbstbewertung beschreite...

Die meisten Menschen tendieren dazu, sich selbst in den Fähigkeiten drei Stufen tiefer einzuschätzen als gleich fähige andere.
Da dachte ich an Dein diese Position ausfüllen können.
Wenn nicht Du, wer dann???
Das zweite war, ein Vogel, der immer im Käfig war, bleibt meistens drinnen sitzen, selbst wenn die Tür aufsteht.
Ja, die Haltegriffe, das bekannte, selbst wenn es ungeliebt ist, aber es ist wenigstens bekannt und vorhersehbar.
Jung sagte, was wir nicht als Bewusstsein in unser Leben rufen, erscheint in unserem Leben als Schicksal.
Und da ist, so glaube ich, vieles dran.
Auch glaube ich, wenn man Kontrolle ausübern will, muss man einiges an Kontrolle aufgeben, um dieses zu können.
Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende
sternenschein
das ist gut. doch erstmal finden vor suchen.