HORTMUSSBLEIBEN

18.11.2006 um 05:40 Uhr

HORTMUSSBLEIBEN

von: libuda

Offener Brief


Sehr geehrter Oberbürgermeister Frank Baranowski,

wir Eltern der Hortkinder im Schweizer Dorf sind sehr enttäuscht über Ihre Absage auf unsere Einladung. Nachdem uns zunächst noch ein Besuch des zuständigen Dezernenten Manfred Beck angekündigt wurde, ist davon in dem letzten Schreiben ihres Mitarbeiters keine Rede mehr.

In die Enttäuschung mischt sich zunehmend auch Ärger, da von Ihnen und Herrn Beck die Zusammenhänge falsch dargestellt werden.

Die Landesregierung hat die hat die Mittel bis 2008 nicht eingestellt, sondern es gibt weiterhin 45 Millionen im Jahr. Erst danach wird die Förderung auf 10 Millionen reduziert. Das Familienministerium hat erklärt, dass für die Vergabe der Mittel die Jugendämter in den Kommunen zuständig sind. Uns stellt sich natürlich die Frage, warum das in Gelsenkirchen scheinbar nicht bekannt ist.

Leider stimmt es auch nicht, dass die Qualität der Offenen Ganztagsgrundschule Georgstraße der Arbeit im Schweizer Dorf entspricht. Ein Blick auf den Schulhof sollte das selbst kinderlosen Kommunalpolitikern deutlich machen. Bei einem Besuch im Schweizer Dorf hätten Sie sich von der besonderen Qualität des Ortes und der Betreuung überzeugen können. Auch die Zahlen sprechen gegen Ihre Argumentation, was der Personalschlüssel in den Rahmenvereinbarungen der Stadt Gelsenkirchen mit den Offenen Ganztagsgrundschulen mehr als deutlich macht. In der Grundschule wird für 25 Kinder eine pädagogische Fachkraft mit 25 Stunden eingestellt. Im Hort sind es für 25 Kinder zwei pädagogische Fachkräfte mit jeweils 38,5 Stunden.

Es fällt Arbeitnehmern ohne Kinder offensichtlich schwer, sich in die Situation von Familien mit Kindern zu versetzen. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Betreuungszeit in der Offenen Ganztagsgrundschule um 16 Uhr endet. Eltern im Beruf können so mit Sicherheit nicht beruhigt ihrer Beschäftigung nachgehen und müssen bereits gegen 15 Uhr die Arbeit beenden, damit der Nachwuchs nicht verloren vor den Schultoren steht.

Es gibt keine „Angliederung der Hortbetreuung an die Grundschulen“, sondern es findet eine Verlagerung statt. In der Konsequenz bedeutet das die Schließung des Hortes im Schweizer Dorf. Eine Arbeitsteilung zwischen Schule und Hort würden wir begrüßen, wenn dadurch die Hortplätze im Schweizer Dorf erhalten blieben.

Der Hort im Schweizer Dorf muss erhalten bleiben!

Die Eltern müssen beteiligt werden!

Die Stadt muss die Landesmittel beantragen!

Vertreterinnen des Elternrats:

Kirsten Bürgin, Knappschaftsstr. 8, 45886 Gelsenkirchen, Telefon: 0209-209807, E-Mail: Kirsten@buergins.de

Gabriele Lelgemann, Bertastr. 20, 45883 Gelsenkirchen, Telefon: 0209-203811, E-Mail: lelgefrau@web.de

Judith Przygodda, Wallotstr. 10, 45883 Gelsenkirchen, Telefon: 0209-26298, E-Mail: judith.p@a40media.de