16.08.2009 um 09:08 Uhr
06.06.2009 um 08:15 Uhr
Massage - Berührung
Bei Massagen an Männern ist es manchmal so, daß diese selbst die Massierende anfassen wollen. Das ist so noch am zurückhaltendsten formuliert. Alte, alleinstehende Menschen können oft erst nicht loslassen, wollen die Kontrolle auf jeden Fall behalten, wollen das, was sie im "richtigen Leben" bringen müssen, nämlich stark sein, auch hier beibehalten. Manchmal fangen sie schon während der Massage an zu schlucken, manchmal erst bei einem ersten Satz, wenn die Massage beendet ist.
Ich massiere diese Menschen nicht aus Mitleid, und nicht mitleidig. Ich liebe und genieße solche Massagen, ich kann dabei viel mehr geben und selbst loslassen,als wenn ich denke, ich müsste mich der ungewünschten Berührungen erwehren.Am Pfingstmontag hatte ich eine solche, sehr schöne, Massage. Die Dame lebt seit 20 Jahren allein, war immer für andere da, arbeitete ihr ganzes Leben hindurch. Versucht immer, alles selbst zu regeln, ist auch gesundheitlich obenauf, und ist wirklich ein Paradebeispiel für "KOntrolle behalten". Sie weiß das aber auch.
Nach Beendigung der Massage sagte sie, noch auf der Liege beim Ausruhen, "so gut hat es noch nie jemand mit mir gemeint" und fing an zu weinen. Und dann kam viel: aus ihrer Kindheit, aus ihrer Jugend, aus ihrer gescheiterten Ehe... immer für andere da, immer sich selbst zurückgestellt, bis zu einem Zusammenbruch vor 25 Jahren. Immer wieder gekämpft und sich aufgerappelt.Die Massage war ein Geschenk von mir an sie. Aber sie war - MINDESTENS - auch ein Geschenk an mich selbst. Denn das genieße ich selbst genau so oder noch mehr als derjenige, der die Massage bekommen hat.
21.01.2009 um 14:57 Uhr
Die Eleganz des Igels
Es ist immer wieder gut, wenn ich in einem Buch auch nur einen Satz finde, wo ich beim Lesen das Gefühl habe: Nur für diesen einen Satz hat es sich gelohnt, dieses Buch zu lesen.
Wir unterhalten uns mehr oder weniger oft über den Sinn und Unsinn des Lebens. Darüber, ob der Mensch so etwas wie Bestimmung hat, ob er einen freien Willen hat usw.
Im Buch „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery finde ich nun einen eben solchen Absatz.
Abgesehen davon, dass meine Schwester mir dieses Buch empfohlen hatte, haben mich zwei Aussagen auf der Rückseite des Buches fasziniert:
„Ich heiße Renée. Ich bin vierundfünfzig Jahre alt. Seit siebenundzwanzig Jahren bin ich Concierge in der Rue de Grenelle 7, einem schönen, herrschaftlichen Stadthaus mit Innenhof. Ich bin Witwe, klein, hässlich, mollig, ich habe Hühneraugen und in gewissen Morgenstunden einen Mundgeruch wie ein Mammut. Doch vor allem entspreche ich so genau dem Bild, das man sich von den Conciergen macht, dass niemand auf die Idee käme, ich könnte gebildeter sein als all diese selbstgefälligen Reichen.“
„Ich heiße Paloma, bin zwölf Jahre als, ich wohne in der Rue de Grenelle 7 in einer Wohnung für Reiche. Meine Eltern sind reich, meine Familie ist reich, und meine Schwester und ich sind folglich potentiell reich. Doch ich weiß schon lange, dass die Endstation das Goldfischglas ist, die Leere und der Unsinn des Erwachsenenlebens. Warum ich das weiß? Der Zufall will, dass ich sehr intelligent bin. Daher habe ich meinen Entschluß gefasst: Am Ende dieses Schuljahres, an meinem dreizehnten Geburtstag, werde ich Selbstmord begehen.“
Der Absatz auf den Seiten 264 und 265, den ich meine, behandelt ein Gespräch über den Begattungsflug des Bienenvolkes.
"... Leben, sich ernähren, sich fortpflanzen, die Aufgabe erfüllen, für die man geboren wurde: darin steckt keinerlei Sinn, das stimmt, aber so stehen die Dinge nun einmal. Diese Arroganz der Menschen, zu glauben, sie können die Natur bezwingen oder dem Schicksal entfliehen, das allein kleinen biologischen Dingen bestimmt ist.....und diese Verblendung in bezug auf die Grausamkeit und Gewalttätigkeit ihrer eigenen Art und Weise zu leben, zu lieben, sich fortzupflanzen und mit ihren Mitmenschen Krieg zu führen….
Ich für meinen Teil glaube, daß wir nur eines tun können: die Aufgabe finden, für die wir geboren worden sind, und sie so gut wie möglich erfüllen, mit aller Kraft, ohne die Dinge unnötig zu komplizieren und ohne zu meinen, in unserer animalischen Natur liege etwas Göttliches. Nur so werden wir das Gefühl haben, etwas Konstruktives zu tun, wenn der Tod uns holt. Die Freiheit, die Entscheidung, der Wille: das sind alles Hirngespinste. Wir meinen, wir können Honig machen, ohne das Schicksal der Bienen zu teilen, doch auch wir sind nur arme Bienen, dazu bestimmt, unsere Aufgabe zu erfüllen und dann zu sterben.
www.hawaiianische-massagen.de
28.05.2007 um 14:47 Uhr
Lomi-Massage an Jugendlichen
Hawaiianische Massage nicht nur an Erwachsenen, sondern auch an Jugendlichen. Deshalb, weil diese Massage - zumindest in der Überlieferung - gegeben wurde, wenn der Mensch an einem "Übergang" stand: entweder während der Pubertät, vor einem Amtsantritt, vor einer Eheschließung usw. Wenn das in früheren Zeiten sinnvoll war, weshalb nicht auch heute?
In den letzten Wochen habe ich zwei Jungen im Alter von 15 und 17 Jahren massiert. Beide hatten einen Gutschein - der eine, weil er ihn sich gewünscht hatte, der andere auf Nachfrage von mir, ob er sich das denn vorstellen könne. Beide kamen also "aus freien Stücken".Erstaunlich für mich war, dass diese beiden "jungen Männer" sehr gut entspannen und genießen konnten. Aber auch ich als Gebende habe beide Massagen sehr genossen und konnte spüren, wie sich meine Gefühle während einer Massage veränderten und wie intensiv diese sein können. Irgendwie fühlt man alles in diesen Körpern: das Baby, das Kind, das sie einst waren; den Menschen im "Jetzt"Zustand und vielleicht auch die Ahnung von ihm, wie er einmal sein könnte. Einen der Jugendlichen sehe ich sehr selten, kann also nicht viel über seine eventuelle Veränderung erleben. Beim anderen habe ich den Eindruck, daß er viel offener, direkter, geworden ist. Möglicherweise bin auch ich anders im Umgang mit ihm, es ist ja immerhin möglich, daß eine Massage nicht nur den Nehmenden, sondern auch den Gebenden verändert. Auf jeden Fall stehen wir uns sehr viel positiver gegenüber, und das fühlt sich einfach gut an.
27.05.2007 um 12:21 Uhr
Sinnlich-erotische Massage
Weil wir so begeistert von der Hawaiianischen Massage sind, und weil (manchmal) doch etwas fehlt, haben wir eine Sonderform der Massage konzipiert. Wir nennen sie LAMUDRA. Sie ist ein Zwischending zwischen Lomi und Tantra.Bei der traditionellen Hawaiianischen Massage bleibt der Intimbereich während der ganzen Massagezeit bedeckt - und daran wollen wir auch nichts ändern. Es ist gut so.Bei der taoistischen Tantramassage wird der Intimbereich mit berührt und auch stimuliert.Nun denken wir, daß es auch Menschen gibt, die Wert auf die Feststellung legen "mein Körper hört nicht am Bauchnabel auf und fängt an den Knien wieder an". Diese Menschen, die vielleicht auch einmal ein bißchen "Tantra schnuppern" wollen, bleiben während der ganzen Massage vollkommen nackt. Der Intimbereich wird mit berührt, auf Wunsch auch stimuliert.Diese Massageform verbindet die langen, streichenden Berührungen aus der Hawaiianischen Massage, die Dehnungen und Streckungen, mit den zärtlichen Berührungen aus der Tantramassage. Menschen, die genau diese Massageform ausprobieren wollten, waren hinterher "hin und weg".Auf jeden Fall ist auch diese Massage eine sehr liebevolle, achtsame und respektvolle Begegnung mit dem Gast.
www.lamudra.de
