Lachen um nicht...
Es gibt so
Menschen, die man seinem schlimmsten Feind nicht an den Hals wünschen mag.
Einer der Sorte saß heute Morgen in meinem Büro. Wir reden über seine
"Untergebenen" und die sind auch der Grund, warum ich ausgesprochene
Freundlichkeit und ein stetes Lächeln an den Tag lege. Würde ich sagen, was ich
denke, wären es nämlich genau die, die unter der schlechten Laune ihres
fachlich höchst Kompetenten, aber menschlichen Vollaussetzers zu leiden hätten.
Also versuch ich jeden noch so kleinen guten Grundansatz, den er von sich gibt,
aufzugreifen und lächel vor mich hin, während ich mir ausmale ihm mit einem
direkten Hechtsprung quer über den Schreibtisch am Hals zu packen und gemütlich
zu schütteln, bis alle Hirnwindungen wieder ordentlich laufen.
Ich lächel
auch die Pause durch, während ich das staubtrockene
Geburtstags-Bio-Kuchen-Stück einer Kollegin runter würge und versuche, den
Geschmack von Sägemehl, mit einem halben Liter Cola light zu vertreiben.
Auch am Mittag in der Besprechung muss ich schmunzeln. Beeindruckend, wenn Theoretiker wochenlang Verhaltensregeln und Pläne erstellen, die jeder, der diese Aufgaben auch nur einen Tag praktisch geleistet hat, binnen Sekunden als völlig unsinnig und nicht umsetzbar enttarnen könnte. Und während ich den Ausführungen lausche, rechne aus Spaß an der Freude mal aus, was der Arbeitseinsatz der Theoretiker gekostet hat- und was man alles hätte machen können, würde man die Kohle sinnvoll einsetzen. Und weil mir resignieren nicht liegt, lächel ich halt.
Beim
Abschlusskaffee macht sich mein Handy bemerkbar, und als ich den Absender
ausmache, muss ich zum ersten Mal wirklich lächeln. Aber, wie gewonnen so
zerronnen, vergeht mir das umgehend, als ich den Inhalt der SMS lese. Da ich es
aber für wenig angemessen halte vor der halben Belegschaft in Tränen und
hysterisches Geschrei auszubrechen, lächele ich souverän weiter. Ich schaffe es
sogar eine freundlich-fröhliche SMS zurückzuschicken, und dabei das Bedürfnis
mich zu übergeben zu unterdrücken.
„Naaaaaaaaaa,
endlich Feierabend?“, fragt Tom, der mich von der Arbeit abholt, eine Stunde
später. Ich nicke und lächele. „Oho……sie hat das Zähnefletschen Lächeln
…“,stellt er fest und erspart mir jede Nachfrage, bis wir bei ihm sind, ich mit
einer riesen Tasse heißem Kakao versorgt bin und dieses Dauergrinsen endlich
abstellen kann. Schon erstaunlich wie sehr einem an richtigen miesen Tage die
Wangen vom vielen Lachen schmerzen können.








