Man hört nur mit dem Herzen gut.

10.10.2015 um 19:33 Uhr

Mamma mia

Musicals. Als Film. Nicht im Theater. Im Kino. Mh. Schon als Kind hab ich mich (und andere) immer gefragt, warum plötzlich alle Menschen aufspringen, professionelle Tanzschritte vollführen und auch noch alle Texte der Lieder beherrschen. Wieso können die das? Die kannten sich vorher doch gar nicht. Des Weiteren fragte ich mich (und andere), wo das Orchester war, oder ob jemand ein Band abspielte, und wenn ja, wie er das dann mit dem Timing hinbekommt.

Gut, als ich die Rocky Horror Picture Show sah, war ich schon alt genug zu wissen, dass alle sich ganz viel Mühe gegeben haben, das vorher einzustudieren. Schließlich waren auch Yentl und der kleine Horrorladen nichts anderes. Aber seit meinem 18. Lebensjahr habe ich Musicals gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Es macht mich nervös, und es ist mir unangenehm, wenn Menschen in einem Film von Sprech- zu Singstimme wechseln. Das hat was Unauthentisches. Da wird einem ganz deutlich vor Augen geführt: Das ist nicht echt. Die haben monatelang Gesangstraining und all den Scheiß gemacht. Fremdschämen!

Dass ich mich nun doch wieder habe breitschlagen lassen, liegt daran, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, mit denen ich keinesfalls reden möchte, die sich aber ständig mit mir verabreden wollen... Ich habe mir angewöhnt, mit diesen Leuten ins Kino zu gehen. Mehr als "Wollen wir noch Popcorn kaufen?" muss man dann nicht sagen. Ich habe Gott gedankt, als ich diesen Trick für mich entdeckt hatte. 

Naja, dann geht man eben auch in Mamma mia. Popcorn, Nachos mit Käse, saure Waldmeisterbänder, die mit zuckriger Masse ummantelten Lakritzdinger, aber auch nur die Braunen, ich war gewappnet, ich war auf alles gefasst.

Schnell stellte sich heraus: Es ging um eine Vaterproblematik. Und um eine Mutterproblematik. Kann man sich näher ans Leben heranwagen? Drei Väter kamen in Frage. (uppsi, bei mir auch). Eine Mutter, die ihr Kind allein großzog.   

17.12.2011 um 21:16 Uhr

ein jahr später

Es gab sich zu einer wundervollen Hochzeit. Ich verlor das erste Mal in meinem Leben mein Herz. Ich verlor es an einen großen schlanken Mann mit melancholischem Gesicht, der zum Zeitpunkt des warmen und weichen Höhepunkts der Party, die vor Liebe nur so summte, ein Ständchen gab.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon eine Menge Blicke zwischen mir und diesem Mann hin und hergegangen. Die Intensität meiner Augen fesselte ihn, die Melancholie in seinem Blick wiederum mich. Als er begann zu singen, stand ich ca. 15 m von ihm entfernt und sah ihn nicht. Ich hörte ihn nur. Und vergaß zu atmen. Er sang 'Father and Son', 'Staring at the Sun" und ich glaube "You Are So Beautiful'.

Es ist aber auch nicht so wichtig. Während ich ihm zuhörte und er sich mitten in mein Herz sang, dachte ich nur das eine: "Schnell weg hier. Nimm dir ein Taxi. Hau ab. Egal wie. Sieh zu, dass du hier wegkommst."

Natürlich ging ich nicht. Ich schenkte ihm weiterhin meine intensiven Blicke. Und er verfolgte mich mit warmer Melancholie, bis er mich am Ende des Abends in seine Arme riss und leidenschaftlich küsste.

Es folgten weitere Küsse im Oktober, erste Nächte im November, die sich im Dezember mit Konflikten füllten. 

Romantik umwirbelte mich. Leidenschaft. Leichtigkeit. Wärme und Magie. 

Wir hatten ein Spiel. Wir suchten ein schöneres, ein größeres Wort für 'Danke'. Seiner Überzeugung, dass es keines gibt, stand meine gegenüber, dass es einer Wortekünstlerin gelingen muss, eines zu finden.

Es gab etliche Abende, an denen er sich mit einem seufzenden Danke von mir verabschiedete. Und ich sah ihn an, küsste seine Wange und wir grinsten wissend, dass mein Danke warten wird.

Heute bin ich einen Schritt weiter.  Ich suche nicht mehr. Ich kann es jetzt sagen.

"Danke."

Ich bedanke mich herzlich für die Erweiterung meines Gefühlspektrums. Ich bedanke mich für die Schmetterlinge, die erstmals in meinem Herzen tanzten. Ich bedanke mich für die Tränen voller Liebe. Ich bedanke mich für die Leidenschaft. Ich bedanke mich für den Glauben an das Glück. Ich bedanke mich für die Momente der Geborgenheit. Ich bedanke mich für das ungewohnte Gefühl des Vertrauens.

Vor allem aber bedanke ich mich dafür, dass all das jetzt wieder vorbei ist.

Danke für den Kleinmut. Danke für die Ausflüchte. Danke für die Unachtsamkeit. Danke für die Angst. Danke für die Augenwischerei. Danke für den Narzissmus. Danke für das wieder gewonnene Misstrauen. Danke für den Schmerz.

Meine Welt gehört wieder mir allein.

Leb wohl kleiner Wolkenprinz. It's never easy this way...

 

17.12.2010 um 19:31 Uhr

Eine Stimme im September

Was nicht alles in einem Jahr so passieren kann...

Nunja... Eines ist sicher...

It's never easy this way...

 

 

23.12.2009 um 20:23 Uhr

One in a Million...

Seitdem ich diesen Bürojob mache, habe ich nochmal viel über den Trieb der Menschen gelernt, an der Oberfläche herumzudümpeln. Sie erzählen Blödsinn den halben Tag. Mein Gott, wie sehr ich hoffe, dass sie es wirklich nur den halben Tag tun, aus Angst, auf der Arbeit zu viel von sich preiszugeben. Den anderen halben Tag lauschen sie vielleicht in sich hinein. Fragen sich, was sie hier auf der Welt tun. Wen sie lieben. Und auf welche Weise. Vielleicht, ja vielleicht schauen diese Menschen, nachdem sie den halben Tag über Urlaube, EDV-Probleme und das Wetter geredet haben, in den Himmel in die Wolken und bauen an ihrem Märchenschloss. Vielleicht suchen sie Gott. Oder die all erlösende Energie.

Vielleicht.

Aber sie tun es nicht auf der Arbeit.

Als ich mal wieder in einem Raucherpäuschen mit den Mädels zusammenstand und immerhin die letzte Karnevalsparty der Firma Thema war, stand sie da, die kleine Studentin aus der Materialkammer, die immer so ätherisch lächelt. Mit ihren rausgewachsenen Rastas sah sie aus wie 16, war aber schon 10 Jahre älter. Sommersprossen, große durchscheinende Augen und ganz still. Wir haben uns ab und zu zugegrinst. Irgendwie wissend. Aber wir wussten nicht wirklich warum. 

Als man die Zigaretten ausdrückte, blieb ich noch. Helenas Selbstgedrehte mit Hanfblättchen dauerten immer ewig. Ich steckte mir noch eine an und leistete ihr Gesellschaft. Sie rauchte genüsslich und sagte beläufig zum Aschenbecher gewandt: "Kennst du das Gefühl, wenn die Zeit irgendwie langsamer zu laufen scheint."

Ich starre sie an. Sie hebt schüchtern den Blick. Wir schauen uns an. Und dann entscheide ich in Sekundenschnelle, die Wahrheit zu sagen: "Ja. Das Gefühl kenne ich. Ich habe darüber sogar ein Gedicht geschrieben." Helena lächelt entgeistert: "Ich auch."

Seitdem sind wir unzertrennlich, Helena und ich. Wir sitzen in der Kantine und philosphieren. Über Raum. Über Zeit. Über Jetzt, dessen punktuelles Licht die Strahlen des Gestern und des Morgen bündelt. Wir philosophieren über Religion. Über die Liebe zwischen den Menschen. Das Schreiben, die Macht der Worte, die aus unseren Herzen fließen. Dabei lachen wir über unsere Sentimentalität und unser Durcheinander. Letztens standen wir am frühen Abend lachend am Kaffeeautomat in der Kantine, in dessen Display das schöne Wort 'HELP' aufleuchtete. Wie auf Kommando sangen wir lauthals besagtes Lied von den Beatles. Dass um die Ecke noch zwei Leutchen saßen, die als sie uns sahen, nur die Köpfe schüttelten, ließ uns zwar knallrot anlaufen, hielt uns aber nicht vom Lachen ab.

Neben all dieser Philosophiererei verbindet uns noch etwas: Musik.

Und Helena brachte eine neue Band in mein Leben. Verrückt. Durchgedreht. Irgendwie stylish. Und experimentell.

Im ersten Moment mochte ich sie. Im zweiten Moment trug sie mich. Im dritten Moment lächelten wir uns an, die Musik und ich.

Ich laufe mit ihr durch den Schnee und lächel, obwohl mir seit Tagen nicht nach Lächeln ist...

Coco Rosie. Rainbowarriors.  

25.08.2009 um 22:53 Uhr

Party!!!!!

Jetzt werden sie ja alle vierzig, die Leutchen um mich rum, vor allem die Männer im Freundeskreis, die sind ja alle n paar Jährchen älter und das heißt: Parties!!!!!!!!!! Endlich wieder Parties. Parties ohne Ende. Jedes Wochende ausgebucht. Jetzt wird zwar nicht mehr geknutscht, dafür aber getanzt.

So feiert wohl auch mein souveräner, gelassener, und ach so verschlossener Ehemann seinen vierzigsten. Und zwar ganz groß. Im Partyraum, mit Speisen und Getränken an der Bar. Musik, so laut wir wollen und so lange wir wollen. Und was macht er? Nüschte. Was muss man aber machen? Sich um Musik kümmern. 

"Ach, wir können doch ne CD durchlaufen lassen?"

Wat? Durchlaufen lassen? Geht gar nicht.

Ich brauch dringend Anregungen.

Was ist Euer ABSOLUTER Partykracherlieblingstanzhit? Mh? Belohnung: Jeder ernst gemeinte Beitrag wird gespielt und mit liebevollen Gedanken an den Teilnehmer oder die Teilnehmerin getanzt.

PLAYLIST, ich brauche eine PLAYLIST!

14.08.2009 um 11:52 Uhr

die kreise schließen sich...

es war im februar, als ich auf meine alten tage nochmal so richtig liebeskummer hatte. und wie alles in meinem erwachsenen leben, erledigte ich diese sache bewusster, professioneller, mit all der erfahrung, die ich in den gut 35 jahren angesammelt hatte.

mein mann sagte mir im grauenden frühling das folgende: ich liebe dich nicht mehr. ich werde gehen.

und ich? mir tropften tränen aus den augen, tränen, die ich nicht aufhalten, nicht beschleunigen, nicht beeinflussen konnte. sie tropften auf mein weißes t-shirt und hinterließen flecken. das wasser, was aus meiner nase tropfte, wischte ich mit dem handrücken weg, mein körper zitterte, ein alb lag auf meiner brust, das atmen fiel mir schwer, ich konnte nur mit weit aufgerissenen augen da sitzen und mit diesen wässrigen spiegeln meiner seele nach der wahrheit fragen: ist das wahr? ist das wirklich wahr? sag mir, dass das nicht wahr ist. bitte, mach, dass es nicht gesagt wurde, sag, dass alles ein traum ist.

es war weder wahr, noch war es ein traum.  es war einer der streiche, die uns das leben wieder und wieder spielt. zwei gegensätzliche gedanken haben mir damals geholfen. zum einen: 'auch das wird vergehen.' zum anderen: 'es ist, wie es ist.'

und da es war, wie es war, machte ich mich auf die suche nach einem angemessenen song. ein song, der meine fassungslosigkeit, meine angst, meine trauer und meine verletzlichkeit ausdrückt. ich zappte mich durch youtube, suchte nach all meinen alten songs, von denen keiner so richtig passen schien, waren sie doch für andere männer, andere situationen verbraucht und zernudelt.

in einer playlist tauchte der titel ne me quitte pas auf, und wie so oft fand ich nicht einen song, sondern ein song fand mich. verlass mich nicht. genau das, was ich fühlte. es gab ihn auf englisch: if you go away... genau das, was ich fühlte. und auf deutsch: bitte geh nicht fort. genau das, was ich fühlte.

ich hörte all diese versionen auf französisch, englisch, deutsch, von verschiedenen interpreten. ich sah mir die texte an, fand mich in jeder zeile wieder, ließ meine tränen tropfen, ach scheiß doch auf die tastatur, scheiß doch auf die zigarettenasche auf dem teppich, ist doch alles egal, wenn du mcih verlässt, stürzt der himmel ein, if you go away, as I know you must, there is nothing left, in this world to trust, just an empty room, full of empty space, like the empty look, I see on your face...

auch das wird vergehen. 

wir begannen uns briefe zu schreiben. ich schrieb ihm bei dieser musik. schrieb von meinem schmerz, meinem entsetzen, von seiner grausamkeit, die mich bis ins mark getroffen hatte. er schrieb von seinem unvermögen mich glücklich zu machen, seiner liebe, die im eisernen tresor um sein herz für mich verglühte, und seiner angst, diese tür zu öffnen. ich schrieb von den gemeinsamen jahren, seinem humor, seiner souveränität und der gelassenheit, ohne die ich nicht leben will, er schrieb von meiner wundersamen seele, die er liebt und nicht begreift, und meinem feuer, das ihn anzieht und abstößt zugleich. with or without you, einer seiner all time favourites...

es am, wie es kommen musste, wie es immer kommt, wie es vielleicht immer wieder sein wird: eines abends saßen wir auf dem sofa und lachten uns kaputt. wir hielten uns die bäuche, der hals, der ganze körper schmerzte, es schüttelte uns im angesicht des wahnsinns, den das leben für uns bereit hält.

wir nahmen unsere hände und unsere blicke versanken in einem meer von vertrautheit. 

ich liebe dich. ich werde bleiben. 

unsere wundervolle tochter hat mich letzte woche unwissentlich an diese zeit erinnert. sie saß auf dem sofa und sang: mei haat biet lei dschan-gel tram, guguguuuu, du gung-gu-dugung-gu!!!

"von wem ist das lied?" fragte sie. ich hatte natürlich keine ahnung, aber ich meinte das wort 'jungle' rausgehört zu haben, und es dauerte nicht lange, da saßen wir vergnügt vor dem notebook und klopften wie wild den rhythmus des herzen der sängerin mit.

etwas an dem namen machte mich stutzig. auch, dass eine alternative nummer so erfolgreich sein konnte. auch dass es mich an eine zeit erinnerte, die ich als schmerzvoll abgespeichert hatte, brachte mich ins grübeln. emiliana torrini. sie hat wahnsinn in der stimme. und er hat zwei seiten:

 

My heart is beating like a jungle drum...

 

 

26.06.2009 um 02:36 Uhr

Michael Jackson

Ich bin ja so eine, die interessiert nicht, wenn Prominente sterben. Ja. Ich bin so eine. Als ich 1997 im August in Paris eintraf und am nächsten Tag in den Nachrichten kam, dass Lady Di just in der selben Nacht in der selben Stadt bei einem Autounfall ums Leben kam, erlaubte ich mir, in Urlaubskarten über diese seltsame Koinzidenz zu scherzen. Einfach, weil mich sowas total kalt lässt. Keine Bestürzung, Trauer schon gar nicht. Eine Person weniger im öffentlichen Leben, eine Meldung mehr in den Medien, alles fließt, nichts dauert, und mir fehlt irgendwie nichts, wenn die Zukunft ohne diese Menschen stattfindet. Völlig egozentriert die Sunny, aber das wissen die Meisten schon, ich halt damit nicht mehr hinter den Berg...

Umso überraschter bin ich über die Tränen, die mir gerade über die Wangen laufen, über mein rasendes Herz und die tiefe Melancholie, die mich bei der ganz frischen Neuigkeit überkommt, dass Michael Jackson gestorben sein soll. Gestorben sein soll... Genau, ich kann es nicht glauben, wehr mich dagegen, dass der King of Pop tot ist und ich kann mir partout nicht erklären, wo das herkommt.

Hab ich seine Musik geliebt? Nein. Ein paar Songs mochte ich ganz gern, beim Auftritt bei Wetten dass, wo er vom Winde verweht den Earth Song zum Besten gab, hatte ich Gänsehaut bis unter die Fußsohlen, aber geliebt habe ich die Musik nicht.

Er war interessant, aber das gilt für Lady Di genauso. 

Liegt es daran, dass er immer Teil meines Lebens war, als Star, als verrückter Vogel, als kaputte Seele, als was auch immer?

Nun. Auch das gilt für viele. Ich verstehs grad nicht, aber ich bin tieftrauig und entsetzt, dass Michael Jackson gestorben ist. 

Ich leg jetzt noch zu später Stunde die einzige Platte auf, die ich von ihm besitze...

Kein comeback von Michael Jackson mehr. 

Wie unfassbar traurig...

 

21.02.2009 um 02:21 Uhr

Bitte geh nicht fort

Es ist keine Spur von Hoffnung in diesem Lied. Der Verlust ist vollkommen. Das macht den Titel so unendlich, so unsagbar traurig.

 

 

14.02.2009 um 02:43 Uhr

Neuer Favorit

Ich hab einen Neuen!!! Ich kann ihn nicht beschreiben. Eine Obsession! Bin verloren, häng an seinen Lippen, bin seiner Weisheit verfallen, seinem Esprit, seinem Wahnsinn.

Ich kann nicht anders. Ich liebe ihn. Wie kann man nur so unglaublich geile Musik machen? So unglaublich kluge Texte verfassen? Und dabei so unglaublich durchschnittlich aussehen?

 

Die Stimme bebt und der Blick ist Eis
gleich geht jemand hier zu weit
die Zunge ist geladen und bereit
die Wörter von der Leine zu lassen, sich Feinde zu machen

Die Pfeilspitzen voller Gift
der Feind wackelt, wenn du triffst
du triumphierst, wenn er kippt
doch morgen um diese Zeit tut es dir leid

Hahnenkampf um einen haufen Mist
jemanden opfern für lau nen witz
eine Spinne tot-duschen, wenn du in der Wanne sitzt
einem dummen zeigen, dass du schlauer bist

Denn es steckt mit dir unter einer Haut
und du weißt, es will raus ans Licht
die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich:
Das zweite Gesicht

Ein Biest lebt in deinem Haus
du schließt es ein, es bricht aus
das gleiche Spiel jeden Tag
vom Laufstall bis ins Grab

Ein Biest lebt in deinem Haus
du schließt es ein, es bricht aus
es kommt durch jede Tür
es wohnt bei dir und bei mir

Du willst nach vorn, die anderen wollen zurück
du hast Visionen, doch sie kommen nicht mit
jemand steht zwischen dir und deinem Glück
und es macht dich rasend, kannst es nicht ertragen

Du guckst dir zu und hörst dich reden
du bist grad sensationell daneben
versuchst vom Gas zu gehen, dein Fuß ist grad gelähmt
du siehst die Wand und fährst dagegen

Du spielst falsch, um nicht zu verlieren
dann feiern, als wär nix passiert
dein Gewissen ist betrunken
die Frau deines Freundes kommt mit zu dir

Es steckt mit dir unter einer Haut
und du weißt, es will raus ans Licht
die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich:
Das zweite Gesicht

Ein Biest lebt in deinem Haus
du schließt es ein, es bricht aus
das gleiche Spiel jeden Tag
vom Laufstall bis ins Grab

Ein Biest lebt in deinem Haus
du schließt es ein, es bricht aus
es kommt durch jede Tür
es wohnt bei dir und bei mir

Ein Biest lebt in deinem Haus
du schließt es ein, es bricht aus

 

 

 

26.01.2009 um 08:32 Uhr

Guten Morgen, Schnute!

Ich war da! Bericht folgt.

Nur eins auf die Schnelle zum frühen Morgen: Zum Schluss haben sie etwas getan, was sie 'murdering of one of your favorite songs' nannten. 

Mit einem Riesenregenschirm standen sie lachend auf der Bühne und sangen voller Inbrunst dieses bescheuerte Umbrella-Lied.

Du warst mit uns da und hast mitgelacht....

 

23.12.2008 um 23:54 Uhr

Weil ich ihn liebe...

Eigentlich sollte hier ein Grönemeyer-Eintrag hin. Das geht aber nicht. Das geht einfach deswegen nicht, weil Justin am Samstag so wunderschön gesungen hat. Und da habe ich ihm meine Seele in ein Bild gepackt, und weil Weihnachten ist, schenk ich sie ihm. Und weil ich ohne Justin vielleicht gar nicht mehr am Leben wäre, ist das nur recht und billig.

Es waren wunderschöne Stunden mit Justin. Ja. Allein mit ihm. Tausende von pogenden Fans zählen nicht, und im Übrigen waren auch sie mit ihm allein. Auch der Mann, der immer nackig auf den Schultern eines anderen Mannes steht, war allein mit Justin. Und Justins Musiker haben die Hintergrundfarbe für sein düster schillerndes Charisma geliefert. Und das haben sie wirklich wirklich gut gemacht. Auf dem Punkt. Zwei Stunden sind so schnell vorbei. 

 

Hier. Für dich:

 

 

 

 

 

19.11.2008 um 11:46 Uhr

Die allzu oft geflickten Flügel

Mal wieder war es Angelina, die mir den Weg zu einem Musiker wies, der ein Lied geschrieben hat, das, seit ich es kenne, mein Leben beeinflusst. Positiv natürlich. Angelina ist der positivste Mensch, den ich kenne.

Wir saßen mal wieder in dem klapprigen, roten Golf. Sie legte ein CD ein. Und bat mich die Klappe zu halten. Beleidigt schwieg ich. Die Musik begann mit süßen Gitarrenklängen, ploing-ploing-ploing, ich bin ja eher Fan von Martialischem, Bombastischem, Zornigem. Nettes läuft im Hintergrund. Easy-Listening. Nee, da hör ich nicht hin. Ich hing meinen Gedanken nach und schaute in das graue Novemberwetter vor vier, nee, vor drei Jahren. Regentropfen liefen die Scheibe entlang, sie zogen ihre Bahnen, mal nach rechts, mal nach links, im Hintergrund eine angenehme Männerstimme, ein Liedermacher, nett, wirklich sehr nett, irgendwie passte die Musik zu den Regentropfen, ploing ploing ploing, tropf tropf tropf, Mutter gab uns ihre Tränen und machte uns ein Zuckerbrot sang der Mann melancholisch, und dass das Gras immer wieder wächst, bis die Sensen ohne Hass ihre Kreise ziehen. Und dann wächst es wieder, so sang er, das Gras, und es klammert all die Wunden zu.

Dass ich weinte, merkte ich erst, als von allzu oft geflickten Flügeln die Rede war. Sie wurden in den Schrank gestopft, weil wir endlich alt genug waren. Ich weinte und synchron mit den Regentropfen, bahnten sich meine Tränen einen Weg nach unten, sie flossen durch die sanften Hügel meines Gesichts, tropften in meinen Kragen, der sie aufsog, um daraufhin in der trockenen Heizungsluft des kleinen roten Golfs zu trocknen.

Immer wieder wächst das Gras.


Ein Lied, dessen Bedeutung mir immer neu bewusst wird. Dessen Bedeutung sich immer neu erschließt. Dessen Bedeutung so vielschichtig ist, dass es mir niemals langweilig wird.

Dieses Lied wird mir bis ans Ende meines Lebens etwas bedeuten.

 

 

07.11.2008 um 11:27 Uhr

Sentimental

Jörg, mein Joe Jackson-Mann, hat heute geheiratet. Eine tolle Frau. Ein schönes Paar. Da saßen sie und sagten Ja. Und ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Die alten Tage machen sentimental. Mitte Dreißig und nie Taschentücher dabei.

Hey, ihr beiden. Ein schönes Leben. Mit allem drum und dran. Strahlt weiter so.

Schnüff.

 

07.11.2008 um 00:57 Uhr

Wenn du etwas an dir entdeckst, was du lieber nicht herausgefunden hättest

von: sunnysightup   Kategorie: Studentenjahre

Ich saß auf Axel Müllers Bett, als ich das Lied zum ersten Mal hörte. Es war ein großes Bett, zwei mal zwei Meter, jawohl, es nahm das halbe WG-Zimmer ein, und das tat es nicht umsonst, wahrhaftig nicht, denn Axel Müller war ein Womanizer vor dem Herrn, worin ich ihm als Man-Eater(in, öhöm) in nichts nachstand. Axel Müller hatte tatsächlich einen Narren an mir gefressen. Er war an diesem Abend extra früher von einer Party wieder zurückgekommen (auf die ich ebenso extra nicht mitgekommen bin, man weiß schließlich, wie man sie kriegt, schon wieder öhöm) und Axel sah mich und lächelte sein Habicht-Lächeln auf mich herab, dieses unwiderstehliche schiefe Lächeln mit den zwei spitzen Eckzähnen. "Scheiße, ich hab dich vermisst", sagte er, woraufhin ich mein Luchslächeln zu ihm herauflächelte. Der Habicht und der Luchs. Ein schönes Paar. Wir hatten uns nun schon seit einigen Monaten umkreist, Körperflüssigkeiten ausgetauscht und nichts preisgegeben. Ein Teil in mir jubelte, er hatte mich vermisst, und nicht nur das, er gab es auch noch zu. Ein anderer Teil fiel in sich zusammen. "Bald", dachte ich, "wird das schöne Spiel ein Ende haben. Sein Habichtlächeln wird keines mehr sein. Seine Augen werden sich mir öffnen, ich werde hinter den Vorhang schauen und mich enttäuscht zum Ausgang begeben." Axel schlenderte während meiner ketzerischen Gedanken zum CD-Turm, der knapp die zweite Hälfte seines Zimmers in Anspruch nahm und sich in einem lila-metallic-farbenen Riesenkühlschrank befand.

Und dann kam es, es begann leise, unheimlich intensiv, einfach und kompliziert zugleich, tiefgehend, Axel schlenderte bei den Worten You're just like an angel, Your skin makes me cry mit zwei Bierflaschen in einer Hand auf mich zu zündete mit der anderen eine Kerze neben seinem Bett an, als sie You're so fucking special sangen, er küsste mich bei I don't care if it hurts, streichelte mein Haar als der Sänger mit I wanna have control fortfuhr, und der Moment, in dem die Kerze leicht zu flackern begann, wurde von den Worten I don't belong here begleitet. "I'm a creep", sang der Sänger wieder und wieder voller Inbrunst, "I'm a weirdo." Ich fühlte Axels raue Lippen auf meinem Mund, meinen Wangen, meinem Hals, ich spürte, dass etwas Entsetzliches geschehen würde, ... She's running out the door

She's running out


She run run run run...


run...

 

What the hell am I doing her? 

Das Salz meiner Tränen konnte Axels vehementer Zunge, die mit der eingehenden Erforschung meines Gesichts beschäftigt war, nicht entgehen. Er stutzte und sah mich an.

Männer können bei Tränen genau richtig und genau falsch reagieren. Ok oder geht so gibt es nicht.

Axel fragte: "Was'n los?"

Ich rannte. Rannte so schnell ich konnte. Raus. Aus der Tür. Ohne Jacke. Ohne Schuhe. Im Winter. Scheiße. I'm a creep. Was soll man machen...

 

20.10.2008 um 00:22 Uhr

Porkeh te pass

von: sunnysightup   Kategorie: Kinderlieder

Was man nicht alles beim Stöbern findet. Und das unter den Favoriten von Poems for Laila! Ich liebe sie. Weil sie mich daran erinnert haben, wie ich dieses wundervolle spanische Lied inbrünstig auf dem Hinterhof verballhornt habe:

 

Porkeh te pass

 

Mannometer, ich habe es mit all meinem kindlichen Schmerz in eine Klobürste getrötet, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was es bedeutet...

 

19.10.2008 um 00:33 Uhr

Schon wieder System of a Down!!

 

OH MANN!

 

DIE MACHEN MICH FERTIG!!

 

FERTIG!!!

 

VÖLLIG FERTIG!! 

 

 

"Lonely Day"

Such a lonely day
And it's mine
The most loneliest day of my life

Such a lonely day
Should be banned
It's a day that I can't stand

The most loneliest day of my life
The most loneliest day of my life

Such a lonely day
Shouldn't exist
It's a day that I'll never miss
Such a lonely day
And it's mine
The most loneliest day of my life

And if you go, I wanna go with you
And if you die, I wanna die with you

Take your hand and walk away

The most loneliest day of my life
The most loneliest day of my life
The most loneliest day of my life
Life

Such a lonely day
And it's mine
It's a day that I'm glad I survived

 

 

 

15.09.2008 um 01:44 Uhr

Klassik, die zweite...

Ein Weltorchester. In einer Weltstadt. Mit Weltmännern. Und Weltfrauen. Parkett. Dritte Reihe. Sackig teuer. Ballkleider. Hüte. Frisuren. Lippenstift. Alles vom feinsten. Ich? Mittendrin. Klaro. Mitten rein zwischen die feinen Leut', kenn ich nix! H&M-Weste? Deichmann-Pumps? Ach, drauf geschissen sag ich, drauf geschissen. Guckt eh keiner genau hin, und wers tut, solls tun. Mir doch "wumpe", wie mein Freund Kawuppke sagen würde, von dem wir bis heute nicht wissen, warum er so genannt wird. Wir vermuten, dass er es selbst nicht weiß, dass es ihm aber auch wumpe ist, Kawuppke ist so ziemlich alles wumpe. Und mir? Mir im Grunde nicht. Mein Fehler ist, dass ich alles viel zu ernst nehmen und ich gebe es zu: Ich fühlte mich klein. Klein und üsselig, wie der Rheinländer sagt. "Der grausige Fund" würde Lorelei es nennen, sie bringt die Dinge immer so schön auf den Punkt, das muss man ihr lassen. Jawohl. Wie der grausige Fund fühlte ich mich, als ich mit meinen improvisierten Haaren und meiner Riesen-Esprit-Handtasche zwischen der Créme-de-la-Créme saß und verstohlen-verloren auf den leeren Platz neben mir linste. Mein Partner hatte Rücken. Und fiel aus. Merkwürdig, neben ihm hätte ich mich  wieder weltmännisch gefühlt. Klassik. Mein Metier. Das alte Spiel. Weltorchester tritt auf. Setzt sich. Dirigent kommt. Lässt'se aufstehen. Alles klatscht in der richtigen Reihenfolge. Musik spielt auf. So isses. Das alte Klassik-Rein-Raus-Spiel. Hier rein, da raus.

Was dann geschah:

Sssssssssssssssst. Mein Musiknerv wurde getroffen. Mitten rein. Volle Breitseite. Bei Mendelssohn gings noch. Aber Beethoven. Mensch der Beethoven. Und meine Fresse, das Orchester. Menschen gehen in ein ausverkauftes Klassikkonzert, um ihre Garderobe zu präsentieren? Sollen sie! 

Meinem Musiknerv ist das offensichtlich, äh,..., na? Sagen wir es gemeinsam: "Wumpe!" Danke Musiknerv. Danke Weltorchester. Danke Beethoven. Gänsehäute jagten mir den Rücken hinunter und wieder hinauf. Der Dirigent ein Meister. Ein Derwisch. Ein Mensch mit wirrem Haar und Charisma (sieht man oft zusammen), der sowohl den Komponisten als auch seine Musiker liebte, und dieser Liebe mit wunderbaren Gesten, Verrenkungen und einer überaus abwechslungsreichen aber authentischen Mimik Ausdruck verlieh. Die fünfte. Ausgerechnet die fünfte. Die Geigen weinten, die Bässe pulsierten, die Flöten zirpten, die Pauke dröhnte, ein Meer, ein Meer von Musik floss durch mich hindurch und Tränen kullerten meine Backen herab. Als ich verstohlen in meiner Esprit-Tasche nach Zellstoffresten kramte, sah ich mich um. Und ich sah lächelnde, gerührte, staunende Menschen unter den teuren, extravaganten, knitterfreien Hüten, Frisuren und Stoffen - was für eine Freude. Der Funke war gezündet und von "ernster Musik" konnte keine Rede mehr sein. Schade, dass es nicht anhielt. Schon an der Garderobe war der Zauber gebrochen. 

Am Anfang war das Wort? Ach hört mir doch auf. Am Anfang war Musik. So war das. Und nicht anders.

 

01.09.2008 um 15:25 Uhr

Für einen Freund

Ich weiß nicht, ob du noch hinschaust. Aber ich hab hingehört...

14.08.2008 um 14:18 Uhr

Begeisterung in der Pause!

Mann-mann-mann!! Ich kannte bisher nur Chop Suey von denen, schön-schön, aber DAS ist ja wohl RICHTIG genial!

Spiders

Gleich nochmal! Die 3.35 min gönn ich mir jetzt!

 

 

11.08.2008 um 15:03 Uhr

In der Pause umgehauen!

Da kann ich nix zu sagen. Das isse. Musik, die mich zum Zittern bringt.

 

Big Love

 

Muss mich erstmal sammeln...