Herzensbrecher

27.05.2014 um 22:43 Uhr

Verlustängste?

Manchmal hab ich das Gefühl, du willst mich trollen. Du hast mich gefragt, ob ich Verlustängste hätte. Abgesehen davon, dass das mal wieder für dein Riesenego spricht, hat mich diese Frage doch immens verwundert. Wie soll man etwas verlieren können, auf das man gar keine Ansprüche hat? Verloren habe ich dich schon längst - oder? Du hast ja nie wirklich mir gehört. Das Einzige, was in dieser Angelegenheit verloren geht oder verloren gehen könnte, bin ich selbst. Ja, ich verliere mich darin, dich zu lieben. Meine Unabhängigkeit, meinen Kopf, mein Herz, meinen Stolz.

Eins ist klar: Frei bin ich erst dann, wenn du mich verloren hast. Wenn es endlich so weit ist, wirst du von diesem Verlust wahrscheinlich gar nichts merken. Ich werde dann nicht mehr Dein sein und auch nicht mehr da sein für dich. Es wird kein Erbarmen mehr geben. Ich werde es dich wissen lassen, wenn du mich verloren hast. Vielleicht wirst du dein Verhalten bereuen, vielleicht auch nicht. Aber wenn es dann - endlich - so weit ist, wird mich das nicht mehr interessieren, weil ich dann nicht mehr dir gehören und deine Worte keine Macht mehr über mich haben werden.

Und bis dahin...

23.05.2014 um 15:36 Uhr

Eisern bleiben.

Heute Abend steht ein gemütlicher Couching-Abend bei O. an, dieses Wochenende ist mir ausnahmsweise mal so gar nicht nach Action zumute. O. zu besuchen bedeutet für mich aber auch, in deiner Stadt zu sein. Und was das wiederum für mich bedeutet, habe ich ja schon einmal berichtet. Allerdings habe ich mir dieses Mal vorgenommen, eisern zu bleiben. Die Erwartungshaltung will ich unterbinden, geschweigedenn, dass ich mich überhaupt bei dir melde. Du hast mir letztens erzählt, dass du nach einer vorangegangen Operation noch ziemlich krank bist und auch wenn sich das jetzt böse anhört, hoffe ich dass du alleine zu Hause versauerst. Ob ich das heute Abend immer noch hoffe, weiß ich nicht.

Heute Nacht habe ich, wie in letzter Zeit so oft, mal wieder von dir geträumt. Diese Träume sind meistens ein Mittelweg zwischen Versöhnung und völliger Eskalation. Lieber Mr. Womanizer, verpiss dich doch bitte endlich aus meinem Kopf - oder wenigstens aus meinen Träumen! 

Ich hoffe, dass ich dieses eine Mal eisern bleibe. Eine fehlende Erwartungshaltung verhindert zumindest die Gefahr einer Enttäuschung. Ja, heute will ich die rosarote Sonnenbrille zu Hause lassen, wenn ich deine Stadt fahre. Prost darauf!

22.05.2014 um 14:12 Uhr

Zurechtgerückt.

Zurechtgerückt
 
Ganz leise hast
Du dich angezogen
Ganz leise noch einmal
Zärtlich gelogen
Ganz leise die
Türe zugedrückt
Ganz leise dein
Herz zurechtgerückt.
 
Ulla Hahn 
 
Ich bin ja eigentlich wirklich kein Ulla Hahn-Fan, aber diese Zeilen beschreiben dein Wesen nahezu perfekt. Ja, du warst immer zurechtgerückt, stets darauf bedacht bloß nicht zu viel von dir preiszugeben. Noch nie war ich jemandem so unglaublich nah und zeitgleich so fremd. Und auch "zärtlich lügen" konntest du wie kein Anderer, zuerst mit Worten und später mit Gesten. Ich wünschte, auch ich besäße die Fähigkeit mein Herz zurechtzurücken. Bis dahin wäre ich immer wieder dazu bereit, deine zärtlichen Lügen zu verschlingen, zu glauben.

21.05.2014 um 09:31 Uhr

Besinnung.

Ich fordere auf zur Besinnung! In erster Linie mich selbst, aber auch all diejenigen, die sich damit identifizieren können. Es mag sein, dass ich besonders melancholisch bin, doch auch bei anderen Mitmenschen ist mir ein Phänomen aufgefallen:

 Meistens erinnern wir uns gerade an die schlechten Dinge, an Unrecht, das uns angetan wurde, Enttäuschungen und Niederschläge. Vor allem auf langfristiger Sicht. Ob es der Verlust eines geliebten Menschen, eine zerbrochene Freundschaft oder gar Niederschläge in Beruf und Alltag sind, es sind stets die schlechten Gefühle, die sich tief ins Gehirn einbrennen. Wenn man dann so zurückdenkt, kann man oft noch ganz genau nachempfinden wie miserabel man sich in der jeweiligen Situation gefühlt hat. Man ist dann immer noch in der Lage, die Nachwehen dieses Schmerzes zu empfinden, die Bilder tauchen scharfgestochen vor dem inneren Auge auf. Man geht des Weiteren gerne hin und kreidet seinen Mitmenschen ihre Missetaten an, gerade deshalb, weil wir dazu neigen, diese zu verinnerlichen. Natürlich: Man will sich und seine Gefühle schützen. Ich möchte auch gar nicht dazu auffordern, sein eigenes Wohl gänzlich zu vernachlässigen, ein wenig gesunder Egoismus hat bekanntlich noch keinem geschadet. Ich finde aber, dass man sich viel häufiger an die schönen Dinge im Leben zurückerinnern sollte! Damit tut man nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen einen Gefallen. Mir persönlich ist dabei aufgefallen, dass es mir langfristig viel schwerer fällt, mich an ein positives Gefühl, ein schönes Erlebnis zu erinnern als an gravierende negative Gefühle. Und ich kann mir vorstellen, dass es Einigen ähnlich geht. Ich glaube aber, man kann es trainieren, das Leben rückblickend positiver zu betrachten, indem man sich ganz einfach in einer ruhigen Minute mal hinsetzt und ganz bewusst versucht, sich an die schönen Dinge zu erinnern. So lernt man diese festzuhalten. Viel zu oft empfindet man das Glück als selbstverständlich, das Unglück hingegen ist unerwünscht und brennt sich tief in die Seele. 

Ich nehme mir nun vor, öfter auf die schönen Dinge des Lebens zurückzublicken, damit ich diese auch viele Jahre später noch greifen und nachempfinden kann. Anstatt immerzu an den Missetaten meiner Mitmenschen rumzumäkeln, möchte ich vor allem dankbar sein für die schönen Momente, die sie mir bescheren und beschert haben. Look on the bright side of life.

20.05.2014 um 21:47 Uhr

Mein Herz kommt zu dir...

Es ist Nacht,
und mein Herz kommt zu dir ...,
hält's nicht aus,
hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust,
wie ein Stein,
sinkt hinein,
zu dem deinen hinein.

Dort erst,
dort erst kommt es zur Ruh,
liegt am Grund
seines ewigen Du.

Christian Morgenstern
 
 Weil grad nicht Zeit ist für mehr und weil es eins meiner Lieblingsgedichte ist. Du fehlst mir. Ach, so gern würde ich mein Herz bei dir zur Ruhe legen, wenn ich könnte. Stattdessen wandert es umher durch die laue Nacht und findet keine Rast. Bis es am nächsten Tag unendlich schwer sich wieder auf meine eigene Brust legt, so voll von den Gefühlen, voll von all der Liebe, die es zu geben hat... 

18.05.2014 um 19:19 Uhr

Kapazitätenverschwendung.

Aha! Wunderbar! An das Aufwachen aus einem mehr oder minder schönen Traum am Samstag folgte ein ganzer Tag im Bett! Kopf- und Halsschmerzen mit einem anknüpfenden Anflug von Kotzeritis auf nüchternen Magen. Konnte den ganzen Samstag lang abgesehen von einem ZDF-History-Marathon und erzwungenen Schlafphasen absolut NICHTS tun. Sogar mein Nikotinpensum hat sich an diesem Tag von einer Schachtel auf eine einzige Zigarette reduziert. Nahrungsaufnahme unmöglich. So miserabel ging es mir schon ewig nicht mehr, ganz abgesehen davon, dass mein Wochenende durch diese Krankheitseinlage vollends ruiniert wurde!

Selbst heute, trotz des traumhaften Wetters, habe ich es nicht weiter als bis zum Kiosk geschafft. Naja, zumindest sind meine Lungen wieder bereit dazu Nikotin aufzunehmen. Besserung ist in Sicht! Kapazitätverschwendung deshalb, weil ich nicht einmal ein winziges Stückchen Freiraum hatte, die Gedanken an dich auch nur im Ansatz zu verdrängen. Ich konnte ja nichtmals die Sonnenstrahlen genießen, die den Schmerz sonst wenigstens etwas relativieren. Ja, wenn die Sonne scheint, habe ich manchmal das Gefühl, dass alles nur noch halb so beschissen ist wie sonst. Der einzige halbwegs tröstende Gedanke ist, dass mit mir in diesem Zustand ohnehin nichts anzufangen gewesen wäre. Außer, dass ich dich vielleicht versehentlich angekotzt hätte. Ups.

17.05.2014 um 00:34 Uhr

Verkackte Freitagnacht.

Ich hasse diese Freitagabende. Ich liege alleine in meinem viel zu großen Bett, habe dein TShirt an. Ich bin nüchtern. Scheissnüchtern. Und mein Gedankenkarussel kreist nur um dich. Nicht, dass es es das nicht tun würde, wenn ich betrunken wäre... aber es würde den Schmerz doch relativieren. Ich müsste mich nicht so unglaublich ungeliebt fühlen, könnte das Geschehene wenigstens für Sekundenbruchteile vergessen, im Nachtleben treiben. 

Doch ich liege hier und jedes Mal, wenn ich meine Augen schließe, kann ich dich vor mir sehen. Manchmal fühlt es sich fast so an als könnte ich deinen Atem auf meiner Haut spüren. Es sind diese stillen Momente, in denen ich die Erinnerungsschublade öffne und unsere gemeinsame Zeit Revue passieren lasse. Ich denke dann an unsere Freitag- oder Samstagabende und wie wir dann immer den nächsten Tag halb verschlafen haben. In dieser Zeit, in deiner Nähe habe ich immer meinen inneren Frieden gefunden, die alltäglichen Eskapaden vergessen können. Ich bin dir unendlich dankbar dafür, aber verdammt, du fehlst mir so. Ich frage mich, was du wohl gerade machst und ob du vielleicht auch so einsam bist wie ich. Denkst du auch manchmal an mich? Wünscht auch du dir gelegentlich, dass ich bei dir sein könnte? Öffnest du in stillen Momenten unsere Erinnerungsschublade? Ich wäre viel zu stolz, um zu fragen, habe Angst vor der Wahrheit. Ich bezweifle ohnehin, dass du so etwas zugeben würdest, wenn es der Wahrheit entspräche. Ich weiß es nicht und wahrscheinlich werde ich es auch nie erfahren. Noch viel größer aber als die Angst vor den Antworten auf diese Fragen, ist diese, ob du dich wohl heute neben einer Anderen schlafen legst... Ein Gedanke, bei dem sich in meinem Inneren alles zusammenzieht. Ich habe keine Worte mehr. Ich will einfach bei dir sein. Weil nur ich dich wirklich liebe.

15.05.2014 um 12:31 Uhr

Deine Stadt.

Immer wenn ich in deiner Stadt bin, fühle ich mich total elektrisiert. Vielleicht würdest du gleich um die Ecke schlendern oder mit dem Auto vorbeifahren. Wie würde ich dann reagieren? Die Wunschvorstellung sieht dann so aus, dass ich dich einfach ignorieren, dir die kalte Schulter zeigen würde. In der Realität hingegen würde das dann wahrscheinlich etwas anders aussehen... Definitiv würde ich dich fragen, was du noch machst und innerlich darauf hoffen, dass du mich mit zu dir nimmst. Da die Wahrscheinlichkeit aber sehr gering ist, dass du mir über den Weg läufst, schreibe ich dir eine Nachricht. Aus der Antwort ist ersichtlich, dass du wohl zu Hause bist... Du fragst aber auch, was ich mache und da du weißt, - ich denke nicht, dass du es vergessen hast -, dass mein Bekannter O., bei dem ich zu Besuch bin, auch in deiner Stadt lebt, wirst du auch wissen, dass ich in unmittelbarer Nähe bin.

Den ganzen Abend warte ich nun auf diese eine Frage... "Willst du nicht vorbeikommen, wenn du sowieso schon in der Nähe bist?" Natürlich warte ich vergebens, aber ich warte und die Hoffnung ist da. Ich kann mir schon vorstellen, wie wir dann da liegen... Arm in Arm, sehen einen Film und der Abend wird später und später. Wieder einmal würde ich die mir gesetzten Regeln brechen und bei dir übernachten...

Es wird tatsächlich später und später, aber auf O.s Couch. Nach dem ein oder anderen Bier, wird es Zeit nach Hause zu fahren... Nur schweren Herzens und mit einem dicken Kloß verlasse ich deine Stadt. Während ich im Bus sitze, warte ich immer noch auf ein Lebenszeichen von dir. Die Lichter deiner Stadt ziehen an mir vorbei und mal wieder fühle ich mich wie der größte Versager der Welt. Ob du dir deiner Macht über mich und meine Gefühle bewusst bist? Ob du wohl weißt, dass ich den ganzen Tag lang sehnsüchtig darauf gewartet habe, dich zu sehen? Ich denke, das würde dir gefallen. Die Tatsache, dass ich so völlig abhängig von dir bin.

 

13.05.2014 um 20:41 Uhr

Mal was Neues.

Aloha an der Bloggerfront,

 ich dachte mir so: probierste mal was Neues! Da ja mittlerweile sowieso alles über das Internet, Smartphones und andere schicke Gerätchen geregelt wird, warum das, was ich sonst auf Papier schreibe, nicht in Form eines "Blogs" festhalten? Vielleicht geht es anderen ja ähnlich (na, hoffentlich nicht).

Ich warne an dieser Stelle schon einmal vor: Inhalt des Ganzen wird wahrscheinlich eine beträchtliche Anhäufung von Gesülze, Geheule und Emotionsabfällen sein! Nur zu gerne würde ich mich über interessantere Dinge wie Literatur, Philosophie und Politik auslassen, aber gerade auf poetischer Ebene geht in der Hinsicht in meinem Köpfchen momentan nicht viel ab. Bedauerlicherweise. Passend zum Titel des Blogs besteht nämlich die Tatsache, dass da oben nur ein einziger Name wie eine penetrante Stechmücke herumschwirrt, die keinen Raum für andere Gedanken lässt. Wie schön! Bestimmt gibt es dafür irgendwo eine Erklärung auf neurobiologischer Ebene... oder auch nicht?!

Also, folgende Problemstellung: Vor einiger Zeit dachte ich mir, tuste dir mal was Gutes, scheißte mal auf alle moralischen Grundsätze und hüpfst mit Mr. Womanizer in die Kiste. So weit so gut, alles locker easy. Dachte ich. Eigentlich brauchte ich nach einer längeren, eher unglücklichen Beziehung einfach mal ein bisschen Bestätigung. Ist das so abwegig? Naja, zumindest ging das dann so weiter, was an sich ja kein Problem ist. Tja, und dann dachte ich mir so: Ahhhh, ich hab die rosarote Sonnenbrille auf und bin totaaaal verliebt, hehehehe. Hundert Gummibärchenpunkte auf's Gummibärchenkonto! Da hätte ich mir ja keinen besseren Typen aussuchen können. Ein depressiver Machowomanizer. Wie Frau dann natürlich so ist, sieht man in jeder Kleinigkeit Bestätigung auf die eigenen Gefühle. Aber so ist das nun mal! Da wo beim Mann im Hirn nur heiße Luft ist, ist bei der Frau eine Menge Platz für Interpretationen aller Art! Man (Frau) fantasiert regelrecht und denkt sich die schönsten Szenarien zusammen - mit und über den vermeintlichen Mr. Right. Erhöhter Alkoholkonsum und Schlaflosigkeit führen dabei nicht gerade zu einem rationalen Auffassungsvermögen. Aber ist ja eh alles so schön durch die rosarote Brille! Wofür denn den Verstand einschalten? Die besorgten Warnungen der Freunde werden als regelrechter Angriff, ja, als Schwachsinn empfunden.

Und dann kommt die böse Einsicht."Du, ich dachte, das wäre klar... Lass uns doch lieber Freunde bleiben! " Natürlich bin ich dann ganz die Kalte und leugne jegliche Empfindung von Gefühl. Für  den vermeintlichen Mr. Right kann man die Tatsache, dass man belogen und ausgenutzt wird, doch gerne ertragen. Vielleicht entwickelt sich ja doch noch was? Nach der ein oder anderen abendlichen Begegnung wird man dann aber plötzlich doch mit Ignoranz gestraft. 

Tja. Und jetzt stehe ich hier, die rosarote Brille zerbrochen und den Kopf voll von dir. Jeden Tag auf's Neue. Der kalte Entzug kam unerwartet, doch irgendwie tut er seine Wirkung nicht. Jeden Tag auf's Neue warte ich auf die Nachricht, die ich wohl nie bekommen werde. Einen Anruf. Ein Klingeln an der Tür. Dass ich vielleicht doch irgendwas für dich bin, seien könnte. Jedes Mal, wenn ich mich dann bei dir melde, fühle ich mich wie ein alberner Clown. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Noch nicht. Lieber liebe ich dich weiter ganz als jemand anderen nur halb. Solange ich noch etwas für dich empfinde (und bislang ist kein Ende in Sicht), möchte ich am Ende doch behaupten können, alles gegeben zu haben. Ohne Rücksicht auf Verlust