Hexen

22.08.2004 um 22:39 Uhr

Hexen

Die Menschen glaubten schon immer an Zauber- und Hexerei. Unter dem Einfluß des Christentums nahm die Bekämpfung der Zauberei und Hexerei eine entgegengesetzte Richtung. Die Kirche versucht den Zauberglauben zu unterdrücken.

Es besteht immer eine direkte Verbindung zwischen dem Schicksal einer Hexe und ihrem Vermögen. Denn der Papst sprach reiche Hexen heilig, während arme Hexen verbrannt worden sind.

Hexen waren im Volksglauben gewöhnlich häßliche alte Zauberinnen, die, mit dem Teufel im Bunde, Menschen und Tieren Schaden zufügen. Nach Jean Bodin ist Hexerei die Kunst, die wissentlich ihre Ziele mit teuflischen Mitteln zu erreichen sucht. Sie ist so alt wie die Menschheit selbst und entstand aus der Vorstellung, daß Dämonen möglicherweise die wichtigsten Ereignisse des Lebens verursachen. Man glaubte, sie mit List und geheimen Mitteln beherrschen, ihre feindliche Macht bannen oder ihren Beistand in Not, Krankheit oder Tod erwirken zu können. Die Medizinmänner der primitiven Völker verwendeten ihre Kräfte in beide Richtungen:
Die unsichtbaren Mächte konnten ja gut oder böse, Dämonen oder Beschützer, sein.

Im frühen Mittelalter gab es in England weibliche Clan-Oberhäupter, die als Gesetzgeberinnen matriachales Recht ausübten und vollstreckten. Die Magna Carta von Chester nannte sie "Judices de which": Hexenrichterinnen. 
Auch hatten die ältesten Frauen eines Clans die politsche Macht inne, aber die patriachalische Religion und ihre Gesetzgebung verdrängte sie allmählich aus dieser Position. Man bezeichntete sie nun als Hexen "witches", um sie zu vernichten.

 

14.08.2004 um 00:43 Uhr

Das Zeitalter der Hexenprozesse

Am Ende der 80er Jahre des 15 Jahrhunderts waren die theoretischen Grundlagen des Hexenwesens im wesentlichen aufgestellt. Bereits vorher kam es zu Verhandlungen, in denen die charakeristischen Merkmale des Hexenprozesses auftraten. Es kann aber noch nicht zwischen Ketzer- und Hexenprozessen unterschieden werden.

Beginn und Ende der Welle von Hexenprozessen lassen sich nicht in Jahreszahlen ausdrücken, da sie in einzelnen Terretorien unterschiedliche durchgeführt wurden.  Die Jahre 1300-1750 sind der Zeitraum, in dem sich überwiegende Zahl von Hexenprozessen abspielt.

In der Zeit sind die Übergänge von der Naturwissenschaft zu den magischen und Geheimwissenschaften fließend. Astronomen waren üblicherweise immer auch Astrologen. Ärzte ohne Kenntnis astrologischer Zusammenhänge blieben meist erfolglos. Unbekannte Krankheiten wurden als durch Hexen angezaubert bezeichnet und diese Anzauberung wurde oft Anklagepunkt in den Prozessen.

Glaube und Aberglaube gingen ineinander über, Prediger übertrafen sich gegenseitig im Berichten über Meerwunder, Fische mit Papstköpfen, blutscheinende Kometen, Teufels- oder Monstergeburten, Weltuntergangs- und Endzeitstimmung kam auf. Man meinte bereits die Posaunen des Jüngsten Gerichts zu hören.

14.08.2004 um 00:30 Uhr

Vorwort

Menschen verwandeln sich in Tiere und fliegen durch die Luft. Der Teufel stattet seine Anhänger mit Zauberkraft aus, und stiftet sie zu unmoralischen Schandtaten an, damit er die Weltherrschaft übernehmen kann.

Dies waren gesicherte Tatsachen, die die christliche Kirche den Verfolgungsbehörden vermittelte und somit in ihrem Wahn bestärkte.

Aus Gewalt und Aberglauben entstand schließlich Schritt für Schritt die blutige Massenhysterie, die wir heute als Hexenwahn bezeichnen. Jenen Wahn, an dem die Kirche auch ihren Anteil durch ihre Unduldsamkeit hatte. Ebenso hatten die christlichen Gelehrten ihren Anteil daran, da sie das Volk aufhetzten, indem sie das Treiben einer Hexensekte darstellte.

Der schreckliche Alltag der Hexenverfolgung beginnt mit dem Aufspüren und der Gefangennahme Verdächtiger und endet mit Folter und Vollstreckung des Urteils.

Der letzte europäische Hexenprozeß fand ihm Jahre 1782 statt. Im Laufe der Jahre flaute die Hexenverfolgung ab, da das Volk immer gebildeter wurde. Jedoch entbrannte der Hexenglaube immer wieder aufs Neue, deshalb konnte er auch über Jahrhunderte überstehen.