Er steuerte den hinteren Ecktisch im Bürger-Cafe an. Das musste sie sein. "Ich bin Horst", sagte Horst.
"Ich bin Anke", sagte die Frau "setz dich doch". "Danke Anke" erwiderte Horst.
"Sitzt du schon länger hier?" "Nein" entgegnete sie. "Ich auch nicht" sagte Horst. Sie hatte sich bereits einen Cappuccino bestellt. Er tat dasselbe.
"Es ist das erste Mal, dass ich jemanden auf eine Kontakt-Anzeige hin treffe", ergriff er wieder das Wort. "Ich bin schon etwas nervös. Ich habe die Situation oft als Rollenspiel in meiner Männergruppe geprobt. Egon, der die Frau war, meinte, ich solle meine Unsicherheit ruhig zeigen."
"Echt stark, wie offen du bist, Horst", sagte Anke. "Ich bin auch ein wenig unsicher. Meine Therapeutin sagt ebenso, ich solle das ruhig zeigen!" "Echt stark" - war es jetzt an Horst.
"Was hast du da für ein Buch bei dir?", fragte sie. Es schaute ein Stück aus seiner Jackentasche heraus. "Ach das", Horst war leicht verlegen. "Das ist ein esoterisches Buch. Es heisst: Mein Seelenpartner - wie finde ich ihn".
"Das Thema interessiert mich auch", meinte Anke eifrig. "Sag, glaubst du an Seelenpartner?"
"Ich weiss nicht", gab Horst zu. "Aber der Gedanke, ich kenne jemanden schon, den ich kennenlerne, macht mich weniger nervös."