Ein Mann namens Horst - neuzeitliche Narreteien

02.10.2006 um 12:36 Uhr

bei erotischen Männern schon

Horst wartete auf die U-Bahn und hatte sich bohrender Weise seiner Nase zugewandt. Plötzlich tauchte Gitte hinter ihm auf.

"Naja", entfuhr es ihr.  "Erotisch ist das ja nun gerade nicht."

"... für gewöhnlich nicht ..." - Horst errötete jäh.

"Aber bei erotischen Männern schon."

 

                                                                                          Bild: Alexander Stahr

02.10.2006 um 12:25 Uhr

Psychologisch beraten

Horst : "Ich könnte an Kursen teilnehmen. Ich könnte eine Ausbildung zum Psychologischen Berater machen."

Heinz : "Und was willst du dann damit anfangen?"

Horst : "Psychologisch beraten"

Heinz : "Traust du dir denn das zu?"

Horst : "Darüber muss ich mich erst noch mit meinem Psychologen beraten."

02.10.2006 um 12:15 Uhr

Affirmationen

"Alles ist wundervoll!" Horsts Stimme ähnelte dem Wort zum Sonntag.

"Was!?" Heinz' Blick glich dem eines Psychiaters.  "Vor zehn Minuten meintest du noch, alles wäre ganz schön be..., na ja bescheiden."

Horst war jetzt ganz Esoteriker.  "Hast du noch nie was von Affirmationen gehört?"

02.10.2006 um 12:01 Uhr

Überredungskunst

"Nachdem Horst mich überredet hatte, mit ihm eine Flasche Wein zu trinken, wollte er mich dazu überreden, mit ihm Petting auszuüben." erzählte Bärbel.

"Und, hast du's?" fragte Hans-Georg.

"Ich hätte schon.  Wenn er damit aufgehört hätte, mich überreden zu wollen!"

01.10.2006 um 16:46 Uhr

Horst als Schwimmlehrer

Horst maulte und hielt sich die Wange.  "Du maulst und hälst dir die Wange, Horst; wie kommts?" fragte Narrbert.

"Ich wollte Frau Männle das Schwimmen beibringen." erwiderte der.  "Wir waren noch am Beckenrand und sie hatte schon Wasser geschluckt. Ich sagte nur ..."

"Du sagtest nur ?" fragte Narrbert nach.  "Ich sagte doch nur: Halten Sie den Rand!"

01.10.2006 um 16:16 Uhr

Aus den Federn !

"Frisch auf!" rief Frau Müller-Bleibtreu und riss die Vorhänge auf. "Heute steht alternatives Wandern auf dem Programm. Aus den Federn, Hörstl - in zwei Stunden treffen wir die Anderen am Hermann-Löns-Weg!"

"Dann kann ich doch noch eine Weile schlafen" brummte Horst, "das ist doch noch lange hin. Ausserdem wissen Sie, dass Sie nicht Hörstl zu mir sagen sollen!"  "Du hast extra bei mir übernachtet, Hörstl, damit du zeitig aufstehst!" sagte Frau Müller-Bleibtreu resolut. "Und die Zeit werden wir nutzen für das morgendliche meditative Laufen um's Haus.

Du könntest natürlich" überlegte sie, "wenn du willst auch erst eine halbe Stunde deine Morgenmeditation verrichten. In der Zeit würde ich dann das Frühstück machen."

"Starke Idee", murmelte Horst.  "Ich habe da eine spezielle Aufwach-Meditation entwickelt, die ich gleich hier im Bett durchführe.  Ich nenne sie : kontemplatives Dösen."

01.10.2006 um 15:55 Uhr

Horst meets Sokrates

Horst sass mit einem Buch über Sokrates, mehreren Stücken Obstkuchen, Milchkaffee und im Übermass behaglichem Gesicht in Frau Schniepe's Vorgarten.

"Die alten Philosophen können uns mit ihrer Lebenskunst noch heute brauchbare Wege weisen!" Er verleibte sich genüsslich Apfelkuchen ein.

"Lass mich sehen!" Elmer schlug den Philosophen wahllos auf. >König ist nur, wer seine eigenen Leidenschaften beherrscht.<

"Bei deiner Leidenschaft für Schlemmereien, deine Filmvideos oder wieviel Zeit du mit Kontaktanzeigen lesen verbringst .." - er strahlte Heiterkeit aus - "du scheinst dir die Königskrone für später vorzubehalten."

"Ha ha. Aber ein geistfokussierter Mensch ist nicht so leicht beleidigt. Eine Aussage will in ihrem Zeitzusammenhang gesehen werden."

Horst erhob die Stimme.  "Wir haben nach Sokrates Jahr- hunderte Demokratieentwicklung hinter uns - Entwicklungen, die er nicht vorhersehen konnte. Als moderner Demokrat ist für mich König-sein-wollen gar kein Thema!"