Ein Mann namens Horst - neuzeitliche Narreteien

30.11.2006 um 14:54 Uhr

Holz und Gartenzwerg - >Schelmtraud in town<

"Du hast ja ganz schön Holz vor der Hütte" meinte Huber, an Schelmtraud gewandt.

"Und Sie, so vermute ich, einen drolligen Gartenzwerg stehn." erwiderte sie.

29.11.2006 um 16:33 Uhr

"Es zeigt die Scham" - >Schelmtraud in town<

"Hört mal zu: >Ihr Minirock rutscht. Und rutscht." Klaus-Jürgen schaute über den Zeitungsrand. ">Legt alles, aber auch ALLES frei. Den blanken Po. Den nackten Schoß!<"

Er zeigte das Titel-Foto von Britney Spears herum.

"Zuerst mir zeigen!" rief Horst.

"Schamlos!" rief Huber.

"Aber es zeigt die Scham", hielt Schelmtraud entgegen. -

"Ich würd's eher als scham-voll- bezeichnen!"

29.11.2006 um 16:13 Uhr

ieeh-Cards - >Schelmtraud in town<

Schelmtraud war bei Frau Schniepe zu Kaffee und Kuchen eingeladen.
Sie und Horst warteten schon.

"Entschuldigt meine Verspätung", meinte sie
"ich war noch im Internet.
Ich habe eine E-Card bekommen!"

Frau Schniepe schaute entrüstet.
"Also einmal, da habe ich ja auch so einen gesehen. Plötzlich stand er hinter einem Busch."

Ihr Gesicht verzog sich.
"Aber dass sie jetzt auch schon ieeh-Cards schreiben!?"

28.11.2006 um 14:55 Uhr

Eine Prägung - >Schelmtraud in town<

Schelmtraud trug einen Pferdeschwanz.

"Weshalb trägst du einen Pferdeschwanz?"
wollte Heinz wissen.

"Ich mag ihn einfach." gab sie zur Antwort.
"Auch wenn er nicht sehr modern ist." -

Sie lächelte. "Ich möchte mein Schwänzlein nicht missen."

Das Lächeln hielt an.
"Vielleicht hängt es mit einer Prägung durch meinen ersten Mann zusammen. -

Auch er sagte das ständig."

28.11.2006 um 14:42 Uhr

Gemeinsamkeiten - >Schelmtraud in town<

Narrberts Cousine Schelmtraud war zu Besuch.
Er stellte sie im Bürger-Cafe seinen Freunden vor.

Sie erzählte von sich - sie fotografierte und reiste viel in der Welt herum;
fast überall war sie schon gewesen.

"Nur in Amerika war ich noch nicht", lächelte sie.
"Auch ich nicht." meinte Horst.

Er überlegte kurz.
"Da scheint mir, wir haben Gemeinsamkeiten."

28.11.2006 um 14:33 Uhr

Schon mal in Amerika?

"Warst du eigentlich schon mal in Amerika?" fragte Narrbert.

"Nein, war ich noch gar nicht." erwiderte Horst.

Narrbert überlegte kurz.
"Da könntest du eigentlich meine Cousine Schelmtraud kennen.

- die war auch noch nicht in Amerika."

28.11.2006 um 14:28 Uhr

Biologie

Wie wundervoll, wie wundervoll!"
Horst's Blick glitt über die Konturen einiger sommerlich daherkommenden Frauen.

"Aber denk doch mal nach, da ist doch nichts weiter als Biologie" belehrte Narrbert ihn.
"Und was soll daran gar wundervoll sein?"

Horst's Blick wurde denkend und wissenschaftlich.

Inzwischen glitten Narrberts Blicke frauenwärts.
"Wie wundervoll, wie wundervoll", sinnierte er.

25.11.2006 um 15:34 Uhr

Keine grosse Sache

"Du hast doch einen Computer, Horst", sagte Bertfried. 

"Kannst du nicht für mich mal bei Google recherchieren - bei dieser Suchmaschine, du weisst schon.  Zum Stichwort: Penisverlängerung."

"Nur mal nachschau'n. Keine grosse Sache. Ganz kurz einfach."

Er wiederholte nochmal.

"Keine grosse Sache. Ganz kurz einfach."

25.11.2006 um 14:54 Uhr

Oft beobachtet

Bertfrieds Hobby waren HEINO BILDER. Aus allen Zeitschriften schnitt er sie aus und sammelte sie. Dann klebte er sie in Alben.

Während man gemeinsam Kaffee trank, zeigte er sie herum.

"Ein interessantes Hobby." bemerkte Horst.  "Schön, dass du das so siehst", bemerkte Bertfried.

"Ich habe oft beobachtet: interessante Menschen haben interessante Hobbys."

24.11.2006 um 13:32 Uhr

Du kannst Bertfried sagen!

"Gunkel", sagte Bertfried.  "Narrbert", erwiderte Narrbert. "Angenehm." sagte Bertfried. "Ganz meinerseits" entgegnete Narrbert.

"Du kannst Bertfried sagen." bot Bertfried an.  "Bertfried." sagte Narrbert.

"Wie?" fragte Bertfried.  "Ich habe Bertfried gesagt" erwiderte Narrbert.

"Und warum das?"

"Du sagtest: Du kannst Bertfried sagen!"

24.11.2006 um 13:22 Uhr

Frau Schniepes Bekannter - echt Pech!

Frau Schniepe hatte ihren neuen Bekannten zum Kuchen eingeladen. Er sollte auch Horst einmal kennen lernen.

"Gunkel." sagte der Bekannte.  "Selber Gunkel" erwiderte Horst.

"Bertfried Gunkel, wollte ich sagen."  "Oh. Müller. Ich bin der Horst."

"Freut mich. Sag doch Bertfried."  "Freut mich auch, ganz meinerseits. Du auch."

"Ich soll auch Bertfried sagen?"  "Horst." "Und ich bin Bertfried."

"Er ist Buchhalter", meinte Frau Schniepe.  "Und du?" fragte Bertfried. "Nein ich." antwortete Horst.

"Ich bin gemeint." betonte Bertfried.  "Ich weiss doch, dass ich Buchhalter bin!" Horst schüttelte den Kopf.

"Wirklich?" fragte Bertfried.  "Wenn ich es doch sage."  Bertfried war erfreut. "So ein Zufall."  "Ja wirklich." Horst konnte es kaum glauben.

"Wenn du und ich Buchhalter sind, könnten wir direkt Brüderschaft trinken." Bertfried schaute fragend.  "Nur wenn du willst, meine ich."

"Aber wir duzen uns doch schon." hielt ihm Horst entgegen.

"Schade", meinte Bertfried. "Wir hätten sonst Brüderschaft trinken können."  "Ja, das ist schade", Horst schaute bedauernd.

"Das ist jetzt echt Pech!"

23.11.2006 um 16:24 Uhr

Weihnachten - und ein Stück vom Himmel

"Was wünschen Sie sich denn zu Weihnachten?" wollte Horst wissen.

"Weisst du, mir fehlt nur noch eine CD in meiner HEINO SAMMLUNG. Wenn du mir die schenken wolltest..." Frau Schniepe strahlte ein durchdringendes Glücksgefühl aus.

"Bei dem Hit 'Schwarzbraun ist die Haselnuss' haben Herr Schniepe, mein Mann - Gott hab ihn selig - und ich uns das erste Mal geküsst. Da bin ich im Himmel gewesen!"

Horst zeigte Betroffenheit.

"Die Muslime", fuhr Frau Schniepe fort "sollen ganz wunderbare Vorstellungen vom Paradies haben - in das ein Mensch eingeht, wenn er gestorben ist.  Vielleicht haben sie ja recht, und der Himmel ist wirklich so wunderbar!?"

"Was wäre denn das Höchste, was Ihre Seele erwünschen könnte?" fragte Horst.

Frau Schniepe zögerte nicht. "Bis in die Ewigkeit - grenzenlos - meine Heino CD's hören."

23.11.2006 um 15:55 Uhr

Die Höhe

Frau Schniepe hatte einen neuen Bekannten. Er hiess Bertfried. Samstag Nachmittag waren sie gemeinsam Baden gewesen. An einem entlegenen See.

"Eff-ka-ka?" fragte Horst.

"Was du wieder denkst. Muss es gleich wie die Bhagwanesen sein?"

Sie schüttelte den Kopf. "Obwohl, es war fast so. Nur, sag es keinem weiter. Als wir da so lagen, in Badekleidung versteht sich...  sein, du weisst schon, war plötzlich - du weisst schon..."

"Ich weiss schon!" rief Horst.

"Gar nichts, weisst du. Das ist jetzt die Höhe!" sagte ich zu Bertfried.  "Und dann?"

"War's aus mit der Höhe!"

22.11.2006 um 13:52 Uhr

Ein bisschen lespisch

"Ole, wir fahr'n in Puff nach Barzeloona, ole ole! Ole Ole!" Huber war in Höchstform.

"Sie sind aber gut drauf, heute", stellte Gitte fest.  "Ich hab schon einen getrunken. Und jetzt geht's ab in die nächste Kneipe - da wird Fasching gefeiert.  Lespisch, lespisch, und ein bisschen schwul.. lespisch, lespisch, und ein bisschen schwuul!"

"Das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, dachte, Sie wär'n so konservativ", Gitte schaute anerkennend. "Hut ab!"

"Wie, Hut ab!?" Huber stand auf dem Schlauch.  "Ich meine nur, ein bisschen schwul und so. Das find ich sehr cool!"  Huber schaute wie der Haus-Elf Dobby in Harry Potter.

"Du... von wegen Hut ab. Wenn du jetzt ein Mann wärst, würd ich dich..!!"

Gitte guckte lieb.  "Das glaub ich ihnen gern - und wär's auch gern für Sie. Leider bin ich eine Frau - aber vollauf solidarisch."

Sie lächelte. "Ich bin nämlich auch ein bisschen lespisch!"

22.11.2006 um 13:20 Uhr

Die Anima - nicht nach zehn!

Horst hatte eine Einladung zur Hochzeit bekommen - von seinem Schulfreund Eberhart. Etwas aufgekratzt erzählte er Frau Schniepe davon.

"Ein Yang hat sein Yin gefunden. Das Schicksal hat sich erfüllt!" freute er sich.

"Jeder hat allerdings beides", erklärte er ihr dann. "Das hat der grosse Psychologe Carl Gustav Jung herausgefunden. Man sieht es mir vielleicht nicht an, da ich so männlich bin - aber ich, Horst, habe eine Anima!"

"Davon hast du aber nichts gesagt, als du hier eingezogen bist", schimpfte Frau Schniepe.

"Glaub nicht, dass die nach zehn noch mit auf's Zimmer kommt!"

22.11.2006 um 12:49 Uhr

Angewandte Psychologie

Horst lag im Liegestuhl in Frau Schniepes Vorgarten. Wohlig. Entspannt.

"Es macht Freude, meine Wohnung zu putzen und aufzuräumen" , murmelte er. "Mein Körper und meine Seele sind mit Tatkraft erfüllt. Es macht Freude.. .. .. "

Frau Schniepe hatte ihn eine Weile beobachtet. "Du hattest doch vor, diese Woche deine Wohnung zu putzen und aufzuräumen..."

"Das hatte ich vor, das ist wahr." Horst schlug die Augen wieder auf. "Ich habe erkannt, es fühlt sich besser und effektiver an, erst die Vorarbeit zu leisten. Man nennt das Kreatives Visualisieren und Imaginieren."

Er war wieder ganz Horst. "Jedes Schöpferische Handeln entsteht zuerst im Geist. Das ist moderne angewandte Psychologie."

22.11.2006 um 12:02 Uhr

Helden im Urwald

"Na, war's denn nicht schön mit euch zweien?" fragte Frau Müller-Bleibtreu ihre kleine Enkelin, die in den Ferien zu Besuch war. An diesem Abend war sie ausgegangen und Horst hatte sozusagen das Enkelsitting übernommen.

"Mir schien, als ob Horst gar nicht so froh aussah, als er gegangen ist."

"Es war schon schön... ", die Kleine klang etwas zögerlich.  "Und? Was habt ihr gemacht?"

"Wir haben uns eine abenteuerliche Geschichte ausgedacht, es war Horst's Idee!" Das Mädchen bekam leuchtende Augen.

"Horst hat die erste Hälfte erzählt - und ich dann wie sie ausgeht, den zweiten Teil." Ihre Augen leuchteten nun nicht mehr. "Aber Horst war mit meinem Teil nicht zufrieden."

"Soetwas! Aber erzähl doch erstmal, wovon handelte denn die Geschichte? Horst kann sehr einfallsreich sein."

"Sie handelte von Horstzan, dem Urwaldhelden, der bei Affen aufwuchs. Eines Tages gab es einen Streit mit einem anderen Affenstamm, die einen riesigen, haarigen Anführer hatten. Aber Horstzan besiegte ihn im Zweikampf. Das war Horst's Hälfte des Abenteuers."

"Das ist doch spannend! Und wie hast du's weiter erzählt? Wie ging es zuende?"

"Naja, die beiden Stämme wurden dann Freunde. Und der andere Häuptling, du weisst schon, der große haarige Affe, der hatte eine Tochter - die gab er Horstzan zur Frau.

Und dann gab es ein grosses Fest!"

21.11.2006 um 17:39 Uhr

Der Pferdeschwanz

Horst nahm einmal wieder eine Sitzung bei Frau Pinkepank, um sich aus der Zukunft lesen zu lassen. Eine zeitlang sass sie schweigend vor ihrer Glaskugel. Doch nun schien sie etwas zu sehen.

"Du bist auf einem Waldweg.." murmelte sie. "Das Bild ist jetzt ganz deutlich."  "Natur pur." freute sich Horst.

"Und du starrst ... auf einen Pferdeschwanz!"  "Eine Frau mit Pferdeschwanz", Horst griente. "Aber holla!"

"Nein. Sie hat kurzes blondes Haar. Wie kommst du denn darauf?"

"A.. aber ich..." stotterte er.  "Ja, du schaust auf den Pferdeschwanz. Sag ich doch.

- Das Pferd lässt nämlich etwas fallen, während sie vorbei trabt."

20.11.2006 um 16:39 Uhr

Almut hat Gelingen

Horst war heute mehr als erregt. Er überlegte, ob und wann er Almut anrufen sollte.

Sogar eine Plastikblume hatte er schon gerupft. "Ich rufe sie an.. ich rufe sie nicht an.. rufe sie an..."  Eine richtige Blume hätte er schon aus ökoesoterischen Gründen nicht gerupft.

Selbst stundenlange Ratschläge seitens Heinz und Hans-Georg liessen seinen Kopf nicht klar werden.

Die letzte Rettung schien ihm das I GING zu sein. Er warf die Münzen: - Anmut hat Gelingen. Fiebernd überflog er Urteil und Begleittext, während seine Miene an Zuversicht gewann.

"Laß hören! Weih uns auch ein!" Hans-Georg und Heinz fieberten ebenfalls.

"Das I GING spricht hier ganz deutlich: ALMUT HAT GELINGEN!

- Ich glaube", Horst war wieder ganz Esoteriker "ich sollte es wagen! 

20.11.2006 um 16:20 Uhr

Kreative Wendungen

"Freudig zückte er sein Glied." Horst schaute triumphierend von seinem Manuskript auf und rückte seine Brille zurecht.

"Er - bitte - was!?" Frau Müller-Bleibtreu schüttelte den Kopf.

"Ich bin Verfasser eines erotischen Romans." Horst schien leicht beleidigt.  "Da werden doch wohl kreative Wendungen erlaubt sein.

- oder sollte ich 'Genital' sagen?" fragte er nach kurzem Innehalten.