Ein Mann namens Horst - neuzeitliche Narreteien

14.12.2006 um 14:30 Uhr

Genosse Fritz - Das Prinzip Hoffnung

"Drum linkszweidrei! Drum links, zwei drei! Wo dein Platz, Genosse ist..."  - Klaus-Jürgen und Horst schauten sich an und brauchten einen Moment, ehe sie auf den Klingelknopf an Frau Müller-Bleibtreu's Haustür drückten.

"Reihdichein in die Arbeiter-Einheitsfront, weilduauch ein Arbeiter bist!!"  Die Tür öffnete sich und im Rahmen stand ein freundlicher alter Kerl mit spärlichen weißgrauen Haaren und weißgrauem Bart.

"Fritz!" freute er sich. "Fritz Bleibtreu, der ältere Bruder. Meine Schwester hat euch sicher von mir erzählt!"

Hinter ihm tauchte Frau Müller-Bleibtreu auf.  "Fritz ist überraschend zu Besuch gekommen", sagte sie. "Er ist übrigens Trotzkist - falls euch sein Singen gewundert hat.  Seit die Linken fast ausgestorben sind, widmet er sich ganz der Kaninchenzucht - der heutenochübrigen linken Partei traut er nicht über den Weg."

"Was führt Sie denn eigentlich zur Kaninchenzucht, Genosse Fritz?" wollte Horst wissen.

"Das Prinzip Hoffnung" - meinte der Alte.  "Wenn ich sehe, wie die Karnickel sich immer so schön vermehren -

dann bleibt mir die Hoffnung, dass es uns auch mal wieder so geht!"


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